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5. Oktober

Ich rief in meiner Angst zu dem Herrn, und er antwortete mir.

Jona 2,3

Zum Herrn, zum Herrn, und sonst nirgends hin, eben zu dem, der da zürnt und straft, und zu keinem anderen! Es muss aber ein solches Schreien sein, dem Gott antwortet. Das ist nichts anderes, als mit rechtem Glauben des Herzens zu rufen, das sich in der Not aufmacht, mit Beistand des Geistes zum zornigen Gott zu laufen und unter dem Zorn Gnade zu suchen, Gott strafen lässt und sich dennoch zugleich mit seiner Güte trösten darf. Daran merkst du, welch ein scharfes Gesicht das Herz haben muss, das mit lauter Zorn und Strafe umgeben ist und doch weder Strafe noch Zorn, sondern Gnade und Güte sieht und fühlt, weil es sie nicht sehen oder fühlen will, wenngleich es sie genauestens sieht und fühlt, und will die Gnade sehen und fühlen, wenngleich sie zutiefst verborgen ist. Siehe, welch ein schwieriges Unternehmen es ist, zu Gott zu kommen: Man muss durch seinen Zorn, durch Strafe und Ungnade hindurch wie durch lauter Dornen, ja durch lauter Spieße und Schwerter.