Das vierte Buch Mose



Das 1. Kapitel


I. Gott heißt die Kinder Israel, so erwachsen und zum Kriege tauglich waren, zählen v. 1. II. Und werden zuerst die zwölf Fürsten eines jeglichen Stammes namhaft gemacht v. 5. III. Der Mannspersonen aber sind an der Zahl gefunden worden sechshunderttausend und dreitausendfünfhundert und fünfzig, was mannbar gewesen, ohne die Leviten, welche zum Heiligen Gottesdienst abgesondert und nicht mit gezählt wurden v. 18.

1. Und der Herr redete mit Mose in der Wüste Sinai in der Hütte des Stifts am ersten Tage des anderen Monden im anderen Jahr, da sie aus Ägyptenland gegangen waren, und sprach:

des Stifts: Oder der Versammlung, da die Kinder Israel zusammenkommen mussten, wenn sie ihren Gottesdienst verrichten wollten.

2. Nehmt die Summe der ganzen Gemeinde der Kinder Israel nach ihren Geschlechtern und ihrer Väter Häusern und Namen: Alles, was männliches ist, von Haupt zu Haupt {2Mos 30v32 4Mos 26v2};

nehmt: Das ist: Zählt das ganze Volk.

Namen: Das ist: Ihr sollt alle Personen in einem jeden Hause zählen ohne Weiber und Kinder.

3. von zwanzig Jahren an und darüber, was ins Heer zu ziehen taugt in Israel; und sollst sie zählen nach ihren Heeren, du und Aaron.

ziehen taugt: Was mannbar ist und zum Krieg kann gebraucht werden.

Ihren Heeren: Das ist: Ihr sollst sie in gewisse Haufen und Regiment oder Fähnlein abteilen und gleichsam Musterung halten.

4. Und sollst zu euch nehmen je vom Geschlecht einen Hauptmann über seines Vaters Haus.

Vaters Haus: Das ist: Aus einem jeden Stamm (deren denn zwölfe waren, darunter alle Geschlechter und Häuser begriffen wurden) sollt ihr einen Hauptmann wählen, die euch das Volk abteilen und zählen helfen.

5. Dies sind aber die Namen der Hauptleute, die neben euch stehen sollen: Von Ruben sei Elizur, der Sohn Sedeurs.

6. Von Simeon sei Selumiel, der Sohn Zuri-Saddais.

7. Von Juda sei Nahesson, der Sohn Amminadabs.

8. Von Isaschar sei Nethaneel, der Sohn Zuars.

9. Von Sebulon sei Eliab, der Sohn Helons.

10. Von den Kindern Josef: Von Ephraim sei Elisama, der Sohn Ammihuds. Von Manasse sei Gamliel, der Sohn Pedazurs.

Josef: Welcher Stamm in zwei andere Stämme als Ephraim und Manasse abgeteilt gewesen. Daher die Zahl der Zwölfen dennoch ergänzt wurde, ob man gleich die Leviten nicht mitgezählt.

11. Von Benjamin sei Abidan, der Sohn Gideonis.

12. Von Dan sei Ahieser, der Sohn Ammi-Saddais.

13. Von Asser sei Pagiel, der Sohn Ochrans.

14. Von Gad sei Eliasaph, der Sohn Deguels.

15. Von Naphthali sei Ahira, der Sohn Enans.

16. Das sind die Vornehmsten der Gemeinde, die Hauptleute unter den Stämmen ihrer Väter, die da Häupter und Fürsten in Israel waren.

Den Stämmen: Das ist: Welche aus jedem der zwölf Stämme zu Hauptleuten erwählt wurden. [Denn Gott will, dass den Untertanen gewisse Obrigkeiten vorstehen sollen {Röm 13}. Und lässt Gott zu, dass man einen rechtmäßigen und wohl befugten Krieg führe und notwendiger Ausrüstung zum Kriege sich gebrauche.

17. Und Mose und Aaron nahmen sie zu sich, wie sie da mit Namen genannt sind,

18. und sammelten auch die ganze Gemeinde am ersten Tage des anderen Monden und rechneten sie nach ihrer Geburt, nach ihren Geschlechtern und Väter, Häusern und Namen, von zwanzig Jahren an und darüber, von Haupt zu Haupt,

Geburt: Das ist: Sie haben einen jeden Stamm in ihre gewissen Geschlechter und Freundschaften abgeteilt, welche sie nach und nach abgezählt, bis sie auf die einzelnen Personen kommen, die sie alle mit Namen aufgezeichnet.

19. wie der Herr Mose geboten hatte, und zählten sie in der Wüste Sinai.

Zählten: [Es haben aber hier Mose und Aaron nicht gesündigt, dass sie das Volk gezählt, weil sie es aus Gottes Befehl getan haben. Aber David hat gesündigt, da er das Volk zählen lassen, weil er es ohne Gottes Befehl getan und aus Vermessenheit wissen wollte, wie viel des Volkes wäre. Darum hat Gott solchen Übermut mit der Pestilenz gestraft. So ein großer Unterschied ist zwischen einem ordentlichen Beruf und eigenem Vernunftsdenken oder Mutwillen.

20. Der Kinder Ruben, des ersten Sohnes Israels, nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von Haupt zu Haupt, alles, was männliches war, von zwanzig Jahren und darüber, und ins Heer zu ziehen taugte,

Kinder Ruben: Da sie auf dem Befehl Gottes in der Wüste Sinai gezählt worden.

21. wurden gezählt zum Stamm Ruben sechsundvierzigtausend und fünfhundert.

22. Der Kinder Simeon nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern, Zahl und Namen, von Haupt zu Haupt, alles, was Männliches war, von zwanzig Jahren und darüber, und ins Heer zu ziehen taugte,

23. wurden gezählt zum Stamm Simeon neunundfünfzigtausend und dreihundert.

24. Der Kinder Gad nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

25. wurden gezählt vom Stamm Gad fünfundvierzigtausend sechshundertundfünfzig.

26. Der Kinder Juda nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

27. wurden gezählt vom Stamm Juda vierundsiebzigtausend und sechshundert.

Vierund: Dieser ist der allervolkreichste Stamm gewesen und hat sich durch Gottes Segen sehr gemehrt.

28. Der Kinder Isaschar nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

29. wurden gezählt zum Stamm Isaschar vierundfünfzigtausend und vierhundert.

30. Der Kinder Sebulon nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

31. wurden gezählt zum Stamm SebuIon siebenundfünfzigtausend und vierhundert.

32. Der Kinder Josef von Ephraim nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

33. wurden gezählt zum Stamm Ephraim vierzigtausend und fünfhundert.

34. Der Kinder Manasse nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

Manasse: Welche auch von Josef herkamen, weil derselbe Stamm in zwei andere Stämme abgeteilt wurde und nach seinen des Josephs beiden Söhnen Manasse und Ephraim genannt wurden.

35. wurden zum Stamm Manasse gezählt zweiunddreißigtausend und zweihundert.

36. Der Kinder Benjamin nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

37. wurden zum Stamm Benjamin gezählt fünfunddreißigtausend und vierhundert.

38. Der Kinder Dan nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

39. wurden gezählt zum Stamm Dan zweiundsechzigtausend und siebenhundert.

40. Der Kinder Asser nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

41. wurden zum Stamm Asser gezählt einundvierzigtausend und fünfhundert.

42. Der Kinder Naphthali nach ihrer Geburt, Geschlechter, ihrer Väter Häusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen taugte,

43. wurden zum Stamm Naphthali gezählt dreiundfünfzigtausend und vierhundert.

44. Dies sind, die Mose und Aaron zählten, samt den zwölf Fürsten Israels, deren je einer über ein Haus ihrer Väter war.

dies sind: Nämlich die Kinder Israel.

45. Und die Summe der Kinder Israel nach ihrer Väter Häusern, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zuziehen taugte in Israel,

46. deren war sechsmal hunderttausend und dreitausendfünfhundertundfünfzig {2Mos 38v26 4Mos 2v32}.

der war: Nämlich ohne Weiber und Kinder, deren noch eine viel größere Anzahl war: Dazu wird der ganze Stamm Levi hier nicht mit eingerechnet. Und haben diese alle miteinander ihre Herkunft von dem hundertjährigen Abraham und der neunundneunzigjährigen Sarah, die zwar dazu anfangs unfruchtbar war, aber später durch die Verheißung Gottes fruchtbar gemacht wurde. Und ist dies alles geschehen innerhalb vierhundertundsieben Jahren, denn so viel finden sich von der Zeit an, da Isaac geboren wurde, bis auf dies Jahr, da die Kinder Israel gezählt sind. Ist also die Verheißung, dem Abraham geschehen, erfüllt worden, da Gott ihm zugesagt hatte, dass er seine Nachkommen sehr mehren wolle. [Und wird dabei Gottes Allmacht und seine Wahrheit gespürt, dass er seine Zusagen halte und leiste.)

47. Aber die Leviten nach ihrer Väter Stamm wurden nicht mit untergezählt.

nicht mit: Denn sie waren zum Gottesdienst ab- und ausgesondert.

48. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

49. Den Stamm Levi sollst du nicht zählen noch ihre Summe nehmen unter den Kindern Israel,

nicht zählen: Nämlich zu den anderen Stämmen und sie nicht unter ihnen mit einmengen.

50. sondern du sollst sie ordnen zur Wohnung bei dem Zeugnis und zu allem Geräte und zu allem, was dazu gehört. Und sie sollen die Wohnung tragen und alles Geräte; und sollen sein pflegen und um die Wohnung her sich lagern.

tragen: Nämlich auf dieser Reise und sonst so oft man sie von einem Ort zum anderen führen muss.

pflegen: Dass sie alles verrichten, was zu der Hütte dienlich und den Gottesdienst zu treiben vonnöten sein wird.

die Wohnung] Das ist: Sie sollen am nächsten um die Hütte ihr Zelt aufschlagen und haben.

51. Und wenn man reisen soll, so sollen die Leviten die Wohnung abnehmen. Wenn aber das Heer zu lagern ist, sollen sie die Wohnung aufschlagen. Und wo ein Fremder sich dazu macht, der soll sterben.

abnehmen: Dass sie dieselbe möglichst voneinander nehmen und zerlegen, damit sie keinen Schaden empfangen.

zu lagern: Dass man eine Zeit lang an einen Ort verziehen und deswegen die Hütte aufrichten soll.

Fremder: Der nicht vom Stamm Levi ist.

dazu macht: Dass er an der Hütte etwas begehrte, zutragen oder auf zurichten.

sterben: [Also kann Gott keinen Vorwitz leiden, da einer in ein fremdes Amt greift und tun will, was ihm nicht befohlen ist.)

52. Die Kinder Israel sollen sich lagern, ein jeglicher in sein Lager und bei dem Panier seiner Schar.

Kinder Israel: So nicht aus dem Stamm Levi sind.

sein Lager] Das ist: Es soll sich ein jeder an seinen Ort verfügen und sein Lager aufschlagen, wohin er geordnet ist, und unter dem Regiment oder Fähnlein sich finden lassen, unter welchem er aufgeschrieben wurde.

53. Aber die Leviten sollen sich um die Wohnung des Zeugnisses her lagern, auf dass nicht ein Zorn über die Gemeinde der Kinder Israel komme; darum sollen die Leviten der Hut warten an der Wohnung des Zeugnisses.

Wohnung: Das ist: Sie sollen die Nächsten um das Heiligtum sein und sich dabei finden lassen.

ein Zorn: Das ist: Auf dass Gott nicht eine Strafe und Plage unter das Volk schicke, wenn irgendjemand, der nicht vom Stamm Levi ist, sich näher zur Hütte aus Vorwitz hinzu machen wollte, als sich es gebührt.

Hut warten: Das ist: Sie sollen ihre fleißige Vorsorge und gute Achtung darauf haben, dass an der Stiftshütte kein Schaden geschehe, noch am Gottesdienst etwas versäumt werde oder auch sonst nicht etwas Ungerades, so sich nicht gebührt, mit unterlaufe.

54. Und die Kinder Israel taten alles, wie der Herr Mose geboten hatte.

taten alles: Wie später im folgenden Kapitel ausführlicher gemeldet wird.


Das 2. Kapitel


1. Der Israeliten Lager werden geordnet v. 1. 2. Und wird angezeigt, wie und in welcher Ordnung sie auf der Reise fortziehen sollen v. 9.

1. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

und der: Nachdem das Volk gezählt wurde, wird jetzt den Kindern Israel weiter vorgeschrieben, welchergestalt sie nacheinander ihre Lager aufschlagen sollen, und was sie für eine Ordnung sollen halten, wenn sie reisen. [Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung oder Verwirrung, da es alles durcheinandergeht, sondern will haben und gefällt ihm wohl, dass in allen Sachen eine Ordnung gehalten werde, und segnet die, welche beides, in der Kirche und im weltlichen Regiment, gute Ordnungen machen und anstellen.)

2. Die Kinder Israel sollen vor der Hütte des Stifts umher sich lagern, ein jeglicher unter seinem Panier und Zeichen nach ihrer Väter Hause.

umher] Also, dass die Hütte in der Mitte sei. [Denn damals geht es recht und wohl zu, beide zu Krieges- und Friedenszeiten, wenn das weltliche Regiment Gott gegenwärtig bei ihm hat, welches alsdann geschieht, wenn die reine Religion unter dem Volk Gottes fleißig getrieben wird und im Schwange geht.)

3. Gegen Morgen soll sich lagern Juda mit seinem Panier und Heer; ihr Hauptmann Nahesson, der Sohn Amminadabs;

lagern Juda: Das ist: Welche zum Stamm Juda und unter seinem Panier oder Fähnlein gehören, die sollen ihr Lager gegen Morgen haben.

4. und sein Heer an der Summe vierundsiebzigtausend und sechshundert.

sein Heer] Nämlich derjenigen, die zum Kriege sich konnten gebrauchen lassen, wie sie zuvor in der Musterung aufgeschrieben wurden.

5. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Isaschar; ihr Hauptmann Nethaneel, der Sohn Zuars;

6. und sein Heer an der Summe vierundfünfzigtausend und vierhundert.

7. Dazu der Stamm Sebulon; ihr Hauptmann Eliab, der Sohn Helons;

8. sein Heer an der Summe siebenundfünfzigtausend und vierhundert.

9. Dass alle, die ins Lager Judas gehören, sind an der Summe hundertundsechsundachtzigtausend und vierhundert, die zu ihrem Heere gehören; und sollen vorne an ziehen.

gehören: Das ist: Welche unter das Panier Juda gerechnet und in gewisse Regimenter ausgeteilt wurden. Und wurden dem Stamm Juda, als dem Vornehmsten, noch zwei andere, Isaschar und Sebulon zugegeben, die im Vorzug miteinander sein sollten.

10. Gegen Mittag soll liegen das Zelt und Panier Rubens mit ihrem Heer; ihr Hauptmann Elizur, der Sohn Sedeurs;

gegen Mittag: Nämlich dem Heiligtum nachzurechnen, dass sie auf der Seite des Heiligtum sich lagern, so gegen Mittag gewandt ist.

11. und sein Heer an der Summe sechsundvierzigtausend fünfhundert.

12. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Simeon; ihr Hauptmann Selumiel, der Sohn Zuri-Saddais;

13. und sein Heer an der Summe neunundfünfzigtausend dreihundert.

14. Dazu der Stamm Gad; ihr Hauptmann Eliasaph, der Sohn Reguels;

15. und sein Heer an der Summe fünfundvierzigtausend sechshundertundfünfzig.

16. Dass alle, die ins Lager Rubens gehören, sind an der Summe hundertundeinundfünfzigtausend vierhundertundfünfzig, die zu ihrem Heer gehören; und sollen die anderen im Ausziehen sein.

gehören: Denn es wurden dem Stamm Ruben, als dem Vornehmsten, auch zwei andere zugegeben, und mit eingerechnet als Simeon und Gad.

17. Danach soll die Hütte des Stifts ziehen mit dem Lager der Leviten mitten unter den Lagern; und wie sie sich lagern, so sollen sie auch ziehen, ein jeglicher an seinem Ort; unter seinem Panier.

ziehen: Wenn sie zuvor von den Leviten passend abgenommen und in Stücke zerlegt wurden.

mitten unter: Also, dass erstlich die Leviten die Hütte des Stifts zu allen Seiten umgeben und danach sie von den anderen Stämmen umringt werden. Denn die übrigen sechs Stämme beschlossen die Seiten gegen Mitternacht und Abend, wie bald folgen wird.

und wie: Das ist: Sie sollen einerlei Ordnung halten, im Ausziehen und im Lagern.

seinem Ort: Dahin er geordnet wurde.

18. Gegen Abend soll liegen das Zelt und Panier Ephraims mit ihrem Heer; ihr Hauptmann soll sein Elisama, der Sohn Ammihuds;

19. und sein Heer an der Summe vierzigtausend und fünfhundert.

20. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Manasse; ihr Hauptmann Gamliel, der Sohn Pedäzurs;

21. sein Heer an der Summe zweiunddreißigtausendundzweihundert.

22. Dazu der Stamm Benjamin; ihr Hauptmann Abidan, der Sohn Gideonis;

23. sein Heer an der Summe fünfunddreißigtausend und vierhundert.

24. Dass alle, die ins Lager Ephraims gehören, sind an der Summe hundertundachttausend und einhundert, die zu seinem Heer gehören; und sollen die dritten im Ausziehen sein.

gehören: Nämlich die Stämme Manasse und Ephraim mit eingerechnet.

25. Gegen Mitternacht soll liegen das Zelt und Panier Dans mit ihrem Heer; ihr Hauptmann Ahieser der Sohn Ammi-Saddais;

26. sein Heer an der Summe zweiundsechzigtausend und siebenhundert.

27. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Asser; ihr Hauptmann Pagel, der Sohn Ochrans;

28. sein Heer an der Summe einundvierzigtausend und fünfhundert.

29. Dazu der Stamm Naphthali; ihr Hauptmann Ahira, der Sohn Enans;

30. sein Heer an der Summe dreiundfünfzigtausend und vierhundert.

31. Dass alle, die ins Lager Dan gehören, sind an der Summe hundertundsiebenundfünfzigtausend und sechshundert; und sollen die letzten sein im Ausziehen mit ihrem Panier.

gehören: Samt den zwei Stämmen Asser und Naphthali zusammen gerechnet.

32. Das ist die Summe der Kinder Israel nach ihrer Väter Häusern und Lagern mit ihren Heeren: sechshunderttausend und dreitausend fünfhundertundfünfzig {4Mos 1v46},

Kinder Israel: Nämlich was erwachse Mannsbilder und zum Krieg sich konnten im Fall der Not gebrauchen lassen.

Väter Häuser: Das ist: Nach ihren Stämmen und Geschlechtern.

33. Aber die Leviten wurden nicht in die Summe unter die Kinder Israel gezählt, wie der Herr Mose geboten hatte.

Wurden nicht] Weil sie zum Gottesdienst und Amt der Hütte geordnet und also von den anderen Israeliten abgesondert waren.

34. Und die Kinder Israel taten alles, wie der Herr Mose geboten hatte, und lagerten sich unter ihre Paniere und zogen aus, ein jeglicher in seinem Geschlecht nach ihrer Väter Hause.

taten alles: Nämlich in dieser Sache.

lagerten: Das ist: Sie hielten ihre Ordnung also, dass ein jeglicher sich bei seinem Panier, unter seinem Stamm und Geschlecht finden ließ. Ist also ein sehr großes und gewaltiges Heer beisammen gewesen. Und ob sie wohl in Kriegen damals noch nicht geübt waren, so hatten sie doch Gott zum Führer und Beschützer gegenwärtig bei sich. [Also welche heutzutage wahre und rechtschaffene Glieder der Kirche sind, ob sie gleich dem äußerlichen Ansehen nach in dieser Welt in viel und mancherlei Gefahr stecken, so sind sie dennoch in den geistlichen Lagern des Volkes Gottes unter dem göttlichen Schutz, und haben viel tausend Spießgesellen mit und um sich, welche ihnen mit dem gläubigen Gebet Hilfe und Beistand tun, damit sie nicht von den Anläufen des Teufels überwunden werden. Welche aber von diesem Heer des lebendigen Gottes, entweder durch Ketzerei oder lasterhaftes Leben sich absondern, die werden des Satans Raub und eigen.)


Das 3. Kapitel


2.34 1 Gott ordnet die Leviten abermals zum heiligen Amt v. 1. 2. Und heißt sie in drei vornehmste Geschlechter abteilen und zählen, und setzte Regenten oder Fürsten über sie v. 14. 3. Zeigt ihnen danach, was sie in ihrem Lager für eine Ordnung halten sollen v. 21. 4. Und was ein jede Partei für Stücke vom Heiligtum tragen soll v. 25. V. Danach werden auch alle Erstgeburten der Kinder Israel gezählt, und weil ihre Zahl größer ist als der Leviten, werden die übrigen mit Gelde gelöst v. 40.

1. Dies ist das Geschlecht Aarons und Moses zu der Zeit, da der Herr mit Mose redete auf dem Berge Sinai.

dies ist: Jetzt werden die Leviten auch besonders gezählt, wie sie zum heiligen Amt gebraucht wurden. Will so viel sagen: Jetzt soll der Stamm Levi auch beschrieben werden (aus welchem Aaron und Mose als Häupter und Obersten im Volk Gottes ihren Ursprung haben), wie viel ihrer waren, da sie Gott bei dem Berge Sinai in der Wüste zählen heiß. Zuerst aber sollen die Namen der Söhne Aarons gesetzt werden, welche vor anderen zum Priesteramt bestimmt waren.

2. Und dies sind die Namen der Söhne Aarons: Der Erstgeborne Nadab, danach Abihu, Eleazar und Ithamar.

3. Das sind die Namen der Söhne Aarons, die zu Priestern gesalbt waren und ihre Hände gefüllt zum Priestertum.

gesalbt: Mit den Zeremonien, wie sie zuvor im anderen und dritten Buch beschrieben wurden.

gefüllt: Denn wenn man die Priester zum heiligen Amt weihen wollte, so gab man ihnen besondere Opfer in die Hände, die sie opfern mussten.

4. Aber Nadab und Abihu starben vor dem Herrn, da sie Fremden Feuer opferten vor dem Herrn in der Wüste Sinai; und hatten keine Söhne. Eleazar aber und Ithamar pflegten des Priesteramts unter ihrem Vater Aaron {3Mos 10v1 16v1 4Mos 26v61}.

starben] Nämlich eines schnellen Todes, da sie das Feuer des Herrn verzehrte.

Fremden Feuer: Das ist: Da sie Räucherwerk anzündeten und nicht des Feuers dazu gebrauchten, so vor der Zeit von Himmel herabgefallen war, sondern anderes allgemeines Feuer herzu brachten, welches ihnen zu tun verboten war. Und hat sich solcher Unfall eben am selben Tage zugetragen, da Aaron zum Hohepriester gesalbt und geweiht wurde.

pflegen: Anstatt ihrer verstorbenen Brüder.

5. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

6. Bringe den Stamm Levi herzu und stelle sie vor den Priester Aaron, dass sie ihm dienen

bringe: Das ist: Versammle die Leviten aus allem Volk Israel, und übergib sie dem Hohepriester Aaron.

dienen: Im Kirchenamt und Verrichtung des Gottesdienstes, darin sie dem Aaron behilflich sein sollen. Und also Diener sind im heiligen Amt, aber nicht Herren, und verrichten, was bei der Hütte des Stifts und im Heiligtum für Geschäfte vorfallen.

7. und seiner und der ganzen Gemeinde Hut warten vor der Hütte des Stifts und dienen am Dienst der Wohnung;

8. und warten alles Gerätes der Hütte des Stifts und der Hut der Kinder Israel, zu dienen am Dienst der Wohnung.

9. Und sollst die Leviten Aaron und seinen Söhnen zuordnen zum Geschenk von den Kindern Israel.

Geschenke: Dass sie ihm in der Verrichtung des heiligen Amtes auf den Dienst warten und Beistand leisten.

10. Aaron aber und seine Söhne sollst du setzen, dass sie ihres Priestertums warten. Wo ein Fremder sich herzutut, der soll sterben.

Fremder: Der nicht vom Stamm Levi ist. [obwohl nun jetziger Zeit der levitische Unterschied der Personen im Kirchenamt durch das Evangelium aufgehoben ist: So verwirft und straft dennoch Gott immer den Vorwitz, da jemand in ein fremdes Amt greifen will: Und weil die levitischen Priester insbesondere Christus bedeuteten, wird dadurch angezeigt, dass des Mittlers und Priestertums Christi Amt, keinem Menschen könne mitgeteilt werden.)

11. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

12. Siehe, ich habe die Leviten genommen unter den Kindern Israel für alle Erstgeburt, die da Mutter brechen unter den Kindern Israel, also dass die Leviten sollen mein sein {4Mos 8v16}.

genommen: Das ist: Mir erwählt und ausgesondert.

Erstgeburt: Das ist: Ich könnte von Rechts wegen alle Erstgeburt der Kinder Israel nehmen und für mich behalten, dass sie dem Gottesdienste dienen müssten, aber an derselben statt will ich den Stamm Levi dazu ordnen und aussondern.

Mutter brechen: Das ist: Die zuerst geboren werden.

13. Denn die Erstgeburten sind mein, seit der Zeit ich alle Erstgeburt schlug in Ägyptenland; da heiligte ich mir alle Erstgeburt in Israel, von Menschen an bis auf das Vieh, dass sie mein sein sollen, ich der Herr {2Mos 13v2 22v30 34v19 3Mos 27v26 Lk 2v23}.

sind mein: Das ist: Sie gebühren mir von Rechts wegen.

alle Erstgeburt: Beide an Menschen und Vieh. Denn es hat Gott auch unter den unvernünftigen Vieh und Tieren alle Erstgeborenen erwürgt {2Mos 12}.

Heiligte: Das ist: Ich habe sie verordnet und ausgesondert, dass sie meinem Gottesdienste dienen, sich darin üben und denselben erhalten sollen.

der Herr: Der ich solche Dankbarkeit von euch erfordere. [Denn man soll die Wohltaten Gottes immer und zu jeder Zeit in frischem Gedächtnis haben.)

14. Und der Herr redete mit Mose in der Wüste Sinai und sprach:

15. Zähle die Kinder Levi nach ihrer Väter Häusern und Geschlechtern, alles, was männliches ist, eines Monden alt und darüber.

und darüber: Als alle Knaben, Jünglinge, junge Gesellen, Erwachsene, gestandene und alte Männer.

16. Also zählte sie Mose nach dem Wort des Herrn, wie er geboten hatte.

17. Und waren dies die Kinder Levi mit Namen: Gerson, Kahath, Merari {2Mos 6v16 4Mos 26v57}.

18. Die Namen aber der Kinder Gersons in ihrem Geschlecht waren: Libni und Simei.

19. Die Kinder Kahaths in ihrem Geschlecht waren: Amram, Jezehar, Hebron und Usiel.

20. Die Kinder Meraris in ihrem Geschlecht waren: Maheli und Musi. Dies sind die Geschlechter Levis nach, ihrer Väter Hause.

21. Dies sind die Geschlechter von Gerson: Die Libniter und Simeiter.

Libniter: Welche beide Geschlechter von den vorgemeldeten zwei Söhnen Gersons Libni und Simei den Namen empfangen.

22. Deren Summe war an der Zahl gefunden siebentausendundfünfhundert, alles, was männliches war eines Monden alt und darüber.

23. Und dasselbe Geschlecht der Gersoniter sollen sich lagern hinter der Wohnung gegen den Abend.

24. Ihr Oberster sei Eliasaph, der Sohn Laels.

25. Und sie sollen warten an der Hütte des Stifts, Nämlich der Wohnung und der Hütte und ihrer Decke und des Tuchs in der Tür der Hütte des Stifts,

warten: Das ist: Dies soll ihr Amt sein bei der Hütte, dass sie auf nachfolgende Stücke achthaben, davor sorgen und dieselben auf der Reise tragen.

Decken: Als da waren die seidenen Teppiche und die anderen von Ziegenhaar, desgleichen die Oberdecken von rötlichen Widderfellen und Dachsfellen.

in der Tür: Das ist: Damit das Teil der Hütte geschlossen worden, so das Heilige geheißen.

26. des Umhangs am Vorhofe und des Tuchs in der Tür des Vorhofes, welcher um die Wohnung und um den Altar hergeht, und seiner Seile, und alles, was zu seinem Dienst gehört.

Seile: Damit die Umhänge aufgezogen und ausgespannt werden.

seinem Dienst: Nämlich was sonst mehr den vorigen Stücken anhängig ist, und davon nicht möglich, kann abgesondert werden. Das sollen die Gersoniter in ihrer Hut und Verwahrung haben.

27. Dies sind die Geschlechter von Kahath: Die Amramiten, die Jezehariten, die Hebroniten und Usieliten,

von Kahath: Die von seinen Söhnen genannt wurden und herkamen.

28. was Männliches war, eines Monden alt und darüber, an der Zahl achttausendundsechshundert, die der Hut des Heiligtums warten.

Männliches war] Nämlich von den vorgemeldeten Geschlechtern der Kinder Kahath.

warten: Nämlich ein jeder an seinen Ort, was zum Heiligtum gehört und ihnen zu verwahren auferlegt ist.

29. Und sollen sich lagern an die Seite der Wohnung gegen Mittag.

30. Ihr Oberster sei Elizaphan, der Sohn Usiels.

31. Und sie sollen warten der Lade, des Tisches, des Leuchters, des Altars und alles Gerätes des Heiligtums, daran sie dienen, und des Tuchs, und was zu seinem Dienst gehört.

der Lade: Nämlich der Bundeslade, darauf die Cherubim, und in welcher die Tafeln des Gesetzes waren.

Tisches: Der mit Gold überzogen war und darauf die Schaubrote gelegt wurden.

Leuchters: Der von lauterem klarem Gold gemacht war.

des Altars: Nämlich des Räucheraltars und Brandopfers Altars.

sie dienen: Das ist: Welche sie haben gebrauchen müssen, wenn sie die Opfer verrichten wollten.

des Tuchs: Damit das Allerheiligste beschlossen wurde.

seinem Dienst: Das ist: Was man weiter zu den vorgemeldeten Stücken des Heiligtum haben muss, dass sollen die Kahathiter in ihrer Hut und achthaben und auf der Reise tragen.

32. Aber der Oberste über alle Obersten der Leviten soll Eleazar sein, Aarons Sohn, des Priesters, über die, so verordnet ist, zu warten der Hut des Heiligtums.

über alle: Das ist: Er soll Oberaufseher sein über die drei Obersten der Leviten Geschlechter, dass er Macht habe ihnen zu befehlen in Abnehmung oder Aufrichtung der Hütte und andere dergleichen Sachen zu bestellen.

33. Dies sind die Geschlechter Meraris: Die Maheliter und Musiter,

34. die an der Zahl waren sechstausend und zweihundert, alles, was männliches war, eines Monden alt und darüber.

35. Ihr Oberster sei Zuriel, der Sohn Abihails. Und sollen sich lagern an die Seite der Wohnung gegen Mitternacht.

36. Und ihr Amt soll sein, zu warten der Bretter und Riegel und Säulen und Füße der Wohnung und alles seines Gerätes und seines Dienstes,

zu warten: Das ist: Es sollen ihnen folgende Stücke zu tragen und zu verwahren übergeben werden.

der Bretter: Die übergoldet waren.

Riegel: Damit die vorgemeldeten Bretter aneinandergefügt und zusammengehalten wurden.

Säulen: Welche die Umhänge unterhielten.

Füße: Von Silber darauf die Säulen standen.

Dienstes: Das ist: Was für Werkzeuge mehr dazu gehören, dass man die vorgemeldeten Stücke der Hütte aufrichten könne, als Nägel, Seile und dergleichen, damit man die Umhänge anheftet und ausspannt.

37. dazu der Säulen um den Vorhof her mit den Füßen und Nägeln und Seilen.

38. Aber vor der Wohnung und vor der Hütte des Stifts gegen Morgen sollen sich lagern Mose und Aaron und seine Söhne, dass sie des Heiligtums warten und der Kinder Israel. Wenn sich ein Fremder herzutut, der soll sterben,

Morgen: An welchem Ort der Eingang der Hütten war.

Heiligtum: Das ist: Dass sie das Heiligtum bewahren und den Gottesdienst versehen dem ganzen Volk Israel zu Gutem. Damit, wenn der Gottesdienst recht verrichtet wird und das Volk Gott von Herzen recht dient, es der ganzen Gemeinde der Kinder Israel wohl gehe.

Fremder: Der nicht vom Stamm Levi ist.

herzu tut: Dass er mit den Sachen des Heiligtums umgehen und zu schaffen haben will.

39. Alle Leviten in der Summe, die Mose und Aaron zählten nach ihren Geschlechtern, nach dem Wort des Herrn, eitel Männlein, eines Monden alt und darüber, waren zweiundzwanzigtausend.

alle Leviten: Deren ein jeder in seinem Geschlechte wusste, was er bei der Hütte zu verrichteten hätte und was sein Amt wäre. Damit keiner den anderen hinderte oder vorgriffe. [Denn in der Kirche soll es alles ehrbar und ordentlich zugehen.)

40. Und der Herr sprach zu Mose: Zähle alle Erstgeburt, was männliches ist unter den Kindern Israel, eines Monden alt und darüber, und nimm die Zahl ihrer Namen.

Erstgeburt: Es hat aber der Herr gewollt, dass die Leviten anstatt der Erstgeborenen unter den Kindern Israel dem Heiligtum und Gottesdienstes abwarteten. Darum, nachdem die Leviten gezählt sind, heißt er die Erstgeburten unter den Kindern Israel auch zählen, damit was den Leviten in Vergleichung an der Zahl abginge, von den Israeliten ihnen mit Geld Erstattung geschehe. Denn die Erstgeburten sonst Gott zugehörten.

die Zahl: Dass du sie mit der Leviten Summe und Anzahl vergleichst.

41. Und sollst die Leviten mir, dem Herrn, aussondern für alle Erstgeburt der Kinder Israel und der Leviten Vieh für alle Erstgeburt unter dem Vieh der Kinder Israel,

aussondern: Dass sie mir dienen.

Vieh: Welches vom unreinen Vieh muss verstanden werden. Denn die Erstgeburten von reinem Vieh der Kinder Israel mussten sie zur Hütte bringen, dass solche dem Herrn geopfert würden: Aber was unreine Tiere waren, durften sie behalten, doch mit der Bedingung, dass sie den Leviten das Geld davor geben so viel sie wert wären.

42. Und Mose zählte, wie ihm der Herr geboten hatte, alle Erstgeburt unter den Kindern Israel;

43. und fand sich an der Zahl der Namen aller Erstgeburt, was männliches war, eines Monden alt und darüber, in ihrer Summe zweiundzwanzigtausend zweihundertunddreiundsiebenzig.

drei und: Also dass der Erstgeborenen mehr gewesen als der Leviten.

44. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

45. Nimm die Leviten für alle Erstgeburt unter den Kindern Israel und das Vieh der Leviten für ihr Vieh, dass die Leviten mein, des Herrn, sind.

für ihr: Nämlich der Kinder Israel.

des Herrn: Der ich solches richtig fordere.

46. Aber das Lösegeld von den zweihundertdreiundsiebzig überlängen Erstgeburten der Kinder Israel über der Leviten Zahl

Überlängen: Darin die Erstgeburten die Leviten übertreffen und deswegen zum Dienst des Heiligtum und der Hütte von Rechts wegen gehören.

47. sollst du je fünf Sekel nehmen von Haupt zu Haupt, nach dem Sekel des Heiligtums (zwanzig Gera gilt ein Sekel) {2Mos 30v12 3Mos 27v25 Hes 45v12},

von Haupt: Das ist: Für ein jedes Männlein derselben übrigen Erstgeborenen. Damit dieselben nicht alle miteinander sich ganz und gar dem äußerlichen levitischen Gottesdienst ergeben müssen.

Heiligtum: Welcher im zweifachen Wert war, gegen dem gemeinen Sekel zu rechnen.

zwanzig Gera: So ungefähr ein Lot Silber oder einen halben Taler machen.

48. und sollst dasselbe Geld, das überzählig ist über ihre Zahl, geben Aaron und seinen Söhnen.

geben: Zur Lösung der Erstgeborenen.

49. Da nahm Mose das Lösegeld, das überzählig war über der Leviten Zahl,

50. von den Erstgeburten der Kinder Israel, tausend dreihundertundfünfundsechzig Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums,

fünfundsechzig: Denn so viel trifft es, wenn für eine jede Person der übrigen Zahl von den Erstgeborenen der Kinder Israel fünf Sekel gezahlt werden, und macht bei uns sechshundert und drei und achtzigst halben Reichstaler.

51. und gab es Aaron und seinen Söhnen nach dem Wort des Herrn, wie der Herr Mose geboten hatte.


Das 4. Kapitel


1. Anfangs wird gelehrt, wie man die Hütte des Stifts zerlegen soll v. 1. 2. Und werden einem jeden Geschlecht der Leviten seine Last zu tragen zugeordnet v. 15. 3. Dazu man taugliche Personen gefunden hat, 8580.

1. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

und der: In diesem Kapitel wird den Leviten vorgeschrieben, was sie für Stücke der Hütte oder des Heiligtums tragen sollen, wenn man mit den Lagern aufbricht.

2. Nimm die Summe der Kinder Kahath aus den Kindern Levi nach ihrem Geschlecht und Väter Häusern,

Kinder Kahath: Das ist: Unter den Leviten sollen die Kahathiter zuerst zählen.

3. von dreißig Jahren an und darüber, bis ins fünfzigste Jahr, alle, die zum Heer taugen, dass sie tun die Werke in der Hütte des Stifts.

fünfzigste: Denn die anderen so unter dreißig oder über fünfzig gewesen, wurden zu den folgenden Verrichtungen nicht tauglich geachtet.

zum Heer: Nämlich zur geistlichen Ausrüstung in Verrichtungen des Gottesdienstes.

4. Das soll aber das Amt der Kinder Kahath in der Hütte des Stifts sein, das das Allerheiligste ist:

Allerheiligste: Das ist: Sie sollen die Allerheiligste Stücke der Hütte tragen, wie sie folgend erzählt werden.

5. Wenn das Heer aufbricht, so soll Aaron und seine Söhne hineingehen und den Vorhang abnehmen und die Lade des Zeugnisses hinein winden;

hinein: Nämlich in die Hütte des Stifts.

Vorhang: Der vor dem allerheiligsten Teil der Hütte hängt.

6. und darauf tun die Decke von Dachsfellen und oben darauf eine ganze gelbe Decke breiten und seine Stangen dazu legen;

Dachsfellen: Damit sonst das Oberteil der Hütte bedeckt wurde und gleichsam der Hütte Oberdach war, es waren aber derselben etliche und in ziemlicher Anzahl, damit die zerlegten Stücke der Hütte auf der Reise ebenso wohl vor dem Unwetter gesichert wären, als wenn die ganze Hütte aufgerichtet war.

oben darauf: Nämlich über das Dachsfell, dass also die Kinder Israel aus solcher köstlichen Oberdecke abnehmen könnten, an welchem Ort die Bundeslade getragen würde. Denn die anderen Stücke der Stiftshütten wurden außerhalb nicht mit einer Seidendecke bedeckt, sondern mit Dachsfellen, wie aus dem Folgenden zu sehen.

gelbe Decke: (Nach Luther) Es erscheint aber hieraus, dass die innersten Teppiche nicht bunt gewesen, sondern ein jeglicher hat ihre eigene Farbe allein gehabt, welche gehl ist, die ist ganz gehl gewesen, und welche weiß, ganz weiß rc.

Stangen: Das die Lade des Bundes damit getragen werde.

7. und über den Schautisch auch eine gelbe Decke breiten und dazu legen die Schüsseln, Löffel, Schalen und Kannen, aus und einzugießen. Und das tägliche Brot soll dabei liegen.

Schautisch: Darauf die Schaubrote täglich mussten gelegt werden.

dabei liegen: Auch wenn er auf der Reise getragen wird.

8. Und sollen darüber breiten eine rosinrote Decke und dieselbe bedecken mit einer Decke von Dachsfellen und seine Stangen dazu legen.

Stangen: Dass er damit möglich könne getragen werden.

9. Und sollen eine gelbe Decke nehmen und hinein winden den Leuchter des Lichts und seine Lampen mit seinen Schneuzen und Näpfen und alle Ölgefäße, die zum Amt gehören.

des Lichts: Das ist: Darauf man die Lichter und Lampen anzündet.

zum Amt: Das ist: Damit man die Lampen zurüstet.

10. Und sollen um das alles tun eine Decke von Dachsfellen, und sollen sie auf Stangen legen.

Stangen: Damit die Leuchter möglich von einem Ort zum anderen können getragen werden.

11. Also sollen sie auch über den goldenen Altar eine gelbe Decke breiten und dieselbe bedecken mit der Decke von Dachsfellen und seine Stangen dazu tun.

goldenen Altar: Das war der Rauchaltar.

dazu tun: Dass der Altar damit getragen werde.

12. Alle Geräte, damit sie schaffen im Heiligtum, sollen sie nehmen und gelbe Decken darüber tun und mit einer Decke von Dachsfellen decken und auf Stangen legen.

schaffen: Dass man im selben Teil der Hütte haben und gebrauchen muss, so zwischen dem Allerheiligsten und Hof ist und unter dem vorigen nicht gemeldet wurde.

13. Sie sollen auch die Asche vom Altar fegen und eine scharlachene Decke darüber breiten,

14. und alle seine Geräte dazu legen, damit sie darauf schaffen: Kohlpfannen, Gräuel, Schaufeln, Becken, mit allem Geräte des Altars; und sollen darüber breiten eine Decke von Dachsfellen und seine Stangen dazu tun.

darauf schaffen: Das ist: Was sie auf den Altar gebrauchen.

darüber breiten: Nämlich über dasselbe Gerät, dass sie es zugleich mit dem Altar bedecken und tragen.

15. Wenn nun Aaron und seine Söhne solches ausgerichtet haben und das Heiligtum und alle seine Geräte bedeckt, wenn das Heer aufbricht, danach sollen die Kinder Kahath hineingehen, dass sie es tragen, und sollen das Heiligtum nicht anrühren, dass sie nicht sterben. Dies sind die Lasten der Kinder Kahath an der Hütte des Stifts.

Heiligtum: So abgenommen und in Stücke zerlegt ist.

hinein gehen: Nämlich an den Ort, da das Heiligtum gestanden ist.

nicht anrühren: Nämlich bloß und unbedeckt. [Denn welche ohne ordentlichen Beruf mit den göttlichen Geheimnissen umgehen wollen, die werden von Gott dem Herrn ernstlich gestraft.)

lasst: Die sie tragen sollen.

16. Und Eleazar, Aarons, des Priesters, Sohn soll das Amt haben, dass er ordne das Öl zum Licht und die Spezerei zum Räucherwerk und das tägliche Speiseopfer und das Salböl; dass er beschicke die ganze Wohnung und alles, was darin ist, im Heiligtum und seinem Geräte.

Räucherwerk: Damit man vor dem Herrn räucherte.

Salböle: Damit der Hohepriester auf seiner Einweihung gesalbt wurde.

darin ist: Das ist: Eleasar soll Vorsehung tun, dass alle vorgemeldeten Sachen beschickt werden, wie auch die vorerzählten Stücke der Hütte ihm anbefohlen waren, die er den Kahathitern zu tragen übergeben und aufladen sollst. Und war also gleichsam ihr Oberster.

17. Und der Herr redete mit Mose und mit Aaron und sprach:

18. Ihr sollst den Stamm des Geschlechts der Kahathiter nicht lassen sich verderben unter den Leviten;

19. sondern das sollt ihr mit ihnen tun, dass sie leben und nicht sterben, wo sie würden anrühren das Allerheiligste: Aaron und seine Söhne sollen hineingehen und einen jeglichen stellen zu seinem Amt und Last.

nicht sterben: Das ist: Ihr sollt achthaben und Vorsehung tun, dass der Kahathiter Geschlechter vom Herrn nicht verderbe und ausgerottet werde, wenn ihr die Stücke des Heiligtum nicht einwickelt und bedeckt, sondern sie den Kahathitern bloß und unbedeckt sehen lasst, dadurch sie in Leibes und Lebens Gefahr kommen. [Denn es zu geschehen pflegt, dass wer in seinem Beruf unfleißig ist, auch andere mit sich ins Verderben zieht.)

hinein gehen: In die Hütte des Stifts.

und lasst: Damit ein jeglicher wisse was er tun und tragen soll.

20. Sie aber sollen nicht hineingehen, zu schauen unbedeckt das Heiligtum, das sie nicht sterben.

sie aber: Die nicht vom Stamm Aaron seien.

21. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

22. Nimm die Summe der Kinder Gerson auch nach ihrer Väter Hause und Geschlecht,

23. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste Jahr, und ordne sie alle, die da zum Heer tüchtig sind, dass sie ein Amt haben in der Hütte des Stifts.

tüchtig: Das ist: Welche ein Amt in der Hütte versehen können. Denn es haben die Söhne Aarons allein nicht alles ausrichten können.

Amt haben: Das ist: Dass sie mir dienen mit Tragen am Heiligtum.

24. Das soll aber des Geschlechts der Gersoniter Amt sein, dass sie schaffen und tragen:

25. Sie sollen die Teppiche der Wohnung und der Hütte des Stifts tragen und seine Decke und die Decke von Dachsfellen, die oben darüber ist, und das Tuch in der Tür der Hütte des Stifts

Teppich: So übrig geblieben und nicht zur Bedeckung irgend eines Stücks in der Hütte gebraucht werde.

seine Decke: Die aus rötlichen Widderfellen gemacht waren.

der Tür: Nämlich vor dem Teil der Hütte so das Heilige genannt wurde.

26. und die Umhänge des Vorhofes und das Tuch in der Tür des Tors am Vorhofe, welcher um die Wohnung und Altar hergeht, und ihre Seile und alle Geräte ihres Amtes und alles, was zu ihrem Amt gehört.

Altar: Nämlich um den Brandopfers Altar.

hergeht: Denn der Hof beschloss das Allerheiligste, das Heilige und den Brandopfers Altar in sich.

Seile: Damit die Umhänge ausgespannt wurden.

Geräte: Das zu oben gemeldeten Stücken der Hütte gehört.

27. Nach dem Wort Aarons und seiner Söhne soll alles Amt der Kinder Gerson gehen, alles, was sie tragen und schaffen sollen; und ihr sollst zusehen, dass sie aller ihrer lasst warten.

gehen: Das ist: Die Gersoniter sollen dem Aaron und seinen Söhnen gehorsam sein, wenn er ihnen etwas befehlen wird, das sie tragen oder tun sollen. Und Aaron und seine Söhne sollen acht darauf haben, dass die Gersoniter ihrem Amt mit Fleiß nachkommen.

28. Das soll das Amt des Geschlechts der Kinder der Gersoniter sein in der Hütte des Stifts; und ihre Hut soll unter der Hand Ithamars sein, des Sohnes Aarons, des Priesters.

Amt: Besonders im Tragen, wenn man fortreisen soll.

Ithamar: Welcher ihr Aufseher sein soll und sie dazu anhalten, dass ein jeder seinem anbefohlenem Amt und Beruf fleißig nachsetze.

29. Die Kinder Merari nach ihrem Geschlecht und Vaterhause sollst du auch ordnen,

30. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste Jahr, alle, die zum Heer taugen, dass sie ein Amt haben in der Hütte des Stifts.

Amt haben: Welche geschickt sind, dass sie bei der Hütte dienen und die Arbeit gebührlich versehen können.

31. Auf diese Last aber sollen sie warten nach all ihrem Amt in der Hütte des Stifts, dass sie tragen die Bretter der Wohnung und Riegel und Säulen und Füße,

Last] Die sie in Fortrückung der Hütte tragen sollen.

Bretter: So übergoldet waren und das Allerheiligste damit gemacht wurde.

Riegel: So die Bretter zusammenhielten.

Säulen: Daran die Umhänge aufgehängt wurden.

Füße: Darauf die Säulen standen.

32. dazu die Säulen des Vorhofes umher und Füße und Nägel und Seile mit all ihrem Geräte nach all ihrem Amt; einem jeglichen sollt ihr sein Teil der Last am Geräte zu warten verordnen.

33. Das sei das Amt der Geschlechter der Kinder Merari, alles, das sie schaffen sollen in der Hütte des Stifts unter der Hand Ithamars, des Priesters, Aarons Sohnes.

Ithamar: Welcher verschaffen soll, dass ein jeder in diesem Geschlecht sein Amt versehe.

34. Und Mose und Aaron samt den Hauptleuten der Gemeinde zählten die Kinder der Kahathiter nach ihren Geschlechtern und Väter Häusern,

35. von dreißig Jahren und darüber bis ins fünfzigste, alle, die zum Heer taugten, dass sie Amt in der Hütte des Stifts hätten.

36. Und die Summe war zweitausend siebenhundertundfünfzig:

37. Das ist die Summe der Geschlechter der Kahathiter, die alle zu schaffen hatten in der Hütte des Stifts, die Mose und Aaron zählten nach dem Wort des Herrn durch Mose

Durch Mose: Das ist: Wie es Gott, dem Mose befohlen hatte.

38. Die Kinder Gerson wurden auch gezählt in ihren Geschlechtern und Väter Häusern,

39. von dreißig Jahren und darüber bis ins fünfzigste, alle, die zum Heer taugten, dass sie Amt in der Hütte des Stifts hätten.

40. Und die Summe war zweitausendsechshundertunddreißig.

41. Das ist die Summe der Geschlechter der Kinder Gerson, die alle zu schaffen hatten in der Hütte des Stifts, welche Mose und Aaron zählten nach dem Wort des Herrn.

42. Die Kinder Merari wurden auch gezählt nach ihren Geschlechtern und Väter Häusern,

43. von dreißig Jahren und darüber bis ins fünfzigste, alle, die zum Heer taugten, dass sie Amt in der Hütte des Stifts hätten.

44. Und die Summe war dreitausendundzweihundert.

45. Das ist die Summe der Geschlechter der Kinder Merari, die Mose und Aaron zählten nach dem Wort des Herrn durch Mose

46. Die Summe aller Leviten, die Mose und Aaron samt den Hauptleuten Israels zählten nach ihren Geschlechtern und Väter Häusern,

47. von dreißig Jahren und darüber bis ins fünfzigste, aller, die eingingen zu schaffen, ein jeglicher sein Amt, und zu tragen die lasst in der Hütte des Stifts,

zu schaffen: Das ist: Dass sie den Söhnen Aarons behilflich wären in Verrichtung des Gottesdienstes, ein jeder in seinem Beruf.

zu tragen: Wenn man fortziehe.

48. war achttausendfünfhundertundachtzig,

49. die gezählt wurden nach dem Wort des Herrn durch Mose, ein jeglicher zu seinem Amt und seiner Last, wie der Herr Mose geboten hatte.

und seiner Last: Dass ein jeder wissen konnte, was er tun oder tragen sollte. [Es sind aber alle Christen im Neuen Testament geistliche Priester, und deswegen auch Leviten. Darum, weil die Hütte, dass die christliche Kirche durch die Wüste dieser Welt getragen wird in das selige ewige und himmlische Vaterland, so ist vonnöten, dass ein jeder Christ ein Stück der Last, das ist des Kreuzes trage, und Christus den Führer und Wegweiser zum Leben folge.


Das 5. Kapitel


1. Die Aussätzigen und Unreinen sollen sich außer dem Lager verhalten v. 1. 2. Und wird ein Opfer geordnet für den, der einen anderen betrogen und übervorteilt hat v. 5. 3. weiter wird den Priestern ihre Nahrung bestimmt v. 8. 4. Und wird das Eiferopfer beschrieben, dadurch des Weibes Ehebruch entdeckt wurde v. 11.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Gebiete den Kindern Israel, dass sie aus dem Lager tun alle Aussätzigen und alle, die Eiterflüsse haben und die an den Toten unrein geworden sind.

Lager tun: Und ihnen darin einen Ort zur Wohnung verordnen, damit sie nicht durch ihren täglichen Wandel unter dem Volk andere anstecken.

Eiterflüsse: Da eine böse Feuchtigkeit ein Glied am Leibe durchfrisst und nach und nach herausfließt, von welcher Unreinigkeit oben 3. Mose 15. gehandelt wurde.

an den: Das ist: Wer einen toten Körper angerührt oder bei einem Toten gewesen, der soll denselben Tag außerdem Lager sich verhalten. Denn gleichwie von den Aussätzigen man sich zu bewahren hatte, dass man von ihnen angesteckt würde: Also wer einen Fluss hatte oder mit einem Toten umgegangen war, der war bei den Israeliten für abscheulich gehalten.

3. Beide, Mann und Weib, sollen sie hinaustun vor das Lager, dass sie nicht ihre Lager verunreinigen, darin ich unter ihnen wohne.

Mann und Weib: Deren eines erhörtermaßen verunreinigt ist.

wohne: Das ist: Dass sie nicht andere anstecken und meine Kirche verunreinigen, die mein Haus und Wohnung ist. [Und werden wir erstlich hier gelehrt, wie Gott für unsere Gesundheit Sorge trage, darum wir dieselbe auch in Acht nehmen sollen, besonders in anhängenden erblichen Krankheiten. Die aber mit dergleichen Seuchen behaftet sind, sollen wir also von anderer Leute Gemeinschaft absondern und ausschließen, dass wir doch der christlichen Liebe daneben nicht vergessen, und die armseligen elenden Leute nicht hilf- und trostlos sterben lassen. Danach werden wir erinnert, dass wir durch den Bann, die so in öffentlichen Sünden und Lastern leben, aus der Kirche treiben und ausschließen sollen, denn die sind in der Wahrheit unrein, bis sie von Sünden ablassen und Buße tun, auf dass nicht ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäure {1Kor 5}.

4. Und die Kinder Israel taten also und taten sie hinaus vor das Lager, wie der Herr zu Mose geredet hatte.

hinaus: Nämlich an einen Ort, da man ihrethalben sich nichts zu bewahren hatte, dass sie andere mit sich verunreinigen möchten, und doch haben könnten, was zu ihrer notdürftigen Unterhaltung ihnen vonnöten war.

geredet: [Denn man soll Gott gehorsam sein, ob es gleich das Ansehen hat, als befehle er etwas Hartes, das uns zuwider ist und schwer ankommt.)

5. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

6. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib irgendeine Sünde wider einen Menschen tut und sich an dem Herrn damit versündigt, so hat die Seele eine Schuld auf ihr;

wider einen: Das ist: Wenn jemand seinen Nächsten betrügt, auf was Weise es auch geschehen mag. Denn, dass Mose von solcher Sünde hier redet, ist aus dem Folgenden klar zu lesen.

Schuld: Weil er mit seinem Betrug dem Nächsten geschadet hat.

7. und sie sollen ihre Sünde bekennen, die sie getan haben, und sollen ihre Schuld versöhnen mit der Hauptsumme, und darüber das fünfte Teil dazu tun und dem geben, an dem sie sich verschuldigt haben.

bekennen: Dass sie Unrecht gehandelt haben.

verschuldigt: Das ist: Den sie betrogen haben. [Denn die Sünde wird nicht verziehen, man habe denn das Genommene wieder zurückgegeben, sofern Erstattung geschehen kann.)

8. Ist aber niemand da, dem man es bezahlen soll, so soll man es dem Herrn geben für den Priester über den Widder der Versöhnung, damit er versöhnt wird.

niemand da: Und also keine Erstattung geschehen kann.

Herrn geben: Nämlich die Hauptsumme samt dem fünften Teil.

Priester: Dass er es zu seinem Nutzen anwende.

Widder: Denn man musste dem Herrn zugleich ein Schuldopfer bringen für die begangene Sünde, welches nicht alles dem Priester zugehörte, sondern dem Herrn musste geopfert werden. [Also welche heutzutage ihr unrecht erworben Gut wiedergeben wollen, die geben es denen wieder, welche sie darum betrogen haben oder ihren Verwandten, oder aber stiften es zur Erhaltung des Kirchenamtes und der Armen.)

9. Desgleichen soll alle Hebe von allem, dass die Kinder Israel heiligen und dem Priester opfern, das soll auch sein.

Hebe: Das ist: Was zum Heiligtum gebracht wird, dass es vor dem Herrn in die Höhe gehoben und geheiligt werde.

Sein: Des Priesters, dem es der übergibt, so es bringt.

10. Und wer etwas heiligt, das soll auch sein; und wer etwas dem Priester gibt, das soll auch sein:

11. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

12. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn irgendeines Mannes Weib sich verliefe und sich an ihm versündigte,

verliefe: Dass sie von ihm lief, ihre Treue und Glauben nicht hielte, und einen Ehebruch beginge.

13. und jemand sie fleischlich beschläft, und würde doch dem Manne verborgen vor seinen Augen und würde verdeckt, dass sie unrein geworden ist, und kann sie nicht überzeugen, denn sie ist nicht darin begriffen,

verborgen: Obwohl er einen bösen Argwohn auf sie hat, dass sie nicht eine rechte Sache führe.

14. und der Eifergeist entzündet ihn, dass er um sein Weib eifert, sie sei unrein oder nicht unrein:

nicht unrein: Dass sie unschuldig beschwert wird.

15. so soll er sie zum Priester bringen und ein Opfer über sie bringen, den Zehnten Epha Gerstenmehls, und soll kein Öl darauf gießen, noch Weihrauch darauf tun. Denn es ist ein Eiferopfer und Rügeopfer, das Missetat rügt.

über sie: Das ist in ihrem Namen.

Zehnten Epha: Das ist: So viel als ein Mensch zum täglichen Brauch genug hat und auch essen kann: Wird sonst ein Gomor genannt.

darauf tun: Wie sonst bei den Speiseopfern gebräuchlich ist. [Denn weil das Öl den Heiligen Geist bedeutet und der Weihrauch das Gebet, so will Gott nicht, dass man Öl oder Weihrauch zu solchem Opfer gebrauchen soll, damit anzuzeigen, dass diejenigen so sich mit dergleichen Lastern verunreinigen und beflecken, ehe sie Buße tun, weder den Heiligen Geist haben noch recht beten können, ob sie gleich dem äußerlichen Gottesdienst wie andere beiwohnen.)

rügt: Das ist: Welches die begangene Sünde des Ehebruchs, so bisher verborgen geblieben, ans Licht bringen wird.

16. Da soll sie der Priester herzuführen und vor den Herrn stellen,

17. und des heiligen Wassers nehmen in ein irden Gefäß und Staub vom Boden der Wohnung ins Wasser tun,

heiligen Wassers: Damit sonst diejenigen besprengt und gereinigt wurden, welche unrein gewesen waren, von welchem Wasser man im folgenden 19. Kapitel dieses vierten Buches lesen mag.

18. und soll das Weib vor den Herrn stellen und ihr Haupt entblößen und das Rügeopfer, das ein Eiferopfer ist, auf ihre Hand legen. Und der Priester soll in seiner Hand bitter verflucht Wasser haben;

entblößen: Damit anzuzeigen, dass sie nun ihres Ehemanns Schutz und Beistand etlichermaßen entblößt sei, bis ihre Unschuld an Tag komme.

bitter: Es ist aber bitteres Wasser gewesen, weil es mit Asche vermischt, und daher gleichsam wie eine Lauge wurde {4Mos 19}.

verflucht: Ist also genannt worden von wegen seiner Wirkung, weil es dem Weibe, so sich verunreinigt, und dasselbe Wasser eingenommen hatte, den Fluch und einen schändlichen Tod verursachte.

19. und soll das Weib beschwören und zu ihr sagen: Hat kein Mann dich beschlafen, und hast dich nicht von deinem Manne verlaufen, dass du dich verunreinigt hast, so sollen dir diese bitteren verfluchten Wasser nicht schaden.

20. Wo du dich aber von deinem Manne verlaufen hast, dass du unrein bist, und hat jemand dich beschlafen außer deinem Manne,

21. so soll der Priester das Weib beschwören mit solchem Fluche und soll zu ihr sagen: Der Herr setze dich zum Fluch und zum Schwur unter deinem Volk, dass der Herr deine Hüfte schwinden und deinen Bauch schwellen lasse!

Fluch: Das ist: Gott gebe, dass dich ein solcher Jammer überfalle, daher jedermann verstehe, dass du von Gott verflucht und verworfen bist. Und welche anderen wollen übel wünschen, die werden sagen, es geschehe dir wie diesem Weibe.

22. So gehe nun das verfluchte Wasser in deinen Leib, dass dein Bauch schwelle und deine Hüfte schwinde! Und das Weib soll sagen: Amen, Amen!

Amen: Das ist: Ich wünsche, dass mir solches widerfahre, wenn ich einen Ehebruch begangen habe.

23. Also soll der Priester diese Flüche auf einen Zettel schreiben und mit dem bitteren Wasser abwaschen;

Flüche: Wie sie jetzt sind erzählt worden.

24. und soll dem Weibe von dem bitteren verfluchten Wasser zu trinken geben. Und wenn das verfluchte bittere Wasser in sie gegangen ist,

Wasser: Darin er die Flüche abgewaschen hat, dass es etlichermaßen das Ansehen gewinne, als ob das Weib die Flüche selbst zugleich mit dem Wasser einschlucke.

geben: Doch, dass zuvor das Opfer verrichtet worden sei, wie aus dem Folgenden zu sehen ist.

25. soll der Priester von ihrer Hand das Eiferopfer nehmen und zum Speiseopfer vor dem Herrn weben und auf dem Altar opfern, nämlich:

26. soll er eine Handvoll des Speisopfers nehmen zu ihrem Rügeopfer und auf dem Altar anzünden und danach dem Weibe das Wasser zu trinken geben.

Hand voll: Das übrige war des Priesters.

27. Und wenn sie das Wasser getrunken hat: Ist sie unrein und hat sich an ihrem Manne versündigt, so wird das verfluchte Wasser in sie gehen und ihr bitter sein, dass ihr der Bauch schwellen und die Hüfte schwinden wird, und wird das Weib ein Fluch sein unter ihrem Volk.

Versündigt: Dass sie einen Ehebruch begangen hat.

in sie gehen: Das ist: Es wird ihre Glieder durchdringen.

28. Ist aber ein solche Weib nicht verunreinigt; sondern rein; so wird es ihr nicht schaden, dass sie kann schwanger werden.

nicht schaden: Nämlich das Wasser, welches sie getrunken hat, sondern es wird ihre Unschuld dadurch an Tag kommen.

schwanger: Das ist: Da sie zuvor unfruchtbar gewesen, wird sie später durch den Segen Gottes Kinder bekommen.

29. Dies ist das Eifergesetz, wenn ein Weib sich von ihrem Manne verläuft und unrein wird,

Eifergesetz: Das die Israeliten gebrauchen mögen, wenn jemand unter ihnen sein Weib eines Ehebruchs halben im Argwohn hat.

30. oder wenn einen Mann der Eifergeist entzündet, dass er um sein Weib eifert, dass er es stelle vor den Herrn, und der Priester an ihr tue alles nach diesem Gesetze.

31. Und der Mann soll unschuldig sein an der Missetat; aber das Weib soll ihre Missetat tragen.

unschuldig sein: Wenn das Weib, nach dem sie das verfluchte Wasser getrunken, jämmerlich umkommt.

Missetat tragen: Das ist: Sie wird ihre rechte Strafe empfangen, für ihre Unzucht.


Das 6. Kapitel


1. Den Nazaräern oder Verlobten werden Gesetze vorgeschrieben, die sie halten sollen v. 3. Danach wird eine Form des Segens gestellt, welche die Priester über die Israeliten sprechen sollen v. 22.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

und der: Folgen jetzt etliche Gesetze, welche die Nazarener haben müssen halten. Es wurden aber bei den Juden Nazarener genannt, welche mit einem Gelübde sich gebunden hatten, dass sie entweder die ganze Zeit ihres Lebens, oder bis auf eine gewisse angesetzte, und bestimmte Zeit, vom Wein sich enthalten, das Haupt und Bart nicht abscheren lassen, keinen toten Menschen anrühren, noch mit irgend dergleichen Sachen einer sich verunreinigen wollten. Weil sie sich die Zeit über ihres währenden Gelübdes allerdings auf die Betrachtung göttlicher Sachen begeben hatten. [Wir sind heutigen Tages im Neuen Testament zu solchen Gelübden nicht gebunden, denn dieselben sind eine Übung gewesen im Alten Testament. Und haben die Nazarener CHRISTUS bedeutet welcher der rechte Nazarener und Verlobte gewesen {Mt 2}. Denn derselbe ist Gott, allerdings verlobt und allein dahin gerichtet gewesen, dass er den Willen seines himmlischen Vaters tat {Joh 4}. Der auch von allem unordentlichem Wesen [so aus anderen Ursachen und besonders aus Überfüllung des Weins entsteht] und von aller Unreinigkeit sich enthalten, und dem weltlichen Pracht und üppigem Wesen nicht nachgetrachtet hat. Wir aber als Christen, und Christi Mitglieder, werden durch der Nazarener Brauch erinnert, dass wir immer ein nüchternes Leben führen sollen, und uns hüten, wenn wir uns des fleischlichen Schmucks und Zierlichkeit ganz zu viel bemühen, dass wir unterdes was nötiger und heilsamer ist, nicht versäumen: Daneben sollen wir uns von aller Befleckung des Leibes und der Seelen enthalten.

2. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib ein besonders Gelübde tut dem Herrn, sich zu enthalten,

Gelübde: (Nach Luther) Auf Hebräisch heißt dies Neser, und wer sie hält, heißt Nasir, welchem nach auch unseres Herrn Jesus Christus Nazarenus heißt, und er der rechte Nasir ist.

zu enthalten: Das ist: Wenn sie sich von der gemeinen Weise zu Leben absondern, und mit einem Gelübde sich verbinden, dass sie sich von allen Sachen enthalten, und abziehen wollen, so später genannt werden. Denn Nazor, das hebräische Wörtlein heißt so viel, als absondern, beiseite tun und sich enthalten, daher solche verlobte Nazarener sind genannt worden, als die von etlicher Sachen Brauch abgesondert, und sich davon enthalten haben. Darum, wo in diesem Kapitel ein Verlobter genannt wird, muss man einen solchen Menschen verstehen, der sich eines Dinges enthält, gleichwie verloben nichts anders ist, als sich enthalten, und das Gelübde eine Absonderung oder Enthaltung bedeutet: Also kann man den rechten Verstand dieses Kapitels haben. Und hat solches in allgemeines an diesem Ort müssen angezeigt werden, damit man es nicht fast in allen Zeilen wiederholen durfte.

3. der soll sich Weins und starken Getränks enthalten, Weinessig oder starken Getränks, Essig soll er auch nicht trinken, auch nichts, dass aus Weinbeeren gemacht wird; er soll weder frische noch dürre Weinbeeren essen,

4. so lange solche sein Gelübde währte; auch soll er nichts essen, dass man vom Weinstock macht, weder Weinkern noch Hülsen.

5. Solange die Zeit solches seines Gelübdes währte, soll kein Schermesser über sein Haupt fahren, bis dass die Zeit aus sei, die er dem Herrn gelobt hat; denn er ist heilig und soll das Haar auf seinem Haupt lassen frei wachsen.

fahren: Das ist: Er soll ihm das Haar auf dem Haupt oder auch den Bart nicht abscheren lassen.

heilig: Nämlich die Zeit über seines Gelübdes oder Absonderung, solange es damit währte, weil er dem Herrn übergeben ist, und sich auf göttliche Sachen legt.

6. Die ganze Zeit über, die er dem Herrn gelobt hat, soll er zu keinem Toten gehen.

7. Er soll sich auch nicht verunreinigen an dem Tod seines Vaters, seiner Mutter, seines Bruders oder seiner Schwester; denn das Gelübde seines Gottes ist auf seinem Haupt.

Schwester: Das ist: Er soll in kein Haus gehen, da ein Toter innen ist, oder die Leiche helfen begleiten, wenn es gleich sein nächster Freund oder Blutsverwandter wäre. Denn wenn er solches tat, so würde er nach den levitischen Satzungen verunreinigt: Es soll aber ein Verlobter, der sich enthält, von aller Befleckung rein und befreit sein.

seinem Haupt: Das ist: Er ist noch mit dem Gelübde Gott gebunden.

8. Und die ganze Zeit über sein Gelübde soll er dem Herrn heilig sein.

9. Und wo jemand vor ihm unversehens plötzlich stirbt, da wird das Haupt seines Gelübdes verunreinigt; darum soll er sein Haupt bescheren am Tage seiner Reinigung, das ist am siebten Tage.

das Haupt: Das ist: Das Gesetz des Verlobten soll dadurch für übertreten geachtet werden, als ob er sich verunreinigt hätte. Darum ihm vonnöten sein wird, dass er wiederum gereinigt und geheiligt werde, damit dem angefangenen Gelübde genug geschehe. [Denn man soll auch die Sünden, so ungefähr geschehen, nicht verachten oder in Wind schlagen.)

siebten: Denn man soll ihn sechs ganze Tage nach dem geschehenen ausersehenem Fall für unrein schätzen, bis er am siebten Tage sich hat bescheren lassen.

10. Und am achten Tage soll er zwei Turteltauben bringen, oder zwei junge Tauben, zum Priester vor die Tür der Hütte des Stifts.

achten: Nach geschehenem Fall.

11. Und der Priester soll eine zum Sündopfer und die andere zum Brandopfer machen und ihn versöhnen, dass er sich an einem Toten versündigt hat, und also sein Haupt desselben Tages heiligen,

versündigt: Das ist: Weil er durch den unversehenen Fall, so ihm begegnet ist, verunreinigt wurde, welches nicht hätte geschehen sollen, so muss ihn der Priester mit den angemeldeten Opfern wiederum versöhnen.

heiligen: Das ist: Der Priester soll ihn wiederum zu seiner vorigen Reinigkeit verhelfen und von neuem heiligen, dass er der Nazarener oder verlobten Gesetz zum anderen Mal zu halten anfange.

12. dass er dem Herrn die Zeit seines Gelübdes aushalte. Und soll ein jährig Lamm bringen zum Schuldopfer. Aber die vorigen Tage sollen umsonst sein, darum, dass sein Gelübde verunreinigt ist.

bringen: Nämlich der sich verunreinigt hat, soll es zum Priester bringen, dass es der Priester opfere für seine Sünde, weil er sich über einen Toten verunreinigt hat, alsdann wenn alle vorgemeldeten Opfer verrichtet sind, so ist der Verlobte dem Herrn wiederum versöhnt. [Dass man aber so viel und mancherlei Opfer für eine dem Ansehen nach schlechte und geringe Sünde tun müssen, werden wir dabei erinnert, dass die levitischen Opfer nicht genug gewesen sind, dass sie hätten können die Sünden des Volkes Gottes versöhnen, sondern man hat das einzige und vollkommene Opfer Christi dazu haben müssen.)

umsonst: Das ist: Man soll sie nicht abziehen von der Zeit, die zu dem Gelübde bestimmt ist, sondern er muss wieder von vorne anfangen, als ob er nie keinen Tag sich enthalten hätte.

13. Dies ist das Gesetz des Verlobten: Wenn die Zeit seines Gelübdes aus ist, so soll man ihn bringen vor die Tür der Hütte des Stifts.

Gesetz: Welches man halten soll, wenn jemand die ganze Zeit, so zu seinem Gelübde bestimmt gewesen, erfüllt hat.

aus ist: Und begehrt von den Banden der vorgemeldeten Satzungen erledigt zu werden.

14. Und er soll bringen sein Opfer dem Herrn, ein jähriges Lamm ohne Wandel zum Brandopfer und ein jähriges Schaf ohne Wandel zum Sündopfer und einen Widder ohne Wandel zum Dankopfer

15. und einen Korb mit ungesäuerten Kuchen von Semmelmehl, mit Öl gemengt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen, und ihre Speiseopfer und Trankopfer.

ihr Speiseopfer: Das ist: So viel Semmel, Weihrauch, Öl und Wein als zu einem jeden Opfer ordentlicherweise gehört, es sei gleich ein Sündopfer oder Brandopfer oder Dankopfer.

16. Und der Priester soll es vor den Herrn bringen und soll sein Sündopfer und sein Brandopfer machen.

sein Sündopfer: Das ist: Er soll ein Teil von den vorgemeldeten Opfern, so er gebracht, als das Schaf zum Sündopfer, das andere als das Lamm zum Brandopfer machen.

17. Und den Widder soll er zum Dankopfer machen dem Herrn samt dem Korb mit dem ungesäuerten Brot; und soll auch sein Speiseopfer und sein Trankopfer machen.

18. Und soll dem Verlobten das Haupt seines Gelübdes bescheren vor der Tür der Hütte des Stifts; und soll das Haupthaar seines Gelübdes nehmen und aufs Feuer werfen, das unter dem Dankopfer ist.

bescheren: Das ist: Er soll sich das Haupthaar und Bart abscheren lassen, so er die Zeit über seines Gelübdes frei hat lassen wachsen.

werfen: Nämlich das abgeschorene Haar und also verbrennen.

19. Und soll den gekochten Bug nehmen von dem Widder und einen ungesäuerten Kuchen aus dem Korb und einen ungesäuerten Fladen und soll es dem Verlobten auf seine Hände legen, nachdem er sein Gelübde abgeschoren hat,

gekochten: Denn derselbe wurde nicht verbrannt.

Kuchen: Ehe denn sie alle verbrannt werden.

20. und soll es vor dem Herrn weben. Das ist heilig dem Priester samt der Webebrust und der Hebeschulter. Danach mag der Verlobte Wein trinken.

weben: Gegen die vier Örter der Welt.

dem Priester: Der mit Ausrichtung der Opfer ist bemüht gewesen.

Hebeschultern: Denn dieselben Stücke von den Opfern mussten den Priestern gegeben werden, zu ihrer Nahrung und notdürftigen Unterhaltung, wie zuvor im dritten Buch gemeldet wurde.

danach: Wenn das alles ordentlicherweise verrichtet wurde, so soll der Verlobte seines Gelübdes allerdings entbunden sein, und mag ohne Sünde essen oder trinken, was ihm gefällt.

21. Das ist das Gesetz des Verlobten, der sein Opfer dem Herrn gelobt, von wegen seines Gelübdes, außerdem, was er sonst vermag; wie er gelobt hat, soll er tun nach dem Gesetz seines Gelübdes.

Gesetz: Das ist: Diese jetzt gemeldeten Zeremonien soll ein Verlobter halten.

gelobt: Das ist: Der sich gegen Gott mit einem Gelübde verpflichtet und gebunden hat, dass er die Zeremonien und Gebräuche eines Verlobten eine Zeit lang halten wolle, und später die Opfer vorgesetzter maßen dem Herrn tun, denn welcher sich gebunden hat, dass er eines Verlobten Gebräuche halten wolle, der hat sich auch ebenmäßig zu den darauf gehörigen und folgenden Opfern verpflichtet, darum er dieselben von Not wegen verrichten müsse.

außerdem: Das ist: Wenn er etwas Weiteres zu tun und zu verrichten gelobt hat über die vorgemeldeten Opfer, so soll er dasselbe auch halten zur Erfüllung der verlobten Zeremonien. [Es haben aber die Verlobten nach vollendeter Zeit ihres Gelübdes viererlei Opfer tun müssen, deren zwei eines zum Sündopfer, dass anderer zum Brandopfer bedeuteten, dass wir auch in unseren guten Werken Vergebung der Sünden bedürfen, weil sie nie so vollkommen sind, dass nicht etwas sündliches sollte mit unterlaufenen, damit sie befleckt werden. Das dritte, als das Dankopfer erinnert uns von der Danksagung gegen Gott, davor, dass er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, welcher in uns wirkt, dass wir etwas Gutes zu tun begehren und ausrichten können. Das Speiseopfer aber zeigt an, wie es die Notdurft erfordere, das, wir Christus im Heiligen Abendmahl oft essen und sein Blut oft trinken, damit wir in einem neuen Leben wandeln, und darin immer fortfahren können.)

22. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

23. Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: Also sollt ihr sagen zu den Kindern Israel, wenn ihr sie segnet:

also sollt: nämlich, wenn ihr nach vollendetem Gottesdienst und Opfern in der Hütte das Volk wolltet gehen lassen, so sollt ihr sie zuvor segnen.

24. Der Herr segne dich und behüte dich!

segne: Das ist: Gott der Vater vermehre dich und alles, was dein ist, und bewahre dich vor allem Übel.

25. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig!

lasse: Das ist: Gott der Sohn komme vom Himmel herunter und nehme deinethalben menschliche Natur an, sich erbarme dich dein und erlöse dich mit seinem Blut von deinen Sünden.

26. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!

hebe: Das ist: Gott der Heilige Geist nehme dich in seiner gnädigen Hut, gebe dir den Glauben an Christus, und eigene dir durch das Amt des Evangeliums alle Guttaten Christi zu, dass du in deinem Gewissen Friede mit Gott hast, über welchem dem Menschen in diesem Leben nichts Besseres oder Seligeres widerfahren kann.

27. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Kinder Israel legen, dass ich sie segne.

segne: Das ist: Ich will verschaffen, das, was ihr ihnen mit Worten verheißt, im Werke sich also befinde. [Denn der frommen Leute Wünsche sind sehr kräftig {Mt 10}. Aber die zäuberischen Beschwörungen, da man etlichen besonderen Worten eine verborgene Kraft und Wirkung zuschreibt, sind nichts nütze, dazu gottlos und ein Gräuel vor Gott. Daneben ist der Hohepriester Aaron, wenn er oder seine Nachkommen im Amt dem Volk gehört ermaßen gesegnet hat, zur selben Zeit ein Vorbild Christi gewesen, welcher den rechten und ewigen Segen zu uns gebracht hat {Gal 3 4}. Denselben hat der Vater gesandt, dass er uns segnen, das ist, der ewigen Seligkeit teilhaftig machen soll {Apg 3}.


Das 7. Kapitel


1. Nach vollbrachter Einweihung der Stiftshütte, verehren die zwölf Fürsten der Israeliten zum Gottesdienst goldene und silberne Gaben und Opfer v. 1. 2. Und so oft Mose einen göttlichen Bericht begehrt, hat er die Stimme des Herrn von dem Gnadenstuhl hören ausgehen v. 89.

1. Und da Mose die Wohnung aufgerichtet hatte und sie gesalbt und geheiligt mit all ihrem Geräte, dazu auch den Altar mit all seinem Geräte gesalbt und geheiligt {2Mos 40v17 3Mos 8v10}.

und da: Im anderen Buch hat Mose beschrieben, wie das Gebäude der Hütte aufgerichtet wurde: Jetzt erzählt er in diesem Kapitel, mit was Geschenken und Gaben die Fürsten im Volk Israel die heilige Wohnung Gottes verehrt haben, davon er bisher noch nichts gemeldet, und dennoch wert ist, dass man es wisse.

aufgerichtet: Dass sie allerdings fertig gewesen und ein jedes an seinen Ort stand.

gesalbt: Mit dem heiligen Salböl.

2. da opferten die Fürsten Israels, die Häupter waren in ihrer Väter Häusern; denn sie waren die Obersten unter den Stämmen und standen obenan unter denen, die gezählt waren.

gezählt: Wie zu Anfang dieses vierten Buches zu sehen.

3. Und sie brachten ihre Opfer vor den Herrn: Sechs bedeckte Wagen und zwölf Rinder, je einen Wagen für zwei Fürsten, und einen Ochsen für einen, und brachten sie vor die Wohnung.

Opfer: Zum Geschenk, damit sie ihren Gehorsam Ehrerbietung und Dankbarkeit gegen Gott bezeugten.

zwölf Rinder: Da vor einem jeden Wagen zwei Rinder gegangen. Diese Wagen sind später dazu gebraucht worden, dass die Stücke der Hütte darauf geführt wurden, welche die Leviten auf den Schultern nicht tragen konnten.

4. Und der Herr sprach zu Mose:

5. nimm es von ihnen, dass es diene zum Dienst in der Hütte des Stifts, und gib es den Leviten, einem jeglichen nach seinem Amt.

zum Dienst: Dass nämlich, wie zuvor gemeldet, darauf geladen werde, was den Leviten zu tragen zu schwer ist.

seinem Amt: Das ist: Du sollst die Wagen unter den Leuten also austeilen, nachdem ein jeder in seinem Amt derselben benötigen sein wird, wenn man die Hütte fortbringen will.

6. Da nahm Mose die Wagen und Rinder und gab sie den Leviten.

gab sie: Teilt sie unter ihnen aus.

7. zwei Wagen und vier Rinder gab er den Kindern Gerson nach ihrem Amt.

ihrem Amt: Das ist: So viel sie bedurften. Es waren aber den Gersoniten die seidene Teppiche oder Umhänge und seidene Decken untergeben, damit das Heilige und der Hof der Hütte beschlossen wurde, wie oben Kapitel 3. gemeldet. Darum ordnet Mose demselben Geschlecht zwei bedeckte Wagen zu, darauf solche Umhänge geführt werden und vor dem Unwetter gesichert wären.

8. Und vier Wagen und acht Ochsen gab er den Kindern Merari nach ihrem Amt unter der Hand Ithamars, Aarons, des Priesters, Sohnes.

Merari: Weil sie derselben zu ihren Sachen nötig waren, denn es waren ihnen befohlen, die übergoldeten Bretter, Säulen und ihre Füße samt den Nägeln und Seilen, damit die Umhänge angeheftet und aufgezogen wurden.

Ithamar: Der als ein Oberaufseher achthatte, dass die gemeldeten Stücke nicht Schaden nehmen.

9. Den Kindern Kahath aber gab er nichts, darum, dass sie ein heilig Amt auf ihnen hatten und auf ihren Achseln tragen mussten.

heilig Amt: Das ist: Es waren ihnen solche Stücke zu tragen übergeben und zugestellt, welche die Allerheiligsten waren. Als die Bundeslade mit dem Gnadenstuhl, der übergoldete Tisch, der goldene Leuchter, der Rauchaltar, der Brandopfer Altar, und das Geräte so man zum allerheiligsten Gottesdienst gebraucht, desgleichen der Vorhang so vor dem Allerheiligsten hinge. Darum hat Mose den Kahathiten keine Wagen gegeben, weil man die Allerheiligsten Stücke der Hütte nicht auf Wagen setzen durfte.

10. Und die Fürsten opferten zur Einweihung des Altars an dem Tage, da er geweiht wurde, und opferten ihre Gabe vor dem Altar.

opferten: Nämlich ohne die Wagen und Ochsen, noch andere mehr Gaben.

geweiht: Und gesalbt mit dem heiligen Öl, dazu sie nach ihrem Vermögen halfen.

11. Und der Herr sprach zu Mose: Lass einen jeglichen Fürsten an seinem Tage sein Opfer bringen zur Einweihung des Altars.

sprach: Damit es alles ordentlich und angemessen zuginge, so schreibt ihnen Gott eine Ordnung vor.

seinem Tage: Auf dass nicht, wenn sie auf einen Tag opfern wollten, eine Unordnung entstünde. Und hatte die Austeilung der Opfer in zwölf Tagen nacheinander desto mehr Herrlichkeit und ein größer Ansehen, als wen es alles auf einen Tag geschehen wäre.

12. Am ersten Tage opferte seine Gabe Nahesson, der Sohn Amminadabs, des Stammes Juda.

am ersten] Die Fürsten sind dem göttlichen Befehl gehorsam.

13. Und seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer;

hundert: Welcher Wert nach unseren Münzen zu rechnen, ungefähr in die fünfundsechzig Taler antreffen möchte.

siebzig: Das wären 35 Taler.

Semmelmehl: Welches einesteils dem Herrn zum Speiseopfer verbrannt wurde.

14. dazu einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

Löffel: (Nach Luther) Oder ein Köpflin oder sonst inwendig rund wie die Salzstrichen.

Goldes: Dies hat ungefähr in die achtundvierzig rheinischer Goldgülden. Und hat dasselbe Geschirr so in Gestalt eines Löffels formiert gewesen, ungefähr so viel Räucherwerk fassen können, als man auf einmal anzünden müssen.

Räucherwerks: Das auf dem vergoldeten Altar zu rechter Zeit angezündet und damit geräuchert wurde.

15. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

16. einen Ziegenbock zum Sündopfer,

17. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Nahessons, des Sohnes Amminadabs.

18. Am anderen Tage opferte Nethaneel, der Sohn Zuars, der Fürst Isaschars.

19. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer;

20. dazu einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

21. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jähriges Lamm zum Brandopfer,

22. einen Ziegenbock zum Sündopfer

23. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Nethaneels, des Sohnes Zuars.

24. Am dritten Tage der Fürst der Kinder Sebulon, Eliab, der Sohn Helons.

25. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

26. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

27. einen Farren aus den Rindern, einen Widder; ein jährig Lamm zum Brandopfer,

28. einen Ziegenbock zum Sündopfer

29. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Eliabs, des Sohnes Helons.

30. Am vierten Tage der Fürst der Kinder Ruhen, Elizur, der Sohn Sedeurs.

31. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

32. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

33. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

34. einen Ziegenbock zum Sündopfer

35. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Elizurs, des Sohnes Sedeurs.

36. Am fünften Tage der Fürst der Kinder Simeon, Selumiel, der Sohn Zuri-Saddais.

37. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

38. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

39. einen Farren ans den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

40. einen Ziegenbock zum Sündopfer.

41. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Selumiels, des Sohnes Zuri-Saddais.

42. Am sechsten Tage der Fürst der Kinder Gad, Eliasaph, der Sohn Deguels {4Mos 1v14 2v14}.

43. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silbernes Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

44. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

45. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

46. einen Ziegenbock zum Sündopfer

47. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Eliasaphs, des Sohnes Deguels.

48. Am siebten Tage der Fürst der Kinder Ephraim, Elisama, der Sohn Ammihuds.

49. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nachdem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

50. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

51. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

52. einen Ziegenbock zum Sündopfer

53. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Elisamas, des Sohnes Ammihuds.

54. Am achten Tage der Fürst der Kinder Manasse, Gamliel, der Sohn Pedazurs.

55. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silbernes Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

56. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

57. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

58. einen Ziegenbock zum Sündopfer

59. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Gamliels, des Sohnes Pedazurs.

60. Am neunten Tage der Fürst der Kinder Benjamin, Abidan, der Sohn Gideonis.

61. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

62. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

63. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

64. einen Ziegenbock zum Sündopfer

65. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Abidans, des Sohnes Gideonis.

66. Am zehnten Tage der Fürst der Kinder Dan, Ahi-Eser, der Sohn Ammi-Saddais.

67. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

68. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

69. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

70. einen Ziegenbock zum Sündopfer

71. und zum Dankopfer zwei Rinder fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Ahi-Esers, des Sohnes Ammi-Saddais.

72. Am elften Tage der Fürst der Kinder Asser, Pagiel, der Sohn Ochrans.

73. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert, eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

74. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

75. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

76. einen Ziegenbock zum Sündopfer

77. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Pagiels, des Sohnes Ochrans.

78. Am zwölften Tage der Fürst der Kinder Naphthali, Ahira, der Sohn Enans.

79. Seine Gabe war eine silbernes Schüssel, hundertunddreißig Sekel wert; eine silberne Schale, siebzig Sekel wert, nach dem Sekel des Heiligtums, beide voll Semmelmehls, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer,

80. einen goldenen Löffel, zehn Sekel Goldes wert, voll Rauchwerks,

81. einen Farren aus den Rindern, einen Widder, ein jährig Lamm zum Brandopfer,

82. einen Ziegenbock zum Sündopfer

83. und zum, Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünfjährige Lämmer. Das ist die Gabe Ahiras, des Sohnes Enans.

84. Das ist die Einweihung des Altars zur Zeit, da er geweiht wurde, dazu die Fürsten Israels opferten diese zwölf silberne Schüsseln, zwölf silberne Schalen, zwölf goldene Löffel,

Altars: Nämlich des Brandopfers-Altars darauf die Opfer geschahen.

geweiht: Und gesalbt wurde.

opferten: Nämlich wie es alles in einer Summe zusammengerechnet wurden.

85. also dass je eine Schüssel hundertunddreißig Sekel Silbers und je eine Schale siebzig Sekel hatte, dass die Summe alles Silbers am Gefäße trug zweitausendvierhundert Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums.

86. Und der zwölf goldenen Löffel voll Rauchwerks hatte je einer zehn Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums, dass die Summe Goldes an den Löffeln trug hundertundzwanzig Sekel.

87. Die Summe der Rinder zum Brandopfer war zwölf Farren, zwölf Widder, zwölfjährige Lämmer samt ihren Speisopfern und zwölf Ziegenböcke zum Sündopfer.

88. Und die Summe der Rinder zum Dankopfer war vierundzwanzig Farren, sechzig Widder, sechzig Böcke, sechzigjährige Lämmer. Das ist die Einweihung des Altars, da er geweiht wurde.

geweiht: Nämlich vom Mose und mit dem heiligen Öl gesalbt wurde. [Es sollen aber die Christliche Könige und Fürsten solche Freigiebigkeit von den israelitischen Fürsten lernen, dass sie auch mit ihrem Überfluss und Reichtum das Kirchenamt helfen erhalten und zieren.)

89. Und wenn Mose in die Hütte des Stifts ging, dass mit ihm geredet würde, so hörte er die Stimme mit ihm reden von dem Gnadenstuhl, der auf der Lade des Zeugnisses war zwischen den zwei Cherubim; von dort wurde mit ihm geredet {2Mos 25v21 v22}.

Ging: Nachdem sie mit dem Brandopfer Altar gebührlich eingeweiht war.

geredet würde: Dass er in zweifelhaften und dunklen Sachen Gott um Rat fragte, und seinen Willen erkundigten.

hörte: Das ist: Sooft Mose von Gott Bericht empfing, sah er zwar niemand, sondern es wurde eine Stimme gehört, so von dem Gnadenstuhl kam, und meinte, als käme sie zwischen den zwei Cherubim hervor, welche den Gnadenstuhl bedeckten. [Denn der himmlische Vater hat uns durch Christus, der durch den Gnadenstuhl bedeutet wurde, seinen väterlichen Willen genügend zu erkennen gegeben, als durch welchen er zuletzt mit dem menschlichen Geschlecht geredet hat {Hebr 1}. Darum soll man denselben hören {Mt 17}.]


Das 8. Kapitel


1. Der Leviten Weihe so nicht von Aarons Geschlecht waren, wird beschrieben v. 1. 2. Und eine gewisse Zeit verordnet, wie viel Jahr die Leviten der vornehmsten heiligen Ämter dienen sollen, Vers. 23.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit Aaron und sprich zu ihm: Wenn du die Lampen aufsetzt, sollst du sie also setzen, dass sie alle sieben vorwärts dem Leuchter scheinen.

Vorwärts: Das ist: Er soll die Dochte an den Lampen gegen den Vorhang richten, dass es vor dem Leuchter oder zwischen dem Leuchter und Vorhang lichte sei.

Nach Luther: Das ist: Die Zeuten oder Dochte an den Lampen soll Aaron, oder seine Söhne gegen dem Vorhang richten, dass es vor dem Leuchter oder zwischen dem Leuchter und Vorhang leuchte.

3. Und Aaron tat also. Und setzte die Lampen auf, vorwärts dem Leuchter zu scheinen, wie der Herr Mose geboten hatte.

4. Der Leuchter aber war dicht Gold, beide, sein Schaft und seine Blumen; nach dem Gesicht, dass der Herr Mose gezeigt hatte, also machte er den Leuchter.

den Leuchter: Dessen Beschreibung und seine Bedeutung findet man 2. Mose 25.

5. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Und der: Oben im achten Kapitel des dritten Buches ist die Einweihung Aarons und seiner Söhne beschrieben worden: Jetzt wird auch angezeigt, wie die anderen Leviten ihre Weihe empfangen haben, als die auch zum Gottesdienst in der Hütte helfen mussten, ein jeglicher nach seinem Stande und anbefohlenem Amt.

6. Nimm die Leviten aus den Kindern Israel und reinige sie.

7. Also sollst du aber mit ihnen tun, dass du sie reinigst: Du sollst Sündwasser auf sie sprengen, und sollen alle ihre Haare rein abscheren und ihre Kleider waschen, so sind sie rein.

Sündwasser: Das ist: Solche Wasser, damit man sonst diejenigen reinigt, welche etwas Unreines angerührt haben, von dessen Zurichtung und Brauch man später findet, in diesem Buch am 19. Kapitel. [Denn wer zum Predigtamt in der Kirche sich will gebrauchen lassen, der soll darauf sehen, dass er durch den Glauben mit dem Blut Christi besprengt sei, damit er nicht anderen die Seligkeit predige, und er selbst verdammt werde.)

Nach Luther: Entsündigen ist so viel als absolvieren und lossprechen. Daher das Wasser, damit sie absolviert wurden, heißt Sünde-Wasser.

Abscheren: [Denn welche anderen im Kirchenamt vorgesetzt werden, sollen sich von aller Unreinigkeit so viel immer möglich, absondern und enthalten, welches viel besser ist, als dass man die levitischen Zeremonien und Schatten dem offenbarten Evangelium und Neuen Testament zur Schmach in die Kirche wieder einführt, wie die Katholiken tun.)

Waschen: [Denn wir sollen zusehen, wenn wir Christus mit Glauben angezogen haben, dass wir heilig und unsträflich leben, und in einem reinen geistlichen Amtskleide vor Gott dem himmlischen Vater erscheinen mögen.)

8. Dann sollen sie nehmen einen jungen Farren und sein Speiseopfer, Semmelmehl, mit Öl gemengt, und einen anderen jungen Farren sollst du zum Sündopfer nehmen,

Farren: Zum Brandopfer wie aus dem folgenden zu sehen.

Speiseopfer: Welches ordentlich und immer zu den Brandopfern gehörte.

Sündopfer: Es wird aber von diesen Opfern bald später ausführlicher gemeldet und geschieht hier nur eine kurze Anregung davon.

9. Und sollst die Leviten vor die Hütte des Stifts bringen und die ganze Gemeinde der Kinder Israel versammeln

bringen: Dass sie geheiligt werden.

10. und die Leviten vor den Herrn bringen; und die Kinder Israel sollen ihre Hände auf die Leviten legen.

11. Und Aaron soll die Leviten vor dem Herrn weben von den Kindern Israel, auf dass sie dienen mögen an dem Amt des Herrn.

weben: Das ist: Gleichwie man sonst die Opfer, so man Gott tut zu weben und zu bewegen pflegt, gegen die vier Örter der Welt: Also soll Aaron den Leviten befehlen, dass sie sich gegen die vier Örter der Welt wenden, damit anzuzeigen, dass sie zum Gottesdienst erwählt sind. [Weil ihr Schall in alle Welt ausgegangen ist und ihre Rede bis an der Welt Ende {Ps 19 Röm 10}. Denn das Evangelium soll durch das Amt des Wortes in die ganze Welt ausgebreitet werden, was aber die Auflegung der Hände betrifft, ist solches im Neuen Testament ein freies und Mittelding, dessen man sich gebrauchen oder nicht gebrauchen mag.)

12. Und die Leviten sollen ihre Hände aufs Haupt der Farren legen; und einer soll zum Sündopfer, der andere zum Brandopfer dem Herrn gemacht werden, die Leviten zu versöhnen.

der Farren: Davon zuvor gesagt ist, dass sie zu Opfern bestimmt sind. [Denn es gefallen Gott weder unsere Personen, noch unsere Werke nicht anders, als allein um des einigen Opfers willen, dass Christus der Sohn Gottes am Kreuz verrichtet hat.)

13. Und sollst die Leviten vor Aaron und seine Söhne stellen und vor dem Herrn weben.

14. Und sollst sie also sondern von den Kindern Israel, dass sie mein sind.

also: Mit solcher Weihe.

mein sind: Dass sie meinem Gottesdienst dienen und desselben pflegen.

15. Danach sollen sie hineingehen, dass sie dienen in der Hütte des Stifts. Also sollst du sie reinigen und weben.

16. Denn sie sind mein Geschenk von den Kindern Israel und habe sie mir genommen für alles, das seine Mutter bricht, nämlich für die Erstgeburt aller Kinder Israel {4Mos 3v12}.

17. Denn alle Erstgeburt unter den Kindern Israel ist mein, beide der Menschen und des Viehs, seit der Zeit ich alle Erstgeburt in Ägyptenland schlug, und heiligte sie mir {2Mos 13v12 22v30 34v19 4Mos 3v13 Hes 44v30 Lk 2v23}.

schlug: Als ich mein Volk aus der traurigen Dienstbarkeit in Ägypten ausführen wollte.

heiligte sie: Zum Gedächtnis der Erlösung aus der Tyrannei des Königs Pharao.

18. und nahm die Leviten an für alle Erstgeburt unter den Kindern Israel

19. und gab sie zum Geschenk Aaron und seinen Söhnen aus den Kindern Israel, dass sie dienen am Amt der Kinder Israel in der Hütte des Stifts, die Kinder Israel zu versöhnen, auf dass nicht unter den Kindern Israel sei eine Plage, so sie sich nahen wollten zum Heiligtum.

gab sie: Dass sie in Verrichtung des Gottesdienstes ihm, dem Aaron und seinen Söhnen behilflich sein sollten.

am Amt: Das ist: Anstatt der Kinder Israel und derselben Erstgeborenen, damit sie den Gottesdienst nicht versehen dürfen.

nahen wollten: Das ist: Damit nicht, wenn ein anderer ungeschickter den Gottesdienst verrichten wollte, der Herr das ganze Volk darum strafte. [Denn Gott will, dass wir unsere eigenen Sachen versehen und uns nicht in fremde Händel mengen.)

20. Und Mose mit Aaron samt der ganzen Gemeinde der Kinder Israel taten mit den Leviten alles, wie der Herr Mose geboten hatte.

21. Und die Leviten entsündigten sich und wuschen ihre Kleider, und Aaron webte sie vor dem Herrn und versöhnte sie, dass sie rein wurden.

entsündigten: Das ist: Reinigten sich von ihren Sünden durch die Opfer und andere Zeremonien.

22. Danach gingen sie hinein, dass sie ihr Amt Taten in der Hütte des Stifts vor Aaron und seinen Söhnen. Wie der Herr Mose geboten hatte über die Leviten, also taten sie mit ihnen.

23. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

24. Das ist es, das den Leviten gebührt: Von fünfundzwanzig Jahren und darüber taugen sie zum Heer und Dienst in der Hütte des Stifts.

gebührt: Diese Satzung sollen die Leviten halten.

taugen sie: Nämlich, dass sie die vornehmsten Ämter und schwersten Sachen verrichten, weil sie noch ihre vollkommene Leibeskräfte haben und in ihrem besten Alter sind: Als Last tragen, wenn das Heer fortreist und dergleichen.

25. Aber von dem fünfzigsten Jahr an sollen sie ledig sein vom Amt des Dienstes und sollen nicht mehr dienen,

ledig sein: Nämlich von der größten Arbeit und schwersten Geschäften.

26. sondern auf den Dienst ihrer Brüder warten in der Hütte des Stifts; des Amtes aber sollen sie nicht pflegen. Also sollst du mit den Leviten tun, dass ein jeglicher seiner Hut warte.

warten: Nämlich die übrige Zeit ihres Lebens, dass sie den anderen Leviten, welche das Amt verwalten, behilflich sind, so viel sie können und ihres Leibeskräfte und Gesundheit erleiden mag.

Amtes: Was den Leviten sonst unter das fünfzigste Jahr zu verrichten gebührt.

tun: Das ist: Also sollst du den Jungen und Alten vorschreiben, was ein jeder in seinem Amt und nach dem seine Kräfte vermögen tun soll. [Denn Gott will nicht, dass die Seinen mit Arbeit und Kreuz zu sehr beschwert werden: Und will, dass wir unseren Brüdern nicht größere Beschwerden auflegen sollen, als sie tragen können.)


Das 9. Kapitel


1. Gott befiehlt das Passah, oder Osterfest zu halten v. 1. 2. Und wird ein Gesetz gegeben, dass welche zur Zeit des Osterfestes unrein sind, den anderen Monat danach Ostern halten sollen v. 6. 3. Des Tages wurde die Hütte des Herrn mit einer Wolke bedeckt, welche zu nachts feurig schien, und wenn dieselbe Wolke still stand, so lagen die Kinder Israel auch still und warteten des Gottesdienstes: Wenn sich aber die Wolke erhob, so zogen sie fort v. 15.

1. Und der Herr redete mit Mose in der Wüste Sinai im anderen Jahr, nachdem sie aus Ägyptenland gezogen waren, im ersten Monden, und sprach:

2. Lass die Kinder Israel Passah halten zu seiner Zeit {2Mos 12v18 3Mos 23v5 4Mos 28v16 5Mos 16v1},

3. am vierzehnten Tage dieses Monden zwischen Abends; zu seiner Zeit sollen sie es halten nach aller seiner Satzung und Recht.

Satzung: Wie dieselbe {2Mos 12} weitläufig beschrieben wurden. Und obwohl davon, dass man es jährlich halten soll, auch eine Satzung vorhanden war, so hat es doch Gott für gut angesehen, dass er die Israeliten dessen wiederum erinnerte. [Denn man soll nicht allein gute Satzungen und Ordnungen stellen, sondern auch darüber halten.)

4. Und Mose redete mit den Kindern Israel, dass sie das Passah hielten.

5. Und sie hielten Passah am vierzehnten Tage des ersten Monden zwischen Abends in der Wüste Sinai; alles, wie der Herr Mose geboten hatte, so taten die Kinder Israel.

taten: Nämlich in diesem Stücke so viel die Haltung des Osterfestes belangte.

6. Da waren etliche Männer unrein über einem toten Menschen, dass sie nicht konnten Passah halten des Tages. Die traten vor Mose und Aaron desgleichen Tages

toten: Dass sie entweder einen toten Menschen angerührt oder mit der Leiche gegangen waren, deshalb sie nach den levitischen Satzungen für unrein geachtet wurden.

nicht konnten: Denn das Osterfest musste von reinen Leuten gefeiert werden.

7. und sprachen zu ihm: Wir sind unrein über einem toten Menschen; warum sollen wir geringer sein, dass wir unsere Gabe dem Herrn nicht bringen müssen zu seiner Zeit unter den Kindern Israel.

warum: Das ist: Wie sollen wir uns Verhaltenen? Wir begehren, das Osterfest mit unseren Brüdern zu begehen, weil wir aber unrein sind, so besorgen wir, dass wir nicht etwa uns damit versündigen.

unsere Gabe: Nicht dass sie geopfert und etwas davon verbrannt würde, sondern geschlachtet und Gott zu Ehren gegessen würde {2Mos 12}.

8. Mose sprach zu ihnen: Harret, ich will hören, was euch der Herr gebietet.

hören: Ob ihr jetzt mit sollt Ostern halten oder auf eine andere Zeit warten. [Denn in Sachen so zum Gottesdienst gehören, soll man nicht anders als nach dem Worte Gottes ordnen, welches uns als eine göttlichen Antwort dienen soll.)

9. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

10. Sage den Kindern Israel und sprich: Wenn jemand unrein über einem Toten, oder ferne von euch über Feld ist, oder unter euren Freunden, der soll dennoch dem Herrn Passah halten;

wenn jemand: Das ist: Wenn jemand von euch oder euren Nachkommen zur selben Zeit, da man ordentlicherweise das Passah oder Osterfest halten soll, entweder über einen Toten sich verunreinigt hat oder über Feld gezogen ist, also dass er im ersten Monden des Jahres mit den anderen das Osterlamm nicht essen kann.

11. aber doch im anderen Monden, am vierzehnten Tage zwischen Abends, und soll es neben ungesäuertem Brot und Salsen essen.

12. Und sollen nichts daran überlassen, bis morgen, auch kein Bein daran zerbrechen, und sollen es nach aller Weise des Passah halten {Joh 19v36}.

überlassen: Sondern entweder ganz aufessen, oder, da etwas überbleibt, dasselbe mit Feuer verbrennen.

Weise: Wie dieselbe weitläufig beschrieben wird {2Mos 12v46}.

13. Wer aber rein und nicht über Feld ist und lässt anstehen, das Passah zu halten, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk, darum dass er seine Gabe dem Herrn nicht gebracht hat zu seiner Zeit; er soll seine Sünde tragen.

wer aber: Nämlich zur selben Zeit, da man das Passah halten soll und deshalb keine Entschuldigung vorzuwenden hat.

anstehen: Dass er entweder aus Nachlässigkeit oder aus Verachtung die Zeremonien des Osterlammes nicht halten wollen.

ausgerottet: Das ist: Gott wird einen solchen Gottlosen Verächter seines Wortes ernstlich strafen und aus der Gemeinde Gottes vertilgen.

Sünde tragen: Das ist: Er soll die Strafe seiner Sünden nicht entgehen und darf die Schuld niemand anders als ihm selber zumessen.

14. Und wenn ein Fremdling bei euch wohnt, der soll auch dem Herrn Passah halten und soll es halten nach der Satzung und Recht des Passah. Diese Satzung soll euch gleich sein, dem Fremden wie des Landes Einheimischen.

Fremdling: Das ist: Wenn jemand aus den Heiden unter euch wohnen wird und sich zu eurer rechten Religion bekennt.

Satzung: Die bei der Haltung des Passah und Osterfestes gebräuchlich sind.

gleich sein: Das ist: Es steht einem Ausländischen nicht frei, dass er in den Zeremonien, welche von Gott selber eingesetzt sind, etwas ändere, dazu oder davon tue: Sondern es sollen eben dieselbe Weise mit dem Osterlamm zu essen halten, welche vom Stamm Israel sind, und welche aus den Heiden zu Gott bekehrt wurden. [Es wurden aber durch das Osterlamm nicht allein die Juden ihrer Erlösung aus Ägypten erinnert: Sondern es ist, und zwar besonders Christus durch solche Zeremonien bedeutet worden. Denn derselbe, nach dem er sich für unsere Sünde schlachten lassen, erhält und bewahrt uns mit seinem Blut vor der Tyrannei des Teufels. Derselbe ist und wird auch unsere Speise, beides in der Predigt des Evangeliums, und im heiligen Abendmahl, dadurch unsere Seelen erquickt, und unsere Leiber zur ewigen Unsterblichkeit erhalten werden. Seine Gebeine hat man am Kreuz nicht zerbrochen, gleichwie auch die Kirche nie ausgerottet oder vertilgt wird. Welche ihn nützlich essen und zu ihrem Heil genießen wollen, die müssen den Sauerteig der falschen Lehre und bösen Wandels fahren lassen, und die Bitterkeit des Kreuzes und der Trübsal zu versuchen sich nicht scheuen. Sie sollen auch nicht die Erkenntnis Christi und Besserung ihres Lebens bis auf den morgenden Tag aufschieben, und bis in jenes Leben sparen. Und sollen wissen, dass kein Unterschied oder Ansehen der Personen bei Gott sei, denn es müssen alle Christen auf einerlei Weise durch Christus, als das rechte Passah und Osterlamm, und durch den Glauben an ihn selig werden. Wer aber das Evangelium Christi entweder nicht hören noch mit Glauben annehmen will, oder auch das Heilige Abendmahl nicht begehrt zu gebrauchen, da er es doch wohl kann, der soll wissen, dass er aus der Kirche des Sohnes Gottes in die ewige Finsternis muss verstoßen werden.)

15. Und des Tages, da die Wohnung aufgerichtet wurde, bedeckte sie eine Wolke auf der Hütte des Zeugnisses; und des Abends bis an den Morgen war über der Wohnung eine Gestalt des Feuers {2Mos 40v34}.‘

Wolken: Welche ein Zeugnis war der göttlichen Gegenwart.

Feuers: Das ist: Die Wolke schien des Nachts feurig, und erleuchtete die israelitischen Lager.

16. Also geschah es immer, dass die Wolke sie bedeckte und des Nachts die Gestalt des Feuers.

immer: Solange die Kinder Israel in der Wüste gewesen sind.

17. Und nachdem sich die Wolke aufhob von der Hütte, so zogen die Kinder Israel; und an welchem Ort die Wolke blieb, da lagerten sich die Kinder Israel.

zogen: Denn sie bei solchem Wahrzeichen merkten, dass sie fortreisen sollten.

bleib: Das ist: Wenn die Wolke so sich in die Höhe erhoben hatte und vor die israelitischen Lager her ging, aufhörte fortzugehen und in der Luft still stehen bleib, vernahmen sie daher, dass sie sich darin lagern und auch still liegen sollten.

18. Nach dem Wort des Herrn zogen die Kinder Israel, und nach seinem Wort lagerten sie sich. Solange die Wolke auf der Wohnung blieb, solange lagen sie stille {1Kor 10v1}.

dem Wort: Welches sie aus der Bewegung oder aus dem Stillstand der Wolken wahrnahmen.

19. Und wenn die Wolke viele Tage verzog auf der Wohnung, so warteten die Kinder Israel auf die Hut des Herrn und zogen nicht.

Hut: Das ist: Sie versahen den Gottesdienst, übten sich in den Zeremonien, die ihnen Gott eingesetzt hatte, als mit Opfern und anderem.

20. Und wenn es war, dass die Wolke auf der Wohnung war etliche Anzahl der Tage, so lagerten sie sich nach dem Wort des Herrn und zogen nach dem Wort des Herrn.

etliche Anzahl: So doch, dass es nicht lange währte und die Kinder Israel nicht Gelegenheit hätten den Gottesdienst zu üben.

21. Wenn die Wolke da war von Abend bis an den Morgen und sich dann erhob, so zogen sie; oder wenn sie sich des Tages oder des Nachts erhob, so zogen sie auch.

Morgen: Dass sie nur eine Nacht still bleibe.

22. Wenn sie aber zwei Tage, oder einen Monden, oder etwa lange auf der Wohnung blieb, so lagen die Kinder Israel und zogen nicht; und wenn sie sich dann erhob, so zogen sie.

23. Denn nach des Herrn Mund lagen sie und nach des Herrn Mund zogen sie, dass sie auf des Herrn Hut warteten nach des Herrn Wort durch Mose

Mund: Das ist: Nach seinem Befehl, welchen sie daher erkannten, wenn sich die Wolke aufhob oder nieder ließ und stehen bleib, dass sie wüssten, was sie tun, und wenn sie still liegen oder fortziehen sollten.

Hut warten: Das ist: So oft sie unterdes so viel Zeit und Weile haben konnten, dass sie den heiligen Zeremonien dienen möchten, so versäumten sie keine Gelegenheit, sondern dienten Gott.

durch Mose: Dass ihnen von Mose an Gottes statt geoffenbart wurde. [Es wird aber so oft wiederholt, dass die Kinder Israel gezogen sind, nachdem die Wolke sich bewegt und fortgerückt, auf dass wir unsere Sachen lernen richten nach dem Wort Gottes, das uns vorgeschrieben ist. Gleichwie aber der Herr vorzeiten in der Wolke. Also ist jetziger Zeit Christus in dem Amt des göttlichen Wortes unsere Führer, der uns den Weg zeigt, so zum ewigen und himmlischen Vaterland führt.)


Das 10. Kapitel


1. Erstlich werden zwei silberne Trompeten zu machen befohlen, die man beim Gottesdienst zu weltlichen Händeln und in Kriegssachen gebrauchen soll v. 1. 2. Danach ziehen die Kinder Israel in ihrer Ordnung so ihnen vorgeschrieben war, von dem Berge Sinai weg v. 11. 3. Mose behält seinen Schwager Hobab, welcher sich von ihm scheiden wollte, mit der Verheißungen bei sich, weil ihm die Gelegenheit der Örter in der Wüste bekannt war, v. 29. 4. Wenn man die Bundeslade aufhob und wieder nieder setzte, so bat Mose den Herrn, dass er seines Volkes bedenkt, und für sie sorgen wollte v. 35.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Mache dir zwei Trompeten von dichtem Silber, dass du ihrer brauchst, die Gemeinde zu berufen, und wenn das Heer aufbrechen soll.

brauchst: Denn er sollte die Trompeten nicht nur allein dazu benutzen, wenn man fortziehen müsste, sondern auch, wenn man anderer Ursachen halben das Volk zusammen berufen wollte.

3. Wenn man mit beiden schlecht bläst, soll sich zu dir versammeln die ganze Gemeinde vor die Tür der Hütte des Stifts.

4. Wenn man nur mit einer schlecht bläst, so sollen sich zu dir versammeln die Fürsten und die Obersten über die tausendste in Israel.

5. Wenn ihr aber trompetet, so sollen die Lager aufbrechen, die gegen Morgen liegen.

wenn ihr: Folgt der andere Nutzen der Trompeten.

trompetet: Dass man aufbläst, gleichsam als zum Freuen und Jubilieren, alsdann soll man fortziehen.

gegen Morgen: Nämlich das Heerlager Juda mit seinen Zugehörigen, so vorne anzogen.

6. Und wenn ihr zum andermal trompetet, so sollen die Lager aufbrechen, die gegen Mittag liegen. Denn wenn sie reisen sollen, so sollt ihr trompeten.

gegen Mittag: Welches der Stamm Ruben war mit seinen Zugehörigen. Und also Folgendes, dass, wenn man zum dritten Mal aufbliese, die gegen Abend als Ephraim mit den Seinen, und zuletzt die gegen Mitternacht als der Stamm Dan, samt seinen Zugeordneten aufbräche und fortzöge.

7. Wenn aber die Gemeinde zu versammeln ist, sollt ihr schlecht blasen und nicht trompeten.

schlecht blasen: Dass es zu keinen Freuden oder Jubilieren lautet.

8. Es sollen aber solche blasen mit den Trompeten die Söhne Aarons, die Priester, tun; und soll euer Recht sein ewig bei euren Nachkommen.

tun: Dass es ihr Amt sei.

ewig: Solange die mosaische Polizei währte.

9. Wenn ihr in einen Streit zieht in eurem Lande wider eure Feinde, die euch beleidigen, so sollt ihr trompeten mit den Trompeten, dass eurer gedacht werde vor dem Herrn, eurem Gott, und erlöst werdet von euren Feinden.

wenn ihr: Folgt der dritte Nutzen der Trompeten.

gedacht werde: Das ist: Dass euch Gott mit Gnaden ansehen und sich zu euch wende, dass er euch vor euren Feinden schütze.

10. desgleichen, wenn ihr fröhlich seid an euren Festen und in euren Neumonden, sollt ihr mit den Trompeten blasen über eure Brandopfer und Dankopfer, dass es sei euch zum Gedächtnis vor eurem Gott. Ich bin der Herr, euer Gott.

desgleichen: Dies ist der vierte Brauch der Trompeten.

fröhlich seid: Das ist: Wenn ihr eure ansehnlichen Opfer auf die hohe Feste oder auf den ersten Tag des Monden bringt und vor dem Herrn ein Wohlleben oder Freudenmahl halten wollt. Denn nach geschehenem Opfer pflegten sie eine Mahlzeit anzurichten.

über eure: Das ist: Weil man opfert.

Gedächtnis: Das ist: Damit Gott euer mit Gnaden bedenkt, sei euer Opfer von euch auf- und annehmen, und euch mit seiner väterlichen Liebe schütze und handhabe.

euer Gott: Der euch väterlich behütet und versorgt. War also der Trompeten-Schall den Kindern Israel dazu gut, dass sie in ihrer Polizei und weltlichem Regiment zur angemessenen Zeit konnten damit zusammen gefordert werden: Danach, dass sie wüssten, wen und in was Ordnung sie fortreisen und ziehen sollten: Auch wurden sie dadurch erinnert der göttlichen Hilfe und Beistandes, deren sie sich im Krieg und Streit wider ihre Feinde zu trösten: Und denn, dass sie zu Friedenszeiten, und wenn sie wollten guter Ding sein, der Dankbarkeit gegen Gott, ihrem gütigen und gnädigem Vater, der ihnen solche Freude bescherte, nicht vergessen. [Es bedeutet aber der Trompeten-Schall die Stimme der Kirchendiener. Denn dieselbe beruft die Zuhörer, dass sie ihr Amt in der Kirche verrichten: Und muntert sie auf, dass sie sich zu der Reise, zum ewigen und himmlischen Vaterland rüsten und gefasst machen: Stärkt und tröstet auch die Kleinmütigen in der Gefahr, dass sie dem Teufel als einem Feinde des menschlichen Geschlechts, tapferen Widerstand tun können: Wenn es aber gut geht, dankt Gott und ruft sie an, dass er an seiner Kirche angefangen Werke (so durch das Neumonden Fest zu verstehen) wolle richten zu seines Namens Ehre, und dass er die Sünden seines Volkes um des Opfers Christi willen aus Gnaden verzeihen wolle.)

11. Am zwanzigsten Tage im anderen Monden des anderen Jahres erhob sich die Wolke von der Wohnung des Zeugnisses.

Jahres: Nämlich nach dem Auszug der Kinder Israel aus Ägypten.

erhob: Daraus die Israeliten abnehmen konnten, dass sie sollten fortreisen.

12. Und die Kinder Israel brachen auf und zogen aus der Wüste Sinai, und die Wolke blieb in der Wüste Paran.

bleib: Nämlich dass sie sich hernieder ließ und still stand.

13. Es brachen aber auf die ersten nach dem Wort des Herrn durch Mose

es brachen: Was von dem Fortzug der Kinder Israel allererst kürzlich angeregt wurde, das wird jetzt weitläufiger ausgeführt und angezeigt, wie die Kinder Israel, nachdem die Wolke in der Wüste Sinai sich erhoben, alles zu der Reise zugerüstet und sich dazu gefasst gemacht haben.

Wort: Denn der Herr hatte die Ordnung unter ihnen gemacht, wie sie nacheinander aufbrechen und fortziehen sollten. Davon oben im anderen Kapitel.

14. Nämlich das Panier des Lagers der Kinder Juda zog am ersten mit ihrem Heer; und über ihr Heer war Nahesson, der Sohn Amminadabs {4Mos 1v7}.

15. Und über das Heer des Stammes der Kinder Isaschar war Nethaneel, der Sohn Zuars.

Isaschar: Welcher Stamm dem Heerlager der Kinder Juda war zugezählt worden.

16. Und über das Heer des Stammes der Kinder Sebulon war Eliab, der Sohn Helons.

Sebulon: Der gleichfalls zum Stamm Juda gehörte.

17. Da zerlegte man die Wohnung, und zogen die Kinder Gerson und Merari und trugen die Wohnung.

Gerson und: Was für Teil der Hütte einem jedem Geschlecht der Leviten zu tragen befohlen wurde, steht oben im 4. Kapitel.

18. Danach zog das Panier des Lagers Ruben mit ihrem Heer; und über ihr Heer war Elizur, der Sohn Sedeurs.

danach: Nämlich auf diese Leviten folgte das andere Heerlager oder Panier der Kinder Israel, darin der Stamm Ruben der Vornehmste war.

19. Und über das Heer des Stammes der Kinder Simeon war Selumiel, der Sohn Zuri-Saddais.

Simeon: Der in das Feld-Lager Ruben mit eingerechnet wurde.

20. Und Eliasaph, der Sohn Deguels, über das Heer des Stammes der Kinder Gad.

Gad: Der auch dem Panier Ruben zugegeben war.

21. Da zogen auch die Kahathiten und trugen das Heiligtum; und jene richteten die Wohnung auf, bis diese später kamen.

da zogen: Nämlich nach dem anderen Heerlager folgte das dritte Geschlecht der Leviten.

Heiligtum: Das ist: Die allerheiligsten Stücke der Hütte, als die Bundeslade, den Leuchter, Tisch, beide Altare und anderes darum sie in der Mitte der ganzen Gemeinde genommen würden.

jene: Nämlich die Gersoniter und Merariter so vor dem anderen Haufen her zogen. Welche darum vor den Kahathitern her geschickt wurden, dass sie unterdes, bis die andere später kamen, die Hütte aufrichteten, damit, wenn die Kahathiter ankämen, sie bald die Lade des Bundes samt dem Tisch und anderem ein jegliches an seinen Ort stellen konnten.

richteten die: (Nach Luther) Indes die Kahathiter das Heiligtum später trugen, waren dieweil vorhin die Gersomiter und Merariter und richteten die Wohnung auf, dass die Kahathiter mit der Lade die Wohnung bereitfanden.

22. Danach zog das Panier des Lagers der Kinder Ephraim mit ihrem Heer; und über ihr Heer war Elisama der Sohn Ammihuds.

danach: Nämlich auf die Kahathiter folgten und waren die nächsten im Ausziehen.

23. Und Gamliel, der Sohn Pedazurs, über das Heer des Stammes der Kinder Manasse.

24. Und Abidan, der Sohn Gideonis, über das Heer des Stammes der Kinder Benjamin.

Ben Jamin: Der auch samt dem Stamm Manasse dem Lager Ephraim zugesellt war.

25. Danach zog das Panier des Lagers der Kinder Dan mit ihrem Heer; und so waren die Lager alle auf. Und Ahi-Eser, der Sohn Ammi-Saddais, war über ihr Heer.

alle auf: Das ist: Diese waren die letzten im Fortreisen und beschlossen den ganzen Haufen.

26. Und Pagiel, der Sohn Ochrans, über das Heer des Stammes der Kinder Asser.

Asser: Welcher Stamm auch noch in dies Heerlager gehörig war.

27. Und Ahjra, der Sohn Enans, über das Heer des Stammes der Kinder Naphthali.

Naphthali: So gleichfalls diesem letzten Haufen zuständig war.

28. So zogen die Kinder Israel mit ihrem Heer.

so zogen: Das ist: Dies war das ganze Heer der Israeliten und in solcher Ordnung zogen sie fort.

29. Und Mose sprach zu seinem Schwager Hobab, dem Sohn Reguels, aus Midian: Wir ziehen dahin an die Stätte, davon der Herr gesagt hat: Ich will sie euch geben; so komm nun mit uns, wollen wir das Beste bei dir tun denn der Herr hat Israel Gutes zugesagt.

Reguel: Aus diesem Text erscheint, wie auch aus dem anderen Kapitel des anderen Buches, dass dieser Reguel eben derselbe Jethro sei, davon 2. Mose 18. gelesen wird, und dass er zwei Namen gehabt, welcher vor der Zeit von Mose wieder in Midian umgekehrt, und seinen Sohn Hobab bei seinem Tochtermann Mose hinterlassen hatte. Da nun derselbe meinte, er sei lange genug bei Mose verharrt, begehrte er wieder heim. Aber Mose will ihn nicht lassen.

gesagt hat: Denn Mose verließ sich auf die göttlichen Verheißungen.

das Beste: Wir wollen uns dankbar gegen dich verhalten.

30. Er aber antwortete: Ich will nicht mit euch, sondern in mein Land zu meiner Freundschaft ziehen.

ich will nicht: Hobab weigerte sich erstlich mitzuziehen, weil ihm nach seinem Vaterland wiederum verlangte und durch etliche widerwärtige Zufälle, die den Kindern Israel in der Wüste begegnet waren, sich erschrecken ließ. [Denn unser Fleisch flieht vor dem Kreuz, welches diejenigen drückt, so nach dem himmlischen Vaterland streben.)

31. Er sprach: Lieber, verlass uns nicht, denn du weißt, wo wir in der Wüste uns lagern sollen, und sollst unser Auge sein.

verlass: Denn obwohl die Wolkensäule eine gewisse Landschaft zeigte, da sie sich lagern sollten: So sah Mose doch für ratsam an, einen solchen erfahrenen Wegweiser nicht von sich zu lassen. [Denn die ordentlichen Mittel sind nicht zu verachten, auf dass wir Gott nicht versuchen, besonders, wenn sie uns Gott gleichsam an die Hand gibt.)

32. Und wenn du mit uns ziehst: Was der Herr Gutes an uns tut, das wollen wir an dir tun.

dir tun.: Das ist: Du sollst alles unseres guten Glücks mit uns teilhaftig werden, dass dich die Reise nicht bereuen soll.

33. Also zogen sie von dem Berge des Herrn drei Tagesreisen, und die Lade des Bundes des Herrn zog vor ihnen her die drei Tagesreisen, ihnen zu weisen, wo sie ruhen sollten.

zogen sie: Da Hobab sich hatte überreden lassen, dass er mit ihnen ziehen wollte.

des Herrn: Das ist: vom Berge Sinai.

für ihnen: Denn obwohl im ersten Auszug die Lade mitten unter den Haufen war, so erscheint doch aus diesem Ort, dass die Gersoniter und Merariter von stand an der Wolken, so für ihnen hergegangen, nachgefolgt haben und das Volk hinter sich verlassen, dass es immer später zöge und wie sie also vor den anderen Haufen her zogen, also sind ihnen die Kahatiter auf den Fuß nachgefolgt, damit, wenn sie einen Ort antrafen, da die Wolke stillstünde, die Hütte bald aufgerichtet und die Lade darin gestellt würde und also dem ganzen Heer der Kinder Israel ihr Lager bezeichneten. [Denn ob sich es wohl ansehen lässt, dass das Kirchenamt mitten unter dem Haufen aufgenommen und von der weltlichen Obrigkeit geschützt werde, so fordert doch die Notdurft in immer, dass uns das Kirchenamt den Weg erzeige, dadurch wir zum ewigen Vaterland reisen müssen: Und trägt sich es bisweilen zu, dass das weltliche Regiment mehr Rats und Nachricht von dem Kirchenamt empfängt, als dem Kirchenamt vom weltlichen Regiment Hilfe geleistet wird.)

34. Und die Wolke des Herrn war des Tages über ihnen; wenn sie aus dem Lager zogen.

Lager zogen.: Das ist: Wenn die Leviten so die Hütte und Bundeslade trugen, vor dem Heer hinzogen, so ging die Wolke vor ihnen her in der Luft und zeigte ihnen den Weg.

35. Und wenn die Lade zog, so sprach Mose: Herr, stehe auf, lass deine Feinde zerstreut, und die dich hassen, flüchtig werden vor dir {Ps 68v2 132v8}!

stehe auf: Das ist: Dass du verheißen hast, dass du dieser Lade oder vielmehr deinem Volk beistehen wollest, so komm solcher Verheißung nach zustrebe und treibe die Feinde deines Volkes in die Flucht, welche sich unterstehen, uns den Eingang des Landes Kanaan zu wehren.

36. Und wenn sie ruhte, so sprach er: Komm wieder, Herr, zu der Menge der tausend Israel!

komm wieder: Als wollte er sagen: Bleib bei uns, lieber Herr Gott, denn alle unsere Hoffnung steht allein zu dir. Und ist dies keine zauberische Beschwörung oder Segenssprechung gewesen, sondern Mose bat, dass Gott sein Volk wollte in seiner Hut haben und in seinen Schutz nehmen, beide im Reisen und Stillliegen und munterte zugleich mit solchem Gebet das Volk Israel auf und stärkte sie in ihrem Glauben, weil er ihnen zu verstehen gab, wie ihre Feinde auch Gottes Feinde wären wider welche Gott streiten und sich an ihnen rechnen würde und dass der Herr so viel Tausend Israeliten nicht verstoßen würde, denen er seine väterliche Güte und Gnade zugesagt und verheißen hätte.


Das 11. Kapitel


1. Das Volk murrt und begehrt zur Unzeit Fleisch, da werden ihnen Wachteln die Menge geben, aber später kommen viel Israeliten von v. 1. 2. Mose erlangt von Gott zweiundsiebzig Männer zu Gehilfen, die mit dem Heiligen Geist begabt werden und mit ihm die Last der Regierung tragen helfen v. 16.

1. Und da sich das Volk ungeduldig machte, gefiel es übel vor den Ohren des Herrn. Und als es der Herr hörte, ergrimmte sein Zorn und zündete das Feuer des Herrn unter ihnen an, das verzehrte die äußersten Lager.

ungeduldig: Dass sie nämlich nunmehr übers Jahr in der Wüste herumzogen und nur immer einerlei Speise hätten, als dass man darum sie aus Ungeduld zu murren angefangen.

des Herrn: Das ist: Welches Gott unter sie schickte.

äußersten Lager.: Das ist: Es verbrannten die äußerste Hütte des Lagers samt denen, die darin wohnten.

2. Da schrie das Volk zu Mose; und Mose bat den Herrn, da verschwand das Feuer.

da schrie: Nach dem es sie gereut hatte.

du Mose: Dass er solchen Übel abwehren wollte.

bat: Dass er der Kinder Israel verschonen und nicht das ganze Volk verderben wollte. [Denn wenn Gefahr vorhanden ist, so sollen wir zum Gebet unsere Zuflucht haben.)

verschwand: Dass es niemand mehr angriff oder verbrannte.

3. Und man hieß die Stätte Tabeera, darum dass sich unter ihnen des Herrn Feuer angezündet hatte.

Tabeera: Das ist: Ein Brand oder Entzündung.

4. Denn das Pöbelvolk unter ihnen war lüstern geworden und saßen und weinten samt den Kindern Israel und sprachen: Wer will uns Fleisch zu essen geben {1Kor 10v6}.

denn das: Was jetzt zu Anfang Mose kürzlich angeregt ist, gleichsam ein summarischer Inhalt der folgenden Geschichte gewesen, die er jetzt nacheinander ausführlich und mit mehr Umständen erzählt, wie es damit zugegangen. Denn dass die ganze folgende Erzählung nichts anders als eine Erklärung des vorigen, sei ist aus dem 78. Psalm klar zu sehen.

Pöbelvolk: Welches zwar nicht von dem Geschlecht Israel hergekommen, aber doch zugleich mit ihnen von Ägypten ausgezogen war als Knechte und Mägde und allerlei allgemeines Personal so sich zu ihnen geschlagen {2Mos 12}.

lüstern wurden: Nach Fleisch, dessen sie in der Wüste mangeln mussten.

Kindern Israel: Den sie dieselben auch mit sich aufbracht, dass sie nach Fleisch geschrien. [Also ganz ist das Sprichwort wahr, dass man sagt, wer mit den Hinkenden umgeht und sich zu ihnen gesellt, der lernt auch mit ihnen hinken.)

sprachen: Die Israeliten und die Ägypter so mit ihnen ausgezogen waren.

geben: Nämlich hier in der Wüste.

5. Wir denken der Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und der Kürbisse, Pfeben, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch.

umsonst: Ein solch fischreiches Land ist Esra. Aber hier ist nichts vorhanden, was zur Nahrung und notdürftigen Unterhaltung dienlich sein möchte.

Knoblauch: Welche Sachen alle miteinander wir in Ägypten samt den besten und niedlichsten Fleisch vollauf hatten und damit oft sehr gelabt wurden.

6. Nun aber ist unsere Seele matt; denn unsere Augen sehen nichts denn das Man.

matt: Dass wir schier in Ohnmacht sinken und verschmachten.

sehen nichts: Das ist: Wir haben jetzt übers Jahr keine andere Speise ansichtig werden können als das Brot, welches täglich vom Himmel fällt, daran wir uns vorlängst überdrüssig gegessen und schier ein Ekel davor haben.

7. Es war aber Man wie Koriandersamen und anzusehen wie Bedellion {2Mos 16v31 Ps 78v24 Joh 6v31}.

es war: Dass die Kinder Israel keine rechte Ursache zu murren gehabt ist auch aus dem 16. Kapitel des anderen Buches zu sehen, aber doch wiederholt es Mose an diesem Ort auch und beschreibt abermals wie eine liebliche Speise es gewesen.

Koriander: Nämlich klein und rund.

anzusehen: Das ist: Es hatte eine Farbe wie Bedellion.

8. Und das Volk lief hin und her und sammelte und stieß es mit Mühlen und zerrieb es in Mörsern und kochte es in Töpfen und machte ihm Aschenkuchen daraus; und es hatte einen Geschmack wie ein Ölkuchen.

lief hin: Nämlich alle Tage, doch den Sabbat ausgenommen, denn am selben gefunden sie nichts, sondern mussten des vorigen Tages doppelt sammeln wie 2. Mose 16. zu sehen.

Geschmack: Nämlich wenn es gekocht wurde. Denn sonst an ihm selbst und ungekocht oder roh war es wie Koriander und schmeckte, als wenn man Semmel und Honig durcheinander gemischt hätte.

Ölkuchen.: Nämlich süß und lieblich.

9. Und wenn des Nachts der Tau über die Lager fiel, so fiel das Man mit darauf.

mit darauf.: Und wenn der Tau verging, so bleib das Man liegen und wurde gesehen. Es ist aber dies eine große Bosheit und Undankbarkeit des israelitischen Volkes gewesen, dass nachdem sie aus einem großen Jammer und Unglück, dem sie in Ägypten unterworfenen sein müssen, errettet wurden von eines schlechten Dinges willen, da es ihnen nicht durchaus nach ihrem Lust und Willen gegangen haben zu murren und zu meutern angefangen und daneben die große Wohltaten Gottes nicht in Acht nehmen, die sie täglich von Gott empfingen. [Also tun auch die, welche aus der päpstlichen Dienstbarkeit erlöst sind und da ihn etwas Ungerades zu Händen stößt oder ein wenig ein rauer Wind unter Augen geht, bald wünschen, dass sie möchten wiederum in der vorigen Dienstbarkeit leben, eher sie ein wenig Ungemach bei dem Evangelium Christi litten.)

10. Da nun Mose das Volk hörte weinen unter ihren Geschlechtern, einen jeglichen in seiner Hütte Tür, da ergrimmte der Zorn des Herrn sehr, und Mose wurde auch bange.

Da nun: Jetzt schreitet Mose wieder zu seiner angefangenen Historie von des Volkes Israel Ungeduld.

jeglichen: Denn es war diese Sache, in der Eile dem ganzen Volk kundgetan wurde, gleichwie ein schädliches Gift schnell alles durchdringt und hat je einer den anderen zur Ungeduld und zum Weinen aufgebracht und verursacht.

ergrimmte: Das ist: Es verdross unseren Herrn Gott die Undankbarkeit des Volkes so sehr, dass er bereits mit denen Gedanken umging, wie er solches böses Volk ausrotten und allerdings vertilgen wollte. Und war dies das andere Mal, dass sie nach Fleisch schreien. Denn zuvor 2. Mose 16. hatte er ihnen auf ihre Bitten Wachteln zukommen lassen, nicht lange, nachdem sie waren aus Ägypten gegangen. [Es zürnt aber Gott heftig über die Undankbarkeit und ist ihm so sehr zuwider als sonst irgendetwas.)

auch bange.: Bei dem Volk, dass sie die große Guttaten Gottes so gering schätzten und einen schlechten Mangel so hoch aufmotzten, darum er sich besorgt, es werde ohne große und schreckliche Strafe nicht aufhören.

11. Und Mose sprach zu dem Herrn: Warum bekümmerst du deinen Knecht, und warum finde ich nicht Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volkes auf mich legst

und Mose: Weil Mose sah, dass ihm Gott so ein undankbar Volk zu regieren befohlen hatte, wird er auch zur Ungeduld bewegt und fängt an mit Gott zu hadern.

warum: Als wollte er sagen, womit hab ich es verschuldet, dass du mich will mit der schweren Last der Regierung unter diesem unbändigen und hartnäckigen Volk unterdrücken und ganz und ganz versinken lassen, wie es das Ansehen gut dazu hat? Denn wenn du mich liebst, so würdest du mich nicht so ganz überladen und beschweren. [Es ist aber die Regierung eines Volkes und Gemeinde eine sehr schwere Last und viel unerträglicher, als mancher meinen möchte.)

12. Hab ich nun alles Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagen magst: Trag es in deinen Armen (wie eine Amme ein Kind trägt) in das Land, das du ihren Vätern geschworen hast?

empfangen: Will so viel sagen: Ist es auch richtig, dass ich dieses Volkes halben so viel Mühe haben muss, als ob ich dasselbe alles miteinander in meinem Leibe getragen und zur Welt geboren hätte? Und wie kann ich ein solches groß und mächtig dazu halsstarrig Volk allein regieren und ins verheißene Land führen? Es ist mir unmöglich, dass ich weiter mit ihnen fortkommen kann.

Vätern: Abraham, Isaac und Jakob, denen du verheißen hast, dass du ihren Nachkommen das Land Kanaan zu besitzen einräumen will.

13. Woher soll ich Fleisch nehmen, das ich all diesem Volk gebe? Sie weinen vor mir und sprechen: Gib uns Fleisch, das wir essen!

14. Ich vermag das Volk nicht allein alles ertragen, denn es ist mir zu schwer.

zu schwer.: Dass ich seinen Überdrang nicht alles erleiden kann.

15. Und willst du also mit mir tun, erwürge mich lieber, habe ich anders Gnade vor deinen Augen gefunden, dass ich nicht mein Unglück so sehen müsse.

erwürge: Das ist: [Ich will es für eine Wohltat annehmen, wenn du mich viel eher umbringst, als mit so viel und allzu großer Mühe überladest. Dies ist an Mose eine sehr große Ungeduld und Unwilligkeit gewesen, der doch sonst ein heiliger und frommer Mann war. [Aber Gott lässt seine auserwählten Werkzeuge und vortreffliche Leute bisweilen solche Schwachheiten fühlen und empfinden, dass er sie in der Demut behalte und sie von wegen ihrer besonderen Gaben, damit sie geziert sein, nicht stolz werden und das andere Schwachen, wenn sie ihrer Schwachheit empfinden, sich an dergleichen Beispiel halten und nicht ganz zu kleinmütig werden oder verzagen.)

16. Und der Herr sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, die du weißt, dass die Ältesten im Volk und seine Amtleute sind, und nimm sie vor die Hütte des Stifts und stelle sie dort vor dich,

und der: Obwohl Gott guten Fug gehabt, dass er über Mose auch hätte mögen zornig werden und ihn mit den anderen so wieder ihn gemurrt umbringen: So hilft er doch seiner Schwachheit gnädiglich auf und gibt ihm mehr Gehilfen zu, die mit ihm die Last der Regierung tragen.

siebzig: Es wird nur die größere Zahl hier namhaft gemacht, da er doch gewollt, dass man zweiundsiebzig erwählen soll, aus jedem Stamm sechs.

Ältesten: Das ist: Vornehmsten im Volk.

Amtleute: Welche Mose oben {2Mos 18} aus Rat Jethro seines Schwagers zu Hauptleuten über hundert und Tausend erwählt hatte, dass sie dem Volk vorstehen und geringere Sachen richten sollten. Jetzt heißt ihn Gott aus denselben, als die durch ihre bisher verrichte Amtsverwaltung etwas gelernt und erfahren hatten, ein höher Gericht oder Konsistorium anstellen, dahin die Kinder Israel appellieren möchten, wenn etwas von den unteren Amt- und Hauptleuten übersehen wurden. Und hat dies Gericht im israelischen Volk sehr lange gedauert, welche es Sanhedrim nannten, wurde sonst Synedrion, das ist eine Räteversammlung geheißen und wurden solche Leute dazu genommen, die in geringeren Sachen sich geübt und Urteil zu fällen gelernt hatten. [Denn es ist gefährlich, wenn man unerfahrene und unverständige Personen ohne Unterschied zu hohen Ämtern befördern will.)

17. so will ich herniederkommen und mit dir dort reden und deines Geistes, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, dass sie mit dir die Last des Volkes tragen, dass du nicht allein tragest {2Mos 18v25 v26}.

hernieder: In der Wolke, dadurch ich meine Gegenwart offenbaren will.

reden: Wie ich es wolle künftig gehalten haben.

legen: Das ist: Ich will verschaffen, dass ihnen etliche Gaben des Heiligen Geistes mitgeteilt werden, welche zu der Regierung vonnöten sein: Die will ich ihnen von den Deinen also mitteilen dass, du dennoch die Deinen auch behaltest. Gleichwie ein Licht von dem anderen angezündet wird. [Denn Gott pflegt dieselben, welche in der Regierung anderen vorgesetzt werden, mit notwendigen Gaben zu versehen.)

nicht allein: Denn wenn Gott angerufen wird, so legt er uns keine größere Last auf, als wir ertragen können.)

18. Und zum Volk sollst du sagen: Heiligt euch auf morgen, dass ihr Fleisch esst! Denn eurer Weinen ist vor die Ohren des Herrn kommen, die ihr sprecht: Wer gibt uns Fleisch zu essen, denn es ging uns wohl in Ägypten? Darum wird euch der Herr Fleisch geben, das ihr esst {2Mos 19v10}.

zum Volk: Damit es auch nicht mehr Ursache zu klagen habe.

heiligt: Das ist: Richtet eure Sachen heute dahin, auf dass ihr morgen rein seid, alsdann wird man euch Fleisch geben.

in Ägypten: Da wir Fleisch, Fische, Kraut und anders vollauf hatten.

darum: Weil er eure Klagen gehört hat.

19. nicht einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig Tage lange,

20. sondern einen Monden lange, bis dass es euch zur Nase ausgehe, und euch ein Ekel sei, darum dass ihr den Herrn verworfen habt, der unter euch ist, und vor ihm geweint und gesagt: Warum sind wir aus Ägypten gegangen?

Nasen ausgehe: Das ist: Ich will euch so mit Fleisch füllen, dass ihr endlich einen Unwillen darüber bekommen und wieder von euch geben werdet: Auch werdet ihr durch die folgende Strafe empfinden, wie es euch zu keinem Guten erschossen, dass ihr mit Ungestüm und Ungeduld Fleisch von mir ausgebracht habt.

verworfen: Indem, dass ihr seine gnädige und väterliche Regierung Unrecht gescholten und gelästert.

unter euch: Und euch so viel und große Guttaten bisher erzeigt hat.

geweint: Vor Ungeduld.

warum: Das ist: Was für ein böser Engel hat es uns in Sinn gegeben, dass wir das köstliche und sehr fruchtbare Land Ägypten verlassen haben?

21. Und Mose sprach: Sechshunderttausend Mann Fußvolks ist des, darunter ich bin, und du sprichst: Ich will euch Fleisch geben, dass ihr esst einen Monden lange.

geben: Woher willst du so viel Fleisch nehmen in der Wüste?

22. Soll man Schafe und Rinder schlachten, dass ihnen genug sei? Oder werden sich alle Fische des Meeres herzu versammeln, dass ihnen genug sei?

Schafe und: Welche das Volk noch übrig hat, dass sie etliche Tage damit gesättigt werden? Wenn aber die verzehrt sind, was soll das Volk danach haben, davon sie sich in dieser Einöde erhalten mögen?

herzu: Dass sie in diese Wüste gebracht werden. Fängt also Mose selber auch an weil er mit solchem ungläubigen Volk umgeht, an der Allmacht Gottes zu zweifeln. [Denn wer mit bösen Leuten zu tun hat, der wird eher böser denn besser.)

23. Der Herr aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des Herrn verkürzt? Aber du sollst jetzt sehen, ob meine Worte dir können etwas gelten, oder nicht.

verkürzt: Das ist: Glaubst du nicht, dass ich allmächtig sei?

sehen: Das ist: Ich will dir im Werke zeigen, dass ich wahrhaftig und allmächtig bin.

24. Und Mose ging heraus und sagte dem Volk des Herrn Wort und versammelte die siebzig Männer unter den Ältesten des Volkes und stellte sie um die Hütte her.

Wort: Die er von ihm gehört hatte beides von Satzung und Ordnung eines neuen Rats und denn von dem Fleisch, welches ihnen der Herr zu geben verheißen hatte.

versammelt: Hat also zuerst dahin getrachtet, dass der neue Rat eingesetzt würde, weil es die hohe Notdurft erforderte.

25. Da kam der Herr hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm des Geistes, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig ältesten Männer. Und da der Geist auf ihnen ruhte, weissagten sie und hörten nicht auf {1Sam 10v10}.

hernieder: Das ist: Dadurch und damit, dass die Wolke sich niederließ und näher herab über der Hütte tat, gab er seine Gegenwart zu verstehen.

redet mit ihm: Nämlich mit Mose, wie das Regiment recht soll angestellt werden.

ruhte] Das ist: Als sie und mehr Gaben des Heiligen Geistes empfangen hatten, denn sie zuvor gehabt.

weissagten: Das ist: Sie lobten Gott und rühmten seine Wunder, Güte, Weisheit und Allmacht. [Und hat der Heilige Geist mit dieser Geschichte abmalen wollen die Sendung des Heiligen Geistes über die Apostel am Pfingsttag {Apg 2}.]

nicht auf: Nämlich bis sie ihre Weissagung oder Lobgesang zu Ende gebracht hatten.

26. Es waren aber noch zwei Männer im Lager geblieben, der eine hieß Eldad, der andere Medad, und der Geist ruhte auf ihnen; denn sie waren auch angeschrieben und doch nicht hinausgegangen zu der Hütte, und sie weissagten im Lager.

Geist ruhte: Nicht weniger als auf die anderen siebzig, also dass sie auch in einem Augenblick neue Gaben des Heiligen Geistes empfingen.

angeschrieben: In demselben, Verzeichnis die zum großen Rat gehörten.

nicht hinaus: Was die Ursache gewesen, dass sie im Lager blieben, ist unwissend.

weissagten: Wie die siebzig bei der Hütte.

27. Da lief ein Knabe hin und sagte es Mose an und sprach: Eldad und Medad weissagen im Lager.

im Lager: Welches ein seltsam und ungewöhnlich Ding war.

28. Da antwortete Josua, der Sohn Nuns Moses Diener, den er erwählt hatte und sprach: Mein Herr Mose, wäre ihnen.

erwählt: Nämlich von seiner Jugend an, und ihn, als einen getreuen Diener nunmehr eine lange Zeit bei sich gehabt hatte. Demselben kam ein unzeitiger Eifer an.

wäre ihnen: Dass sie nicht mehr weissagen. Denn wenn diese Gabe bei vielen so Allgemeines werden wird, so wird deinem und dieser siebzig Männer Ansehen nicht ein geringes daran aufhören. [Denn es bisweilen geschieht, dass auch fromme und heilige Leute mit dem Neid angefochten werden, weil sie den Alten Adam nicht allerdings von sich legen können.)

29. Aber Mose sprach zu ihm: Bist du der Eiferer für mich? Wollte Gott, dass alle das Volk des Herrn weissagte, und der Herr seinen Geist über sie gäbe!

für mich: Dass du mein Ansehen begehrst so fleißig handzuhaben.

wollte Gott: Das ist: Ich missgönne ihnen die Gaben des Heiligen Geistes so ganz nicht, dass ich vielmehr von Herzen wünschen möchte, dass alle Israeliten eben dergleichen Gaben hätten. [Denn es steht unserem Herrn Gott frei, dass er seine Gaben austeilen mag, wem er will, darum pflegt er sie manchmal denen Leuten widerfahren zu lassen, die für der Welt verachtet sein. Aber wo man solche Gaben spürt, so soll man sie von der schlechten Person willen nicht wegwerfen.)

30. Also sammelte sich Mose zum Lager und die Ältesten Israels.

zum Lager: Nämlich von der Hütte.

31. Da fuhr aus der Wind von dem Herrn und ließ Wachteln kommen vom Meer und streute sie über das Lager, hier eine Tagereise lange, da eine Tagereise lange um das Lager her, zwei Ellen hoch über der Erde {2Mos 16v13 Ps 78v27 v28}.

da fuhr: Jetzt fängt Gott der Herr an, auch die anderen Verheißungen vom Fleischessen ins Werk zu richten und zu erfüllen.

vom Meer: Denn sie allem Ansehen nach in einem Augenblick aus dem Meer von Gott sind erschaffen worden, gleichwie in der ersten Erschaffung der Welt die Vögel aus dem Wasser sind hervorgekommen {1Mos 1}.

Tagereise: Denn die Länge und Breite des Lagers der Kinder Israel hat sich sehr weit erstreckt, als in dem über die sechsmal hunderttausend wehrhafter Mannspersonen ohne Weiber und Kinder gewesen und dennoch war es im ganzen Lager durchaus hin und wieder alles voller Wachteln.

zwei Ellen: Also dass man sie ganz wohl fangen können.

32. Da machte sich das Volk auf denselben ganzen Tag und die ganze Nacht und den anderen ganzen Tag und sammelten Wachteln, und welcher am wenigsten sammelte, der sammelte zehn Homor, und hängte sie auf um das Lager her.

Homor: Ist ein großes Maß so fast in die acht oder zehn Scheffel hält, darum vielleicht für Homor Gomor muss gelesen werden, welches so viel hält als einer zur täglichen Speise gebraucht, dass also der, welcher am wenigsten gesammelt, auf zehn Tage sich versehen hat gehabt, dagegen sind andere gewesen, die noch mehr und darüber gesammelt haben, weil dies das wenigste genannt wird.

hängten: Nämlich da sie dieselben zuvor eingesalzen und haben sie also gedörrt, damit sie solche lange aufbehalten und nach viel Tagen auch genießen könnten.

33. Da aber das Fleisch noch unter ihren Zähnen war, und eher es auf war, da ergrimmte der Zorn des Herrn unter dem Volk und schlug sie mit einer sehr großen Plage {Ps 78v29 v30}.

Zähnen: Dass sie noch nicht alles verzehrt hatten.

dem Volk: Welches so böse, unbändig und widerspenstig war.

großen Plage: Dass eine große Menge umkam.

34. Daher die selbige Stätte heißt Lustgräber, darum, dass man dort begrub das lüsterne Volk.

Lustgräber: Welcher Ort sonst auch Tabeera das ist eine Entzündung genannt worden, wie zu Anfang dieses Kapitel Meldung geschehen. [Denn Gott lässt bisweilen zu, dass es den Gottlosen nach ihrem Willen geht, aber zuletzt werden sie schwerlich darüber gestraft und müssen mit der Haut bezahlen.)

lüsterne Volk: Welches mit großer Unbescheidenheit und mit ungebührlichem Heulen und Murren Fleisch von Gott herausgebracht und erlangt hatte.

35. Von den Lustgräbern aber zog das Volk aus gen Hazeroth, und blieben zu Hazeroth.

das Volk: So überbleiben war.

blieben: Nämlich eine Zeit lang, da sie unter des ihrer viel in der Wüste begraben und hinter sich verlassen hatten, welche um ihres gottlosen Wesens willen nicht ins Land Kanaan kommen sein. [Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.)


Das 12. Kapitel


1. Aaron und seine Schwester Mirjam fangen mit Mose aus großem Übermut einen unbilligen Hader an v. 1. 2. Darüber wird Gott erzürnt und straft Mirjam mit dem Aussatz v. 9. 3. Weil aber Mose für sie bittet, wird sie nach etlichen Tagen von Gott wieder gesund gemacht v. 13.

1. Und Mirjam und Aaron redeten wieder Mose um seines Weibes willen, der Mohrin, die er genommen hatte, darum, dass er eine Mohrin zum Weibe genommen hatte,

Mirjam: Welche Aarons und Mose Schwester war.

Aaron: Nämlich aus Anstiftung seiner Schwester.

redet: Das ist: Sie zankten sich mit ihm.

Mohrin: Mit diesen Worten wird die Ursache deutlich und klar angezeigt, warum es Mirjam und Aaron zu tun gewesen, dass sie mit Mose einen Hader angefangen. Nämlich weil er eine Mohrin geheiratet, welches sie angezogen, dass es ihm als einem solchen großen Propheten des Herrn sehr übel anstünde, dass er ein ausländisches Weib genommen, die nicht aus dem Volk Israel sei. Und ist wohl glaubhaft, dass dieselbe Mohrin mit den Kindern Israel zugleich von Ägypten ausgezogen sei, weil viel ausländisches und fremdes Personal im Auszug der Kinder Israel sich zu ihnen geschlagen und mit hinweggezogen wie 2. Mose 12. zu sehen: dieselbe hat später Mose in der Wüste geheiratet: Und erscheint aus dem Text so viel, dass die Ursache des Haders noch neu gewesen und dass vor wenigen Tagen Mose die Mohrin genommen habe: Entweder dass seine vorige Hausfrau Zipora gestorben oder weil es bei den Israeliten nichts Ungewöhnliches gewesen, da einer viele Weiber hatte. Aber Mose hat darum nicht gesündigt, ob er gleich eine Mohrin genommen, denn es waren den Juden nur die kanaanäischen Weiber und keine Mohrinnen verboten. Dennoch, weil sie nicht allein Fremden und ausländisches, sondern noch dazu eine Mohrin war, meinten sie nicht anders, denn es wäre seinem Geschlecht eine Schande und gereichte seiner Person und seinem Amt zur Verachtung. Darum, als ob er eine Torheit begangen, welche Wert wäre, dass er deshalb seines Amtes und Regiments entsetzt würde, so setzen sie ihn darüber zur Rede und fahren ihn mit rauen Worten an.

2. und sprachen: Redet denn der Herr allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? Und der Herr hörte Esra

durch uns? Denn es ist die Mirjam eine Prophetin gewesen {2Mos 15}. Als wollten sie sagen: Du hast ein Weib genommen, welche deinem Stand und Geschlecht eine Unehre ist und hast uns deshalb nichts Rats gefragt: Denn du meinst, weil du ein Prophet bist, dass du nicht sündigen könntest, und verachtest anderer Leute Rat, als ob sie ganz keine Gaben des Heiligen Geistes hätten. Aber wir sind mit dem Heiligen Geiste sowohl begabt als du und wenn uns die Regierung des israelitischen Volkes übergeben würde, könnten wir demselben Amt vielleicht besser und mit mehr Nutzen vorstehen und dienen als du: Denn du hast mit dieser Tat ein schlechtes Zeichen deines hohen Verstandes geben und wird das Volk dich nicht mehr für tauglich erkennen, dass du das Regiment weiter führen solltest.

hörte: Und ist heftig über die beide Mirjam und Aaron erzürnt wurden, wie aus dem was folgt genügend abzunehmen.

3. Aber Mose war ein sehr geplagter Mensch über alle Menschen auf Erden.

geplagter: Das ist: Mose musste sich wohlleiden, dass ihn seine eigenen Blutsfreunde sowohl als das anderer undankbare Volk alle Plage antäten. [Denn die Gerechten müssen viel leiden und ausstehen und werden von ihren eigenen Freunden oft mehr umgetrieben als von anderen.)

Nach Luther: Das ist: Ein elender Mensch, der viel leiden musste {Ps 18v28 132v1}.

4. Und plötzlich sprach der Herr zu Mose und zu Aaron und zu Mirjam: Geht heraus, ihr drei, zu der Hütte des Stifts! Und sie gingen alle drei heraus.

5. Da kam der Herr hernieder in der Wolkensäule und trat in der Hütte Tür und rief Aaron und Mirjam; und die beiden gingen hinaus.

hernieder: Das ist: Die Wolke so ein Zeugnis war der Gegenwart Gottes, hat sich allerdings über der Hütte bis zur Erde nieder gelassen.

gingen hinaus: Dass sie näher hinzutraten und des Herrn Stimme aus der Wolken anhörten.

6. Und er sprach: Hört meine Worte! Ist jemand unter euch ein Prophet des Herrn, dem will ich mich kundmachen in einem Gesicht, oder will mit ihm reden in einem Traum.

meine Worte: Denn ich bin der Herr, euer Gott, der ich mit euch rede.

Gesicht: Dass ich ihm ein Gesicht zeige, und sehen lasse und durch dasselbe meinen Willen offenbare oder ihn von zukünftigen Dingen erinnere.

Traum: Denn auf diese zweierlei Weise pflege ich den Propheten oft meine Weissagungen zu offenbaren.

7. Aber nicht also mein Knecht Mose, der in meinem ganzen Hause treu ist {Hebr 3v2 v5}.

nicht also: Dass man ihn den anderen Propheten gleich schätzen wollte, denn er übertrifft sie weit.

ganzen Haus.: Das ist: Anderen Propheten habe ich ihr besonderes Amt auferlegt und befohlen, so mit seinem Maß beschrieben ist, wie weit sich es erstreckt: Aber diesem meinem getreuesten Knecht habe ich beide das Kirchenamt und weltlich Regiment im Volk Israel übergeben, dass er als ein Oberaufseher und Regent über die anderen alle sei und an Gewalt Offenbarungen und Wunderzeichen die anderen Propheten alle miteinander weit übertreffe.

8. Mündlich rede ich mit ihm, und er sieht den Herrn in seiner Gestalt, nicht durch dunkle Worte oder Gleichnis. Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, wieder meinen Knecht Mose zu reden?

mündlich: Wie ein guter Freund mit dem anderen ein liebliches Gespräch hält und Unterredung mit ihm pflegt, so oft etwas vorfällt, davon er muss erinnert und berichtet werden.

Gestalt: Das ist: Ich erscheine ihm offenbarlich so viel, dessen im zeitlichen Leben sein kann, und rede mit ihm nicht, dass ich ihm dunkle Gesichte vorstellte, denen er erst lange nachdenken und forschen müsste, was sie bedeuteten: Sondern ich offenbare mich ihm so viel, die menschliche Schwachheit leiden kann, und erkläre ihm meine Meinung ausdrücklich.

9. Und der Zorn des Herrn ergrimmte über sie und wandte sich weg.

wandte sich: Das ist: Wie sie noch alle beide da standen und eher sie dem Herrn etwas antworten konnten, hat sich die Wolke von der Hütte wiederum über sich gezogen und ist aufwärts von ihnen weggefahren. Damit Gott anzeigen wollen, dass er heftig über sie zürne und nicht Wert achte, dass sie mit ihm reden sollten.

10. Dazu die Wolke wich auch von der Hütte. Und siehe, da war Mirjam aussätzig wie der Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam und wird gewahr, dass sie aussätzig ist,

aussätzig: Ist also auf des Herrn schelten alsbald die Strafe erfolgt und war Mirjam die vornehmste Verursacherin dieses Handels, welche den Aaron danach auch dazu gereizt und mit ins Spiel gebracht hatte.

11. und sprach zu Mose: Ach, mein Herr, lass die Sünde nicht auf uns bleiben, damit wir närrisch getan und uns versündigt haben,

lass die: Das ist: Ich bitte dich, verzeihe uns, dass wir dich beleidigt haben und hilf, dass wir von wegen unserer Sünde nicht elendiglich sterben und umgekommen müssen, wie wir mit unserer Torheit und Frevel wohl verschuldet hätten: Darum tue eine Fürbitte für uns bei dem Herrn.

12. dass diese nicht sei wie ein Totes, das von seiner Mutter Leib kommt; es hat schon die Hälfte ihres Fleisches gefressen.

Totes: Das ist: Dass diese Aussätzige nicht sei wie ein lebendiges Aas oder wie eine Missgeburt, davor sich andere scheuen müssen, darum halt mit deinem Gebet an und komm uns beizeiten zu Hilfe.

gefressen: Das ist: Der Aussatz hat schon ein gutes Teil am Leibe eingenommen und ist die Gefahr dabei, wenn es lange ansteht, dass es weiter um sich greife und alles an ihr vergifte. [Denn es soll sich einer des anderen Unfall annehmen und zu Herzen gehen lassen, besonders wenn unsere Freunde in Unglück stecken, dass wir ihnen mit Rat und Tat beistehen.)

13. Mose aber schrie zu dem Herrn und sprach: Ach Gott, heile sie!

heile sie: Das ist: Vergib ihr die begangene Sünde nach deiner großen Güte und mache sie wiederum los vom Aussatz. [Denn wir sollen für die bitten, welche uns beleidigt haben.)

14. Der Herr sprach zu Mose: Wenn ihr Vater ihr ins Angesicht gespien hätte, sollen sie nicht sieben Tage sich schämen? Lass sie verschließen sieben Tage außerdem Lager, danach lass sie wieder aufnehmen.

sprach: Ich will ihr zwar die Sünde nachlassen und vom Aussatz gesund machen. Aber doch ihr auch nicht so gleich aufwischen.

ihr Vater: Dass er sich über sie heftig erzürnt, weil sie große Ursache dazu geben.

schämen: Dass sie sich nicht dürfte vor ihm sehen lassen. Darum, weil sie mich, ihren himmlischen Vater, zu Zorn gereizt und dazu verursacht hat, dass ich ihr eine Plage anhängen müssen, so ist es richtig, dass sie etliche Tage sich innen halte und nicht unter die anderen reinen und gesunden Leute ausgehe.

verschließen: An einem besonderen Ort, wie man den Aussätzigen zu tun pflegt, bis man sehe, dass sie allerdings vom Aussatz gereinigt sei.

aufnehmen: Unter die Gemeinde der Kinder Israel.

15. Also wurde Mirjam sieben Tage verschlossen außer dem Lager. Und das Volk zog nicht fürder, bis Mirjam aufgenommen wurde.

verschlossen: Und ist dergestalt mit der Krankheit des Aussatzes gestraft und vor dem ganzen Volk Israel schamrot gemacht worden, weil sie sich ihrer Gaben überhebt und den getreuen Diener Gottes Mose verachtet hatte. Auch ihres Geschlechts halben, dass sie vom Volk Israel hergekommen war, stolziert und damit geprangt, die Mohrin aber dagegen nichts wollen gelten lassen. [Darum soll sich keiner seines Geschlechts oder anderer Gaben, die er an ihm befindet, überheben: Noch den frommen Dienern Gottes mutwillig und stolz sich widersetzen.)

16. danach zog das Volk von Hazeroth und lagerte sich in die Wüste Paran.


Das 13. Kapitel


1. Es werden Kundschafter ins Land Kanaan ausgeschickt, welche eine große Weintraube und andere köstliche Früchte wieder zurück mit sich bringen: Referieren meistenteils wieder und bestehen auf der Meinung, das Land sei nicht zu überwältigen v. 2. 2. Daher das Volk zu murren und zu meutern anfängt, welches Josua und Kaleb begehren zu stillen v. 32.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

danach: Wie Mirjam wiederum vom Aussatz gesund geworden war.

2. Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Kindern Israel geben will, aus jeglichem Stamm ihrer Väter einen vornehmlichen Mann.

und der: Wie die Kinder Israel nicht weit mehr vom Lande Kanaan waren, begehrten sie von Mose, dass er Kundschafter vorher schicken soll, welche alles erkundigten und wiedersagten, durch welchen Weg sie am besten ins selbe Land kommen könnten und was man für Städte am Ersten einnehmen müsste. Denn dass dies des Volkes und nicht Mose oder Gottes Vorschlag gewesen, ist aus dem ersten Kapitel des fünften Buches klar zu sehen. Und hat Gott solche Begehren des Volkes nicht abgeschlagen, sondern, da ihn Mose deshalb Rats gefragt, es zugeben und geschehen lassen.

3. Mose, der sandte sie aus der Wüste Paran nach dem Wort des Herrn, die alle vornehmliche Männer waren unter den Kindern Israel.

erkunden: Das ist: Alles fleißig erforschen, wie man das Land anfallen und einnehmen müsse.

vornehmlichen: Das ist: Du sollst aus einem jeden Stamm einen Hauptmann oder Obersten zu solchem Handel und Verrichtung erwählen, die dazu tauglich und geschickt sind und deren Zeugnis und Aussage bei dem israelitischen Volk ein Ansehen habe und etwas gelte. [Denn weil Gott rechtmäßige Kriege zu führen zulässt, so ist ihm auch der Kundschafter Verrichtung an ihr selbst nicht zuwider.)

4. Und hießen also: Sammua, der Sohn Zakurs, des Stammes Ruben;

Nicht zwar die obersten Fürsten der Stämme, deren zuvor Kapitel 1. und 7. gedacht wurde, aber doch sonst ansehnliche tapfere Männer.

5. Saphat, der Sohn Horis, des Stammes Simeon

6. Kaleb, der Sohn Jephunnes, des Stammes Juda;

7. Igeal, der Sohn Josephs, des Stammes Isaschar;

8. Hosea, der Sohn Nuns, des Stammes Ephraim;

9. Palti, der Sohn Raphus, des Stammes Benjamin;

10. Gadiel, der Sohn Sodis, des Stammes Sebulon;

11. Gaddi, der Sohn Susis, des Stammes Josef von Manasse;

12. Ammiel, der Sohn Gemallis, des Stammes Dan;

Manasse: Denn des Josephs war in zwei andere abgeteilt: Als Ephraim und Manasse.

13. Sethur, der Sohn Michaels, des Stammes Asser;

14. Nahebi, der Sohn Vaphsis, des Stammes Naphthali;

15. Guel, der Sohn Machis, des Stammes Gad.

16. Das sind die Namen der Männer, die Mose aussandte, zu erkunden das Land. Aber den Hosea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua.

17. Da sie nun Mose sandte, das Land Kanaan zu erkunden, sprach er zu ihnen: Zieht hinauf an den Mittag und geht auf das Gebirge;

Josua: Mit etwas veränderten Buchstaben. Und ist so viel gesagt, als des Herrn Heil anzuzeigen, dass Gott durch ihn seinem Volk Hilfe tun wolle.

18. und beseht das Land, wie es ist, und das Volk, das darin wohnt, ob es stark oder schwach, wenig oder viel ist;

19. und was für ein Land ist, darin sie wohnen, ob es gut oder böse sei; und was für Städte sind, darin sie wohnen, ob sie in Gezelten oder Festungen wohnen;

stark oder: Das ist: ob es streitbare Kriegsleute oder verzagte Weichling sind, die kein Herz haben.

20. und was für Land sei, ob es fett oder mager sei, und ob Bäume darin sind, oder nicht. Seid getrost und nehmt die Früchte des Landes. Es war aber eben um die Zeit der ersten Weintrauben.

gut oder: Das ist: Ob es wohl erbaut ist oder unerbaut und wüste liegt.

Städte: Ob man sie leicht erobern könne oder ob sie wohl verwahrt und befestigt sein.

21. Sie gingen hinauf und erkundeten das Land von der Wüste Zin bis gen Rehob, da man gen Hamath geht.

fett oder: ob es fruchtbar oder unfruchtbar sei, dass es einem die Arbeit belohnen möge.

Bäume: Denn man nicht allein fruchtbare Bäume haben muss, sondern man kann auch andere in Wäldern, so keine Frucht bringen, nicht entbehren zur Aufenthaltung dieses zeitlichen Lebens, weil man Bau- und Brennholz auch haben muss.

Seid getrost: Unterfangt euch der Sachen mit unerschrockenem Herzen.

Früchte: Daraus wir abnehmen und urteilen können, wie fruchtbar es sei.

es war: Nämlich da sie auszogen.

ersten: Also dass sie gute Gelegenheit gehabt, von den Früchten des Landes Wahrzeichen mit sich zu bringen.

22. Sie gingen auch hinauf gegen den Mittag und kamen bis gen Hebron; da war Ahiman, Sesai und Thalmai, die Kinder Enaks Hebron aber war sieben Jahre gebaut vor Zoan in Ägypten.

da man: Das ist: Durch welchen Ort man ziehen muss, wenn man gen Hamath will.

23. Und sie kamen bis an Bach Eskol und schnitten dort eine Rebe ab mit einer Weintraube und ließen sie zwei auf einem Stecken tragen, dazu auch Granatäpfel und Feigen.

Mittag: Wie ihnen Mose befohlen hatte.

Enak: Der von der Riesen Geschlechter war.

vor Zoan: Darum es eine alte Stadt war.

24. Der Ort heißt Bach Eskol um der Traube willen, die die Kinder Israel dort abschnitten {5Mos 1v24}.

Bach Eskol: Welcher Ort später von dieser geschieht, so dabei sich zugetragen, den Namen empfangen wie aus dem Folgenden klar zu sehen.

Weintrauben: Die unter anderen der größten und besten eine war.

Stecken tragen: Damit sie nicht zerdrückt würde und dem israelitischen Volk mit desto mehr Verwunderung könnte vorgezeigt werden.

25. Und sie kehrten um, da sie das Land erkundet hatten, nach vierzig Tagen,

Eskol: (nach Luther)Heißt ein Drauben, daraus wird der Draubenbach.

Kinder Israel: Nämlich die Kundschafter so von Mose dahin gesandt waren.

26. gingen hin und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel in die Wüste Paran gen Kades; und sagten ihnen wieder und der ganzen Gemeinde, wie es stünde, und ließen sie die Früchte des Landes sehen.

Kades: Welches ein Ort war in der Wüste Paran gelegen.

ihnen: Nämlich Mose und Aaron, was sie gesehen hatten.

Früchte: Als den Weintrauben, welche von ihrer zwei auf einen Stecken getragen wurde samt den Granatäpfeln und Feigen.

27. Und erzählten ihnen und sprachen: Wir sind ins Land kommen, dahin ihr uns sandtet, da Milch und Honig innen fließt, und dies ist ihre Frucht;

fließt: Es ist ganz ein gut und fruchtbar Land.

28. ohne dass stark Volk darin wohnt, und sehr große und feste Städte sind; und sahen auch Enaks Kinder dort.

stark Volk: Die wir nicht werden überwinden können.

feste: Die wir nicht werden können erobern.

Enaks Kinder: Große und schreckliche Riesen.

29. So wohnen die Amalekiter im Lande gegen Mittag, die Hethiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und um den Jordan.

Amalekiter: Ein streitbares Volk.

Und Amoriter: Welche alle miteinander sehr mächtige Völker sein.

Kanaaniter: Von welchem Volk das ganze Land den Namen hat. Darum, ob es wohl ein fruchtbar und herrlich Land ist, so können wir doch nicht wissen, wie wir es überwältigen und unter uns bringen wollen.

30. Kaleb aber stillte das Volk gegen Mose und sprach: Lasst uns hinaufziehen und das Land einnehmen; denn wir mögen es überwältigen.

Kaleb aber: Wie die Kinder Israel solchen Bericht von den Kundschaftern eingenommen hat es sie anfangen bereuen, dass sie aus Ägypten gezogen waren das Land Kanaan einzunehmen. Und waren besonders wieder Mose ihren Obersten und Heerführer heftig erbittert also dass es einem Aufruhr ganz gleich sah. Darum Kaleb einer von den Kundschaftern der Sachen zum Besten sich untersteht das Volk auf eine andere Meinung zu bringen und ihr erbittertes Gemüt und Herz zu erweichen.

Land: Welches Gott der Herr unseren Vätern und uns verheißen hat.

Überwältigen.: Mit der Hilfe Gottes, welcher uns, wenn wir in unseren Beruf wandeln und einhergehen, nie verlassen wird.

31. Aber die Männer, die mit ihm waren hinaufgezogen, sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen das Volk, denn sie sind uns zu stark

die Männer: Ausgenommen Josua, der Sohn Nun, der es mit Kaleb gehalten und dem Volk eine gute Hoffnung gemacht, wie aus dem später folgenden 14. Kapitel zu sehen.

das Volk: Welches im Lande Kanaan wohnt.

zu stark: Denn sie übertreffen uns an Größe des Leibes und an der Menge, darum ist es vergebens, dass wir hinauf ziehen wollen, und steht uns unser Verderben darauf.

32. und machten dem Lande, das sie erkundet hatten, ein böses Geschrei unter den Kindern Israel und sprachen: Das Land, dadurch wir gegangen sind zu erkunden, frisst seine Einwohner; und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von großer Länge.

böse Geschrei: Das ist: Alles was sie vorbrachten von dem Zustande des Landes Kanaan, war nur dahin gerichtet, dass es den Kindern Israel erleidet, würde.

frisst: Es ist ungesund und findet man wenig alte Leute darin. Welches doch nicht des Landes, sondern der gottlosen Einwohner schuld war, die Gott um ihres bösen Lebens willen zu keinem hohen Alter kommen ließ.

großer Länge.: Darum ist es umsonst, dass ihr euch eine Hoffnung macht, solches Land einzunehmen, und ist viel besser, wir kehren wiederum nach Ägypten, als dass wir hier in der Wüste elendiglich verschmachten, oder wenn wir ins Land Kanaan ziehen von den Einwohnern jämmerlich erwürgt werden.

33. Wir sahen auch Riesen darin, Enaks Kinder von den Riesen; und wir waren vor unseren Augen als die Heuschrecken, und also waren wir auch vor ihren Augen.

Unseren Augen: Das ist: Wir dachten nichts anderes, als ob wir kleine geringe Würmlein gegen ihnen gewesen wären, dafür sie uns auch hielten und ansahen. [Der gleichen Gedanken erregt der Satan auch noch in den frommen Herzen, sonderlich, wenn wir durch die ungeheure Wüste des Todes zum ewigen und himmlischen Vaterland eingehen sollen. Dessen malet uns unsere Sünden so groß und schrecklich vor, dass wir uns nicht anders besorgen, denn sie werden uns den Eingang zum Himmelreich versperren und wehren und seien wir viel zu schwach und gering dazu, als dass wir das ewige Leben erlangen können. Aber wir sollen solchen falschen und erlogenen Versuchungen, die Verheißungen des Evangeliums, samt der Güter und Wahrheit Gottes vorhalten, auf dass wir mit Kaleb und Joshua ins gelobte Land des ewigen Lebens als unser verheißen Erbe einkommen mögen.


Das 14. Kapitel


1. Die aufrührerischen Israeliten wollen Mose und Aaron steinigen und wieder in Ägypten umkehren v. 1. 2. Mose tut bei Gott eine Fürbitte, da er über das Volk so erzürnt war, dass er sie vertilgen wollte, darauf ihnen zwar die Sünde verziehen, aber der Eingang des Landes Kanaan abgeschlagen wird v. 13. 3. Des folgenden Tages unterstehen sie sich wieder Gottes Willen, mit bewaffneter Hand hineinzuziehen, darüber sie von den Amalekitern und Kanaanitern geschlagen werden v. 39.

1. Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die Nacht {5Mos 1v27 Ps 106v25}.

fuhr: Das ist: Es erzeigte sich das ganze Volk aufrührerisch.

weinte: Vor Unmut und Ungeduld.

2. Und alle Kinder Israel murrten wider Mose und Aaron; und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach, dass wir in Ägyptenland gestorben wären, oder noch stürben in dieser Wüste!

3. führt uns der Herr in dies Land, dass unsere Weiber durch das Schwert fallen und unsere Kinder ein Raub werden? Ist es nicht besser, wir ziehen wieder nach Ägypten?

Raub werden: Nämlich den Einwohnern im Lande.

in Ägypten: Denn sie hatten bereits alle des Unglücks und Jammers vergessen, so ihnen in Ägypten begegnet war, und gedachten nicht an die Guttaten, die sie durch Mose von Gott empfangen hatten. [Also haben ihrer etliche zur Zeit des Interims viel lieber zum Papsttum wiederum schreiten wollen als von dem Bekenntnis des Evangeliums willen etwas Gefahr ausstehen oder Schaden leiden.)

4. Und einer sprach zu dem anderen: Lasst uns einen Hauptmann aufwerfen und wieder nach Ägypten ziehen!

5. Mose aber und Aaron fielen auf ihr Angesicht vor der ganzen Versammlung der Gemeinde der Kinder Israel.

ihr Angesicht: Das ist: Sie sind dem Volk zu Fuß gefallen und haben sie zum höchsten gebeten, dass sie doch nicht eine solche Übeltat begehen wollten, sondern vielmehr der göttlichen Guttaten, die sie bisher empfangen, sich erinnerten und dadurch aufmunterten, dass sie ins verheißene Land Kanaan zögen. [Denn Mose wusste wohl, dass solche Leute, die voller Zorns und Grimms waren, mit rauen Worten nicht würden können richtig gebracht werden.)

6. Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider

Josua: Der auch Mose Diener war.

erkundet: Denn sie beide neben anderen zehn dazu erwählt und ausgeschickt wurden.

zerrissen: Dadurch sie ihr Herzeleid und der anderen unbefugten Sache zu verstehen gaben.

7. und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das Land, das wir durchwandelt haben, zu erkunden, ist sehr gut.

sehr gut: Und wohl wert, dass man sich darum annehme und keine Mühe noch Arbeit daran spare.

8. Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dasselbe Land bringen und uns geben, das ein Land ist, da Milch und Honig innen fließt.

geben: Darum wir an desselben Überwältigung keinen Zweifel tragen sollen.

9. fallt nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht; denn wir wollen sie wie Brot fressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen; der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!

nicht aber: Damit er nicht erzürnt werde, die Hand von uns abziehe und uns verlasse.

gewichen: Das ist: Gott hat ihnen allen Mut, Rat und Glück entzogen und von ihnen genommen.

mit uns: Dass er für uns streiten wird.

10. Da sprach das ganze Volk, man solle sie steinigen. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn in der Hütte des Stifts allen Kindern Israel.

steinigen: Denn sie fuhren in ihrem Geschrei immer fort und kehrten sich wenig daran, was Josua mit ihnen redet, ja wurden dadurch nur desto heftiger wider Mose und Aaron, erbittert also, dass die vier in großer Gefahr ihres Lebens standen.

erschien: Das ist: Gott ließ seine Gegenwart klärlicher und herrlicher sehen, denn sonst und hat sich vielleicht die Wolke bis in die Hütte herabgelassen.

allen Kindern: Damit sie von ihrer unsinnigen Weise und bösem Vorhaben abgeschreckt würden und die frommen Leute solcher Todesgefahr entgingen. Ist also hierdurch des Volkes Wüten und Toben gestillt worden. [Denn Gott hilft zu rechter Zeit.)

11. Und der Herr sprach zu Mose: Wie lange lästert mich das Volk, und wie lange wollen sie nicht an mich glauben durch allerlei Zeichen, die ich unter ihnen getan habe?

wie lange: Das ist: Wie lange soll ich die Lästerungen dieses undankbaren Volkes dulden?

12. So will ich sie mit Pestilenz schlagen und vertilgen und dich zum größeren und mächtigem Volk machen, denn dies ist {5Mos 32v10}.

so will: Nämlich weil ich sehe, dass es so ganz unbändig ist und sich nicht will weisen lassen.

und dich.: Das ist: Wenn ich dies Volk allerdings vertilgt und ausgerottet habe, so will ich deine Nachkommen also mehren und ausbreiten, dass sie an Macht und Menge dies Volk weit über treffen sollen. Denn weil ich in nicht viel Jahren des Patriarchen Jacobs Geschlecht also vermehren können, dass alle dies Volk von ihm hergekommen ist, so kann ich deine Nachkommen eben sowohl und noch weiter mehren und ausbreiten. [Denn es darf sich der Sorge ganz und ganz nicht, dass Gott nicht soll können ein anderes Volk finden, so ihm diene, wenn wir ihm nicht folgen und gehorsamen wollen.)

13. Mose aber sprach zu dem Herrn: So werden es die Ägypter hören; denn du hast dies Volk mit deiner Kraft mitten aus ihnen geführt.

Mose aber: Die Bedrohung Gottes war besonders der Ursache halben von Gott vorgebracht worden, damit Mose Anlass gegeben würde, für das Volk zu bitten, und also seine Liebe und Treue jedermann kundwürde, der sein selbst eigenes Glück geringer achtete als des Volkes Wohlfahrt, welche er ihm viel mehr als alles andere angelegen sein ließ.

hören: Wie du dies Volk umgebracht hast und sich von Herzen darüber freuen, dass die Israeliten, da sie der ägyptischen Dienstbarkeit entfliehen wollen, in viel einen größeren Jammer und ins Verderben geraten sind, darum so möchtest du schonen und solches nicht tun.

14. Und man wird sagen zu den Einwohnern dieses Landes, die da gehört haben, dass du, Herr, unter diesem Volk seist, dass du von Angesicht gesehen wirst, und deine Wolke stehe über ihnen, und du, Herr, gehst vor ihnen her in der Wolkensäule des Tages und Feuersäule des Nachts {2Mos 13v21 Ps 106v23};

gesehen: Denn du bist mir und den Ältesten deines Volkes in einer sichtbaren Gestalt erschienen {2Mos 24}. Dazu offenbarst du dem ganzen Volk deine Gegenwart, nachdem es dieselbe erdulden kann, durch die Wolke.

stehe: Wenn sie ihr Lager an einem Ort aufgeschlagen haben.

gehst: Wenn sie fortreisen sollen.

15. und würdest dies Volk töten wie einen Mann, so würden die Heiden sagen, die solche Geschrei von dir hörten, und sprechen:

die Heiden: Welche dein Gerücht gehört, wie herrlich du die Kinder Israel ausgeführt und bisher geleitet hast, daher sie sich für deinen herrlichen Namen entsetzt.

sagen: Das ist: Alsdann wird es geschehen, dass beides die Ägypter und Kanaaniter über den Untergang deines Volkes jubilieren und sich von Herzen freuen werden. Die Ägypter zwar, dass sie zu ihrem Unglück von ihnen geflohen: Die Kanaaniter aber, dass sie nicht zu ihnen kommen, noch aus ihrem Lande sie vertreiben können. Darum, obgleich dies Volk nicht wert ist, dass du seiner schonen solltest, so schone doch deines herrlichen Namens, damit derselbe unter den Heiden nicht verlästert werde. [Und dies ist das allerkräftigste Anhalten der Frommen in ihrem Gebet, damit sie Gott bewegen können, dass er seinen Zorn fallen lasse, wenn sie ihm vorhalten, dass er seines Namens Ehre retten und rächen wolle.)

16. Der Herr konnte mitnichten das Volk ins Land bringen, das er ihnen geschworen hatte, darum hat er sie geschlachtet in der Wüste {5Mos 9v28}.

17. So lass nun die Kraft des Herrn groß werden, wie du gesagt hast, und gesprochen:

groß werden: Das ist: Wie du bis daher deine große Kraft und Macht erzeigt hast, dies Volk zu erhalten: Also möchtest du zukünftig nicht ablassen, sondern immer fortfahren mit deinen großen Taten und Wundern, auf dass dein Name auch unter den Heiden bekannt und gepriesen werde.

gesprochen: 2. Mose. 34. seien also die folgende Rede nicht Mose eigenes Wort, sondern des Sohnes Gottes, welche Mose am vorgemeldeten Ort von ihm gehört hatte, da derselbe seines ewigen Vaters Zunamen und Titel erzählt: Solche setzt Mose jetzt und dem göttlichen Zorn aus Glauben entgegen, denselben damit zu stillen.

18. Der Herr ist geduldig und von großer Barmherzigkeit und vergibt Missetat und Übertretung und lässt niemand ungestraft, sondern heimsucht die Missetat der Väter über die Kinder ins dritte und vierte Glied {2Mos 34v6 v7 Ps 86v15 103v8 145v8 2Mos 20v5 5Mos 5v9}.

ist geduldig: Oder langmütig.

Barmherzigkeit: Das ist: Der sich der Leute immer erbarmt, sofern sie nur ernstliche Buße tun.

ungestraft: Das ist: Für welches Gericht alle Menschen Sünder und strafwürdig sein, dass keiner sich seiner Gerechtigkeit halben für ihm rühmen könne, sondern jedermann sich für ihm demütigen und seiner Gnaden leben muss.

Glied: Das ist: Gott straft der gottlosen Eltern böse Kinder und Nachkommen nur desto härter. Denn er ist gegen den Bußfertigen barmherzig und straft die Unbußfertigen ernstlich.

19. So sei nun gnädig der Missetat dieses Volkes nach deiner großen Barmherzigkeit, wie du auch vergeben hast diesem Volk aus Ägypten bis hierher.

so sei: Jetzt fußt Mose auf die Verheißungen, so er vom Sohn Gottes gehört hatte, und gründet seine Rede darauf, damit er Gott versöhnen und zur Barmherzigkeit bewegen möge.

nach deiner: Das ist: Weil du dich in deinem Wort geoffenbart hast, dass du sehr barmherzig bist, so beweise dasselbe jetzt mit der Tat und erzeige ein Beispiel solcher deiner großen Barmherzigkeit. [Wird also unser Herr Gott etlichermaßen gleichsam gezwungen, wenn wir seine göttliche Verheißungen ihm vorhalten und aus wahrem Glauben ihn darüber anrufen.)

bis hierher: Das ist: Du hast bereits so oft diesem Volk ihre Sünde verziehen. So bitte ich dich, du wollest dich noch diesmal auch gnädig finden lassen und des Erbarmens nicht müde oder überdrüssig werden.

20. Und der Herr sprach: Ich hab es vergeben, wie du gesagt hast.

gesagt hast] Das ist: Ich will dich deiner Bitte gewähren und sie nicht allerdings von meinem Angesicht verstoßen, wie sie die ewige Verdammnis ganz wohl verdient hätten.

21. Aber so wahr als ich lebe, so soll alle Welt der Herrlichkeit des Herrn voll werden.

ich lebe: Das ist: Ich schwöre dir bei meinem Leben, dass ob ich sie wohl nicht ewig verdammen will um ihrer begangenen Sünde willen, so will ich doch ein ernstes Beispiel der zeitlichen Strafe an solchen widerspenstigen Leuten sehen lassen, damit ich bei jedermann meines heiligen Namens Ehre rette, der sonst in Verachtung käme.

22. Denn alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich getan habe in Ägypten und in der Wüste, und mich nun zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben,

getan habe: Dass ich mit denselben meine Majestät und Herrlichkeit den Kindern Israel kundtat.

zehnmal: Das ist: Sie haben meine Langmütigkeit nun oft und vielmal missbraucht und auf mancherlei Weise mich zu Zorn gereizt.

23. deren soll keiner das Land sehen, das ich ihren Vätern geschworen habe; auch keiner soll es sehen; der mich verlästert hat {4Mos 26v65 5Mos 1v34 Ps 95v10},

geschworen habe: Wie ich es ihren Nachkommen zustellen und geben wolle.

24. Aber meinen Knecht Kaleb, darum dass ein anderer Geist mit ihm ist und hat mir treulich nachgefolgt, den will ich in das Land bringen, darin er kommen ist, und sein Same soll es einnehmen {Jos 14v8 v9},

anderer Geist: Das ist: Weil er von dem Heiligen Geist besonders geführt wird und mit rechtschaffenem Herzen fest an mich gehalten hat.

25. dazu die Amalekiter und Kanaaniter, die im Grunde wohnen. Morgen wendet euch und zieht in die Wüste auf dem Wege zum Schilfmeer.

Grunde wohnen: Nämlich die wird Kaleb vertreiben und solches Land seinen Nachkommen zu bewohnen übergeben.

wendet euch: Das ist: Zieht wieder hinter sich dem Schilfmeer zu, dass ihr dem gelobten Lande den Rücken kehrt, weil ihr nicht hinein gewollt habt. Dies ist den Kindern Israel eine traurige Botschaft gewesen, aber die sie mit ihren Sünden wohl verschuldet hatten. [Und hat Gott wollen den Kindern Israel auch nach der Verzeihung ihrer Sünden so viel die ewige Verdammnis belangt nichtsdestoweniger eine leibliche Strafe auflegen, auf dass er sie und uns lehrte, Gott fürchten damit wir nicht auf Hoffnung, als würde es uns ungestraft hingehen und dass wir uns ganz zu sehr auf die Barmherzigkeit Gottes verlassen, wollten mutwillig sündigen.)

26. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

redete: Nämlich von derselben Sache weitläufiger.

27. Wie lange murrt diese böse Gemeinde wider mich? Denn ich habe das Murren der Kinder Israel, das, sie wieder mich gemurrt haben, gehört {5Mos 1v27 Ps 106v25},

gehört: Und kann nicht länger zusehen noch es ungestraft hingehen lassen.

28. Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich will euch tun, wie ihr vor meinen Ohren gesagt habt.

gesagt habt] Da ihr euch gewünscht, dass ihr viel lieber in dieser Wüste sterben wolltet als ins verheißene gelobte Land ziehen.

29. Eure Leiber sollen in dieser Wüste verfallen; und alle, die ihr gezählt seid von zwanzig Jahren und darüber, die ihr wieder mich gemurrt habt,

verfallen: Dass ihr sterben sollt.

und darüber: Was zum Kriege tüchtig ist.

30. sollt nicht in das Land kommen, darüber ich meine Hand gehoben habe, dass ich euch darin wohnen ließe, ohne Kaleb, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns {4Mos 1v2 26v65 32v11}.

gehoben habe: Da ich darüber geschworen und mit einem Eid euren Vätern verheißen habe, dass ich es ihren Nachkommen geben wollte.

31. Eure Kinder, davon ihr sagtet: Sie werden ein Raub sein, die will ich hineinbringen, dass sie erkennen sollen das Land, das ihr verwerft.

Raub sein: Wenn ihr ins Land Kanaan ziehen würdet, welches ich euch verheißen habe, dass ihr es einnehmen solltet.

32. Aber ihr samt euren Leibern sollt in dieser Wüste verfallen.

33. Und eure Kinder sollen Hirten sein in der Wüste vierzig Jahre und eure Hurerei tragen, bis dass eure Leiber alle werden in der Wüste {Ps 95v10 v11 Hes 4v6 Hebr 3v17},

Hirten sein: Bis ihr immer aufgeräumt werdet und dahinsterbt, so sollen unterdes eure Kinder mit der Viehzucht in der Wüste umgehen, weil sie keine Städte haben, darin sie wohnen könnten.

Hurerei tragen: Das ist: Sie müssen eure Bosheit auch entgelten und der Strafen etlichermaßen teilhaftig werden, die ich euch antun will, weil ihr eure Herzen von mir abgewandt und euch mit allerlei Sünde, besonders aber mit dem Unglauben und Ungeduld besudelt habt.

alle werden: Unterdes werden eure Kinder im Elend herumziehen müssen.

34. Nach der Zahl der vierzig Tage, darin ihr das Land erkundet habt, je ein Tag soll ein Jahr gelten, dass sie vierzig Jahre eure Missetat tragen, dass ihr inne werdet, was es sei, wenn ich die Hand abziehe.

gelten: Das ist: In wie vielen Tagen ihr das Land Kanaan erkundet habt, so viele Jahre sollt ihr noch in der Wüste verharren.

tragen: Das ist: Ihr sollt die Strafen eurer Sünden ausstehen, zum Teil in eigener Person, zum Teil auch an euren Kindern und Nachkommen.

Hand abziehe: Das ist: Da ich euch ins verheißene Land Kanaan einführen wollen, habt ihr euch angewidert und so viel an euch meinen Ratschlag zunichtegemacht: Jetzt, da ihr gleich hinein begehrt, so soll es euch fehlen. Und will euch wiederum verhindern und alle eure Anschläge zunichtemachen, damit ihr ein anderes Mal meinem Wort nicht so leicht verachtet und in Wind schlagt, wenn ihr seht und erfahrt, dass euch niemand helfen kann als ich.

35. Ich, der Herr, hab es gesagt, das will ich auch tun aller dieser bösen Gemeinde, die sich wider mich empört hat. In dieser Wüste sollen sie alle werden und darin sterben.

empört: Denn sie sich nicht allein wieder Mose und Aaron gesetzt, sondern haben sich auch wieder mich aufgeworfen.

36. Also starben durch die Plage vor dem Herrn alle die Männer, die Mose gesandt hatte, das Land zu erkunden, und wiederkommen waren und dagegen murren machten die ganze Gemeinde {1Kor 10v10 Hebr 3v17},

starben] Damit die Kinder Israel ein unfehlbares und klares Beispiel hätten der göttlichen Strafe und Rache.

37. damit, dass sie dem Lande ein Geschrei machten, dass es böse wäre.

böse wäre: Nämlich, dass es ungesund wäre und nicht könnte überwältigt werden.

38. Aber Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, blieben lebendig aus den Männern, die gegangen waren, das Land zu erkunden.

lebendig: [Denn Gott kann und pflegt die rechtschaffenen gottseligen und Frommen auch mitten unter der Gottlosen Strafe zu erhalten und erretten.)

39. Und Mose redete diese Worte zu allen Kindern Israel. Da trauerte das Volk sehr {5Mos 1v41},

Wort: Nämlich, dass alle die, welche gemurrt hatten, nicht ins verheißene Land kommen sollten, sondern in der Wüste sterben würden.

trauerte: Denn sie über solche Zeitung von Herzen erschrocken sein.

40. und machten sich des Morgens frühe auf und zogen auf die Höhe des Gebirges und sprachen: Hier sind wir und wollen hinaufziehen an die Stätte, davon der Herr gesagt hat; denn wir haben gesündigt.

Und machten: Nachdem es sie bereuten, dass sie zuvor nicht hinauf ziehen noch das Land einnehmen wollen und das strenge Urteil Gottes zu Gemüte führen, unterstehen sie sich jetzt, die Sünde des vorigen Tages und ihr Misstrauen mit einer Verwegenheit zu verbessern.

Gebirges: Auf welchem die Amalekiter und Kanaaniter wohnten.

gesündigt: Dass wir nicht auf den göttlichen Befehl bald fortgezogen sind, darum wollen wir jetzt unseren Fehler verbessern. [hier sieht man dieses Volkes unsinniges und widerspenstiges Wesen: Zuvor wollten sie ganz verzagen, jetzt sind sie ganz zu frech. Denn die menschliche Vernunft weiß kein Maß zu halten, sobald sie von dem vorgeschriebenen Worte Gottes abweicht. Darum sollen wir das Wort Gottes unserer Füße Leuchte sein lassen, damit wir nicht weder zur Rechten noch zur Linken abweichen.)

41. Mose aber sprach: Warum übergeht ihr also das Wort des Herrn? Es wird euch nicht gelingen.

übergeht: Denn zuvor, da ihr ziehen solltet, so wolltet ihr nicht, jetzt aber, weil es euch verboten wird, so begehrt ihr fortzuziehen.

gelingen: eurer Vorhaben wird keinen Fortgang gewinnen und wird euch nicht wohl darüber ergehen.

42. Zieht nicht hinauf, denn der Herr ist nicht unter euch; dass ihr nicht geschlagen werdet vor euren Feinden.

ist nicht: Das ist: Er wird euch nicht beistehen noch Hilfe leisten, darum ihr keinen glücklichen Krieg führen werdet. Ist deswegen mein Rat, dass ihr wolltet ruhig sein und still bleiben.

43. Denn die Amalekiter und Kanaaniter sind vor euch dort, und ihr werdet durch das Schwert fallen, darum dass ihr euch vom Herrn gekehrt habt; und der Herr wird nicht mit euch sein.

und Kanaaniter: Als zwei streitbare Völker.

für euch: Mit denen ihr werdet streiten müssen.

gekehrt habt: Nämlich, damals, da er euch hieß hinaufziehen, darum ihr jetzt und weil er euch bleiben heißt, kein Glück haben werdet.

44. Aber sie waren störrisch, hinaufzuziehen auf die Höhe des Gebirges. Aber die Lade des Bundes des Herrn und Mose kamen nicht aus dem Lager.

die Lade: darin die Tafeln des Gesetzes waren, auf welchen der Bund oder das Zeugnis des Herrn geschrieben stand.

kamen nicht: Denn Mose wusste wohl, dass sie wider Gottes Willen dahin zogen, darum sie wieder den Feind nicht glücklich streiten würden. [Und sollen wir hierbei lernen, dass wir dem Gottlosen in seiner unvernünftigen Sache nicht beistehen, damit wir nicht seiner entgelten müssen und mit ihm gestraft werden.)

45. Da kamen die Amalekiter und Kanaaniter, die auf dem Gebirge wohnten, herab, und schlugen und zerschmissen sie bis gen Horma.

Horma: Welcher Ort von dieser Geschichte später also ist genannt worden und so viel heißt als eine Verfluchung oder Verbannung, weil viele Israeliten darin umgekommen und ohne alle Barmherzigkeit sind erschlagen worden. [Einen solchen Ausgang pflegen dergleichen Kriege zu haben, die man aus Mutwillen und ohne rechtmäßige Ursache vornimmt.)


Das 15. Kapitel


1. Erstlich wird etwas von den Speiseopfern und Erstlingen hinzugesetzt v. 1. 2. Danach wird angezeigt, wie man die Sünde versöhnen soll, so aus Unwissenheit begangen werden v. 22. 3. Welche aber aus Mutwillen geschahen und da man Gott verachtet, die konnten mit Opfern nicht versöhnt werden v. 30. 4. Darauf wird befohlen, dass die Israeliten an den Säumen ihrer Kleider gefärbte Schnürlein tragen sollten, bei welchen sie sich des Gehorsams gegen das Gesetz Gottes zu erinnern v. 37.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land eurer Wohnung kommt, das ich euch geben werde,

Wohnung: Dass ihr es bewohnen sollt. Redet aber besonders mit denen, welche das zwanzigste Jahr noch nicht erreicht hatten, denn den anderen war gesagt, dass sie in der Wüste sterben sollten.

3. und wollte dem Herrn Opfer tun, es sei ein Brandopfer oder ein Opfer zum besonderen Gelübde, oder ein freiwilliges Opfer, oder eurer Festopfer, auf dass ihr dem Herrn einen süßen Geruch macht von Rindern oder von Schafen:

Gelübde: Das ihr dem Herrn gelobt habt.

freiwillig: Dazu ihr durch kein Gesetz gebunden seid. Aber von den Zeremonien und Bedeutungen der Opfer ist im vorigen dritten Buch genug gesagt worden.

süßen Geruch: Das ist: Auf dass Gott einen Gefallen daran trage und sich versöhnen lasse. [Denn die Opfer des Alten Testaments bedeuteten das Opfer Christi, an welchem Gott der Vater ein solches Wohlgefallen gehabt, dass er allen Gläubigen um desselben willen will gnädig sein.)

4. wer nun seine Gabe dem Herrn opfern will, der soll das Speiseopfer tun, einen Zehnten Semmelmehls, gemengt mit Öl, eines vierten Teils vom hin,

Speiseopfer: Davon zuvor 3. Mose 2. v. 15. und Kapitel 6.

Zehnten: Nämlich ein Gomor, soviel ein Mensch auf einen Tag essen mag.

vierten Teils: Trifft ungefähr ein halbes Maß.

5. und Wein zum Trankopfer, auch eines vierten Teils vom hin, zum Brandopfer, oder sonst zum Opfer, da ein Lamm geopfert wird.

ein Lamm: Das ist: Zu einem jeden Lamm soll man so viel Öl und Wein geben wie jetzt gemeldet.

6. Da aber ein Widder geopfert wird, sollst du das Speiseopfer machen zwei Zehnten Semmelmehls, mit Öl gemengt, eines dritten Teils vom hin,

dritten Teils: Wäre etwas mehr als dreieinhalb Viertel.

7. und Wein zum Trankopfer, auch des dritten Teils vom hin. Das sollst du dem Herrn zum süßen Geruch opfern.

8. Willst du aber ein Rind zum Brandopfer oder zum besonderen Gelübde Opfer oder zum Dankopfer dem Herrn machen,

9. so sollst du zu dem Rinde ein Speiseopfer tun, drei Zehnten Semmelmehls, gemengt mit Öl, eines halben hin,

10. und Wein zum Trankopfer, auch ein halb hin. Das ist ein Opfer dem Herrn zum süßen Geruch.

11. Also sollst du tun mit einem Ochsen, mit einem Widder, mit einem Schaf, von Lämmern und Ziegen.

12. Danach die Zahl ist dieser Opfer, danach soll auch die Zahl der Speiseopfer und Trankopfer sein.

danach die Zahl: Das ist: Zu einem Lamm oder Böcklein sollst du ein Zehnten Semmelmehl nehmen und des Öls und Weins ein Viertel vom hin: Opferst du aber zwei Lämmer, so soll das vorige Maß des Speiseopfers auch gedoppelt sein. Und dreifach, wo drei Lämmer geopfert werden. Gleiche Meinung soll es auch haben, wenn man Widder oder Rinder opfern will, dass man nach der Zahl und viele der Opfer auch mehr oder weniger Speiseopfer dazu gebrauche nach seinem vorgeschriebenen Maß. [Dass man aber zu jedes Opfer auch immer besondere Speiseopfer haben müsse, ist damit angezeigt worden, dass Christus, der für uns am Kreuz ein Opfer wurde, ist durch die Wirkung des Heiligen Geistes auch unsere Speise und Trank werden soll. Wir essen aber und trinken Christus auch, wenn wir dem Evangelium glauben {Joh 6}. Und wenn wir im Heiligen Abendmahl zugleich mit Brot und Wein den wahren Leib und das wahre Blut Christi mit dem Munde empfangen zu dem Ende, dass unser Glauben dadurch gestärkt und unsere Leiber zur ewigen Seligkeit erhalten werden: Obwohl die Unwürdigen eben dieselbe Speise von wegen ihres Unglaubens zu ihrem Gericht und Verdammnis empfangen.

13. Wer ein Einheimischer ist, der soll solches tun, dass er dem Herrn opfere ein Opfer zum süßen Geruch.

14. Und ob ein Fremdling bei euch wohnt, oder unter euch bei euren Freunden ist, und will dem Herrn ein Opfer zum süßen Geruch tun, der soll tun, wie sie tun.

15. Der ganzen Gemeinde sei eine Satzung, beide euch und den Fremdlingen. Eine ewige Satzung soll das sein euren Nachkommen, dass vor dem Herrn der Fremdling sei wie ihr.

ganzen Gemeinde: Das ist: Es opfere gleich alles Volk sämtlich miteinander oder sind ihrer etliche in gewisser Anzahl oder einer allein. Er sei gleich aus den Kindern Israel gebürtig oder eines fremden und ausländischen Geschlechts, die sollen alle miteinander oder ein jeder, insbesondere immer solange das levitische Priestertum dauern wird, auf vorgeschriebene gleiche Weise ihre Opfer verrichten, dass keiner seines Gefallens etwas daran anderen dürfte. Denn es hat Gott nicht gewollt, dass einem jeden frei stünde, die Zeremonien, welche zu seinem Gottesdienst gehörten, zu ändern noch etwas davon zu tun und auszulassen oder dass er neue dazu erdenken wollte. [Denn es wird Gott mit solchen Werken und Gebräuchen vergeblich geehrt, die er nicht befohlen hat {Mt 15}.]

16. Ein Gesetz, ein Recht soll euch und dem Fremdling sein, der bei euch wohnt.

17. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

18. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land kommt, darin ich euch bringen werde,

19. dass ihr esst das Brot im Lande, sollt ihr dem Herrn eine Hebe geben;

Hebe geben: Das ist: Ihr sollt die Erstlinge eures Brotes zur Hütte bringen, welche der Priester in die Höhe heben soll.

20. Nämlich eures Teiges Erstlinge sollt ihr einen Kuchen zur Hebe geben; wie die Hebe von der Scheune,

Scheunen: Das ist: Gleichwie ihr aus den Scheunen die Erstlinge eurer Früchte dem Herrn zu bringen pflegt, dass sie der Priester in die Höhe hebe: Also sollt ihr auch mit den Erstlingen eures Gebackenes tun.

21. also sollt ihr auch dem Herrn eures Teiges Erstlinge zur Hebe geben bei euren Nachkommen.

Nachkommen: Das ist: Ihr sollt diese Weise auch auf eure Nachkommen fortpflanzen. [Wir sollen es auch mit dankbarem Herzen erkennen, dass uns unsere Speise und Nahrung vom Himmel gegeben wird und unserem gütigen Schöpfer und Ausspender davor Lob und Dank sagen und seiner Gaben recht gebrauchen.)

22. Und wenn ihr durch Unwissenheit dieser Gebote irgendeins nicht tut, die der Herr zu Mose geredet hat,

nicht tut: Das ist: Wenn ihr deren etwas nicht tut, was Gott jemals durch Mose euch geboten hat oder dergleichen etwas tut, was Mose jemals verboten hat und also sündigt, nicht zwar mutwilliger und vorsätzlicherweise, dass ihr es aus Verachtung Gottes getan, sondern aus Unvorsichtigkeit, so sollt ihr eine solche Sünde mit einem Opfer versöhnen und solches nach Gestalt und Beschaffenheit der Personen so gesündigt haben.

23. und alles, was der Herr euch durch Mose geboten hat von dem Tage an, da er anfing zu gebieten auf eure Nachkommen;

Nachkommen: Denen es ebenso wohl als euch meinte und gesagt ist.

24. wenn nun die Gemeinde etwas unwissend tat: so soll die ganze Gemeinde einen jungen Farren aus den Rindern zum Brandopfer machen zum süßen Geruch dem Herrn, samt seinem Speiseopfer und Trankopfer, wie es recht ist, und einen Ziegenbock zum Sündopfer.

recht ist: Das ist: Nach den vorgeschriebenen Zeremonien, wie dieselben kurz zuvor in diesem Kapitel gesetzt wurden.

25. Und der Priester soll also die ganze Gemeinde der Kinder Israel versöhnen, so wird es ihnen vergeben sein; denn es ist eine Unwissenheit. Und sie sollen bringen solche ihre Gabe zum Opfer dem Herrn und ihr Sündopfer vor den Herrn über ihre Unwissenheit,

26. so wird es vergeben der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, dazu auch dem Fremdlinge, der unter euch wohnt, weil das ganze Volk ist in solcher Unwissenheit.

Fremdlingen: Das ist: Es sollen auch die Fremdlinge, welche sich zu dem Volk Gottes halten dieser Versöhnung mit genießen und teilhaftig werden.

Unwissenheit: Das ist: Weil die ganze Gemeinde aus Unwissenheit und Unvorsichtigkeit gesündigt hat und ganz wiederum von seinen Sünden ist gereinigt und versöhnt worden.

27. Wenn aber eine Seele durch Unwissenheit sündigen wird, die soll eine jährige Ziege zum Sündopfer bringen;

eine Seele: Das ist: Eine einzelne Person.

28. und der Priester soll versöhnen solche unwissende Seele mit dem Sündopfer für die Unwissenheit vor dem Herrn, dass er sie versöhne; so wird es ihr vergeben werden.

29. Und es soll ein Gesetz sein, das ihr für die Unwissenheit tun sollt, beide dem Einheimischen unter den Kindern Israel und dem Fremdlinge, der unter euch wohnt.

ein Gesetz: Das ist: Wenn ein Fremdling seine Sünde versöhnen will, die er aus Unwissenheit begangen, so soll er kein anderer Opfer bringen noch andere Zeremonien dazu gebrauchen als ein Einheimischer. [Denn es ist sowohl der Heiden als der Juden Sünde durch kein anderes Opfer als durch den Tod Christi versöhnt worden.)

30. Wenn aber eine Seele aus Frevel etwas tut, es sei ein Einheimischer oder Fremdling, der hat den Herrn geschmäht. Solche Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volk.

Frevel: Das ist: Wenn jemand nicht aus Unwissenheit oder Unvorsichtigkeit oder aus Schwachheit des Fleisches, sondern mit Fleiß vorsätzlicher und mutwilligerweise sündigt, da er die Sache zuvor wohl erwogen und betrachtet hat, aber nichtsdestoweniger Gott und sein Wort verachtet und in Wind schlägt.

Nach Luther: Das ist die Sünde, so nicht will Sünde sein, sondern recht haben. Wie der Ketzer und Rotter Sünde, welche Gottes Wort und Gesetze ändert und nach ihrem Willen deutet.

geschmäht: Das ist: Solche mutwillige Verachtung Gottes gereicht der göttlichen Majestät zur Schmach.

ausgerottet: Das ist: Er soll sterben, entweder dass die Obrigkeit ihn am Leben Strafe oder da dieselbe durch die Finger sehen würde, er von Gott selber ein schrecklich Ende zu erwarten habe.

31. Denn sie hat des Herrn Wort verachtet und seine Gebote lassen fahren; sie soll schlecht ausgerottet werden; die Schuld sei ihr.

verachtet: Das ist: So viel an ihm hat er das Wort und den Befehl Gottes begehrt zu vernichten, welches Gott selber zur Schmach und Verachtung gereicht. Darum eine solche Übeltat mit keinem Opfer mag versöhnt werden.

sei ihr: Das ist: Er soll seine angemessene Strafe empfangen, die auf solche Misshandlung gehört und darf sein Verderben niemand Schuld geben als ihm selber. [Also ist auch im Neuen Testament ein Unterschied der Sünden, dass eine Sünde mag verziehen und nachgelassen werden, die anderer nicht, welche eine Sünde zum Tode genannt wird {1Joh 5}. Oder eine Sünde in den Heiligen Geist {Mt 12}. Da nämlich ein Mensch nicht aus Unwissenheit, nicht übereilt, nicht aus Schwachheit des Fleisches von der rechten Religion abweicht: Sondern nachdem er die Wahrheit des Evangeliums recht erkannt, aus einem Mutwillen und Gott zur Schmach und Verachtung den christlichen Glauben erschwert und verlästert, welche Sünde nicht vergeben, sondern mit dem ewigen höllischen Feuers gestraft wird.)

32. Als nun die Kinder Israel in der Wüste waren, fanden sie einen Mann Holz lesen am Sabbattage.

gefunden: Also dass sie ihn über der Tat erwischt.

Sabbattage: Da doch so oft von Gott verboten war, dass man am Sabbat keine Dienstbarkeit tun soll, darum er keinen Schein der Unwissenheit vorwenden können, sondern viel mehr zu erkennen gab, dass er den Sabbat vorsätzlicher und mutwilligerweise bräche.

33. Und die ihn darüber gefunden hatten, da er Holz las, brachten ihn zu Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde.

34. Und sie legten ihn gefangen; denn es war nicht klar ausgedrückt, was man mit ihm tun soll.

nicht klar: Denn obwohl ein Gebot vorhanden war {2Mos 35}, dass der des Todes sterben soll, wer den Sabbat brechen würde, so war doch keine Strafe des Todes insbesondere benannt. Darum sie für gut ansahen, dass Mose sich über diesem Fall des göttlichen Bescheids erholte. [Denn es gebührt sich nicht, dass ein jeder Mensch für sich selbst, der nicht im Stand der Obrigkeit ist, an einen Übeltäter seines Gefallens Strafe übe, wie es auch keiner Obrigkeit freisteht, in einer hochwichtigen Sache, die Leib und Leben antrifft, mit dem Urteil zu eilen, sondern man soll den Gesetzen zuvor fleißig nachforschen.)

35. Der Herr aber sprach zu Mose: Der man soll des Todes sterben, die ganze Gemeinde soll ihn steinigen außer dem Lager.

steinigen: Dies ist ein strenges Urteil und harte Strafe gewesen, wie es das Ansehen hat, aber weil dieser Mensch nicht aus Unwissenheit, sondern vorsätzlicherweise gesündigt hatte und das Gesetz von Haltung des Sabbats durch ein ernstes Beispiel musste bestätigt werden, so hat diese Strafe dazu gedient und ist nicht unrichtig gewesen. [Denn man muss im Gesetze Gottes nicht vornehmlich Achtung darauf haben, was verboten wird, sondern wer der sei, der es verbietet. Weil aber das Jüdische Regiment seine Endschaft genommen und die levitischen Zeremonien aufgehört haben, so darf man zwar auf die Haltung der Festtage mit solchem ernst nicht dringen: Aber dennoch soll eine Obrigkeit fleißige Vorsehung tun, dass die Zeit so zur Predigt und Anhörung des göttlichen Wortes bestimmt ist, nicht mit weltlichen Geschäften oder mit Fressen und Saufen zugebracht werde.)

36. Da führte die ganze Gemeinde ihn hinaus vor das Lager und steinigten ihn, dass er starb, wie der Herr Mose geboten hatte.

37. Und der Herr sprach zu Mose:

38. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen, dass sie ihnen Läpplein machen an den Fittichen ihrer Kleider unter allen euren Nachkommen und gelbe Schnürlein auf die Läpplein an die Fittiche tun {5Mos 22v12 Mt 23v5}.

Fittichen: Das ist: Sie sollen an den Säumen ihrer Kleider besondere Haltestücke machen und gelbe Schnürlein daran heften, dass sie am Saum oder Haltestück hinab hängen.

Nachkommen: Das ist: Ihr sollt solchen Brauch euren Nachkommen auch hinterlassen.

39. Und sollen euch die Läpplein dazu dienen, dass ihr sie anseht, und gedenkt aller Gebote des Herrn und tut sie, dass ihr nicht eures Herzens Dünken nach richtet, noch euren Augen nach hurt.

anseht: Das ist: Die Läpplein oder Schnürlein sollen den Israeliten immer ins Gesicht und vor Augen sein, dabei sie sich erinnern, dass sie die Gesetze, welche ihnen Gott gegeben, halten sollen und nicht ihres Herzen Vernunftsdenken folgen, wie einem Menschen irgendetwas einfallen möchte, noch fremde Gottesdienste so die Augen anderswo gesehen annehmen. [Denn wer seines Herzen Gedanken nachhängt, so vom Worte Gottes abführen und eine neue Weise erdenkt, damit er Gott dienen will oder eine fremde Religion annimmt, die er von anderen sieht, auf die Bahn gebracht werden, der fällt in Abgötterei, welche eine geistliche Hurerei ist vor den Augen Gottes.)

40. Darum sollt ihr denken und tun alle meine Gebote und heilig sein eurem Gott.

Gebote: Und euch hüten für Menschensatzungen.

heilig sein: Dass ihr euch von aller Unreinigkeit und Befleckung beide der Seelen und des Leibes enthaltet: Und werdet ihr übrig genug zu tun haben, dass vonnöten sein wird, etwas Neues zu erdenken.

41. Ich, der Herr, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott wäre; ich, der Herr, euer Gott.

geführt: Darum weil ich euch aus der elenden Dienstbarkeit zu dem Ende erlöst habe, dass ihr mich als euren Gott und Wohltäter erkennen und mir dienen sollen. So ist es richtig, dass ihr mir solchen Dienst nicht nach eurem Gefallen tut und verrichtet, sondern nach meinem Wort, wie ich euch solches vorschreiben lassen und auf keine andere Weise. [Und haben zwar die Juden solche Schwiegermuttertöchter und Haltestücke an den Säumen ihrer Kleider getragen bis auf die Zukunft Christi, dazu eine sonderliche Pracht damit getrieben, besonders die Pharisäer {Mt 23}. Aber des rechten Gebrauchs solcher Zuchtlehre haben sie sich wenig geachtet, denn sie eine menschliche Satzung über die anderer gehäuft, allerdings wie im Papsttum auch geschehen. Denn ob sie wohl gehört, dass die menschlichen Satzungen durch das Wort Gottes verworfen und verdammt werden, so sind sie dennoch fortgefahren und haben sie immer gemehrt und verteidigt: Darum sie schwerlich damit gesündigt, dass sie neue Gottesdienste erdacht haben, die Gott nicht befohlen hat und haben die Kirche mit abgöttischen Heiligen Diensten erfüllt.)


Das 16. Kapitel


1. Korah, Dathan und Abiram erregen ein Aufruhr wider Mose und Aaron: Und wird zwar Korah mit zweihundertundfünfzig Männern, die sich zu ihm gerottet, vom Feuer des Herrn verzehrt. Aber sein Personal samt Dathan und Abiram und den ihrigen verschlingt die Erde v. 1. 2. Des folgenden Tages entsteht ein neuer Aufruhr unter dem Volk, deshalb Gott über die vierzehntausend Menschen durch eine Plage umbringt v. 41.

1. Und Korah, der Sohn Jezehars, des Sohnes Kahaths, des Sohnes Levis, samt Dathan und Abiram, den Söhnen Eliabs, und On, dem Sohne Peleths, den Söhnen Rubens {4Mos 26v9},

Korah: Denn weil er eben sowohl aus dem Stamm Levi gebürtig war als Aaron, so verdross es ihn, dass dennoch nichtsdestoweniger die Würde eines Hohepriesters allein auf Aaron und seine Leibeserben gewandt war und machte ihm die Gedanken, weil Mose das Hohepriesteramt seinem Bruder Aaron übergebe, tue er solches vielmehr aus brüderlicher Zuneigung als aus göttlichem Befehl, darum er sich den Ehrgeiz dahin treiben und reizen lassen, dass er einen Aufruhr erregt.

Söhnen Ruben: Das ist: Die gemeldeten drei Personen Dathan, Abiram und On waren vom Stamm und Geschlecht Ruben, des Jacobs Erstgeborenen Sohn und ließen sich bedenken, sie wären wohl so gescheit und witzig als Mose, darum sie sehr zornig und unwillig darüber waren, dass die hohe Obrigkeit und ganze Regierung dem Mose allein zustünde, und nahmen ihnen für solche sein Joch von ihrem Halse zu reißen.

2. die empörten sich wider Mose, samt etlichen Männern unter den Kindern Israel, zweihundertfünfzig der Vornehmsten in der Gemeinde, Ratsherren und ehrliche Leute.

Ratsherren: Welche zu bestimmter Zeit zusammen kamen, dass sie des Volkes streitige Händel entscheiden und allerlei Sachen abhandelten.

ehrliche Leute: Welche berühmt und vor anderen hoch angesehen waren. [Entstehen also auch im Volk Gottes und unter seiner Gemeinde Empörungen, welche doch durch die Lehre des Evangeliums nicht erregt werden, sondern von Ehrgeizigen und übermütigen Leuten, die nichts leiden wollen herrühren.)

3. Und sie versammelten sich wider Mose und Aaron und sprachen zu ihnen: Ihr macht es zu viel! Denn die ganze Gemeinde ist überall heilig, und der Herr ist unter ihnen; warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?

zu viel: Das ist: Ihr maßt euch zu viel Gewalt und Ehren an indem, dass eurer einer das weltliche Regiment und oberste Herrschaft über das Volk Gottes der anderer das Hohepriesteramt, dazu die ganze Zeit seines Lebens, zu sich reißt: Gerade als wären in den anderen Stämmen und Geschlechtern nicht auch beherzte tapfere und heilige Männer, die dergleichen Ämter recht versehen könnten. Darum muss man euch solches nicht gestatten, dass ihr es alles allein sein wolltet.

überall heilig: Denn sie kommen alle miteinander von dem heiligen Stamm und Geschlecht Abrahams Isaacs und Jacobs her, welches heilige Patriarchen gewesen.

unter ihnen: Das ist: Gott ist eben sowohl bei den anderen Israeliten als bei euch und heilig mit seiner Gegenwart, die er bei der Stiftshütte sehen lässt sie gleich sowohl als euch.

erhebt: Dass ihr euch aus eigener Wahl und Vernunftsdenken zu Fürsten und Hohepriestern macht. Und lass gleich sein, dass ihr bis daher der weltlichen Regierung und dem Hohepriesteramt also vorgestanden und abgewartet, dass es zu erleiden ist. So kann man doch das keineswegs zulassen, dass solche Ehrenämter immer allein auf eure Personen und bei euren Erben und Nachkommen bleiben sollten. Darum so übergebt einmal eure Ämter und lasst andere auch dazu kommen, die nicht weniger tauglich und geschickt dazu sind als ihr. [Das kann der Neid und Ehrgeiz zuwege bringen. Denn die beide ein friedliches Regiment im geistlichen und weltlichen Stande jämmerlich zerrütten können.)

4. Da das Mose hörte, fiel er auf sein Angesicht

fiel er: Denn er sich über diesem neuen Tumult sehr entsetzt und deswegen Gott den Herrn gebeten, dass er einen solchen schädlichen Aufruhr und Empörung stillen wollte.

5. und sprach zu Korah und zu seiner ganzen Rotte: Morgen wird der Herr kundtun, wer sein sei, wer heilig sei und ihm opfern soll; welchen er erwählt, der soll ihm opfern.

Korah: Als dem Rädelsführer der aufrührerischen Rotte.

ganzen Rotte: Das ist: Zu denen, welche Korah aufgewiegelt und an sich gezogen hatte, dass sie mit ihm dem Mose und Aaron mit Gewalt sich widersetzen sollten.

sein sei: Das ist: Wen er dazu haben will, dass er das Hohepriesteramt verwalte.

welchen er: Das ist: Auf welchen Gott mit einem gewissen Zeichen und Zeichen deuten wird, dass er zu seinem Altar nahen und die Opfer verrichten soll, dem lasse ich es auch zu.

6. Das tut: Nehmt euch Pfannen, Korah und seine ganze Rotte,

das tut: Damit bekannt werde, welchen Dienst Gott zum Anzünden des Räucherwerks begehre oder verwerfe.

Pfannen: Das ist: Ein jeder habe sein eigenes Rauchfass.

ganze Rotte: Nämlich die hundertundfünfzig vornehmen und berühmten Männer, so es mit ihm halten.

7. und legt Feuer hinein und tut Räucherwerk darauf vor dem Herrn morgen. Welchen der Herr erwählt, der sei heilig. Ihr macht es zu viel, ihr Kinder Levis!

darauf: Welches sonst des Hohepriesters Amt war.

erwählt: Das ist: Welches Werke auf den morgenden Tag bei Verrichtung des heiligen Gottesdienstes Gott annehmen und ihm gefallen lassen wird, der soll für heilig und tauglich zum Hohepriesteramt geachtet und zu dessen Verwaltung aufgenommen werden.

zu viel: Das ist: Ihr Leviten wollte ganz zu hoch hinten an und tut der Sachen zu viel, dass ihr euch an eurem Beruf nicht genügen lasst, sondern trachtet noch dazu nach dem Hohepriesteramt, welches euch nicht gebührt. Denn Mose lehnt aus einem göttlichen Eifer das Laster des Ehrgeizes von sich und seinem Bruder ab und schiebt es der aufrührerischen ehrgeizigen Rotte wiederum zu.

8. Und Mose sprach zu Korah: Lieber, hörte doch, ihr Kinder Levis!

9. ist es euch zu wenig, dass euch der Gott Israels ausgesondert hat von der Gemeinde Israel, dass ihr ihm opfern sollt, dass ihr dient im Amt der Wohnung des Herrn und vor die Gemeinde tretet, ihr zu dienen?

dient: Das ist: Gott hat euch berufen zum heiligen Dienst der Hütte, dass ihr den Gottesdienst, ein jeder an seinen Ort, soll helfen befördern.

tretet: Das ist: Dass ihr an ihrer statt verrichtet, was bei dem heiligen Amt und bei den Opfern zu verrichten sich gebührt.

10. Er hat dich und alle deine Brüder, die Kinder Levis, samt dir zu sich genommen; und ihr sucht nun auch das Priestertum.

11. Du und deine ganze Rotte macht einen Aufruhr wider den Herrn. Was ist Aaron, dass ihr wider ihn murrt?

Was ist: Als wollte er sagen: Ihr widersetzt euch nicht einem schlechten Menschen als dem Aaron, welchen eurer einer leicht hinrichten kann, sondern ihr lehnt euch wider den Herrn auf, welcher Aaron zum Hohepriesteramt erwählt hat.

12. Und Mose schickte hin und ließ Dathan und Abiram rufen, die Söhne Eliabs. Sie aber sprachen: Wir kommen nicht hinauf.

und Abiram: Dass sie dem Urteil Gottes beiwohnen sollten, welches erklären würde, wem das Hohepriesteramt von Rechts wegen gebührte. Es ist aber glaubhaft, dass On, der Sohn Peleth, der zu Anfang dieses Kapitel auch mit unter die aufrührerische Rotte gezählt wurde, sich später eines Bessern bedacht und von den aufrührerischen Anschlägen abgestanden sei, sich auch von den anderen abgesondert habe, weil seiner ganz keine Meldung mehr geschieht, dass er entweder in seinem unsinnigen Vorhaben fortgefahren oder auch mit zur Strafe wäre gezogen worden.

sprachen: Denn diese beide beharren in ihrem gottlosen Wesen und verachten Mose Befehl stolz, da sie von ihm berufen wurden.

kommen nicht: Als wollten sie sprechen zu den Boten: Sage deinem Herrn Mose von unseretwegen wieder, dass er unserer Herkunft vergebens warten werde, denn wir geben nichts auf seinen Befehl.

13. ist es zu wenig, dass du uns aus dem Lande geführt hast, da Milch und Honig innen fließt, dass du uns tötest in der Wüste? Du musst auch noch über uns herrschen?

zu wenig: Das ist: Hast unsere nicht lange genug gespottet und uns bei der Nase herum geführt.

fließt: Das ist: Welches sehr lustig und ganz fruchtbar war und uns unsere notdürftige Unterhaltung zum Überfluss gab.

herrschen: Das ist: Du hast dich mit dem nicht begnügen lassen, dass du uns mit betrüglichen Worten überlistet und in die Wüste zu unserem Verderben ausgeführt hast, sondern hast dich noch dazu selbst zum Fürsten und Obersten unter uns aufwerfen müssen.

14. Wie fein hast du uns gebracht in ein Land, da Milch und Honig innen fließt, und hast uns Acker und Weinberge zu Erbteil gegeben! Willst du den Leuten auch die Augen ausreißen? Wir kommen nicht hinauf.

gebracht: Wie du dich umsonst berühmt hast. Und ist spottweise geredet, als wollten sie sagen: Es ist nicht geschehen, was du verheißen und darüber du uns eine Zeit lang eine vergebliche Hoffnung gemacht hast, dass du uns ins gelobte Land Kanaan führen wolltest.

ausreißen: Das ist: Meinst du, dass wir alle miteinander durch deine Bezauberungen so geblendet sein, dass wir deine erkennbaren Betrügereien, damit du umgehst, nicht merken sollten.

Nicht hinauf: Denn wir erkennen dich nicht für unsere ordentliche Obrigkeit, vor der wir erscheinen und uns stellen müssten.

15. Da ergrimmte Mose sehr und sprach zu dem Herrn: Wende dich nicht zu ihrem Speiseopfer! Ich habe nicht einen Esel von ihnen genommen und habe ihrer keinem nie kein Leid getan.

sprach: Aus einem göttlichen Eifer.

Speiseopfer: Nämlich zu ihrem Räucherwerk, welches er an diesem Ort will verstanden haben. Als wollte er sagen, verschaffe, dass alle Menschen spüren müssen, wie du dies, ihr gottloses Vorhaben zu räuchern, dir nicht gefallen lässt.

nicht einen: Hab ihnen also keine Ursache dazu gegeben, dass sie mich und meinen Bruder von unseren Ämtern verstoßen wollen, denn ich bin der Regierung recht vorgestanden: Hab ihnen umsonst zu ihren Rechten geholfen und mich nicht mit Geschenken bestechen und wendig machen lassen.

kein Leid: Das ist: Ich habe niemand unterdrückt, dass ich meiner Gewalt missbraucht habe.

16. Und er sprach zu Korah: Du und deine ganze Rotte sollt morgen vor dem Herrn sein; du, sie auch und Aaron.

Rotte: Die ihr ein Aufruhr wider mich und Aaron erregt habt.

17. Und ein jeglicher nehme seine Pfanne und lege Räucherwerk darauf, und tretet herzu vor den Herrn, ein jeglicher mit seiner Pfanne, das sind zweihundertfünfzig Pfannen.

tretet herzu: Dass ihr räuchert.

18. Und ein jeglicher nahm seine Pfanne und legte Feuer hinein und tat Räucherwerk darauf und trat vor die Tür der Hütte des Stifts, und Mose und Aaron auch.

Nahm: Nämlich des anderen Morgens.

19. Und Korah versammelte wider die die ganze Gemeinde vor die Tür der Hütte des Stifts. Aber die Herrlichkeit des Herrn erschien vor der ganzen Gemeinde.

wider sie: Nämlich wider Mose und Aaron.

Gemeinde: Dass sie sollten Zuschauer sein des göttlichen Urteils und danach Mose und Aaron mit Haufen überfallen, wenn es dem aufrührerischen Personal nach ihrem Wunsch und Willen erginge.

erscheint: Das ist: Gott hat seine Gegenwart mit einer besonderen und größeren Majestät und Herrlichkeit sehen lassen als sonst gewöhnlich geschah. Also dass die Wolkensäule, welche sonst in der Luft über der Stifts Hütte schwebte, jetzt sich allerdings auf dieselbe hernieder ließ.

20. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

21. Scheidet euch von dieser Gemeinde, dass ich sie plötzlich vertilge!

22. Sie fielen aber auf ihr Angesicht und sprachen: Ach Gott, der du bist ein Gott der Geister alles Fleisches, ob ein Mann gesündigt hat, willst du darum über die ganze Gemeinde wüten?

fielen: Nämlich, Mose und Aaron und taten eine Fürbitte für das aufrührerische Volk. Denn obwohl Korah mit den Seinen samt den anderen Israeliten, so es mit den Aufrührerischen gehalten, wohl wert waren, dass sie miteinander ins Verderben hätten sollen gestürzt werden und umgekommen, dazu Mose und Aaron nunmehr so oft beleidigt und ihnen sich widersetzt hatten. So tun sie dennoch aus rechtschaffener Liebe eine Fürbitte bei Gott für das Volk. [Denn man soll auch für die Feinde bitten.)

der Geister: Das ist: Du einiger Gott im Wesen und in drei Personen, der du aller Menschen Leben und Seelen in deiner Gewalt hast und von dem alle Ding das Leben haben.

ein Mann: Nämlich Korah. Als wollte er sprechen: Wenn du jeden Anfänger des Aufruhrs strafen willst, so verschone doch des armen Haufens, bei dem meistenteils ein großer Unverstand mit unterläuft. [Denn die Anstifter des Aufruhrs soll man strafen und des übrigen großen Haufens schonen.)

23. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

24. Sage der Gemeinde und sprich: Weicht ringsherum von der Wohnung Korahs und Dathans und Abirams!

sage: Denn ich will der Gemeinde verschonen, wie ihr gebeten habt. Aber an den Anstiftern und vornehmsten Rädelsführern dieses Aufruhrs will ich Strafe üben. Darum so erzeige ihnen an, dass sie sich Ferne von ihnen tun und hinwegweichen, welche nicht zugleich mit ihnen umgekommen wollen.

25. Und Mose stand auf und ging zu Dathan und Abiram, und die Ältesten Israels folgten ihm nach.

und Dathan: Denn Korah samt den zweihundertundfünfzig Männern, die ihm anhingen, blieben bei der Hütte mit ihren Räucherpfannen.

Ältesten: Nämlich die zweiundsiebzig Männer, von welchen wir oben Kapitel 11. Vernommen, dass sie neben Mose sind erwählt und mit dem Heiligen Geist begabt wurden, dass sie ihm die Last der Regierung sollten tragen helfen, welches sie auch treulich getan und sind Mose wider die Aufrührer beigestanden.

26. Und redete mit der Gemeinde und sprach: Weicht von den Hütten dieser gottlosen Menschen und rührt nichts an, was ihr ist, dass ihr nicht vielleicht umkommt in irgend ihrer Sünden einer.

umkommt: Das ist: Damit ihr nicht zugleich mit ihnen gestraft werdet.

27. Und sie gingen herauf von der Wohnung Korahs, Dathans und Abirams. Dathan aber und Abiram gingen heraus, traten an die Tür ihrer Hütte mit ihren Weibern und Söhnen und Kindern.

28. Und Mose sprach: Dabei sollt ihr merken, dass mich der Herr gesandt hat, dass ich alle diese Werke tat, und nicht aus meinem Herzen:

dabei: Das ist: Dies soll das Zeichen sein, dass alles, was ich bisher getan, aus Gottes Befehl verrichtet und nicht aus eigener Willkür angefangen habe.

29. Werden sie sterben, wie alle Menschen sterben, oder heimgesucht, wie alle Menschen heimgesucht werden, so hat mich der Herr nicht gesandt.

werden sie: Nämlich die aufrührerischen Leute.

heimgesucht: Dass sie von einer Krankheit sterben und nicht auf eine neue ungewöhnliche Weise hingerissen werden.

nicht gesandt: Das ist: So mögt ihr daraus schließen, dass ich ein falscher Prophet und Verführer sei und eures Gefallens mit mir umgehen.

30. Wird aber der Herr etwas Neues schaffen, dass die Erde ihren Mund auftut und verschlingt sie mit allem, das sie haben, dass sie lebendig hinunter in die Hölle fahren, so werdet ihr erkennen, dass diese Leute den Herrn gelästert haben.

Mund auftut: Das ist: Dass die Erde unter ihnen sich voneinander tue und zerreiße.

gelästert: Weil sie mich fälschlich beziehen, dass alles, was ich bisher gelehrt und getan habe, sei nicht von Gott, sondern ich hab es von mir selber erdichtet.

31. Und als er diese Worte alle hatte ausgeredet, zerriss die Erde unter ihnen {4Mos 26v10 5Mos 11v6 Ps 106v17};

32. und tat ihren Mund auf und verschlang sie mit ihren Häusern, mit allen Menschen, die bei Korah waren, und mit aller ihrer Habe.

die bei: Das ist: Des Korah Personal als sein Weib, Knecht und Mägde und vielleicht auch etliche Töchter, diese alle sind zugleich mit von der Erden verschlungen worden. Aber er selber, Korah, war noch bei der Hütte mit seiner Pfannen samt den zweihundertundfünfzig Männern, da er auch mit ihnen umgekommen ist. Aber die Söhne Korah sind beim Leben erhalten worden {4Mos 26}. Weil sie damals als Leviten nicht in der Hütte Korah waren, sondern bei der Stiftshütte sich verhielten und ihres Vaters gottloses Vorhaben ihnen nicht gefallen ließen, darum sind sie auch nicht umkommen. [Denn Gott straft der gottlosen Eltern fromme Kinder nicht, wenn sie der Eltern gottlosen Wesen nicht einwilligen.)

33. Und fuhren hinunter lebendig in die Hölle mit allem, dass sie hatten, und die Erde deckte sie zu, und kamen um aus der Gemeinde.

kamen um: [Denn es hat kein Aufruhr einen glücklichen Ausgang.)

34. Und ganz Israel, das um sie her war, floh vor ihrem Geschrei; denn sie sprachen: Dass uns die Erde nicht auch verschlinge!

nicht] [Denn wir sollen uns von den Gottlosen abhalten, damit wir nicht mit ihnen gleiche Strafe empfangen.)

35. Dazu fuhr das Feuer aus von dem Herrn und fraß die zweihundertfünfzig Männer, die das Räucherwerk opferten.

Männer: Welche zugleich mit Korah sich selber des Priestertums würdig achteten und ist Korah unter ihnen auch umgekommen. [Denn welche sich in ein fremdes Amt eindringen, die haben kein Glück, noch Segen dabei zu erwarten.)

36. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

37. Sage Eleasar, dem Sohn Aarons, des Priesters, dass er die Pfannen aufhebe aus dem Brande und streue das Feuer hin und her.

Brande: Den Gott angezündet hat.

streue: Dass es verlösche.

38. Denn die Pfannen solcher Sünder sind geheiligt durch ihre Seele, dass man sie zu breiten Blechen schlage und den Altar damit behänge; denn sie sind geopfert vor dem Herrn und geheiligt und sollen den Kindern Israel zum Zeichen sein.

geheiligt: Das ist: Obwohl Gott an ihrem Opfer kein Gefallen gehabt jedoch weil dieselben Sünder jetzt und mit dem Tode gestraft worden. So sind die Pfannen dadurch Gott geweiht, dass sie in der Stiftshütte ganz wohl können aufgehängt werden anderen Aufrührern zum Schrecken.

behänge: Dass der Brandopfer Altar etlichermaßen damit bedeckt werde.

geopfert: Durch der Aufrührer Strafe.

Zeichen: Dass sie sich erinnern, wie übel es denen ausgeschlagen, welche ungefordert mit den heiligen Sachen umgehen wollen, dazu sie von Gott nicht berufen gewesen.

39. Und Eleasar, der Priester, nahm die eisernen Pfannen, die die Verbrannten geopfert hatten, und schlug sie zu Blechen, den Altar zu behängen,

Geopfert: Damit sie ihr Räucherwerk taten.

40. zum Gedächtnis der Kinder Israel, das nicht jemand Fremdes sich herzumache, der nicht ist des Samens Aaron, zu opfern Räucherwerk vor dem Herrn, auf dass ihm nicht gehe wie Korah und seiner Rotte, wie der Herr ihm geredet hatte durch Mose.

Gedächtnis: Dass sie sich dabei erinnerten.

nicht gehe: Dass sie nicht eines schnellen und jämmerlichen Todes sterben.

ihm geredet: Das ist: Wie Mose, dem Korah deutlich genug zuvor verkündigt hatte, dass ihm solcher Frevel nicht ungestraft hingehen würde.

41. Des anderen Morgens aber murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israel wider Mose und Aaron und sprachen: Ihr habt des Herrn Volk getötet!

murrte: Es wäre zwar richtig gewesen, dass die Kinder Israel durch solche schreckliche Zeichen und Zeugnisse des Zorns Gottes sich hatten warnen lassen und von aller ferneren Unruhe zukünftig sich enthalten: Aber dessen alles ungeachtet so richten sie wiederum einen neuen Lärm an, da sie gesehen, dass so viele vortreffliche Männer aus dem Volk Gottes plötzlich umgekommen waren, und geben die Schuld nicht der Aufrührer Übertretung und Misshandlung, sondern messen dieselbe aus einem gottlosen Herzen Mose und Aaron zu.

getötet: Damit sie so viel wollen zu verstehen geben, dass die Aufrührer nicht von Gott gestraft sind, sondern Mose habe sie mit Hinterlist hingerichtet.

42. Und da sich die Gemeinde versammelte wider Mose und Aaron, wandten sie sich zu der Hütte des Stifts. Und siehe, da bedeckte es die Wolke, und die Herrlichkeit des Herrn erschien.

wandten sie: Nämlich Mose und Aaron.

zu der: Dass sie dort hinfliehen.

die Wolke: Welche sich auf die Hütte hernieder ließ.

erschien: Das ist: Mit solchem augenscheinlichen Wahrzeichen seiner Majestät hat Gott den Kindern Israel seine Gegenwart geoffenbart.

43. Und Mose und Aaron gingen hinein zu der Hütte des Stifts.

hinein: [Denn wenn Gefahr und Not vorhanden ist, so soll man mit dem Gebet zu Gott fliehen.)

44. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

45. Hebt euch aus dieser Gemeinde; ich will sie plötzlich vertilgen. Und sie fielen auf ihr Angesicht.

vertilgen: Weil ich ihrer bisher so lange umsonst verschont habe.

fielen: Dass sie für das undankbare Volk bitten wollten. [Denn man soll auch den Feinden Gutes tun.)

46. Und Mose sprach zu Aaron: Nimm die Pfanne und tue Feuer hinein vom Altar und lege Räucherwerk darauf, und gehe eilend zu der Gemeinde und versöhne sie; denn das Wüten ist von dem Herrn ausgegangen, und die Plage ist angegangen.

Mose sprach: Da er nämlich merkte, dass Gott eine große Plage unter das Volk schicken wollte.

angegangen: Das ist: Gott übt aus seinem gerechten Zorn Strafe an dem Volk.

47. Und Aaron nahm, wie ihm Mose gesagt hatte, und lief mitten unter die Gemeinde (und siehe, die Plage war angegangen unter dem Volk) und räucherte und versöhnte das Volk {Ps 106v23}.

nahm: Nämlich die Räucherpfanne.

Plage: Was es aber für eine Plage oder Strafe gewesen, kann man nicht wissen, weil es nicht ausdrücklich gemeldet wird.

48. Und stand zwischen den Toten und Lebendigen. Da wurde der Plage gewehrt.

Toten: Welche durch die Plage bereits umgekommen waren.

gewehrt: [Denn der Frommen Gebet, so durch das Räucherwerk angedeutet wird, wenden oft eine allgemeine Landstrafe ab oder lindern doch dieselbe. Es tun aber die Katholiken sehr närrisch, welche den levitischen Brauch des Rauchfasses und Räucherns in die christliche Kirche wieder eingeführt haben wider das helle Licht und wider die evangelische Wahrheit.)

49. Derer aber, die an der Plage gestorben waren, war vierzehntausendundsiebenhundert, ohne die, so mit Korah starben.

50. Und Aaron kam wieder zu Mose vor die Tür der Hütte des Stifts, und der Plage wurde gewehrt.

Plage: Damit Gott die aufrührerischen Israeliten gestraft hatte. [Darum soll man sich für Aufruhr mit allem Fleiß hüten und sich nicht wider die ordentliche Obrigkeit auflehnen.)


Das 17. Kapitel


1. Ein jeder der zwölf Fürsten unter dem Volk Israel gibt seinen Stecken von sich, darunter auch Aarons gewesen, die werden in die Hütte des Stifts gelegt. Aber Aarons Stecken wird allein grünend und blühend gefunden, dadurch angezeigt wurde, dass ihm und seinen Nachkommen das Hohepriesteramt zustehe v. 1. 2. Darum die anderen Israeliten sich endlich in dem göttlichen Willen ergeben müssen v. 12.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Sage den Kindern Israel und nimm von ihnen zwölf Stecken, von jeglichem Fürsten seines Vaters Haus einen, und schreibe eines jeglichen Namen auf seinen Stecken.

sage: Was ich dir jetzt gebieten will.

schreibe: Damit man einen für den anderen desto besser erkennen könne.

3. Aber den Namen Aarons sollst du schreiben auf den Stecken Levis. Denn je für ein Haupt ihrer Väter Hauses soll ein Stecken sein.

Stecken Levi: Das ist: Anstatt des Fürsten des Stammes Levi soll Aarons Namen schreiben.

ein Haupt: Das ist: Ein jeder Stecken soll einen Hauptmann oder Fürsten seines Stammes bedeuten.

4. Und lege sie in die Hütte des Stifts vor dem Zeugnis, da ich euch zeuge.

Zeugnis: Nämlich für die Lade des Bundes, darin das Zeugnis, das ist das Gesetz, in steinernen Tafeln geschrieben aufbehalten wurde.

zeuge: Das ist: Da du meine Stimme zu hören pflegst. So will ich durch ein herrliches Wunderzeichen allen Israeliten kundtun, welchen ich zum Hohepriesteramt verordnet habe.

5. Und welchen ich erwählen werde, des Stecken wird grünen, dass ich das Murren der Kinder Israel, das sie wider euch murren, stille.

erwählen: Dass er das Hohepriesteramt verwalte.

grünen: In einer Nacht wider den gemeinen Lauf der Natur, weil es sonst nur ein dürres Holz ist.

stille: Das ist: Ich will mit diesem Wunderwerk erklären, dass ich keinem anderem als deinem Bruder und seinen Erben das Hohepriesteramt gegeben habe, damit sie einmal aufhören, wider mich und dich und Aaron zu murren und meines Willens nach meinen Geboten leben, auf dass ich nicht oftmals sie zu Strafen gezwungen werde. [Denn Gott versucht es auf mancherlei Weise mit uns, dass er uns möge wiederum auf den rechten Weg bringen, bald mit Güte und Lindigkeit, bald mit der Raue und Strenge.)

6. Mose redete mit den Kindern Israel; und alle ihre Fürsten gaben ihm zwölf Stecken, ein jeglicher Fürst einen Stecken, nach dem Hause ihrer Väter; und der Stecken Aarons war auch unter ihren Stecken.

redet: Nämlich was ihm Gott von den Stecken befohlen hatte.

Stecken Aarons: Welcher der dreizehnte gewesen, weil des Josephs Stamm in zwei andere Stämme abgeteilt war.

7. Und Mose legte die Stecken vor den Herrn in der Hütte des Zeugnisses.

Zeugnis: Da nämlich das Gesetze Gottes aufbehalten wurde und da Gott der Herr von seinem Willen zeugte.

8. Des Morgens aber, da Mose in die Hütte des Zeugnisses ging, fand er den Stecken Aarons, des Hauses Levi, grünen, und die Blüte aufgegangen und Mandeln tragen.

des Hauses: Das ist: Welcher Aaron der vornehmste war im Stamm Levi.

tragen: Das ist: In einer Nacht waren an einem Stecken Knöpfe, Blüte und zeitige Mandeln.

9. Und Mose trug die Stecken alle heraus von dem Herrn vor alle Kinder Israel, dass sie es sahen; und ein jeglicher nahm seinen Stecken.

von dem: Nämlich aus der Hütte des Stifts.

sahen: Wie kein anderer Stecken grünte, denn nur allein des Aarons, und daraus abnehmen könnten, dass allein dem Aaron und seinen Kindern das Hohepriesteramt gebührte. Ist also des Aarons Unschuld an Tag kommen, dass er sich nicht selber zur Verwaltung des Hohepriesteramtes eingedrungen. [Denn welche von anderen geschmäht werden und Unrecht leiden, müssen, wenn sie nur ihre Sache Gott befehlen, so werden sie endlich innen, dass er zu rechter Zeit ihren guten Namen rettet und der anderen Lästerungen und Verleumdungen ans Licht bringt.)

10. Der Herr sprach aber zu Mose: Trage den Stecken Aarons wieder vor das Zeugnis, dass er verwahrt werde zum Zeichen den ungehorsamen Kindern, dass ihr Murren von mir aufhöre, dass sie nicht sterben.

Zeugnis: Das ist: Lege ihn in die Bundeslade neben den Tafeln des Gesetzes.

ungehorsamen: Das ist: Damit, wenn noch etliche sich finden sollten, die sich ungehorsam und widerspenstig erzeigten, dieses Wunderwerkes erinnert werden und keine Aufruhr mehr erregen.

aufhöre: Dass sie mich und dich samt deinem Bruder Aaron nicht mehr verlästern.

sterben: Denn ich werde solches nicht ungestraft lassen hingehen.

11. Mose tat, wie ihm der Herr geboten hatte.

tat: Das ist: Er legte den Stecken in die Bundeslade.

12. Und die Kinder Israel sprachen zu Mose: Siehe, wir verderben und kommen um; wir werden alle vertilgt und kommen um.

sprachen: Da sie durch das gegenwärtige Wunderwerk überzeugt und mit den vorhergehenden Strafen gedemütigt waren.

13. Wer sich naht zu der Wohnung des Herrn, der stirbt. Sollen wir denn ganz untergehen?

naht: Dass er opfern will und nicht von Gott besonders dazu berufen ist.

ganz untergehen?: Als wollten sie sagen: Wir bekennen, dass wir bis daher schwerlich gesündigt haben, indem wir Aaron im Argwohn gehabt, als ob er das Hohepriesteramt zu sich gerissen hätte und uns zu solcher Würde eindringen wollen, dazu wir doch nicht tauglich oder geschickt genug gewesen sind, darum wir von Gott richtig gestraft worden. Aber es reut uns unsere Missetat und ist uns leid, dass wir solches getan haben, darum bitten wir dich, du wollest die Verwaltung des Priesteramtes bestellen, nach dem vorgeschriebenem Wort und Willen Gottes, damit nicht, wenn wir uns wiederum von neuen etwas unterfangen wollten, darüber allerdings zu Trümmern gingen und ganz und ganz von Gott vertilgt würden. [Dazu sollen die Strafen dienen, welche Gott den Sündern zuschickt, dass sie dadurch gedemütigt werden und von Sünden weiter sich enthalten und dem Willen Gottes gehorsam sich unterwerfen. Dass aber Aarons Rute geblüht hat, ist in dem, wie sonst Christus auch vorgebildet wurde, und hat bedeutet, dass Christus, unser Hohepriester, auch ein König sei, der den Stecken oder Zepter führe {Ps 2}. Und dass sein Reich, ob es wohl bisweilen das Aussehen hat, als sei es ganz und ganz verdorrt und liege allerdings darnieder, so fange es doch wiederum an, einstmals zu grünen und zu blühen und wird bleiben und dauern bis in Ewigkeit.)


Das 18. Kapitel


1. Gott befiehlt Aaron und seinen Söhnen das Priestertum wiederum und von neuen v. 1. 2. Und bestimmt ihnen ihre Unterhaltung v. 8. 3. Danach legt er den Leviten auch ihre Ämter auf und versieht sie mit notdürftiger Unterhaltung v. 21.

1. Und der Herr sprach zu Aaron: Du und deine Söhne und deines Vaters Haus mit dir sollt die Missetat des Heiligtums tragen; und du und deine Söhne mit dir sollt die Missetat eures Priestertums tragen.

und der: Nachdem des Aarons und seiner Söhne Ämter wie auch der Leviten Verrichtungen durch göttliche Wunder wider der Aufrührer Lästerungen sind bestätigt worden: So handelt jetzt Gott in diesem Kapitel von der Priester und Leviten Verwaltung und von ihrer Besoldung.

Missetat: Das ist: Wenn etwas in dem Heiligtum des Herrn nicht recht verrichtet wird oder ihr in Verwaltung eures Priesteramtes etwas versäumt oder Unrecht handelt, so sollst du und die Deinen deshalb Gott Rechenschaft geben und gestraft werden, darum mögt ihr euch wohl vorsehen, dass ihr niemand Fremdes zu den heiligen Verrichtungen kommen lasst oder sonst in eurem Amt euch vergreift oder versündigt. [Denn es soll ein jeder seinem Beruf fleißig dienen, wo er anders nicht will von Gott gestraft werden.)

2. Aber deine Brüder des Stammes Levi, deines Vaters, sollst du zu dir nehmen, dass sie bei dir sind und dir dienen; du aber und deine Söhne mit dir vor der Hütte des Zeugnisses.

Vaters: Das ist: Deines Vorfahren.

dienen: Nämlich in denen Ämtern, die ihnen von Gott zu versehen auferlegt und befohlen sind doch also, dass sie sich nicht unterstehen zu opfern noch in die heiligste Örter der Hütte zu gehen.

des Zeugnis: Das ist: Du und deine Söhne sollen opfern und in die geheimsten und heiligste Örter der Hütte gehen und darin des Gottesdienstes dienen.

3. Und sie sollen deines Dienstes und des Dienstes der ganzen Hütte warten. Doch zu dem Geräte des Heiligtums und zu dem Altar sollen sie sich nicht machen, dass nicht beide, sie und ihr, sterbt,

deines Dienstes: Das ist: Sie sollen achthaben dass sie verrichten was du ihnen zu tun auferlegst und das ihnen zu tun gebührt.

Geräte: Welches geheiligt und noch nicht eingewickelt ist mit den Teppichen, dass sie es nicht anregen.

Altar: Dass sie opfern wollten.

und ihr: Darum, dass ihr andere zum Heiligtum zugelassen habt.

4. sondern sie sollen bei dir sein, dass sie des Dienstes warten an der Hütte des Stifts in allem Amt der Hütte. Und kein Fremder soll sich zu euch tun.

warten: Das ist: Sie sollen sonst ihr Amt mit Fleiß verrichten, wo es die Notdurft fordert.

Fremder: Der nicht vom Stamm Levi ist.

zu euch tun: Dass er sich wollte mit eindringen in Verrichtung des heiligen Gottesdienstes.

5. So wartet nun des Dienstes des Heiligtums und des Dienstes des Altars, dass fort nicht mehr ein Wüten komme über die Kinder Israel.

wartet: Das ist: Habt mit Fleiß acht auf euer Amt, dass ihr es recht verseht in der Hütte.

des Altars: Nämlich, dass ihr darauf opfert.

Wüten komme: Wenn jemand Fremdes, wie vorhin geschehen, zu dem heiligen Amt sich eindringen wollte.

6. Denn siehe, ich habe die Leviten, eure Brüder, genommen aus den Kindern Israel und euch gegeben, dem Herrn zum Geschenk, dass sie des Amtes pflegen an der Hütte des Stifts.

Geschenk: Da nämlich die Leviten anstatt aller Erstgeburt unter den Kindern Israel dem Herrn gegeben sein.

Amtes pflegen: Dass sie euch behilflich sind, damit ihr über die ganz zu große Arbeit und mancherlei Verrichtungen euch nicht zu beschweren habt, weil eurer sonst so wenig sind.

7. Du aber und deine Söhne mit dir sollt eures Priestertums warten, dass ihr dient in allerlei Geschäfte des Altars und inwendig hinter dem Vorhang; denn euer Priestertum gebe ich euch zum Amt, zum Geschenk. Wenn ein Fremder sich herzutut, der soll sterben.

dient: Das ist: Dass ihr mit denen Sachen umgeht, welche hinter dem anderen und dritten Vorhang stehen im Heiligen und im Allerheiligsten als da sind gewesen die Bundeslade, der Gnadenstuhl, der Rauchaltar, der Tisch mit den Schrotbroten, der goldene Leuchter mit seinen Lampen.

Geschenke: Das ist: Ich gebe euch die priesterliche Würde umsonst und aus Gnaden, darum ist es richtig, dass ihr eurem Amt desto fleißiger abwartet.

Fremder: Der nicht von des Aarons Geschlecht ist.

sterben: Entweder, dass er von der weltlichen Obrigkeit zur Strafe gezogen werde, oder da dieselbe würde fahrlässig sein, Gott selber solchen Frevel strafe. [Es verbietet aber Gott mit solchem Ernst, dass kein Fremder sich unterstehen soll zu opfern, auf dass er anzeige, wie das Amt eines Priesters und Mittlers niemandem gebühre oder zustehe denn allein dem einigen Christo, dessen Vorbild Aaron mit seinen Nachkommen gewesen. Darum welche durch das Opfer der Messe oder mit guten Werken sich unterstehen ihre eigene oder anderer Leute Sünden zu versöhnen, die werden Gott dem Herrn dermaleinst schwere Rechenschaft davor geben müssen.)

8. Und der Herr sagte zu Aaron: Siehe, ich habe dir gegeben meine Hebeopfer von allem, das die Kinder Israel heiligen, für dein priesterlich Amt und deinen Söhnen zum ewigen Recht.

Hebeopfer: Welche man vor mir in die Höhe heben soll, davon sollst du deinen Lohn oder Besoldung nehmen.

heiligen: Dass es geopfert werde.

Amt: Das ist: Weil ihr zum Priester gesalbt seid.

ewigen Recht: Das ist: Diese Satzung soll immerdar gehalten werden, solange das levitische Priestertum besteht. [Denn es fordert die Gerechtigkeit, dass den Kirchendienern ihre Nahrung und Unterhalt gegeben werde und dass die, welche das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben {1Kor 9}.]

9. Das sollst du haben von dem Allerheiligsten, das sie opfern: Alle ihre Gaben mit all ihrem Speiseopfer und mit all ihrem Sündopfer und mit all ihrem Schuldopfer, das sie mir geben, das soll dir und deinen Söhnen das Allerheiligste sein.

das sollst du: Jetzt wird insbesondere erzählt und angezeigt, welche der Priester Besoldungen sind.

Allerheiligsten: Denn es wurden etliche Opfer gegen andere zu rechnen, die Allerheiligste genannt, davon die Priester ihren Anteil hatten ausgenommen, was diejenigen Opfer betrifft, welcher Blut in dem Teil der Hütte gebracht wurde, so das Heilige hieß und gegen den Vorhang des Allerheiligsten damit gesprengt wurde. Denn derselben Tiere Fell, Mist, Eingeweide und Köpfe wurden außerhalb des Lagers verbrannt {3Mos Hebr 13}. Also dass die Priester nichts davon bekamen.

10. Am allerheiligsten Ort sollst du es essen. Was Männliches ist, soll davon essen; denn es soll dir heilig sein.

essen: Nämlich, was von dergleichen Opfern, so dir gegeben ist, übergelassen wird.

heilig sein: Das ist: Du sollst damit umgehen als mit den allerheiligsten Sachen.

11. Ich habe auch das Hebeopfer ihrer Gabe an allen Webeopfern der Kinder Israel dir und deinen Söhnen und deinen Töchtern gegeben samt dir zum ewigen Recht; wer rein ist in deinem Hause, soll davon essen.

Töchtern: Damit dieselbe auch zu essen haben, weil sie von dem Allerheiligsten nicht essen dürfen.

rein ist: Von Manns oder Weibspersonen, sofern er sich nur nicht verunreinigt hat.

Hause: [Denn der Kirchendiener Personal muss auch zu essen haben.)

12. Alles beste Öl und allen besten Most und Korn ihrer Erstlinge, die sie dem Herrn geben, habe ich dir gegeben.

beste Öl: [Denn man soll zur Erhaltung des Kirchenamtes und der Armen nicht das Ärgste, sondern das Beste geben: Und ganz nicht solche Sachen den Kirchendienern zuschieben, daher sie entweder keinen oder doch geringen Nutzen haben können.)

13. Die erste Frucht alles des, das in ihrem Lande ist, das sie dem Herrn bringen, soll dein sein; wer rein ist in deinem Hause, soll davon essen.

Lande ist: Das ist: Was von den ersten Früchten den Menschen zur Nahrung alle Jahr auf dem Lande wächst.

bringen: Nach ihrer Gewohnheit und zur Zeichen schuldiger Dankbarkeit.

rein ist: [Gleichwie aber des Priesters Personal und Hausgenossen rein sein mussten, welche der Opfer wollten teilhaftig werden und genießen: Also sollen die Kirchendiener achthaben, dass sie ehrlich Personal halten und um sich haben, welches von aller Unreinigkeit der Laster befreit und unbefleckt ist.)

14. Alles Verbannte in Israel soll dein sein.

Verbannte: Welches die Kinder Israel im Kriege oder zu Friedenszeiten dem Herrn gelobt haben mit angehängter Verwünschung über den, der es wollte, in seinen Nutzen wenden.

15. Alles, das seine Mutter bricht unter allem Fleisch, das sie dem Herrn bringen, es sei Mensch oder Vieh, soll dein sein; doch dass du die erste Menschenfrucht lösen lässt und die erste Frucht eines unreinen Viehs auch lösen lässt {2Mos 34v19}.

Mutter bricht: Das ist: Alle Erstgeburt beider unter den Menschen und Vieh.

unreinen Viehs: Und deshalb nicht kann zum Opfer gebraucht werden.

16. Sie sollen es aber lösen, wenn es eines Monden alt ist; und soll es zu lösen geben um Geld, um fünf Sekel, nach dem Sekel des Heiligtums, der gilt zwanzig Gera {2Mos 30v13 3Mos 27v25 4Mos 3v47 Hes 45v12},

Heiligtum: Welcher ungefähr einen halben Taler macht.

Gera: Ein Gera trifft ungefähr in die fünf Württembergische oder sieben Meisnische Pfennig. Von Schätzung aber der Personen, die man lösen müssen und ihrem Wert, mag man lesen 3. Mose 27.

17. Aber die erste Frucht eines Ochsen oder Lamms oder Ziege sollst du nicht zu lösen geben, denn sie sind heilig; ihr Blut sollst du sprengen auf den Altar und ihr Fett sollst du anzünden zum Opfer des süßen Geruchs dem Herrn.

heilig: Dass man Gott davon ein Opfer tue.

sprengen: Wie gebräuchlich und zuvor im dritten Buch gemeldet wurden.

18. Ihr Fleisch soll dein sein, wie auch die Webebrust und die rechte Schulter dein sind.

Webebrust: Welche von den anderen Opfern zuvor vor dem Herrn ist gewebt worden gegen die vier Örter der Welt und später dem Priester, der das Opfer verrichtet heimzufallen pflegt.

rechte Schulter: Welche nämlich von den anderen Opfern dir gegeben ist, also soll auch das Fleisch von den Erstgeburten dir zugutekommen.

19. Alle Hebeopfer, die die Kinder Israel heiligen dem Herrn, habe ich dir gegeben und deinen Söhnen und deinen Töchtern samt dir zum ewigen Recht. Das soll ein immerwährender Bund sein ewig vor dem Herrn dir und deinem Samen samt dir.

Hebeopfer: Die man vor dem Herrn in die Höhe hebt.

Bund: (Nach Luther) Im Hebräischen heißt es ein Salzbund, dass wie das Salz das Fleisch unverweslich erhält. Also soll auch dieser Bund unverrückt sein. So redet die Schrift auch 2. Chr. 13 5. Gott hat das Reich David gegeben und den Seinen mit einem Salzbund.

ewig: Das ist: Solange das levitische Priestertum dauern wird, will ich diese Satzung nicht ändern von deiner und deines Hausgesindes Nahrung.

Samen: Mit welchem Wort sowohl die Weibes- als Mannspersonen verstanden werden.

20. Und der Herr sprach zu Aaron: Du sollst in ihrem Lande nichts besitzen, auch kein Teil unter ihnen haben; denn ich bin dein Teil und dein Erbgut unter den Kindern Israel {5Mos 10v9 18v2 Hes 44v28}:

ihrem Lande: Nämlich unter den anderen Israeliten, wenn sie ins Land Kanaan gekommen sind.

kein Teil: Das ist: Man soll euch Priestern in Austeilung des Landes keine Äcker oder Weinberge und dergleichen eingeben zur Besitzung wie den anderen Stämmen.

ich bin: Das ist: Ich will dir und den Deinen anstatt eines stattlichen Erbteils und fruchtbaren Landes sein und will dir deinen Unterhalt verschaffen von meinen Opfern und Anordnung tun, dass unterdes, weil du das Priesteramt versiehst, dir und den Deinen an der täglichen Nahrung nicht abgehe. [hier sollen die Kirchendiener lernen, dass sie ihrem Amt fleißig dienen und ihre Sorge von ihres Leibes Unterhaltung auf den Herrn ihren Gott werfen, der wird sie ernähren. Und ist dies zu Anfang ein Stück vom Fluch gewesen, der an dem Stamme Levi geklebt hat, dass sie durch alle Stämme Israel sollten verstreut werden und keine gewissen Güter zu besitzen haben von wegen der Misshandlung Levi, da er mit seinem Bruder Simeon die Sichimiter unversehener Weise dazu wieder zugesagte Treue und Glauben umgebracht. Daher ihre Nachkommen von dem Patriarchen Jakob aus Eingebung des Heiligen Geistes diese Strafe und ein solcher Fluch auferlegt worden {1Mos 49}. Aber als später die Leviten {2Mos 32} sich tapfer gehalten hatten in des Herrn Dienst, da sie die Israeliten umbracht, welche das goldene Kalb angebetet und eine schreckliche Abgötterei begangen, so hat Gott wiederum ihren Fluch etlichermaßen in einen Segen verwandelt dergestalt, dass ob sie, obwohl keine eigenen Güter in Besitzung hätten, ihnen dennoch auch an der Nahrung nichts abginge noch Mangel leiden müssten. So groß ist Gottes Güte, dass er den Bußfertigen nicht allein die Strafen lindert, sondern dieselben auch oftmals zu ihrem Nutzen abwendet. Also gibt der zeitliche Tod den Bußfertigen einen Eingang ins ewige Leben.)

21. Den Kindern aber Levis habe ich alle Zehnten gegeben in Israel zum Erbgut für ihr Amt, das sie mir tun an der Hütte des Stifts,

den Kindern: Nachdem Gott den Priestern ihre Besoldung verordnet, so versorgt er jetzt auch die anderen Leviten mit der Nahrung.

Levi: Die nicht von des Aarons Geschlecht oder Nachkommen sein.

Erbgut: Das ist: Gleichwie die Israeliten von ihren Erbgütern ihre Nahrung bekommen: Also sollen die Leviten von den Zehnten, die ihnen von den anderen Israeliten sollen gereicht werden, ihren Aufenthalt haben.

Amt: [Denn ein Arbeiter ist seines Lohnes Wert.)

22. dass künftig die Kinder Israel nicht zur Hütte des Stifts sich tun, Sünde auf sich zu laden, und sterben;

sich tun: Nämlich aus Vorwitz und Mutwillen zu opfern, ohne göttlichen Befehl.

23. sondern die Leviten sollen des Amtes pflegen an der Hütte des Stifts, und sie sollen jener Missetat tragen zum ewigen Recht bei euren Nachkommen. Und sie sollen unter den Kindern Israel kein Erbgut besitzen.

die Leviten: Welche zu diesem Amt erwählt sein.

tragen: Das ist: Sie sollen Gott Rechenschaft geben, wie sie ihr Amt verrichtet haben und wenn die anderen sich vergreifen würden, wird es ihnen zugerechnet werden als die nicht davor gewesen und nicht abgewehrt haben.

ewigem: Solange das levitische Priestertum und die mosaische Polizei währte.

kein Erbgut: Das ist: Sie sollen keine liegenden Güter in Besitzung haben, wie die anderen Stämme in Austeilung des Landes Kanaan durch das Los empfangen werden.

24. Denn den Zehnten der Kinder Israel, den sie dem Herrn heben, habe ich den Leviten zum Erbgut gegeben; darum habe ich zu ihnen gesagt, dass sie unter den Kindern Israel kein Erbgut besitzen sollen.

heben: Denn die Israeliten heiligten dem Herrn ihre Zehnten nach dem Beispiel ihres Altvaters Jacobs {1Mos 28}.

gegeben: Dass sie ihre Nahrung davon haben sollen. [Und sollen hier die Kirchendiener lernen, dass sie sich an ihrer Nahrung so viel sie zu diesem zeitlichen Leben nötig ist, begnügen lassen. Jetziger Zeit werden die Zehnten meistenteils der weltlichen Obrigkeit gegeben, welches zwar nicht Unrecht kann geheißen werden, weil die mosaische Polizei gefallen ist: Doch soll die weltliche Obrigkeit wiederum den Kirchendienern ihre notdürftige Unterhaltung verschaffen.)

25. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

26. Sage den Leviten und sprich zu ihnen: Wenn ihr den Zehnten nehmt von den Kindern Israel, den ich euch von ihnen gegeben habe zu eurem Erbgut, so sollt ihr davon ein Hebeopfer dem Herrn tun, jeden Zehnten von dem Zehnten.

Hebeopfer: Das ist: Ihr sollt etwas von euren Zehnten, die ihr empfangt, wiederum herausgeben und dem Herren heiligen zu Erhaltung des Priestertums.

von dem Zehnten: Welchen ihr vorhin von den Israeliten eingenommen habt.

27. Und sollt solche eurer Hebeopfer achten, als gäbet ihr Korn aus der Scheune und Fülle aus der Kelter.

als gäbet: Das ist: Wenn ihr von den Zehnten, die ihr empfangt, wiederum den Zehnten Teil aussondern werdet und dem Herrn heiligen, das wird ihm so angenehm sein, als wenn ihr eigene Güter besäßet und von eures Landes Früchten dem Herrn Opfer brächtet, und wird die übrigen neun Teil, so euch blieben, desto reichlicher segnen.

Fülle: Das ist: Was ihr von Most, Wein, Öl und dergleichen zu Einkommen habt.

28. Also sollt auch ihr das Hebeopfer dem Herrn geben von allen euren Zehnten, die ihr nehmt von den Kindern Israel, dass ihr solches Hebeopfer des Herrn dem Priester Aaron Gebet.

auch ihr: Allerdings wie die anderen Israeliten.

Aaron: Dass also Aaron und seine Nachkommen zu ihrer Besoldung den zehnten Teil von euren Zehnten haben.

29. Von allem, dass euch gegeben wird, sollt ihr dem Herrn allerlei Hebeopfer geben, von allem Besten, das davon geheiligt wird.

gegeben wird: Nämlich von den Zehnten, den ihr von den Kindern Israel empfangt.

allerlei Hebeopfer: Das ist: Ihr sollt von allerlei Früchten dem Herrn heiligen.

Besten: (Nach Luther) Hebräisch heißt es das Fette, daher auch die Reichen die Fetten heißen, das sind die Besten im Volk.

30. Und sprich zu ihnen: Wenn ihr also das Beste davon hebt, so soll es den Leviten gerechnet werden wie ein Einkommen der Scheune und wie ein Einkommen der Kelter.

davon: Nämlich von euren Zehnten, die ihr von den Kindern Israel empfangen habt.

31. Und mögt es essen an allen Stätten, ihr und eure Kinder; denn es ist euer Lohn für euer Amt in der Hütte des Stifts.

essen: Nämlich mit gutem Gewissen, da Gott euch und eure Nahrung reichlich segnen wird.

allen Stätten: Wo es euch gefällt. Denn die Leviten hatten etwas mehr Freiheit in dem als die Priester.

32. So werdet ihr nicht Sünde auf euch laden an demselben, wenn ihr das Beste davon hebt, und nicht entweihen das Geheiligte der Kinder Israel und nicht sterben.

laden: Das ist: Dergestalt werdet ihr eurer Gewissen nicht beschweren.

hebt: Das ist: Wenn ihr nicht das Ärgste oder Mittelmäßigste, sondern das Beste aussondert und dem Herrn heiligt.

entweihen: Das ist: Was die Kinder Israel freiwillig dem Herrn geheiligt und gegeben haben, das sollt ihr mit eurem Geiz nicht verunreinigen: Damit solche Opfer, das von den Israeliten und von euch dem Herrn gegeben wird, ihm angenehm sei.

Geheiligte: Nämlich die Zehnten.

sterben: Denn ihr werdet sonst am Leben und mit dem Tode gestraft werden, wenn ihr euch von dem Geiz einnehmen und blenden lasst und von dem, das dem Herrn geheiligt ist, ihm opfern wollte, was unangenehm ist und also viel mehr dahin trachtet, wie ihr viele Güter sammeln könnt, als dass ihr gedächtet, welchergestalt der Gottesdienst möge erhalten werden. [Darum, wer einen reichen Segen von Gott gewärtig sein will, der soll seine Schulden recht und treulich zahlen und zum Kirchenamt nicht kärglich, sondern reichlich geben.)


Das 19. Kapitel


1. Es wird befohlen, dass man das Weihwasser von der Asche der rötlichen Kuh zubereiten soll v. 1. 2. Mit welchem Wasser diejenigen besprengt und gereinigt wurden, welche aus allerlei Ursachen sich verunreinigt hatten v. 11.

1. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

2. Diese Weise soll ein Gesetz sein, das der Herr geboten hat und gesagt: Sage den Kindern Israel, das sie zu dir führen eine rötliche Kuh ohne Wandel, an der kein Fehler sei, und auf die noch nie kein Joch kommen ist.

Gesetz sein: Das ist: Gott hat befohlen, dass ihr neben anderen viele und mancherlei Zeremonien auch diese Weise halten und in Achthaben sollt.

rötliche Ruhe: [Denn Christus, der durch diese Kuh bedeutet wurde, erscheint vor den Augen Gottes seines himmlischen Vaters, weil er voller Feuer der Liebe ist rot: Und ist in seinem besten und vollkommenen Alter gewesen, als er für uns geschlachtet worden {Hebr 9}. Ist auch für seine Person dem Joch des Gesetzes nicht unterworfenen gewesen, dass er sich aber demselben unterworfen gemacht, hat er solches unserethalben getan.)

3. Und gebt sie dem Priester Eleasar; der soll sie hinaus vor das Lager führen und dort vor ihm schlachten lassen:

4. Und Eleasar, der Priester, soll ihres Blutes mit seinem Finger nehmen und stracks gegen die Hütte des Stifts siebenmal sprengen,

siebenmal: [Denn das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, ist vor den Augen Gottes seines himmlischen Vaters reichlich vergossen worden und reinigt uns von allen unseren Sünden {1Joh 1}.]

5. und die Kuh vor ihm verbrennen lassen, beide, ihr Fell und ihr Fleisch, dazu ihr Blut samt ihrem Mist.

vor ihm] In seiner Gegenwart.

verbrennen: [Denn Christus ist vor den Augen der Juden gewesen, als ob er allerdings verzehrt und zu Asche worden wäre, da man ihn begraben.)

6. Und der Priester soll Zedernholz und Ysop und rosinrote Wolle nehmen und auf die brennende Kuh werfen,

werfen: Dass es zugleich mit verbrenne. Es wurden aber aus dem Zedernholz, Ysopen und rosinfarbene gesponnene Wolle Sprengwedel gemacht, dadurch der Glaube an Christus bedeutet wurde. [Und ist diese Materie zur Verbrennung der Kühe hinzugetan wurden, damit anzuzeigen, dass Christi Tod nur den Gläubigen zugutekomme.)

7. und soll seine Kleider waschen und seinen Leib mit Wasser baden und danach ins Lager gehen und unrein sein bis an den Abend.

und soll: Nämlich der Priester Aaron oder sein ordentlicher Nachkomme.

unrein sein: Oder geachtet werden.

8. Und der sie verbrannt hat, soll auch seine Kleider mit Wasser waschen und seinen Leib in Wasser baden und unrein sein bis an den Abend.

9. Und ein reiner Mann soll die Asche von der Kuh aufraffen und sie schütten außer dem Lager an eine reine Stätte, dass sie dort verwahrt werde für die Gemeinde der Kinder Israel zum Sprengwasser; denn es ist ein Sündopfer.

reine Stätte: Nicht an demselben Ort, da sie verbrannt wurde, sondern anderswo, da es mit keiner äußerlichen Unreinigkeit befleckt ist.

für die Gemeinde: Das ist: Dem ganzen Volk Israel zum Besten.

Sprengwasser: Das ist: Dass auf solche Asche Wasser gegossen werde und gleichsam eine Lauge daraus werde, damit die Kinder Israel besprengt und alle Unreinigkeit von ihnen hinweg genommen werde.

Sündopfer: Das ist: Das Schlachten und Verbrennen dieser Kühe ist eine Art eines Sündopfer, darum hat Gott dieselbe Asche verordnet, die Unreinigkeiten damit abzuwaschen und zu reinigen.

10. Und derselbe, der die Asche der Kuh aufgerafft hat, soll seine Kleider waschen und unrein sein bis an den Abend. Dies soll ein ewiges Recht sein den Kindern Israel und den Fremdlingen, die unter euch wohnen.

Kleider waschen: [das der Priester und der die Kühe verbrannt und auch der die Asche zusammengerafft, alle drei für unrein sind geachtet worden, welcher Arbeit doch dahin angesehen gewesen, dass sie zu des Volkes Reinigung dienen soll, ist dadurch bedeutet geworden, dass Christus, indem er uns von der Unreinigkeit unsere Sünde gereinigt hat, für der Menschen Augen als ein unreiner und lasterhafter Mensch sei geachtet worden, darum man ihn mitten unter zwei Mördern aufgehängt hat, ob er wohl der aller unschuldigste gewesen.)

ewiges: Das ist: Weil das levitische Priestertum dauern wird, sollen die Kinder Israel immer in Achthaben, dass sie dergleichen Sprengwasser beihanden behalten und zur Notdurft gebrauchen.

11. Wer nun irgendeinen toten Menschen anrührt, der wird sieben Tage unrein sein.

wer nun: Folgt jetzt, wie man das Wasser nützlich gebrauchen soll.

unrein sein: Nach dem Gesetz Mose, welches ihn für unrein schätzt.

12. Der soll sich hiermit entsündigen am dritten Tage und am siebten Tage, so wird er rein; und wo er sich nicht am dritten Tage und am siebten Tage entsündigte, so wird er nicht rein werden.

hiermit: Nämlich mit dem vorgemeldeten Wasser so durch die Asche von der Roten Kühe gegossen ist. [Es bedeutet aber dasselbe Sprengwasser das Amt des Evangeliums, welches nicht allein mit dem Wort umgeht, sondern auch das Sakrament der Taufe und des Abendmahls handelt. Denn werden wir aber besprengt und von der Unreinigkeit unsere Sünden gereinigt, wenn wir das Verdienst Christi mit Glauben ergreifen, das uns durch das Amt des Evangeliums aufgetragen und angeboten wird. Und wer dasselbe Amt nicht solcher Gestalt gebrauchen will, wie Christus dasselbe zu gebrauchen befohlen hat, der wird des Nutzens des Leidens Christi beraubt sein müssen. In welchem Handel die Wiedertäufer Schwenkfelder und Zwinglianer schwerlich sündigen.)

13. Wenn aber jemand irgendeinen toten Menschen anrührt und sich nicht entsündigen wollte, der verunreinigt die Wohnung des Herrn, und solche Seele soll ausgerottet werden aus Israel. Darum dass das Sprengwasser nicht über ihn gesprengt ist, so ist er unrein, solange er sich nicht davon reinigen lässt.

Wohnung: Wenn er nämlich also unrein sich dazu neben anderen Reinen nahen wollte oder auch unter die anderen Israeliten zu wohnen fortführe oder würde etlichermaßen auch die Wohnung Gottes verunreinigen.

so lange: Das ist: Er wird in seiner Unreinigkeit sterben und verderben müssen.

14. Dies ist das Gesetz, wenn ein Mensch in der Hütte stirbt: Wer in die Hütte geht; und alles, was in der Hütte ist, soll unrein sein sieben Tage.

Gesetz: Das ist: Diese Zeremonien soll man halten.

Hütte: Denn die Kinder Israel damals, weil sie in der Wüste waren, nur in Hütten wohnten.

geht: Nämlich, weil der Tote noch darin ist oder ehe die Hütte vollkommen gereinigt wurden.

15. Und alles offenes Gerät, das keinen Deckel noch Band hat, ist unrein.

noch Band: Das ist: Ein Geschirr, daran der Deckel nicht so angemacht ist, dass man denselben aufmachen, aber nicht allerdings davon tun kann.

ist unrein: Nämlich so lange, bis es mit dem vorgemeldeten Wasser gebührlich gereinigt ist. [Es sind aber die Toten, welche in wahrem Glauben aus diesem Leben abgeschieden, vor Gott nicht unrein: Sondern die, welche geistlich gestorben sind, das sind die Gottlosen, die sind vor Gott so abscheulich, dass wir uns ihrer Gemeinschaft, soviel unser Beruf zulässt und erleiden mag, enthalten müssen, damit wir nicht mit ihnen verunreinigt und verkehrt werden.)

16. Auch wer anrührt auf dem Felde einen Erschlagenen mit dem Schwert oder einen Toten, eines Menschen Bein, oder Grab, der ist unrein sieben Tage.

Bein: Denn das Anrühren der Gebeine, wenngleich das Fleisch davon hinweg und verzehrt war, machte einen Menschen auch unrein.

17. So sollen sie nun für den Unreinen nehmen der Asche dieses verbrannten Sündopfers und fließend Wasser darauf tun in ein Gefäß.

so sollen: Jetzt wird beschrieben, wie diejenigen, die so unrein wurden, mit den Sachen umgehen sollen, dass sie wieder gereinigt werden.

Sündopfer: Das ist: Von den Kühen, welche dazu geschlachtet und verbrannt wurden, dass sie ein Opfer soll sein, dadurch die Sünde versöhnt werde.

fließend] Aus einem Brunnen oder Fluss genommen, das noch frisch und nicht faul oder stinkend ist.

Gefäß: Welches auch sauber und rein sein muss.

18. Und ein reiner Mann soll Ysop nehmen und ins Wasser tunken und die Hütte besprengen und alle Geräte und alle Seelen, die darin sind; also auch den, der eines Toten Bein oder Erschlagenen oder Toten oder Grab angerührt hat.

Ysop: Nämlich, ein Büschel oder Sprengwedel von Ysop gemacht.

Hütte: Darin einer gestorben ist.

besprengen: Mit der Asche und Wasser durcheinander vermischt.

Geräte: Das in derselben Hütte ist.

19. Es soll aber der Reine den Unreinen am dritten Tage und am siebten Tage besprengen und ihn am siebten Tage entsündigen; und soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden, so wird er am Abend rein.

der Reine: [Denn wenn Christus, der ihm vorgenommenen hat uns zu reinigen, nicht selber von allen Sünden wäre rein und befreit gewesen, so hätte er uns Unreine nicht reinigen können.)

entsündigen: Mit dem Wasser und Asche.

waschen: Nämlich der unrein gewesen ist.

20. Welcher aber unrein sein wird und sich nicht entsündigen will, des Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde; denn er hat das Heiligtum des Herrn verunreinigt und ist mit Sprengwasser nicht besprengt; darum ist er unrein.

21. Und dies soll ihnen ein ewiges Recht sein. Und der auch, der mit dem Sprengwasser gesprengt hat, soll seine Kleider waschen. Und wer das Sprengwasser anrührt, der soll unrein sein bis an den Abend.

ewiges: Das ist: Diese Gewohnheit soll in der mosaischen Polizei immer gehalten werden.

waschen: Den er für unrein zu schätzen ist bis auf den Abend. [So eine große Unreinigkeit ist es um die Sünde, dass auch der, welcher den Unreinen entsündigt und reinigt, etlichermaßen unrein dadurch geachtet wird.)

anrührt: [Einen unreinen Menschen, dessen Herz durch den Glauben nicht gereinigt wurde, ist alles unrein, dass er mit seinem Anrühren etlichermaßen auch die guten Kreaturen Gottes verunreinigt. Nicht zwar, dass sie an ihnen selbst unrein sind, sondern dass sie dem Ungläubigen unrein werden: Also dass er sie ohne Sünde nicht gebrauchen kann. Gleichwie hinwiederum den Reinen, das ist, den Gläubigen alle Kreaturen Gottes rein sind {Tit 1}.]

22. Und alles, was er anrührt, wird unrein werden, und welche Seele er anrühren wird, soll unrein sein bis an den Abend.

unrein sein: Darum soll derselbe Mensch, der etwas angerührt hat, das vom anderen ist verunreinigt worden, seine Kleider und seinen Leib waschen wie gebräuchlich. [Mit so vielerlei Art der Unreinigkeit hat Gott den Kindern Israel wollen vor die Augen stellen und zu verstehen geben die Größe und Menge der Sünden in dem menschlichen Geschlecht, auf dass wir ernstliche Buße tun und durch den Glauben mit dem Blut Christi uns besprengen, damit wir gereinigt werden {1Petr 1}. Was aber der Katholiken Weihwasser betrifft, weil nach abgetanen levitischen Opfern und aufgehobenem Schatten des Alten Testaments durch Christus wir keinen göttlichen Befehl haben in heiliger Schrift von Einsetzung oder Brauch des Weihwassers, dazu auch die Katholiken keine Verheißung anzeigen können, dass mit demselben Wasser die Sünden hinweggenommen oder die Teufel verjagt werden. So begehen sie eine öffentliche Zauberei und Abgötterei und berauben die Kirche Christi ihrer Freiheit, indem sie auf solche Zeremonien dringen und machen sie also dem Joch des Gesetzes Mose wieder unterworfen, führen auch die Christen wiederum zurück von der heilsamen Erkenntnis Christi so uns im Neuen Testament hell und klar gezeigt und geoffenbart wird ab ins Alte Testament, da die ersten Buchstaben und dunklen Schatten zu lernen.)


Das 20. Kapitel


1. Mirjam, die Prophetin Mose und Aarons Schwester stirbt v. 1. 2. Das Volk leidet Durst und wird ungeduldig: Und als Mose und Aaron aus göttlichem Befehl mit dem Stabe sollen Wasser aus dem Felsen bringen, zweifeln sie daran, darum Gott heftig über sie erzürnt wird v. 2. 3. Die Edoniter wehren den Kindern Israel den Durchzug durch ihr Land v. 14. 4. Aaron stirbt auf dem Berge Hor und wird von den Kindern Israel beweint: Dem folgt sein Sohn Eleasar im Priesteramt nach v. 23.

1. Und die Kinder Israel kamen mit der ganzen Gemeinde in die Wüste Zin im ersten Monden, und das Volk lag zu Kades. Und Mirjam starb dort und wurde dort begraben.

ersten Monden: Nämlich des vierzigsten Jahres nach dem Auszug der Kinder Israel aus Ägypten. Denn im selben Jahr ist Aaron gestorben wie später Kapitel 33. zu sehen.

Kades: Das ist: In der Wüste, welche bis zu der Stadt Kades reicht, von welcher Stadt dieselbe Wüste auch den Namen bekommen, dass sie danach genannt wurde, wie aus dem folgenden 33. Kapitel zu sehen.

Mirjam starb: [Diese Weibsperson wird in heiliger Schrift als eine Prophetin gerühmt, dass wir daraus lernen sollen, wie Gott auch das weibliche Geschlecht in acht habe und liebe und ihm zuweilen besondere herrliche Gaben des Heiligen Geistes mitteile. Dass aber dies heilige Weib in der Wüste begraben wordenist, werden wir dabei erinnert, dass obwohl der frommen und gottseligen Leute Gräber ehrlich zu halten sein. So soll man doch nicht besonders darauf achthaben, wo unser Leib begraben werde als wohin unsere Seele kommen möge.)

2. Und die Gemeinde hatte kein Wasser, und versammelten sich wider Mose und Aaron.

kein Wasser: Gleiches Geschichte liest man auch 2. Mose 17.

3. Und das Volk haderte mit Mose und sprach: Ach, dass wir umkommen wären, da unsere Brüder umkamen vor dem Herrn!

umkommen: Denn also wären wir allem Unglück entronnen.

4. Warum habt ihr die Gemeinde des Herrn in diese Wüste gebracht, dass wir hier sterben mit unserem Vieh?

5. Und warum habt ihr uns aus Ägypten geführt an diesen bösen Ort, da man nicht säen kann, da weder Feigen noch Weinstöcke noch Granatäpfel sind, und ist dazu kein Wasser zu trinken?

geführt: Wie viel besser wäre es gewesen, dass ihr uns hättet in Ägypten gelassen und wir da gestorben wären.

nicht säen: Weil es ein lauter dürre Wüste und unfruchtbarer Ort ist.

noch Feigen: Welcher Früchte wir in Ägypten vollauf hatten, aber hier dergleichen nichts bekommen können.

kein Wasser: Darum ihr nicht allein wert seid, dass man euch hassen und anfeinden soll, sondern auch dass man euch am Leben strafe, weil ihr eine so große Menge Volkes in solchen Jammer und Gefahr gesteckt habt. [So groß ist die Bosheit und das Misstrauen oder der Unglaube in der Menschen Herzen, dass wenn ihnen Gott gleich viel Guttaten erzeigt hat und ein wenig ein rauer Wind ihnen unter Augen geht, sie bald von Gott abfallen und seiner Güte nicht mehr trauen wollen.)

6. Mose und Aaron gingen von der Gemeinde zur Tür der Hütte des Stifts und fielen auf ihr Angesicht; und die Herrlichkeit des Herrn erschien ihnen.

von der Gemeinde: Das ist: Sie flohen vor dem aufrührerischen Personal.

fielen: Und baten den Herrn, dass er solchen Jammer wenden und ihnen zu Hilfe kommen wollte. [Denn wenn man in Nöten ist, so soll man immer mit dem Gebet zu Gott fliehen.)

erscheint: Das ist: Gott hat seine Gegenwart mit einer besonderen Herrlichkeit erzeigt. Denn die Wolkensäule sich über die Stiftshütte heruntergelassen. [weil Gott die Seinen nicht verlässt, wenn sie auf ihn trauen.)

7. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

8. Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet mit dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. Also sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen bringen und die Gemeinde tränken und ihr Vieh {Ps 105v41 1Kor 10v4},

redet: Das ist: Befiehlt ihm, dass er Wasser von sich gebe.

tränken: Dass sie und ihr Vieh genug haben. [Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.)

9. Da nahm Mose den Stab vor dem Herrn, wie er ihm geboten hatte.

Stab: Mit dem er so viel Wunderzeichen in Ägypten getan hatte.

vor dem: Das ist: Welcher Stab in der Stiftshütte aufbehalten und verwahrt wurde.

10. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen und sprach zu ihnen: Hört, ihr Ungehorsamen, werden wir euch auch Wasser bringen aus diesem Felsen?

versammelten: Und führten das Volk mit sich von der Hütte zum Fels, daraus er Wasser bringen sollte: Und da das Wunderzeichen soll vorgehen, fangen Mose und Aaron selber an zu zweifeln und können nicht glauben, dass aus dem Felsen Wasser kommen soll.

werden wir: Als wollte er sagen: Ihr habt dem Herrn eurem Gott so oft widerstrebt, dass wir uns dessen nicht können überreden lassen, dass er euch in eurer jetzigen gegenwärtigen Not werde zu Hilfe komme, denn ihr seid nicht wert, dass euch Gott seine Verheißungen halte. [kann es deswegen auch geschehen, dass vortreffliche Männer zu Zeiten in Kleinmütigkeit und Unglauben geraten, darum sie eben sowohl beten und sagen müssen: Führe uns nicht in Versuchung.)

11. Und Mose hob seine Hand auf und schlug den Felsen mit dem Stabe zweimal. Da ging viel Wassers heraus, dass die Gemeinde trank und ihr Vieh.

zweimal: Da er nur einmal hätte schlagen sollen. Denn er glaubte nicht, dass auf den ersten Streich Wasser erfolgen würde und stand noch im Zweifel, ob nach dem anderen Streich etwas würde herauskommen.

trank: Bis sie alle den Durst gelöscht hatten. [Denn Gottes Güte ist so groß, dass er zuweilen mit seiner Gnade und Guttat unseren Unglauben überwindet und uns gibt, dass wir nicht hätten hoffen dürfen. Der Fels aber hat Christus bedeutet {1Kor 10}. Denn derselbe tränkt die christliche Kirche mit seinem Blut, durch welchen Trank die Rechtgläubigen gelabt und erquickt werden. Die Ungläubigen aber missbrauchen es zu ihrem Gericht und Verdammnis {1Kor 11}.]

12. Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron: Darum, dass ihr nicht an mich geglaubt habt, dass ihr mich heiligtet vor den Kindern Israel, sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde {4Mos 27v14 5Mos 1v37 31v2}.

sprach: Denn er durch diesen des Mose und Aarons Unglauben sehr erzürnt wurde.

geglaubt: Nämlich in diesem Tun.

Nach Luther: Zweifel ist eine Sünde. Es wurde aber hierdurch angedeutet, dass das Volk des Gesetzes durch ihren Lehrer, den Mose, nicht konnte zur Seligkeit gebracht werden und dass zu Christi Zeiten das ungläubige jüdische Volk fallen werde.

heiligtet: Nämlich dass ihr mir Zeugnis geben hättet, wie ich ein wahrhaftiger Gott sei und meine Verheißungen halte, dazu auch gegen den Unwürdigen mich gütig erzeige: sondern habt selber an der Wahrheit meiner Verheißungen und an meiner Güte gezweifelt.

bringen: sondern sollen alle beide sterben eher denn ihr das Land Kanaan erreicht. [Weil wir demnach sehen, dass auch Mose und Aaron von ihres Unglaubens willen zeitliche Strafe leiden müssen, sollen wir daraus lernen, dass bei Gott keine Ansehung der Person gelte und sollen seinen Verheißungen trauen, obgleich der Leute Sünde und Übertretungen groß sind.)

13. Das ist das Haderwasser, darüber die Kinder Israel mit dem Herrn haderten, und er geheiligt wurde an ihnen {2Mos 17v7 Ps 106v32 Hes 47v19}.

haderten: Das ist: Da die Kinder Israel murrten wider den Herrn, als ob sie in der Wüste würden müssen Durstes sterben und könnte Gott nicht halten, was er ihnen verheißen hatte, dass er sie nämlich durch die Wüste ins Land Kanaan führen wollte, in welchen Unglauben auch Mose und Aaron gefallen sind. Aber der Herr hat nicht mit ihnen gehandelt, wie sie wohl verdient, sondern ihnen Gutes getan, ob sie wohl dessen nicht wert gewesen.

geheiligt: Das ist: Er hat mit der Tat bezeugt, indem er ihnen Wasser gegeben, da sie gedürstet, dass er ein heiliger wahrhafter gütiger und gnädiger Gott sei.

14. Und Mose sandte Botschaft aus Kades zu dem Könige der Edomiter: Also lässt dir dein Bruder Israel sagen: Du weißt alle die Mühe, die uns betreten hat;

aus Kades: Zu welcher Stadt, weil sie an der Wüste Zin lag, sie etwas näher hinzugekommen waren.

Bruder: Denn die Israeliten waren von Jakob mit dem Zunamen Israel hergekommen und hatten die Edomiter von Esau mit dem Zunamen Edom ihren Ursprung. Es waren aber Jakob und Esau zwei leibliche Brüder und dazu Zwilling gewesen.

du weißt: Als wollten sie sprechen: Es ist dir ohne Zweifel verborgen, was wir bisher für Widerwärtigkeit und Elend ausgestanden haben. Darum so erzeige dich von wegen der Blutsfreundschaft und in Erwägung unseres ausgestandenen Unglücks willfährig und freundlich gegen uns, für die Gott selber zu sorgen sich nicht beschwert hat.

15. dass unsere Väter nach Ägypten hinabgezogen sind, und wir lange Zeit in Ägypten gewohnt haben, und die Ägypter handelten uns und unsere Väter übel;

16. und wir schrien zu dem Herrn; der hat unsere Stimme erhört und einen Engel gesandt und aus Ägypten geführt. Und siehe, wir sind zu Kades in der Stadt an deinen Grenzen.

17. Lass uns durch dein Land ziehen. Wir wollen nicht durch Äcker noch Weinberge gehen, auch nicht Wasser aus dem Brunnen trinken; die Landstraße wollen wir ziehen, weder zur Rechten noch zur Linken weichen, bis wir durch deine Grenze kommen.

ziehen: Mit einem sicheren Geleit und ohne Schaden.

nicht durch: Das ist: Im Durchziehen wollen wir dein Feld und Weinberge nicht beschädigen.

trinken: Denn es hatte am selben Ort Landes nicht viel Wasser.

Landstraße: [Denn es gebührt einem frommes Kriegsobersten, dass er ohne Schaden durch der Freunde Land ziehe.)

18. Die Edomiter aber sprachen zu ihnen: Du sollst nicht durch mich ziehen, oder ich will dir mit dem Schwert entgegenziehen.

zu ihnen: [Nämlich zu der Kinder Israel Abgesandten.

sollst nicht: Das ist: Ich will euch keinen Durchzug mit Willen gestatten, wollt ihr aber mit Gewalt durchdringen, wird euch solches keineswegs ungestraft hingehen.

19. Die Kinder Israel sprachen zu ihm: Wir wollen auf der gebahnten Straße ziehen, und so wir deines Wassers trinken, wir und unser Vieh, so wollen wir es bezahlen; wir wollen nichts, denn nur zu Fuße hindurchziehen.

sprachen: Das ist: Die Gesandten hielten weiter an von einem freien ungehinderten Durchzug.

Straße: Die sonst jedermann offen steht, damit wir dem Samen auf dem Felde keinen Schaden tun.

bezahlen: Viel weniger begehren wir dich, oder die Deinen zu beschädigen. Darum ist unserethalben keine Gefahr zu besorgen, so begehren wir auch nichts Unbilliges oder Großes.

zu Fuße: Ihr habt euch für diesem Fußvolk nichts zu bewahren, dass keine große Kraft und viel mehr Weiber und Kinder als Waffen mit sich führt.

20. Er aber sprach: Du sollst nicht herdurchziehen. Und die Edomiter zogen aus ihnen entgegen mit mächtigem Volk und starker Hand.

sollst nicht: Das ist: Ich will euch keinen freien Pass oder Durchzug gestatten.

21. Also weigerten die Edomiter, Israel zu vergönnen, durch ihre Grenze zu ziehen. Und Israel wich von ihnen.

wich] Und haben einen anderen Weg vorgenommenen, dadurch sie ins Land Kanaan kommen könnten. Denn sie durften das Land der Edomiter nicht mit Gewalt überziehen oder einnehmen, weil ihnen Gott zuvor gesagt hatte, wie 5. Mose 2. gelesen wird, dass er ihnen von demselben Lande nichts zur Besitzung einräumen wollte. [Denn was wir mit gutem Gewissen nicht besitzen können, das sollen wir auch nicht begehren.)

22. Und die Kinder Israel brachen auf von Kades und kamen mit der ganzen Gemeinde gen Hor am Gebirge {4Mos 33v37}.

23. Und der Herr redete mit Mose und Aaron zu Hor am Gebirge an den Grenzen des Landes der Edomiter und sprach:

24. Lass sich Aaron sammeln zu seinem Volk; denn er soll nicht in das Land kommen, das ich den Kindern Israel gegeben habe, darum dass ihr meinem Munde ungehorsam gewesen seid bei dem Haderwasser.

sammeln: Das ist: Die Zeit ist herbeigekommen, dass Aaron sterben soll und aus diesem Leben abscheide zu seinen heiligen Voreltern, die vor ihm im wahren Glauben von hinnen gefahren sind und bei Gott leben.

25. Nimm aber Aaron und seinen Sohn Eleasar und führe sie auf Hor am Gebirge {4Mos 27v13 33v38 5Mos 32v50}.

26. Und zieh Aaron seine Kleider aus und zieh sie Eleasar an, seinem Sohne. Und Aaron soll sich dort sammeln und sterben.

Kleider: Nämlich seine priesterlichen Kleider.

seinem Sohne: Mit welcher Zeremonie du den Sohn in die Besitzung des Hohepriester-Amtes einführen sollst.

27. Da tat Mose, wie ihm der Herr geboten hatte, und stiegen auf Hor am Gebirge vor der ganzen Gemeinde.

28. Und Mose zog Aaron seine Kleider aus und zog sie Eleasar an, seinem Sohne. Und Aaron starb dort oben auf dem Berge. Mose aber und Eleasar stiegen herab vom Berge {5Mos 10v6 32v50}.

29. Und da die ganze Gemeinde sah, dass Aaron dahin war, beweinten sie ihn dreißig Tage, das ganze Haus Israel.

Aaron: Ihr gewesener Hohepriester.

beweinten: [Ob wir wohl mit unserem Weinen und Klagen den Toten nichts helfen können, dazu auch die Frommen solcher Hilfe nicht bedürfen: So gebührt dennoch den Christen, dass sie ihrer Freunde und besonders vortrefflicher Leute absterben, beklagen, damit sie ihre christliche und gottselige Zuneigung gegen ihnen zu verstehen geben. Und geschieht es gewöhnlich, dass welche Obrigkeit und vorgesetzte das Volk bei ihrem Leben schilt und ihnen übel nachredet, von dieselben trauerte, es später, wenn sie verloren sein.)


Das 21. Kapitel


1. Ein König der Kanaaniter, so wider die Kinder Israel streitet, wird überwunden v. 1. 2. Danach, als die Kinder Israel murren, werden sie mit feurigen Schlangen gestraft, welche aber die Ähren Schlange, so ein Vorbild Christi gewesen, wie er am Kreuz gehangen, Ansehen werden erhalten v. 5. 3. Und wird den Kindern Israel abermals Wasser durch ein Wunderwerk gegeben v. 16. 4. Sihon der Amoriter König, da er wider die Israeliten streitet, verliert sein Leben und Königreich darüber v. 21. V. Also geht es auch dem König Og zu Basan, der einer von den Riesen war v. 33.

1. Und da der Kanaaniter, der König Arad, der gegen Mittag wohnte, hörte, dass Israel hereinkommt durch den Weg der Kundschafter, stritt er wider Israel und führte etliche gefangen.

Kanaaniter: Denn der Berg Hor lag auf die Grenze des Landes Kanaan, dass also die Kinder Israel nicht weit mehr zu demselben hatten.

Kundschafter: Nämlich, durch welchen Weg die zwölf Kundschafter des Volkes Israel zuvor ins Land Kanaan gezogen waren, von denen oben Kapitel 13. zu lesen Und hat dieser kanaanitische König mit den Amalekitern gegrenzt.

2. Da gelobte Israel dem Herrn ein Gelübde und sprach: Wenn du dies Volk unter meine Hand gibst, so will ich ihre Städte verbannen.

gelobt: Auf dass sie von Gott den Sieg erhalten könnten wider die Kanaaniter und den zuvor empfangenen Schaden rächen.

gibst: Dass ich sie überwinde.

verbannen: Das ist: Ich will oder wir wollen alle Einwohner umbringen und die Städte in Brand stecken.

3. Und der Herr erhörte die Stimme Israels und gab die Kanaaniter und verbannte sie samt ihren Städten; und hieß die Stätte Horma.

erhört: Denn es war ohne das Gottes Wille und Meinung, dass die Kanaaniter von wegen ihres gottlosen Lebens und gräulichen Laster, die sie von langen Zeiten her getrieben, zugrunde vertilgt und ausgerottet werden sollten.

gab: Also dass der Kanaaniter Kriegsvolk im Streit unten gelegen.

Horma: Das ist: Ein Bann. Denn dieselben Städte waren durch ein Gelübde zum Untergang bestimmt und verordnet, welches durch den Bann oder Verbannung hier gemeint und verstanden wird. [Gleichwie aber die Kinder Israel im ersten Streit unten gelegen endlich aber den Sieg davon bringen: Also geschieht es, dass die Christen, wenn sie zu dem himmlischen Vaterland reisen, eine Zeit lang von den Anläufen des Teufels gleichsam für überwunden angesehen werden: Welche doch wenn sie wiederum Buße tun und den Sohn Gottes mit Glauben anrufen, endlich einen herrlichen Sieg davon bringen und Erben des ewigen Lebens werden.)

4. Da zogen sie von Hor am Gebirge auf dem Wege vom Schilfmeer, dass sie um der Edomiter Land hinzögen.

zogen sie: Nämlich, die Israeliten auf dem Befehl des Herrn.

Wege: Also dass sie von der richtigen Landstraße, die zum Lande Kanaan führt, etwas abgewichen und gen Salmona gekommen sind, von dort sie weiter fortgereist und in Phunon sich gelagert haben, wie später Kapitel 33. zu sehen welcher Weg vom Lande Kanaan abführte, dass es vielmehr das Ansehen hatte, als würden sie wieder viel eher in Ägypten als ins Land Kanaan kommen, dadurch die Kinder Israel verdrossen wurden, wie später folgt, und konnte doch nicht anders sein, weil sie durch der Edomiter Land nicht ziehen durften wie im vorigen Kapitel gemeldet.

5. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wieder Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und unsere Seele ekelt über dieser losen Speise.

verdrossen: Denn es war ihnen sehr zuwider, dass sie so einen weiten Weg umgeführt wurden.

redet: Aus Ungeduld.

ekelt: Das ist: Ob wir wohl das Man zur Speise haben, welches uns täglich vom Himmel gegeben wird: So ist es doch nichts wert und weil wir es jetzt bis ins vierzigste Jahr gegessen haben, sind wir dessen so überdrüssig geworden, dass wir es nicht ohne Widerwillen und Unlust anschauen können. [Also haben heutigen Tages ihrer viel einen Verdruss ab den evangelischen Predigten, weil sie hören, dass man immer einerlei Lehre wiederholt, aber solche Undankbarkeit wird zu seiner Zeit schwerlich gestraft werden. Und lehrt uns Paulus {1Kor 10}, wie uns dies Beispiel der ernstlichen Strafe Gottes, so später folgt, auch vorgeschrieben sei.)

6. Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass ein großes Volk in Israel starb {1Kor 10v9}.

feurige] Das ist: Eine solche Art welche diejenigen, so sie angriffen, mit einem solchen hitzigen Gift ansteckten, dass sie, davon entzündet, einen schmerzlichen und jämmerlichen Tod nahmen. [Dies Beispiel des gerechten Zorns und Strafe Gottes soll uns von der Ungeduld und Murren wider Gott abhalten.)

Nach Luther: Darum heißen sie feurige, dass die Leute, von ihnen gebissen, durch ihr Gift verroht wurde und für Hitze starben wie an der Pestilenz oder Karbunkel.

7. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn und wider dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme! Mose bat für das Volk.

da kamen: Nämlich, als die Schlangen schon ihrer viel gebissen, und eine große Menge Volkes umgekommen war, durch welche Strafe die anderen Israeliten gedemütigt wurden, dass sie Buße taten.

geredet: Das ist: Aus Ungeduld gemurrt.

nehme: Dass wir nicht so jämmerlich umkommen.

Volk.: Welches sich so oft bisher aufrührerisch und undankbar erzeigt hatte. [Denn man soll den Bußfertigen die Verzeihung der Sünden nicht abschlagen.)

8. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine Ähren-Schlange und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben {Joh 3v14}.

Zeichen: Dass sie durch ein besonderes Wunderzeichen erhalten werden.

soll leben: [So groß ist Gottes Güte, dass er nicht will den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe.)

9. Da machte Mose eine Ähren-Schlange und richtete sie auf zum Zeichen; und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die Ähren-Schlange an und blieb leben.

Richtet: [Diese Geschichte erklärt Christus in {Joh 3}. Da er sagt: Gleichwie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muss des Menschen Sohn auch erhöht (das ist ans Kreuz geschlagen) werden, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn die alte Schlange, der Teufel, hat mit seinem giftigen Biss nämlich durch die Sünde, dass menschliche Geschlecht so vergiftet, dass es durch die ewige Brunst und Hitze des höllischen Feuers hätte müssen verderben. Aber als Christus, der so viel die äußerliche Gestalt und menschliche Natur belangt, uns in allem gleich war, die Sünde ausgenommen, ans Kreuz aufgehoben wurde, hat er mit seinem Leiden uns verdient, dass alle, die so ihn mit Glauben anschauen, das ist all ihr Vertrauen auf ihn setzen, des ewigen Todes nicht sterben, sondern von seinem Willen durch den Glauben das ewige Leben haben sollen.)

10. Und die Kinder Israel zogen aus und lagerten sich in Oboth.

11. Und von Oboth zogen sie aus und lagerten sich in Ijim, am Gebirge Abarim, in der Wüste gegen Moab über, gegen der Sonnen Aufgang {4Mos 33v44 v47}.

12. Von dort zogen sie und lagerten sich am Bach Sared.

13. Von dort zogen sie und lagerten sich diesseits am Arnon, welcher ist in der Wüste und herausreicht von der Grenze der Amoriter. Denn Arnon ist die Grenze Moabs zwischen Moab und den Amoritern.

Arnon: Ist ein hoher Fels, darunter ein Wasser fließt ungefähr Namens.

Nach Luther: Ist derselbe hohe Fels, der in Besupha das ist in Wolken Winden und Wetter steht, unten fließen Bäche und er an denselben seinen Bächen hin dauerte bis gen Ar.

14. Daher spricht man in dem Buch von den Streiten des Herrn: Das Vaheb in Supha und die Bäche am Arnon

Streiten: In welchem Buch die Kriege beschrieben werden, die Gott durch sein Volk Israel wieder ihre Feinde geführt hat. Dies Buch aber ist nicht mehr vorhanden. [Und haben wir Bücher genug in der Kirche, welche uns den Willen Gottes lehren, so viel uns zu unserer Seligkeit zu wissen vonnöten ist.)

Vaheb: Nämlich dieselbe Stadt, welche Gott in Supha, das ist in einem Sturmwind, umgekehrt hat.

Bäche am Arnon.: Nämlich muss man darüber verstehen: Hat Gott anderswo hingerichtet, dass dasselbe Wasser jetzt einen anderen Gang hat.

15. und die Quelle der Bäche, welche reicht hinten an zu der Stadt Ar und lenkt sich und ist die Grenze Moabs.

Quelle: Nämlich der Ursprung derselben Wasser ist jetzt an einem anderen Ort. Denn es pflegt durch Unwetter und Erdbeben zu geschehen, dass an einem Ort neue Flüsse hervorkommen.

Grenze: Das ist: Fluss fließt an der Stadt Ar hin und ist des Landes Moab äußerste Grenze, welches damit von den anderen Ländern abgeschieden wird. [diese Geschichte und Historie zwar ist heutigen Tages nicht mehr vorhanden, denn nur so viel man aus den kurzen Worten dieses Texts die Mutmaßung und Nachricht haben kann. Darum der gutherzige Leser diese Erklärung, dabei keine Gefahr zu besorgen, im besten aufnehmen wolle. Denn die Worte sind an ihnen selbst sehr dunkel und von anderen auf mancherlei Weise ausgelegt wurden.)

16. Und von dort zogen sie zum Brunnen. Das ist der Brunnen, davon der Herr zu Mose sagte: Sammle das Volk, ich will ihnen Wasser geben.

Brunnen: Welcher nämlich damals entsprungen, als die Kinder Israel darin hingekommen waren und Durst litten.

sagte: eher denn der Brunn hervorgequollen.

17. Da sang Israel dieses Lied, und sangen umeinander über dem Brunnen:

da sang: Nämlich nach dem durch ein göttliches Wunderzeichen der Brunnen entsprungen, welcher das Wasser reichlich von sich gegeben.

Lied: Zum Gedächtnis der göttlichen Guttat.

18. Das ist der Brunnen, den die Fürsten gegraben haben; die Edlen im Volk haben ihn gegraben durch den Lehrer und ihre Stäbe. Und von dieser Wüste zogen sie gen Mathana;

das ist: Also haben die Kinder Israel gesungen, da sie sich über das Wasser gefreut, welches ihnen von Gott gegeben war.

Lehrer: Nämlich durch Mose, der bei dieser Sache das Beste getan.

Stäbe: Es ist zu vermuten, dass aus Gottes Befehl, durch Mose gegeben, die Fürsten der zwölf Stämme mit ihren Stäben am selben Ort die Erde geschlagen und also durch Gottes Schickung Wasser zuwege gebracht haben. Es wird aber diese Geschichte sonst nirgends weitläufiger erzählt und kann man nicht mehr davon anzeigen, als so viel die Worte an diesem Ort Anleitung und Nachricht geben. Darum kein Wunder ist, dass dieser Text auf mancherlei Weise ausgelegt wurde. Denn es ist nicht einerlei Geschichte, mit der die 2. Mose 17. beschrieben wird. Wie auch nicht mit der davon im vorigen 20. Kapitel dieses Buches gemeldet wurden: Denn die erste ist in Raphidim geschehen, die andere in der Wüste Zin: Dieser dritte aber hat sich in der Einöde an der Moabiter Grenze zugetragen.

Nach Luther: Stäbe mögen auch hier heißen, die Fürsten selber, wie im Jesaja der König in Ägypten ein Stab heißt, darum dass sie das Volk regieren wie ein Hirte das Vieh mit seinem Stabe.

Mathana: An einen Ort, der also geheißen. Später im 33. Kapitel werden diese der Kinder Israel Lager mit etwas anderen Namen genannt, welches doch so groß Wunder nicht ist, weil öfter ein Ort zwei Namen hat.

19. und von Mathana gen Nahaliel; und von Nahaliel gen Bamoth;

20. und von Bamoth in das Tal, das im Felde Moab liegt, zu dem hohen Berge Pisga, der gegen die Wüste sieht.

21. Und Israel sandte Boten zu Sihon, dem Könige der Amoriter, und ließ ihm sagen:

22. Lass mich durch dein Land ziehen; wir wollen nicht weichen in die Acker noch in die Weingärten, wollen auch des Brunnenwassers nicht trinken; die Landstraße wollen wir ziehen, bis wir durch deine Grenze kommen.

Landstraßen: Das ist: Wir wollen dich oder die Deinen nicht beleidigen, sondern ohne Schaden durchziehen, welches kein unbilliges Begehren war.

23. Aber Sihon gestattete den Kindern Israel den Zug nicht durch seine Grenze, sondern sammelte all sein Volk und zog aus Israel entgegen in die Wüste; und als er gen Jahza kam, stritt er wieder Israel.

gestattete: Denn er war ihnen feind und traut ihnen nicht.

24. Israel aber schlug ihn mit der Schärfe des Schwertes und nahm sein Land ein von Arnon an bis an den Jabbok und bis an die Kinder Ammon; denn die Grenzen der Kinder Ammon waren fest {5Mos 2v33 29v7 Jos 24v8 Ps 135v11 136v19 Am 2v9}.

Schärfe: Das ist: Die Amoriter sind von den Kindern Israel bis aufs Haupt erlegt worden.

Jabok: Welcher ein Fluss gewesen, also genannt, dessen auch 1. Mose 32. gedacht wird.

waren fest: darum die Kinder Israel fürs Beste ansahen, dass sie die Amoniter das mal unangefochten ließen.

25. Also nahm Israel alle diese Städte und wohnte in allen Städten der Amoriter, zu Hesbon und allen ihren Töchtern.

Töchtern: Das ist: In den kleinen Städten und Flecken zu der großen Hauptstadt Hesbon gehörig.

Nach Luther: Das ist: Dörfern und Flecken, welche um die Hauptstadt Hesbon als die Mutter herlagen.

26. Denn Hesbon, die Stadt, war Sihons, des Königs der Amoriter, und er hatte zuvor mit dem Könige der Moabiter gestritten und ihm all sein Land angewonnen bis gen Arnon.

war Sihons: Das ist: Es war die Hauptstadt des ganzen Landes und der königliche Sitz.

gestritten: Damit man etlichermaßen eine Nachricht haben könne, was für ein großes Land die Kinder Israel damals eingenommen. So zeigt Mose in den folgenden Worten an, wie ein gutes Teil des Landes Moab zur selben Zeit unter des Königs Sihon Gewalt gewesen sei, als er sein Königreich verloren.

bis gen: Das übrige Teil hatten die Moabiter behalten.

27. Daher sagt man im Sprichwort: Kommt gen Hesbon, dass man die Stadt Sihon baue und aufrichte;

sagt man: Das ist: Die Amoriter haben von dem herrlichen Sieg ihres Königs ein solches Lied gemacht und es ihm zu Ehren gesungen, der armen überwundenen Moabiter aber damit gespottet.

baue: Die Meinung ist diese: Die Stadt unseres Königs ist so gewaltig und feste, dass jedermann zu derselben seine Zuflucht haben und Sicherheit darin suchen soll. Und ist wohl wert, dass sie noch mehr befestigt und mit köstlichen Gebäuden geziert werde. Weil sie ihrem Könige so einen guten und getreuen Dienst geleistet hat, die Moabiter zu bekriegen.

28. denn Feuer ist aus Hesbon gefahren, eine Flamme von der Stadt Sihon, die hat gefressen Ar der Moabiter und die Bürger der Höhe Arnon.

Feuer: Das ist: Ein Kriegsheer ist aus Hesbon gezogen, welches die Moabiter so in der Stadt Ar und neben dem Berge oder Wasser Arnon gewohnt überwunden und vertilgt hat.

Flamme: Ist einerlei Meinung, wird nur mit anderen verblümten Worten wiederholt.

29. Wehe dir, Moab, du Volk Kamos bist verloren; man hat seine Söhne in die Flucht geschlagen und seine Töchter gefangen geführt Sihon, dem Könige der Amoriter.

Kamos: Welches den Abgott Kamos anbetet und verehrt. Denn der Moabiter Gott also geheißen hat. Als wollten sie sagen: Es ist um euch Moabiter samt eurem Gott geschehen, der weder euch noch sich selber retten können.

Flucht: Das ist: euer Gott Kamos hat mögen leiden und zusehen, dass seine Diener und Dienerinnen, welche doch in ihrem Gottesdienst sehr andächtig gewesen, entweder erschlagen oder gefangen sind, hinweg geführt wurden.

30. Ihre Herrlichkeit ist zunichtegeworden, von Hesbon bis gen Dibon; sie ist verstört bis gen Nophah, die da langt bis gen Medba.

von Hesbon: Das ist: Da sie zuvor von wegen ihrer großen Macht um die Hauptstadt Hesbon her ihre Herrschaften hatten und derselben ein Schrecken waren und eine Furcht einjagten. So haben sie jetzt und dasselbe ganze umliegende Land verloren und sind bis gen Dibon zurückgetrieben worden.

Medba: Das ist: Die Stadt Nopha ist nicht weit von einer anderen Stadt, Medba genannt, abgelegen.

31. Also wohnte Israel im Lande der Amoriter.

im Lande: Nämlich im selben Teil, welches die Amoriter zuvor den Moabitern abgewonnen hatten.

32. Und Mose sandte aus Kundschafter gen Jaeser; und gewannen ihre Töchter und Namen die Amoriter ein, die darin waren;

Kundschafter: Die alle Gelegenheiten absehen sollten, solchermaßen die selbige Stadt könnte überwältigt und erobert werden.

Töchter: Das ist: Ihre Flecken so um die Stadt her lagen. Und hat es das Ansehen, als ob sie dieselbe Stadt dieses Mal nicht einbekommen, weil der König Og zu Basan (von dem bald später folgen wird) mit einer gewaltigen Heereskraft ihnen entgegen gezogen, zu dem sie sich lenken müssen, darum sie damals mit dem, was sie innen gehabt, sich vergnügen lassen und wider den König Og sich gerüstet. [Es hatte aber Gott dem Abraham und seinen Nachkommen der Amoriter Land vor vierhundert Jahren verheißen {1Mos 15}. Welches Jahr er den Amoritern zur Buße gegeben, ob sie sich unterdes bekehren wollten. Aber weil keine Besserung an ihnen zu spüren oder zu hoffen war, sondern viel mehr, je länger, je ärger würden und die benachbarten mit Gewalt Unterdrückten ihrer auch noch dazu spotteten und Hochmut mit ihnen trieben, so werden sie von den Kindern Israel erschlagen und verlieren ihre Herrschaften. Denn wenn die Unbußfertigen der Güte und Langmütigkeit Gottes eine gute geraume Zeit missbraucht haben und dazu noch andere schimpflich verspotten, so straft er sie endlich später desto härter und hält seinen Auserwählten aufs Steifste und Feste, was er ihnen versprochen hat, obgleich die Erfüllung seiner Verheißungen eine Zeit lang aufgeschoben wird.)

33. und wandten sich und zogen hinauf des Weges zu Basan. Da zog aus ihnen entgegen Og, der König zu Basan, mit all seinem Volk, zu streiten in Edrei {5Mos 3v3 29v7}.

wandten sich: Nämlich von der Stadt Jaeser.

Volk: So viel er dessen aufbringen können. Es ist aber derselbe Og ein Riese gewesen, der ein eisernes Bette gehabt neun Ellenbogen lang {5Mos 3}. Darum die Kinder Israel sich für ihm gefürchtet, und des später folgenden göttlichen Trostes bedürft haben.

34. Und der Herr sprach zu Mose: Fürchte dich nicht vor ihm; denn ich habe ihn in deine Hand gegeben mit Land und Leuten, und sollst mit ihm tun, wie du mit Sihon, dem Könige der Amoriter, getan hast, der zu Hesbon wohnte.

vor ihm] Wie groß und mächtig er auch sei.

deine Hand: Das ist: Du sollst ihn überwinden und sein Land unter dich bringen.

35. Und sie schlugen ihn und seine Söhne und all sein Volk, bis dass keiner überblieb; und nahmen das Land ein.

Söhne: Die auch Riesen gewesen.

überblieb] Von so großem und mächtigem Volk. [Also dünket uns der Satan, welcher sich wider uns setzt, wenn wir ins himmlische Vaterland eingehen sollen, besonders in Todesnöten schrecklicher und mächtiger sind denn irgend ein Riese: Aber wenn wir uns auf die Verheißungen des Evangeliums fest verlassen, so werden wir den Sieg wider ihn erhalten und das himmlische Erbe erlangen, welches uns Christus durch sein Blut erworben hat.)


Das 22. Kapitel


1. Balak der Moabiter König fürchtet sich vor den Kindern Israel und lässt den Propheten Bileam zum ersten und anderen Mal berufen, dass er das Volk Israel verfluchen soll v. 2. 2. Der geldhungrige und ehrgeizige Prophet reist endlich zum Könige v. 21. 3. Und da er auf dem Wege ist, wird sein ungereimtes Vorhaben von dem Engel des Herrn und von der Eselin verworfen. Nichtsdestoweniger zieht er weiter fort v. 23.

1. Danach zogen die Kinder Israel und lagerten sich in das Gefilde Moab, jenseits des Jordans, gegen Jericho.

2. Und da Balak, der Sohn Zipors, sah alles, was Israel getan hatte den Amoritern,

Balak: Nämlich der Moabiter König.

getan: Wie nämlich die Kinder Israel die Amoriter erschlagen und ihr Land eingenommen hatten.

3. und dass sich die Moabiter sehr fürchteten vor dem Volk, das so groß war, und dass den Moabitern graute vor den Kindern Israel,

Moabiter: Seine Untertanen, die er wider die Israeliten zum Streit anführen wollte.

4. und sprachen zu den Ältesten der Midianiter: Nun wird dieser Haufe auffressen, was um uns ist, wie ein Ochse Kraut auf dem Felde auffresset. Balak aber, der Sohn Zipors, war zu der Zeit König der Moabiter.

Ältesten: Das ist: Zu der Midianiter Obersten, die der König als Nachbarn zu sich berufen lassen, auf dass sie sämtlich den Kindern Israel könnten widerstehen und Rettung tun.

auffresset: Das ist: Es wird diesem Volk niemand entrinnen noch ihren Gewalt aufhalten können, davor weder feste Städte noch Schlösser etwas werden helfen mögen, sondern sie werden es alles verzehren, verheeren und verwüsten. Darum so wollt ihr die allgemeine und vor Augen schwebende Gefahr wohl betrachten und zu Herzen führen Denn wenn unser Land eingenommen und verheert ist, so werden sie eures auch nicht schonen. Darum greift zur Wehr und lasst uns einander beistehen, damit wir den Feind nämlich abtreiben. [Es hatte aber Gott den Moabitern ganze vierzig Jahr zur Buße gegeben. Denn so viele waren seither dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägypten verlaufen, aber weil sie die Langmütigkeit Gottes bis daher verachtet und in Wind geschlagen, sind sie jetzt so kleinmütig und zaghaft, dass sie nicht wissen, wo aus: Also geschieht denen, die auf vielen Anmahnungen zur Buße nichts geben wollen und alles lassen für Ohren gehen, dass sie mit den Schrecken des Gewissens einstmals plötzlich überfallen und gleichsam zu Boden geschlagen werden, also ganz, dass auch etliche darüber in Verzweiflung geraten.)

5. Und er sandte Boten aus zu Bileam, dem Sohn Beors, gen Pethor, der wohnte an dem Wasser im Lande der Kinder seines Volkes, dass sie ihn forderten, und ließ ihm sagen: Siehe, es ist ein Volk aus Ägypten gezogen, das bedeckt das Angesicht der Erde und liegt gegen mir {Jos 24v9}.

Boten: Das ist: Er fertigte vornehme und stattliche Gesandte ab, welche er von den Ansehnlichsten im moabitischen und midianitischen Volk nahm.

Pethor: Dieser Ort wird {2Petr 2} Bosor genannt: Weil bei den Hebräer das Th. oftmals wie ein s. ausgesprochen wird.

seines Volkes: Er wohnte in seinem Vaterland, Pethor geheißen, in einem Wasser gelegen im Lande der Kinder Ammon.

bedeckt: Von wegen seiner großen Menge.

mir: Das ist: Es hat sein Lager gerade gegen mein Land und Königreich aufgeschlagen, daher ich abnehmen muss, dass sie dasselbe anfallen wollen.

6. So komm nun und verfluche mir das Volk, denn es ist mir zu mächtig, ob ich es schlagen möchte und aus dem Lande vertreiben; denn ich weiß, dass, welchen du segnest, der ist gesegnet, und welchen du verfluchst, der ist verflucht.

verfluche: Das ist: Tue es in den Bann und übergib es allen Teufeln in der Hölle, auf dass ihm Gott kein Glück gebe in seinem Tun. Denn als Balak der Sachen weiter nachgedacht, hat er es davor gehalten, dass man dem Volk Israel nicht allein mit einer äußerlichen Gewalt begegnen müsse, sondern auch die geistlichen Waffen wieder sie gebrauchen, das ist, dass sie mit dem Bann geschlagen werden. Und macht er ihm gute Hoffnung, wenn irgendein Wahrsager die Israeliten vermaledeite und in Abgrund der Hölle verfluche und also dem Teufel übergebe, so würden sie kein Glück mehr haben und unten liegen müssen.

mächtig: Denn ich es nicht überwinden oder schlagen kann, es sei denn zuvor in Bann getan und dem Satan in seiner Gewalt übergeben. Darum so verfluche es, weil es die Amoriter so gräulich ermordet hat.

7. Und die Ältesten der Moabiter gingen hin mit den Ältesten der Midianiter und hatten den Lohn des Wahrsagens in ihren Händen; und gingen zu Bileam ein und sagten ihm die Worte Balaks.

Lohn: Welches sie Bileam als einem Wahrsager zustellen und damit verehren sollten, auf dass er käme und das Volk Israel verfluchte.

8. Und er sprach zu ihnen: Bleibt hier über Nacht, so will ich euch wieder sagen, wie mir der Herr sagen wird. Also blieben die Fürsten der Moabiter bei Bileam.

sagen wird: Ob ihm unser Vorhaben gefalle oder missfalle.

9. Und Gott kam zu Bileam und sprach: Wer sind die Leute, die bei dir sind?

wer sind: Es war aber Gott nicht unbewusst, wer sie waren, sondern will, dass der Prophet die Ursache selber anzeige, damit er durch Erzählung von der Moabiter unbilliges Begehren in sich selber gehe, und aus freiem Willen von seinem Vorhaben abstehe.

10. Bileam sprach zu Gott: Balak, der Sohn Zipors, der Moabiter König, hat zu mir gesandt:

11. Siehe, ein Volk ist aus Ägypten gezogen und bedeckt das Angesicht der Erde; so komm nun und fluche ihm, ob ich mit ihm streiten möge und sie vertreiben.

12. Gott aber sprach zu Bileam: Gehe nicht mit ihnen; verfluche das Volk auch nicht; denn es ist gesegnet.

gesegnet: Das ist: Ich bin diesem Volk gewogen und will ihm wohltun. Darum soll den Bannstrahl wider sie nicht ausschießen. [Denn der Bann ob er wohl an ihm selber gut ist, so soll er doch nicht wider diejenigen gebraucht werden, welche es nicht verdient haben, sonst ist er vor Gott nicht kräftig. Als wenn der Papst die Evangelischen im Bann tut, dass sie seiner päpstlichen Abgötterei nicht beipflichten.)

13. Da stand Bileam des Morgens auf und sprach zu den Fürsten Balaks: Geht hin in euer Land; denn der Herr will es nicht gestatten, dass ich mit euch ziehe.

da stand: Als Bileam den göttlichen Befehl empfangen, bleibt er das erste Mal still und daheim sitzen.

geht hin: Denn ich kann nicht mit euch ziehen noch das Volk Israel verfluchen. [Hieran hat Bileam recht getan, wenn er nur beständig geblieben wäre. Denn es sollen die Prediger der weltlichen Obrigkeit zu gefallen nicht tun, das dem Worte Gottes zuwider ist.)

14. Und die Fürsten der Moabiter machten sich auf, kamen zu Balak und sprachen: Bileam weigert sich, mit uns zu ziehen.

kamen: unverrichteter Sachen.

weigert: Mit Vorwendung, dass es ihm von Gott verboten sei.

15. Da sandte Balak noch größere und herrlichere Fürsten, denn jene waren.

größere: Das ist: In mehr Anzahl, denn er hoffte, er wollte den Propheten Bileam mit Gelde bestechen und mit stattlichen Verheißungen dahin vermögen, dass er sich in seinem Dienst gebrauchen ließe.

16. Da die zu Bileam kamen, sprachen sie zu ihm: Also lässt dir sagen Balak, der Sohn Zipors: Lieber, wehre dich nicht, zu mir zu ziehen;

Lieber wehre: Das ist: Lass dich durch kein göttliches Eingeben abschrecken noch zurückhalten, dass du mir zu Willen wirst. [Dies gottlose Begehren des halsstarrigen Königs ist wert, dass es zeitlich und ewig gestraft werde. Und pflegen die Gottlosen Obrigkeiten bisweilen von den Kirchendienern dergleichen Sachen begehren, dass sie Gottes ausdrücklichen Wort sollen hinten setzen und ihnen willfahren.)

17. denn ich will dich hoch ehren, und was du mir sagst, das will ich tun. Lieber, komm und fluche mir diesem Volk!

tun: Das ist: Wenn du Geld oder große Ehre von mir begehrst, so will ich verschaffen, dass dir es widerfahre.

18. Bileam antwortete und sprach zu den Dienern Balaks: Wenn mir Balak sein Haus voll Silbers und Goldes gäbe, so könnte ich doch nicht übergehen das Wort des Herrn, meines Gottes, Kleines oder Großes zu tun {4Mos 24v13}.

Haus voll: Das ist: Alle seine Schätze und Reichtum, die er in seiner königlichen Schatzkammer hat.

übergehen: Das ist: Ich kann dem Könige weder in dieser noch anderen Sachen, sie treffen gleich viel oder wenig an, zu Willen werden. [Welches recht und wohl vom Bileam gesagt ist. Denn es soll ein Kirchenlehrer weder mit Gaben noch Drohworten von dem vorgeschriebenen Worte Gottes sich abführen lassen, dass er zulassen und bewilligen wollte, was Gott verboten hat.)

19. So bleibt doch nun hier auch ihr diese Nacht, dass ich erfahre, was der Herr weiter mit mir reden werde.

so bleibt: Es wäre dem Bileam wohl angestanden, wenn er bei seiner Meinung beständig geblieben wäre: Aber er fällt bald dahin und lässt sich von der Ehrsucht samt dem Geldgeiz einnehmen, dass er hoffte, er wolle bei dem Könige Balak hoch angekommen. Darum ob er wohl aus dem ersten göttlichen Bericht den Willen Gottes bereits genügend erkundigt hatte. Jedoch weil er eines solchen Königs Gnade nicht gern verscherzte und noch viel lieber die Geschenke gehabt hätte, so tut er noch einen Angriff und versucht also den Herrn, ob er könnte einen anderen und widerwärtigen Bescheid vom vorigen erlangen.

weiter: Ob er mir auf diesmal zulassen will, dass ich mit euch ziehe und das Volk Israel verfluche.

20. Da kam Gott des Nachts zu Bileam und sprach zu ihm: Sind die Männer gekommen, dir zu rufen, so mach dich auf und zieh mit ihnen; doch was ich dir sagen werde, sollst du tun.

soll tun: Nämlich, wenn du zu dem Könige Balak kommen wirst. Denn es hatte Gott beschlossen, dass er den Bileam vor dem Könige wollte zuschanden machen. Darum betrügt er ihn etlichermaßen mit dieser spöttischen Antwort, dass er hinziehen soll, da ihm doch sein Hinzug durchaus nicht gefiele wie aus dem Folgenden gut zu sehen. Und weil Bileam mit der ersten klaren göttlichen Antwort nicht zufrieden noch vergnügt sein wollte, sondern von dem Geiz und Ehrsucht sich blenden ließ und eine andere widerwärtige Antwort begehrte, so geschieht ihm recht, dass er darüber zu Schande und Spott wird. [Denn wenn die Menschen an dem hellem und klaren Worten Gottes nicht wollen genug haben, sondern danach vielmehr streben und ihnen das Maul wässern lassen, was ihnen wohl und am besten zuschlägt: So schickt ihnen Gott kräftige Irrtümer, dass sie verführt werden, weil sie der Wahrheit und Gerechtigkeit nicht von ganzem Herzen Beifall geben wollen {2Thes 2}. Darum wenn wir das Wort Gottes lauter und klar gehört haben, so sollen wir demselben glauben und gehorsam sein.)

21. Da stand Bileam des Morgens auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Fürsten der Moabiter.

Eselin: Darauf er gewöhnlich zu reiten pflegte.

22. Aber der Zorn Gottes ergrimmte, dass er hinzog. Und der Engel des Herrn trat in den Weg, dass er ihm widerstünde. Er aber ritt auf seiner Eselin, und zwei Knaben waren mit ihm.

Knaben: Das ist: Seine Knechte oder Diener.

23. Und die Eselin sah den Engel des Herrn im Wege stehen und ein bloß Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich aus dem Wege und ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, dass sie in den Weg soll gehen.

Wege: Das ist: Aus der gebahnten Straße, darauf man sonst zu reisen pflegte. Es hat es aber Gott verschafft, dass die Eselin, ein unvernünftiges Tier, den Engel Gottes sehe und ihm aus dem Wege wich, welchen der Prophet als vom Geiz geblendet zu sehen nicht wert war.

24. Da trat der Engel des Herrn in den Pfad bei den Weinbergen, da auf beiden Seiten Wände waren.

Wände: Dazwischen Bileam auf einen Fußpfad hinziehen musste: Da hat sich der Engel dem Bileam zum anderen Mal entgegengestellt.

25. Und da die Eselin den Engel des Herrn sah, drängte sie sich an die Wand und klemmte Bileam den Fuß an der Wand; und er schlug sie noch mehr.

drängte] Damit sie dem Engel aus dem Wege wiche.

schlug sie: Weil er die Ursache noch nicht wusste, warum die Eselin so auswiche.

26. Da ging der Engel des Herrn weiter und trat an einen engen Ort, da kein Weg war zu weichen, weder zur Rechten noch zur Linken.

zu weichen] Und aber Bileam da durchziehen musste.

27. Und da die Eselin den Engel des Herrn sah, fiel sie auf ihre Knie unter dem Bileam. Da ergrimmte der Zorn Bileams und schlug die Eselin mit dem Stabe.

fiel sie: Denn sie dem Engel nicht dürfen noch wollen entgegen gehen.

ergrimmte: Er bedenkt aber nicht, dass er wider den ersten ausdrücklichen Befehl Gottes aus Antrieb des Geizes und der Ehrsucht hinzöge, das Volk zu verfluchen, welches Gott gesegnet hatte. Ist darum über sich selbst nicht und willig, wie er sein soll, sondern zürnt mit der Eselin. [Denn die Heuchler geben viel eher anderen Leuten die Schuld als ihnen selbst, da sie doch selbst schuldig sind.)

28. Da tat der Herr der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich geschlagen hast nun dreimal?

Mund auf: Dass sie durch ein unerhörtes Wunderwerk mit menschlicher Stimme geredet.

29. Bileam sprach zur Eselin: Dass du mich höhnst! Ach, dass ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich erwürgen!

höhnst: Das ist: Dass du meiner spottest, indem du mir immer aus dem Wege weichst. Also ganz verstockt ist Bileam, dass er auch noch damals nicht merken will, wie seine Reise Gott missfalle.

30. Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, darauf du geritten hast zu deiner Zeit bis auf diesen Tag? Habe ich auch je gepflegt, dir also zu tun? Er sprach: Nein.

also zu tun: Bin ich auch jemals so ungerade gegangen? Oder hab ich auch jemals mit menschlicher Stimme zu dir geredet?

nein: Das ist: Ich muss bekennen, dass es etwas Neues bedeute. Da der Apostel Petrus in seiner anderen Epistel Kapitel 2. diese Geschichte anzieht, meldet er, dass dies des Propheten Bileams Strafen eine gewesen sei, dass die Eselin des geizigen Propheten Torheit mit menschlicher Stimme gescholten habe. [Denn welche Gott in seinem Wort, weil er mit ihnen redet, nicht hören wollen, die müssen bisweilen leiden, dass sie von den Eseln gescholten werden. Das ist: Es sagt oft ein voller Bauer seinem Pfarrherrn ins Angesicht, was er Unrecht handelt. Wie auch die Narren oftmals den Fürsten ohne Scheu die Wahrheit sagen, dass sie von verständigen Leuten nicht leiden könnten.)

31. Da öffnete der Herr Bileam die Augen, dass er den Engel des Herrn sah im Wege stehen und ein bloß Schwert in seiner Hand; und neigte und bückte sich mit seinem Angesicht.

öffnete: Das ist: Gott hat verschafft, dass Bileam den Engel, der sich in eines Menschen Gestalt darstellte, sehen können. [Denn sonst kann man die Engel nach ihrem Wesen mit leiblichen Augen nicht sehen, weil sie Geister sind.)

neigte] Das ist: Er erzeigt ihm Ehre und demütigt sich für ihn.

32. Und der Engel des Herrn sprach zu ihm: Warum hast du deine Eselin geschlagen nun dreimal? Siehe, ich bin ausgegangen, dass ich dir widerstehe; denn der Weg ist vor mir verkehrt.

geschlagen: Da du doch vielmehr verdient hättest, dass man dich schlüge.

ausgegangen: Und von Gott hierher gesandt.

widerstehe: Und dich an deiner vorgenommenen Reise verhindere, damit du ja siehst, wie Gott an derselben ganz keinen Gefallen trage.

verkehrt: Das ist: Weil du nicht Gott zu gehorsamen diese Reise vorgenommenen hast, sondern nur deinen verkehrten Lüsten und Begierden nachhängst, so kann solches Gott nicht gefallen.

33. Und die Eselin hat mich gesehen und ist mir dreimal gewichen; sonst, wo sie nicht vor mir gewichen wäre, so wollte ich dich auch jetzt erwürgt und die Eselin lebendig behalten haben.

erwürgt: [Also ganz missfällt Gott der Kirchenlehrer Unbeständigkeit, wenn sie nach Geschenk und Ehren streben und ihrem Amt nicht recht dienen.)

34. Da sprach Bileam zu dem Engel des Herrn: Ich habe gesündigt; denn ich hab es nicht gewusst, dass du mir entgegenstandest im Wege; und nun, so dir es nicht gefällt, will ich wieder umkehren.

standest: Dass du von Gott gesandt wärest, mich von dieser Reise abzuhalten.

nicht gefällt: Bileam hatte genügsamen Bericht eingenommen, dass seine Reise Gott heftig zuwider wäre, dennoch fragt er noch einmal, ob er fortziehen oder wieder umkehren soll. [Denn die Heuchler pflegen sich zu stellen, als ob sie dem Willen Gottes begehrten zu gehorsamen, wenn sie nur wüssten, was er von ihnen haben wollte, da sie doch unterdes das nicht tun, was sie wissen.)

35. Der Engel des Herrn sprach zu ihm: Zieh hin mit den Männern; aber nichts anders, denn was ich zu dir sagen werde, sollst du reden. Also zog Bileam mit den Fürsten Balaks.

zieh hin: Weil du so weit gekommen bist, magst du vollends fortziehen. Welches aber der Engel spottweise redet, nicht dass er es in Ernst also meine, sondern auf das Bileam bald später mit Schimpf und Spott von dem Könige Balak wieder fortgeschickt werde.

nichts anders: Dies ist eine ernstliche Bedrohung, dass er dem Könige nichts zu gefallen reden soll, daher er gut zu erachten gehabt, dass er bei dem Könige der Moabiter schlechte Ehre einlegen und keinen Dank davon bringen würde.

36. Da Balak hörte, dass Bileam kam, zog er aus ihm entgegen in die Stadt der Moabiter, die da liegt an der Grenze Arnons, welcher ist an der äußersten Grenze.

37. Und sprach zu ihm: Habe ich nicht zu dir gesandt und dich fordern lassen? Warum bist du denn nicht zu mir gekommen? Meinst du, ich könnte nicht dich ehren?

kommen: Nämlich da ich zum ersten Mal nach dir geschickt habe.

nicht ehren: Hältst du mich für so undankbar oder unverständig, dass ich nicht wisse, wie ich mich gegen einem solchen Propheten verhalten und ihm seine Arbeit belohnen soll?

38. Bileam antwortete ihm: Siehe, ich bin kommen zu dir; aber wie kann ich etwas anders reden? Denn das mir Gott in den Mund gibt, das muss ich reden.

wie kann: Das ist: Ich hab dir zwar in dem willfahren, dass ich zu dir gekommen bin. Aber ob ich dir auch mit der Sprache und Verfluchung des israelitischen Volkes könne zu Willen werden, weiß ich nicht. Denn ich darf nicht frei heraus reden, was mir einfällt, sondern nach dem mir es Gott offenbart.

39. Also zog Bileam mit Balak, und kamen in die Gassenstadt.

40. Und Balak opferte Rinder und Schafe und sandte nach Bileam und nach den Fürsten, die bei ihm waren.

nach Bileam: Das ist: Er hat ihm von dem geopferten Vieh geschickt, dass die Gesandten dem Bileam ein Wohlleben anrichten und ihn stattlich traktieren sollten.

41. Und des Morgens nahm Balak den Bileam und führte ihn hin auf die Höhe Baal, dass er von dort sehen konnte bis zu Ende des Volkes.

morgens] Nämlich des anderen und folgenden Tages.

Höhe: Das ist: Auf einen hohen Ort, da man sonst dem Baal Gottesdienst erzeigte.

Nach Luther: Kirche Baal.

zu Ende: Das ist: Bileam konnte von dort das ganze Volk Israel übersehen, welches er verfluchen soll auf des moabitischen Königs Begehren.


Das 23. Kapitel


1. Der Prophet Bileam segnet das Volk zweimal, welches er doch im Sinn hatte zu verfluchen v. 1. 2. Der König Balak aber und der gottlose Prophet fangen den Handel zum dritten Mal an und richten neue Altar auf v. 27.

1. Und Bileam sprach zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre und schaffe mir her sieben Farren und sieben Widder.

Widder: Nämlich zum Opfer, also dass auf einem jeden Altar ein zweifaches Opfer geopfert werde.

2. Balak tat, wie ihm Bileam sagte; und beide, Balak und Bileam, opferten je auf einem Altar einen Farren und einen Widder.

opferten: Nämlich zum Brandopfer. [Denn es haben die Heiden, die Opfer, wie sie solche von ihren Vätern und Voreltern empfangen behalten, aber die Verheißung von Christo aus der acht gelassen und verloren: Und nicht anders gemeint, denn Gott vergebe die Sünde um des Werkes willen, des Opfers, dazu haben sie noch in Verrichtung des Gottesdienstes viele andere Dinge mehr aus ihrem eigenen Kopf hinzugetan und also die Opfer auf zweierlei Weise verfälscht, dass sie nämlich dieselben in einen fremden Verstand gezogen von dem Verdienst menschlicher Werke und denn, dass sie andere und neue Gottesdienste dazu erdichtet, die Gott nirgends geboten hat: Also haben die Katholiken das Evangelium von Christo verdunkelt und das Abendmahl des Herrn zwar behalten, aber die falsche Meinung hinten angehängt, dass es an ihm selber ein solches Werke sei, damit man das ewige Leben verdiene: Und haben es danach mit anderen mehr falschen Gottesdiensten beschmutzt, welche sie aus ihnen selbst erdacht. Damit sie das Abendmahl Christi so verfälscht, dass es jetzt kein Abendmahl mehr ist, sondern eine Messe und zwar eine solche gräuliche Abgötterei, dergleichen auch unter den heidnischen Aberglauben nicht bald mag gefunden werden.)

3. Und Bileam sprach zu Balak: Tritt bei dein Brandopfer; ich will hingehen, ob vielleicht mir der Herr begegne, dass ich dir ansage, was er mir zeigt. Und ging hin eilend.

Herr: (Nach Luther) Hier lügt Bileam, dass er will zum Herrn gehen, welcher ihm bereits gesagt hatte, dass er nicht soll fluchen, sondern er geht zu seinen Zauberern unter des Herrn Namen.

begegne: Dass er mir einen göttlichen Befehl offenbare von Verfluchung des israelitischen Volkes. Es wollte aber Bileam durch seine zauberischen Künste und Beschwörungen eine göttliche Antwort von des Volkes Israel Verwünschung herausbringen, wie später aus dem Anfang des folgenden Kapitels klar zu lesen ist, ist, dass er die erste zweimal den Handel mit Zauberei angegriffen habe. [Denn die Zauberer und Teufelsbeschwörer missbrauchen auch noch heutigen Tages den Namen Gottes und haben ihn zum Fürwort, dass sie sagen: Sie benutzen gute und gottselige Gebete und heilige Zeichen.)

4. Und Gott begegnete Bileam; er aber sprach zu ihm: Sieben Altäre habe ich zugerichtet und je auf einem Altar einen Farren und einen Widder geopfert.

begegnet: Weil Bileam unter dem Schein des Namens Gottes (von dem er fälschlich und mit Unwahrheit vorgab, dass er ihn Rats fragen wollte) sich unterstand, einen zauberischen und schwarzkünstlerischen Bericht herauszubringen: So wehrt Gott seinem Vorhaben und widersteht ihm, als der nicht haben wollte, dass er das Volk Israel soll verfluchen und heißt ihn, davor dasselbe segnen. [Es ist aber Gott dem Bileam in einem Gesicht erschienen, nicht dass er des Bileams Zauberei damit wollte gut heißen, sondern auf dass er des Volkes Israel Verfluchung hinderte und ihn den Bileam bei der Moabiter Könige in Ungnade brächte, dass derselbe ihn mit Schimpf und Spott wieder hinziehen ließe, da er hergekommen, wie ein solcher Geizhals wert war.)

geopfert: Das ist: Weil ich auf einen jeden Altar dir O Gott zu Ehren einen Farren und einen Widder zum Brandopfer geopfert habe, so bitte ich dich, du wollest dasselbe heilige Werke mit gnädigen Augen ansehen und mir zulassen, dass ich wieder das Volk Israel weissagen möge.

5. Der Herr aber gab das Wort dem Bileam in den Mund und sprach: Gehe wieder zu Balak und rede also.

Mund: Das ist: Gott hat ihm befohlen, was er in Beisein des moabitischen Königs Balak von dem Volk Israel reden und weissagen soll.

also: Wie ich dir geboten habe und nichts anders.

6. Und da er wieder zu ihm kam, siehe, da stand er bei seinem Brandopfer samt allen Fürsten der Moabiter.

stand: Und wartete auf den göttlichen Fluch, welchen Bileam wider die Kinder Israel seinem Meinen nach aussprechen sollte.

7. Da hob er an seinen Spruch und sprach: Aus Syrien hat mich Balak, der Moabiter König, holen lassen von dem Gebirge gegen dem Aufgang: Komm, verfluche mir Jakob! Komm, schilt Israel!

sprach: Das ist: Er hat mit einer besonderen Art zu reden angefangen und besondere Gebärden dazu gebraucht, als ob er einen Reimen daher singen wollte. Denn seine ganze Rede ist also in seiner Sprache gestellt, als wie man Psalmen oder Reimen singt oder ausspricht.

Nach Luther: Spruch heißt hier Oracula, das ist solche Worte, die er nicht von sich selbst redet, sondern die ihm Gott in den Mund gab. Als wenn ein Gottloser den Text des Wortes Gottes spricht, das wider ihn selbst und die seinen ist.

holen lassen: Durch seine Gesandten.

Aufgang: Denn Syrien ist gegen Ägypten zu rechnen auf der Seite gegen Morgenlande oder Aufgang gelegen.

Jakob: Das ist: Des Patriarchen Jacobs Nachkömmlinge.

Israel: Nämlich dasselbe Volk also genannt und ist einerlei Meinung mit dem vorigen.

8. Wie soll ich fluchen, dem Gott nicht flucht? Wie soll ich schelten, den der Herr nicht schilt?

wie soll: Das ist: Ob mich wohl der König Balak dazu gedingt, dass ich fluchen soll. So wird er doch nichts erhalten. Denn was würde es ihm nutzen, wenn ich gleich dies Volk verfluchte und in Abgrund der Hölle vermaledeite, weil es doch Gott will selig haben? Denn solche Flüche und Verbannungen, die Gott zuwider sein werden in den Wind und vergebens ausgesprochen und haften nicht. Ja kommen viel eher über die selbigen, welche dergleichen Flüche mutwilliger und freventlicher weise aussprechen. [Darum sollen wir uns vor den Zauberern und Hexen nicht fürchten, denn wenn wir einen gnädigen Gott haben, so können sie uns mit ihren Bezauberungen oder Beschwörungen nicht schaden. Und da uns je etwas Widerwärtiges aus Gottes Verhängnis soll zu Händen stoßen, so müsste uns doch dasselbe zu unsere Seligkeit dienen und förderlich sein.)

9. Denn von der Höhe der Felsen sehe ich ihn wohl und von den Hügeln schaue ich ihn. Siehe, das Volk wird besonders wohnen und nicht unter die Heiden gerechnet werden.

sehe ich ihn: Aber will er sagen, ich kann dennoch diesem Volk nicht fluchen, wie gern ich es auch tun wollte, weil es Gott unter seinen Schutz genommen hat: Wenn ich gleich den ganzen großen Haufen übersehen kann, so hilft doch solches alles nicht.

schaue] Und merke, dass Gott diesem Volk beisteht.

besonders: Das ist: Gott hat dies Volk ausgesondert von allen anderen Heiden und nicht allein ein Regiment mit weltlichen Satzungen ordentlich gefasst unter ihnen angerichtet, sondern sie auch in der rechten Religion unterwiesen. Mit welchen zwei Stücken sie von den anderen Abgöttischen und von Gott verworfenen Heiden unterschieden sind.

10. Wer kann zählen den Staub Jakobs und die Zahl des vierten Teils Israels? Meine Seele müsse sterben des Todes der Gerechten, und mein Ende werde wie dieser Ende {1Mos 13v16 28v14}!

Staub: Das ist: Dies Volk so von dem Patriarchen Jakob herkommt, wird so groß werden und sich ausbreiten, dass es wie der Staub auf Erden für großer Menge nicht wird mögen gezählt werden. Ja auch nicht der vierte Teil desselben.

sterben: Das ist: Wollte Gott, dass ich durch den zeitlichen Tod eben eine solche Reise und Wallfahrt tat wie die Israeliten tun werden, nämlich ins himmlische Vaterland: Und dass ich so einen seligen Abschied von dieser Welt nehmen möchte wie sie. [Gleichwie aber der geizige und gottlose Prophet ihm nach diesem Leben die ewige Freude und Seligkeit wünscht. Aber unterdes im wenigsten nicht danach tut, damit er dieselbe erlangen möchte: Also haben etliche falsche Christen das ewige Leben immer im Maul und wünschen dasselbe zu erlangen Aber denken nicht daran, wie sie Christus durch einen rechtschaffenen Glauben mögen recht erkennen lernen und nach demselben ein gottselig Leben führen.)

11. Da sprach Balak zu Bileam: Was tust du an mir? Ich habe dich holen lassen, zu fluchen meinen Feinden; und siehe, du segnest.

12. Er antwortete und sprach: Muss ich nicht das halten und reden, das mir der Herr in den Mund gibt?

muss ich: Als wollte er sagen: Ich wäre zwar willig und bereit dies Volk zu verfluchen. Aber Gott gibt mir den Segen ein, dass ich ihn aussprechen muss und nicht anders reden kann noch darf.

13. Balak sprach zu ihm: Komm doch mit mir an einen anderen Ort, von dort du sein Ende siehst und doch nicht ganz siehst; und fluche mir ihm dort.

nicht ganz: Ob vielleicht deine Augen von der vielen und großem Menge dieses Volkes nicht also geblendet werden, dass du es mit deinem Segen zum Himmel hebst, sondern aus Verachtung demselben fluchst und einen anderen Spruch hervorbringst als zuvor. Denn ich erhoffe, dass durch des Orts Veränderung auch der Ausspruch sich ändern werde. [Also erdenken die weltweisen Leute viele und mancherlei Ränke und Fündlein, damit sie Gottes Rat und Willen zu hindern meinen. Ist aber vergebens.)

14. Und er führte ihn auf einen freien Platz auf der Höhe Pisga und baute sieben Altäre; und opferte je auf einem Altar einen Farren und einen Widder.

freien Platz: Da es auf der eine Seite eine Ebene und weites Feld gehabt, dass man sich weit umsehen können und doch das israelitische Heerlager nicht alles übersehen mögen.

15. Und sprach zu Balak: Tritt also bei dein Brandopfer; ich will dort warten.

warten: Nämlich auf den göttlichen Bericht und Antwort, obwohl er aber seinen zauberischen Beschwörungen abermals nachging und hoffte, er wollte eine Antwort herausbringen, dadurch ihm zu fluchen erlaubt würde. Darum er denn auch nicht wert gewesen, dass Gott ihm ein einziges Wort offenbart hätte: So hat doch unser Herr Gott in diesem Handel auf sein Volk Israel gesehen, dessen Segen er vor dem gottlosen Könige wollte wiederholen und bestätigen lassen, vielmehr als dass er des geizigen Propheten Bileams Person geachtet hätte.

16. Und der Herr begegnete Bileam und gab ihm das Wort in seinen Mund und sprach: Gehe wieder zu Balak und rede also.

begegnete: Das ist: Er ist ihm in einem Gesicht erschienen.

also.: Wie ich dir gesagt habe.

17. Und da er wieder zu ihm kam, siehe, da stand er bei seinem Brandopfer samt den Fürsten der Moabiter. Und Balak sprach zu ihm: Was hat der Herr gesagt?

18. Und er hob an seinen Spruch und sprach: Stehe auf, Balak, und höre! Nimm zu Ohren, was ich sage, du Sohn Zipors!

Spruch: Den ihn Gott auszusprechen eingegeben und befohlen hatte.

19. Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas bereue. Soll er etwas sagen und nicht tun? Soll er etwas reden und nicht halten?

lüge: Das ist: Du hast gemeint, dass durch Veränderung des Orts und nach wiederholten Opfern Gott auch seinen Willen und Rat, den er über das Volk Israel beschlossen hat, ändern werde, aber du stichst weit daneben und fehlst. Denn Gott ist nicht unbeständig oder wankelmütig in seinen Verheißungen, dass er dieselben ändern und nicht leisten wollte.

Nach Luther: Menschen liegen und müssen auch zuweilen feilen, dass sie nicht halten können, denn sie sind selbst ihres Lebens ungewiss {Ps 146v3 v4}.

nicht tun?: Das ist: Weil Gott längst versprochen und geredet hat, dass er dieses Volk mehren und segnen wolle, so darfst du dir die Gedanken nicht machen, dass er solche sein Vorhaben ändern und etwas anders mit seinem Volk vorhaben werde. [Dieses Ruhms der Wahrheit Gottes sollen wir uns zu unserem Nutzen gebrauchen in Anfechtungen und Trübsalen, dass wir fest glauben, Gott werde seine Verheißungen, da er uns das ewig Leben von Christi Willen zu geben und in Widerwärtigkeit Hilfe zu leisten versprochen, gewisslich halten.)

20. Siehe, zu segnen bin ich hergebracht; ich segne und kann es nicht wenden.

hergebracht: Nämlich vom Herrn, dass ich den Segen über die Kinder Israel ausspreche.

wenden.: Das ist: Ich kann den Segen nicht in einen Fluch verändern, wiewohl es an meinem guten Willen mir nicht mangelte.

21. man sieht keine Mühe in Jakob und keine Arbeit in Israel. Der Herr, sein Gott; ist bei ihm, und das Trompeten des Königs unter ihm.

Mühe: Durch Mühe und Arbeit wird der falsche Gottesdienst verstanden und Abgötterei samt allem, was ohne Glauben geschieht. Als wollte er sagen: Dies Volk treibt nicht Abgötterei, wie die anderen Heiden tun. Und redet Bileam hier von dem allgemeinen Gottesdienst, der öffentlich unter dem Volk Israel geübt wurde und im Schwange ging. Wie derselbe damals nach dem vorgeschriebenen Worte Gottes angerichtet war: Und welche wahrhaftigen und lebendigen Glieder der Kirche Gottes waren, die befleckten sich mit keiner Abgötterei, obwohl daneben etliche besondere Personen unter den Israeliten heimlich der Heiden Abgötter ehrten wie Stephanus {Apg 7} den Juden solches aufrückt. [Denn von den heimlichen und verborgenen Sünden urteilt die Kirche nicht und straft Gott nicht, darum bald eine ganze große Gemeinde, bei der die rechte Religion samt den bürgerlichen Recht und Gerechtigkeit gehandhabt wird, obgleich etliche besondere Leute darunter sind, die heimlich mit Abgötterei und anderen Lastern sich besudeln.)

Nach Luther: Mühe und Arbeit heißt die Schrift Abgötterei oder falschen Gottesdienst und was ohne Glauben geschieht {Ps 10v7} unter seiner Zungen ist Mühe und Arbeit.

bei ihm: Dass er seinem Volk helfe, welches er erwählt hat und besonders liebt.

Trompeten: Das ist: Dies Volk wird oftmals mit den Trompeten blasen, die ihnen Gott selbst machen heißen, da alsdann ihr König, der Sohn Gottes, welcher unter ihnen ist, ihre Feinde schlagen und überwinden wird. Denn sie werden herrlichen Sieg haben wider die Heiden.

Nach Luther: Das ist: Die lieblichen Trompeten Gottes, ihres Königs, der sie zu machen befohlen hatte, darum sie unüberwindlich waren im Streit, sind bei diesem Volk, es mag auch durch das Trompeten des Königs verstanden werden, Gottes Wort so in diesem Volk lauter und öffentlich gelehrt wurde.

22. Gott hat sie aus Ägypten geführt; seine Freudigkeit ist wie eines Einhorns {4Mos 24v8}.

Einhorns: Das ist: Dies Volk wird seinen Feinden großen und tapferen Widerstand tun und sich nicht lassen unters Joch bringen, wie solches der Einhörner Art ist {Hi 39}.

23. Denn es ist kein Zauberer in Jakob und kein Wahrsager in Israel. Zu seiner Zeit wird man von Jakob sagen und von Israel, welche Wunder Gott tut.

Zauberer: Das ist: Die Israeliten legen sich nicht auf abergläubische, gottlose und zäuberischen Künste, wie die Heiden tun, sondern es sind solche Gräuel in der mosaischen Polizei bei Leibes Strafe verboten.

sagen: Das ist: Die Werke Gottes in Beschützung und Handhabung dieses Volkes werden so herrlich und groß sein, dass deren Gedächtnis bei ihren Nachkommen immer bleiben und nie verlöschen wird.

24. Siehe, das Volk wird aufstehen wie ein junger Löwe, und wird sich erheben wie ein Löwe; es wird sich nicht legen, bis es den Raub fresse und das Blut der Erschlagenen saufe.

erheben: Das ist: Wenn andere Völker den Israeliten wollen Gewalt tun, so werden sie sich wider ihre Feinde aufmachen und nicht ablassen, bis sie dieselben überwunden, beraubt und sich an ihrem Blut gesättigt haben. [Es hatte ihm aber Bileam vorgenommenen, das Volk Gottes zu verfluchen, und segnete es doch zum anderen Mal. Hat deswegen Gott der Menschen Zungen in seiner Gewalt, doch soll auch ein jeder daneben lernen, seine Zungen selbst im Zaum halten, dass er nichts anderes rede als was heilsam ist und zur Erbauung des Nächsten dient.)

25. Da sprach Balak zu Bileam: Du sollst ihm weder fluchen noch segnen.

segnen: Das ist: Weil ich sehe, dass du es nicht verfluchen willst, so will ich auch nicht haben, dass du es segnen sollst.

26. Bileam antwortete und sprach zu Balak: Habe ich dir nicht gesagt, alles, was der Herr reden würde, das würde ich tun?

habe ich: Das ist: Die Schuld ist nicht mein. Ich wollte dir es von Herzen gern zu Gefallen tun und dies Volk verfluchen, aber weil mir Gott andere Gedanken eingibt, so darf noch kann ich nicht anders reden denn, wie er mich heißt.

27. Balak sprach zu ihm: Komm doch, ich will dich an einen anderen Ort führen, ob es vielleicht Gott gefalle, dass du dort mir sie verfluchst.

anderen Ort: Der unbesonnene König meinte, wenn er die Örter oft verändere, so wolle er doch endlich einen Fluch wider die Kinder Israel herausbringen. [Denn die verkehrten und verstockten Leute lassen sich auf keinerlei Weise oder Wegen auch nicht durch einen ausdrücklichen Befehl Gottes, von ihrem gottlosen Vorhaben abhalten.)

28. Und er führte ihn auf die Höhe des Berges Peor, welcher gegen die Wüste sieht.

29. Und Bileam sprach zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre und schaffe mir sieben Farren und sieben Widder.

baue: Der tolle Prophet fährt in seiner unsinnigen Weise ebenso wohl fort als der König. [Darum sollen wir uns dies Beispiel eine Warnung sein lassen, da sich es zuträgt, dass wir irren, damit wir bald wieder umkehren, denn je weiter man auf den Abweg fortgeht, je mehr man sich verirrt und nur desto beschwerlicher sich wieder richtig finden kann.)

30. Balak tat, wie Bileam sagte, und opferte je auf einem Altar einen Farren und einen Widder.

Tat: Inmassen er zuvor zweimal auch bereits getan hatte. [Denn die Gottlosen lassen sich keine Mühe noch Kosten bedauern, damit sie in ihrem ungebührlichen Vorhaben fortfahren und demselben nachsetzen mögen, aber in ehrliebenden, rechtmäßigen Sachen sind sie gewöhnlich karg und filzig.)


Das 24. Kapitel


1. Bileam segnete das Volk Israel zum dritten Mal, darum denn der König Balak über ihn zornig wird, und jagt ihn von sich v. 1. 2. Aber Bileam verheißt dem Könige, dass er ihm wolle einen Rat mitteilen wider die Israeliten v. 14. 3. Fährt doch nichtsdestoweniger in seinem Segen fort und weissagt von Christo und von dem Untergang der Kirche Feinde v. 15.

1. Da nun Bileam sah, dass es dem Herrn gefiel, dass er Israel segnete, ging er nicht hin, wie vormals, nach den Zauberern, sondern richtete sein Angesicht stracks zu der Wüste,

ging er: Bileam hatte sich zweimal zuvor unterstanden zu fluchen. Aber Gott hatte ihm dagegen den Segen eingegeben. Weil er demnach so viel vernehmen können, dass es Gottes unwandelbarer Wille wäre, dass die Kinder Israel sollten gesegnet bleiben, hat er sich nicht weiter unterstanden, durch zäuberische Künste und Beschwörungen, die Sache fortzutreiben, dergestalt wie die Zauberer ihre Weissagungen zu erkundigen pflegen.

Zauberern: (Nach Luther) hieraus merkt man, dass Bileam oben immer zur Zauberei gegangen unter Gottes Namen, aber der Herr ist ihm immer begegnet und hat die Zauberei gehindert, dass er hat müssen das rechte Wort Gottes fassen und aussprechen anstatt der Zauberei.

zu der Wüste.: Gegen den Ort, da die Kinder Israel ihre Heerlager hatten.

2. hob auf seine Augen und sah Israel, wie sie lagen nach ihren Stämmen. Und der Geist Gottes kam auf ihn.

lagen: In ihrer Ordnung.

Geist Gottes: Das ist: Er empfing die Gabe der Weissagung, welche ihm der Heiligen Geist mitteile. [Denn derselbe gibt bisweilen auch den bösen und gottlosen Menschen seine guten Gaben, deren sie doch für ihre Person wenig gebessert sind, dass sie dadurch wiedergeboren und frömmer würden. Darum auch an jenem Tage ihrer viel zu Christo sagen werden: Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt etc. denen er zur Antwort geben wird: Ich hab euch noch nie erkannt, weicht von mir alle Übeltäter {Mt 7}. Darum sollen wir neben den Gaben des Heiligen Geistes, uns auch der wahren Gottseligkeit bemühen. Sonst werden wir so viel desto härter gestraft werden, je größere Gaben wir gehabt und derselben missbraucht haben, man soll aber auch die Gaben Gottes als die Predigt des göttlichen Wortes und Austeilung der Sakramente darum nicht verachten, obgleich die Person des Kirchendieners sträflich und lasterhaft ist, denn dieselben Mittel sind den Gläubigen zur Seligkeit nützlich und förderlich, nicht von des Kirchendieners Willen, sondern weil sie von Gott geordnet und eingesetzt sein.)

3. Und er hob an seinen Spruch und sprach: Es sagt Bileam, der Sohn Beors; es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind;

seinen Spruch: Das ist: Er hat sich einer besonderen, zierlichen und verblümten Rede gebraucht in Aussprechung der göttlichen Weissagung und macht erstlich zum Eingang eine Vorrede vorher, damit er seine folgende Weissagung will glaubwürdig und angenehm machen.

geöffnet: Nämlich die Augen des Verstandes, dass er künftige Dinge kann zuvor sehen und verkündigen.

4. es sagt der Hörer göttlicher Rede, der des Allmächtigen Offenbarung sieht, dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet:

Rede: Dem Gott durch sein Wort seinen Willen offenbart.

sieht: Das ist: Dem Gott zukünftige Dinge durch ein Gesicht zeigt.

kniet: Dass er bittet von Offenbarung heimlicher verborgenen Sachen und werden ihm dieselben von Gott entdeckt. Will so viel sagen: Die Weissagungen, welche ich jetzt und verkündigen und aussprechen will, hab ich nicht erdichtet oder von mir selbst erdacht, sondern sind mir von Gott geoffenbart. Denn es waren die Weissagungen gewiss und wahr und vom Heiligen Geist hergekommen, ob sie wohl von einem gottlosen Menschen ausgesprochen wurden. [Und erlangen bisweilen auch die Gottlosen durch ihr Gebet solche Dinge von Gott, welche zwar nicht zu ihrer Seligkeit dienen, weil sie nicht aus Glauben beten, sondern sind allein dahin gemeint, dass der Name Gottes dadurch geehrt und ausgebreitet werde, da unterdes sie die Gottlosen mit anderen Sachen umgehen.)

5. Wie fein sind deine Hütte, Jakob, und deine Wohnungen, Israel!

wie fein: Das ist: Wie bist du so ein selig, Volk, welches von dem Patriarchen Jakob, der auch Israel geheißen seine Herkunft hat.

6. Wie sich die Bäche ausbreiten, wie die Gärten an den Wassern, wie die Hütte, die der Herr pflanzt, wie die Zedern an den Wassern.

ausbreiten: Das ist: Gleichwie von einem kleinen Brunnen oftmals kleine Bäche fließen, die sich immer weiter ausbreiten und endlich zu einem großen Fluss werden: Also ist dies Volk so von einem kleinen Brunnen als dem einigen Patriarchen Jakob her entsprungen, sehr gewachsen und wird noch weiter wachsen zu einer unzähligen Menge.

Gärten: Das ist: Gleichwie ein Garten, der neben einen Fluss liegt und davon gewässert wird, von keiner Sonnenhitze, wie groß auch die selbige sei, mag verbrannt und ausgedörrt werden: Also wird dies Volk, weil ihm Gott mit seiner Hilfe beisteht, durch keinerlei widerwärtigen Zustand, wie groß auch derselbe sein mag, bis zu des Messias Zukunft können aufgerieben werden.

Hütte: Das ist: Gleichwie die Bäume in den dicken Wäldern ineinander wachsen, dass sie Schatten geben und gleichsam eine Hütte machen, dass sich die Leute und wilde Tiere darunter vor der Sonnenhitze verbergen und verstecken können und durch kein Unwetter oder Sturmwind mögen voneinander gerissen werden, weil sie nicht von Menschen Händen gemacht, sondern nach dem Willen Gottes also zusammengewachsen und ineinander geflochten sein: Also wird dies Volk, wenn es gleich viel Anstöße leidet, dennoch nicht können unterdrückt oder ausgerottet werden.

Zedern: Das ist: Wie die Zedernbäume, besonders wo sie an feuchten Orten stehen, ganz hoch aufwachsen, also wird das israelitische Volk von wegen seiner berühmten Taten einen großen Namen bekommen und bis in Himmel erhaben werden.

7. Es wird Wasser aus seinem Eimer fließen, und sein Same wird ein großes Wasser werden; sein König wird höher werden denn Agag, und sein Reich wird sich erheben.

Wasser: Das ist: Dem Volk Gottes wird kein Wasser mangeln, sondern ihm gleichsam zufließen und dessen zum Überfluss genug haben, das ist: In Versuchungen wird es nicht ohne Trost und Erquickung gelassen werden, da sonst andere Völker werden müssen umkommen und verschmachten.

denn Agag: Dies sieht ihm gleich, als sei es eine Weissagung von Agag, dem Amalekiter Könige, welcher von dem ersten Könige des israelitischen Volkes, nämlich vom Saul überwunden und vom Samuel erwürgt wurde {1Sam 15}. Dass aber von der Erhebung oder Erhöhung und Zunehmen ihres Reiches gesagt wird, muss man verstehen von der Regierung der gottseligen und frommen Könige im Volk Gottes als Davids und anderer, unter denen das Königreich des Volkes Israel am besten gestanden.

8. Gott hat ihn aus Ägypten geführt; seine Freudigkeit ist wie eines Einhorns. Er wird die Heiden, seine Verfolger, fressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern.

Einhorns: Das ist: Gleichwie ein Einhorn niemand zwingen oder zähmen kann {Hi 39}. Also wird dies Volk unüberwindlich sein und entweder das Joch der Dienstbarkeit nicht auf sich nehmen oder doch wieder nämliches von sich werfen.

zermalmen: Das ist: Dies Volk wird die Heiden seine Feinde verfolgen, sie darnieder schlagen und bis aufs Haupt erlegen.

9. Er hat sich niedergelegt wie ein Löwe und wie ein junger Löwe; wer will sich wider ihn auflehnen? Gesegnet sei, der dich segnet, und verflucht, der dir flucht!

gelegt: Das ist: Wenn das israelitische Volk den Sieg erhalten hat, so wird sich es danach zu Ruhe begeben und seinem Regiment in der Stille friedlich dienen. Denn die Propheten reden von zukünftigen Dingen, als wenn sie schon geschehen wären und das von wegen der Gewissheit ihrer Weissagung.

Löwe: Der sich nach erlangtem Raube zur Ruhe begibt.

auflehnen: Weil andere an dem Untergang der Feinde des Volkes Gottes klug sich dagegen nicht werden auflehnen dürfen.

gesegnet: Das ist: Welche der Israeliten Religion annehmen werden und Freunde und Brüder des Volkes Gottes begehren zu sein, ihm auch alles Gute gönnen und wünschen, die sollen auch der göttlichen Wohltaten teilhaftig werden, die Gott über sein Volk ausgießen wird. Welche aber wider die Israeliten feindlich werden gesinnt sein, die werden der göttlichen Rache empfinden und umgekommen und von Gott verstoßen werden. [Ob nun dies wohl das Ansehen hat, als sei es allein von den zeitlichen Wohltaten geredet, die dem Volk Gottes sollten mitgeteilt werden: Jedoch weil nach Verstoßung der Juden die Christen heutigen Tages Gottes Volk und die rechten Israeliten sind {Gal 6}. So muss man auch diesen Segen jetziger Zeit auf die Christen und christliche Kirche ziehen und deuten: Welche ob sie wohl mit äußerlichen Sieg, zeitlichen Gütern und weltlicher Gewalt nicht scheinbar ist, wie die Kinder Israel vor der Zukunft Christi gewesen sind. So ist sie dennoch wider die Pforten der Hölle und alle Anläufe des Satans unüberwindlich {Mt 16}. Und wird endlich einen herrlichen Sieg von den überwundenen Feinden davonbringen und mit ihrem Könige Christo in Ewigkeit triumphieren.)

10. Da ergrimmte Balak im Zorn wider Bileam und schlug die Hände zusammen und sprach zu ihm: Ich habe dich gefordert, dass du meinen Feinden fluchen solltest; und siehe, du hast sie nun dreimal gesegnet.

11. Und nun hebe dich an deinen Ort. Ich gedachte, ich wollte dich ehren; aber der Herr hat dir die Ehre verwehrt.

gedachte: Das ist: Weil der Herr dir nicht gestattet, dass du sein Volk verflucht hättest, so gedenke ich dir auch keine Ehre anzutun, wie ich vor deiner Zukunft willens war.

12. Bileam antwortete ihm: Habe ich nicht auch zu deinen Boten gesagt, die du zu mir sandtest, und gesprochen:

13. Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch vor des Herrn Wort nicht übel, Böses oder Gutes zu tun nach meinem Herzen, sondern was der Herr reden würde, das würde ich auch reden {4Mos 22v18}?

Haus voll: Das ist: Wenn er mir gleich seinen königlichen Schatz ganz gebe, den er in seinem Hause hat.

so könnte: Das ist: Ich darf nicht anders reden denn, wie mir es Gott befiehlt. Mit welchen Worten er sich unterstanden, des Königs Zorn zu lindern, der Meinung, dass er noch ein wenig Geschenke möchte davon bringen. Darum legt er alle Schuld auf unseren Herrn Gott, dass er dem Könige nicht können zu Willen werden und zeigt damit an, wie es ihm an seinen guten Willen nicht gefehlt, dass er die Kinder Israel nicht verflucht.

14. Und nun siehe, wenn ich zu meinem Volk ziehe, so komm, so will ich dir raten, was dies Volk deinem Volk tun wird zur letzten Zeit.

raten: Wenn ich wieder heimkomme, so will ich den Sachen besser nachdenken und dir guten Rat mitteilen, wie du diesem Volk könntest Schaden zufügen.

letzten Zeit: Das ist: Es will die Notdurft erfordern, dass du beizeiten zur Sachen tust und deinen Vorteil siehst, denn wo du das israelitische Volk nicht mit Hinterlist dämpfst, so wird dasselbe deinem Volk sehr schaden, wie du später von mir vernehmen sollst. Er hat aber später dem Könige diesen Rat gegeben, die Moabiter sollten die Kinder Israel nicht mit bewaffneter Hand und Waffen bekriegen, sondern mit Schmeichelworten sie überlisten, dass sie sich freundlich zu ihnen taten, sie zu Gaste lüden und unter dem Gastmahl die schönsten moabitischen Weibspersonen hineinbrächten, dadurch die Israeliten zur Unzucht gereizt würden und sich danach von ihnen überreden ließen, dass sie mit der Moabiter abgöttischen Opfern und falschen Gottesdiensten sich befleckten und ihren Gott also erzürnten, dass er die Hand von ihnen abzöge und sie hilflos allerdings verließe. Dergestalt würde es geschehen, dass dies Volk, welches sonst unüberwindlich scheine, von den Moabitern könne danieder gelegt werden. Denn dass dies des Bileams Rat und Anstiftung gewesen ist aus dem folgenden 31. Kapitel klar, zu sehen, und was die Moabiter mit solcher ihrer List ausgerichtet, werden wir im nächstfolgenden Kapitel hören. [Dass aber Bileam, anstatt da er gemeint des Königs Gnade zu erlangen, seine Ungnade auf sich ladet, werden wir dabei erinnert, dass wir uns nichts unterstehen sollen, einigen Menschen zu gefallen, wider Gottes Gebote zu handeln, weil es zu geschehen pflegt, dass wir dadurch beide, Gottes und der Menschen Gnade und Huld verlieren.)

15. Und er hob an seinen Spruch und sprach: Es sagt Bileam, der Sohn Beors; es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind;

und er: Obwohl der König Balak wider den Propheten Bileam sehr erzürnt war und aber doch der Heilige Geist ihn zum Weissagen aufmuntert und antreibt, so fährt er in seiner Weissagung fort und bringt sie zum Ende und weissagt im Folgenden von dem geistlichen Segen des israelitischen Volkes.

16. es sagt der Hörer göttlicher Rede und der die Erkenntnis hat des Höchsten, der die Offenbarung des Allmächtigen sieht und dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet:

17. Ich werde ihn sehen, aber jetzt nicht; ich werde ihn schauen, aber nicht von nahe. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, und ein Zepter aus Israel aufkommen und wird zerschmettern die Fürsten der Moabiter und verstören alle Kinder Seths.

sehen: Das ist: Ich weiß gewiss, dass der Sohn Gottes auf eine Zeit in diese Welt kommen und menschliche Natur an sich nehmen wird, dass er die rechten Israeliten und alle, die an ihn glauben, selig mache. Aber die Zeit seiner Zukunft ist noch nicht vorhanden, darum denkt mich, ich sehe ihn gleichsam von ferne, der später zu seiner Zeit soll geboren werden.

Stern: Das ist: Der ewige Sohn Gottes wird nach seiner menschlichen Natur aus diesem Volk hervorkommen und mit seiner Lehre und Wunderzeichen sich hören und sehen lassen und den Seinen vorleuchten zum ewigen Leben. [Denn er ist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen {Joh 1}. Und ist der helle Morgenstern, der in der Gläubigen Herzen aufgeht {2Petr 1}.]

Zepter: Das ist: Derselbe Sohn Gottes wird nicht allein ein Lehrer seines Volkes sein, sondern auch ein König, wird aber ein geistliches Reich haben.

Kinder Seth: Das ist: Alle Heiden, ja auch die ungläubigen Juden, wie viele ihrer zur Kirche Gottes nicht gehören (denn dieselben sind nicht Abrahams Kinder, ob sie wohl vom Seth hergekommen) die werden alle miteinander umkommen. Denn er wird sie mit einem eisernen Zepter regieren und wie Töpfe zerschmeißen {Ps 2}. [Denn es erlangen nur allein die geistlichen Abrahams Kinder, das sind die dem Evangelium glauben, die Seligkeit in Christo.)

18. Edom wird er einnehmen, und Seir wird seinen Feinden unterworfen sein; Israel aber wird Sieg haben.

Edom: Die Edomiter, so im Lande Seir wohnten, hatten von Esau ihre Herkunft, der mit dem Zunamen Edom hieß und war Isaacs erstgeborener Sohn. Es konnten sich aber die Edomiter und Israeliten nicht miteinander vertragen. Gleichwie auch unter den beiden Brüdern Esau und Jakob, der mit dem Zunamen Israel hieß, eine große Feindschaft entstanden. Darum sagt Bileam, dass die Edomiter ihren Feinden den Israeliten werden müssen unterworfen sein. [Es wird aber dadurch bedeutet, dass der Antichrist mit seinen Gliedern den Ketzern von der wahren Kirche werden überwältigt werden, das ist: Er werde mit dem Schwert des Geistes, nämlich mit dem Worte Gottes, überwunden werden.)

Sieg haben: [Denn es hat Gott immer erweckt und erweckt noch vortreffliche Helden, die mit dem Antichrist und Ketzern streiten und den Sieg erhalten.)

19. Aus Jakob wird der Herrscher kommen und umbringen, was übrig ist von den Städten.

Herrscher: Das ist: Christus der König aller Könige, ein Überwinder der Welt des Teufels und der Hölle, wird seinen Ursprung nach der menschlichen Natur aus diesem Volk, welche des Jacobs Nachkömmlinge sind, haben, wie kurz zuvor auch gemeldet.

übrig ist: Das ist: Durch seine herrliche Zukunft wird er aus dem Wege räumen, was von Ärgernissen und gottlosen Wesen noch übrig sein wird.

20. Und da er sah die Amalekiter, hob er an seinen Spruch und sprach: Amalek, die ersten unter den Heiden; aber zuletzt wirst du ganz umkommen.

Amalekiter: Nämlich der Amalekiter Land.

Nach Luther: Amalek war der erste unter den Heiden, so die Kinder Israel anfochten {2Mos 17v8}, aber durch Saul vertilgt {1Sam 15v7}.

ersten: Das ist: Du bist vor allen anderen Heiden das erste Volk gewesen, der du das Volk Gottes hast dürfen anfallen, da es aus Ägypten gezogen, welches dir sehr übel ausschlagen wird. Diese Weissagung ist erfüllt worden, da Saul die Amalekiter bis aufs Haupt erlegt und vertilgt hat {1Sam 15}. Und hat also das Unrecht gerächt, welches sie dem Volk Gottes zugefügt, da es aus Ägypten gegangen. [Denn Gott zürnt heftig wider die, welche die angefochtenen und bekümmerten Herzen noch mehr betrüben.)

21. Und da er sah die Keniter, hob er an seinen Spruch und sprach: Fest ist deine Wohnung, und hast dein Nest in einen Felsen gelegt.

Keniter: Das ist: Er hat sich auch zu der Keniter Landschaft gewendet, welche der Amalekiter Nachbarn waren {1Sam 15}.

fest ist: Das ist: Du wohnst in ein Land, das vor den Feinden wohl verwahrt ist und bist sicher. Aber du wirst darum dem gerechten Urteil Gottes und der Strafe nicht entgehen.

22. Aber, o Kain, du wirst verbrannt werden, wenn Assur dich gefangen wegführen wird.

verbrannt: Das ist: Man wird dein Land mit Feuer verheeren und verwüsten und wird zuletzt dem Könige von Assyrien zum Raub werden. [sind deswegen keine Festungen zu stark, dass sie verhindern könnten, damit Gott sein gerechtes Urteil wider der Menschen Sünde nicht vollstrecken soll.)

23. Und hob abermals an seinen Spruch und sprach: Ach, wer wird leben, wenn Gott solches tun wird?

leben: Das ist: Es wird unsere keiner zur selben Zeit mehr im Leben sein, wenn dies geschehen wird, wird aber darum nichtsdestoweniger gewisslich geschehen.

24. Und Schiffe aus Chittim werden verderben den Assur und Eber; er aber wird auch umkommen.

Chittim: Das ist: Aus Macedonia: Und will so viel sagen: Es werden tapfere Kriegsfürsten aus Griechenland kommen, welche die Assyrier und Israeliten nämlich das jüdische Volk überziehen und ihnen alles Leid antun werden. Wie solches das erste Buch der Makkabäer genügend bezeugt.

Nach Luther: Sind die aus Europa als der große Alexander und Römer, welche auch zuletzt untergehen. Und bezeugt hier die Weissagung, dass alle Königreiche auf Erden eins nach dem anderen untergehen müssen neben dem Volk Israel. Welches ewig bleibt um Christi willen.

auch umkommen: Denn die Griechen sind endlich von den Römern wieder überwunden und unters Joch gebracht. [Also geschehen immer Veränderungen in den weltlichen Regimentern. Darum, wer nach der rechten und wahren Ruhe Verlangen hat, der sehe zu, dass er durch den Glauben, die Bürgerschaft des Himmelreichs erlange, damit er in seinem Gewissen Friede mit Gott habe {Röm 5}. Und im zukünftigen Leben des ewigen Friedens teilhaftig werde.)

25. Und Bileam machte sich auf und zog hin und kam wieder an seinen Ort; und Balak zog seinen Weg.

macht sich: Das ist: Er rüstet sich zur Heimfahrt und ist also mit Schimpf und Spott wieder abgezogen, dass er keine Verehrung von dem Könige erlangt.

seinen Weg: Hat ihnen also allen beiden ihre Hoffnung gefehlt und haben sich beide wohl rc. [Also gewinnen alle Anschläge der Feinde Gottes ein Loch und gehen zurück.)


Das 25. Kapitel


1. Die Moabiter und Midianiter übergeben den Israeliten ihre Töchter, dass sie mit ihnen Hurerei treiben und reizen mit solcher Gelegenheit die Israeliten zur Abgötterei: Darum der Herr befiehlt, dass man etliche Fürsten aufhängen soll, und erwürgt der Israeliten vierundzwanzigtausend v. 1. 2. Aber Pinehas der Priester ersticht einen Fürsten mit der Huren in der Tat mit einem Spieß auf einen Stich, welches Werke ihm Gott sehr wohl gefallen lässt v. 6. 3. Endlich wird den Israeliten befohlen, dass sie sich an den Moabitern und Midianitern wieder rächen sollen v. 16.

1. Und Israel wohnte in Sittim. Und das Volk hob an zu huren mit der Moabiter Töchtern,

zu huren: Denn weil die Moabiter und Midianiter so viel verstanden, dass sie den Israeliten zu schwach sein würden, da es zum Treffen kommen soll. So haben sie durch Bileams Rat sich sehr freundlich gegen die Israeliten gestellt, sie zu Gaste geladen, besonders die vornehmste Fürsten im Volk Gottes und die schönsten Weibspersonen, so sie in ihrem Lande finden mögen, lassen zu ihnen hineinkommen, durch welche sie die Israeliten zur Unzucht gereizt.

2. welche luden das Volk zum Opfer ihrer Götter. Und das Volk aß und betete ihre Götter an.

Opfer: Das ist: Es haben die moabitischen Weiber die Israeliten nicht allein mit leiblicher Unzucht sündig gemacht, sondern sie auch mit guten Worten dahin beredet, dass sie der Moabiter und Midianiter Abgötterei nachgehängt. Denn sie dieselben zu dergleichen Gastungen geladen, da sie miteinander verzehrt, was von den abgöttischen Opfern überbleiben und sie zugleich mit überredet, dass sie mit ihnen der Moabiter Götter verehren sollten.

aß: Nämlich wissentlich und ohne Scheu, ungeachtet der allgemeinen und öffentlichen Ärgernisse, so daraus entstehen möchte, wenn man sehen würde, dass sie damit ihre wahre Religion verleugneten und der Moabiter Abgötterei bestätigten.

3. Und Israel hängte sich an den Baal Peor. Da ergrimmte des Herrn Zorn über Israel,

Baal Peor: Das ist: Sie fingen an, denselben Abgott der Moabiter zu verehren und Gottesdienst zu erzeigen. Und ist eben ein Ding gewesen, als wenn ein Kriegsheer, das mit dem Evangelium Christi erleuchtet wäre, eine Zeit lang unter den Katholiken lebte und von den päpstlichen Weibspersonen mit guten Worten sich überreden ließe, dass es zur Messe ging und mit anderen dem Messpfaffen Geld opferte. Haben also die Moabiter die Kinder Israel, welche sie mit Gewalt und Waffen nicht bezwingen können, durch Wohlleben und ihrer Weiber Schmeichelworten überstritten, dass sie Gott erzürnt und deshalb hart gestraft wurden. [sind deswegen die Versuchungen, da uns der Satan mit Wollüsten und Schmeichlerischen nachstellt, viel gefährlicher, als wenn er uns mit Widerwärtigkeit angreift, darum sollen wir desto fleißiger beten, dass wir nicht in Versuchung geführt werden.)

4. und sprach zu Mose: Nimm alle Obersten des Volkes und hänge sie dem Herrn an die Sonne, auf dass der grimmige Zorn des Herrn von Israel gewandt werde.

Obersten: Welche Hurerei getrieben und dazu mit Abgötterei sich befleckt haben.

Sonne: Das ist: Wie wir sagen möchten an den lichten Galgen.

gewandt wäre: Auf das nicht, wenn solche Übeltat ungestraft bleibt, Gott das ganze israelitische Volk vertilge. Denn diese Sünde war von den israelitischen Fürsten durch das gemeine Volk gekrochen, welches durch der Fürsten Beispiel sich verführen lassen. Und ist kein Zweifel, das Urteil sei an den Fürsten vollstreckt und sind sie an den lichten Galgen gehängt worden, wie Gott Mose befohlen hatte. [Denn es ist bei Gott kein Ansehen der Personen und straft die Fürsten eben sowohl als das gemeine Volk. Wo aber öffentliche Laster an den Tätern nicht gestraft werden, da erfolgen Gemeinde Landstrafen.)

5. Und Mose sprach zu den Richtern Israels: Erwürge ein jeglicher seine Leute, die sich an den Baal-Peor gehängt haben.

sprach: Nachdem die schuldigen Fürsten gehängt wurden.

Leute: Das ist: Seine Untertanen, die ihm untergeben sind, damit Gott durch der Schuldigen Strafe ersättigt, des übrigen Haufens verschone, denn der gerechte Zorn Gottes war unter dem Volk bereits angegangen, dass sie an der Pestilenz oder anderen tödlichen Krankheiten schnell dahin starben, wie bald später folgt.

6. Und siehe, ein Mann aus den Kindern Israel kam und brachte unter seine Brüder eine Midianitin und ließ Mose zusehen und die ganze Gemeinde der Kinder Israel, die da weinten vor der Tür der Hütte des Stifts.

Mann: Nämlich ein Fürst aus dem Geschlecht Simeon, wie Mose später anzeigt, der sich vor dem Zorn Gottes nicht gefürchtet noch der göttlichen Strafe sich geachtet, welche schon unter dem Volk angegangen war.

Midianitin: Nämlich eines midianitischen Fürsten Tochter, dass er mit ihr in seiner Hütte Unzucht treiben möchte.

zusehen: Wie er sie mit sich führte, dass er sich ganz nicht für ihnen gescheut.

weinten: Denn sie den gerechten Zorn Gottes erkannten und von wegen ihrer Mitbrüder, die häufig wie die Hühner dahin fielen, sehr leidig waren und eine Fürbitte bei dem Herrn taten, dass er seines Volkes schonen wollte, solche jämmerlichen Spektakel hat denselben Fürsten nicht abhalten können, sondern ist mit seiner Huren fortgezogen und hat Unzucht mit ihr getrieben in währenden allgemeinen Niederlagen des Volkes, so eben um derselben Sünde willen von Gott gestraft wurde. [Also sind etliche Fürsten, die meinen, es stehe ihnen alles frei und dürfen tun, was sie nur wollen, denken auch wenig daran, dass sie mit ihren Lastern ihnen selbst und ihre Untertanen schwere und schreckliche Strafen über den Hals lade.)

7. Da das sah der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, stand er auf aus der Gemeinde und nahm einen Spieß in seine Hand {Ps 106v30},

8. und ging dem israelitischen Manne nach hinein in den Hurenwinkel und durchstach sie beide, den israelitischen Mann und das Weib, durch ihren Bauch. Da hörte die Plage auf von den Kindern Israel.

Hurenwinkel: Das ist: In des Fürsten Hütte, welche er einen Hurenwinkel nennt, weil der Fürst darin Hurerei und Unzucht treibt.

durchstach: Nämlich in dem sie Unzucht trieben.

Bauch: Sind also eines schändlichen Todes gestorben und in ihren Sünden jämmerlich umgekommen.

hörte auf: Nämlich nachdem Pinehas solche Heldentat begangen. Denn der Herr hatte die Plage bereits unter das Volk geschickt wie oben gemeldet.

9. Und es wurden getötet in der Plage vierundzwanzigtausend.

getötet: Nämlich vom Herrn. [diese Geschichte zieht Paulus an {1Kor 10} und gibt die Lehre daraus, dass man sich hüten soll vor der Hurerei, weil Gott dieselbe so hoch zuwider ist und so ernstlich straft. Dass aber Gott zuerst die Israeliten vor den Moabitern (welche doch den Handel angestiftet hatten) hernimmt und zur Strafe zieht, werden wir dabei erinnert, wie das Gericht von Hause Gottes anfange, das ist, Gott züchtigt sein Volk zuerst und hält sie mit seiner Ruten auf zurück, dass sie nicht weiter in Sünden fortfahren, sondern bei Zeit Buße tun, damit sie nicht mit der Welt verdammt werden {1Kor 11}. Jene aber, seine Feinde, lässt er gehen, bis er sie endlich ins ewige Verderben stürzt.)

10. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

11. Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat meinen Grimm von den Kindern Israel gewendet durch seinen Eifer um mich, dass ich nicht in meinem Eifer die Kinder Israel vertilgte.

meinem Eifer: Das ist: Weil die Kinder Israel mit Verehrung fremder Götter und der Hurerei mich gereizt haben, dass gleichwie ein eifriger Ehemann wider sein unzüchtig Weib. Also ich wider die israelitische Gemeinde rechte Ursache gehabt, sie mit harter Strafe anzugreifen. So ist Pinehas zu rechter Zeit dazwischen gekommen, denn er von einem nicht fleischlichen, sondern göttlichen Eifer aus Antrieb des Heiligen Geistes bewegt, ein Beispiel sehen lassen an einem ausbündigen Hurenführer samt seiner Hure, die er beide in ihrer Misshandlung erwürgt hat. Durch welche Tat ich meinem Volk wieder bin versöhnt worden, dass ich es nicht ganz vertilgte. [Es ist aber Pinehas ein Priester und keine weltliche Obrigkeit gewesen, darum dies eine besondere Heldentat ist, welche die Kirchendiener nicht nachtun sollen. Aber heutigen Tages ist der Obrigkeit Amt, dass sie die Laster ernstlich strafen soll: Also geschieht es, dass Gott nicht verursacht wird, ein ganz Land zu strafen.)

12. Darum sage: Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens ;

Friedens: Das ist: Ich verheiße und verpflichte mich ihm, dass er mich zu einem gnädigen Gott haben soll, denn ich lasse mir sein Tun gefallen und will es mit allerlei Guttaten ihm vergelten.

13. und er soll haben, und sein Same nach ihm, den Bund eines ewigen Priestertums, darum dass er für seinen Gott geeifert und die Kinder Israel versöhnt hat.

ewigen: Das ist: Also ganz hat er durch diesen Totschlag des Hurenführers und der Huren des Priestertums sich nicht unwürdig gemacht, dass ich ihn und seinen Nachkommen solches dieser Ursache halben von neuem bestätigen will.

seinen Gott: Das ist: Er hat nicht in seiner eigenen Sachen sich gerächt, sondern meines Namens Ehre gerettet und ein sehr löbliches Werk verrichtet. [Und hat Pinehas dieses Trostes sehr wohl bedürft. Denn es pflegt zu geschehen, dass, welche große Sachen und tapfere Taten verrichtet haben, bald danach in Kleinmütigkeit geraten: Gleichwie der Prophet Elias, nachdem er ein herrliches Wunderwerk getan und so viel Baals Pfaffen erwürgt hatte, bald darauf eines Weibes Zorn fürchtet und vor der Königin Jesabel Drohen sich entsetzt, dass er davon flieht. Es werden aber solche tapfere Helden dergestalt von Gott gedemütigt, damit sie sich ihres vorigen Glücks nicht zu sehr überheben und wider Gott schwerlich sündigen, sondern vielmehr ihm als dem Urheber alle ihre vortrefflichen Verrichtungen zuschreiben.)

14. Der israelitische Mann aber, der erschlagen wurde mit der Midianitin, hieß Simri, der Sohn Salus, ein Fürst im Hause des Vaters der Simeoniter.

Fürst: [Gleichwie Pinehas der beiden Personen hohen Stand und Geschlechter sich nichts bewegen lassen, dass er des Hurenführers und der Huren deshalb verschont hätte: Also sollen die Kirchendiener, wenn sie ihrer Zuhörer Laster mit dem Worte Gottes, aber nicht mit dem weltlichen Schwert strafen müssen, keines Standes Gewalt, Reichtum, Ehre noch anders ansehen, sondern die Übertreter mit gebührendem Maß ernstlich strafen, dass sich andere daran stoßen und sich vor dergleichen Sünden hüten.)

15. Das midianitische Weib, das auch erschlagen wurde, hieß Kasbi, eine Tochter Zurs, der ein Fürst war eines Geschlechts unter den Midianitern.

16. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

17. Tut den Midianitern Schaden und schlagt sie;

Schaden: Das ist: Rächt euch an den Midianitern und betrübt sie wieder.

18. denn sie haben euch Schaden getan mit ihrer List, die sie euch gestellt haben durch den Peor und durch ihre Schwester Kasbi, die Tochter des Fürsten der Midianiter, die erschlagen ist am Tage der Plage um des Peors willen, und die Plage danach kam.

getan: Dass sie den Zorn Gottes über euch geführt, darauf die Plage erfolgt ist, da sie euch mit Hinterlist hintergangen und euch ihre Töchter zur Unzucht übergeben, unter denen besonders eines Fürsten Tochter gewesen, Kasbi genannt, die deshalb ihre rechte Strafe empfangen. Es haben aber auch viele andere mehr moabitische und midianitische Weibspersonen sich mit gleicher Unzucht befleckt und euch dadurch geschadet. Denn indem sie euch zur Unzucht sich ergeben haben, sie euch zugleich ihre Abgötterei eingeschwatzt, darauf die göttliche Strafe erfolgt, beides von wegen der Unzucht und der Abgötterei. Darum sollt ihr diese zugefügte Ungerechtigkeit rächen: Wie aber dieselbe vollstreckt wurde, wird später Kapitel 31. beschrieben. [Ist deswegen nur die Rache verboten, da einer durch sein verdorbenes Fleisch vom Zorn sich einnehmen und überwinden lässt und damit umgeht, wie er sich an seinen Nächsten rächen möge. Wenn aber Gott einem die Rache zu üben befiehlt und auferlegt (wie er denn der weltlichen Obrigkeit solche befohlen), so sündigt der nicht, welcher derselben nachsetzt: Nur allein, dass er es zu dem Ende tue, damit er Gott gehorsam sei und die von Gott ihm vorgeschriebene Maße nicht überschreite. Daneben lehrt uns dieser Befehl Gottes auch, dass, wenn die Kinder Gottes gezüchtigt sind, so wende Gott die Hand seines Grimmes wider die Feinde seines Volkes.)


Das 26. Kapitel


25.18 1 Das Volk Israel wird an der Grenze des Landes Kanaan zum anderen Mal gezählt nach den zwölf Stämmen, darin es abgeteilt wurde v. 1. 2. Desgleichen die Leviten auch: Und obwohl in der Wüste vieltausend umgekommen, dennoch sind sie fast in gleicher Anzahl gefunden worden, die nicht von dem Herrn abgefallen als deren gewesen die aus Ägypten gezogen v. 57. 3. Danach befiehlt Gott, dass man denen, die gehorsam gewesen, das Land Kanaan austeilen soll v. 65.

1. Und der Herr sprach zu Mose und Eleasar, dem Sohn des Priesters Aaron:

2. Nimm die Summe der ganzen Gemeinde der Kinder Israel von zwanzig Jahren und darüber, nach ihrer Väter Häusern, alle, die ins Heer zu ziehen taugen in Israel.

von zwanzig: Das ist: Welche das zwanzigste Jahr ihres Alters erreicht oder auch älter sein.

Häuser: Das ist: Nach ihren Geschlechtern, doch die Leviten ausgenommen, welche du später besonders zählen sollst.

3. Und Mose redete mit ihnen samt Eleasar, dem Priester, in dem Gefilde der Moabiter, an dem Jordan gegen Jericho,

mit ihnen: Das ist: Sie haben dem Volk den Befehl Gottes vorgehalten, dass man sie alle miteinander so damals im Leben wieder zählen soll.

4. die zwanzig Jahre alt waren und darüber, wie der Herr Mose geboten hatte und den Kindern Israel, die aus Ägypten gezogen waren.

geboten: Das ist: Gleichwie der Herr das vorige Mal auch befohlen hatte: Also war wiederum ein gleicher Befehl von Neuem vorhanden. [Und hat es Gott damals gefallen, dass Mose die Kinder Israel zählen sollte, damit kundwürde, in was großer Menge die Kinder Israel sich gemehrt und ausgebreitet hätten, denn Gott wollte erklären, wie er wahrhaftig sei in seinen Verheißungen, sintemal er dem Abraham verheißen, dass er seine Nachkommen mehren wollte wie die Sterne am Himmel und den Staub auf Erden. Darum, da Mose nach dem Befehl und Willen Gottes das Volk zählt, tut er recht und wohl daran und gereicht zu Gottes Ehre: Als aber David ohne Befehl und aus einem Ehrgeiz das Volk zählen lässt, damit er von der großen Menge seiner Untertanen sich rühmen könnte, sündigt er schwerlich wider Gott.)

5. Ruben, der Erstgeborne Israels. Die Kinder Rubens aber waren: Hanoch, von dem das Geschlecht der Hanochiter kommt; Pallu, von dem das Geschlecht der Palluiter kommt;

6. Hezron, von dem das Geschlecht der Hezroniter kommt; Charmi, von dem das Geschlecht der Charmiter kommt.

7. Das sind die Geschlechter von Ruben, und ihre Zahl war dreiundvierzigtausendsiebenhundertunddreißig.

Geschlechter: Nämlich die Vornehmsten, unter denen andere, mehr geringere Geschlechter des Stammes Ruben begriffen wurden.

Zahl: Nämlich alle streitbaren Männer, die erwachsen und wider den Feind zu Felde sich konnten gebrauchen lassen.

8. Aber die Kinder Pallus waren Eliab;

Kinder Pallu: Weil Dathan und Abiram aus dem Stamm Ruben ihre Herkunft gehabt, welche wie oben gemeldet Kapitel 15, wider Mose und Aaron eine Aufruhr erregt hatte, nimmt Mose diese Gelegenheit an die Hand, dass er ihr Geschlecht meldet und zugleich die Geschichte vom Korah mit einführt (obwohl derselbe aus dem Stamm Levi gebürtig war), weil er unter der aufrührerischen Rotte mit Dathan und Abiram der vornehmste Rädelsführer gewesen.

9. Und die Kinder Eliabs waren Nemuel und Dathan und Abiram. Das ist der Dathan und Abiram, die Vornehmlichen in der Gemeinde, die sich wieder Mose und Aaron auflehnten in der Rotte Korahs, da sie sich wider den Herrn auflehnten {4Mos 16v1 v2},

wider den Herrn: Denn indem, dass sie Mose als ihrer vorgesetzten Obrigkeit und Aaron dem Hohepriester widerstrebt, haben sie sich Gott selbst widersetzt. [sintemal wer sich wider die ordentliche Obrigkeit und wider die reinen Kirchendiener auflehnt, der widerstrebt Gott.)

10. und die Erde ihren Mund auftat und sie verschlang mit Korah, da die Rotte starb; da das Feuer zweihundertfünfzig Männer fraß, und wurden ein Zeichen.

Rotte starb: Das ist: Korah ist zugleich mit den zweihundertundfünfzig Männern, die das Räucherwerk opferten, vom Feuer verzehrt und aufgerieben wurden. Denn das Korah damals nicht in seiner Hütte gewesen, sondern bei der Stiftshütte gestanden, als die Erde sein Personal mit Dathan und Abiram verschlungen, ist aus dem 16. Kapitel dieses Buches zu sehen.

Zeichen: Das ist: Gott hat sie durch einen schnellen und ungewöhnlichen Tod von der Erde weggerafft und vertilgt, damit die anderen ein Beispiel des göttlichen Zorns an ihnen sehen, sich weiter für dergleichen Sünden hüteten, lernten, ihrem eigenen Tun dienen und andere in ihrem Amt unangefochten ließen.

Nach Luther: Ein Schreckzeichen, daran sie gedächten und sich vor gleicher Sünde hüteten.

11. Aber die Kinder Korahs starben nicht.

starben nicht: Wo sie aber damals, wie ihr Vater umgekommen, sich verhalten, meldet die Schrift nirgends. Ist aber wohl zu glauben, dass sie sich bei der Stiftshütten finden lassen, weil sie Leviten gewesen und in ihres Vaters Aufruhr keineswegs willigen noch dieselbe gerechten wollen: Haben auch später, wie die Schrift an anderen Orten oftmals bezeugt, der Kirche treulich gedient und den Gottesdienst mit allem Fleiß befördern helfen. [straft deswegen Gott fromme Kinder um ihrer Eltern Bosheit willen ganz nicht. Und soll man der gottlosen Eltern Kinder, sofern sie fromm sind, in der Kirche nicht entgelten lassen, dass sie lasterhafte Eltern gehabt, wenn nur an ihnen nichts unlöbliches erscheint.)

12. Die Kinder Simeons in ihren Geschlechtern waren: Nemuel, daher kommt das Geschlecht der Nemueliter; Jamin, daher kommt das Geschlecht der Jaminiter; Jachin, daher das Geschlecht der Jachiniter kommt;

Kinder Simeon: Jetzt schreitet Mose nach vorgesetztem Nebenbericht wieder zu seinem Vorhaben, wie er nämlich die anderen übrigen Stämme nach ihren Geschlechtern abgezählt habe.

13. Serah, daher das Geschlecht der Serahiter kommt; Saul, daher das Geschlecht der Sauliter kommt.

14. Das sind die Geschlechter von Simeon: zweiundzwanzigtausendundzweihundert.

15. Die Kinder Gads in ihren Geschlechtern waren: Ziphon, daher das Geschlecht der Ziphoniter kommt; Haggi, daher das Geschlecht der Haggiter kommt; Suni, daher das Geschlecht der Suniter kommt;

16. Osni, daher das Geschlecht der Osniter kommt; Eri, daher das Geschlecht der Eriter kommt;

17. Arod, daher das Geschlecht der Aroditer kommt; Ariel, daher das Geschlecht der Arieliter kommt.

18. Das sind die Geschlecht der Kinder Gads, an ihrer Zahl vierzigtausendundfünfhundert.

19. Die Kinder Judas: Ger und Onan, welche beide starben im Lande Kanaan {1Mos 38v3 v4}.

starben: Nämlich ohne Kinder, weil sie beide böse und gottlos waren.

20. Es waren aber die Kinder Judas in ihren Geschlechtern: Sela, daher das Geschlecht der Selaniter kommt; Perez, daher das Geschlecht der Pereziter kommt; Serah, daher das Geschlecht der Serahiter kommt.

Kinder Juda: Nämlich die übrigen, welche Nachkommen hinter ihnen verlassen.

21. Aber die Kinder Perez waren: Hezron, daher das Geschlecht der Hezroniter kommt; Hamul, daher das Geschlecht der Hamuliter kommt.

22. Das sind die Geschlecht Judas, an ihrer Zahl sechsundsiebenzigtausendundfünfhundert.

23. Die Kinder Isaschars in ihren Geschlechtern waren: Thola, daher das Geschlecht der Tholaiter kommt; Phuva, daher das Geschlecht der Phuvaniter kommt;

24. Jasub, daher das Geschlecht der Jasubiter kommt; Simron, daher das Geschlecht der Simroniter kommt.

25. Das sind die Geschlechter Isaschars, an der Zahl vierundsechzigtausendunddreihundert.

26. Die Kinder Sebulons in ihren Geschlechtern waren: Sered, daher das Geschlechter der Serediter kommt; Elon, daher das Geschlecht der Eloniter kommt; Jaheleel, daher das Geschlecht der Jaheleeliter kommt.

27. Das sind die Geschlechter Sebulons, an ihrer Zahl sechzigtausendundfünfhundert.

28. Die Kinder Josephs in ihren Geschlechtern waren: Manasse und Ephraim.

und Ephraim: Von welchen zwei Brüdern zwei Stämme her entsprungen sind. Denn weil der Stamm Levi Gott gegeben und zugeeignet war, ist der Stamm Josef als der allervolkreichste in zwei Stämme abgeteilt worden. Nämlich in den Stamm Manasse und in den Stamm Ephraim: Dass also, obgleich der levitische Stamm von den anderen ausgesondert und abgeschieden wurde, dennoch nichtsdestoweniger zwölf Stämme oder Fürstentümer im Volk Gottes blieben.

29. Die Kinder aber Manasses waren: Machir, daher kommt das Geschlecht der Machiriter; Machir zeugte Gilead, daher kommt das Geschlecht der Gileaditer.

30. Dies sind aber die Kinder Gileads: Hieser, daher kommt das Geschlecht der Hieseriter; Helek, daher kommt das Geschlecht der Helekiter;

31. Asriel, daher kommt das Geschlecht der Asrieliter; Sichem, daher kommt das Geschlecht der Sichemiter;

32. Smida, daher kommt das Geschlecht der Smidaiter; Hepher, daher kommt das Geschlecht der Hepheriter.

33. Zelaphehad aber war Hephers Sohn und hatte keine Söhne, sondern Töchter; die hießen Mahela, Noa, Hagla, Milka und Thirza.

Töchter: Denen im Lande Kanaan besonderen Erbteil zu besitzen eingeräumt wurde, davon im folgenden 27. Kapitel steht.

34. Das sind die Geschlechter Manasses, an ihrer Zahl zweiundfünfzigtausendundsiebenhundert.

35. Die Kinder Ephraims in ihren Geschlechtern waren: Suthelah, daher kommt das Geschlecht der Suthelahiter; Becher, daher kommt das Geschlecht der Becheriter; Thahan, daher kommt das Geschlecht der Thahaniter.

36. Die Kinder aber Suthelahs waren: Eran, daher kommt das Geschlecht der Eraniter.

37. Das sind die Geschlechter der Kinder Ephraims, an ihrer Zahl zweiunddreißigtausendundfünfhundert. Das sind die Kinder Josephs in ihren Geschlechtern.

Kinder Josephs: Nämlich in den beiden Stämmen Manasse und Ephraim, welche alle von Josef hergekommen.

38. Die Kinder Benjamins in ihren Geschlechtern waren: Bela, daher kommt das Geschlecht der Belaiter; Asbel, daher kommt das Geschlecht der Asbeliter; Ahiram, daher kommt das Geschlecht der Ahiramiter;

39. Supham, daher kommt das Geschlecht der Suphamiter; Hupham, daher kommt das Geschlecht der Huphamiter.

40. Die Kinder aber Belas waren: Ard und Naeman, daher kommt das Geschlecht der Arditer und Naemaniter.

41. Das sind die Kinder Benjamins in ihren Geschlechtern, an der Zahl fünfundvierzigtausend und sechshundert.

42. Die Kinder Dans in ihren Geschlechtern waren: Suham, daher kommt das Geschlecht der Suhamiter.

43. Das sind die Geschlechter Dans in ihren Geschlechtern, und waren allesamt an der Zahl vierundsechzigtausendundvierhundert.

das sind: Das ist: In diesem Stamm hat sich nur das einzige Geschlecht der Suhamiter gefunden, welches dennoch nichtsdestoweniger sehr volkreich gewesen.

44. Die Kinder Assers in ihren Geschlechtern waren: Jemna, daher kommt das Geschlecht der Jemniter; Jeswi, daher kommt das Geschlecht der Jeswiter; Bria, daher kommt das Geschlecht der Briiter.

45. Aber die Kinder Brias waren: Heber, daher kommt das Geschlecht der Hebriter; Melchiel, daher kommt das Geschlecht der Melchieliter.

46. Und die Tochter Assers hieß Sara.

47. Das sind die Geschlecht der Kinder Assers, an ihrer Zahl dreiundfünfzigtausendundvierhundert.

48. Die Kinder Naphthalis in ihren Geschlechtern waren: Jaheziel, daher kommt das Geschlecht der Jahezieliter; Guni, daher kommt das Geschlecht der Guniter;

49. Jezer, daher kommt das Geschlecht der Jezeriter; Sillem, daher kommt das Geschlecht der Sillemiter.

50. Das sind die Geschlechter von Naphthali, an ihrer Zahl fünfundvierzigtausendundvierhundert.

51. Das ist die Summe der Kinder Israel: sechsmal hunderttausend, eintausendsiebenhundertunddreißig.

der Kinder Israel: Nämlich die Alters halben zum Krieg tauglich und wider den Feind zu Felde konnten, gebraucht werden. [Und hatte Gott oben Kapitel 14. Gesagt, dass er die alten widerspenstigen Israeliten wollte vertilgen und ihre Kinder ins Land Kanaan bringen. Darum er ihm jetzt nach der Alten Absterben, welche ins Land Kanaan zu ziehen sich gewidert, aus ihren Kindern ein neues Volk, dazu in großer Menge und fast in gleicher Anzahl mit dem vorigen gesammelt. Daraus wir die Wahrheit und Gewissheit der göttlichen Verheißungen sollen lernen, erkennen und wissen, wenn wir in das Himmelreich, welches durch das Land Kanaan angedeutet wurde, nicht eingehen wollen, so werde es darum an Leuten nicht mangeln, die dasselbe Erbteil der ewigen Seligkeit mit dankbarem Herzen annehmen und empfangen werden.)

52. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

53. Diesen sollst du das Land austeilen zum Erbe nach der Zahl der Namen.

Land: Nämlich das Land Kanaan.

nach der Zahl: Das ist: Nachdem einem jeden Stamm viel oder wenig gebühren wird von wegen ihrer großen oder geringen Anzahl.

54. Vielen sollst du viel zum Erbe geben und wenigen wenig; jeglichen soll man geben nach ihrer Zahl.

geben: Dass sie sich davon erhalten und ihre Nahrung dabei können haben.

55. Doch soll man das Land durch das Los teilen; nach den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie Erbe nehmen.

Los teilen: Damit ein jeglicher Stamm wisse, dass sein Teil Landes, so er besitzt, ihm nach dem Willen Gottes sei zugeteilt worden und sich nicht beklagen könne, dass einen anderen aus Gunst der Menschen ein besser Ort eingeben sei.

56. Denn nach dem Los sollst du ihr Erbe austeilen zwischen den vielen und wenigen.

zwischen den: Das ist: Wenn man vielen ein großes Land und wenigen ein kleines Land wird zu schätzen, also dass die volkreichen Stämme über die größeren Landschaften und die anderen, so nicht in so großer Anzahl sich befinden, über die kleineren Teile das Los werfen. So soll ein jeder sich mit dem begnügen lassen, was ihm zufallen wird, es sei gleich fruchtbar oder ungeschlachtet. [Ist deswegen den Christen als Kindern Gottes zugelassen, dass sie mögen eigene Erbgüter besitzen und darf sich es der wiedertäuferischen Gemeinschaft aller Güter ganz nicht. Denn Gott will, dass ein jeder sein Eigentum behalten soll und befiehlt nicht, dass wir etwas tun sollen, welches dem Gesetz der Natur zuwider liefe, darum ist es keine Sünde, da ein jeder sein Eigenes hat. Dass er aber den Israeliten heißt das Land Kanaan austeilen, welches sie doch nicht eingenommen hatten, wird damit angezeigt, dass wir uns des Himmelreichs durch den Glauben so gewiss getrösten sollen, als ob wir es bereits innehätten.)

57. Und das ist die Summe der Leviten in ihren Geschlechtern: Gerson, daher das Geschlecht der Gersoniter; Kahath, daher das Geschlecht der Kahathiter; Merari, daher das Geschlecht der Merariter {2Mos 6v16 4Mos 3v16}.

Geschlechtern: Das ist: Levi hat die folgenden drei Söhne gehabt als Gerson, Kahath und Merari, von denen die vornehmsten Geschlechter der Leviten hergekommen sind.

58. Dies sind die Geschlechter Levis: Das Geschlecht der Libniter, das Geschlecht der Hebroniter, das Geschlecht der Maheliter, das Geschlecht der Musiter, das Geschlecht der Korahiter. Kahath zeugte Amram.

dies sind: Das ist: Die drei Geschlechter wurden wieder in anderen Geschlechter mehr abgeteilt.

Libniter: Die von Libni Gersons Sohn herkamen.

Hebroniter: Von Hebron Kahaths Sohne.

Musiter: Welche beide von Maheli und Musi, den Söhnen Merari, ihre Herkunft hatten, wie 1 Chr. 6. gelesen wird.

Korahiter: Von Korah der Kahaths Neffe oder Enkel gewesen, wie oben Kapitel 16. zu sehen.

59. Und Amrams Weib hieß Jochebed, eine Tochter Levis, die ihm geboren wurde in Ägypten; und sie gebar dem Amram Aaron und Mose und ihre Schwester Mirjam.

zeugte Amram: Nämlich neben anderen mehr Söhnen.

60. Dem Aaron aber wurde geboren Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar.

61. Nadab aber und Abihu starben, da sie Fremden Feuer opferten vor dem Herrn.

Fremden Feuer: Das ist: Da sie mit fremden Feuer, welches sie nicht vom Altar genommen das Räucherwerk angezündet, wie zuvor 3. Mose 10. gemeldet wird.

62. Und ihre Summe war dreiundzwanzigtausend, alle Männlein, von einem Monden an und darüber. Denn sie wurden nicht gezählt unter die Kinder Israel; denn man gab ihnen kein Erbe unter den Kindern Israel.

ihre: Nämlich der Leviten.

nicht gezählt: Das ist: Diese Zahl muss nicht mit gerechnet werden zu der vorigen, da die Kinder Israel kurz zuvor besonders abgezählt wurden.

kein Erbe: Das ist: Man hat ihnen keine Äcker oder Weinberge wie den anderen eingegeben, sondern wurden von den Opfern und Zehnten unterhalten.

63. Das ist die Summe der Kinder Israel, die Mose und Eleasar, der Priester, zählten im Gefilde der Moabiter, an dem Jordan gegen Jericho;

Jordan: Das ist: Da sie ihr Heerlager nicht weit vom Jordan gehabt gegen die Stadt Jericho über. dort haben sie die gemeldete Anzahl der Israeliten gefunden.

64. unter welchen war keiner aus der Summe, da Mose und Aaron, der Priester, die Kinder Israel zählten in der Wüste Sinai {4Mos 1v19}.

65. Denn der Herr hatte ihnen gesagt, sie sollten des Todes sterben in der Wüste. Und blieb keiner übrig, ohne Kaleb, der Sohn Jephunnes, und Josua, der Sohn Nuns {4Mos 14v29 32v10 v11},

Todes sterben: Nämlich welche von zwanzig Jahren und darüber gewesen, weil sie ins Land Kanaan zu ziehen Abscheu hatten.

ohne Kaleb: Denn diese beide hatten das Volk ermahnt, dass sie nicht durch Ungeduld und Misstrauen dem göttlichen Willen widerstreben sollten. [Also beständig und wahrhaftig ist Gott in Erfüllung beides, seiner Drohungen und seiner Verheißungen, darum sollen wir ihn fürchten als einen Herrn und lieben als einen Vater.)


Das 27. Kapitel


1. Die Töchter Zelaphehad, nachdem sie ihren Vater durch den zeitlichen Tod verloren, begehren, dass man sie von der Besitzung des Landes Kanaan nicht ausschließen soll v. 1. 2. Danach verkündigt der Herr Mose, dass er vor dem Einzug des Landes Kanaan sterben müsse v. 12. 3. Darum wird noch bei seinen Lebzeiten Josua der Sohn Nun zum Fürsten über das Volk Gottes ernannt v. 18.

1. Und die Töchter Zelaphehads, des Sohnes Hephers, des Sohnes Gileads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses unter den Geschlechtern Manasses, des Sohnes Josephs, mit Namen Mahela, Noa, Hagla, Milka und Thirza, kamen herzu {4Mos 26v33 36v2 Jos 17v3}.

und: Weil unser Herr Gott kurz zuvor der Austeilung des Landes Kanaan Meldung getan, fällt von stund an ein Streit für zwischen des Zelaphehads Töchtern und ihren Geschlechtsverwandten. Denn diese meinten nicht anders, als dass sie in der Austeilung des Landes, wenn sie zu seiner Zeit vorgehen würde, des Zelaphehads Töchter ausschließen wollten von ihrem Erbteil, weil ihr Vater Zelaphehad ohne männlichen Erben abgestorben war: Im Gegenteil aber begehrten sie, anstatt ihres verstorbenen Vaters zu erben, was ihm in der Austeilung des Landes durch das Los zufallen würde. Darum sie ihre Sache bei Mose vorgebracht.

2. und traten vor Mose und vor Eleasar, den Priester, und vor die Fürsten und ganze Gemeinde vor der Tür der Hütte des Stifts und sprachen:

3. Unser Vater ist gestorben in der Wüste und war nicht mit unter der Gemeinde, die sich wieder den Herrn empörten in der Rotte Korahs, sondern ist an seiner Sünde gestorben und hatte keine Söhne.

seiner Sünde: Das ist: Gleichwie allen anderen Menschen aufgesetzt ist, einmal zu sterben, weil sie Sünder sind: Also ist er auch eines natürlichen Todes gestorben. Und weil er nicht unter die Aufrührerischen oder Widerspenstigen sich gefunden, so haben unsere Geschlechtsverwandten keine rechte Ursache, dass sie uns wollten einmal von dem Teil Landes ausschließen, welches unserem Vater durch das Los zu gefallen wäre, wenn er bei Leben blieben.

4. Warum soll denn unseres Vaters Name unter seinem Geschlecht untergehen, ob er wohl keinen Sohn hat? Gebt uns auch ein Gut unter unseres Vaters Brüdern!

warum: Als wollten sie sprechen: Wenn wir von dem Erbteil des verheißenen gelobten Landes ausgeschlossen werden, geschieht uns nicht allein zu kurz, sondern es wird auch unserem verstorbenen Vater zur Schmach gereichen, dessen Name und Gedächtnis solcher Gestalt allerdings verlöschen würde, als ob er nie gelebt, wenn seinen Erben und Nachkommen nichts vom Lande Kanaan eingeräumt wird, welcher Untergang des Geschlechts das Ansehen haben würde eines göttlichen Fluchs.

gebt: Nämlich wenn man das Land durch das Los teilen wird. [Denn es ist einem Christen vergönnt und zugelassen, dass er die Obrigkeit wohl mag um Hilfe anschreien, damit er bei seinem Rechten gehandhabt werde: Wenn nur das Herz nicht voller Neid und Hass steckt wider den Nächsten.)

5. Mose brachte ihre Sache vor den Herrn.

Mose brachte: Denn er die Sache nicht entscheiden wollte, er hätte denn zuvor bei Gott sich Rat erholt. [Also soll eine Obrigkeit besonders in hochwichtigen schweren Sachen nicht zu schnell urteilen, sondern nach den Gesetzen und Landes- Ordnungen, welche dem Gesetze Gottes und der Natur gemäß und gleichförmig sein das Urteil sprechen.)

6. Und der Herr sprach zu ihm:

7. Die Töchter Zelaphehads haben recht geredet; du sollst ihnen ein Erbgut unter ihres Vaters Brüdern geben und sollst ihres Vaters Erbe ihnen zuwenden.

Vaters Erbe: Welches er empfangen hätte, wenn er im Leben gewesen.

8. Und sage den Kindern Israel: Wenn jemand stirbt und hat nicht Söhne, so sollt ihr sein Erbe seiner Tochter zuwenden.

und sage: Das ist: Du sollst ein allgemeines Gesetz stellen von diesem und dergleichen Fällen, dem man zukünftig nachleben soll. [Obwohl nun viel der Töchter Erbfall in Deutschland unter dem Adel, soviel die Lehngüter belangt, es anders gehalten wird, dass nämlich die Töchter der Lehen nicht fähig sind, sondern nachdem sie ihre Heimsteuer empfangen, sich derselben verzeihen müssen: So hat doch solche Gewohnheit auch ihre erheblichen Ursachen und sind andere Völker an der Israeliten weltlichen Satzungen nicht gebunden, sondern es mag ein jeder im Römischen Reich mit gutem Gewissen des Reiches Satzungen nachleben, sofern sie nur dem Gesetz der Natur nicht widerstreben.)

9. Hat er keine Tochter, sollst ihr es seinen Brüdern geben.

10. Hat er keine Brüder, sollst ihr es seinen Vettern geben.

11. Hat er nicht Vettern, sollst ihr es seinen nächsten Freunden geben, die ihm angehören in seinem Geschlecht, dass sie es einnehmen. Das soll den Kindern Israel ein Gesetz und Recht sein, wie der Herr Mose geboten hat.

und Recht: Das ist: Dies Gesetz sollen sie halten in Austeilung des Erbes.

12. Und der Herr sprach zu Mose: Steige auf dies Gebirge Abarim und besiehe das Land, das ich den Kindern Israel geben werde.

13. Und wenn du es gesehen hast, sollst du dich sammeln zu deinem Volk, wie dein Bruder Aaron versammelt ist,

sammeln: Das ist: Du sollst sterben und zu deinen Vätern kommen, die vor dir im Glauben aus dieser Welt abgeschieden sind und jetzt bei Gott leben.

Aaron: Welcher auch nicht in das Land Kanaan kommen, das den Kindern Israel verheißen war.

14. dieweil ihr meinem Wort ungehorsam gewesen seid in der Wüste Zin über dem Hader der Gemeinde, da ihr mich heiligen solltet durch das Wasser vor ihnen. Das ist das Haderwasser zu Kades in der Wüste Zin.

der Gemeinde: Das ist: Da die ganze Gemeinde wider mich murrte, dass sie kein Wasser hatte.

heiligen solltet: Das ist: Als ich gebot, dass ihr solltet Wasser aus dem Felsen bringen, habt ihr beide nicht geglaubt, dass ich solches tun oder verschaffen könnte, dass aus dem Felsen Wasser flösse. Deswegen ihr mich bei den Israeliten entwürdigt, als verhieße ich solche Dinge, die ich nicht leisten könnte.

das ist: Nämlich davon an diesen Ort der Herr Meldung getan.

Hader-Wasser: Das ist: Von welchem zu erlangen das Volk mit Gott und Mose gehadert hatte.

zu Kades: Das ist: Dies ist geschehen in der Wüste Zin, nicht weit von der Stadt Kades. Wie dieselbe Geschichte oben in Kapitel 20, ausführlich erzählt wird. [Weil demnach Gott seines liebsten Dieners Mose nicht geschont hat, dass er seinen Unglauben mit zeitlicher Strafe heimgesucht, so sollen wir daraus lernen, Gott fürchten und uns für Sünden hüten. Wie wir auch hinwiederum hier den Trost haben, dass diejenigen nicht darum bald von Gott verworfen sind, welche er um ihrer Sünden willen zeitliche Strafen zuschickt.)

15. Und Mose redete mit dem Herrn und sprach:

16. Der Herr, der Gott über alles lebendige Fleisch, wolle einen Mann setzen über die Gemeinde {4Mos 16v22},

der Herr: Als wollte er sprechen: Ich bin zwar bereit und willig, weil es dir also gefällt, den Tod mit Geduld zu leiden. Allein bitte ich dich, der du ein Herr bist, welcher allen Menschen und Tieren das Leben gibt, du wollest dein Volk nicht verlassen, sondern an meiner statt einen Mann ordnen, der ihnen recht und wohl vorstehe.

17. der vor ihnen her aus und ein gehe und sie aus und ein führe, dass die Gemeinde des Herrn nicht sei wie die Schafe ohne Hirten.

vor ihnen] Denn es soll, wenn es die Not fordert, der Oberste nicht im Hinterhalt sich verstecken, sondern für anderen vorne daran und an der Spitzen sein.

führe: Das ist: Der beide zu Kriegs- und Friedenszeiten das Volk glücklich und wohl regieren könne.

Schafe: [Ist also eine fromme Obrigkeit so hoch vonnöten, als den Schafen der Hirte. Und soll man des Mose Liebe nachfolgen, der viel mehr für das Volk sorgt als für sein eigenes Leben und wünscht ihnen einen frommen und glücklichen Regenten.)

18. Und der Herr sprach zu Mose: Nimm Josua zu dir, den Sohn Nuns, der ein Mann ist, in dem der Geist ist, und lege deine Hände auf ihn;

der Geist: Das ist: Welcher mit herrlichen Gaben des Heiligen Geistes, die zu der Regierung vonnöten ist, geziert ist.

Hände: Denn man vorzeiten diese Zeremonien gebraucht, wenn man einem ein neues Amt befehlen wollen, damit anzuzeigen, dass derselbe Mensch Gott gleichsam übergeben sei, dem er in seinem Amt dienen soll und dass ihm ein neues Amt auferlegt werde, dazu ihm Gott mehr Gaben verleihen wolle, soviel er zu seines Berufes Verrichtungen bedürftig, dass auch Gott mit seiner gewaltigen Hand ob ihm halten und ihn in solchem Amt schützen werde.

19. und stelle ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde und gebietet ihm vor ihren Augen;

Gemeinde: Denn es hat ihn Mose mit einem besonderen Gepränge dem Volk vorführen und vor dem Hohepriester darstellen müssen.

gebietet ihm: Nämlich dass er die Regierung annehme, welche du ihm übergeben sollst.

20. und lege deine Herrlichkeit auf ihn, dass ihm gehorche die ganze Gemeinde der Kinder Israel.

Herrlichkeit: Das ist: Du sollst ihn mit dieser öffentlicheren Installierung deiner Majestät und Gewalt, deren du dich bisher als eine ordentliche Obrigkeit gebraucht, teilhaftig machen.

Nach Luther: Diese Auslegung der Herrlichkeit wird vielleicht eine sonderbare Weise gewesen sein, dass Mose dem Josua den Stab oder die Hand aufs Haupt gelegt hat. gleichwie man die Könige zu salben oder wie man die Lehen zu empfangen pflegt, welches alles muss eine Weise und ein Gepränge haben.

gehorche: Das ist: damit alle Israeliten, wes Standes und Wesens sie auch sind, wissen, dass sie künftig dem Josua als ihrem Fürsten und Oberherrn sollen Gehorsam leisten.

21. Und er soll treten vor den Priester Eleasar, der soll für ihn Rat fragen durch die Weise des Lichts vor dem Herrn. Nach desselben Mund sollen aus- und einziehen beide er und alle Kinder Israel mit ihm und die ganze Gemeinde.

Rat fragen: Nämlich wenn große, wichtige und schwere Sachen vorfallen.

des Lichts: Von dieser Weise ist oben auch gemeldet, dass es sei gewesen, das Amtsschildlein auf der Brust des Hohepriesters mit köstlichen Edelsteinen versetzt: Davon etliche sagen, wenn Gott auf des Priesters Frage antworten wolle, dass er ihm etwas gefallen ließe und bewilligte, so haben die Edelsteine einen Glanz von sich geben.

Nach Luther: Das ist das Licht auf der Brust des Hohepriesters {2Mos 28v30}, daher sagen etliche, wenn Gott der Herr habe auf des Priesters Frage geantwortet, das hat sollen ja sein, so habe das Licht Glanz von sich gegeben. Es haben es aber später die Könige also gebraucht, wenn sie Gott um Rat fragten als {1Sam 28v6 30v7}.

beide er: Nämlich Josua. Will so viel sagen: In wichtigen Sachen sollen Josua und alle Israeliten nichts anfangen ohne Rat und Vorwissen des Priesters Eleasar, dessen Vermahnungen sie sollen folgen, besonders wenn man wider die Feinde soll zu Felde und in Krieg ziehen.

22. Mose wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm Josua und stellte ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde;

nahm Josua] Welcher bis daher sein Diener gewesen war, denselben hat Gott zu einen Fürsten über sein Volk gemacht. [Denn wenn die Frommen in ihrem anbefohlenem Amt fleißig und treu sind, so werden sie oftmals aus einem geringen Stand und Tun zu großen Ehren erhaben.)

23. und legte seine Hand auf ihn und gebot ihm, wie der Herr mit Mose geredet hatte.

gebot: Das ist: Er hat ihm die Regierung befohlen und übergeben.

geredet: Das ist: Wie ihm Gott zu tun befohlen hatte. Was aber Mose für ein Ende und Abschied aus dieser Welt genommen, folgt später im fünften Buch Kapitel 34.


Das 28. Kapitel


1. In diesem Kapitel werden die Opfer beschrieben, welche man täglich und auf alle Sabbather und Neumonden auch auf die Feste der Ostern und Pfingsten opfern müssen.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. gebietet den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Die Opfer meines Brotes, welches mein Opfer des süßen Geruchs ist, sollt ihr halten zu seinen Zeiten, dass ihr mir es opfert {3Mos 3v11 21v6}.

Brotes: Das ist: Allerlei Opfer, die ich zu opfern befohlen habe, welche gleichsam als eine Speise und Nahrung sind, dadurch das Feuer meiner Opfer immer erhalten wird.

Zeiten: Das ist: Ein jedes Opfer soll man zu seiner angemessenen Zeit verrichten, wie ich euch solches vorschreiben lassen. [Es ist aber durch dieselben Opfer, alle miteinander Christus vorgebildet und bedeutet wurden, der für unsere Sünde soll aufgeopfert werden. Und dass man gewisse Zeit dazu haben muss, gibt uns die Lehre, dass man in der Religion nichts ändern soll nach der Menschen Willen und Gutdünken.)

3. Und sprich zu ihnen: Das sind die Opfer, die ihr dem Herrn opfern sollt: jährige Lämmer, die ohne Wandel sind, täglich zwei zum täglichen Brandopfer {2Mos 29v38 v39};

ohne Wandel: Die keinen Fehler oder Gebrechen haben. [Und deuteten diese Lämmer besonders auf Christus, welcher das Lamm Gottes ist, so der ganzen Welt Sünde trägt {Joh 1}.]

4. ein Lamm des Morgens, das andere zwischen abends;

5. dazu einen Zehnten Epha Semmelmehls zum Speiseopfer, mit Öl gemengt, das gestoßen ist, eines vierten Teils vom hin.

Speiseopfer: Denn man musste zu einem jeden Brandopfer auch ein Speiseopfer bringen. [Dadurch Christus bedeutet wurde, dass er am Kreuz soll ein Opfer und später durch die Predigt des Evangeliums unsere Speise und Trank werden {Joh 6}.]

gestoßen: Das ist: Welches Öl aus den Oliven gestoßen und ausgepresst wurden.

vierten Teils: Ist fast ein halb Maß oder eine Kanne.

6. Das ist ein tägliches Brandopfer, das ihr am Berge Sinai opfertet zum süßen Geruch, ein Feuer dem Herrn.

opfertet: Nämlich auf meinen Befehl.

süßen Geruch: Das ist: An dem Gott ein großes Wohlgefallen hat. [Denn es hat Gott der himmlische Vater an der Genugtuung seines Sohnes, da er sich selbst am Kreuz für unsere Sünde aufgeopfert, ein so großes Gefallen gehabt, dass er um seinetwillen allen Gläubigen die Sünde verzeihen wolle und sie zu Erben des ewigen Himmlischen Lebens aufnehmen.)

7. Dazu sein Trankopfer, je zu einem Lamm ein Vierteil vom hin. Im Heiligtum soll man den Wein des Trankopfers opfern dem Herrn.

Wein: (Nach Luther) Ist hier Sicera nicht vermischter, sondern reiner und starker Wein, den das reine Wort Gottes macht, die Seelen geistlicherweise zu tränken.

8. Das andere Lamm sollst du zwischen Abends machen, wie das Speiseopfer des Morgens, und sein Trankopfer zum Opfer des süßen Geruchs dem Herrn.

9. Am Sabbattag aber zweijährige Lämmer ohne Wandel und zwei zehnten Semmelmehls zum Speiseopfer, mit Öl gemengt, und sein Trankopfer.

Trankopfer: Nämlich vom Wein, das ist: Ihr sollt nach gewöhnlichem Brauch so viel Weins dazu tun, als zu zwei Zehnten Semmelmehl gebührlich gefordert wird, nämlich ein halbes hin, das macht ungefähr eine Maß oder zwei Kannen.

10. Das ist das Brandopfer eines jeglichen Sabbats über das tägliche Brandopfer samt seinem Trankopfer.

über das: Das ist: Über und ohne das tägliche Brandopfer, welches zugleich mit seinem Trankopfer muss geopfert werden, soll man noch die Opfer hinzutun, welche auf den Sabbat geordnet sind: Dass also am Sabbattage nichtsdestoweniger auch das tägliche Brandopfer verrichtet werde neben dem Opfer des Sabbats.

11. Aber des ersten Tages eurer Monden sollt ihr dem Herrn ein Brandopfer opfern: zwei junge Farren, einen Widder, siebenjährige Lämmer ohne Wandel;

12. und je drei Zehnten Semmelmehls zum Speiseopfer, mit Öl gemengt, zu einem Farren, und zwei Zehnten Semmelmehls zum Speiseopfer, mit Öl gemengt, zu einem Widder;

13. und je einen Zehnten Semmelmehls zum Speiseopfer, mit Öl gemengt, zu einem Lamm. Das ist das Brandopfer des süßen Geruchs, ein Opfer dem Herrn.

Lamm: Das ist: Wie viel man Lämmer opfert, so viel Zehnten Semmelmehls soll man auch zum Speiseopfer dazu nehmen.

14. Und ihr Trankopfer soll sein: ein halb hin Weins zum Farren, ein Drittel hin zum Widder, ein Vierteil hin zum Lamm. Das ist das Brandopfer eines jeglichen Monden im Jahr.

halb hin: Das ist: Ein Maß oder zwei Kannen hat man deswegen zu zwei Farren zwei Maß oder vier Kannen Wein haben müssen.

Drittel hin: wäre etwas weniger als drei Viertel oder drei Nössel.

Vierteil hin: Welches auf ein halbes Maß oder eine Kanne macht. Darum man zu sieben Lämmern zwei hin weniger ein Vierteil benutzen müssen, welche machen vierthalb Maß oder sieben Kannen.

15. Dazu soll man einen Ziegenbock zum Sündopfer dem Herrn machen über das tägliche Brandopfer und sein Trankopfer.

machen: Das ist: Auf den ersten Tag eines jeden Monats soll man neben anderen Opfern auch das Sündopfer schlachten.

über das: Das ist: das Brandopfer, so man mit seinem Speiseopfer alle Tage opfern muss, soll nichtsdestoweniger auch verrichtet und zu den anderen keineswegs mit eingerechnet werden.

16. Aber am vierzehnten Tage des ersten Monden ist das Passah dem Herrn {3Mos 23v5 5Mos 16v3}.

Passah: An welchem Tage ihr euch wiederum erinnern und zu Gemüt führen sollt, wie der Herr durch Ägypten gegangen und alle Erstgeburt der Ägypten von einem Engel erwürgen lassen, eurer aber verschont hat, wie von dieser Sache {2Mos 12} ausführlich beides, die Geschichte und die Einsetzung des Osterlamms beschrieben wird.

17. Und am fünfzehnten Tage desselben Monden ist Fest. Sieben Tage soll man ungesäuert Brot essen.

ist Fest: Das ist: Denselben fünfzehnten Tag soll man für anderen feiern und hoch halten.

ungesäuert: [Die ungesäuerten Brote deuten zugleich auf die reine Lehre und denn auch auf ein unsträfliches Leben, welche beide dazu fordert werden und dabei sein müssen, wenn man Christus das rechte Osterlämmlein der Kirche zu essen vorstellet.)

18. Der erste Tag soll heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr darin tun.

zusammenkommt: Nämlich Gottes Wort zu hören und den Glauben durch die Opfer zu stärken.

Dienstarbeit: Die man zu anderen Zeiten auf den Werktagen zu verrichten pflegt.

19. Und sollst dem Herrn Brandopfer tun: Zwei junge Farren, einen Widder, siebenjährige Lämmer ohne Wandel,

20. samt ihren Speisopfern: drei Zehnten Semmelmehls, mit Öl gemengt, zu einem Farren, und zwei Zehnten zu dem Widder;

21. und je einen Zehnten auf ein Lamm unter den sieben Lämmern;

den Sieben: Also dass zu sieben Lämmern sieben Zehnte Semmelmehls sind gebraucht worden und zu zwei Farren sechs Zehnten, welche miteinander samt den zwei Zehnten zum Widder zusammen gerechnet fünfzehn zehnten Semmelmehls. Das ist: Anderthalb Epha oder fünfzehn Gomor machen, sintemal ein Gomor das zehnte Teil eines Epha ist.

22. dazu einen Bock zum Sündopfer, dass ihr versöhnt werdet.

23. Und sollst solches tun am Morgen über das Brandopfer, welches ein täglich Brandopfer ist.

über das: Das ist: Ihr sollt nichtsdestoweniger auch das tägliche Brandopfer daneben opfern, davon zu Anfang dieses Kapitel gemeldet wurde.

24. Nach dieser Weise sollt ihr alle Tage, die sieben Tage lange, das Brot opfern, zum Opfer des süßen Geruchs dem Herrn, über das tägliche Brandopfer, dazu sein Trankopfer.

Brot opfern: Das ist: Die vorgemeldeten Opfer sollen gleichsam ein Brot und Nahrung sein zur Erhaltung des Gottesdienstes.

über das tägliche: Das ist: Man soll darum das tägliche Brandopfer samt seinem gewöhnlichen Speiseopfer nicht unterlassen, obgleich so viel andere Opfer geopfert werden.

25. Und der siebte Tag soll bei euch heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr darin tun.

26. Und der Tag der Erstlinge, wenn ihr opfert das neue Speiseopfer dem Herrn, wenn eure Wochen um sind, soll heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr darin tun.

Erstlingen: Das ist: Das Pfingstfest, von welchem auch angezeigt wird, was für Opfer auf demselben sollen geopfert werden.

eurer Wochen: Nämlich sieben Wochen vom Osterfest zu rechnen. Das ist: Wenn nach dem Osterfest neunundvierzig Tage verflossen sind, so sollt ihr am fünfzigsten Tage dem Herrn ein Speiseopfer bringen von den neuen Früchten und das Volk zusammenfordern, dass sie solches Fest hochfeierlich begehen und halten.

27. Und sollt dem Herrn Brandopfer tun zum süßen Geruch: zwei junge Farren, einen Widder, siebenjährige Lämmer,

28. samt ihrem Speiseopfer: drei Zehnten Semmelmehls, mit Öl gemengt, zu einem Farren, zwei Zehnten zu dem Widder;

29. und je einen Zehnten zu einem Lamm der sieben Lämmer;

der sieben Lämmer: Das ist: So viele Lämmer sind zum Brandopfer, so viele zehnte Teile eines Epha gehören dazu zum Speiseopfer.

30. und einen Ziegenbock, euch zu versöhnen.

31. Dies sollt ihr tun über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer. Ohne Wandel soll es sein, dazu ihr Trankopfer.

über das: Das ist: Ihr sollt daneben nicht unterlassen, eure beiden täglichen Brandopfern eines des Morgens und das andere des Abends, zu opfern mit ihren zugehörigen Speiseopfern und Trankopfern.

ohne Wandel: Das ist: Alles, was zu den Opfern gebraucht wird, soll gut sein und durchaus keinen Mangel an ihm haben. [Denn Christus, der durch so viele und mancherlei Opfer vorgebildet und bedeutet wurde, ist allerdings rein und vollkommen gewesen: Und da wir zur Dankbarkeit ihm etwas aufopfern und geben wollen, sollen wir solches tun mit reinem Herzen, dass keine Heuchelei mit unterlaufe.


Das 29. Kapitel


1. Dies Kapitel redet von den Opfern, welche aufs Fest der Trompeten, aufs Fest der Versöhnung und aufs Fest der Lauber Hütte sollten geopfert werden.

1. Und der erste Tag des siebten Monden soll bei euch heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr darin tun. Es ist euer Trompetentag {3Mos 23v24}.

und der: Mose fährt weiter fort in Beschreibung der Feste und Anordnung ihrer Opfer und redet in diesem Kapitel von denen Festen, die im siebten Monat gefielen, welcher zum Teil mit unserem Herbstmonat zum Teil mit dem Weinmonat übereinstimmt.

keine Dienstarbeit: [Denn man muss bisweilen die tägliche Handarbeit und Geschäfte unterlassen, damit man des Gottesdienstes mit desto mehr Fleiß mit Ernst dienen könne.)

Trompetentag: Denn sie auf diesem Fest die Trompeten blasen müssten, von denen zuvor Kapitel 10. gemeldet wurde. Und von diesem Tage an rechnete man die anderen Tage bis zum Fest der Versöhnung wie auch die Tage bis zum Fest der Lauber-Hütte: Desgleichen das siebte Jahr, in welchem das Fest Rute und das fünfzigste Jahr, so das Jubeljahr oder Erlassjahr oder Halljahr genannt wurde. [Dies Trompeten-Fest hat bedeutet die Predigt Johannes des Täufers, welche vor dem Versöhne-Opfer Christi des rechten Hohepriesters hergegangen ist.

2. Und sollt Brandopfer tun zum süßen Geruch dem Herrn: Einen jungen Farren, einen Widder, siebenjährige Lämmer ohne Wandel;

3. dazu ihr Speiseopfer: drei zehnten Semmelmehls, mit Öl gemengt, zu dem Farren, zwei Zehnten zu dem Widder

4. und einen Zehnten auf ein jegliches Lamm der sieben Lämmer;

jegliches Lamm: Darum man zu sieben Lämmern sieben zehnte Teile des Epha oder sieben Gomor gebraucht.

5. auch einen Ziegenbock zum Sündopfer, euch zu versöhnen,

Sündopfer: Diese Opfer alle miteinander hat man am ersten Tage des siebten Monden opfern müssen.

6. über das Brandopfer des Monden und sein Speiseopfer und über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und mit ihrem Trankopfer, nach ihrem Recht zum süßen Geruch. Das ist ein Opfer dem Herrn.

des Monden: Das ist: Man soll zu den vorigen Opfern nichtsdestoweniger auch die Opfer bringen, welche sonst auf den ersten Tag eines jeden Monden zu opfern verordnet sind.

tägliche: Das ist: Das tägliche Opfer soll auch an diesem Tage besonders geopfert werden. Dass man also auf diesen Tag dreierlei Opfer tun müssen. Erstlich das tägliche Opfer morgens und abends, danach das Opfer des ersten Monats-Tages oder des Neumonden: Und denn zum dritten das Opfer des Trompeten-Festes.

Recht: Wie dieselben von Gott selbst vorgeschrieben wurden.

dem Herrn: Das ihm angenehm und gefällig ist.

7. Der zehnte Tag dieses siebten Monden soll bei euch auch heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; und sollt eure Leiber kasteien und keine Arbeit darin tun {3Mos 16v30 23v27},

der zehnte: Dies ist das Fest der Versöhnung.

kasteien: Nämlich mit Fasten. [Dadurch die Erkenntnis der Sünden samt der neu und Leid, so man über dieselben haben soll, vorgebildet wurden: Denn es kann kein Unbußfertiger die Versöhnung der Sünden, so wir in Christo haben, erlangen.

8. sondern Brandopfer dem Herrn zum süßen Geruch opfern: einen jungen Farren, einen Widder, siebenjährige Lämmer ohne Wandel,

9. mit ihren Speiseopfern: drei Zehnten Semmelmehls, mit Öl gemengt, zu dem Farren, zwei Zehnten zu dem Widder

10. und einen Zehnten je zu einem der sieben Lämmer;

je zu einem: Das ist: Zu einem jeden Lamm ein Zehnten, darum man zu sieben Lämmern sieben Zehnten haben müssen.

11. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer über das Sündopfer der Versöhnung und das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und mit ihrem Trankopfer.

der Versöhnung: Das ist: Ohne die Opfer, welche geopfert werden sollen für die Sünde, damit das Volk von dem Hohepriester Gott versöhnt wird, wenn er in das Allerheiligste geht und mit dem Blut der Opfer gegen die Bundeslade sprengte davon {3Mos} am 16. und 23. weitläufig gelehrt wird.

tägliche: Das ist: Ohne die täglichen Opfer so des Morgens und abends gewöhnlich alle Tage geschehen. Deswegen man auf dies Fest auch dreierlei Opfer haben müssen. Als erstlich das tägliche Opfer, danach das Opfer des Festes, davon allererst gesagt wurde, und denn zum dritten das Versöhnungsopfer. [Wie aber durch das Fest der Versöhnung das Opfer Christi, welches er am Kreuz für die Sünde der ganzen Welt verrichtet, angedeutet wird, davon mag man das 16. und 23. Kapitel des dritten Buches besehen.)

12. Der fünfzehnte Tag des siebten Monden soll bei euch heilig heißen, dass ihr zusammenkommt. Keine Dienstarbeit sollt ihr darin tun; und sollt dem Herrn sieben Tage feiern {3Mos 23v34 Joh 7v2}.

der fünfzehnte: Folgt von dem Fest der Lauber-Hütte, welches die Kinder Israel der göttlichen Wohltat erinnert, da sie aus der ägyptischen Dienstbarkeit erlöst und durch die Wüste zu dem verheißenen Lande gezogen sind, dass sie in Hütte ihre Wohnung gehabt und in denselben von Gott unter seinem Schutz genommen wurden. Deswegen sie dies Fest mit großen Freuden halten und begehen müssen {3Mos 23}. [Wir sollen bei der Einsetzung dieses Festes uns erinnern, dass wir auf dieser Erden keine bleibende Stadt haben und dass die Auserwählten uns einmal aufnehmen werden in die ewige Hütte, da wir im ewigen Leben ein immerwährendes Freudenfest in unaussprechlicher Herrlichkeit haben werden.)

13. Und sollt dem Herrn Brandopfer tun zum Opfer des süßen Geruchs dem Herrn: dreizehn junge Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

14. samt ihrem Speiseopfer: drei Zehnten Semmelmehls, mit Öl gemengt, je zu einem der dreizehn Farren, zwei Zehnten je zu einem der zwei Widder

der dreizehn: Hat man deswegen neununddreißig Zehnten Semmelmehls zu den dreizehn Farren haben müssen, da zu jedem Farren drei Zehnten kommen.

der zwei: Das ist: Zu einem jeden Widder zwei Zehnten, darum man zu zwei Widdern vier Zehnten gebraucht.

15. und einen Zehnten je zu einem der vierzehn Lämmer;

der vierzehn: Zu einem jeden Lamm ein Zehnten machen vierzehn Zehnten zu vierzehn Lämmern.

16. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

über das: Das ist: Das tägliche Opfer soll einen Weg wie den anderen seinen Fortgang haben und nichts daran aufhören, die anderen Opfer werden gleich gehäuft und gemehrt, wie sie wollen. [Denn gleichwie die Kraft des Opfers Christi immerdar währt: Also soll auch sein Gedächtnis durch das Predigtamt täglich bei uns erneuert werden.)

17. Am anderen Tage zwölf junge Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

18. mit ihrem Speiseopfer und Trankopfer zu den Farren, zu den Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht;

ihrer Zahl: Das ist: Nachdem der Brandopfer viel oder wenig sind, so soll man auch die Speiseopfer und Trankopfer danach richten. Nämlich dass zu einem jeden Farren drei Zehnten, zu jedem Widder zwei Zehnten und zu jedem Lamm ein Zehnte genommen werde.

nach dem Recht: Das ist: Nach den Geboten und Satzungen, die man bei den Opfern in Acht nehmen soll.

19. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und mit ihrem Trankopfer.

20. Am dritten Tage elf Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

21. mit ihren Speiseopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht;

22. dazu einen Bock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

23. Am vierten Tage zehn Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

24. samt ihren Speiseopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht;

25. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

26. Am fünften Tage neun Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

27. samt ihren Speiseopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht;

28. dazu einen Bock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

29. Am sechsten Tage acht Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

30. samt ihren Speiseopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht; einen Bock zum Sündopfer über

31. dazu das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

32. Am siebten Tage sieben Farren, zwei Widder, vierzehnjährige Lämmer ohne Wandel,

33. samt ihren Speiseopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht;

34. dazu einen Bock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

35. Am achten soll der Tag der Versammlung sein; keine Dienstarbeit sollt ihr darin tun.

Versammlung: Das ist: Am selben Tage soll die ganze Gemeinde wiederum zusammenkommen zur Anhörung des Wortes Gottes und dass sie bei Verrichtung der Opfer sich finden lasse.

Nach Luther: Als auf Kirchhof versammelt und beschlossen zur Anhörung des Wortes Gottes.

36. Und sollt Brandopfer opfern zum Opfer des süßen Geruchs dem Herrn: Einen Farren, einen Widder, siebenjährige Lämmer ohne Wandel,

37. samt ihren Speiseopfern und Trankopfern zu den Farren, zu dem Widder und zu den Lämmern in ihrer Zahl nach dem Recht;

38. dazu einen Bock zum Sündopfer über das tägliche Brandopfer mit seinem Speiseopfer und seinem Trankopfer.

39. Solches sollt ihr dem Herrn tun auf eure Feste, ausgenommen, was ihr gelobt und freiwillig Gebet zu Brandopfern, Speiseopfern, Trankopfern und Dankopfern.

tun: Das ist: Diese Opfer, wie bisher gemeldet, sollt ihr auf euren Festen opfern und daneben an anderen gewöhnlichen Opfern oder da ihr etwas gelobt oder freiwillig zu opfern im Sinn habt, darum nichts aufhören lassen, sondern ein jegliches Opfer besonders verrichten und soll keines das anderer hindern oder aufheben.

40. Und Mose sagte den Kindern Israel alles, was ihm der Herr geboten hatte.

Mose sagt: Mit diesen Worten beschließt Mose den Handel mit den Opfern auf die Festtage und zeigt an, dass er alles, was er von den Opfern vom Herrn gehört, den Kindern Israel treulich zu halten vorgelegt und befohlen habe.


Das 30. Kapitel


1. In diesem Kapitel wird gelehrt, welche Gelübde man halten oder nicht halten soll.

1. Und Mose redete mit den Fürsten der Stämme der Kinder Israel und sprach: Das ist es, das der Herr geboten hat:

Mose redet: Jetzt fängt Mose an von den Gelübden zu handeln und lehrt, wie dieselben bekräftigt oder unkräftig gemacht werden und solches darum so viel desto mehr, weil das israelische Volk zu den Gelübden sehr geneigt war: darum, auf dass sie nicht eigenes Gefallens etwas ordneten, so werden ihnen hier gewisse Satzungen von den Gelübden vorgeschrieben, nach denen sie sich zu richten.

2. Wenn jemand dem Herrn ein Gelübde tut oder einen Eid schwört, dass er seine Seele verbindet, der soll sein Wort nicht schwächen, sondern alles tun, wie es zu seinem Munde ist ausgegangen.

verbindet: Das ist: Wenn jemand sich mit einem Gelübde dem Herrn verpflichtet, dass er entweder ein Opfer tun wolle oder fasten oder etwas anders verrichten, das in seiner Macht steht, dazu ehrlich und zugelassen ist und dem Worte Gottes nicht widerstrebt, der soll solches halten. [Denn es ist besser, nichts geloben, als wenn man etwas gelobt, das zugelassen, dazu ehrlich und nicht unmöglich ist und solches nicht halten will.)

3. Wenn ein Weibsbild dem Herrn ein Gelübde tut und sich verbindet, weil sie in ihres Vaters Hause und im Magdtum ist {3Mos 27v2 5Mos 23v21};

Magdtum: Das ist: Dass sie noch unverheiratet und noch unter des Vaters Gewalt ist und unter seinem Personal lebt.

4. und ihr Gelübde und Verbündnis, das sie tut über ihre Seele, kommt vor ihren Vater, und er schweigt dazu: So gilt all ihr Gelübde und all ihr Verbündnis, des sie sich über ihre Seele gebunden hat.

über ihre Seele: Das ist: Damit sie sich verbindet und verspricht, dass sie etwas tun wolle, so in ihrer Macht steht, dazu ehrlich, recht und löblich.

Nach Luther: Das ist: Als wenn sie sich verbünde zu fasten oder sonst etwas zu tun mit ihrem Leibe Gott zum Dienst, dass Seele hier so viel heiße als der lebendige Leib, wie die Schrift überall braucht.

schweigt: Dass er sich der Sachen nicht annimmt oder abwehrt, auch sich nichts vernehmen lässt, dass er das Gelübde schwächen wolle, sondern mit stillschweigen darin bewilligt.

5. Wo aber ihr Vater wehrt des Tages, wenn er es hörte, so gilt kein Gelübde noch Verbündnis, dessen sie sich über ihre Seele gebunden hat; und der Herr wird ihr gnädig sein, weil ihr Vater ihr gewehrt hat.

wehrt: Dass er sich vernehmen lässt, es gefallen ihm solche Gelübde nicht.

gilt kein: Das ist: Es ist unkräftig und soll nicht gehalten, sondern unterlassen werden.

gnädig sein: Das ist: Er wird nicht deshalb über sie zürnen, dass sie ihr Gelübde nicht hält, weil sie nicht aus freiem Willen davon abgestanden, sondern vom Vater ist davon abgehalten wurde, dessen Willen sie sich nicht widersetzen dürfe, weil solches im Gesetze Gottes verboten ist.

6. Hat sie aber einen Mann und hat ein Gelübde auf ihr, oder entfährt ihr aus ihren Lippen ein Verbündnis über ihre Seele;

7. und der Mann hört es und schweigt desselben Tages stille: so gilt ihr Gelübde und Verbündnis, dessen sie sich über ihre Seele gebunden hat.

8. Wo aber ihr Mann wehrt des Tages, wenn er es hörte, so ist ihr Gelübde los, das sie auf ihr hat, und das Verbündnis, das ihr aus ihren Lippen entfahren ist über ihre Seele; und der Herr wird ihr gnädig sein.

9. Das Gelübde einer Witwe und Verstoßenen: alles, was sie sich verbindet über ihre Seele, das gilt auf ihr.

das gilt: Denn sie sind beide ihrer selbst mächtig und niemand unterworfen, die Witwe zwar, weil ihr Mann gestorben und keine Macht mehr über sie hat: Die Verstoßene aber, weil sie durch die Ehescheidung von dem Manne abgesondert ist und der Mann nicht mehr über sie herrscht.

10. Wenn jemandes Personal gelobt oder sich mit einem Eide verbindet über seine Seele;

11. und der Hausherr hört es und schweigt dazu und wehrt es nicht: So gilt all dasselbe Gelübde und alles, wes es sich gebunden hat über seine Seele.

12. macht es aber der Hausherr des Tages los, wenn er es hörte, so gilt es nicht, was aus seinen Lippen gegangen ist, dass es gelobt oder sich gebunden hat über seine Seele; denn der Hausherr hat es los gemacht; und der Herr wird ihm gnädig sein.

gilt es nichts: Das ist: Er darf solche Gelübde nicht halten oder erfüllen.

los gemacht: Weil er solchen Ehehalten unter seiner Gewalt hat.

gnädig sein: Das ist: Er wird ihn nicht darum strafen, dass er sein Gelübde nicht gehalten hat.

13. Und alle Gelübde und Eide, zu verbinden, den Leib zu kasteien, mag der Hausherr kräftigen oder schwächen, also:

kasteien: Nämlich mit fasten {3Mos 16v19}.

14. Wenn er dazu schweigt von einem Tage zum anderen, so bekräftigt er alle seine Gelübde und Verbündnisse, die es auf ihm hat, darum dass er geschwiegen hat des Tages, da er es hörte.

15. Wird er es aber schwächen, nachdem er es gehört hat, so soll er die Missetat tragen.

Missetat tragen: Das ist: Der Hausherr wird deshalb Gott Rechenschaft geben müssen, ob er recht daran getan, dass er das Gelübde nicht lassen für sich gehen oder ob es besser gewesen wäre, dass es erfüllt wurde. Aber der die Ehe halte darf sich kein Gewissen darüber machen, denn er keine Sünde getan hat.

16. Das sind die Satzungen, die der Herr Mose geboten hat zwischen Mann und Weib, zwischen Vater und Tochter, weil sie noch eine Magd ist in ihres Vaters Hause.


Das 31. Kapitel


1. Die Israeliten rächen sich an den Moabitern und Midianitern v. 1. 2. Und da sie wieder umgekehrt, nachdem sie alle Männer erschlagen, wird ihnen befohlen, dass sie auch alle Weiber, die Männer gehabt, und alle jungen Knaben umbringen sollen v. 14. 3. Danach wird zu ihnen gesagt, dass sie sich und den Raub versöhnen sollen v. 19. 4. Wird darauf der Raub ausgeteilt unter denen, so in Streit gezogen, und unter die, so daheim geblieben v. 25. V. Die Priester und Leviten bekommen auch ihren Anteil von dem Raub v. 30. VI. Aber die Kriegsknechte heiligen das Gold, so sie geraubt dem Herrn aus freiem Willen v. 48.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Räche die Kinder Israel an den Midianitern, dass du danach dich sammelst zu deinem Volk.

Midianitern: Wie auch an etlichen Moabitern, weil sie mit Herzuführung ihrer Weiber die Kinder Israel zur Hurerei und Abgötterei gereizt, deshalb sie von Gott später ernstlich sind gestraft worden und also durch zutun und Anstiftung der Midianiter und Moabiter in ein großes Unglück geraten dergestalt, dass vierundzwanzigtausend Israeliten mit dem Leben zu büßen müssen, wie aus dem vorigen 25. Kapitel zusehen. Darum soll solches große Bubenstück den Midianitern nicht geschenkt sein, sondern sie müssen viel härter gestraft werden als die Israeliten.

sammelst] Das ist: Wenn du an der Israeliten Feinde Rache geübt hast, so wird es Zeit sein, dass du durch den Tod zu den heiligen Patriarchen kommst, welche vor dir gewesen und zum ewigen Leben eingegangen sind. [obwohl nun eines jeden gemeinen Menschen private und eigene Rache von Gott verboten ist: Jedoch wenn die Obrigkeit nach dem Befehl Gottes in seinem Wort Rache übt und das Übel straft, so sündigt sie nicht, sondern leistet Gott einen angenehmen Gehorsam.)

3. Da redete Mose mit dem Volk und sprach: Rüstet unter euch Leute zum Heer wider die Midianiter, dass sie den Herrn rächen an den Midianitern;

den Herrn rächen: Das ist: Dass sie mit der Rache, so ihnen von Gott befohlen ist, fortfahren.

4. aus jeglichem Stamm tausend, dass ihr aus allen Stämmen Israels in das Heer schickt.

5. Und sie Namen aus den Tausenden Israels, je tausend eines Stammes, zwölftausend gerüstet zum Heer.

6. Und Mose schickte sie mit Pinehas, dem Sohn Eleasars, des Priesters, ins Heer, und die heiligen Kleider und die Halltrompeten in seine Hand.

Pinehas: Welcher zuvor seine Tapferkeit und göttlichen Eifer durch eine denkwürdige Tat sehen lassen, da er den israelitischen Hurenführer zugleich mit der midianitischen Hure mit einem Spieß in ihren Sünden durchstochen und erwürgt, davon oben Kapitel 25. gesagt ist. Darum macht ihn Mose zum Feldobersten in diesem Zug, dass er an den Midianitern Rache übe.

Kleider: Damit er angetan war.

Halltrompeten: Welche von Silber gemacht waren, wie aus dem 10. Kapitel dieses Buches zu sehen. Und hatte ihnen Gott der Herr verheißen, wenn sie im Streit wider die Feinde mit diesen Trompeten blasen würden, so wollte er ihrer mit Gnade bedenken, und ihnen den Sieg wider ihre Feinde verleihen.

7. Und sie führten das Heer wider die Midianiter, wie der Herr Mose geboten hatte, und erwürgten alles, was männliches war.

männliches war: Unter den Midianitern und zum Teil auch unter den Moabitern.

8. Dazu die Könige der Midianiter erwürgten sie samt ihren Erschlagenen, nämlich Evi, Rekem, Zur, Hur und Reba, die fünf Könige der Midianiter. Bileam, den Sohn Beors, erwürgten sie auch mit dem Schwert {Jos 13v21}.

Könige: Oder Fürsten. Denn die Israeliten pflegen alle Fürsten Könige zu nennen.

Bileam: Denn derselbe sich dazu dingen lassen, dass er den Kindern Israel fluchen soll und da ihm das nicht vonstattengegangen, hatte er den Midianitern und Moabitern diesen Rat gegeben, dass sie durch ihre Weiber die Israeliten zur Unzucht und folgendes zur Abgötterei reizen sollten, auf dass dieselben also den Zorn Gottes auf sich lüden und mit harter Strafe heimgesucht würden: Hat also dieser seinen angemessenen Lohn empfangen für seinen bösen Rat. [Denn es gewöhnlich geschieht, dass ein böser und schädlicher Anschlag über den Ratgeber selbst ausgeht. Und haben wir bei dieser blutigen Niederlage zu lernen, dass Gott, wenn er seine Kinder zuerst gezüchtigt hat, später zu seiner Zeit wieder seine Feinde schreckliche Strafe übe. Und soll ein Hausvater zuvor seine Hausgenossen zu Recht halten, eher denn er von seines Nächsten Personal urteile.)

9. Und die Kinder Israel Namen gefangen die Weiber der Midianiter und ihre Kinder; all ihr Vieh, alle ihre Habe und alle ihre Güter raubten sie.

10. Und verbrannten mit Feuer alle ihre Städte ihrer Wohnung und alle Burgen.

11. Und nahmen allen Raub und alles, was zu nehmen war, beide Menschen und Vieh,

12. und brachten es zu Mose und zu Eleasar, dem Priester, und zu der Gemeinde der Kinder Israel, nämlich die Gefangenen und das genommene Vieh und das geraubte Gut ins Lager, auf der Moabiter Gefilde, das am Jordan liegt gegen Jericho.

13. Und Mose und Eleasar, der Priester, und alle Fürsten der Gemeinde gingen ihnen entgegen hinaus vor das Lager.

entgegen: Der Meinung, dass sie ihnen wollten Glück wünschen über ihren erlangten Sieg.

14. Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heers, die Hauptleute über tausend und über hundert waren, die aus dem Heer und Streit kamen,

zornig: Da er doch darum ausgegangen war, dass er ihnen Glück wünschen und sich mit ihnen freuen wollte.

15. und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Weiber leben lassen?

16. Siehe, haben nicht dieselben die Kinder Israel durch Bileams Rat abgewendet, sich zu versündigen am Herrn über dem Peor, und widerfuhr eine Plage der Gemeinde des Herrn?

zu versündigen: Das ist: Sind diese midianitischen und moabitischen Weiber nicht eben dieselben, welche die Israeliten zur Unzucht gereizt und sie später mit guten Worten überredet haben, dass sie sich auch mit Anbetung des Abgotts Peor vergriffen, darauf ein harte Strafe Gottes über das israelitische Volk kommen?

17. So erwürgt nun alles, was männliches ist unter den Kindern, und alle Weiber, die Männer erkannt und beigelegen haben;

Kindern: Dass ihr auch des zarten Alters nicht verschont.

alle Weiber: Dies ist ein strenges und sehr scharfes Urteil Gottes gewesen, da man auch der Weiber als eines schwachen und unvermöglichen Haufens nicht verschonen dürfe, aber das waren eben dieselben, welche den Kindern Israel Ärgernisse geben und sie zu sündigen verursacht hatten. [Dabei wir zu lernen, wie ernstlich Gott diejenigen strafe, welche anderen Ärgernis geben und sie mit Worten oder Werken zu Sünden reizen.)

18. aber alle Kinder, die Weibsbilde sind und nicht Männer erkannt noch beigelegen haben, die lasst für euch leben.

19. Und lagert euch außer dem Lager sieben Tage, alle, die jemand erwürgt oder die Erschlagenen angerührt haben, dass ihr euch entsündigte am dritten und siebten Tage samt denen, die ihr gefangen genommen habt.

außer dem Lager: Auf dass ihr das Lager nicht verunreinigt, weil ihr die Hände noch voller Blut habt von den Erschlagenen.

entsündigte: Nämlich mit dem Sprengwasser davon oben Kapitel 19. Bericht geschehen. Denn solcher Gestalt mussten gereinigt werden, welche an einem Dinge sich verunreinigt hatten. [obwohl nun der Midianiter Totschlag an diesem Ort ein gut Werk war, weil es Gott selbst geboten und befohlen hatte. So wird dennoch den Kriegsleuten auferlegt, dass sie sich reinigen und entsündigen sollen, damit anzuzeigen, wie unsere Natur so ganz verderbt ist, dass, wenn wir gleich etwas Gutes tun, dennoch immer die Sünde lassen mit unterlaufen. Also dass wir auch bei unseren guten Werken bitten müssen, vergib uns unsere Schuld etc. Damit wir durch den Glauben an Christus von unseren Sünden gereinigt werden.

20. Und alle Kleider und alle Geräte von Fellen und alles Pelzwerk und alles hölzerne Gefäß sollt ihr entsündigen.

entsündigen: Das ist: Mit Wasser waschen und spülen, wie bald folgen wird.

21. Und Eleasar, der Priester, sprach zu dem Kriegsvolk, das in Streit gezogen war: Das ist das Gesetz, welches der Herr Mose geboten hat:

geboten hat: Das ist: Diese Weise und Ordnung sollt ihr künftig nach dem Befehl Gottes halten und in Achthaben, wenn ihr den Raub, welchen ihr von dem Feinde genommen, reinigen und entsündigen wollte.

22. Gold, Silber, Erz, eisernen, Zinn und Blei

23. und alles, was das Feuer leidet, sollt ihr durch das Feuer lassen gehen und reinigen, dass es mit dem Sprengwasser entsündigte werde. Aber alles, was nicht Feuer leidet, sollt ihr durch das Wasser gehen lassen.

gehen: Doch also, dass es seine vorige Form behalte und nicht durfte umgeschmolzen werden.

Sprengwasser: Hat deswegen, was das Feuer leiden mögen, durch Feuer und Wasser müssen gereinigt werden. [Und obwohl diese Kreaturen Gottes an ihnen selbst gut waren, so wurden sie doch für unrein geachtet, weil die Gottlosen und lasterhaften Leute derselben missbraucht hatten. Denn solche Leute sind vor Gott so unsauber, dass sie auch der reinen Kreaturen nicht recht oder ohne Befleckung gebrauchen können.

24. Und sollt eure Kleider waschen am siebten Tage, so werdet ihr rein; danach sollt ihr ins Lager kommen.

25. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

26. Nimm die Summe des Raubes der Gefangenen, beide an Menschen und Vieh, du und Eleasar, der Priester, und die obersten Väter der Gemeinde,

Nimm die: Jetzt wird angezeigt, wie der gefangene Raub unter die Israeliten soll ausgeteilt werden.

27. und gib die Hälfte denen, die ins Heer ausgezogen sind und die Schlacht getan haben, und die andere Hälfte der Gemeinde.

andere Hälfte: [Dies scheint etlichermaßen eine unbillige Sache zu sein, dass die, so daheim geblieben, den halben Teil des Raubes davongebracht, deshalb sie doch keine Gefahr ausgestanden. Aber Gott hat damit wollen anzeigen, dass wir auch dasjenige, so wir durch unsere Arbeit erworben und nicht ohne Gefahr zuwege gebracht haben, uns dennoch nicht so zueignen sollen, als ob wir niemand nichts davon geben dürften, sondern wir sollen unseren christlichen Mitbrüdern davon mitteilen, welche unterdes, wenn sie sonst nichts anders für uns getan, zum wenigsten für uns gebetet haben. Und ist dennoch diese Austeilung auch also angestellt worden, dass die Kriegsleute vor den anderen einen großen Vorteil gehabt, denn deren, die in den Streit gezogen sind, nur zwölftausend Mann gewesen und haben dennoch den halben Teil des Raubes zu sich gezogen da die andere Hälfte der ganzen übrigen Gemeinde zukommen, so daheim blieben, deren fast in die sechsmal hunderttausend Mann gewesen, daher leicht zu lesen ist, dass die Kriegsleute von wegen ihrer Gefahr einen weit größeren Nutzen gehabt als die anderen.)

28. Und sollst dem Herrn heben von den Kriegsleuten, die ins Heer gezogen sind, je von fünf Hunderten eine Seele, beide an Menschen, Rindern, Eseln und Schafen.

und sollst: Weil dieser Sieg richtig Gott zuerst zugemessen werden muss, so will Gott auch, dass man zur Dankbarkeit gegen ihm etwas vom Raub gebe zur Erhaltung des Gottesdienstes.

heben: Das ist: Es soll dem Herrn gegeben werden gleichwie die Opfer, welche man pflegt in die Höhe zu heben vor dem Herrn und damit bezeugt wird, dass man solche Gaben von Gott empfangen habe.

29. Von ihrer Hälfte sollst du es nehmen und dem Priester Eleasar geben zur Hebe dem Herrn.

zur Hebe: Das ist: Auf dass man etliche Tiere zum Opfer gebrauche und der Hohepriester für sich und die Seinen, die Mägde zu seinem Dienst und das anderer zu seiner Nahrung behalte.

30. Aber von der Hälfte der Kinder Israel sollst du je von fünfzig nehmen ein Stücke Gutes, beide an Menschen, Rindern, Eseln und Schafen und von allem Vieh, und sollst es den Leviten geben, die der Hut warten der Wohnung des Herrn.

der Kinder Israel: Das ist: Von dem anderen halben Teil des Raubes, so dem übrigen Volk zukommen, welches nicht in Streit zogen.

Hut warten: Das ist: Welche bei der Hütte des Stifts dienen, ein jeder an seinen Ort, in Maßen solches zuvor beschrieben wurde. Und sieht man hier abermals, wie Gott in der Austeilung eine angemessene Gleichheit hält. Denn des Hohepriesters Eleasars Personal war nicht so ganz groß, darum ihm das fünfhunderste Stück und nicht das fünfzigste von der einen Hälfte des Raubes zugesprochen wurde und wurde dazu solcher geringer Anteil von denen genommen, die in den Streit gezogen waren, damit ihnen desto mehr überbliebe, weil sie mehr gearbeitet hatten als die anderen. Aber den Leviten, deren eine größer Anzahl war, wird das fünfzigste Stücke zugeteilt, darum den übrigen Israeliten, die nicht gestritten, ein gutes Teil von ihrer Hälfte, so sie von der Beute empfangen, abgezogen wurde: Hatte also kein Teil sich zu beklagen weil ein jeder von der Beute bekommen, so viel ihm von Rechtswegen gebührt. [Denn man soll in der Austeilung den Nutzen und die Arbeit gegeneinander halten und nach demselben die Teilung anstellen, damit eine angemessene Gleichheit gehalten werde. Neben dem hat eine weltliche Obrigkeit die Nachricht hieraus zu nehmen, dass sie nach erlangtem Sieg sich gegen Gott mit Erhaltung des Gottesdienstes und Predigtamtes dankbar erzeige.)

31. Und Mose und Eleasar, der Priester, taten, wie der Herr Mose geboten hatte.

32. Und es war der übrigen Ausbeute, die das Kriegsvolk geraubt hatte, sechsmal hundert und fünfundsiebzigtausend Schafe,

übrigen Ausbeute: Das ist: Die ganze Summe des Raubes, eher denn er geteilt wurde.

33. zweiundsiebzigtausend Rinder,

34. einundsechzigtausend Esel

35. und der Weibsbilde, die nicht Männer erkannt, noch beigelegen hatten, zweiunddreißigtausend Seelen.

36. Und die Hälfte, die denen, so ins Heer gezogen waren, gehörte, war an der Zahl dreihundertmal und siebenunddreißigtausendundfünfhundert Schafe.

37. Davon wurden dem Herrn sechshundertundfünfundsiebzig Schafe.

dem Herrn: Das ist: Dem Priester Eleasar ist so viel gegeben und zugestellt worden. [Denn was man den Kirchendienern gibt, das rechnet Gott, als sei es ihm selbst gegeben.)

Schafe: Denn so viel macht es, wenn man immer von fünfhunderten eins abzieht.

38. also, sechsunddreißigtausend Rinder; davon wurden dem Herrn zweiundsiebzig.

39. also, dreißigtausendundfünfhundert Esel; davon wurden dem Herrn einundsechzig.

40. also, Menschenseelen, sechzehntausend Seelen; davon wurden dem Herrn zweiunddreißig Seelen.

41. Und Mose gab solche Hebe des Herrn dem Priester Eleasar, wie ihm der Herr geboten hatte.

42. Aber die andere Hälfte, die Mose den Kindern Israel zuteilte von den Kriegsleuten

43. Nämlich die Hälfte der Gemeinde zustehe, war auch dreihundertmal und siebenunddreißigtausendfünfhundert Schafe,

44. sechsunddreißigtausend Rinder,

45. dreißigtausendundfünfhundert Esel

46. und sechzehntausend Menschenseelen.

47. Und Mose nahm von dieser Hälfte der Kinder Israel je ein Stück von fünfzigen, beide des Viehs und der Menschen, und gab es den Leviten, die der Hut warteten an der Wohnung des Herrn, wie der Herr Mose geboten hatte.

den Leviten: Haben deswegen die Leviten zu ihrem Anteil empfangen sechstausendsiebenhundertundfünfzig Schafe, siebenhundertundzwanzig Rinder, sechshundertundzehn Esel, dreihundertundzwanzig Weibsbilder so noch Jungfrauen. [Dies ist nicht eine schlechte Verehrung gewesen: Denn Gott will, dass die so im Predigtamt der Kirche dienen, auch ihre Nahrung und Nutzungen davon haben {1Kor 9}.]

48. Und es traten herzu die Hauptleute über die tausendste des Kriegsvolks, nämlich die über tausend und über hundert waren, zu Mose

es traten: Die vorigen Opfer von dem eroberten Raub zur Erhaltung des Gottesdienstes hat der Herr von den Kindern Israel von Rechts wegen gefordert, jetzt folgt, was die Kriegsleute, so aus dem Streit glücklich wieder heimgekommen, aus freiem Willen zum Opfer gegeben haben.

49. und sprachen zu ihm: Deine Knechte haben die Summe genommen der Kriegsleute; die unter unseren Händen gewesen sind, und fehlt nicht einer.

50. Darum bringen wir dem Herrn Geschenke, was ein jeglicher gefunden hat von goldenem Geräte, Ketten, Armgeschmeide, Ringe, Ohrringe und Spangen, dass unsere Seelen versöhnt werden vor dem Herrn.

bringen wir: Das ist, weil uns Gott in diesem Kriege gnädiglich geschützt hat, also dass wir auch auf unsere Seite keinen einzigen Mann verloren. So achten wir es für richtig, dass wir mit dankbarem Herzen uns erzeigen und dem Herrn ein Geschenk verehren. Wie wir auch daneben demütig bitten, dass da in diesem Kriege ohne Gefahr etwas mitunter gelaufen, daran wir uns vergriffen und wider den Herrn gesündigt hätten, solches der Herr, unser Gott, uns gnädiglich verzeihen und nicht zurechnen wolle. [Jetziger Zeit wird man wenig dergleichen Kriegsleute finden. Aber im Gegenteil deren ganz viel, die viel lieber aus den Kirchen etwas raubten als dass sie einen Heller zur Erhaltung des Predigtamts geben.)

51. Und Mose nahm von ihnen, samt dem Priester Eleasar das Gold allerlei Geräts.

52. Und alles Goldes Hebe, das sie dem Herrn hoben, war sechzehntausendundsiebenhundertundfünfzig Sekel von den Hauptleuten über tausend und hundert.

Sekel: Wenn dies Sekel des Heiligtums gewesen sind, so macht es in die hundertundzweiundvierzigtausend siebenhundertundvierunddreißig Rheinischer Goldgülden.

53. Denn die Kriegsleute hatten geraubt ein jeglicher für sich.

geraubt: Darum da Gott allein von dem lebendigen Raub etwas für den Hohepriester Eleasar und für die Leviten begehrt und was sonst von köstlichem Geräte gewesen, alles miteinander den Kriegsleuten gelassen hatte. So geben sie doch freiwillig und mit dankbarem Gemüte dem Herrn und zum Gottesdienste die vorerzählten goldenen Geschmeide.

54. Und Mose mit Eleasar, dem Priester, nahm das Gold von den Hauptleuten über tausend und hundert und brachten es in die Hütte des Stifts zum Gedächtnis der Kinder Israel vor dem Herrn.

Gedächtnis: Das ist: Sie haben es zum Schatz der Hütte gelegt. Damit man auf erforderten Notfall heilige Gefäß zum Gottesdienst daraus machen könnte: Und dass der Herr. Wenn er seines Volkes Freigiebigkeit und Gutwilligkeit zur Erhaltung des Gottesdienstes betrachtete, dasselbe mit gnädigen Augen Ansehen und desto reichlicher wiederum segnete. [Denn ob wir alles, was wir haben, Gott zu tun schuldig sind. So ist es ihm doch angenehm und lässt es ihm gefallen, was ihm aus wahrem Glauben geschenkt wird und will es mit allerhand Wohltaten wiederum belohnen.)


Das 32. Kapitel


1. Die Rubeniter, Gadditer und der halbe Stamm Manasse begehren von Mose das Land der Heiden, die die Kinder Israel bereits vertilgt hatten, diesseits des Jordans v. 1. 2. Mose aber meinte, sie haben im Sinn, von neuem abzufallen und fährt sie hart an v. 6. 3. Da sie sich aber entschuldigen und verheißen, dass sie die anderen Israeliten ins Land Kanaan führen wollte, lässt er sich weisen und gibt ihnen das begehrte Land ein v. 16.

1. Die Kinder Ruben und die Kinder Gad hatten sehr viel Vieh und sahen das Land Jaeser und Gilead an für bequeme Stätte zu ihrem Vieh;

Kinder: Das ist: Welche zum Stamm Ruben und zum Stamm Gad gehörten.

viel Vieh: Das ist: Sie hatten mehr Vieh als irgend sonst ein Stamm unter den Israeliten.

Jaeser: Das ist: In welchem Lande die Stadt Jaeser gelegen war.

2. und kamen und sprachen zu Mose und zu dem Priester Eleasar und zu den Fürsten der Gemeinde:

3. Das Land Ataroth, Dibon, Jaeser, Nimra, Hesbon, Eleale, Sebam, Nebo und Beon,

das Land: Nämlich in welchem die später benannten Städte liegen.

4. das der Herr geschlagen hat vor der Gemeinde Israel, ist bequem zum Vieh; und wir, deine Knechte, haben Vieh.

geschlagen hat: Das ist: Welches die Israeliten mit der Hilfe Gottes erobert und eingenommen und die Einwohner erschlagen haben.

bequeme: Das ist: Es ist besser für die, so sich auf die Viehzucht legen, als welche sich allerdings auf den Ackerbau begeben wollen.

5. Und sprachen weiter: Haben wir Gnade vor dir gefunden, so gib dies Land deinen Knechten zu eigen, so wollen wir nicht über den Jordan ziehen.

haben wir: Das ist: So du uns gewogen bist und uns eine große Wohltat erzeigen willst, so bitten wir dich, dass du uns erlaubst, diesseits des Jordans zu bleiben und die zuvor genannten Länder zu bewohnen, eingibst mit denen wollen wir zu unserem Erbteil vergnügt sein und begehren nichts vom Lande Kanaan, sondern wollen solches allerdings unseren Brüdern, den anderen Israeliten, zu ihrem Erbteil ganz lassen.

6. Mose sprach zu ihnen: Eure Brüder sollen in Streit ziehen, und ihr wollte hier bleiben?

Mose sprach: Weil Mose nicht anders meinte, denn die Rubeniter und Gadditer begehrten solches entweder, dass sie des Reisens müde und überdrüssig wären oder dass sie ein Misstrauen hätten, das Land Kanaan zu erobern oder nur ihren eigenen Nutzen suchten und nichts danach fragten, wie es den anderen Israeliten, ihren Mitbrüdern, weiter ging, hat er anfangs dieser zwei Stämme Anmuten und Begehren ihm ganz nicht gefallen lassen.

7. Warum macht ihr der Kinder Israel Herzen wendig, dass sie nicht hinüberziehen in das Land, das ihnen der Herr geben wird?

8. Also taten auch eure Väter, da ich sie aussandte von Kades-Barnea, das Land zu schauen;

9. und da sie hinaufkommen waren bis an den Bach Eskol und sahen das Land, machten sie das Herz der Kinder Israel wendig, dass sie nicht in das Land wollten, das ihnen der Herr geben wollte.

Bach Eskol: An welchem Bach die Kundschafter einen herrlichen schönen Drauben abgeschnitten, daher derselbe Ort später den Namen bekommen, dass er der Bach Eskol, das ist der Drauben-Bach, genannt wurde.

wendig: Denn da die Kundschafter wieder zu den anderen Israeliten zurückkamen und viele Wort machten von den großen und festen Städten des Landes Kanaan, dass sie nicht zu erobern und von den Einwohnern, dass sie stark und überwindlich wären, jagten sie den Kindern Israel einen solchen Schrecken ein, dass sie viel lieber wünschten, in der Wüste zu sterben als ins Land Kanaan fortzuziehen.

10. Und des Herrn Zorn ergrimmte zur selbigen Zeit und schwur und sprach:

ergrimmte: Das ist: Mit solchem ihrem Ungehorsam haben sie Gott den Herrn sehr erzürnt.

11. Diese Leute, die aus Ägypten gezogen sind, von zwanzig Jahren und darüber, sollen ja das Land nicht sehen, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe, darum dass sie mir nicht treulich nachgefolgt haben {4Mos 14v28}.

nicht sehen: Sie sollen nicht hineinkommen.

nachgefolgt: Das ist: Weil sie mir nicht mit rechtschaffenem Herzen und standhaftem Gemüt wollen gehorsam sein.

12. ausgenommen Kaleb, den Sohn Jephunnes, des Kenisiters, und Josua, den Sohn Nuns; denn sie haben dem Herrn treulich nachgefolgt.

13. Also ergrimmte des Herrn Zorn über Israel und ließ sie hin und her in der Wüste ziehen vierzig Jahre, bis dass ein Ende wurde all des Geschlechts, das Übel getan hatte vor dem Herrn.

Ende wurde: Das ist: Bis dass alle Israeliten starben, welche von zwanzig Jahren und darüber waren und dem Herrn sich widersetzt hatten, dass sie nicht wollen ins gelobte Land ziehen.

14. Und siehe, ihr seid aufgetreten an eurer Väter statt, dass der Sündiger desto mehr sind, und ihr auch den Zorn und Grimm des Herrn noch mehr macht wieder Israel.

ihr seid: Das ist: Nachdem eure Väter gestorben, so vernehme ich wohl, dass darum der bösen und gottlosen Leute nicht weniger geworden sind, weil ihr Euren Vätern auch in der Bosheit nachschlagt.

mehr macht: Der vorhin genügend über uns angegangen ist von wegen eurer und eurer Väter vielfältige Sünde und Widerspenstigkeit.

15. Denn wo ihr euch von ihm wendet, so wird er auch noch länger sie lassen in der Wüste, und ihr werdet dies Volk alles verderben.

wendet: Das ist: Sofern ihr Gott nicht gehorchen werdet, dass ihr mit den anderen Israeliten nicht wollte ins Land Kanaan ziehen noch die Einwohner desselben Landes helfen bekriegen, so wird Gott der Herr von neuem über das ganze Volk zornig werden.

verderben: Denn Gott wird solch widerspenstiges Volk endlich ganz in der Wüste lassen umkommen und zunichtewerden. Mit welcher harten Rede Mose dem Volk heftig zugesetzt, weil er nicht anders denken können, denn dieselben Leute gehen mit einem neuen Aufruhr schwanger, ob sie wohl dergleichen im wenigsten nicht gesinnt waren. [Darum kein Wunder ist, da sich eine Obrigkeit bisweilen etwas rau stellt gegen denen, über welche sie nicht ohne erhebliche Ursachen starke Vermutung hat, dass sie mit bösen Stücken umgehen.)

16. Da traten sie herzu und sprachen: Wir wollen nur Schafhürden hier bauen für unser Vieh und Städte für unsere Kinder;

wir wollen: Sie bringen ihre Entschuldigung in bester Form und mit großer Bescheidenheit für. [Dabei die Untertanen zu lernen haben, wie sie sich gegen ihre Obrigkeit demütig entschuldigen sollen, da dieselbe einen bösen Argwohn auf sie geworfen.)

Kinder.: Darin sie samt ihren Müttern, unseren Weibern, ihren Aufenthalt haben können, damit sie nicht unseren Feinden, die noch von uns her sind, ein Raub werden mögen.

17. wir aber wollen uns rüsten vorn an vor die Kinder Israel, bis dass wir sie bringen an ihren Ort. Unsere Kinder sollen in den verschlossenen Städten bleiben um der Einwohner willen des Landes.

18. Wir wollen nicht heimkehren, bis die Kinder Israel einnehmen ein jeglicher sein Erbe.

19. Denn wir wollen nicht mit ihnen erben jenseits des Jordans, sondern unser Erbe soll uns diesseits des Jordans gegen dem Morgen gefallen sein.

diesseits: Nämlich sofern du uns dasselbe Land mit gutem Willen übergeben und einräumen willst, wie wir gute Hoffnung haben.

20. Mose sprach zu ihnen: Wenn ihr das tun wollt, dass ihr euch rüstet zum Streit vor dem Herrn {Jos 1v13 4v11},

wenn: Mose lässt ihm ihre Entschuldigung gefallen und nimmt sie an.

21. so zieht über den Jordan vor dem Herrn, wer unter euch gerüstet ist, bis dass er seine Feinde austreibe von seinem Angesicht,

vor dem: Das ist: Dass ihr gedenkt, wie ihr vor dem Angesicht Gottes herzieht und deshalb für eure Redlichkeit und Treue die Belohnung von ihm empfangen wollte.

Feinde: Nämlich die Kanaaniter, ein böses und sündiges gottloses Volk.

22. und das Land untertan werde vor dem Herrn; danach sollt ihr umwenden und unschuldig sein dem Herrn und vor Israel, und sollt dies Land also haben zu eigen vor dem Herrn.

untertan werde: Zwar durch euren Dienst, den ihr ihm dazu leistet, er aber euch Kraft und Stärke und seinen Segen dazu verleihe.

unschuldig sein: Nämlich so viel diesen Handel betrifft.

dies Land: Darum ihr jetzt so emsig vor dem Angesicht des Herrn und für der ganzen Gemeinde öffentlich anhaltet.

zu eigenen: Mit rechtem Titel und gutem Gewissen.

23. Wo ihr aber nicht also tun wollte, siehe, so werdet ihr, euch an dem Herrn versündigen und werdet eurer Sünde innewerden, wenn sie euch finden wird.

innewerden: Das ist: Ihr werdet der Strafe nicht entgehen.

24. So baut nun Städte für eure Kinder und Hürden für euer Vieh und tut, was ihr geredet habt.

baut: Oder richtet die zerstörten Städte wieder auf. [Das sich aber Mose versöhnen und stillen lässt, lehrt er damit, dass man die Untertanen hören soll und da sie gute Entschuldigungen vorbringen, dass sie mit rechten Sachen umgehen, soll man sie annehmen.)

25. Die Kinder Gad und die Kinder Ruben sprachen zu Mose: Deine Knechte sollen tun, wie mein Herr geboten hat.

geboten hat: Denn wir erkennen uns schuldig, dass wir dir sollen Gehorsam leisten.

26. Unsere Kinder, Weiber, Habe und all unser Vieh sollen in den Städten Gileads sein;

27. wir aber, deine Knechte, wollen alle gerüstet zum Heer in den Streit ziehen vor dem Herrn, wie mein Herr geredet hat.

28. Da gebot Mose ihrethalben dem Priester Eleasar und Josua, dem Sohne Nuns, und den obersten Vätern der Stämme der Kinder Israel

und Josua: Der ihm, dem Mose, in der weltlichen Regierung nachfolgen soll.

29. und sprach zu ihnen: Wenn die Kinder Gad und die Kinder Ruben mit euch über den Jordan ziehen, alle gerüstet zum Streit vor dem Herrn, und das Land euch untertan ist, so gebet ihnen das Land Gilead zu eigen {Jos 4v12}.

30. Ziehen sie aber nicht mit euch gerüstet, so sollen sie mit euch erben im Lande Kanaan.

31. Die Kinder Gad und die Kinder Ruben antworteten und sprachen: Wie der Herr redete zu deinen Knechten, so wollen wir tun.

32. Wir wollen gerüstet ziehen vor dem Herrn ins Land Kanaan und unser Erbgut besitzen diesseits des Jordans.

diesseits: Also dass wir kein anderer Erbteil im Lande Kanaan begehren wollen.

33. Also gab Mose den Kindern Gad und den Kindern Ruben und dem halben Stamm Manasse, des Sohnes Josephs, das Königreich Sihons, des Königs der Amoriter, und das Königreich Ogs, des Königs zu Basan, das Land samt den Städten in der ganzen Grenze umher {5Mos 3v12 Jos 13v8 22v4}.

halben Stamm: Denn weil der Stamm Josef so volkreich war, dass er in zwei andere Stämme musste abgeteilt werden, als in den Stamm Ephraim und in den Stamm Manasse und aber die beide Königreiche, welche die Kinder Israel kurz zuvor mit bewaffneter Hand erobert und eingenommen hatten, sehr groß und fruchtbar waren, so hat Mose den vorigen beiden Stämmen noch einen halben Stamm von den Kindern Manasse zugegeben, dass es also dreieinhalb Stämme miteinander besitzen sollten. Und hat ihnen dasselbe ganze Land eingegeben mit allen Städten, sowohl die auf den Grenzen umher als die inmitten im Lande gelegen waren. [Es hatte aber Gott solche beiden Königreiche diesseits des Jordans gelegen den Kindern Israel nicht verheißen und bekommen es dennoch ein. Denn Gott ist so ein freigebiger und mildreicher Herr, dass er auch mehr leistet, als er versprochen hat.)

34. Da bauten die Kinder Gad Dibon, Ataroth, Aroer,

bauten: Das ist: Sie richteten die zerstörten Städte, so ihnen zu eigenen übergeben waren, wieder auf. [Denn man mag wohl Festungen bauen, aber man soll sich nicht darauf verlassen, denn was Menschen Hände bauen, das kann durch Menschen Hände auch wiederum zerbrochen und zerstört werden.)

35. Atroth, Sophan, Jaeser, Jegabeha,

36. Beth-Nimra und Beth Haran, verschlossene Städte und Schafhürden.

37. Die Kinder Ruben bauten Hesbon, Eleale, Kiriathaim,

38. Nebo, Baal-Meon, und änderten die Namen, und Sibama; und gaben den Städten Namen, die sie bauten.

39. Und die Kinder Machirs, des Sohnes Manasses, gingen in Gilead und gewannen es und vertrieben die Amoriter, die darin waren.

Machir: Von dem das Geschlechter und die Nachkommen des Patriarchen Manasse sind fortgepflanzt worden.

Gilead: Ist ein Land also geheißen.

darin waren: Das ist: Die es vor der Zeit bewohnt hatten.

40. Da gab Mose dem Machir, dem Sohn Manasses, Gilead; und er wohnte darin.

41. Jair aber, der Sohn Manasses, ging hin und gewann ihre Dörfer und hieß sie Havoth-Jair.

ihre: Nämlich desgleichen Landes Gilead.

Havoth Jair: Das ist: Dörfer des Jair.

42. Nobah ging hin und gewann Knath mit ihren Töchtern und hieß sie Nobah nach seinem Namen.

Nobah: Der ohne Zweifel auch aus dem Stamm Manasse wird gewesen sein.

Töchtern: Das ist: Zugehörigen Dörfern oder Flecken.


Das 33. Kapitel


1. Der Kinder Israel Wohnungen und Lager werden gezählt und nacheinander beschrieben vom ersten Auszug aus Ägypten an bis zu den Grenzen des Landes Kanaan v. 1. 2. Und wird das Gebote wiederholt von Ausrottung der Kanaaniter samt der Niederreißung ihrer Altäre und Götzen v. 50. 3. Und wird angezeigt, welchergestalt das Land Kanaan soll ausgeteilt werden v. 54.

1. Das sind die Reisen der Kinder Israel, die aus Ägyptenland gezogen sind nach ihrem Heer durch Mose und Aaron.

das sind: Mose hat in diesem Kapitel der Kinder Israel Wohnungen beschreiben wollen an allen Orten, wo sie sich niedergelassen und ihre Lager aufgeschlagen haben, die ganze vierzig Jahr über, weil sie in der Wüste herumzogen. [Dadurch wir unserer geistlichen Wanderschaft erinnert werden. Denn nachdem wir durch die Taufe als durch das Rote Meer aus dem Reich Pharaonis, nämlich des Teufels, und aus seiner Dienstbarkeit ausgegangen sind, so kommen wir nicht gleich darum in das himmlische Vater-Land, sondern müssen in dieser wilden Wüste der Welt durch viel und mancherlei Trübsal zum hochgelobten ewigen Leben eingehen.)

Heer: Welches sehr groß gewesen und in viele Regiment abgeteilt wurde.

durch Mose: Das ist: Sie sind von Gott durch Mose und Aarons Dienst ausgeführt.

2. Und Mose beschrieb ihren Auszug, wie sie zogen, nach dem Befehl des Herrn, und sind nämlich dies die Reisen ihres Zugs.

beschrieb: Das ist: Er verzeichnete ein jedes Ort und Lager, insbesondere da sie still gelegen waren.

zogen: Denn sie ihr Lager oft verändert, bis sie das Land Kanaan erreicht, wie wir solche nacheinander abzählen wollen.

3. Sie zogen aus von Raemses am fünfzehnten Tage des ersten Monden, des anderen Tages der Ostern, durch eine hohe Hand, dass alle Ägypter sahen {2Mos 12v37 4Mos 20v22}.

Raemses: Oder aus dem Lande Gosen, wie es sonst auch genannt wird, in welchem Lande die Israeliten ihren Aufenthalt gehabt, weil sie in Ägypten gewohnt.

ersten Monden: Der zum Teil in unserem März, zum Teil im April gefällt.

hohe Hand: Das ist: Gott erzeigte daran seine herrliche wunderbare Kraft und Allmacht indem, dass er die Kinder Israel ausführte und von der Ägypter Dienstbarkeit erlöste.

4. und begruben eben die Erstgeburt, die der Herr unter ihnen geschlagen hatte; denn der Herr hatte auch an ihren Göttern Gerichte geübt.

geschlagen hatte: Nämlich die Nacht zuvor, ehe die Kinder Israel auszogen.

Göttern: Das ist: Gott hatte auch der großen Herren und Fürsten in Ägypten nicht verschont, sondern durchaus unter kleinen und großen alle Erstgeburt erwürgt, niemand ausgenommen. Ja es ist auch des Königs Pharao Sohn, der bereits zum Nachkommen im Reich deputiert und bestimmt war, dieser allgemeinen Landstrafe nicht entgangen 2. Mose 12. sondern hat mit anderen müssen herhalten und dass von wegen ihres gottlosen Wesens und der großen Grausamkeit, die die Ägypter zur Unterdrückung des Volkes Gottes geübt hatten.

5. Als sie von Raemses auszogen, lagerten sie sich in Suchoth.

6. Und zogen aus von Suchoth und lagerten in Etham, welches liegt an dem Ende der Wüste {2Mos 13v20}.

der Wüste: Das ist: welches an die Wüste stößt, der sie zu zogen. Den Mose und Aaron hatten es mit dem Könige Pharao also verlassen, dass sie das Volk drei Tagesreisen weit in die Wüste ausführen wollten, ihrem Gott zu opfern.

7. Von Etham zogen sie aus und blieben im Grunde Hiroth, welches liegt gegen Baal-Zephon, und lagerten sich gegen Migdol.

8. Von Hiroth zogen sie aus und gingen mitten durch das Meer in die Wüste; und reisten drei Tagereisen in der Wüste Etham und lagerten sich in Mara {2Mos 14v22 2Mos 15v24}.

Meer: Welches das Schilfmeer oder auch Rote Meer genannt wird, da die Kinder Israel trockenen Fußes hindurchgingen und die Ägypter, da sie ihnen nachfolgten, ersoffen.

Etham: Denn derselbe ganze Bezirk der Wüste vom anderen Lager an, da sie an die Wüste kommen, bis an Marah wurde die Wüste Etham genannt.

9. Von Mara zogen sie aus und kamen gen Elim, darin waren zwölf Wasserbrunnen und siebzig Palmen; und lagerten sich dort {2Mos 15v27}.

Marah: dort sie bitter Wasser antrafen, welches Mose, da er ein Holz darin gelegt, süße gemacht, dass es die Kinder Israel trinken können {2Mos 15}.

Elim: Nämlich an einen sehr lustigen Ort, da sie sich wiederum erfrischt und erquickt.

10. Von Elim zogen sie aus und lagerten sich an das Schilfmeer.

an das Schilfmeer: Nämlich also, dass sie in der Nähe zur linken Seite das Lagers eine Anfurt vom Schilfmeer (dadurch sie bereits gegangen waren) hatten.

11. Von dem Schilfmeer zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste Sinn {2Mos 16v1}.

12. Von der Wüste Sinn zogen sie aus und lagerten sich in Daphka.

13. Von Daphka zogen sie aus und lagerten sich in Alus.

14. Von Alus zogen sie aus und lagerten sich in Raphidim; dort hatte das Volk kein Wasser zu trinken {2Mos 17v1}.

kein Wasser: Darum Mose mit dem Stab den Felsen geschlagen und also Wasser heraus aus demselben gebracht hat {2Mos 17}.

15. Von Raphidim zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste Sinai.

Sinai: dort sie die Zehn Gebote und viel andere mehr Satzungen von Gott empfangen.

16. Von Sinai zogen sie aus und lagerten sich in die Lustgräber {4Mos 11v34 v35}.

Lustgräber: Welcher Ort den Namen daher bekommen, dass die Israeliten dort sind begraben worden, welche Fleisch zu essen ihnen gelüsten lassen und deshalb wider Gott gemurrt hatten.

17. Von den Lustgräbern zogen sie aus und lagerten sich in Hazeroth {4Mos 13v1}.

18. Von Hazeroth zogen sie aus und lagerten sich in Rithma.

19. Von Rithma zogen sie aus und lagerten sich in Rimon-Parez.

20. Von Rimon-Parez zogen sie aus und lagerten sich in Libna.

21. Von Libna zogen sie aus und lagerten sich in Rissa.

22. Von Rissa zogen sie aus und lagerten sich in Kehelatha.

23. Von Kehelatha zogen sie aus und lagerten sich im Gebirge Sapher.

24. Vom Gebirge Sapher zogen sie aus und lagerten sich in Harada.

25. Von Harada zogen sie aus und lagerten sich in Makeheloth.

26. Von Makeheloth zogen sie aus und lagerten sich in Thahath.

27. Von Thahath zogen sie aus und lagerten sich in Tharah.

28. Von Tharah zogen sie aus und lagerten sich in Mithka.

29. Von Mithka zogen sie aus und lagerten sich in Hasmona.

30. Von Hasmona zogen sie aus und lagerten sich in Moseroth.

31. Von Moseroth zogen sie aus und lagerten sich in Bne-Jakan.

32. Von Bne-Jakan zogen sie aus und lagerten sich in Horgidgad.

33. Von Horgidgad zogen sie aus und lagerten sich in Jathbatha.

34. Von Jathbatha zogen sie aus und lagerten sich in Abrona.

35. Von Abrona zogen sie aus und lagerten sich in Ezeon-Gaber.

36. Von Ezeon-Gaber zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste Zin, das ist Kades {4Mos 20v1}

Kades: Das ist: Dieser Ort wird mit einem anderen Namen auch Kades genannt.

37. Von Kades zogen sie aus und lagerten sich an dem Berge Hor, an der Grenze des Landes Edom.

38. Da ging der Priester Aaron auf den Berg Hor nach dem Befehl des Herrn und starb dort im vierzigsten Jahr des Auszugs der Kinder Israel aus Ägyptenland, am ersten Tage des fünften Monden {4Mos 20v25 v28},

starb dort: Nämlich nachdem er seine priesterlichen Amtskleider und Kleidung abgelegt und Mose dieselben dem Eleasar Aarons Söhne angetan hatte.

39. da er hundertunddreiundzwanzig Jahre alt war.

40. Und Arad der König der Kanaaniter, der da wohnte gegen Mittag des Landes Kanaan, hörte, dass die Kinder Israel kamen {4Mos 21v1}.

Hörte: Das ist: damals hat derselbe König allererst gewisse Zeitungen bekommen und erfahren, dass die Kinder Israel in großer Anzahl und mit einer gewaltigen Kriegsmacht daher zögen und würden das Land Kanaan überfallen. Und hätte er zwar mit seinen Untertanen sich noch eines bessern Bedenken sollen, dass sie von ihrem gottlosen Leben abgestanden und sich bekehrt hätten. Aber er hat ihm viel lieber vorgenommenen, wie er den Israeliten widerstehen und sie zurücktreiben möchte, als dass er sich für sie soll gedemütigt und aller Willfährigkeit gegen ihnen sich erboten haben. Darum ist er mit seinem Volk den Kindern Israel mit feindlichem Gemüt entgegengezogen und hat anfangs etliche gefangen mit sich hinweg geführt, aber zuletzt hat er mit der Haut bezahlen müssen und ist mit allen den Seinen von den Israeliten erschlagen und bis aufs Haupt erlegt worden {4Mos 21} [Denn je näher die Gottlosen der Strafe sind, je weniger sie an die Buße denken.]

41. Und von dem Berge Hor zogen sie aus und lagerten sich in Zalmona.

42. Von Zalmona zogen sie aus und lagerten sich in Phunon.

43. Von Phunon zogen sie aus und lagerten sich in Oboth.

Phunon: An welchem Ort Gott feurige Schlangen unter das Volk geschickt hatte, weil sie über der Reise verdrossen und ungeduldig wurden. Und ist da auf des Herrn Befehl die Ähren-Schlange aufgerichtet worden, welche Christus, wie er am Kreuz gehangen, vorgebildet hat.

44. Von Oboth zogen sie aus und lagerten sich in Jgim, am Gebirge Abarim in der Moabiter Grenze {4Mos 21v11}.

45. Von Jgim zogen sie aus und lagerten sich in Dibon-Gad.

46. Von Dibon-Gad zogen sie aus und lagerten sich in Almon-Diblathaim.

47. Von Almon-Diblathaim zogen sie aus und lagerten sich in dem Gebirge Abarim gegen Nebo.

48. Von dem Gebirge Abarim zogen sie aus und lagerten sich in das Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegen Jericho.

Gefilde: Das ist: Auf dem ebenen Felde.

gegen Jericho: Das ist: Sie sind an dem Ort des Jordans gekommen, da gerade gegenüber auf der anderen Seite die Stadt Jericho gelegen war.

49. Sie lagerten sich aber am Jordan von Beth-Jesimoth bis an die Breite Sittim, des Gefildes der Moabiter.

an die Breite: Denn sie nunmehr aus der Wüste einmal herausgekommen waren und sich in das weite Feld an einen lustigen Ort gelagert hatten.

50. Und der Herr redete mit Mose in dem Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegen Jericho und sprach:

redet: Da man in Einnehmung des Landes Kanaan einen Anfang machen soll, dass Gott den Israeliten zu ihrer Wohnung zu besitzen verheißen hatte.

51. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan gegangen seid in das Land Kanaan

52. so sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht und alle ihre Säulen und alle ihre gegossenen Bilder umbringen und alle ihre Höhen vertilgen,

Säulen: Das ist: Die künstlichen gehauenen Steine, damit man Abgötterei getrieben.

Höhe: Das ist: Ihre Gebäude oder Altäre, die sie an hohen Örtern aufgerichtet und ihren Abgöttern darauf geopfert haben. [Dies ist ein besonderer Befehl Gottes gewesen von den abgöttischen Kanaanitern, die sich mit allerhand gräulichen Lastern und groben Sünden befleckt hatten, dass man sie in Grund vertilgen sollen: Welcher ernste Befehl Gottes uns eine Warnung sein soll, dass wir Gott fürchten lernen und uns desto mehr für Sünden hüten. Gleichwie aber uns heutigen Tages nicht befohlen ist, dass wir alle diejenigen, so nicht unsere Religion sind, mit bewaffneter Hand sollen überfallen und umbringen: Also ist uns auch eben so wenig geboten, dass der gemeine Haufen die Bilder in der Kirche und an anderen Orten niederreiße und zerbreche, sondern wenn die Predigt des Evangeliums vorher gegangen ist, so soll danach die Obrigkeit solche Bilder hinweg tun, bei denen das Volk Abgötterei zu treiben gewohnt ist.)

53. dass ihr also das Land einnehmt und darin wohnt; denn euch habe ich das Land gegeben, dass ihr es einnehmt.

54. Und sollt das Land austeilen durch das Los unter eure Geschlechter. Denen, deren viel ist, sollt ihr desto mehr zuteilen, und denen, deren wenig ist, sollt ihr desto weniger zuteilen. Wie das Los einem jeglichen dort fällt, so soll er es haben, nach den Stämmen ihrer Väter {4Mos 26v55 Jos 14v2}.

der viel: Das ist: Weil die Stämme einander ungleich sind und in etlichen mehr Leute gefunden werden als in den anderen, so sollt ihr auch das Land danach abteilen, dass ein Stücke Landes größer ist als das anderer, danach sollen die Stämme, so am volkreichsten sind, um die größeren Teile losen und die in geringer Anzahl sind, über die kleineren Teile auch das Los werfen: Und was also einem jeden zufällt, damit soll er sich begnügen lassen. [Ist deswegen die Teilung und Besitzung der Güter unserem Herrn Gott nicht zuwider, wie die Wiedertäufer schwärmen. Und werden wir bei der Austeilung durch das Los erinnert, dass ein jeder mit dankbarem Gemüt annehmen und sich begnügen lassen soll mit dem, was ihm Gott durch ordentliche Mittel gibt und beschert.)

55. Werdet ihr aber die Einwohner des Landes nicht vertreiben vor eurem Angesicht, so werden euch die, so ihr überbleiben lasst, zu Dornen werden in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten und werden euch drängen auf dem Lande, da ihr innen wohnt.

werdet: Jetzt kommt Gott wieder zu dem Befehl von Austilgung der Kanaaniter.

Dornen: Das ist: Sie werden euch alle Plage antun und viel Unruhe machen: Ja sie werden auch durch ihr gottloses und verruchtes Wesen euch Anlass geben und reizen, dass ihr ihnen werdet begehren nachzufolgen und auch dergleichen tun wollen. So werde ich denn über euch erzürnen und mit der Strafe bald hinter euch her sein.

56. So wird es denn gehen, dass ich euch gleich tun werde, was ich gedachte ihnen zu tun.

gleich tun: Das ist: Ich werde euch aus demselben Lande wiederum vertreiben, weil ihr viel lieber mit ihnen begehrt eine gottlose Einigkeit und Freundschaft zu machen als dass ihr meine rechte Rache an ihnen vollstrecken wollen.


Das 34. Kapitel


1. Die Grenzen des Landes Kanaan werden beschrieben v. 1. 2. Und Personen ernannt, welche das Land den Kindern Israel austeilen sollen v. 16.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. gebietet den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land Kanaan kommt, so soll das Land, das euch zum Erbteil fällt im Lande Kanaan, seine Grenze haben.

seine Grenze: Das ist: Ihr sollt euch nicht unterstehen mehr Landes einzunehmen, denn ich euch bestimmen werde, sondern an denen Grenzen vergnügt sein, die ich euch zeigen will. [Denn es sind etliche unersättliche Fürsten also gesinnt, dass sie immer nach viel Ländern und Herrschaften trachten und kein Maß zu halten wissen, da sie doch nicht wohl noch fleißig und recht dem vorstehen, was sie bereits haben.)

3. Die Ecke gegen Mittag soll anfangen an der Wüste Zin bei Edom, das eure Grenze gegen Mittag sei vom Ende des Salzmeers, das gegen Morgen liegt {1Mos 14v3},

4. und dass dieselbe Grenze sich vom Mittag hinauf gen Akrabbim und gehe durch Zinna, und sein Ende vom Mittag bis gen Kades-Barnea, und gelange am Dorf Adar und gehe durch Azmon;

5. und lände sich von Azmon an den Bach Ägyptens, und sein Ende sei an dem Meer.

Bach: Dessen Name, weil er nicht gesetzt wird, unbewusst ist.

Meer: Nämlich an dem großen oder Mittelländischen Meer, da soll die mittags Grenze des Landes Kanaan sein.

6. Aber die Grenze gegen dem Abend soll diese sein: Nämlich das große Meer. Das sei eure Grenze gegen dem Abend.

große Meer: Nämlich das Mittelländische Meer, an welchem die Mittags-Grenze wie zuvor gemeldet sich endet und die Grenze gegen Abend anfing.

7. Die Grenze gegen Mitternacht soll diese sein: Ihr sollt messen von dem großen Meer an den Berg Hor;

großen Meer: Nämlich da die Grenze gegen Abend auf der anderen Seiten ihre Endschaft erreicht und die Grenze gegen Mitternacht angeht.

8. und von dem Berge Hor messen, bis man kommt gen Hamath, dass sein Ausgang sei die Grenze Zedada;

Berge Hor: Welcher doch nicht eben derselbe ist darauf Aaron gestorben, sondern ein anderes Gebirge also geheißen.

9. und desselben Grenze Ende gen Siphron, und sei sein Ende am Dorf Enan. Das sei eure Grenze gegen Mitternacht.

10. Und sollt euch messen die Grenze gegen Morgen vom Dorf Enan gen Sepham;

11. und die Grenze gehe herab von Sepham gen Ribla zu Am von morgenwärts; danach gehe sie herab und lenke sich auf die Seiten des Meers Cinereth gegen dem Morgen,

Cinereth: Das ist der See Genezareth, davon in der Evangelischen Historie oft gelesen wird.

12. und komme herab an den Jordan, dass ihr Ende sei das Salzmeer. Das sei euer Land mit seiner Grenze umher.

13. Und Mose gebot den Kindern Israel und sprach: Das ist das Land, das ihr durch das Los unter euch teilen sollt, das der Herr geboten hat, den neun Stämmen und dem halben Stamm zu geben {4Mos 32v33},

durch das Los: [Gleichwie aber das Los werfen, so ohne ordentlichen Beruf geschieht und dadurch man zukünftige Ding erkundigen will, gottlos und zu verwerfen ist: Also ist es hinwiederum recht und wohl getan, dazu auch nützlich, wenn man ein Erbe oder auch andere Güter durch das Los gleichmäßig abteilt.)

14. Denn der Stamm der Kinder Ruben, des Hauses ihres Vaters, und der Stamm der Kinder Gad, des Hauses ihres Vaters, und der halbe Stamm Manasse haben ihr Teil genommen.

des Hauses: Das ist: Mit ihrem ganzen Geschlecht und aller ihrer Freundschaft.

genommen: [Gott bezeichnet die Grenzen des Landes Kanaan nicht anders, als ob die Kinder Israel das ganze Land bereits in wirklicher Besitzung gehabt hätten: Dabei wir zu lernen haben, dass wir den göttlichen Verheißungen nicht weniger trauen sollen, als wenn wir es schon in unseren Händen hielten, was er uns versprochen. Und dass wir gewiss schließen sollen, was einem jeden von Gott beschert sei, das werde ihm kein Mensch nehmen oder entwehren könne.)

15. Also haben die zwei Stämme und der halbe Stamm ihr Erbteil dahin diesseits des Jordans gegen Jericho, gegen dem Morgen.

16. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

17. Das sind die Namen der Männer, die das Land unter euch teilen sollen: Der Priester Eleasar und Josua, der Sohn {Jos 14v1}.

teilen sollen: Nämlich wenn ihr es eingenommen habt.

Josua: Welcher dem Mose im weltlichen Regiment nachfolgen soll. [Gleichwie aber Gott nicht durch einen Engel vom Himmel, sondern durch Menschen seinem Volk das Land Kanaan austeilen lässt: Also teilt er uns auch die Güter des himmlischen Vaterlands durch Menschen, nämlich durch die Kirchendiener aus, wenn wir solche Güter nur mit Glauben annehmen.)

18. Dazu sollt ihr nehmen eines jeglichen Stammes Fürsten, das Land auszuteilen.

19. Und das sind der Männer Namen: Kaleb, der Sohn Jephunnes, des Stammes Juda;

20. Semuel, der Sohn Ammihuds, des Stammes Simeon;

21. Elidad, der Sohn Chislons, des Stammes Benjamin;

22. Buki, der Sohn Jaglis, Fürst des Stammes der Kinder Dan;

23. Haniel, der Sohn Ephods, Fürst des Stammes der Kinder Manasse von den Kindern Josephs;

24. Kemuel, der Sohn Siphtans, Fürst des Stammes der Kinder Ephraim;

25. Elizaphan, der Sohn Parnachs, Fürst des Stammes der Kinder Sebulon;

26. Paltiel, der Sohn Asans, Fürst des Stammes der Kinder Isaschar;

27. Ahihud, der Sohn Selomis, Fürst des Stammes der Kinder Asser;

28. Pedahel, der Sohn Ammihuds Fürst des Stammes der Kinder Naphthali.

29. Dies sind sie, denen der Herr gebot, dass sie den Kindern Israel Erbe austeilten im Lande Kanaan.


Das 35. Kapitel


1. Den Leviten werden Wohnungen bestimmt in den Städten samt den Vorstädten und Feldern für ihr Vieh v. 1. 2. Danach werden Frei-Städte ernannt für die, welche unversehens einen Totschlag begangen v. 6. 3. Und werden Gesetze gestellt, wie man einen Totschlag verzeihen oder strafen soll v. 16.

1. Und der Herr redete mit Mose auf dem Gefilde der Moabiter am Jordan gegen Jericho und sprach:

gegen Jericho: Das ist: Als die Kinder Israel ihr Lager aufgeschlagen hatten auf dem ebenen Felde des Landes Moab an den Jordan gerade gegen der Stadt Jericho über.

2. gebietet den Kindern Israel, dass sie den Leviten Städte geben von ihren Erbgütern, da sie wohnen mögen {Jos 21v2};

3. dazu die Vorstädte um die Städte her sollt ihr den Leviten auch geben, dass sie in den Städten wohnen und in den Vorstädten ihr Vieh und Gut und allerlei Tiere haben.

um die] Dass eine jede derselben Städte ringsherum ihre Vorstadt habe.

Wohnen: Mit ihrem Personal.

und Gut: Das ist: In den Vorstädten sollen sie Stallungen für ihr Vieh haben und Scheunen oder Kornhäuser, dahin sie ihr Futter und Getreide zu ihrer und ihres Viehs Unterhaltung legen können. Wie denn dergleichen Gebäude in wohlbestellten Regimentern außerhalb der Stadtmauren gewöhnlich pflegen aufgerichtet zu werden, damit aller Gefahr vermieden bleibe.

4. Die Weite aber der Vorstädte, die sie den Leviten geben, soll tausend Ellen außer der Stadtmauer umher haben.

Weite: Das ist: Von der Stadtmauren an sollen überall rings um die Stadt von außen tausend Ellen abgemessen werden zur Vorstadt, dass man auf demselben Platz Stallungen, Scheunen und Kornhäuser aufbauen könne.

5. So sollt ihr nun messen außen an der Stadt von der Ecke gegen dem Morgen zweitausend Ellen und von der Ecke gegen Mittag zweitausend Ellen und von der Ecke gegen Abend zweitausend Ellen und von der Ecke gegen Mitternacht zweitausend Ellen, dass die Stadt im Mittel sei. Das sollen ihre Vorstädte sein.

so sollt: Das ist: Weil die Leviten auch Wiesen und Weide müssen haben für ihr Vieh, so soll man noch einen anderen Platz Feldes abmessen und von dem Ort anfangen, da die tausend Ellen aufhören und sich überall herum weiter hinaus strecken auf (zwei) tausend Ellen: Dass also, an welchem Ort der Stadt man der Leviten Güter anfange zu messen, von der Stadt als dem Mittelpunkt an bis zu den äußersten Umkreis dreitausend Ellen zu finden sind da, von die erste tausend Ellen zu der Vorstadt gehören und die übrigen zweitausend zum Felde und zur Weide gebraucht werden. Und war zwar den Leviten zugelassen, dass sie ihre Häuser und andere Gebäude in den Vorstädten dürften verkaufen, aber das daran gelegene Feld zu verkaufen, wurde ihnen nicht gestattet, wie denn deshalb ein ausdrückliches Gesetz gegeben wurde {3Mos 25}. welches diesen Ort, der sonst etwas dunkel etlichermaßen erklärt.

Nach Luther: Das ist Geometrica proportione geredet. Nämlich die Vorstadt soll rings umher an der Stadt tausend Ellen weit sein und ein jegliche Seite der Stadt zweitausend Ellen lang. Das heißt, auf Deutsch, die Vorstadt soll halb so weit sein als eine Seite, der Stadt lang ist. Sie sei viereckig, rund, dreieckig oder wie sie kann, so soll man sie messen und in vier Seiten teilen und danach sie groß oder klein ist, wird die Vorstadt auch groß oder klein.

ihre Vorstädte: Samt dem daran liegenden Acker. [Es hat aber darum Gott den Leviten keine gewissen und besonderen Stücke Landes zum Erbteil eingeräumt wie den anderen Stämmen: Sondern sie auf diese Weise durch alle Stämme zerstreut, auf dass die Weissagung des Patriarchen Jacobs erfüllt würde {1Mos 49}, da er sagt: Ich will sie zu teilen in Jakob und zerstreuen in Israel. Welche Strafe so diesem Stamm am selben Ort gedroht wurde, durch Gottes Güte und Weisheit in einen besonderen und großen Nutzen ist geändert worden: Auf dass ein jeder Stamm etliche Leviten bei sich und in der Nähe hätte, von denen sie vom Gesetze Gottes und von dem verheißenen Christo könnten Bericht empfangen. Denn das Predigtamt ist allen denen vonnöten, die da wollen selig werden.)

6. Und unter den Städten, die ihr den Leviten geben werdet, sollt ihr sechs Freistädte geben, dass da hineinfliehe, wer einen Totschlag getan hat. Über dieselben sollt ihr noch zweiundvierzig Städte geben {5Mos 4v41 Jos 21v2},

Freistädte: [sind darum die gefreiten Örter in Deutschland und anderswo, dahin schuldige Personen ihre Zuflucht haben können, nicht aus eigener Willkür oder umsonst erdacht, sondern es ist Gottes Ordnung, welche man nicht soll in einen Abgang kommen lassen.)

7. dass alle Städte, die ihr den Leviten Gebet, sind achtundvierzig mit ihren Vorstädten.

8. Und sollt derselben desto mehr geben von denen, die viel besitzen unter den Kindern Israel, und desto weniger von denen, die wenig besitzen; ein jeglicher nach seinem Erbteil, das ihm zugeteilt wird, soll Städte den Leviten geben.

viel besitzen: [Denn es ist richtig, dass diejenigen, welche viel haben, auch desto mehr zuschießen zur Unterhaltung des Predigtamts und der Kirchendiener.)

9. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

10. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan ins Land Kanaan kommt,

11. sollt ihr Städte auswählen, dass Freistädte sind; dahin fliehe, der einen Totschlag unversehens tut.

unversehens: Dass er nicht vorsätzlicherweise und mit Willen einen ermordet.

12. Und sollen unter euch solche Freistädte sein vor dem Bluträcher, dass der nicht sterben müsse, der einen Totschlag getan hat, bis dass er vor der Gemeinde vor Gericht gestanden sei.

Bluträcher: Das ist: Des erschlagenen Verwandter darf den Totschläger nicht wieder umbringen, sondern soll aller Gewalttätigkeit wider ihn lassen.

vor Gericht] Bis man ihn vor Gericht gestellt und eine gerichtliche Erkenntnis über ihn gehen lassen, ob er wiederum am Leben zu strafen oder ob es ihm möge verziehen werden. Sonst war es bei den Juden zugelassen, dass des Erschlagenen Verwandter seines Freundes Mord rächen und den Totschläger wieder umbringen möchte, wenngleich keine ordentliche gerichtliche Erkenntnis vorher gegangen war. [Welche Gewalttätigkeit Gott unter dem hartnäckigen Volk vielmehr geduldet, als dass er es ihm hätte gefallen lassen. Gleichwie er auch die Ehescheidung, welche nicht um Ehebruchs willen vorgegangen, vielmehr übersehen als gebilligt oder eingesetzt hat. Aber unter den Christen ist solche eigene Rache keineswegs zugelassen, sondern man soll die ordentliche Rache Gott und der Obrigkeit heimstellen, damit wir im Rächen nicht vielmehr dem Zorn als der Gebühr nachhängen.)

13. Und der Städte, die ihr geben werdet, sollen sechs Freistädte sein {5Mos 19v2 Jos 20v2}.

14. Drei sollt ihr geben diesseits des Jordans und drei im Lande Kanaan.

des Jordans: Auf dass die Totschläger vom Wasser nicht aufgehalten und gehindert werden, dass sie bei guter Zeit eine Freistadt erreichen können und nicht in des Bluträchers Hände geraten.

15. Das sind die sechs Freistädte, beide den Kindern Israel und den Fremdlingen und den Hausgenossen unter euch, dass dahin fliehe, wer einen Totschlag getan hat unversehens.

Fremdlingen: [Denn wir sollen mit den Fremdlingen in dem Fall nicht unbarmherziger umgehen als mit den Einheimischen.)

16. Wer jemand mit einem eisernen schlägt, dass er stirbt, der ist ein Totschläger und soll des Todes sterben {2Mos 21v12},

wer jemand: Jetzt werden etliche Fälle erzählt, die sich bei einem Totschlag zutragen können und wird angezeigt, was man auf einem jeden für ein Urteil fällen soll.

eisernen: Das ist: Mit einer Wehr oder Waffen so von eisernen gemacht ist.

sterben: Dass die Obrigkeit ihn zur Strafe ziehe.

17. Wirft er ihn mit einem Stein, damit jemand mag getötet werden, dass er davon stirbt, so ist er ein Totschläger und soll des Todes sterben.

18. Schlägt er ihn aber mit einem Holz, damit jemand mag totgeschlagen werden, dass er stirbt, so ist er ein Totschläger und soll des Todes sterben.

19. Der Rächer des Blutes soll den Totschläger zum Tode bringen; wie er geschlagen hat, soll man ihn wieder töten.

Rächer: Das ist: Des erschlagenen Verwandter mag seines Freundes Tod rächen.

20. Stößt er ihn aus Hass, oder wirft etwas auf ihn aus List, dass er stirbt {5Mos 19v11},

21. oder schlägt ihn durch Feindschaft mit seiner Hand, dass er stirbt, so soll der des Todes sterben, der ihn geschlagen hat; denn er ist ein Totschläger; der Rächer des Blutes soll ihn zum Tode bringen.

22. Wenn er ihn aber ungefähr stößt ohne Feindschaft, oder wirft irgendetwas auf ihn unversehens {5Mos 19v5}

unversehens: Da er nicht gemeint, dass er einen so ungefähr vorübergeht, oder nahe bei ihm steht, treffen würde.

23. oder irgendeinen Stein, davon man sterben mag, und hat es nicht gesehen, auf ihn wirft, dass er stirbt, und er ist nicht sein Feind, hat ihm auch kein Übels gewollt:

nicht gesehen: Nämlich zuvor, dass er ihn verletzen würde.

gewollt: Das ist: Wenn keine Vermutungen oder Anweisungen vorhanden sind, dass er ihn begehrt zu beschädigen.

24. so soll die Gemeinde richten zwischen dem, der geschlagen hat, und dem Rächer des Blutes in diesem Gericht.

Gemeinde: Nämlich der Kinder Israel mit ihrer ordentlichen Obrigkeit.

Rächer: Des erwürgten Verwandten, der solche Tat zu rächen begehrt.

Gerichte: Das ist: In dergleichen Fällen.

25. Und die Gemeinde soll den Totschläger erretten von der Hand des Bluträchers und soll ihn wiederkommen lassen zu der Freistadt, dahin er geflohen war; und soll dort bleiben, bis dass der Hohepriester sterbe, den man mit dem heiligen Öl gesalbt hat.

wiederkommen: Denn es mussten diejenigen, welche zu einer Freistadt nach begangenem Totschlag geflohen waren, sich auf empfangenem sicheren Geleit vor der Gemeinde zu Recht stellen: Und gab man ihnen zwar ein sicheres Geleit zum Rechten, aber nicht vom Rechten. Denn wenn sich es fand, dass einer einen vorsätzlichen Mord begangen, so wurde er nicht wieder zur Freistadt gelassen, sondern zur angemessenen Strafe gezogen: Konnte er aber beweisen, dass er unversehens dahintergekommen, so wurde er mit einem neuen sicheren Geleit wieder zu der Freistadt geschickt.

sterbe: Danach mag er wieder aus dem Elend in sein Vaterland und zu den Seinen kommen. [Also hätten wir sündigen Menschen auch keinen freien Zutritt zu dem himmlischen Vaterland, wo nicht unser Hohepriester Christus, der mit dem Freudenöl, das mit dem Heiligen Geiste gesalbt ist, wäre am Kreuz für uns gestorben.)

26. Wird aber der Totschläger aus seiner Freistadt Grenze gehen, dahin er geflohen ist,

aus seiner: Denn er in der Stadt und Vorstadt samt dem dazu geordneten Felde Platz genug zu bleiben gehabt.

27. und der Bluträcher findet ihn außer der Grenze seiner Freistadt und schlägt ihn tot, der soll des Blutes nicht schuldig sein.

findet ihn: Das ist: Wenn des Erschlagenen Verwandter den Totschläger antrifft, dass er außerhalb seines Bezirks umherschweift.

28. Denn er soll in seiner Freistadt bleiben bis an den Tod des Hohepriesters, und nach des Hohepriesters Tod wieder zum Lande seines Erbguts kommen.

29. Das soll euch ein Recht sein bei euren Nachkommen, wo ihr wohnt.

Nachkommen: Das ist: Diese Satzungen sollt ihr halten, solange das levitische Priestertum und die israelitische Polizei dauern werde. Es gilt, gleich in welchem Ort des Landes ihr wohnt.

30. Den Totschläger soll man töten nach dem Mund zweier Zeugen. Ein Zeuge soll nicht antworten über eine Seele zum Tode.

zweier Zeugen: Das ist: Wenn man über einen Totschläger das Urteil des Todes fällen will, so soll doch solches nicht eher geschehen, er sei denn der Tat genügend überwiesen wurde, nicht mit einem, sondern mit vielen, zum wenigsten zwei, dazu glaubwürdigen Zeugen. [Welches eine Obrigkeit wohl merken soll, dass sie nicht bald auf eines jeden Verleumders oder Ohrenbläsers Anbringen mit unschuldigen Leuten zu schnell fahre.)

31. Und ihr sollt keine Versöhnung nehmen über die Seele des Totschlägers; denn er ist des Todes schuldig, und er soll des Todes sterben.

keine Versöhnung: Das ist: Wer einen Totschlag böslich und vorsätzlicherweise begangen hat, den sollt ihr nicht leben lassen, dass ihr wolltet Geld nehmen und ihn beim Leben erhalten. [Also wäre es gut, dass man heutzutage einen größeren Ernst brauchte, denn Totschlag so aus Mutwillen und vorsätzlicherweise geschieht zu strafen.)

32. Und sollt keine Versöhnung nehmen über dem, der zur Freistadt geflohen ist, dass er wiederkomme, zu wohnen im Lande, bis der Priester sterbe.

wiederkomme: Das ist: Ihr sollt auch nicht zugeben, dass derjenige, welcher unversehens einen Totschlag begangen hat, wieder in sein Vaterland komme vor des Hohepriesters Absterben, wenn er euch oder des erschlagenen Verwandten gleich alle seine Habe und Güter zu seiner Aussöhnung anböte. [So einen großen Ernst hat Gott auch gegen die gebraucht, welche einen Menschen wider ihren Willen umgebracht.)

33. Und schändet das Land nicht, darin ihr wohnt. Denn wer Blut schuldig ist, der schändet das Land; und das Land kann vom Blut nicht versöhnt werden, das darin vergossen wird, ohne durch das Blut des, der es vergossen hat.

nicht versöhnt: Das ist: Wenn ein Frevler Totschlag begeht, so ist die Erde vor dem Herrn verunreinigt, und ist kein Glück zu hoffen, es sei denn, dass der Totschläger wieder umgebracht und also das Land gereinigt werde.

34. Verunreinigt das Land nicht, darin ihr wohnt, darin ich auch wohne; denn ich bin der Herr, der unter den Kindern Israel wohnt.

auch wohne: Darum seht euch vor, dass ich euch mit meiner Gnade und Segen nicht wiederum verlasse und hütet euch, dass ihr keinen Totschlag ungerächt hingehen lasst, dadurch ihr euer Land verunreinigt und ich verursacht werde, dass ich euch mit allerlei Plagen strafen und heimsuchen muss. [sind deswegen der lasterhaften Leute Strafen gleichsam als Opfer vor Gott, dadurch die Länder versöhnt werden und viel Unglück verhütet wird.)


Das 36. Kapitel


1. Durch die Gelegenheit von des Zelaphehads Töchter streitigem Handel, welche ihren Vater verloren hatten, wird ein allgemein Gesetz gegeben, dass die Jungfrauen, so ihrer Eltern und Brüder durch den zeitlichen Tod beraubt sein und eigentümliche Güter haben, sich mit dergleichen Personen verheiraten sollen, welche ihres Stammes sind, auf dass der Israeliten Erbteil nicht durcheinander vermengt werden.

1. Und die obersten Väter der Geschlechter der Kinder Gileads, des Sohnes Machirs, der Manasses Sohn war, von dem Geschlecht der Kinder Josef, traten herzu und redeten vor Mose und vor den Fürsten der obersten Väter der Kinder Israel

2. und sprachen: Lieber Herr, der Herr hat geboten, dass man das Land zum Erbteil geben soll durch das Los den Kindern Israel; und du, mein Herr, hast geboten durch den Herrn, dass man das Erbteil Zelaphehads, unseres Bruders, seinen Töchtern geben soll {4Mos 27 Jos 17v3}.

Bruders: Welches er empfangen hätte, wenn er im Leben blieben.

Töchtern: Weil er keinen männlichen Erben hinterlassen.

3. Wenn sie jemand aus den Stämmen der Kinder Israel zu Weibern nimmt, so wird unseres Vaters Erbteil weniger werden, und so viel sie haben, wird zu dem Erbteil kommen des Stammes, dahin sie kommen; also wird das Los unseres Erbteils geringer.

wenn sie: Als wollten sie sprechen: Wir haben deshalb von wegen unserer Geschlechtsverwandten ein Bedenken und liegt uns etwas im Wege, das uns nicht unrichtig beschwerlich vorkommt, darum wir nicht umgehen können, uns deshalb vor dir zu beklagen.

weniger werden: Weil es unter dem Namen der Heimsteuer zu einem anderen Stamm fallen wird, dahin sie sich verheiraten.

4. Wenn denn nun das Halljahr der Kinder Israel kommt, so wird ihr Erbteil zu dem Erbteil des Stammes kommen, da sie sind; also wird unseres Vaters Erbteil geringer, soviel sie haben {3Mos 25v13}.

Halljahr: Nämlich das fünfzigste Jahr, in welchem die Güter ihren ersten Herrn wiederum heimfielen.

Erbteil: Das sie anstatt ihres Vaters empfangen haben.

sie sind: Das ist: Dahin sie sich verheiratetet haben. Denn ihre Ehemänner werden es alsdann nicht zulassen wollen, dass derselben Teil Landes wieder unserem Geschlecht heimfalle. Ja vielmehr dasselbe, weil sie es nicht gekauft, sondern als ein Erbteil zur Heimsteuer empfangen haben, ewig in Besitzung behalten wollen. [Denn es ist einem frommen Menschen ungewehrt, seine Beschwernis bei der weltlichen Obrigkeit anzubringen und der Sachen Entscheidung von ihr zu begehren.)

5. Mose Gebote den Kindern Israel nach dem Befehl des Herrn und sprach: Der Stamm der Kinder Josef hat recht geredet.

Gebote: Nämlich wie es in dergleichen Fällen nicht allein mit des Zelaphehads Töchtern, sondern in allgemeines und durchaus soll gehalten werden.

recht geredet: Sie begehren eine Sache, die richtig ist, damit verhütet werde, dass die Erbteile nicht von einem Stamm zum anderen kommen und durcheinander gemengt werden.

6. Das ist es, das der Herr gebietet den Töchtern Zelaphehads und spricht: Lass sie freien, wie es ihnen gefällt, allein dass sie freien unter dem Geschlecht des Stammes ihres Vaters,

7. auf dass nicht die Erbteile der Kinder Israel fallen von einem Stamm zum anderen; denn ein jeglicher unter den Kindern Israel soll anhangen an dem Erbe des Stammes seines Vaters.

anhangen: Das ist: Ich will, dass ein jeder sein Erbteil, dass er von seinen Voreltern empfangen, also bei seinem Geschlecht bleiben lasse, dass es nicht an einen fremden Stamm gerate.

8. Und alle Töchter, die Erbteil besitzen unter den Stämmen der Kinder Israel, sollen freien einen von dem Geschlecht des Stammes ihres Vaters, auf dass ein jeglicher unter den Kindern Israel seines Vaters Erbe behalte,

besitzen: Dass sie durch Heirat anderswohin verändern könnten. Ist deswegen allem Ansehen nach nicht durchaus verboten gewesen, dass sich keiner in einen anderen Stamm verheiraten dürfte, sondern wird allein von denen Töchtern geredet, die eigentümliche Güter und Erbteile haben, dass sie nicht fremde Stämme freien sollen, weil durch eine solche Heirat dasselbe Erbe von seinem Stamm entfremdet und einem anderen zugeeignet würde, welches Gott nicht haben wollen. Es hat auch Gott mit diesem Gesetz abermals die Eigenschaft der Güter bestätigen wollen wider der Wiedertäufer Schwarm, da sie auf die Gemeinschaft der zeitlichen Güter dringen.)

9. und nicht ein Erbteil von einem Stamm falle auf den anderen, sondern ein jeglicher hänge an seinem Erbe unter den Stämmen der Kinder Israel.

10. Wie der Herr Mose geboten hatte, so taten die Töchter Zelaphehads,

11. Mahela, Thirza, Hagla, Milka und Noa, und freiten die Kinder ihrer Vettern,

12. des Geschlechts der Kinder Manasses, des Sohnes Josephs. Also blieb ihr Erbteil an dem Stamm des Geschlechts ihres Vaters.

13. Das sind die Gebote und Rechte, die der Herr gebot durch Mose den Kindern Israel auf dem Gefilde der Moabiter am Jordan gegen Jericho.

Das sind: Das ist: Diese Gesetze hat Gott den Kindern Israel durch Mose gegeben. [Dass aber Gott so viele weltliche Satzungen gestellt, hat er uns damit lehren wollen, wie er ihm die Verwaltung des weltlichen Regiments gefallen lasse, und dass ein frommer Christ mit gutem Gewissen könne mit weltlichen Sachen umgehen, weil der weltliche Stand Gott keineswegs zuwider ist.)