Das dritte Buch Mose



Das 1. Kapitel


I. Da die Hütte aufgerichtet gewesen, hat Gott mit Mose nicht mehr auf dem Berge, wie zuvor, sondern in der Hütte geredet, v. 1. II. Und werden mancherlei Brandopfer beschrieben, dadurch das einzige Opfer Christi am Kreuz bedeutet wurde, v. 5.

1. Und der Herr rief Mose und redete mit ihm von der Hütte des Stifts und sprach:

Von der Hütte: Das ist: Nach dem die Hütte ausgebaut und fertig gewesen, auch die Einweihung geschehen war, hat Gott nicht mehr auf dem Berg Horeb, sondern in der Hütte, zwischen den zwei Cherubim, von dem Gnadenstuhl, mit Mose geredet.

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Welcher unter euch dem Herrn ein Opfer tun will, der tue es von dem Vieh, von Rindern und Schafen.

Der tue es: Nämlich, der Gestalt, wie ich euch vorschreiben will. [Und soll man hier achthaben, dass so viel und mancherlei Opfer, die in diesem Buch folgen werden, nicht aus eigenem Gedanken von Mose sind erdacht worden, sondern dass sie Gott selbst also geoffenbart hat, darum soll die menschliche Vernunft hier nichts verachten oder verlachen. Es sind aber die levitischen Opfer nicht der Meinung eingesetzt worden, dass sie bis zu der Welt Ende dauern sollten, sondern nur bis auf die Zukunft Christi ins Fleisch, und bis das Evangelium überall ausgebreitet würde: Auch sind sie nicht darum eingesetzt, als ob mit solchen Werken vor Gott wahrhaftig die Sünden gebüßt und bezahlt werden könnten: Wie auch nicht, dass sie figürlich nur allein lehrten von etlichen äußerlichen Tugenden: Viel weniger, dass sie das gottlose Opfer der katholischen Messe bedeutet hätten: Sondern dass sie auf Christus deuteten, welcher sich selbst dem Vater auf dem Altar des Kreuzes aufgeopfert hat für der ganzen Welt Sünde, und dass sie die Kinder Israel aufmunterten zur Dankbarkeit gegen Gott, für seine großen und vielfältigen Wohltaten, die er ihnen erzeigt. Die mancherlei Art aber der Opfer sind von Gott darum vorgeschrieben worden, auf dass nicht die Kinder Israel, wenn ihnen Gott nur einerlei Opfer zu verrichten befohlen, sie desselben, da sie es immer hätten wiederholen müssen, wären überdrüssig geworden, und desto eher zu der heidnischen Gottlosen Abgötterei sich geschlagen hätten. Danach, dass mit so mancherlei und vielmals veränderten Opfern die vielfältigen Guttaten Christi abgemalt würden. Endlich, dass die Viele der Opfer, und derselben zum Opfermal geschehene Wiederholung die Kinder Israel erinnerte, dass kein levitisches Opfer vor Gott wahrhaftig die Sünde büßen könnte, sondern, dass alle Opfer auf das einzige Opfer Christi, des rechten Hohepriesters, deuteten, dadurch der ganzen Welt Sünde abgetilgt wurde.)

Vieh: Nämlich, von reinen Tieren, die zu essen sind. Darum man keine Opfer von Menschen tun soll. [weil nur ein einziger Mensch zum Opfer sollte geschlachtet werden, nämlich Christus.] Auch nicht, Hunde, Schweine, Esel und andere dergleichen unreine Tiere, [auf dass der Opfer Ansehen nicht geschmälert würde. Denn Christus, dessen Vorbild die Opfer waren, ist das allerreinste Opfer gewesen.] Man hat auch nicht wilde Tiere opfern müssen, als wilde Schweine, Wölfe, Füchse und dergleichen. [Denn Christus ist nicht wild, noch grausam oder widersinnig gewesen, sondern eines sanftmütigen und demütigen Geistes und hat den Tod willig für uns gelitten.] Und so viel was an Allgemeinem von den Opfern zu wissen vonnöten ist, weiter wird von einem jeden Opfer insbesondere folgen.

3. Will er ein Brandopfer tun von Rindern, so opfere er ein Männlein, das ohne Wandel sei, vor der Tür der Hütte des Stifts, dass es dem Herrn angenehm sei von ihm,

Brandopfer: Dies war ein solches Opfer, welches alles miteinander verbrannt wurde, ohne allein die Haut ausgenommen.

Männlein: Kein Weiblein, kein Lahmes, Blindes oder Schlechtes, sondern das durchaus ohne Fehler sei. [Denn obwohl derjenige, welcher für der Welt Sünde genug tun sollst, nämlich, Christus, des Weibes Same sein müssen {1Mos 3}. So hat doch kein Weib, als irgend die Jungfrau Maria, sondern der Jungfrauen Sohn mit seinem Blut die Sünde gebüßt: Und derselbe ist so ganz ohne Fehler und Mängel gewesen, dass er auch nie keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde gefunden worden {1Petr 2}.

Angenehme: Denn was anderswo als für der Tür der Hütte geopfert wurde, das war dem Herrn ein Gräuel. Denn Gott will auf keine andere Weise geehrt werden, als wie er uns in seinem Wort vorgeschrieben hat: Und wer meint, dass er in der Ketzer, Juden oder Heiden Versammlung, das ist, anderswo als in der christlichen Kirche (Deren Vorbild die Hütte hier gewesen) Gott einen angenehmen Dienst leisten wolle, der irrt sich grob.

4. und lege seine Hand auf des Brandopfers Haupt, so wird es angenehm sein und ihn versöhnen.

Lege: Nämlich, der das Opfer gebracht, hat, und begehrt, dass es für ihn geopfert werde.

Hand: Mit welcher Gebärde er bezeuge, dass er seine Sünde auf dies Opfer lege: Wie aus dem folgenden 16. Kapitel dieses Buches zu vernehmen.

Ihn versöhnen: Nämlich den, der das Opfer gebracht hat. Und will so viel sagen: Dann wird seine Sünde der israelitischen Kirche versöhnt werden, und er bei Gott wieder zu Gnaden kommen durch den Glauben an den, der sich selbst am Kreuz seinem himmlischen Vater aufgeopfert hat. [Denn die rechte und wahre Versöhnung, welche durch diese Zeremonie angezeigt war, ist durch Christus am Kreuz geschehen, auf den wir unsere Sünde mit Glauben legen sollen, gleichwie man damals die Hand auf des Brandopfers Haupt legte.]

5. Und soll das junge Rind schlachten vor dem Herrn; und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut herzubringen und auf den Altar umher sprengen, der vor der Tür der Hütte des Stifts ist.

Schlachten: Nämlich, der Priester. [Also ist Christus für unsere Sünde getötet worden.]

umher sprengen: [Also soll die Kraft des Blutes Christi durch die Predigt des Evangeliums gesprengt werden, an alle Örter der Welt, und unter alle Völker.]

Vor der Tür: Nämlich, im Hof der Hütte.

6. Und man soll dem Brandopfer die Haut abziehen; und es soll in Stücke zerhauen werden.

Abziehen: [Denn Christus ist nicht allein bloß am Kreuz gehangen, sondern aller menschlichen Hilfe beraubt gewesen.]

7. Und die Söhne Aarons, des Priesters, sollen ein Feuer auf dem Altar machen und Holz oben darauf legen;

8. und sollen die Stücke, nämlich den Kopf und das Fett, auf das Holz legen, das auf dem Feuer auf dem Altar liegt.

9. Das Eingeweide aber und die Schenkel soll man mit Wasser waschen, und der Priester soll das alles anzünden auf dem Altar zum Brandopfer. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn.

Waschen: [Denn Christus hat nichts Unreines in seinem Leiden an sich gehabt.]

Priester: [Welcher auch hier ein Vorbild Christi gewesen, denn Christus hat sich selbst geopfert. Und die Verbrennung der Opfer hat bedeutet die bitteren Schmerzen des Leidens Christi wie auch seine inbrünstige Liebe gegen die menschlichen Geschlechter.]

Süßen Geruch: [Nicht zwar, dass Gott an dem Geruch des Fleisches ein Gefallen trüge, sondern wenn er den Schatten des Leidens seines Sohnes anschaute, war ihm solche Genugtuung so anmutig und gefällig, dass er um Christi willen, der damals zukünftig war, die Sünde vergab: Gleichwie jetzt, nach dem Christus kommen ist, er um desselben willen und durch seinen Tod, der dem himmlischen Vater immer vor Augen schwebt, mit uns versöhnt wird.]

10. Will er aber von Schafen oder Ziegen ein Brandopfer tun, so opfere er ein Männlein, das ohne Wandel sei.

11. Und soll es schlachten zur Seite des Altars, gegen Mitternacht, vor dem Herrn. Und die Priester, Aarons Söhne, sollen sein Blut auf dem Altar umher sprengen.

Schlachten: Nämlich, der Priester.

Mitternacht: [Es wurde aber das Opfer nicht auf der Seite gegen Mittag, sondern auf der anderen, gegen Mitternacht, geschlachtet, damit anzuzeigen, wie das Volk des Alten Testaments noch keine vollkommene Offenbarung des evangelischen Lichts hätte, welches der Mittagssonne recht verglichen wird, gegen des Gesetzes Schatten zu rechnen.]

12. Und man soll es in Stücke zerhauen. Und der Priester soll den Kopf und das Fett auf das Holz und Feuer, das auf dem Altar ist, legen.

In Stück: Die Bedeutung dieser Zeremonien vergleicht sich mit des vorigen Opfers Erklärung, in diesem Kapitel gemeldet.

13. Aber das Eingeweide und die Schenkel soll man mit Wasser waschen. Und der Priester soll es alles opfern und anzünden auf dem Altar zum Brandopfer. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn.

14. Will er aber von Vögeln dem Herrn ein Brandopfer tun, so tue er es von Turteltauben oder von jungen Tauben.

Tauben: Und nicht von unreinen Vögeln. [Die Turteltauben aber und junge Tauben bedeuten die Einfalt Christi, in dem durchaus kein Falsch gewesen. Danach hat Gott armen Leuten wollen damit zur Steuer kommen, welche in ihrer Armut wegen der Kosten der vorgemeldeten Opfer nicht tragen können {3Mos 5}. Damit anzuzeigen, dass Gott die frommen Armen gleich so angenehm sind als die Reichen.]

15. Und der Priester soll es zum Altar bringen und ihm den Kopf abkneifen, dass es auf dem Altar angezündet werde, und sein Blut ausbluten lassen an der Wand des Altars.

Abkneifen: Aber nicht ganz vom Rumpf abreißen. [Dadurch bedeutet wurde, dass Christus der Mittler von seinem geistlichen Leibe, welcher ist die Kirche, nie aussortiert oder getrennt werde.]

Wand: Nämlich, an der Seite gegen Mitternacht.

16. Und seinen Kropf mit seinen Federn soll man neben dem Altar gegen den Morgen auf den Aschehaufen werfen.

Federn: Weil sie zum Feuer nicht dienlich sind.

Werfen.: Dass sie zugleich mit der Asche zu seiner Zeit aus dem Hofe hinausgetragen werden.

17. Und soll seine Flügel spalten, aber nicht abbrechen. Und also soll es der Priester auf dem Altar anzünden, auf dem Holz auf dem Feuer, zum Brandopfer. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn.

Abbrechen: Dass sie nicht in zwei oder mehr Stücke geteilt werden. [Denn obwohl Christus in seinem Leiden die allergrößten Schmerzen erlitten, so ist doch sein Leib nicht in Stück zerteilt worden.]

Süßen Geruch: Das ist: Solches Opfer ist Gott nicht weniger angenehm, als wenn ein Rind oder Widder geopfert wäre. Die Bedeutung dieses dritten Opfers trifft mit den vorigen beiden Opfern überein.


Das 2. Kapitel


I. In diesem Kapitel werden die Speiseopfer beschrieben, wie mancherlei sie waren, welche Christus darstellt, der Gestalt, wie er im Heiligen Abendmahl unsere Speise ist.

1. Wenn eine Seele dem Herrn ein Speiseopfer tun will, so soll es von Semmelmehl sein; und soll Öl darauf gießen und Weihrauch darauf legen.

Seele: Das ist: ein Mensch.

Speiseopfer: Obwohl mancherlei Speiseopfer hier in diesem Kapitel erzählt werden, so sind sie doch fast alle aus Mehl oder Semmel zugerichtet worden, dass man Kuchen daraus gebacken oder auch roh gelassen und mit Öl, Weihrauch und Salz gemacht: Und pflegte man das Speiseopfer fast neben und zugleich mit allen anderen Opfern zu gebrauchen, welche mit der Schlachtung der Tiere verrichtet wurden.

Und soll: Nämlich, der es zum Opfer bringen will.

2. und also bringen zu den Priestern, Aarons Söhnen. Da soll der Priester seine Hand voll nehmen von demselben Semmelmehl und Öl samt dem ganzen Weihrauch und anzünden zum Gedächtnis auf dem Altar. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn.

Und Öl: Mit dem Semmelmehl durcheinander vermischt.

Gedächtnis: Das ist: Dadurch Gott gleichsam erinnert werde, dass er den mit Gnaden ansehen wolle, der es opfert.

3. Das Übrige aber vom Speiseopfer soll Aarons und seiner Söhne sein. Das soll das Allerheiligste sein von den Feuern des Herrn.

Allerheiligste: Als, von dem niemand essen durfte ohne die Priester, dazu nur an einem heiligen Ort, nämlich, im Hof der Hütte. Und wurden die Priester dadurch ernährt. [Dies Opfer deutete auch auf Christus, denn das ist das Brot des Lebens, welches vom Himmel gekommen ist, und gibt (durch seinen Tod) der Welt das Leben {Joh 6}. Und ist mit dem Freudenöl, nämlich, mit dem Heiligen Geist gesalbt, welcher ihm nicht nach dem Maß gegeben ist {Joh 3}; der Weihrauch bedeutet das inbrünstige Gebet Christi in seinem Leiden {Hebr 5}. Dadurch er erlangt hat, dass alle diejenigen, so den Vater in seinem Namen anrufen, auch erhört werden {Joh 16}. Dieser Christus ist das Denkmal in den Augen Gottes, und ist so angenehm und kräftig, dass, so oft der Vater ihn ansieht, er auch zugleich mit Gnaden alle die, so an diesem Mittler glauben, anschaut. Derselbe Christus ist den Priestern (das ist, allen Christgläubigen {1Petr 2}. Eine Speise im Heiligen Abendmahl, da man nicht einen jeden Fremden bald zulassen soll, der nicht ein Bürger der christlichen Kirche ist, wie auch nicht die Unbußfertigen, noch die öffentlichen Sünder Teil daran haben sollen, denn welche unwürdig essen, die empfangen das Gericht {1Kor 11}.]

4. Will er aber kein Speiseopfer tun vom Gebackenen im Ofen, so nehme er Kuchen von Semmelmehl ungesäuert mit Öl gemengt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen.

Gebackenen: denn das vorige erste Speiseopfer ist ungebacken und roh, da nur allein Semmelmehl und Öl durcheinander vermengt wurden: Jetzt folgt das andere, so man zuvor im Ofen gebacken hat, ehe man es opferte: Es hat einerlei Deutung mit dem Vorigen.

Ungesäuert: [Denn in Christo ist kein Sauerteig der Sünde gewesen.]

5. Ist aber dein Speiseopfer etwas vom Gebackenen in der Pfanne, so soll es von ungesäuertem Semmelmehl, mit Öl gemengt, sein.

Ist aber: Es folgt ein anderes Speiseopfer.

6. Und sollst es in Stücke zerteilen und Öl darauf gießen, so ist es ein Speiseopfer.

Darauf gießen: Und soll der Priester ein Partikel, davon also zugerichtet worden ist, verbrennen, das übrige aber soll den Priestern gehören.

Ein Speiseopfer.: Nämlich, dass Gott angenehm ist.

7. Ist aber dein Speiseopfer etwas auf dem Rost geröstet, so sollst du es von Semmelmehl mit Öl machen.

Machen.: Dass ein Kuchen oder Fladen daraus werde.

8. Und sollst das Speiseopfer, das du von solcherlei machen willst dem Herrn, zu dem Priester bringen; der soll es zu dem Altar bringen.

9. und desselben Speiseopfer heben zum Gedächtnis und anzünden auf dem Altar. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn.

Heben: Das ist: Er soll ein Partikel davon über sich in die Höhe heben, wie gebräuchlich, und danach opfern, und also Gott mit solchem Heben und Opfern erinnern, dass er den, der es brachte, mit Gnaden ansehen wolle.

10. Das Übrige aber soll Aarons und seiner Söhne sein. Das soll das Allerheiligste sein von den Feuern des Herrn.

Das Übrige: [Denn es ist richtig, dass diejenigen, welche in der Kirche das Amt verrichten, auch von solchem Kirchenamt sich unterhalten.]

Allerheiligste: Als davon nur allein die Priester, und zwar nur am heiligen Ort, essen dürfen.

11. Alle Speiseopfer, die ihr dem Herrn opfern wollt, sollt ihr ohne Sauerteig machen; denn kein Sauerteig noch Honig soll darunter dem Herrn zum Feuer angezündet werden.

Alle: Es folgen jetzt etliche Gemeinderegeln, darauf man bei allen Speiseopfern achthaben soll.

12. Aber zum Erstling sollt ihr sie dem Herrn bringen; aber auf keinen Altar sollen sie kommen zum süßen Geruch.

Erstling: Nämlich, dass es dem Priester zu Nutzen und Gutem komme. Als wollte er sagen, man mag zwar auch wohl gesäuertes Brot dem Herrn zum Opfer bringen, sofern es den Priestern zur Speise und Unterhaltung gereicht {3Mos 23}. Und da soll man es zum Gastmahl, welches nach verrichtetem Opfer gehalten wird, anwenden {3Mos 7}.

Keinen Altar: Das ist: Zum Opfer soll man nichts auf dem Altar verbrennen, dazu Sauerteig oder Honig gekommen wäre. [Denn weil die Opfer Christus bedeuteten, an welchen kein Sauerteig der falschen Lehre noch ärgerliches Leben gefunden wurde, hat man den Sauerteig richtig von den Opfern hinweggeschafft. Und weil der Honig zuerst zwar süß ist, wenn es aber in der Speise zu viel gebraucht wird, die Galle erregt und Bitterkeit verursacht, aber Christus, ob er auch gleich oft und vielmals mit Glauben ergriffen und gegessen wird, dennoch in den Gläubigen je länger je süßer wird, und also durch den Honig nicht recht möge angezeigt werden, so ist dasselbe richtigerweise auch zu keinem Opfer gebraucht worden.]

13. Alle deine Speiseopfer sollst du salzen, und dein Speiseopfer soll nie ohne Salz des Bundes deines Gottes sein; denn in alle deinem Opfer sollst du Salz opfern.

Bundes: Das ist: Gott gefordert es ernstlich, und dass es als ein bestätigter Bund, fest und unverbrüchlich gehalten werde, dass man kein Opfer ohne Salz opfere {Mk 9}. [Es wird aber Christus mit dem Salz verglichen, denn es macht uns Gott, den Vater zu einer angenehmen und wohlschmeckenden geistlichen Speise, da er es uns sonst vorwürfe: Und erhält unsere Leiber, dass sie nicht ewig verfaulen und verderben, sondern zur ewigen Unsterblichkeit auferstehen mögen. Es sollen aber auch die Kirchendiener des Evangeliums durch die Predigt des Wortes Gottes als durch das Salz ihre Zuhörer bewahren, auf dass sie nicht von der des alten Adams böse anklebenden Feuchtigkeit verdorben werden.]

14. Willst du aber ein Speiseopfer dem Herrn tun von den ersten Früchten, sollst du die Ähren, am Feuer gedörrt, klein zerstoßen und also das Speiseopfer deiner ersten Früchte opfern;

Willst du: Es folgt eine andere Art des Speiseopfers.

Zustoßen: Das ist: Du sollst die ausgeschlagenen und gedörrten Körner aus den am Feuer gedörrten zerstoßen und später opfern. Das soll auch ein Speiseopfer heißen, nämlich, von den Erstlingen deiner Früchte. Und sollst es damit machen, wie bei anderen Speiseopfern gebräuchlich ist. [Es wird aber Christus durch dies Speiseopfer angezeigt. Denn Paulus nennt ihn den Erstling von den Toten, darum, dass er der Erste gewesen unter allen, der zur ewigen Unsterblichkeit und Herrlichkeit auferstanden ist. Und gleichwie aus vielen Körnlein zerstoßen, ein Mehl wird. Also wird aus Christo und der Kirche und aus vielen Gliedern der Kirche ein geistlicher Leib {1Kor 10}.]

15. und sollst Öl darauf tun und Weihrauch darauf legen, so ist es ein Speiseopfer.

16. Und der Priester soll von dem Zerstoßenen und vom Öl mit dem ganzen Weihrauch anzünden zum Gedächtnis. Das ist ein Feuer dem Herrn.


Das 3. Kapitel


I. In diesem Kapitel wird gelehrt, welchergestalt und womit man ein Dankopfer tun soll, so zur Dankbarkeit gegen Gott geopfert wurde. Und bedeutet dasselbe Opfer die geistlichen Opfer, welche von den Christen mit dankbarem Herzen gegen Gott geschehen.

1. Ist aber sein Opfer ein Dankopfer von Rindern, es sei ein Ochse oder eine Kuh, soll er es opfern vor dem Herrn, das ohne Wandel sei.

Dankopfer: Diese Opfer sind zu dem Ende gemeint und angesehen gewesen, dass die Kinder Israel damit ihre Dankbarkeit gegen Gott erzeigten für die empfangenen Wohltaten. [Und sind dadurch der Christen geistliche Dankopfer angedeutet, so ihnen von Gott zur Dankbarkeit geistlich geopfert werden. Als da sind, wenn wir uns selbst Gott opfern, in dem Gehorsam seines Willens {Röm 12}. Also, wenn wir bereit sind, um seinetwillen auch den Tod zu leiden {2Tim 4}. Wenn wir auch Gott loben und preisen, mit Erzählung seiner geistlichen und leiblichen Wohltaten, die er uns erzeigt hat. Desgleichen, wenn wir von unseren Gütern reichlich geben zur Unterhaltung den Kirchendienern oder den Armen damit zu helfen {Hebr 13}.]

Ohne Wandel: Dass keinen Fehler oder Mangel habe. [Denn solche Dankbarkeit ist Gott nicht angenehm, da einer etwas zum Gottesdienst schenkt, das nichts wert ist.]

2. Und soll seine Hand auf desselben Haupt legen und schlachten vor der Tür der Hütte des Stifts. Und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut auf dem Altar umher sprengen.

Legen: Nämlich der, welcher das Dankopfer zur Hütte gebracht hat. [Denn obwohl diese Art zu opfern, besonders zur Erzeigung schuldiger Dankbarkeit angesehen und eingesetzt wurde: So hat dennoch der, welcher es zum Opfer brachte, damit es Gott gefiele, durch die Auflegung seiner Hände bezeugen müssen, dass er seine Sünde durch den Glauben auf Christus legte.]

Sprengen: [Damit anzuzeigen, dass unsere Werke, mit denen wir uns gegen Gott dankbar erzeigen wollen, aus Kraft des Blutes Christi, Gott gefallen, und ganz nicht von wegen ihrer selbst eigenen Würdigkeit oder Vollkommenheit.]

3. Und soll von dem Dankopfer dem Herrn opfern, nämlich alles Fett am Eingeweide {2Mos 29v13 v23}.

Von dem: Das ist: Die Priester sollen ein Partikel davon nehmen und dem Herrn opfern. Das Übrige behielt zum Teil der Priester und zum Teil der, welcher das Opfer zur Hütte gebracht hatte.

4. und die Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das Netz um die Leber, an den Nieren abgerissen.

Nieren: [Es wird aber befohlen, dass man die Nieren samt dem Netz über der Leber verbrennen soll, damit anzuzeigen, dass unsere fleischlichen Begierden durch das Feuer des Heiligen Geistes sollen verzehrt und getötet werden. Auch will Gott, dass man ihm das Fett aufopfere, damit er uns erinnert, wenn wir unsere Dankbarkeit gegen Gott erklären wollen, dass es nicht kärglich, sondern reichlich geschehe, und nicht das Ärgste, sondern das Beste gaben {1Kor 9}.]

5. Und Aarons Söhne sollen es anzünden auf dem Altar zum Brandopfer, auf dem Holz, das auf dem Feuer liegt. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn.

Geruch: Das ist: Solche Opfer sind Gott angenehm. [Denn wenn unsere guten Werke aus Glauben geschehen, so gefallen sie Gott wohl.]

6. Will er aber dem Herrn ein Dankopfer von kleinem Vieh tun, es sei ein Schöps oder Schaf, so soll es ohne Wandel sein.

Will er: Nämlich, weil er zu arm dazu ist, dass er kein Rind zu opfern vermag.

7. Ist es ein Lämmlein, soll er es vor den Herrn bringen,

8. und soll seine Hand auf desselben Haupt legen und schlachten vor der Hütte des Stifts. Und die Söhne Aarons sollen sein Blut auf dem Altar umher sprengen.

9. Und soll also von dem Dankopfer dem Herrn opfern zum Feuer, nämlich Fett, den ganzen Schwanz, von dem Rücken abgerissen, und alles Fett am Eingeweide,

Von dem: Nämlich, ein Partikel oder Stück davon.

Abgerissen: Das ist: Er soll den Schwanz abschneiden, an dem Ort, da das Rückgrat angeht.

Alles Fett: Das ist: Was vom Fetten innerhalb des Leibes gefunden wird, es hänge gleich an dem Eingeweide, Nieren, oder bedecke sonst die inneren Glieder des Leibes.

10. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das Netz um die Leber, an den Nieren abgerissen.

11. Und der Priester soll es anzünden auf dem Altar zur Speise des Feuers dem Herrn.

Speise: Nämlich, damit dasselbe Feuer auf dem Altar durch solche Opfer erhalten werde, zur Ehre Gottes. Die übrigen Stücke dieses Opfers vergleichen sich mit denen, so beim vorigen Opfer in diesem Kapitel zu Anfang erklärt wurden: Ausgenommen, was vom Opfer des Schwanzes hinzugesetzt wird, der Schwanz aber bedeutet das Ende eines Dinges, und wird damit angezeigt, dass wir all unser Tun zu dem Ende richten sollen, dass Gott damit gedient werde.

Nach Luther: Dass es vom Feuer aufgefressen wird.

12. Ist aber sein Opfer eine Ziege, und bringt es vor den Herrn,

Vor den Herrn: Nämlich, zur Hütte des Stifts.

13. soll er seine Hand auf ihr Haupt legen und sie schlachten vor der Hütte des Stifts. Und die Söhne Aarons sollen das Blut auf dem Altar umher sprengen.

Soll er: Nämlich, der die Ziege gebracht hat.

Schlachten: Nämlich, der Priester.

Vor der Hütte: Das ist: im Hofe, welcher vor der Hütte war. Denn die Hütte bedeutet an diesem Ort, wie auch sonst nicht das ganze Gebäude, sondern nur den inneren Teil, welches mit vergoldeten Brettern gemacht war, und das Allerheiligste, samt dem Heiligen in sich beschloss.

14. Und soll davon opfern ein Opfer dem Herrn, nämlich das Fett am Eingeweide,

Davon: Nämlich, ein Partikel. Was aber ein jedes folgendes Stück bedeutet, ist aus dem Vorigen leicht zu sehen.

15. die Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das Netz über der Leber, an den Nieren abgerissen.

16. Und der Priester soll es anzünden auf dem Altar zur Speise des Feuers, zum süßen Geruch. Alles Fett ist des Herrn.

17. Das sei eine ewige Sitte bei euren Nachkommen in allen euren Wohnungen, dass ihr kein Fett noch Blut esst {1Mos 9v4 3Mos 7v23 17v10 19v26}.

Alles Fett: Nämlich, davon in diesem Kapitel Meldung geschehen ist, so innerhalb des Leibes, an dem Eingeweide, Nieren, Lenden und Lebern hing.

Des Herrn: Dass es auf dem Altar verbrannt und nicht gegessen werde.

Ewiger Sitte: Nämlich, solange das levitische Priestertum dauern wird.

Wohnungen: Das ist: An allen Orten, da ihr wohnen werdet, sollt ihr solches halten.

Kein Fett: Nämlich, von dem Opfer, so dem Herrn geopfert wird, wie das folgende siebte Kapitel klar ausweist.

Blut: [Es ist aber dem Volk Gottes das Blut essen verboten worden, dass wir daraus lernen sollen, uns von aller Grausamkeit und Blutgierigkeit abzuhalten. Und die Enthaltung vom Fetten, so am Opfer waren, erinnert uns, wie wir dasjenige, was zur Erhaltung des Kirchenamts, und des Gottesdienstes geweiht und geheiligt ist, nicht sollen auf andere Sachen wenden.]


Das 4. Kapitel


I. Die Sündopfer, welche für dergleichen Sünde geschehen, so aus Unwissenheit begangen wurden, werden hier beschrieben. Und musste man ein anderes Sündopfer tun, wenn ein Priester gesündigt hatte: ein anderes, wenn eine besondere Gemeinde Standes Person geschah.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Wenn eine Seele sündigen würde aus Versehen an irgendeinem Gebote des Herrn, das sie nicht tun soll,

Versehen: Das ist: So jemand aus Schwachheit des Fleisches und nicht mutwilliger, vorsätzlicherweise, der Meinung, dass er begehre Gott zu widerstreben, sondern zufällig ein göttliches Gebote übergehen wird.

Nicht tun sollst: Das ist: So jemand etwas begangen, dass Gott der Herr verboten hat, der soll solches mit einem Sühneopfer versöhnen. Doch soll ein Unterschied unter den Opfern gehalten werden, also, das eines Priesters oder ganzen Gemeinde Übertretung, oder eines Fürsten Misshandlung durch ein köstlicheres Opfer und mit mehr und größerer Mühe versöhnt werde als eines gemeinen Manns. [Nicht zwar, dass bei Gott ein Ansehen der Personen sei, sondern, dass dadurch zu verstehen gegeben werde, dass der Kirchendiener, Fürsten Personen oder der ganzen Gemeinde Übertretung viel schrecklicher sei als einer einfachen Person Misshandlung, weil vornehmer Leute Laster mit ihren Ärgernissen großen Schaden tun.]

3. nämlich so ein Priester, der gesalbt ist, sündigen würde, dass er das Volk ärgerte: Der soll für seine Sünde, die er getan hat, einen jungen Farren bringen, der ohne Wandel sei, dem Herrn zum Sündopfer.

Gesalbt ist: Nämlich, mit dem heiligen Öl, davon wir in 2. Mose 29 lesen.

Ärgerte] Nämlich, mit Worten oder mit der Tat, und ihnen Anlass gibt zu sündigen. [Denn das Volk folgt der Kirchendiener böse Gewohnheiten ganz bald und leicht nach.]

Nach Luther: Das ist: Mit Lehren oder Leben zufällig zur Sünde und Schuld Ursache gebe.

4. Und soll den Farren vor die Tür der Hütte des Stifts bringen, vor den Herrn und seine Hand auf desselben Haupt legen und schlachten vor dem Herrn.

Vor dem Herrn: Denn das hieß man vor dem Herrn, oder vor dem Angesicht Gottes getan, was bei der Hütte des Stifts verrichtet wurde, da Gott der Herr verheißen hatte, dass er wollte wohnen, und gegenwärtig sein.

5. Und der Priester, der gesalbt ist, soll des Farren Blutes nehmen und in die Hütte des Stifts bringen.

Bringen: Nämlich, im selben Teil der Hütte, welche das Heilige genannt wurde.

6. Und soll seinen Finger in das Blut tunken und damit siebenmal sprengen vor dem Herrn, vor dem Vorhang im Heiligen.

Siebenmal: [Damit anzuzeigen, dass das Blut Christi für die Sünde der ganzen Welt sollte zur genugsamen Absagung derselben vergossen werden.] Denn die siebte Zahl für eine Zahl der Vollkommenheit gehalten werden.

Vorhang: Nämlich, mit welchem das Allerheiligste verschlossen wurde.

7. Und soll desselben Blutes tun auf die Hörner des Räucheraltars, der vor dem Herrn in der Hütte des Stifts steht, und alles Blut gießen an den Boden des Brandopferaltars, der vor der Tür der Hütte des Stifts steht.

Vor dem Herrn: Denn unser Gebet, so für die Vergebung der Sünden geschieht, und durch das Räucherwerk angezeigt wurde, ist aus Kraft des Leidens Christi Gott angenehm und gefällig.

In der Hütte: Nämlich, im selben Teil, so das Heilige genannt wurde.

Hütte-Tür: Nämlich, im Hof, nicht weit von der vorderen Tür des Hofes. [Es wurde aber das übrige Blut an den Boden des Altars gegossen und mit Füssen getreten, dadurch der Heilige Geist hat wollen zu verstehen geben, dass etlicher Leute Undankbarkeit so groß sein werde, dass sie das Blut Christi, mit halsstarriger Verlästerung und das Evangelium von sich stoßen, gleichsam werde mit Füssen getreten {Hebr 10}.]

8. Und alles Fett des Sündopfers soll er heben, nämlich das Fett am Eingeweide,

Heben: Nämlich, über sich, in die Höhe.

9. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das Netz über der Leber, an den Nieren abgerissen,

10. gleichwie er es hebt vom Ochsen im Dankopfer; und soll es anzünden auf dem Brandopferaltar.

Dankopfer: Ist also dies Opfer etlichermaßen ein gemengtes Opfer gewesen, vom Sühneopfer und Dankopfer. [Nicht zwar, dass unsere Werke, mit denen wir unsere Dankbarkeit gegen Gott erzeigen, etwas vermögen, die Sünde vor Gott zu versöhnen, sondern dass wir dadurch erinnert werden, wie wir dem Sohn Gottes schuldig sind, dass wir uns dankbar gegen ihn verhalten, als der sich selbst für uns geopfert hat.]

11. Aber das Fell des Farren mit allem Fleisch samt dem Kopf und Schenkel und das Eingeweide und den Mist,

12. das soll er alles hinausführen außer dem Lager an eine reine Stätte, da man die Asche hinschüttet, und soll es verbrennen auf dem Holz mit Feuer.

Außerdem: [Denn Christus, da er für uns gelitten hat, ist nicht in der Stadt Jerusalem, sondern hinaus für das Tor geführt, und gekreuzigt wurden, dadurch er uns locken will, dass wir mit ihm aus dem Lager gehen, und seine Schande tragen, das ist, dass wir unsere Schmach geduldig leiden, die uns um Christi willen zugefügt wird, in Betrachtung, dass wir in dieser Welt keine bleibende Stadt haben, sondern die künftige suchen sollen {Hebr 13}.]

Asche: Welche von den Opfern übergeblieben und dergestalt wurde des Priesters Sünde mit einem Opfer versöhnt.

13. Wenn es eine ganze Gemeinde in Israel versehen würde, und die Tat vor ihren Augen verborgen wäre, dass sie irgend wider ein Gebot des Herrn getan hätten, das sie nicht tun sollten, und sich also verschuldeten,

Versehen: Das ist: aus Unwissenheit sündigen würde, nicht der Meinung, dass sie dem Herrn vorsätzlicher, mutwilligerweise widerstrebe, sondern aus Schwachheit des Fleisches.

14. und danach ihrer Sünde innewürden, die sie getan hätten: sollen sie einen jungen Farren darbringen zum Sündopfer und vor die Tür der Hütte des Stifts stellen.

15. Und die Ältesten von der Gemeinde sollen ihre Hände auf sein Haupt legen vor dem Herrn und den Farren schlachten vor dem Herrn.

Ältesten: Das ist: Die Vornehmsten im Volk, so vor anderen im Ansehen sind.

Legen: Und also des ganzen Volkes Sünde bekennen und die selbige durch den Glauben auf Christus legen, welcher das rechte Opfer gewesen ist für der ganzen Welt Sünde.

Schlachten: Nämlich, der Priester.

16. Und der Priester, der gesalbt ist, soll des Blutes vom Farren in die Hütte des Stifts bringen.

Gesalbt: Mit dem heiligen Öl.

Hütte: Nämlich, in das Heilige.

17. und mit seinem Finger hinein tunken und siebenmal sprengen vor dem Herrn, vor dem Vorhang.

Vorhang: Welcher war zu Eingang des Allerheiligsten.

18. Und soll des Blutes auf die Hörner des Altars tun, der vor dem Herrn steht in der Hütte des Stifts, und alles andere Blut an den Boden des Brandopferaltars gießen, der vor der Tür der Hütte des Stifts steht.

Altars: Nämlich, des Räucheraltars.

der Hütte: Nämlich, im Heiligen.

Tür: Das ist: im Hof, nicht weit von der Tür des Hofes.

19. Alles sein Fett aber soll er heben und auf dem Altar anzünden.

20. Und soll mit dem Farren tun, wie er mit dem Farren des Sündopfers getan hat. Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird es ihnen vergeben.

Tun: Das ist: Man soll gleiche Zeremonien gebrauchen, wie sie bei des Priesters Sündopfer gehalten wurden.

Vergeben: [Denn Christus hat uns durch das Opfer seines Todes mit seinem himmlischen Vater versöhnt, also, dass alle, die an ihn glauben, einen gnädigen Gott haben.]

21. Und soll den Farren außerdem Lager führen und verbrennen, wie er den vorigen Farren verbrannt hat. Das soll das Sündopfer der Gemeinde sein.

Farren: Nämlich, das Fleisch, Haupt, Füße, Eingeweide, Haut und Mist des Farren.

der Gemeinde: [Denn eines ganzen Volkes Sünde ist schwerer als einer einigen Person.]

22. Wenn aber ein Fürst sündigt und irgend wider des Herrn, seines Gottes, Gebote tut, dass er nicht tun sollst, und versieht es, dass er sich verschuldet,

23. und wird seiner Sünde inne, die er getan hat: Der soll zum Opfer bringen einen Ziegenbock ohne Wandel;

Innen: Die er zuvor entweder nicht verstanden oder doch nicht geachtet hat. [Es pflegen aber der Obrigkeit Übertretungen große Ärgernisse zu geben, und tun großen Schaden.]

24. und seine Hand auf des Bocks Haupt legen und ihn schlachten an der Stätte, da man die Brandopfer schlachtet vor dem Herrn. Das sei ein Sündopfer.

Schlachten: Nämlich, der Priester.

25. Da soll denn der Priester des Blutes von dem Sündopfer nehmen mit seinem Finger und auf die Hörner des Brandopferaltars tun und das andere Blut an den Boden des Brandopferaltars gießen.

Brandopfers: Und nicht auf den Rauchaltar, wie bei des Priesters Sündopfer geschehen. [Denn die Ämter der Kirchendiener und der weltlichen Obrigkeit sind verschieden.]

26. Aber alles sein Fett soll er auf dem Altar anzünden, gleichwie das Fett des Dankopfers. Und soll also der Priester seine Sünde versöhnen, so wird es ihm vergeben.

Vergeben: Wegen des Opfers Christi, welches durch dies Opfer bedeutet wurde.

27. Wenn es aber eine Seele vom gemeinen Volk unwissentlich sündigt, dass sie irgend wider der Gebote des Herrn eines tut, das sie nicht tun sollte, und sich also verschuldet,

Sündigt: Aus Unverstand und nicht vorsätzlicherweise, Gott zu widerstreben.

28. und ihrer Sünde inne wird, die sie getan hat: Die soll zum Opfer eine Ziege bringen ohne Wandel für die Sünde, die sie getan hat;

29. und soll ihre Hand auf des Sündopfers Haupt legen und schlachten an der Stätte des Brandopfers.

Schlachten: Nämlich, der Priester.

Des Brandopfers: Da man zu schlachten pflegt, was man zum Brandopfer machen wollte.

30. Und der Priester soll des Blutes mit seinem Finger nehmen und auf die Hörner des Altars des Brandopfers tun und alles Blut an des Altars Boden gießen.

31. All sein Fett aber soll er abreißen, wie er das Fett des Dankopfers abgerissen hat, und soll es anzünden auf dem Altar zum süßen Geruch dem Herrn. Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird es ihr vergeben.

Abreißen: Nämlich, überall vom Fleisch und Eingeweide der Ziegen.

Altar: Nämlich, dem Brandopfer Altar.

Zum süßen: Das ist: Das Gott durch solches ihm angenehmes Opfer sich versöhnen lasse.

32. Wird er aber ein Schaf zum Sündopfer bringen, so bringe er, das ein fehlerloses weibliches Tier,

33. und lege seine Hand auf des Sündopfers Haupt und schlachte es zum Sündopfer an der Stätte, da man die Brandopfer schlachtet.

Schlachte: Nämlich, der Priester.

34. Und der Priester soll des Blutes mit seinem Finger nehmen und auf die Hörner des Brandopferaltars tun und alles Blut an den Boden des Altars gießen.

Des Blutes: Von dem geschlachteten Schaf.

35. Aber all sein Fett soll er abreißen, wie er das Fett vom Schaf des Dankopfers abgerissen hat, und soll es auf dem Altar anzünden zum Feuer dem Herrn. Und soll also der Priester versöhnen seine Sünde, die er getan hat, so wird es ihm vergeben.

Altar: Nämlich, des Brandopfers.

Anzünden: Was sonst vom Fleisch und anderem an diesem Opfer übergeblieben, ist solches ohne Zweifel außer dem Lager verbrannt worden, wie bei anderen vorigen Opfern geschehen. [Es waren aber der gemeinen Leute Opfer geringer als anderer vornehmer Personen, weil es einigen schlechten Menschen Übertretung nicht so große Ärgernisse bringt als eines Priesters, einer ganzen Gemeinde oder eines Fürsten.]


Das 5. Kapitel


I. Vom Opfer für eine angehörte und verschwiegene Lästerung oder Fluch, v. 1. II. Opferung für die Verunreinigung des Leibes, durch Anrührung eines unreinen Dinges, v. 2. III. Opferung für einen vergeblich getanen Eid, v. 4. IV. Opfer für die einbehaltenen Zehnten, Erstlinge und dergleichen, v. 14. V. Opfer für ein ängstiges Gewissen, v. 17. VI. Opfer zur Aussöhnung des Meineids, v. 1.

1. Wenn eine Seele sündigen würde, dass er einen Fluch hörte, und er des Zeuge ist, oder gesehen oder erfahren hat und nicht angesagt, der ist einer Missetat schuldig.

Sündigen: Mose erzählt jetzt insbesondere etliche Sünden, die man mit Opfern versöhnen müsse, und setzt bald danach hinzu, welchergestalt die Versöhnung geschehen soll.

Gesehen: Das ist: Da er gewiss weiß, dass jemand wider seinen Nächsten einen Fluch ausgestoßenen hat, mit des göttlichen Namens Missbrauch. Denn Mose gebraucht an diesem Ort das Wort Sehen, wie auch an anderen mehr Orten oft für „gewiss wissen“.

Schuldig: Das ist: Er hat eine schwere Sünde begangen, darin er Gott in seine Strafe gefallen ist, in dem, dass er den Missbrauch und die Schmach des göttlichen Namens hat lassen zu Ohren gehen und dazu geschwiegen. [Denn obwohl sonst aus christlicher Liebe man des Nächsten Fehler und Mängel zudecken soll: Da es jedoch die Majestät und Ehre des göttlichen Namens betrifft, so muss man vielmehr Gott als den Nächsten in Achthaben.]

2. Oder wenn eine Seele etwas Unreines anrührt, es sei ein Aas eines unreinen Tieres oder Viehes oder Gewürms, und wüsste es nicht, der ist unrein und hat sich verschuldet.

Unreines: Dass vom Gesetze Moses für unrein gehalten und geschätzt wurde.

Wüsste nicht: Oder hätte es aus der acht gelassen, dass er etwas Unreines angerührt hat.

3. Oder wenn er einen unreinen Menschen anrührt, irgendetwas, dadurch der Mensch unrein werden kann, und wüsste es nicht, und wird es inne, der hat sich verschuldet.

Unrein: Das ist: Wenn jemand einen anderen Menschen, der an irgendeinem Dinge sich verunreinigt hat, oder von Gerät etwas anrührt, das zuvor ein Unreiner auch angerührt hat.

wird es innen: Dass er, nämlich, mit Anregung eines unreinen Dinges sich verunreinigt habe.

Verschuldet: Denn das jüdische Volk musste sich von allen unreinen Sachen enthalten oder doch bald mit Wasser sich wiederum abwaschen und reinigen, tat jemand das nicht, so hatte er eine Sünde begangen. Dadurch bedeutet wurde, dass die Christen vor aller Uneinigkeit der Sünden sich mit höchstem Fleiß hüten sollten. Und wurden im Gesetz den Juden viele Dinge als unrein vorgestellt, welche doch ihrer Art und Natur wegen vor Gott nicht unrein waren, damit Gott dem menschlichen Geschlecht seine geistliche Unreinigkeit vor die Augen malen wollte, welche macht, dass einem Menschen, der mit Sünden befleckt ist, auch solche Sachen, die an sich selbst rein sind, unrein werden, dergestalt, dass ihr Brauch vor Gott für unrein geachtet wird, wenn er mit denselben nicht recht, aus Glauben, umgeht.)

4. Oder wenn eine Seele schwört, dass ihm aus dem Munde entfährt, Schaden oder Gutes zu tun (wie denn einem Menschen ein Schwur entfahren mag, ehe er es bedacht), und wird es inne, der hat sich an der einem verschuldet.

Entfährt: Das ist: Wenn er aus Unbedachtsamkeit mit einem Eid sich verbindet, dass er einem anderen etwas Böses oder Gutes tun wolle.

Einem: Nämlich, der Sünden, wie sie von Anfang her dieses Kapitels erzählt wurden.

5. Wenn es nun geschieht, dass er sich der einen verschuldet und erkennt sich, dass er daran gesündigt hat,

Erkennt sich: Also, dass er dem Priester seine Sünde, die er begangen, anzeigt und bekennt. [Denn wenn wir unserem rechten Hohepriester Christo unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns unsere Sünden verzeiht, und uns reinigt von aller Untugend {1Joh 1 Ps 32}.]

6. so soll er für seine Schuld dieser seiner Sünde, die er getan hat, dem Herrn bringen von der Herde eine Schaf- oder Ziegenmutter zum Sündopfer; so soll ihm der Priester seine Sünde versöhnen.

7. Vermag er aber nicht ein Schaf, so bringe er dem Herrn für seine Schuld, die er getan hat, zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die erste zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer.

Nicht ein: Nämlich, Armuts wegen. [Denn die Armen sind Gott auch lieb.]

8. Und bringe sie dem Priester, der soll die zum Sündopfer gebrachte Taube den Kopf abkneifen hinter dem Genick, und nicht abbrechen.

Abbrechen: Das ist: Der Kopf soll nicht allerdings abgerissen werden, sondern an dem Rumpf hängen bleiben. [Denn Christus, als das Haupt der Kirche, wird von derselben, als seinem geistlichen Leibe, nie aussortiert.]

9. Und sprenge mit dem Blut des Sündopfers an die Seite des Altars und lasse das übrige Blut ausbluten an des Altars Boden. Das ist das Sündopfer.

Sündopfer: Welches (Es sei gleich von der Turteltaube oder junge Taube) wenn das Blut davon gekommen war, später ganz dem Priester bleibt.

10. Die andere aber soll er zum Brandopfer machen nach seinem Recht. Und soll also der Priester ihm seine Sünde versöhnen, die er getan hat; so wird es ihm vergeben.

Recht: Nämlich, wie von den Brandopfern zuvor im ersten Kapitel gemeldet wurde.

11. Vermag er aber nicht zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, so bringe er für seine Sünde sein Opfer, einen zehnten Teil Epha Semmelmehl zum Sündopfer. Er soll aber kein Öl darauf legen noch Weihrauch darauf tun: Denn es ist ein Sündopfer.

Nicht zwei: Dass er so ganz arm ist und nicht so viel zum Besten hat.

Zehnten: Welches sonst ein Gomor genannt wurde, und so viel in sich hielte, als zufällig ein Mensch auf einen Tag essen möchte.

Sünde Opfer: Und kein Speiseopfer. Das also sei ein Unterschied zwischen diesen beiden Opfern. Es wurde aber weder Öl noch Weihrauch zu diesem Sündopfer gebraucht, damit anzuzeigen, dass weder unsere guten Werke noch Gebet vor Gott angenehm sind, wir seien denn zuvor mit dem Blut des Sohnes Gottes durch den Glauben mit dem himmlischen Vater versöhnt.)

12. Und soll es zum Priester bringen. Der Priester aber soll eine Handvoll davon nehmen zum Gedächtnis und anzünden auf dem Altar zum Feuer dem Herrn. Das ist ein Sündopfer.

Gedächtnis: Dass Gott seiner mit Gnaden wolle denken, solche Opfer gnädiglich ansehen, und sich dessen, der es opfert, mit Gnaden annehmen, und ihm seine Sünde um Christi willen aus Gnaden verzeihen.

13. Und der Priester soll also seine Sünde, die er getan hat, ihm versöhnen, so wird es ihm vergeben. Und soll des Priesters sein wie ein Speiseopfer.

Sünde: Welche zu Anfang des Kapitels erzählt sind.

Des Priesters: Nämlich, der übrige Teil. Denn wie vom Speiseopfer dem Priester sein Teil gebührte, also auch hat man ihm von diesem Sündopfer sein Teil geben müssen, weil die Priester von den Opfern ihre Nahrung hatten. [Und ist ein Arbeiter seines Lohns wert.]

14. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

15. Wenn sich eine Seele vergreift, dass sie es versieht, und sich versündigt an dem, das dem Herrn geweiht ist, soll sie ihr Schuldopfer dem Herrn bringen, einen Widder ohne Wandel von der Herde, der zwei Sekel Silbers wert sei nach dem Sekel des Heiligtums, zum Schuldopfer.

Vergreift: Und tut wider der Gebote Gottes eines.

geweiht ist: Das ist: Wenn er die Erstlinge oder Zehnten aus Vergessenheit oder Unbedachtsamkeit dem Herrn nicht gegeben hat oder etwas anderes, das dem Herrn zum Gottesdienst geheiligt ist, es sei gleich aus freiem Willen geschehen oder weil es das Gesetz fordert, den Priestern nicht bringen wird.

Sekel: Ein Sekel aber des Heiligtums hatte den Wert eines Talers.

16. Dazu, was er gesündigt hat an dem Geweihten, soll er wiedergeben und das fünfte Teil darüber geben, und soll es dem Priester geben; der soll ihn versöhnen mit dem Widder des Schuldopfers, so wird es ihm vergeben.

Gesündigt hat: Dass er aus Fahrlässigkeit nicht zur Hütte brachte und zum Gottesdienst nicht gegeben hat, wie er sollte.

Fünfte Teil: Dessen, so er dem Gottesdienst entwendet. [Denn der tut nicht rechtschaffene Buße, welcher das entwendete Gut, da er wohl kann, nicht wieder gibt.]

17. Wenn eine Seele sündigt, und tut wider irgendein Gebot des Herrn, das sie nicht tun sollte, und es nicht wusste, die hat sich verschuldet und ist einer Missetat schuldig.

Nicht wusste: Nämlich, eigentlich und für gewiss, ob sie möchte gesündigt haben oder nicht. Will so viel sagen: Wenn einer in seinem Gewissen zweifeln würde, ob er etwas begangen, das Gott der Herr verboten hätte, und also sein Gewissen ihn gleichsam etlichermaßen anklagt, dass er sich verschuldet hatte, darin er sich sorgte, er müsse der göttlichen Strafe gewärtig sein, der soll sein verwundetes Gewissen nicht also verletzt bleiben lassen, sondern mit einem Schuld- oder Sühneopfer solche Wunde des Gewissens wieder heilen. [Denn ein unbeständiges Gewissen, das im Zweifel steht, verhindert das Gebet und nimmt den Menschen immer das Vertrauen zu Gott hinweg.]

18. Und soll bringen einen Widder von der Herde ohne Wandel, der eines Schuldopfers wert ist, zum Priester; der soll ihm seine Unwissenheit versöhnen, die er getan hat, und wusste es nicht; so wird es ihm vergeben.

Ohne Wandel: [Solcher Widder, an dem kein Fehler noch Mangel war, hat Christus bedeutet, den Führer oder Vorgänger seiner Kirche und Herde.]

Wert: Das ist: Welchen der Priester schätzen wird, dass er so viel gelte, als sich es gebührt, zum Opfer für die Versöhnung der Sünden.

Versöhnen: Denn er sonst, weil er einen nagenden Wurm in seinem Gewissen gehabt, sich keiner Gnade zu Gott gewisslich sein konnte, bis er durch das Opfer wiederum bei Gott ausgesöhnt wurde. [Denn darauf sollen wir mit allem Fleiß achthaben, dass wir ein gutes Gewissen behalten. Solches geschieht aber, wenn wir dem Herrn Christo bekennen, was wir meinen, dass von uns Unrecht getan sei, und in seinem Namen von dem himmlischen Vater um Vergebung unserer Sünden bitten durch die Kraft des Verdienstes und Leidens Christi.]

19. Das ist das Schuldopfer, das er dem Herrn verfallen ist.


Das 6. Kapitel


I. Erstlich wird befohlen, dass das Feuer, so vom Himmel gefallen, immer auf dem Altar soll gehalten werden, zum Brauch der Opfer, und nie verlösche, v. 8. II. Danach werden noch mehr Gebote und Gesetze vorgeschrieben, von dem Speiseopfer, wie man dasselbe recht opfern soll, v. 19. III. Auch wird von den Brandopfern noch etwas weiter hinzugetan, v. 24.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Wenn eine Seele sündigen würde und sich an dem Herrn vergreifen, dass er seinem Nebenmenschen verleugnet, was er ihm befohlen hat, oder das ihm zu treuer Hand getan ist, oder das er mit Gewalt genommen, oder mit Unrecht zu sich gebracht,

Vergreifen: Nämlich, dass er einen falschen Eid tut, wie bald später folgt.

3. oder, dass verloren ist, gefunden hat, und leugnet solches mit einem falschen Eide, wie es der eines ist, darin ein Mensch wider seinen Nächsten Sünde tut:

4. wenn‘s nun geschieht, dass er also sündigt und sich verschuldet, soll er wiedergeben, was er mit Gewalt genommen, oder mit Unrecht zu sich gebracht, oder was ihm befohlen ist, oder was er gefunden hat,

Wiedergeben: Nämlich dem, welchem er es durch Betrug oder durch andere Wege entwendete.

Befohlen: Zu treuen Händen bei ihm hinterlegt ist.

5. oder worüber er den falschen Eid getan hat; das soll er alles ganz wiedergeben, dazu das fünfte Teil darüber geben dem, des es gewesen ist, des Tages, wenn er sein Schuldopfer gibt.

Ganz: Nämlich, so viel er seinem Nächsten entwendet hat.

Fünfte Teil: Das ist: Er soll lassen schätzen, wie viel dasselbe wert ist, darum er seinen Nächsten betrogen hat, und soll danach zugleich mit und über den ganzen Wert den fünften Teil noch dazugeben.

Des Tages: Das ist: Er soll die Bezahlung und Wiedererstattung nicht aufschieben, auch nicht ehe opfern, er habe denn zuvor mit seinem Nächsten sich wiederum verglichen {Mt 5}.

6. Aber für seine Schuld soll er dem Herrn zu dem Priester einen Widder von der Herde ohne Wandel bringen, der eines Schuldopfers wert ist.

Schuld: Das ist: Seinen Meineid zu versöhnen.

Widder: Dass er denselben opfere.

wert: Das ist: der also beschaffen ist, dass ihn der Priester tauglich genug dazu erachtet, damit seine Sünde möge versöhnt werden. [Christus aber ist das aller vollkommene und würdigste Opfer, und der ganzen Welt Sünde zu versöhnen, ausreichend {1Joh 2}.]

7. So soll ihn der Priester versöhnen vor dem Herrn; so wird ihm vergeben alles, was er getan hat, daran er sich verschuldet hat.

Versöhnen: [Welcher verleugnet, und dazu einen Eid darauf tut, dass er eine Sache, die er gefunden, oder auch, dass bei ihm hinterlegt ist, nicht habe, der sündigt nicht aus Unwissenheit, sondern vorsätzlich, und erlangt dennoch Verzeihung. Darum sollen auch diejenigen Sünder, welche wider das Gewissen gesündigt haben, sofern sie Buße tun, nicht verzagen, sondern auf das Leiden Christi, des Sohnes Gottes ihre Hoffnung und Vertrauen setzen.]

8. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Redet: Von den Opfern hat Gott zuvor genügsamen Unterricht gegeben, soviel des Orts nötig war: Jetzt setzt er noch etliche denkwürdige Sachen hinzu, die man bei allen Opfern beachten soll.

9. gebietet Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des Brandopfers. Das Brandopfer soll brennen auf dem Altar die ganze Nacht bis an den Morgen. Es soll aber allein des Altars Feuer darauf brennen.

Das Gesetz: Das ist: Darauf sollt ihr weiter bei den Brandopfern achthaben.

Altar: Das ist: Auf die Erde, damit der Altar aufgefüllt ist.

Morgen: Nämlich, bis das ganze Opfer allerdings zu Asche verbrannt wurde.

Altars Feuer: Das ist: Das Brandopfer soll von keinem fremden Feuer, so man anderes woher brachte, verzehrt werden, sondern vom Feuer, das man auf dem Altar immer erhalten soll, welches vom Himmel herabgefallen war und die Opfer verzehrt hatte, die Aaron und seine Söhne geweiht wurden {3Mos 9}. Mit solchem und keinem anderen Feuer sollten die Opfer verbrannt werden.

10. Und der Priester soll seinen leinenen Rock anziehen und die leinerne Niederwand an seinen Leib; und soll die Asche aufheben, die das Feuer des Brandopfers auf dem Altar gemacht hat, und soll sie neben den Altar schütten.

Anziehen: Nämlich, wenn das Brandopfer zu Asche verbrannt ist.

Schütten: Nämlich, in eiserne Töpfe, davon in 2. Mose 27 Meldung geschah.

11. Und soll seine Kleider danach ausziehen und andere Kleider anziehen und die Asche hinaustragen außer dem Lager an eine reine Stätte {3Mos 4v12}.

Ausziehen: Nämlich, die leinenen Kleider, welche er angehabt, da er das Opfer verrichtete.

Andere Kleider: Die er sonst täglich brauchte.

Hinaus tragen: Solche Austragung der Asche vom Brandopfer hat bedeutet das Begräbnis Christi. Denn gleichwie die Asche aus dem Lager an einen reinen Ort getragen wurde, also ist Christus außerhalb der Stadt im Garten in ein neues Grab begraben worden. Und hat mit seinem unverweslichen Leibe unsere Gräber geheiligt, dass, obwohl unsere Leiber zu Staub und Asche werden, sie dennoch einmal eins wiederum auferstehen werden zu der seligen Unsterblichkeit. [Darum man auch der Christen Körper an saubere und ehrliche Örter begraben soll.]

12. Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nie verlöschen; der Priester soll da alle Morgen Holz darauf anzünden und oben darauf das Brandopfer zurichten und das Fett der Dankopfer darauf anzünden.

Feuer: Nämlich, so vom Himmel gefallen ist.

Zurichten: Nämlich, zu seiner Zeit, dass es darauf verbrannt wurde.

Anzünden: Das ist: So oft dergleichen Opfer gebracht werden, so sollen sie mit demselben und keinem anderen Feuer verbrannt werden.

13. Ewig soll das Feuer auf dem Altar brennen und nie verlöschen.

Verlöschen: Das ist: Die Priester sollen mit Fleiß acht darauf haben, dass solche Feuer auf dem Altar nie ausgehen. [Dies Feuer bedeutet das Leiden und die Trübsale Christi. Deren Gedächtnis sollen die Kirchendiener mit Fleiß aufbewahren, denn man soll den Tod des Herrn verkündigen, bis er komme {1Kor 11}. Und Paulus bezeugt, dass er nichts wisse, denn Christus den Gekreuzigten {1Kor 2}.]

14. Und das ist das Gesetz des Speiseopfers, das Aarons Söhne opfern sollen vor dem Herrn auf dem Altar.

Speise-Opfers: Welches von rohem oder gebackenem Semmelmehl gemacht wurde, denn von demselben Opfer Mose hier noch etwas Weiteres anzeigen will, davon er sonst auch zuvor im anderen Kapitel dieses Buches geredet.

Opfern sollen: Das ist: Also und auf diese Weise sollen die Priester mit dem Speiseopfer umgehen, welches sie dem Herrn opfern wollen.

15. Es soll einer heben seine Hand voll Semmelmehls vom Speiseopfer und des Öles und den ganzen Weihrauch, der auf dem Speiseopfer liegt und soll es anzünden auf dem Altar zum süßen Geruch, ein Gedächtnis dem Herrn.

Gedächtnis: Das ist: damit Gott an solche Opfer ein Gefallen trage und dessen mit Gnaden denke, der es für sich opfern lasse.

16. Das Übrige aber sollen Aaron und seine Söhne verzehren; und sollen es ungesäuert essen an heiliger Stätte, im Vorhof der Hütte des Stifts.

Verzehren: Das ist: Die Priester sollen ihre Nahrung davon haben. [Denn man ist den Kirchendienern ihre Unterhaltung zu geben schuldig.]

Ungesäuert: Das ist: Er soll keinen Sauerteig darunter mischen, dass er wollte gesäuertes Brot daraus machen.

17. Sie sollen es nicht mit Sauerteig backen; denn es ist ihr Teil, das ich ihnen gegeben habe von meinem Opfer. Es soll ihnen das Allerheiligste sein, gleichwie das Sündopfer und Schuldopfer {3Mos 2v11}.

18. Was männlich ist unter den Kindern Aarons, soll es essen. Das sei ein ewiges Recht euren Nachkommen an den Opfern des Herrn: Es soll sie niemand anrühren, er sei denn geweiht {4Mos 18v9 v10}.

Nachkommen: Das ist: Solange das levitische Priestertum bestehen wird, sollt ihr solches halten.

geweiht: Das ist: Welcher mit dem, was vom Speiseopfer übergeblieben ist, umgehen oder davon essen will, der soll sehen, dass er heilig sei, und sich nicht verunreinigt habe. [Das Speiseopfer bedeutet Christus, der ist am Kreuz ein Opfer gewesen, aber im Heiligen Abendmahl ist er unsere Speise. Davon sollen allein die Priester, das ist, die Christgläubigen, essen, denn dieselben sind Priester vor Gott {1Petr 2}. Und sollen davon allein essen, was Mannsbilder sind, nicht zwar, dass die Weiber auch nicht Miterben wären der Gnaden {1Petr 3}, denn in Christo ist weder Mann noch Weib {Gal 3}. Sondern damit anzuzeigen, dass Christus denen zugehöre, welche nicht unbeständig sind in der Lehre und von mancherlei widerwärtigen Meinungen sich nicht umtreiben lassen, sondern bei der gesunden Lehre und in der Frömmigkeit, auch mit ihres Leibes und Lebens Gefahr, durch die Gnade Gottes zu verharren männlich, und beständiglich gesinnt sein. Es soll aber des Herrn Nachtmahl an einem heiligen Ort und an einer ebensolchen Stätte, das ist bei den Gläubigen, welche rechtschaffene Glieder der christlichen Kirche sind, gehalten werden und nicht bei der Ketzer Versammlungen. Der Sauerteig bedeutet die Verfälschung der christlichen Lehre und böse verdorbenen Sitten, vor welchen beiden die Christen mit allem Fleiß sich hüten sollen.]

19. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

20. Das soll das Opfer sein Aarons und seiner Söhne, das sie dem Herrn opfern sollen am Tage seiner Salbung: das zehnte Teil Epha vom Semmelmehl des täglichen Speiseopfers, eine Hälfte des Morgens, die andere Hälfte des Abends.

Das soll] Was bis daher vom Speiseopfer vorgebracht wurde, hat im Allgemeinen bei allen gegolten: Jetzt folgt insbesondere etwas, so die Priester bei diesem Opfer achthaben sollen.

Opfer: Nämlich, das Speiseopfer.

Salbung: Das ist: welches der Priester, so im Hohepriesteramt dem Aaron oder seinen Söhnen nachfolgen wird, opfern soll, am selben Tage, wenn er zum Hohepriester geweiht wird.

Zehnte: Das ist: Ein Gomor, soviel, nämlich, eine Person zur täglichen Speise genug hat.

Morgens: Nämlich, am selben Tage, da er gesalbt wird.

21. In der Pfanne mit Öl sollst du es machen und geröstet darbringen; und in Stücken gebacken sollst du solches opfern zum süßen Geruch dem Herrn.

Gebacken: Das ist: Solches Opfer soll nicht roh, sondern in der Pfanne gebacken und in Stücke zerteilt, geopfert werden.

22. Und der Priester, der unter seinen Söhnen an seiner statt gesalbt wird, soll solches tun. Das ist ein ewiges Recht dem Herrn; es soll ganz verbrannt werden.

Ewiges Recht] Das ist: Gott will, dass diese Gesetze immer und immer gehalten werden, solange das levitische Priestertum währte.

Ganz: Dass nichts übrig bleibe. [Es ist aber dies Speiseopfer des Hohepriesters allerdings verbrannt worden, damit anzuzeigen, dass unser Hohepriester, Christus, das vollkommene und Gott angenehmste Opfer verrichten werde.]

23. Denn alle Speiseopfer eines Priesters sollen ganz verbrannt und nicht gegessen werden.

24. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

25. Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des Sündopfers: An der Stätte, da du das Brandopfer schlachtest, sollst du auch das Sündopfer schlachten vor dem Herrn; das ist das Allerheiligste {3Mos 1v3 v5}.

Sage: Im Folgenden wird vom Sündopfer etwas weiter erklärt, davon zuvor im vierten Kapitel auch gehandelt wurde.

Das Gesetz: Das ist: Diese Zeremonien sollt ihr bei dem Opfer, das für die Sünde geschlachtet wird, in Achthaben.

Schlachtest: Es wurde aber das Brandopfer zur Seite des Brandopfersaltars geschlachtet.

26. Der Priester, der das Sündopfer tut, soll es essen an heiliger Stätte, im Vorhof der Hütte des Stifts.

Tut: Nämlich, für einen Fürsten oder auch eine gemeine Standesperson. Denn die Opfer, so für eines Priester oder ganzen Gemeinde Sünde geopfert würden, davon hier nicht gehandelt wird, mussten ganz und ganz verbrannt werden, zum Teil auf dem Altar, zum Teil außer dem Lager, und wurde nichts von denselben gegessen, wie aus dem vorigen vierten Kapitel zu sehen.

Essen: Nämlich, was vom Sündopfer übergeblieben ist.

27. Niemand soll seines Fleisches anrühren, er sei denn geweiht. Und wer von seinem Blut ein Kleid besprengt, der soll das besprengte Stück waschen an heiliger Stätte.

geweiht: Das ist: Er soll sehen, dass er sauber, rein und heilig sei, damit er durch sein Anrühren das heilige Fleisch nicht verunreinige und einer Sünde schuldig werde.

Seinem: Nämlich, des Speise-Opfers.

Heiliger stets: Das ist: In der Hütte, denn die Blutstropfen, damit das Kleid bespritzt ist, sollen nicht aus der Hütte an einen gemeinen Ort getragen werden.

28. Und den Topf, darin es gekocht ist, soll man zerbrechen. Ist es aber ein eherner Topf, so soll man ihn scheuern und mit Wasser spülen.

Zu brechen: Damit es nicht zukünftig zu anderen unheiligen und gemeinen Sachen gebraucht werde.

Spülen: Damit nichts Heiliges daran klebe, das später möchte verunreinigt werden. [Mit diesen Zeremonien wird uns der überaus köstliche Wert des Blutes Christi und seines Leidens vorgemalt, welches keineswegs soll verunreinigt oder entheiligt werden. Es wird aber das Blut Christi an einen unheiligen Ort getragen und sein Opfer verunreinigt, von denen, welche meinen, dass auch außer der christlichen Kirche, bei den Türken, Juden und Heiden, Vergebung der Sünden sei, wenn sie nur äußerlich einen ehrbaren Wandel führen. Ebenmäßig entheiligen das Opfer Christi auch diejenigen, welche zwar von demselben mit Worten fein und prächtig reden, aber ein unheiliges und schändliches Leben führen. Und welche mit gräulichem Fluchen durch das Leiden Christi ihrem Nächsten Böses wünschen.]

29. Was männlich ist unter den Priestern, sollen davon essen; denn es ist das Allerheiligste.

Davon: Nämlich, von dem Opfer, so für die Sünde geopfert wurde.

Allerheiligste: Darum gebührt nicht einem jeden davon zu essen. Und dies, was bisher gesagt wurde, ist von eines Fürsten oder einer gemeinen Staatsperson Sündopfer zu verstehen.

30. Aber all das Sündopfer, des Blut in die Hütte des Stifts gebracht wird, zu versöhnen im Heiligen, soll man nicht essen, sondern mit Feuer verbrennen.

Aber alle das: nach Luther – hier siehst du, dass Moses klar zweierlei Brauch des Sündopfers setzt, eines, da man das Blut nicht in das Heilige bringt zu versöhnen, solches mochten sie essen. Das andere, da man das Blut in das Heilige bringt zu versöhnen, solches musste man nicht essen, sondern außer dem Lager alles verbrennen. Davon in der Epistel an die Israeliten, 13, 11. und in diesem 3. B. M. Kapitel 4. 5.

Sündopfer: Nämlich, eines Priesters oder einer ganzen Gemeinde.

Heiligen: Da der Tisch und der Rauchaltar innen waren.

Verbrennen: Zum Teil auf dem Brandopfer-Altar, zum Teil außer dem Lager an einen reinen Ort, wie oben in Kapitel 4 gesagt wurde.


Das 7. Kapitel


I. Das Schuldopfer wird beschrieben, v. 1. II. Danach wird gelehrt, wie das Dankopfer soll beschaffen sein, und dass aus einem Gelübde geopfert wurde, v. 11. III. Auch wird verboten, dass man kein Fettes, so geopfert, oder von wilden Tieren zerrissen wurde, wie auch kein Blut essen soll, v. 28. IV. den Priestern werden etliche Stücke von den Opfern zugeordnet zu ihrer Nahrung, und Belohnung für ihre Arbeit, v. 31.

1. Und dies ist das Gesetz des Schuldopfers; und das ist das Allerheiligste.

Dies: Nämlich, was zum Teil oben erzählt wurde, zum Teil jetzt folgen wird, das sollt ihr halten und in Achthaben, wenn ihr ein Schuld-Opfer tun wollt. Das Schuldopfer aber ist nach etlicher Meinung gewesen, wenn zu dem Opfer noch eine Strafe hinzugetan wurde, als dass man den fünften Teil darüber geben musste, da jemand etwas, dass er seinem Nächsten entwendet, wiedergeben wollte. Aber das Sündopfer war, da Gott nur mit dem schlechten Opfer ohne ferne Strafe zufrieden war. Solche Wörter werden jedoch von Mose nicht immer so genau unterschieden.

Allerheiligste: Und kein schlechtes oder gemeines Opfer. [Denn Christus, welcher von den Propheten Jesaja Kapitel 53. von wegen des Amtes der Versöhnung ein Schuld-Opfer genannt wird, hat nicht ein gemeines Opfer getan, sondern hat sich selbst geopfert, da dann nichts heiliger sein kann.]

2. An der Stätte, da man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten und seines Blutes auf dem Altar umhersprengen.

Schlachter: Nämlich, an den Seiten des Brandopfer Altars gegen Mitternacht. [Denn Christus hat zu Jerusalem gelitten, an dem Ort, der dem Berge Zion gegen Mitternacht gelegen war.]

3. Und all sein Fett soll man opfern, den Schwanz und das Fett am Eingeweide,

Opfern: Nämlich, der Priester, so oft man solche Opfer verrichten soll.

4. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das Netz über der Leber, an den Nieren abgerissen.

5. Und der Priester soll es auf dem Altar anzünden zum Feuer dem Herrn. Das ist ein Schuldopfer.

6. Was männlich ist unter den Priestern, soll das essen an heiliger Stätte; denn es ist das Allerheiligste.

Allerheiligste: Davon nicht jedermann essen darf. Die Ursachen und Bedeutungen dieser Zeremonien sind in den vorigen Kapiteln ausreichend erklärt worden.

7. Wie das Sündopfer, also soll auch das Schuldopfer sein; aller beider soll einerlei Gesetz sein; und soll des Priesters sein, der dadurch versöhnt.

Wie das: Das ist: Es soll einerlei Weise mit beiden Opfern gehalten werden, soviel, nämlich, das, was folgt, anlangt.

Des Priesters sein: Das ist: Welcher Priester mit Zurichtung des Opfers ist bemüht gewesen, der soll auch das Fleisch, so vom Opfer übergeblieben ist, haben, und es an einem heiligen Ort essen. [Denn es ist richtig, dass, wer die Beschwerden trägt, auch den Nutzen davon habe.]

8. Welcher Priester jemandes Brandopfer opfert, des soll desselben Brandopfers Fell sein, das er geopfert hat.

Fell sind: Damit er nicht ganz vergebens und umsonst gearbeitet habe, weil das Fleisch des Brandopfers allerdings musste verbrannt und vom Feuer verzehrt werden.

9. Und alles Speiseopfer, das im Ofen oder auf dem Rost oder in der Pfanne gebacken ist, soll des Priesters sein, der es opfert.

Alles Speiseopfer: Nämlich, so überbleibt von dem anderen, das geopfert und verbrannt worden ist. Davon zuvor im 2. Kapitel gesagt wurde.

10. Und alles Speiseopfer, das mit Öl gemengt oder trocken ist, soll aller Aarons Kinder sein, eines wie des anderen.

Trocken: Da kein Öl zukommt.

Eines wie: Das ist: Wer unter den Söhnen Aarons opfern wird, dem soll das Übrige vom Speiseopfer zustehen, er sei gleich wer er wolle, keiner ist ausgenommen.

11. Und dies ist das Gesetz des Dankopfers, das man dem Herrn opfert.

Und dies: Jetzt kommt Mose wieder zu den Dank-Opfern, davon er zuvor im 3. Kapitel auch gehandelt. Solche erklärt er hier weitläufiger und beschreibt dieselben besonders zweierlei.

Gesetz: Das ist: Diese Zeremonien sollt ihr halten, wenn ihr ein Dankopfer tun wollt.

12. Wollen sie ein Lobopfer tun, so sollen sie ungesäuerte Kuchen opfern, mit Öl gemengt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen, und geröstete Semmelkuchen, mit Öl gemengt.

Lob-Opfer: Damit der, so es opfert, öffentlich bezeugt, dass er Gott Lob und Dank sage für die empfangenen Wohltaten. Und war dies die erste Art der Dankopfer.

Nach Luther: Diese zwei, Lob- und Dankopfer, sind in ein Opfer gerechnet. Dankopfer heißt, wenn sie Schaf, Ochsen, rc. geschlachtet haben. Lob-Opfer, wenn sie Fladen und Kuchen (wie ein Speiseopfer) dazugetan haben. Und nennt also eines das andere, dass es heißt Fleisch des Lob-Opfers, das ist, neben dem Lob-Opfer, also, Lob-Opfer des Dank-Opfers.

13. Sie sollen aber solches Opfer tun auf einem Kuchen von gesäuertem Brot zum Lobopfer seines Dankopfers.

Gesäuertem: Welches zum Teil dem Priester, zum Teil dem, der das Opfer brachte, zum Nutzen und zur Speise gereichte. Denn nach Vollendung der Opfer richtete man ein Wohlleben aus. Es wurde aber nichts davon zum Opfer gebraucht oder auf dem Altar verbrannt. Denn es wäre ein Gräuel gewesen vor Gott, wenn man etwas Gesäuertes geopfert hätte, wie aus dem vorhergehenden anderen Kapitel zu sehen.

14. Und soll einen von den allen dem Herrn zur Hebe opfern; und soll des Priesters sein, der das Blut des Dankopfers sprengte.

Einen: Von den gesäuerten Kuchen.

Hebt: Das ist: Der Priester soll dasselbe Brot vor dem Herrn in die Höhe heben. Mit welcher Zeremonie die Israeliten bekannten, dass sie alles Gut von dem Herrn empfingen, und darin sich selbst, samt allem, was sie hätten, ihm wiederum schuldig erkannten.

Priesters sind: Nämlich, das Brot, welches also vor dem Herrn in die Höhe gehoben wurde. [Denn ein Arbeiter ist seines Lohns wert.]

15. Und das Fleisch des Lobopfers in seinem Dankopfer soll desselben Tages gegessen werden, da es geopfert ist, und nichts übergelassen werden bis an den Morgen.

gegessen werden: Nämlich, von den Priestern und von denen, die das Opfer gebracht haben.

Nichts übergelassen: Sondern da man es nicht alles aufessen kann, soll man es mit Feuer verbrennen. [Das Lobopfer bedeutet die Danksagungen, damit die Christen Gott für die empfangenen Wohltaten loben und preisen {Hebr 13}. Solche Opfer sollen gegessen werden, weil sie noch frisch sind, und soll man nicht damit verziehen. Denn sobald als wir von Gott eine Wohltat empfangen haben, sollen wir ihm dafür danken, weil es uns noch in frischem Gedächtnis ist, und unser Herz vor Liebe gegen Gott brennt.]

16. Und es sei ein Gelübde oder freiwillig Opfer, so soll es desselben Tages, da es geopfert ist, gegessen werden; so aber etwas überbleibt auf den anderen Tag, soll man es doch essen.

Und es: Es folgt jetzt die andere Art der Dankopfer.

Gelübde: Damit sich jemand gebunden, dass er wolle Gott ein Opfer tun, wenn er diese oder jene Wohltat empfange, und seiner Bitte ist gewehrt worden, der soll solche Gelübde halten und sein Opfer tun nach den oben gemeldeten Zeremonien.

Freiwillig: Dass er sich mit keinem Gelübde dazu gebunden hat: Sondern dass er irgendeine Wohltat von Gott begehrt zu erlangen.

Geopfert ist: Nämlich, mit den Zeremonien, wie sie zuvor in Kapitel 3. und auch in diesem Kapitel beschrieben worden sind.

gegessen werden: Von den Priestern und von dem, der es zum Opfer gebracht hat.

anderen Tag: Nämlich, von dergleichen Opfern, die aus einem Gelübde oder von freiem Willen geschehen. [Man soll aber, was billige Gelübde sind, halten. Und wenn die Christen aus wahrer Demut und unverfälschter Liebe ihrem Nächsten Gutes tun (welche Guttaten wahrhaftige Dankopfer und Gott angenehm sind {Hebr 13}.) So erlangen sie oftmals wiederum von Gott größere Dinge, als sie hätten hoffen dürfen. Und sollen die Christen sich nicht überreden, dass sie ihrem Amt genug getan, wenn sie dem Nächsten einmal eine Guttat erzeigt haben, dass sie darin auch am dritten Tage, das ist, eine lange Zeit später, sich noch darüber freuen und dessen ein Ruhm haben wollten: Sondern sollen vielmehr die vorigen Guttaten immer, mit neuen und frischen, überschütten.]

17. Aber was von geopfertem Fleisch überbleibt am dritten Tag, soll mit Feuer verbrannt werden.

18. Und wo jemand am dritten Tage wird essen von dem geopferten Fleisch seines Dankopfers, so wird der nicht angenehm sein, der es geopfert hat; es wird ihm auch nicht zugerechnet werden, sondern es wird ein Gräuel sein; und welche Seele davon essen wird, die ist einer Missetat schuldig.

Zugerechnet: Das ist: Es wird eben sein, als wenn er es nie geopfert hätte.

Gräuel: Das ist: Gott wird das Opfer, samt dem, der es opfert, verwerfen und einen Ekel davor haben.

Essen wird: Nämlich, am dritten Tage.

Schuldig: Das ist: Gott wird ihn strafen.

19. Und das Fleisch, das etwas Unreines anrührt, soll nicht gegessen, sondern mit Feuer verbrannt werden. Wer reinen Leibes ist, soll des Fleisches essen.

Fleisch: Welches von dem Dankopfer übergeblieben ist.

Anrührt: Dadurch es auch verunreinigt wird.

20. Und welche Seele essen wird von dem Fleisch des Dankopfers, das dem Herrn gehört, derselben Unreinigkeit sei auf ihr, und sie wird ausgerottet werden von ihrem Volk.

Welche Seele: Oder Mensch, so da unrein ist.

Ausgerottet: Das ist: So jemand nach dem Gesetz Mose, nicht nur allein, dass er etwas Unreines angerührt, sondern auch anderer Ursachen wegen unrein geschätzt wird, und nichtsdestoweniger von dem übergebliebenen Opfer essen würde, den wird der Herr aus seinem Volk rotten. [Will deswegen Gott, dass wir unsere Opfer, damit wir uns dankbar gegen Gott erzeigen, das ist, den Ruhm und Preis seines göttlichen Namens, und andere gute Werke, weder mit Heuchelei noch anderen Lastern verunreinigen sollen.]

21. Und wenn eine Seele etwas Unreines anrührt, es sei ein unreiner Mensch, Vieh, oder was sonst gräulich ist, und vom Fleisch des Dankopfers isst, das dem Herrn gehört, die wird ausgerottet werden von ihrem Volk.

Anrührt: Und daher auch verunreinigt wird.

22. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

23. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Ihr sollt kein Fett essen von Ochsen, Lämmern und Ziegen {3Mos 3v17 9v10}.

Ziegen: Nämlich, wenn dergleichen Tiere dem Herrn sind zum Opfer gebracht worden.

24. Aber das Fett vom Aas, und was vom Wild zerrissen ist, macht euch zu allerlei Nutzen, aber essen sollt ihr es nicht.

Aas: Eines Tiers, so nicht geschlachtet oder getötet, sondern an einer Krankheit gestorben ist.

25. Denn wer das Fett isst vom Vieh, das dem Herrn zum Opfer gegeben ist, dieselbe Seele soll ausgerottet werden von ihrem Volk.

Gegeben: [Denn Gott will nicht, dass man zu anderen weltlichen Sachen gebrauche und anwende, was zur Erhaltung des Kirchenamts verordnet und vonnöten ist.]

26. Ihr sollt auch kein Blut essen, weder vom Vieh noch von Vögeln, wo ihr wohnt {3Mos 17v10 v14 19v26 5Mos 12v16 v23 Apg 15v29}.

Kein Blut: [Dass den Juden das Blut zu essen verboten wurde, erinnert die Christen, dass sie nicht grausam sein sollen.]

27. Welche Seele würde irgendein Blut essen, die soll ausgerottet werden von ihrem Volk.

28. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

29. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Wer dem Herrn sein Dankopfer tun will, der soll auch mitbringen, was zum Dankopfer dem Herrn gehört.

Mit bringen: Das ist: Wenn einer ein Dankopfer tun will, der soll das Opfer selber zum Priester bringen und alles, was dazugehört.

30. Er soll es aber mit seiner Hand herzubringen zum Opfer des Herrn; nämlich das Fett an der Brust soll er bringen samt der Brust, dass sie eine Webe werden vor dem Herrn.

Webe: Das ist: Dass es der Priester vor dem Herrn mit seinen Händen hin und her webe, gegen die vier Orte der Welt.

31. Und der Priester soll das Fett anzünden auf dem Altar; und die Brust soll Aarons und seiner Söhne sein.

32. Und die rechte Schulter sollen sie dem Priester geben zur Hebe von ihren Dankopfern.

Hebe: Das ist: Dass es zuvor vor dem Herrn in die Höhe gehoben, und danach den Priestern zu ihrem Nutzen übergeben werde.

33. Und welcher unter Aarons Söhnen das Blut der Dankopfer opfert und das Fett, des soll die rechte Schulter sein zu seinem Teil.

Teil: Das ist: Für seinen Lohn, weil er mit der Verrichtung des Opfers bemüht ist gewesen. Aber die Brust soll er den anderen Priestern lassen. [Denn die Kirchendiener sollen nicht geizig sein und ihren Mitbrüdern auch etwas mitteilen.]

34. Denn die Webebrust und die Hebeschulter habe ich genommen von den Kindern Israel von ihren Dankopfern und habe sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen gegeben zum ewigen Recht.

Webebrust: Welche vor dem Herrn zuvor ist gewebt worden gegen die vier Örter der Welt.

Hebeschulter: Die zuvor vor dem Herrn in die Höhe gehoben wurde. [Die Schulter in die Höhe gehoben, erinnert uns, woher wir allerlei leibliche und geistliche Guttaten bekommen, nämlich, von Gott dem Herrn Himmels und der Erden. Die Brust gegen die vier Orte der Welt gewebt, lehrt, dass wir unsere guten Werke nicht zwar darum tun sollen vor den Leuten, dass wir damit wollten gesehen sein und gerühmt werden, aber dennoch, damit unser Licht vor den Leuten scheine und unser Vater im Himmel darüber gepriesen werde.]

Genommen: So oft, nämlich, jemand unter ihnen solche Opfer tun wird.

Gegeben: Nämlich, zu ihrem Lohn, und dass sie ihre Nahrung davon haben.

Ewigen Recht: Dass sie solche Stücke empfangen sollen, solange das levitische Priestertum währen wird.

35. Dies ist die Salbung Aarons und seiner Söhne von den Opfern des Herrn des Tages, da sie überantwortet wurden, Priester zu sein dem Herrn,

Opfern: Das ist: Diese bisher erzählten Stücke soll man Aaron und seinen Söhnen und Nachkommen, die zu jederzeit Priester sein werden, von den Opfern geben, weil sie dem Herrn zu Priestern gesalbt sind, und hat ihnen Gott solches zu ihrer Unterhaltung verordnet. [Denn sobald als Gott einem ein Amt auferlegt, so versorgt er ihn auch mit der Nahrung.]

36. da der Herr gebot am Tage, da er sie salbte, dass ihm gegeben werden sollte von den Kindern Israel zum ewigen Recht allen ihren Nachkommen.

Nachkommen: Das ist: Die Kinder Israel sollen ihre Priester nie verlassen, sondern sie mit notdürftiger Unterhaltung zu jederzeit versehen.

37. Und dies ist das Gesetz des Brandopfers, des Speiseopfers, des Sündopfers, des Schuldopfers, der Füllopfer und der Dankopfer,

Füllopfer: Damit, nämlich, den Priestern die Hände gefüllt, und sie also zum Priesteramt eingeweiht werden.

38. das der Herr Mose gebot auf dem Berge Sinai des Tages, da er ihm gebot, an die Kinder Israel zu opfern ihre Opfer dem Herrn in der Wüste Sinai.

Gebot: Mose will so viel sagen: Bisher hab ich allerlei Opfer beschrieben, mit mancherlei Zeremonien soll man sie nach dem Befehl Gottes recht verrichten. [Denn man soll keinen Gottesdienst anfangen ohne den ausdrücklichen Befehl Gottes.] Und pflegt Mose oft dergleichen Beschluss anzuhängen, wenn er später die Sache ausführlicher erklären will, wie er denn auch an diesem Ort tut.


Das 8. Kapitel


I. Was Mose zuvor, 2. Mose 40. von der Einweihung der Hütte, wie auch Aarons und seiner Söhne, kürzlich angeregt hatte, das beschreibt er in diesem Kapitel ausführlicher, v. 1. II. Und hat die Einweihung sieben Tage gedauert, v. 33.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Nimm Aaron und seine Söhne mit ihm samt ihren Kleidern und das Salböl und einen Farren zum Sündopfer, zwei Widder und einen Korb mit ungesäuertem Brot.

Nimm: Wie ich dir zuvor befohlen habe.

Kleidern: Die zum priesterlichen Amt gemacht sind.

Salböle: Damit die Hütte und die Priester sollen gesalbt werden.

Zwei Widder: Die zum Opfer bestimmt sind.

Ungesäuertem Brot: Oder Kuchen, das/den man zum Teil opfern, zum Teil essen soll.

3. Und versammle die ganze Gemeinde vor die Tür der Hütte des Stifts.

Gemeinde: Dass sie bei der Einweihung der Hütte und der Priester zugegen sind und wissen mögen, was sie noch aus Gottes Befehl für Priester haben werden, und wohin sie ihre angemessenen Opfer bringen sollen, nämlich, in den Hof der Hütte, die da soll geweiht werden.

4. Mose tat, wie ihm der Herr gebot, und versammelte die Gemeinde vor die Tür der Hütte des Stifts.

5. und sprach zu ihnen: Das ist es, dass der Herr geboten hat zu tun.

Das ist es: Als wollte er sagen: Gott hat geboten, dass die Priester samt der Hütte öffentlich zum Gottesdienst sollen geweiht werden, und zwar auf diese Weise, wie ihr jetzt sehen sollt.

6. Und nahm Aaron und seine Söhne und wusch sie mit Wasser.

Und nahm: Jetzt beschreibt Mose, wie Aaron und seine Söhne öffentlich sind eingeweiht worden, dass sie dem Priesteramt dienen sollten, denn Gott ließ keinem anderen zu, das Blut der Opfer zu vergießen und die zu Opfer verbrennen, ohne allein den Priestern. [Denn allein Christo, dem rechten und wahren Hohepriester gebührt die Ehre, dass er mit seinem Blut der ganzen Welt Sünde versöhnt habe. Und obwohl alle Christen vor Gott geistliche Priester sind, so gebührt doch nicht jedermann das Predigtamt des Evangeliums von dem Leiden und Verdienst, Christi in der Kirche zu führen, sondern nur allein denen, welche ordentlicherweise dazu berufen und mit notwendigen Gaben von Gott geziert sind.]

Aaron: Als der zum Hohepriester ernannt war.

Söhne: Als welche Unterpriester sein sollten.

7. Und legte ihm den leinenen Rock an und gürtete ihn mit dem Gürtel und zog ihm den Seidenrock an und tat ihm den Leibrock an und gürtete ihn über den Leibrock her.

Leinenen Rock: Was die Kleider Aarons und seiner Söhne belangt, ist davon in zuvor 2. Mose 28 genügend gesagt und findet man die Erklärung der Zeremonien, so bei der Weihe gehalten worden, und was sie bedeuten {2Mos 29}. Weil was darin gelesen wird, dass es Gott befohlen habe, hier aber beschrieben ist, wie es sei ins Werk gerichtet wurde.

8. Und tat ihm das Schildlein an und in das Schildlein Licht und Recht.

9. Und setzte ihm den Hut auf sein Haupt und setzte an den Hut, oben an seiner Stirn, das goldene Blatt der heiligen Krone, wie der Herr Mose geboten hatte.

Heiligen Krone: Das ist: Darauf geschrieben war die Heiligkeit des Herrn.

10. Und Mose nahm das Salböl und salbte die Wohnung und alles, was darin war, und weihte Esra.

Salböl: Wie es zubereitet wurde in 2. Mose 30. beschrieben. So ist es hier nicht nötig, weitläufig zu wiederholen. [Allein soll man das in Achthaben, wie ungereimte Sachen es sind, welches Christo und seinem Heiligen Verdienst und Leiden zur Schmach gereicht. Dass man nach dem das Gesetz Mose durch die Zukunft Christi aufgehoben wurde, nichtsdestoweniger aus einer närrischen und kindischen Fortsetzung, die Kirche und derselben Diener, unter den Christen, mit vielen Zeremonien, so aus dem levitischen Priestertum kamen, weihen will, und aus einem gottlosen Frevel durch das Opfer der Messe die Sünden der Lebendigen und der Toten sich untersteht zu versöhnen.]

Wohnung: Davon man auch weitläufig findet in 2. Mose 26, wie sie ausgerichtet wurde. [Durch die Salbung aber und Einweihung der Hütte wird bedeutet, dass die Kirche, darin Christus wohnt, geheiligt sei, dass sie sei eine Wohnung Gottes des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes, darin auch die Vergebung der Sünden ist, und ausgeteilt wird, ja auch der ganze Christus mit allen seinen Gütern und Guttaten uns sich selber schenkt.]

Weiht es: Nämlich, durch die Salbung, so mit dem Heiligen Öl geschah.

11. Und sprengte damit siebenmal auf den Altar und salbte den Altar mit alle seinem Geräte, das Handfass mit seinem Fuß, dass es geweiht würde.

Geräte: Was zu den Opfern gebraucht wurde.

12. Und goss des Salböles auf Aarons Haupt und salbte ihn, dass er geweiht würde.

Geweiht würde: Damit er zum Priesteramt tauglich und geschickt wäre.

13. Und brachte herzu Aarons Söhne und zog ihnen leinerne Röcke an und gürtete sie mit dem Gürtel und band ihnen Hauben auf, wie ihm der Herr geboten hatte.

Söhne: Nämlich, da er sie zuvor samt ihrem Vater mit Wasser gewaschen hatte.

Hauben auf: Dass sie solche Amtskleider später gebrauchen sollten, wenn sie das heilige Amt verrichten wollten, denn es mussten die Unter-Priester auch opfern. [Die Kirchendiener aber des Evangeliums verrichten ihr Amt nicht, wenn sie Christus in der Messe opfern, davon in der Heiligen Schrift nirgends gelesen wird, dass es der Herr Christus befohlen oder die Apostel getan hätten, sondern, wenn sie den Zuhörern das Evangelium von dem Leiden und Sterben des Sohnes Gottes vorhalten, dass, wenn sie ihr Vertrauen auf das Verdienst und Versöhnungsopfer Christi setzen, durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen. Denn so oft sie das Evangelium hören, so oft wird ihnen der gekreuzigte Christus gleichsam als vor die Augen gemalt {Gal 3}. Daher gehört der Spruch Pauli {Röm 15}, da er sagt: Dass ich soll sein ein Diener Christi, unter die Heiden zu opfern das Evangelium Gottes. Darum, so oft ein Kirchendiener das Evangelium lehrt und den betrübten und zerschlagenen Gewissen predigt, so opfert er das Evangelium Christi und trägt seinen Zuhörern durch die Predigt des Todes Christi die Vergebung der Sünden auf.]

14. Und ließ herzuführen einen Farren zum Sündopfer. Und Aaron mit seinen Söhnen legten ihre Hände auf sein Haupt {2Mos 29v10}.

15. Da schlachtete man Esra. Und Mose nahm des Blutes und tat es auf die Hörner des Altars umher mit seinem Finger und entsündigte den Altar; und goss das Blut an des Altars Boden und weihte ihn, dass er ihn versöhnte.

umher: Nämlich, auf die vier Ecken.

Entsündigte: Damit er so gereinigt später zu den Opfern tauglich wäre und recht könnte gebraucht werden.

Versöhnt: Das ist: Damit also durch die Opfer, so darauf geopfert sollten werden, das Volk versöhnt würde.

16. Und nahm alles Fett am Eingeweide, das Netz über der Leber und die zwei Nieren mit dem Fett daran und zündete es an auf dem Altar.

17. Aber den Farren mit seinem Fell, Fleisch und Mist verbrannte er mit Feuer außer dem Lager, wie ihm der Herr geboten hatte.

Lager: An einem reinen Ort, da die Asche von den Opfern hinausgetragen wurde.

18. Und brachte herzu einen Widder zum Brandopfer. Und Aaron mit seinen Söhnen legten ihre Hände auf sein Haupt.

19. Da schlachtete man ihn. Und Mose sprengte des Blutes auf dem Altar umher,

20. schlug den Widder in Stücke und zündete an das Haupt, die Stücke und den Stumpf.

21. Und wusch die Eingeweide und Schenkel mit Wasser und zündete also den ganzen Widder an auf dem Altar. Das war ein Brandopfer zum süßen Geruch, ein Feuer dem Herrn, wie ihm der Herr geboten hatte.

Wusch: Nämlich, zuvor, und ehe er das Opfer miteinander auf dem Altar anzündete.

Ganzen: Nämlich, das Haupt, den Strumpf, die Füße und das Eingeweide.

22. Er brachte auch herzu den anderen Widder des Füllopfers. Und Aaron mit seinen Söhnen legten ihre Hände auf sein Haupt {2Mos 29v15}.

Füllopfers: Damit besonders die Priester zu ihrem Amt geheiligt wurden.

23. Da schlachtete man ihn. Und Mose nahm seines Blutes und tat es Aaron auf den Knorpel seines rechten Ohrs und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf den großen Zeh seines rechten Fußes.

24. Und brachte herzu Aarons Söhne; und tat des Blutes auf den Knorpel ihres rechten Ohrs und auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf den großen Zeh ihres rechten Fußes; und sprengte das Blut auf dem Altar umher.

Söhne: Auf dass er, was noch an ihrer Einweihung übrig war, auch zu Ende brächte.

Des Blutes: Wie er, nämlich, mit ihrem Vater Aaron getan hatte.

25. Und nahm das Fett und den Schwanz und alles Fett am Eingeweide und das Netz über der Leber, die zwei Nieren mit dem Fett daran und die rechte Schulter.

Name: Dass er damit der Priester Hände füllte, das ist, weihte, wie bald später folgt.

26. Dazu nahm er von dem Korb des ungesäuerten Brotes vor dem Herrn einen ungesäuerten Kuchen und einen Kuchen, geöltes Brot und einen Fladen; und legte es auf das Fett und auf die rechte Schulter.

Geöltes: Mit Öl bestrichen.

27. Und gab das allesamt auf die Hände Aarons und seiner Söhne und webte es zur Webe vor dem Herrn.

Webte: Nämlich, Aaron, der es gegen die vier Örter der Welt webte.

28. Und nahm es alles wieder von ihren Händen und zündete es an auf dem Altar, oben auf dem Brandopfer; denn es ist ein Füllopfer zum süßen Geruch, ein Feuer dem Herrn.

Brandopfer: Davon kurz zuvor gesagt wurde.

Geruch: Das ist: Damit Gott der Herr dies Opfer sich gefallen ließe und die Priester heiligte, dass sie ihrem Amt recht vorstehen könnten.

29. Und Mose nahm die Brust und webte eine Webe vor dem Herrn von dem Widder des Füllopfers. Die wurde Mose zu einem Teil, wie ihm der Herr geboten hatte.

Füllopfers: Mit welchem Opfer die Priester geweiht wurden.

Mose: Denn derselbe verrichtete damals das Amt eines Priesters, darum er auch eines Priesters Besoldung empfing, nämlich, die Brust des Füllopfers.

30. Und Mose nahm des Salböles und des Blutes auf dem Altar und sprengte auf Aaron und seine Kleider, auf seine Söhne und auf ihre Kleider; und weihte also Aaron und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider mit ihm.

Blutes: Vom Widder des Füllopfers.

Sprengte: Dasselbe Blut mit dem heiligen Salböl.

31. Und sprach zu Aaron und seinen Söhnen: Kocht das Fleisch vor der Tür der Hütte des Stifts und esst es dort, dazu, auch das Brot im Korb des Füllopfers, wie mir geboten ist und gesagt, dass Aaron und seine Söhne sollen es essen {2Mos 29v32}.

sprach: Dass sie, nämlich, nach verrichtetem Opfer ein Gastmahl anrichteten, wie es gebräuchlich war.

Fleisch: Nämlich, welches von den Opfern übergeblieben ist.

Für der Tür: Das ist: im Hof der Hütte.

32. Was aber überbleibt vom Fleisch und Brot, das sollt ihr mit Feuer verbrennen.

Überbleibt: Nach geendeter Mahlzeit, das sie nicht aufessen konnten.

33. Und sollt in sieben Tagen nicht ausgehen von der Tür der Hütte des Stifts bis an den Tag, da die Tage eures Füllopfers aus sind; denn sieben Tage sind eure Hände gefüllt,

Ausgeben: Als ob die Weihe bereits ihr Ende erreicht hätte.

Aus sind: Das ist: bis nach Ablauf der sieben Tage eure Weihe und Heiligung vollendet wurde.

34. wie es an diesem Tage geschehen ist. Der Herr hat es geboten zu tun, auf dass ihr versöhnt seid.

35. Und sollt vor der Tür der Hütte des Stifts Tag und Nacht bleiben, sieben Tage lange, und sollt auf die Hut des Herrn warten, dass ihr nicht sterbet; denn also ist mir es geboten.

Für der Hütte: Nämlich, im Hof der Hütte.

Hut des: Auf dass ihr eurem anbefohlenen Amt genug tut.

Nicht sterbet: Da ihr Gottes Gebote verachten würdet und davon ziehen oder hinaus gehen wolltet, ehe denn eure Weihe ein Ende genommen hat.

36. Und Aaron mit seinen Söhnen taten alles, was der Herr geboten hatte durch Mose.


Das 9. Kapitel


I. Als Aaron zum Priester geweiht wurde, richtet er ein Opfer zu, seine Sünde zu versöhnen, v. 1. II. Danach rüstet er ein anderes Opfer zu, für die Sünden des Volkes, v. 15. III. Und spricht den Segen über das Volk, wie er ihm von Gott vorgeschrieben wurde, v. 22. IV. Das Feuer aber fällt vom Himmel, und verzehrt die Opfer mit großer Frohlockung des Volkes, v. 23.

1. Und am achten Tage rief Mose Aaron und seine Söhne und die Ältesten in Israel {2Mos 29v1}.

Und am: Nachdem Aaron und seine Söhne ganze sieben Tage aneinander zu Priester des Herrn geweiht waren, befiehlt ihnen Gott, dass sie einen Anfang des Gottesdienstes und der Opfer machen sollen, wie sie von Gott eingesetzt und verordnet und bisher beschrieben wurden.

Achten Tage: Da die Priester geweiht waren.

Ältesten: Das ist: den vornehmsten Häuptern.

2. und sprach zu Aaron: Nimm zu dir ein junges Kalb zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide ohne Wandel, und bringe sie vor den Herrn.

Ohne Wandel: An denen kein Fehler ist.

Bringe sie: Zuerst deine Sünde damit zu versöhnen.

3. Und rede mit den Kindern Israel und sprich: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Schaf, beide eines Jahres alt und ohne Wandel, zum Brandopfer;

Sündopfer: Nämlich, dass man ihn opfere zur Versöhnung für eure Sünde.

4. und einen Ochsen und einen Widder zum Dankopfer, dass wir vor dem Herrn opfern; und ein Speiseopfer, mit Öl gemengt. Denn heute wird euch der Herr erscheinen.

Erscheinen: Dass er diesen seinen Gottesdienst, welchen er eingesetzt und geordnet hat, mit einem sichtbaren Zeichen bestätige.

5. Und sie nahmen, was Mose geboten hatte, vor der Tür der Hütte des Stifts. Und trat herzu die ganze Gemeinde und stand vor dem Herrn.

6. Da sprach Mose: Das ist es, das der Herr geboten hat, dass ihr tun sollt, so wird euch des Herrn Herrlichkeit erscheinen.

Tun sollt: Das, nämlich, die vorgesetzten Opfer dem Herrn zugeführt und durch die Priester geopfert werden, die er in seinem Wort vorgeschrieben hat.

Erscheinen: Das ist: Er wird sich herrlich sehen lassen, also, dass er euch ein gewisses und unzweifelhaftes Zeugnis geben wird, wie er gegenwärtig sei, und ihm solcher Gottesdienst gefalle.

7. Und Mose sprach zu Aaron: Tritt zum Altar und mache dein Sündopfer und dein Brandopfer und versöhne dich und das Volk; danach mache des Volkes Opfer und versöhne sie auch, wie der Herr geboten hat.

Dein Sündopfer: Das ist: Ehe denn du dich unterstehst, des Volkes Sünde zu versöhnen, so versöhne zuvor deine eigene Sünde durch die Opfer, die du für deine Person tun, und Gott damit versöhnen sollst.

8. Und Aaron trat zum Altar und schlachtete das Kalb zu seinem Sündopfer.

9. Und seine Söhne brachten das Blut zu ihm; und er tunkte mit seinem Finger ins Blut und tat es auf die Hörner des Altars und goss das Blut an des Altars Boden.

Zu ihm: Da er vor dem Altar stand. Es sind aber die Zeremonien, so hier beschrieben und wiederholt werden, was in den vorigen Kapiteln ausführlich erklärt wurde.

10. Aber das Fett und die Nieren und das Netz von der Leber am Sündopfer zündete er an auf dem Altar, wie der Herr Mose geboten hatte.

11. Und das Fleisch und das Fell verbrannte er mit Feuer außer dem Lager.

12. Danach schlachtete er das Brandopfer; und Aarons Söhne brachten das Blut zu ihm, und er sprengte es auf dem Altar umher.

Das Blut: Welches sie in ein besonderes Geschirr aufgefangen hatten. [Das aber Aaron für seine selbst eigene Sünde zu versöhnen, zum ersten opfert, wird dadurch gezeigt, dass, ob er wohl ein Vorbild Christi war, in dem, da er für des Volkes Sünde opferte, so ist er doch nicht der rechte Versöhner der Sünden gewesen, sondern man hat auf einen anderen, nämlich, auf den Sohn Gottes warten müssen, welcher von allen Sünden rein und befreit gewesen, der nicht bedurfte, dass er zuerst für seine und danach für fremde Sünden opfern müsse {Hebr 5 7}.]

13. Und sie brachten das Brandopfer zu ihm zerstückelt, und den Kopf; und er zündete es an auf dem Altar.

14. Und er wusch das Eingeweide und die Schenkel und zündete es an oben auf dem Brandopfer, auf dem Altar.

15. Danach brachte er herzu des Volkes Opfer; und nahm den Bock, das Sündopfer des Volkes, und schlachtete ihn und machte ein Sündopfer daraus, wie das vorige.

Danach: Nämlich, wie er sein Opfer für seine eigene Person verrichtete.

Des Volkes: Das er für das Volk opfern sollte.

Vorige: Nämlich, das mit dem Kalbe, welches er für seine Sünde geopfert hatte.

16. Und brachte das Brandopfer herzu und tat ihm sein Recht.

Brandopfer: Das er für das Volk opfern sollte.

sind Recht: Wie es recht und gebräuchlich war und wie der Herr befohlen hatte.

17. Und brachte herzu das Speiseopfer und nahm seine Hand voll und zündete es an auf dem Altar, außer des Morgens Brandopfer.

Speiseopfer: Nämlich, für das Volk zu opfern.

Hand voll: Denn die Priester pflegen eine Hand voll Mehl mit Öl zu bestreichen und den ganzen Weihrauch, so auf das Speiseopfer gelegt war, dem Herrn anzuzünden, das übrige war der Priester.

Außer: Das ist: Er hatte nichtsdestoweniger denselben Tag das gewöhnliche und tägliche Brandopfer geopfert, davon in 2. Mose 29 geordnet wurde. Und hat man hier das wohl in Acht zu nehmen, dass, obwohl Mose von diesen Opfern also redet, als ob Aaron sie verbrannt hätte, so zeigt doch der Beschluss dieses Kapitels klar an, dass das Brandopfer und das Fett vom Feuer, so vom Himmel gefallen, sei verzehrt worden darum, da hier von Aaron gesagt wird, dass er die Opfer, und besonders die Brandopfer, samt den Speiseopfern, so darauf gelegt wurden, verbrannt habe. Hier muss man es also verstehen, dass er alle Sachen zugerüstet hat, in dem er erstlich Holz zusammengelegt, die Opfer in Stücke zerteilt und alles ordentlich zugerichtet habe, dass nichts mehr daran gemangelt hat, denn, dass sie vom Herrn angezündet würden, wie denn später geschehen ist.

18. Danach schlachtete er den Ochsen und Widder zum Dankopfer des Volkes. Und seine Söhne brachten ihm das Blut; das sprengte er auf dem Altar umher.

19. Aber das Fett vom Ochsen und vom Widder, den Schwanz und das Fett am Eingeweide und die Nieren und das Netz über der Leber,

20. alles solches Fett legten sie auf die Brust; und er zündete das Fett an auf dem Altar.

Brust: Nämlich, des Ochsen und des Widders.

Zündet: Das ist: Er ordnet es und richtet es zu, dass es nur noch angezündet würde.

21. Aber die Brust und die rechte Schulter webte Aaron zur Webe vor dem Herrn, wie der Herr Mose geboten hatte.

Schulter: Nämlich, vom Ochsen und Widder, mit dem Fett, so darauf lag. Und war zwar das Fett dazu geordnet, dass es sollte verbrannt werden. Aber die Brust und Schultern, nach dem sie vor dem Herrn gewebt waren, wie gebräuchlich, wurden sie den Priestern zu ihrer Nahrung und Unterhaltung gegeben, wie Mose am anderen Ort lehrt.

22. Und Aaron hob seine Hand auf zum Volk und segnete sie; und stieg herab, da er das Sündopfer, Brandopfer und Dankopfer gemacht hatte.

Segnete sie: Das ist: Er hat den Segen über das Volk gesprochen, wie derselbe später {4Mos 6}, gelesen wird. [Ob nun wohl alle guten Wünsche frommer Leute, so mit Glauben angenommen werden, kräftig sind {Mt 10}. So ist doch an diesem Ort besonders Aaron ein Vorbild Christi gewesen, welcher der rechte Hohepriester ist, von seinem himmlischen Vater gesandt, dass er durch sein Kreuz den ewigen Fluch wegnehme und uns den Segen samt der ewigen Wohlfahrt wiederbrächte {1Mos 3 22 Apg 3}.]

Steig herab: Das ist: Da er die Opfer alle zugerüstet hatte, und weiter nichts daran mangelte, denn dass man Feuer darunter machte, ist er vom Altar abgetreten, und beiseite gegangen.

23. Und Mose und Aaron gingen in die Hütte des Stifts; und da sie wieder herausgingen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn allem Volk.

In die Hütte: Nämlich, in das innere Teil, welches mit vergoldeten Brettern gemacht war, und riefen dort den Herrn an, dass er seinen Gottesdienst, den er hat heißen anrichten, mit einem öffentlichen Wunderwerk bestätigen wollte.

Heraus: In den Hof der Hütte.

Segneten: Bestätigten also den vorigen Segen mit einer neuen Wiederholung.

erscheint: Das ist: Gott offenbarte seine Gegenwart mit einem herrlichen Wunderwerk.

24. Denn das Feuer kam aus von dem Herrn und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und das Fett. Da das alles Volk sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz.

Von dem Herrn: Dass es Aaron nicht anzündete.

Brandopfer: Welches Aaron vorhin allerdings zubereitet hatte.

Frohlockten sie: Vor Freuden, dass Gott die Priester und das Opfer samt dem ganzen Gottesdienst sich gnädig gefallen lassen hat und öffentlich bezeugt hatte, dass er mit dem Volk wiederum versöhnt sei.

Fielen: Vor großer Demut und herzlicher Dankbarkeit, damit sie also Gott dem Herrn Himmels und der Erden seine gebührliche Ehre erzeigten.


Das 10. Kapitel


I. Aarons zwei Söhne, Nadab und Abihu, werden vom Herrn mit Feuer getötet, darum, dass sie mit fremdem Feuer geräuchert hatten, v. 1. II. den Priestern wird geboten, dass sie zur selben Zeit, wenn sie den Gottesdienst verrichten wollen, keinen Wein, noch starke Getränke trinken sollten, v. 8. III. Mose heißt Aaron und seinen Söhnen, was vom Opfer übergeblieben ist, essen, und zürnt darüber, dass der geopferte Bock, wider Recht, ganz war verbrannt worden, v. 12.

1. Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen ein jeglicher seinen Napf und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten das fremde Feuer vor den Herrn, das er ihnen nicht geboten hatte.

Fremdes Feuer: Also, dass sie das Räucherwerk nicht von dem Feuer anzündeten, welches vom Himmel gefallen war, und die Opfer verzehrt hatte, wie zu Ende des vorigen Kapitels gelesen wird: Sondern anders woher das Feuer nahmen. Und ob sie wohl solches in guter Meinung taten, und aus keinem bösen Vorsatz, sondern gedachten Gott dem Herrn damit zu dienen, dennoch hat Gott ein großes Missfallen daran gehabt, denn er hat oben in Kapitel 6 zu verstehen gegeben, dass ihm nicht ein jedes Feuer, so man zu Opfern gebrauchen wollte, angenehm sein würde, darum ist Gott heftig darüber erzürnt worden und hat sie ernstlich gestraft, dass sie es mit der Haut bezahlen mussten.

2. Da fuhr ein Feuer aus von dem Herrn und verzehrte sie, dass sie starben vor dem Herrn {3Mos 16v1 4Mos 3v4 26v61}.

Verzehrte sie: Nicht zwar, dass sie allerdings zu Asche wurden, aber doch am Leibe so verbrannt, dass sie daran gestorben sind, wie aus dem Folgenden zu sehen ist.

3. Da sprach Mose zu Aaron: Das ist es, dass der Herr gesagt hat: Ich werde geheiligt werden an denen, die sich zu mir nahen, und vor allem Volk werde ich herrlich werden. Und Aaron schwieg stille.

Das ist es: Als wollte er sagen: Jetzt ist erfüllt, was Gott vor der Zeit verkündigt hat.

Geheiligt: Das ist: Ich will durch meine ernstlichen Strafen anzeigen, dass ich ein heiliger Gott bin, dazu ein standhafter und ernster Rächer, da jemand zu mir nahen und mir einen Gottesdienst tun will und doch über das Ziel schreitet, dass er mir anders dienen will, als ich geboten habe.

Herrlich: Das ist: Die ganze Gemeinde oder Kirche soll innewerden, dass ich ein mächtiger Gott bin, der ich mit großer Herrlichkeit über meine Gesetze wache, die ich von meinem Gottesdienst gegeben habe. [Denn es ist Gott ebenso große Ehre, wenn er die Übertreter strafe, als da er denen, die ihm gehorchen, wohl tut. Und ist dies ein denkwürdiges Beispiel, dadurch wir erinnert werden, wie hoch es unserem Herrn Gott zuwider sei, da ihn jemand auf eine andere Weise ehren will, als er uns vorgeschrieben hat. Und kann solchen nicht gebotenen Gottesdienst kein guter Vorsatz entschuldigen.]

4. Mose aber rief Misael und Elzaphan, den Söhnen Usiels, Aarons Vettern, und sprach zu ihnen: Tretet hinzu und traget eure Brüder von dem Heiligtum hinaus vor das Lager.

Vettern: Denn dieser Usiel, und Amram, Aarons Vater, sind Brüder gewesen {2Mos 6}.

Brüder: Denn die Blutsverwandten werden von den Hebräern auch Brüder genannt.

Hinaus: Damit das Heiligtum nicht verunreinigt werde, wenn ihre toten Körper länger darin liegen blieben.

Lager: Dass sie darin begraben werden. Denn man pflegte die Toten nicht im Lager, oder in den Städten, sondern außerhalb zu begraben.

5. Und sie traten hinzu und trugen sie hinaus mit ihren leinenen Röcken vor das Lager, wie Mose gesagt hatte.

6. Da sprach Mose zu Aaron und seinen Söhnen, Eleazar und Itamar: Ihr sollt eure Häupter nicht blößen, noch eure Kleider zerreißen, dass ihr nicht sterbet, und der Zorn über die ganze Gemeinde komme. Lasst eure Brüder des ganzen Hauses Israel weinen über diesen Brand, den der Herr getan hat.

Blößen: Dass ihr sie mit Asche bestreut, wie die Juden zu tun pflegten, wenn sie trauerten.

Zu reißen: Über eure Kinder und Brüder, wie bei den Juden gebräuchlich war, wenn ihnen ein großer Unfall begegnete.

Ganze Gemeinde: Welche darin auch von Gott gestraft werden.

Brüder: Das ist: Verwandte, nämlich, die anderen Stämme der Kinder Israel.

7. Ihr aber sollt nicht ausgehen von der Tür der Hütte des Stifts; ihr möchtet sterben. Denn das Salböl des Herrn ist auf euch. Und sie taten, wie Mose sagte.

Ausgeben: Dass ihr eure Toten beklagen wolltet.

Salböl: Das ist: Ihr seid aus dem Befehl des Herrn mit dem Heiligen Öl gesalbt, nicht dass ihr die Toten beklagen und beweinen sollt, sondern dass ihr eurem Beruf, nämlich, den Gottesdienst in der Hütte abwartet, auf dass nicht, wenn ihr euren Freunden und Verwandten diesen Dienst erzeigen wolltet, darüber den Gottesdienst versäumt. [Denn obwohl ein jeder in seinem Stande sich immer freundlich gegen dem Nächsten zeigen soll, so muss man doch den göttlichen Beruf solchem freundlichen Willfahren vorziehen, wenn es die Notdurft nicht fordert, dass wir entweder unseren Beruf verlassen oder solchen Dienst des Nächsten versäumen müssen.)

taten: Denn der Verwandten Unfall hatte einen größeren Fleiß zum Gehorsam in ihnen verursacht.]

8. Der Herr aber redete mit Aaron und sprach:

der Herr: Gleichwie mit dem vorhergegangenen schrecklichen Beispiel, Gott die Priester in eine Furcht bringen und behutsamer machen wollte, dass sie keinen anderen Gottesdienst tun, denn er befohlen hatte: Also hat er mit dem folgenden Gesetz verhüten wollen, dass in dem ordentlichen Gottesdienst nichts Unrichtiges oder Ungerades vorfiele.

9. Du und deine Söhne mit dir sollt keinen Wein noch stark Getränke trinken, wenn ihr in die Hütte des Stifts geht, auf dass ihr nicht sterbet. Das sei ein ewiges Recht allen euren Nachkommen {Hes 44v21 1Tim 3v3 Tit 1v7}.

Geht: Das ist: Zu der Zeit, wenn es an euch kommt, und die Ordnung euch trifft, dass ihr in der Hütte dienen sollt. Denn die Priester hatten ihre besondere Zeit, da sie den Gottesdienst, je einer nach dem anderen, versehen mussten {1Chr 24}, und war den anderen, welche nicht in der Hütte dienen durften, Wein zu trinken erlaubt.

Ewiges Recht: Das ist: Dies Gesetz sollt ihr halten, solange das levitische Priestertum bestehen wird, auf dass ihr nicht durch Trunkenheit etwas tut, das eurem Beruf und Amt nicht wohl ansteht.

10. auf dass ihr könnt unterscheiden, was heilig und unheilig, was unrein und rein ist,

Was heilig: Auf dass ihr nicht durch Trunkenheit heilige und unheilige Sachen durcheinander werft oder was unrein ist, rein sprecht, oder das Gegenteil verrichtet. Denn der Priester Amt war, dass sie nicht allein opfern sollten, sondern auch dem Volk das Gesetz Gottes erklären und auslegen, dazu bedurfte man Leute, die nüchtern wären. [Heutigen Tages ist zwar im Christentum der Brauch des Weins keinem Stand verboten, aber doch wird allen Christen befohlen, dass sie ein nüchternes Leben führen sollen, auf dass ihre Herzen mit Fressen und Saufen nicht beschwert werden {Lk 21}. Besonders aber sollen sich die Kirchendiener hüten, dass sie nicht des Weines süchtig werden {1Tim 3}.]

11. und dass ihr die Kinder Israel lehrt alle Rechte, die der Herr zu euch geredet hat durch Mose.

der Herr: [Merke hier, wie der Herr von dem Herrn redet, als eine Person der Gottheit von der anderen.]

12. Und Mose redete mit Aaron und mit seinen übrigen Söhnen, Eleazar und Ithamar: Nehmt, dass übergeblieben ist vom Speiseopfer an den Opfern des Herrn und esst es ungesäuert bei dem Altar; denn es ist das Allerheiligste.

übergeblieben: So nicht ist verbrannt worden.

Ungesäuert: Dass ihr keinen Sauerteig darunter mengt.

Allerheiligste: Das ist: Es ist von dem Allerheiligsten übergeblieben, darum man es nicht an einen jeden Ort essen soll, sondern in dem Hof der Hütte, dazu neben dem Altar. Denn es hatten Aaron und seine Söhne über den schrecklichen Unfall, so sich mit Nadab und Abihu begeben, sich so entsetzt, dass sie nicht wussten, ob sie von dem, was vom Opfer übergeblieben war, essen durften oder nicht, weil sie gesehen, dass Gott, über des Nadab und Abihu Sünde, so heftig erzürnt war.

13. Ihr sollt es aber an heiliger Stätte essen; denn das ist dein Recht und deiner Söhne Recht an den Opfern des Herrn; denn so ist mir es geboten.

Stätte: Nämlich, im Hof der Hütte.

14. Aber die Webebrust und die Hebeschulter sollen du und deine Söhne und deine Töchter mit dir essen an reiner Stätte; denn solches Recht ist dir und deinen Kindern gegeben an den Dankopfern der Kinder Israel.

Webebrust: Von dem Speiseopfer, so gegen die vier Örter der Welt gezeigt wurden.

Hebeschulter: Welche in die Höhe vor dem Herrn ist gezeigt worden.

Reiner: Nicht zwar im Hof der Hütte, aber doch an einem Ort, der nicht mit dergleichen Sachen verunreinigt ist, die nach den Levitischen Satzungen einen Ort verunreinigen können.

15. Denn die Hebeschulter und die Webebrust zu den Opfern des Fettes werden gebracht, dass sie zur Webe gewebt werden vor dem Herrn: Darum ist es dein und deiner Kinder zum ewigen Recht, wie der Herr geboten hat.

Gewebt werden: Das ist: Dass zuvor die jetzt gemeldeten Zeremonien mit hin und her weben und in die Höhe heben verrichtet werden. Danach aber soll das Fett zwar verbrannt, die Brust aber und Schulter euch Priestern zur Nahrung bleiben.

Ewigen Recht: Solange das levitische Priestertum anhalten wird.

16. Und Mose suchte den Bock des Sündopfers und fand ihn verbrannt. Und er wurde zornig über Eleazar und Ithamar, Aarons Söhne, die noch übrig waren, und sprach:

Und Mose: Es folgt noch ein anderer Irrtum, so sich am selben Tage bei den Opfern zutrug.

den Bock: Nämlich, was vom Bock übergeblieben war, das die Priester essen sollten.

Übrig: Von dem vorigen Unfall.

17. Warum habt ihr das Sündopfer nicht gegessen an heiliger Stätte? Denn es das Allerheiligste ist, und er hat es euch gegeben, dass ihr die Missetat der Gemeinde tragen sollt, dass ihr sie versöhnt vor dem Herrn.

Sündopfer: Das ist: Was vom Sündopfer übergeblieben und nicht hätte sollen verbrannt werden.

Stätte: Nämlich, im Hof der Hütte.

Allerheiligste: Darum es auch im allerheiligsten Ort hätte sollen gegessen werden.

Gegeben: Als eine Belohnung eurer Arbeit und Mühe, die ihr mit den Opfern hattet.

Tragen: Das ist: dass ihr durch die Opfer des Volkes Sünde versöhnt.

18. Siehe, sein Blut ist nicht kommen in das Heilige hinein. Ihr solltet es im Heiligen gegessen haben, wie mir geboten ist.

sein Blut: Nämlich, das Sündopfer, welches heute ist geopfert worden.

Nach Luther: Weil sein Blut nicht ins Heilige gebracht ist, soll es nicht verbrannt, sondern gegessen werden. Welches Blut aber hineingebracht wurde, musste man nicht essen, sondern alles verbrennen, siehe K. 4, 5. K. 6, 30. K. 16, 26. 27.

Heilige: Nämlich, in die Hütte, da der goldene Rauchaltar ist, und sind die Hörner desselben Altars nicht mit Blut bestrichen worden.

Im Heiligen: Nämlich, im Hof der Hütte.

Gegessen haben: Nämlich, das übrige Fleisch.

19. Aaron aber sprach zu Mose: Siehe, heute haben sie ihr Sündopfer und ihr Brandopfer vor dem Herrn geopfert, und es ist mir also gegangen, wie du siehst; und ich sollte essen heute vom Sündopfer? Sollte das dem Herrn gefallen?

Siehe, heute: Als wollte er sagen: Was das Vornehmste im Gottesdienst gewesen ist, hat man heute verrichtet, mit Aufopferung der Sündopfer und Brandopfer. Darum hoffe ich, der Herr werde mit dem, was das Vornehmste war, zufrieden sein. Und das der Ursache wegen, weil mir solch großes Unglück, als da ist, meiner zwei Söhne unversehener schneller Tod, zugestoßen, darüber ich eine große Bekümmernis und Herzeleid trage. Obwohl ich nun nach Gewohnheit von dem übergebliebenen Sündopfer ein Wohlleben anrichten soll, so enthalte ich mich davor, weil ich durch mein häusliches Kreuz daran verhindert werde, ich habe keine große Sünde daran getan, dass ich das ganze Sündopfer verbrennen ließ, weil ich vor Kummer und Herzeleid davon zu essen keine Lust hatte. So begehrt Gott selber nicht, dass man die Zeremonien so genau halten müsse, wenn die große unvermeidliche Not dazwischenkommt, und es verhindert, zu dem wäre es vielleicht Gott nicht so ganz angenehm gewesen, wenn ich von dem übergebliebenen Sündopfer ein Wohlleben zugerichtet hätte. Darum musst du der gegenwärtigen Not und meiner väterlichen Bekümmernis etwas zugutehalten. [Denn die Satzungen, so von lauter Zeremonien handeln, mag man wohl im Fall der Not beiseitestellen.]

20. Da das Mose hörte, ließ er es ihm gefallen.

Gefallen] denn er mit des Aarons Entschuldigung wohl zufrieden war, dass er ihm nichts mehr aufgerückt hat. [Weil man den Betrübten nicht noch mehr Bekümmernis machen soll.]


Das 11. Kapitel


I. Mose macht einen Unterschied unter reine und unreine Vögel, vierfüßige und kriechende Tiere, und Fische, auf dass die Juden wüssten, was sie essen, ja auch anrühren sollten, v. 1. II. Und wird angezeigt, wie die Menschen, Geschirr und andere Ding können verunreinigt werden. Welches doch heutigen Tages alles miteinander uns Christen nichts angeht, v. 33.

1. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen:

2. Redet mit den Kindern Israel und sprecht: Das sind die Tiere, die ihr essen sollt unter allen Tieren auf Erden.

Essen sollt: Das ist: die euch zu essen zugelassen sind.

3. Alles, was die Klauen spaltet und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen.

Spaltet und: Als da sind Ochsen und Schafe.

4. Was aber wiederkäut und hat Klauen und spaltet sie doch nicht, als das Kamel, das ist euch unrein, und sollt es nicht essen.

Kamel: Mose erzählt nacheinander etliche Arten der Tiere, die entweder nicht wiederkäuen oder die Klauen nicht gespalten, und darum von den Juden mussten vermieden werden, dass sie derselben zur Speise nicht gebrauchten. [Es sind aber alle Kreaturen Gottes und alle Tiere, (allein der Mensch ausgenommen, sofern er durch die Sünde verdorben ist) ihrer Natur wegen rein und gut,

{1Mos 1}. Denn den Reinen ist alles rein {Tit 1}. Aber, auf dass Gott die verdorbene Art des Menschen seiner Kirche vor Augen stellte, so hat er gewollt, dass bei den Juden so viel und mancherlei Tiere für unrein gehalten wurden, damit anzuzeigen, wie das menschliche Geschlecht von wegen der Sünde (welche die größte Unreinigkeit ist) so ganz verdorben wurde, dass es viel Kreaturen Gottes, die an ihnen selbst gut sind, nicht recht und wohl zu gebrauchen sind, da der Mangel zwar nicht an den Kreaturen, sondern an ihnen, den Menschen, selbst ist. Und indem Gott seinem Volk vorschreibt, was sie für Tiere zur Speise gebrauchen oder nicht gebrauchen sollen, unterscheidet er nicht allein die Israeliten von den anderen Heiden, so noch viel unreiner waren als sie, und lehrt uns Christen, die wir heutigen Tages Gottes Volk sind, dass wir der wahren und geistlichen Reinigkeit uns bemühen sollen: Sondern auch, weil er als der allerbeste Arzt seinem Volk die gesunde Speise von der ungesunden absondert und unterscheidet, zeigt er damit an, dass er auch seiner Auserwählten Leibes Gesundheit in Acht habe. So viel aber insbesondere die Tiere belangt, welche hier für unrein geschätzt und ausgemustert werden, haben die Juden solchen Gehorsam, in währender mosaischen Polizei, als dem Zuchtmeister des Gesetzes untergeben {Gal 4}, leisten müssen, dass sie von derselben Speise sich enthielten, welcher Gehorsam Gott wohl gefallen hat. Aber die Christen sind wegen ihres Gewissens an diese Satzungen nicht gebunden, sondern davon erlöst {Gal 5}. Denn das in der Apostelgeschichte Kapitel 15 den Christen, so aus der Heidenschaft bekehrt waren, etliche Speise verboten wurde, war solches nur auf eine Zeit lang angesehen und wurde den Juden, so das Christentum angenommen hatten, zu Gefallen also geordnet, auf dass sie nicht geärgert würden, oder von den Christen, so aus der Heidenschaft bekehrt waren, sich aussortiert hätten, wenn sie sahen, dass dieselben allerlei Speise essen, so auch im Gesetz für unrein geachtet werden. Welche aber im Papsttum gewisse Speise verbietet, dass, wenn man sich von denselben enthält, Gott dadurch geehrt werde, die tun nicht allein närrisch, sondern sind auch gottlos und folgen der Teufelslehre {1Tim 4}. Denn was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht {Mt 15}.

5. Die Kaninchen wiederkäuen wohl, aber sie spalten die Klauen nicht; darum sind sie unrein.

6. Der Hase wiederkäut auch, aber er spaltet die Klauen nicht; darum ist er euch unrein.

7. Und ein Schwein spaltet wohl die Klauen, aber es wiederkäut nicht; darum soll es euch unrein sein.

8. Von diesem Fleisch sollt ihr nicht essen, noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein.

9. Dies sollt ihr essen unter dem, dass in Wassern ist: Alles, was Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, im Meer und Bächen, sollt ihr essen.

sollt ihr essen: Nach eurem Willen und Wohlgefallen, denn euch ist dieser Brauch freigestellt.

10. Alles aber, was nicht Floßfedern und Schuppen hat im Meer und Bächen, unter allem, das sich regt in Wassern, und allem, was lebt im Wasser, soll euch eine Scheu sein,

Nicht Floßfedern: Als die Aale sind.

Scheu sind: Dass ihr euch davor hütet als für abscheuliche Sachen, die ihr auch nicht anrühren dürft, wo ihr euch nicht verunreinigen wollt.

11. dass ihr von ihrem Fleisch nicht esst und vor ihrem Aas euch scheut.

12. Denn alles, was nicht Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, sollt ihr scheuen.

13. Und dies sollt ihr scheuen unter den Vögeln, dass ihr es nicht esst: Den Adler, den Habicht, den Fischaar,

14. den Geier, den Weihe und was seiner Art ist,

15. und alle Raben mit ihrer Art,

16. den Strauß, die Nachteule, den Kuckuck, den Sperber mit seiner Art,

17. das Käuzlein, den Schwan, den Huhu,

18. die Fledermaus, die Rohrdommel,

19. den Storch, den Reiher, den Heher mit seiner Art, den Wiedehopf und die Schwalbe.

20. Alles auch, was sich regt unter den Vögeln und geht auf vier Füßen, das soll euch eine Scheu sein.

Vier Füßen: Das ist: welches zugleich ein Vogel und vierfüßiges Tier ist.

21. Doch das sollt ihr essen von Vögeln, das sich regt und geht auf vier Füßen und nicht mit zwei Beinen auf Erden hüpft.

22. Von denselben mögt ihr essen, als da ist: Arbe mit seiner Art und Selaam mit seiner Art und Hargol mit seiner Art und Hagab mit ihrer Art.

Arbe mit: Dies sind viererlei Arten von Heuschrecken gewesen, so man im Lande Kanaan gefunden, und zur Speise sind gebraucht worden. Daher auch von Johannes dem Täufer gelesen wird, dass er Heuschrecken gegessen habe.

Nach Luther: Diese vier Tiere sind in unseren Landen nicht, obwohl es auch Arbe und Hagab für Heuschrecken zu finden sind, die auch vierfüßige Vögel sind. Aber es ist gewiss diesen hebräischen Namen zu benutzen, wie wir mit Halleluja und anderen fremden Sprachen Namen tun.

23. Alles aber, was sonst vier Füße hat unter den Vögeln, soll euch eine Scheu sein,

24. und sollt sie unrein achten. Wer solches Aas anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend {3Mos 5v2}.

25. Und wer dieser Aas eines tragen wird, der soll seine Kleider waschen und wird unrein sein bis auf den Abend.

Tragen: dass es die Not erfordern wird.

26. Darum alles Tier, das Klauen hat und spaltet sie nicht und wiederkäut nicht, das soll euch unrein sein; wer es anrührt, wird unrein sein.

Unrein sind: dass ihr nicht davon essen dürft.

Anrührt: Nämlich, ein Aas derselben, denn sonst hätte man auch auf keinem Pferde oder Esel reiten müssen, welches doch nicht verboten war.

27. Und alles, was auf Tappen geht unter den Tieren, die auf vier Füßen gehen, soll euch unrein sein; wer ihr Aas anrührt, wird unrein sein bis auf den Abend.

Tappen: Das ist: Welches Tier so ganz kurze und breite Füße hat, dass es gleichsam als auf Händen geht, wie die Eidechsen tun.

28. Und wer ihr Aas trägt, soll seine Kleider waschen und unrein sein bis auf den Abend; denn solche sind euch unrein.

29. Diese sollen euch auch unrein sein unter den Tieren, die auf Erden kriechen: das Wiesel, die Maus, die Kröte, ein jegliches mit seiner Art;

30. der Igel, der Molch, die Eidechse, die Blindschleiche und der Maulwurf.

31. Die sind euch unrein unter allem, dass da kriecht, wer ihr Aas anrührt, der wird unrein sein bis an den Abend.

32. Und alles, worauf ein solcher totes Aas fällt, das wird unrein, es sei allerlei hölzern Gefäß oder Kleider oder Fell oder Sack; und alles Gerät, damit man etwas schafft, soll man ins Wasser tun, und ist unrein bis auf den Abend; alsdann wird es rein.

33. Allerlei irdenes Gefäß, wo solcher Aas eines hineinfällt, wird alles unrein, was darin ist; und sollst es zerbrechen.

34. Alle Speise, die man isst, so solches Wasser hinein kommt, ist unrein; und aller Trank, den man trinkt, in allerlei solchem Gefäß, ist unrein.

solches Wasser: Das ist: Da ein Wasser zur Speise gebraucht wird, dass man sie damit kocht, oder sonst daran schüttet, und aber in dasselbe Wasser vorhin ein unreines Tier gefallen ist, oder ein Geschirr in solches Wasser ist genetzt worden, da man später Speise hineintut, so wird es alles unrein, die Speise samt dem Gefäß.

35. Und alles, worauf ein solches Aas fällt, wird unrein, es sei Ofen oder Kessel, so soll man es zerbrechen; denn es ist unrein, und soll euch unrein sein.

36. Doch die Brunnen und Kölke und Teiche sind rein. Wer aber ihr Aas anrührt, ist unrein.

Brunnen: Wenn gleich ein unreines Tier hineinfällt. Denn sonst wären die Leute durch einen ungefährlichen Zufall eines Brunnens oder Wassers beraubt worden, dass sie dessen zu ihrem Nutzen nicht mehr gebrauchen können.

Wer aber: Nämlich, von Menschen, wie bisher oft gesagt wurde.

Ihr Aas: Nämlich, der unreinen Tiere.

37. Und ob ein solches Aas fiele auf den Samen, den man gesät hat, so ist er doch rein.

Doch rein: Das ist: Der Same soll darum nicht für unrein geachtet werden.

38. Wenn man aber Wasser über den Samen gösse, und fiele danach ein solches Aas darauf, so würde er euch unrein.

Gösse: Denn die Feuchtigkeit gleichsam die Unreinigkeit an sich gezogen hat.

39. Wenn ein Tier stirbt, das ihr essen mögt: Wer das Aas anrührt, der ist unrein bis an den Abend.

Stirbt: Natürlicherweise, an einer Krankheit, oder auch von wilden Tieren ist zerrissen wurde.

Essen mögt: Das ist: Welches sonst rein und zu essen erlaubt ist.

40. Wer von solchem Aas isst, der soll sein Kleid waschen und wird unrein sein bis an den Abend. Also wer auch trägt ein solches Aas, soll sein Kleid waschen und wird unrein sein bis an den Abend.

41. Was auf Erden schleicht, das soll euch eine Scheu sein, und man soll es nicht essen.

42. Und alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was auf vier oder mehr Füßen geht, unter allem, das auf Erden schleicht, sollt ihr nicht essen; denn es soll euch eine Scheu sein.

Bauch kriecht: Als die Schlangen.

Mehr Füßen: Als da sind allerlei Würmer.

Scheu sind: der Speise wegen, dazu ihr sie nicht gebrauchen sollst.

43. Macht eure Seele nicht zum Scheusal und verunreinigt euch nicht an ihnen, dass ihr euch besudelt.

An ihnen: Nämlich, an den unreinen Tieren, dass ihr sie nicht esst, noch ihr Aas anrührt.

44. Denn ich bin der Herr, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen, dass ihr heilig seid, denn ich bin heilig; und sollst nicht eure Seele verunreinigen an irgendeinem kriechenden Tier, das auf Erden schleicht {3Mos 19v2 20v7 1Petr 1v16}.

Euer Gott: Ein heiliger und reiner Gott.

Heilig seid: Das ist: Rein und sauber, von aller Befleckung und Unreinigkeit des Leibes und Gemüts allerdings befreit.

Ich bin: Darum will ich, dass mein Volk auch heilig und rein sein soll.

Eure Seelen: Das ist: euch selbst.

45. Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.

Gott sei: Das ist: Ich hab euch an- und aufgenommen, dass ich euch regieren, erlösen und selig machen will; darum ist es richtig, dass ihr euch nach meinem Willen richtet.

46. Dies ist das Gesetz von den Tieren und Vögeln und allerlei kriechenden Tieren im Wasser und allerlei Tieren, die auf Erden schleichen,

Gesetz: Welches ihr halten sollst, damit ihr einen Unterschied unter den Tieren macht, auf dass ihr nicht durch der unreinen Tiere Anrührung, oder so ihr davon esst, euch verunreinigt.

47. dass ihr unterscheiden könntet, was unrein und rein ist, und welches Tier man essen und welches man nicht essen soll.


Das 12. Kapitel


I. Den Kindbetterinnen wird ein Gesetz vorgeschrieben, wie lange sie nach den levitischen Satzungen für unrein sollen geachtet werden, v. 1. II. Und wird zugleich gezeigt, mit welcherlei Opfer sie wiederum können ausgesöhnt werden, v. 6.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Wenn ein Weib besamt wird und gebiert ein Kindlein, so soll sie sieben Tage unrein sein, solange sie ihre Krankheit leidet.

Besamt: Das sie von dem Manne empfängt und schwanger wird.

Solange: Gleichwie die Weiber auch sonst, von wegen ihrer monatlichen Krankheit, damit sie sieben Tage behaftet sind, für unrein gehalten werden. Man pflegte aber dieselben Weiber von der anderen Leute Gemeinschaft abzusondern, solange sie ihre monatliche Krankheit an sich hatten.

3. Und am achten Tage soll man das Fleisch seiner Vorhaut beschneiden {Lk 2v21 Joh 7v22}.

Beschneiden: Wie das Gebot von der Beschneidung, so Gott dem Abraham gegeben, ausweist {1Mos 17}.

4. Und sie soll daheim bleiben dreiunddreißig Tage im Blut ihrer Reinigung. Kein Heiliges soll sie anrühren und zum Heiligtum soll sie nicht kommen, bis dass die Tage ihrer Reinigung aus sind.

Bleiben: Nämlich, über die zuvor genannten acht Tage.

Reinigung: Das ist: Bis sie allerdings von ihrem Blutfluss gereinigt wurde, denn es pflegen denselben die Weiber in währendem Kindbette länger zu haben als sonst, und da er oft aufgehört, wohl wieder anzufangen.

Kein Heiliges: Als da ist die übrige Speise von den Opfern und andere geheiligte Sachen.

Anrühren: Nämlich, die ganze Zeit über, der ein und vierzig Tage.

Heiligtum: Das ist: zur Hütte des Stifts oder zum Tempel.

Aus sind: Bis nach Ablauf der vorgemeldeten Tage, sie allerdings von ihrer Krankheit wiederum gesund worden ist.

5. Gebiert sie aber ein Mädchen, so soll sie zwei Wochen unrein sein, solange sie ihre Krankheit leidet, und soll sechsundsechzig Tage daheim bleiben in dem Blut ihrer Reinigung.

Zwei Wochen: Denn oft, wenn ein Mädchen geboren wird, die Weiber ihre Krankheit länger leiden. [Und dass die Zeit der Unreinigkeit, bei eines Mädchens Geburt, doppelt gerechnet wird, erinnert uns solches, dass die wahre Unreinigkeit der Sünden vor Gott durch ein Weib in die Welt sei eingeführt worden.]

Sechs und sechzig: Über die vorigen vierzehn oder fünfzehn Tage. [Es wurden aber die Weibspersonen nach der Geburt so viel Tage für unrein geachtet, nicht dass der Ehestand ein unreiner Stand sei, sondern dass wir dadurch erinnert würden, wie die Sünde, als die rechte Unreinigkeit vor Gott, und ein Scheusal, von Adam durch die fleischliche Geburt auf uns vererbt werde. Und obwohl die Christen an diese Zeremonien nicht gebunden sind, so gefordert doch die Ehrbarkeit und Gebühr, dass die Weiber etliche Wochen nach der Geburt sich innehalten und von des Mannes Beiwohnung sich enthalten, auch schwere Arbeit lassen, von wegen des Flusses, und dann damit sie wieder zu Kräften kommen, weil sie in der Geburt sehr geschwächt wurden. So hat auch die Heilige Jungfrau Maria dies ganze Gesetz von dem Kindbett gehalten, nicht darum, dass Christus in der Erbsünde empfangen und geboren wäre, sondern weil er sich selbst dem Gesetz freiwillig um unsertwillen unterworfen, auf dass er uns vom Fluch des Gesetzes erlöste {Gal 4}.]

6. Und wenn die Tage ihrer Reinigung aus sind für den Sohn oder für die Tochter, soll sie einjähriges Lamm bringen zum Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube zum Sündopfer dem Priester vor die Tür der Hütte des Stifts.

Und wenn: Es folgt jetzt, welchergestalt man die Unreinigkeit der Kindbetterin mit levitischen Zeremonien musste reinigen und versöhnen.

Bringen: Nämlich, zur Hütte des Stifts oder zum Tempel.

Brandopfer: Also, dass es der Priester zurichte und opfere. [Durch das Brandopfer und Sündopfer aber wird gelehrt, dass die Unreinigkeit der Erbsünde in uns versöhnt sei durch das Opfer des Sohnes Gottes: Und dass die Kindbetterin Gott dankbar sein soll dafür, dass sie die Gefahr und Schmerzen der Geburt überwunden hat: Und dass die Weiber in ihrem Beruf, welcher ist, dass sie Kinder zeugen sollen, selig werden, doch sofern sie im wahren Glauben und in der Gottseligkeit verharren {1Tim 2}.]

7. Der soll es opfern vor dem Herrn und sie versöhnen; so wird sie rein von ihrem Blutgang. Das ist das Gesetz für die, so ein Knäblein oder Mädchen gebiert.

Rein: Das ist: Sie wird für rein geachtet werden.

Gesetz: Welches die Kindbetterin halten soll.

8. Vermag aber ihre Hand nicht ein Schaf, so nehme sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, eine zum Brandopfer, die andere zum Sündopfer; so soll sie der Priester versöhnen, dass sie rein werde {Lk 2v14}.

Vermag: Das sie, nämlich, der Armut wegen daran verhindert wird.

Turteltauben: [Warum die Jungfrau Maria dieser Satzung sich gebraucht habe, ist zuvor gemeldet, dass sie aber kein Lamm, sondern nur Turteltauben oder junge Tauben geopfert hat, ist ein Zeichen ihrer Armut gewesen. Ist deswegen Christus um unsertwillen, in Armut, geboren, dass er uns die himmlischen Schätze mitteile {2Kor 8}.

Rein werde: Das ist: Sie soll nicht mehr unrein geachtet werden und mag geheiligte Sachen anrühren, darf in das Heiligtum gehen, mit anderen Leuten umgehen und zu ihrem Mann sich halten und andere Dinge verrichten, was reine Leute tun dürfen.


Das 13. Kapitel


I. Es wird gelehrt, wie man den Aussatz an einem Menschen erkennen soll, v. 1. II. und wie die Aussätzigen sich kleiden und verhalten sollen, v. 45. III. auch werden die Kennzeichen des Aussatzes an den Kleidern gezeigt, v. 47.

1. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

der Herr: Weil Gott gewollt, dass sich das israelitische Volk vor aller Unreinigkeit hüten sollte, so hat er auch von der Unreinigkeit des Aussatzes Gesetze stellen wollen, damit die, so wahrhaftig aussätzig wären, von dem Haufen und täglicher Gemeinschaft des anderen Volkes aussortiert und ausgeschlossen würden, auf dass sie andere nicht auch ansteckten.

2. Wenn einem Menschen an der Haut seines Fleisches etwas auffährt, oder schäbig oder eiterweiß wird, als wollte ein Aussatz werden an der Haut seines Fleisches, soll man ihn zum Priester Aaron führen oder zu seiner Söhne einem unter den Priestern.

3. Und wenn der Priester das Mal an der Haut des Fleisches sah, dass die Haare in Weiß verwandelt sind, und das Ansehen an dem Ort tiefer ist denn die andere Haut seines Fleisches, so ist es gewiss der Aussatz. Darum soll ihn der Priester besehen und für unrein urteilen {4Mos 5v2 12v10}.

Haar: So am selben Ort stehen, da das Mal ist. Dass sie dem anderen Haar, am gesunden Ort, ungleich sind, und nicht einerlei Farbe haben.

Tiefer: Das ist: Wenn der schadhafte Ort etwas niedriger und tiefer in der Haut sein wird als am anderen Ort, also, dass das Mal nicht so sehr über sich steigt, als inwendig ins Fleisch und unter der Haut verborgen liegt.

Urteilen: Denn was heutzutage der Ärzte Verrichtung ist in diesem Fall, vom Aussatz zu urteilen, das war vorzeiten den Priestern anbefohlen. [Es irren aber diejenigen grob, welche aus diesem Kapitel Gleichnis Weise die päpstliche Ohrenbeichte und Erzählung aller Sünde, so man vor dem Priester tun müsse, erzwingen wollen. Denn das man in einer solchen wichtigen Sache auf ein bloßes Gleichnis sich gründet, darauf dazu die Heilige Schrift nicht deutet, noch weist, ist ein lächerlicher und freventlicher Handel. Und wenn solche Ohrenbeichte ein notwendiges Werk wäre, so müsste man darin ein ausdrückliches Gebot und einen ebensolchen Befehl haben im Neuen Testament, gleichwie die Taufe und das Nachtmahl mit einem ausdrücklichen Befehl eingesetzt wurden. Aber ohne solchen Befehl ist dergleichen Folterung der Gewissen in der Kirche keineswegs zu dulden, noch viel weniger von Neuem wiederum einzuführen. Will man aber die verblümten Gleichnisse bei dieser Materie suchen, so mag man in Achthaben, dass das Amt die Aussätzigen zu besehen, dem Aaron, als dem Hohepriester, gebührt habe, weil er aber der Sachen zu schwach war, und nicht alles allein verrichten konnte, so würden auch die anderen Unterpriester mit und neben ihm gebraucht: Aber Christus unser Hohepriester ist nicht überlastet, dass er unsere Fehler und Gebrechen, damit wir behaftet sind, nicht beschauen könnte. Darum, wenn wir ihm unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns dieselbe verzeiht, und reinigt uns von aller Untugend {1Joh 1 Ps 32}. Es hat aber Gott damit, dass er von den aussätzigen Satzungen gestellt, uns lehren wollen, wie hoch er sich unsere Gesundheit lasse angelegen sein, und dass man diejenigen, welche mit einer anklebenden Seuche behaftet sind, von anderer Leute Gemeinschaft, soviel möglich, ausschließen soll, damit das Gift nicht weiter um sich fresse und eine ganze Gemeinde angesteckt werde: Doch soll man auch Vorsehung tun, dass man ihnen die schuldige Liebe und den Dienst erzeige mit notdürftiger Handreichung, womit besonders die Verwandten gebunden sind.]

4. Wenn aber etwas eiterweiß ist an der Haut seines Fleisches, und doch das Ansehen nicht tiefer denn die andere Haut des Fleisches, und die Haare nicht in Weiß verwandelt sind, so soll der Priester denselben verschließen sieben Tage,

Wenn aber: Es folgt ein anderer Fall, der sich mit dem Aussatz zutragen kann.

Nach Luther: Hier ist offenbar, dass Moses Aussatz heißt allerlei Grind und Blattern oder Mal, da Aussatz daraus werden kann oder dem Aussatz gleich ist.

Verschließen: An einen besonderen Ort, denn man soll damit das Urteil nicht so schnell feststellen, wenn keine deutlichen Zeichen des Aussatzes vorhanden sind.

5. und am siebten Tage besehen. Ist es, dass das Mal bleibt, wie er es zuvor gesehen hat, und hat nicht weiter gefressen an der Haut,

Abermals: Damit er ja nicht der Sachen zu viel tue und ein unrechtes Urteil fälle: Sondern gewisse und unfehlbare Zeichen habe, von desselben Menschen Reinigkeit oder Unreinigkeit.

6. so soll ihn der Priester abermals sieben Tage verschließen. Und wenn er ihn zum andermal am siebten Tage besieht und findet, dass das Mal verschwunden ist und nicht weiter gefressen hat an der Haut, so soll er ihn rein urteilen, denn es ist Grind. Und er soll seine Kleider waschen, so ist er rein.

Siebten: Welcher der vierzehnte Tag ist, von der ersten Beschauung an zu rechnen.

Verschwunden: Dass es nicht mehr so eigentlich erkannt oder gesehen werde.

Waschen: Das ist: Wenn zu des Priesters ergangenem Urteil auch noch das dazu kommt, dass er seine Kleider wäscht, so soll er nicht weiter von den anderen aussortiert bleiben, doch sofern zukünftig kein neuer Argwohn mehr kommt.

7. Wenn aber der Grind weiter frisst in der Haut, nachdem er vom Priester besehen und rein gesprochen ist, und wird nun zum andermal vom Priester besehen;

8. wenn denn da der Priester sah, dass der Grind weiter gefressen hat in der Haut, soll er ihn unrein urteilen, denn es ist gewiss Aussatz.

9. Wenn ein Mal des Aussatzes am Menschen sein wird, den soll man zum Priester bringen.

Wenn ein: Es folgt ein anderes Zeichen, dabei man den Aussatz soll erkennen lernen.

Mal des Aussatzes: Das ist: Daher einer ein Argwohn vom Aussatz bekommen mag.

10. Wenn derselbe sah und findet, dass weiß aufgefahren ist an der Haut, und die Haare in Weiß verwandelt, und roh Fleisch im Geschwür ist,

Sieht: Dass er den Sachen fleißig nachdenkt und Acht hat, ob der, so vor ihm gebracht wurde, aussätzig sein möchte oder nicht.

Verwandelt: Dass sie den anderen Haaren ungleich sind, welche um das Mal her stehen.

11. so ist es gewiss ein alter Aussatz in der Haut seines Fleisches. Darum soll ihn der Priester unrein urteilen und nicht verschließen; denn er ist schon unrein.

Alter: der in das Fleisch tief eingewurzelt ist und darin viel schädlicher und nicht heilbar als der vorige.

Schon unrein: d. i., dass man darf nicht weiter daran zweifeln, sondern für gewiss schließen, dass er unrein und aussätzig sei.

12. Wenn aber der Aussatz blüht in der Haut und bedeckt die ganze Haut, von dem Haupt an bis auf die Füße, alles, was dem Priester vor Augen sein mag;

Blüht: Das ist: Wenn ein Grind, der wie ein Aussatz aussieht, hin und her über den ganzen Leib ausbricht.

Die ganze Haut: (Nach Luther) Dieser Aussatz heißt rein, denn es ist ein gesunder Leib, der sich also selbst reinigt, als mit Pocken, Masern und Krätze geschieht, dadurch der ganze Leib das Böse herausschlägt, wie wir Deutschen sagen: Er sei gesund, rc.

13. wenn dann der Priester besieht und findet, dass der Aussatz das ganze Fleisch bedeckt hat, so soll er denselben rein urteilen, dieweil es alles an ihm in Weiß verwandelt ist; denn er ist rein.

Findet: Nach fleißiger Erwägung und Betrachtung.

Weiß verwandelt: Das ist: Dieweil der ganze Leib mit dem weißen Mal überzogen ist.

Rein: Weil ein solcher Grind keine aussätzige Vergiftung des Leibes ist, sondern eine Reinigung der Natur, so die bösen Flüsse austreibt.

14. Ist aber roh Fleisch da des Tages, wenn er besehen wird, so ist er unrein.

Da] Nämlich, an irgendeinem Ort oder auf dem ganzen Leibe, das die Haut durchgefressen hat und hervorscheint.

15. Und wenn der Priester das rohe Fleisch besieht, soll er ihn unrein urteilen; denn er ist unrein, und es ist gewiss Aussatz.

16. Verkehrt sich aber das rohe Fleisch wieder und verwandelt sich in Weiß, so soll er zum Priester kommen.

In Weiß: Das ist: wenn an dem Mal, da man zuvor das rohe Fleisch sah, das Ansehen weiß wurde, wie denn dergleichen Geschwüre sind, welche anfangen zu heilen.

17. Und wenn der Priester besieht und findet, dass das Mal ist in Weiß verwandelt, soll er ihn rein urteilen, denn er ist rein.

18. Wenn in jemandes Fleisch an der Haut eine Drüse wird, und wieder heilt,

Wenn: Es folgt ein anderer Fall von Aussatz.

19. danach an demselben Ort etwas weiß auffährt oder rötlich Eiterweiß wird, soll er vom Priester besehen werden.

Rötlich Eiterweiß: Das ist: welches etwas weißen Eiter hat, mit Rot unterlaufen.

20. Wenn dann der Priester sah, dass das Ansehen tiefer ist denn die andere Haut und das Haar in Weiß verwandelt; so soll er ihn unrein urteilen; denn es ist gewiss ein Aussatzmal aus der Drüse wurden.

21. Sah aber der Priester und findet, dass die Haare nicht weiß sind, und ist nicht tiefer denn die andere Haut, und ist verschwunden, so soll er ihn sieben Tage verschließen.

Nicht weiß: Sondern den anderen gleich sehen.

Verschwunden: Dass man es nicht mehr so eigentlich erkennen kann als zuvor.

22. Frisst es weiter in der Haut, so soll er ihn unrein urteilen; denn es ist gewiss ein Aussatzmal.

23. Bleibt aber das Eiterweiß also stehen und frisst nicht weiter, so ist es die Narbe von der Drüse, und der Priester soll ihn rein urteilen.

24. Wenn sich jemand an der Haut wie Feuer brennt, und das Brandmal rötlich oder weiß ist,

Wenn sich: Es folgt ein anderer Fall.

Rötlich: Also, dass es zum Geschwür wurde, da das roh wilde Fleisch heraus scheint.

25. und der Priester ihn besieht und findet das Haar in Weiß verwandelt an dem Brandmal und das Ansehen tiefer denn die andere Haut, so ist gewiss Aussatz aus dem Brandmal geworden. Darum soll ihn der Priester unrein urteilen; denn es ist ein Aussatzmal.

26. Sah aber der Priester und findet, dass die Haare am Brandmal nicht in Weiß verwandelt, und nicht tiefer ist denn die andere Haut, und ist dazu verschwunden, soll er ihn sieben Tage verschließen.

27. Und am siebten Tage soll er ihn besehen. Hat es weiter gefressen an der Haut, so soll er ihn unrein urteilen; denn es ist Aussatz.

28. Ist es aber gestanden an dem Brandmal und nicht weiter gefressen an der Haut und ist dazu verschwunden, so ist es ein Geschwür des Brandmals. Und der Priester soll ihn rein urteilen; denn es ist eine Narbe des Brandmals.

Narbe: So noch vom Brand übergeblieben und kein gefährlicher Grind des Aussatzes.

29. Wenn ein Mann oder Weib auf dem Haupt oder am Bart schäbig wird,

Wenn ein Mann: Es folgt aber eine andere Art des Aussatzes.

Schlecht wird: Dass es ein Zeichen gibt eines Aussatzes.

30. und der Priester das Mal besieht und findet, dass das Ansehen tiefer ist denn die andere Haut, und das Haar dort golden und dünne, so soll er ihn unrein urteilen; denn es ist aussätziger Grind des Haupts oder des Barts.

Goldene: Das ist: goldene Farbe.

31. Sah aber der Priester, dass der Grind nicht tiefer anzusehen ist denn die Haut, und das Haar nicht falb ist, soll er denselben sieben Tage verschließen.

Nicht falb (nicht dunkel) Also, dass man schwer urteilen kann, ob es ein Aussatz sei oder nicht.

32. Und, wenn er am siebten Tage besieht und findet, dass der Grind nicht weiter gefressen hat, und kein goldenes Haar da ist, und das Ansehen des Grindes nicht tiefer ist denn die andere Haut,

33. soll er sich bescheren, doch dass er den Grind nicht beschere. Und soll ihn der Priester abermals sieben Tage verschließen.

Bescheren: Von dem Ort her, da das Mal ist.

Nicht beschere: Denn man die Haare da stehen lassen soll, auf dass man aus derselben Farbe urteilen könnte.

34. Und, wenn er ihn am siebten Tage besieht und findet, dass der Grind nicht weiter gefressen hat in der Haut, und das Ansehen ist nicht tiefer denn die andere Haut, so soll ihn der Priester rein sprechen; und er soll seine Kleider waschen, denn er ist rein.

Rein sprechen: Und nicht mehr von der anderen Gemeinschaft ausschließen.

35. Frisst aber der Grind weiter an der Haut, nachdem er rein gesprochen ist,

Weiter: Dass er sich weiter ausbreitet, ob er wohl zuvor das Ansehen gehabt, als stünde er still, und fresse nicht weiter um sich, darum er auch ein Zeugnis seiner Reinigkeit vom Priester davon gebracht.

36. und der Priester besieht und findet, dass der Grind also weiter gefressen hat an der Haut, so soll er nicht mehr danach fragen, ob die Haare golden sind; denn er ist unrein.

Fragen: Denn man an dem Aussatz nicht mehr zweifeln darf.

37. Ist aber vor Augen der Grind still gestanden, und falb Haar dort aufgegangen, so ist der Grind heil und er rein. Darum soll ihn der Priester rein sprechen.

Still: Dass er sich nicht weiter ausbreitet.

Falb: Aber nicht goldene Farbe.

38. Wenn einem Mann oder Weib an der Haut ihres Fleisches etwas eiterweiß ist,

39. und der Priester sah darin, dass das Eiterweiß schwindet, das ist ein weißer Grind, in der Haut aufgegangen, und er ist rein.

40. Wenn einem Manne die Haupthaare ausfallen, dass er kahl wird, der ist rein.

41. Fallen sie ihm vorne am Haupt aus, und wird eine Glatze, so ist er rein.

42. Wird aber an der Glatze, oder da er kahl ist, ein weiß oder rötlich Mal, so ist ihm Aussatz an der Glatze oder am Kahlkopf aufgegangen.

43. Darum soll ihn der Priester besehen. Und wenn er findet, dass ein weiß oder rötlich Mal aufgelaufen an seiner Glatze oder Kahlkopf, dass es sah, wie sonst der Aussatz an der Haut,

44. so ist er aussätzig und unrein; und der Priester soll ihn unrein sprechen solches Mals wegen auf seinem Haupt.

45. Wer nun aussätzig ist, des Kleider sollen zerrissen sein und das Haupt bloß und die Lippen verhüllt und soll aller Dinge unrein genannt werden:

Wer nun: Jetzt wird der Aussätzigen Zustand beschrieben und wie sich halten sollen.

Bloß: Als Leute, die Leid tragen.

Verhüllte: Auf dass er mit seinem Odem gleichsam die Luft nicht vergifte.

Genannt: Oder ausgeschrien werden. Auf dass sich andere vor ihrer Gesellschaft hüten, und sich scheuen sie anzurühren, damit sie nicht auch angesteckt werden. In Deutschland pflegen die Aussätzigen zu schreien auf den Gassen: Hier gehen die armen Kinder, die von der Welt geschieden sind. [Denn, welche mit einer Strafe von Gott angegriffen werden, die sollen solches demütig erkennen, ihre begangene Sünde beweinen und bereuen, damit sie solche Strafe verdient haben. Und welche mit einer anklebenden Seuche behaftet sind, die sollen sich hüten, dass nicht auch andere aus Unvorsichtigkeit von ihnen angesteckt werden.]

46. Und solange das Mal an ihm ist, soll er unrein sein, alleine wohnen, und seine Wohnung soll außer dem Lager sein {2Sam 15v5}.

Unrein sind: Bis er von dem Priester wiederum rein gesprochen werde.

Außerdem: Auf dass durch seine Beiwohnung andere nicht auch verunreinigt werden.

47. Wenn an einem Kleide eines Aussatzes Mal sein wird, es sei von Wolle oder Leinen,

Wenn an: Bis daher ist von dem Aussatz der Menschen geredet worden: Es ist aber auch ein Aussatz der Kleider gewesen, davon jetzt folgen wird.

Aussatzes Mal: Dass ein Zeichen gibt, dass solches Kleid vergiftet und unrein sei.

48. zum Vorschein kommt, es sei Leinen oder Wolle, oder an einem Fell, oder an allem, das aus Fellen gemacht wird;

Leinen oder Wolle: Daraus man Tuch zu machen pflegt.

49. und wenn das Mal bleich oder rötlich ist am Kleid, oder am Fell, oder an irgendeinem Ding, das von Fellen gemacht ist: Das ist gewiss ein Mal des Aussatzes; darum soll es der Priester besehen.

Des Aussatzes: Darum man es nicht mehr gebrauchen soll, man habe denn die Sache zuvor wohl erkundigt.

50. Und wenn er das Mal sah, soll er es einschließen sieben Tage.

51. Und wenn er am siebten Tage sah, dass das Mal hat weitergefressen am Kleid, am Werst oder am Eintracht, am Fell oder an allem, das man aus Fellen macht, so ist es ein fressend Mal des Aussatzes und ist unrein.

52. Und soll das Kleid verbrennen, es sei Wolle oder Leinen, oder allerlei Fellwerk, darin solches Mal ist; denn es ist ein Mal des Aussatzes; und soll es mit Feuer verbrennen.

Verbrennen: Auf dass niemand, wenn er dasselbe unreine Kleid anrührt oder gebraucht, dadurch auch angesteckt und verunreinigt werde.

53. Wird aber der Priester sehen, dass das Mal nicht weiter gefressen hat am Kleid, oder am Werft, oder am Eintracht, oder an allerlei Fellwerk,

54. so soll er gebieten, dass man es wasche, darin das Mal ist; und soll es einschließen andere sieben Tage.

55. Und wenn der Priester sehen wird, nachdem das Mal gewaschen ist, dass das Mal nicht verwandelt ist vor seinen Augen und auch nicht weiter gefressen hat, so ist es unrein, und du sollst es mit Feuer verbrennen; denn es ist tief eingefressen und hat es beschabt gemacht.

Nicht verwandelt: Das ist: Dass das Mal ist nicht weggegangen, und das Kleid am selben Ort und hat nicht das voriges Ansehen wieder bekommen, ob gleich das Mal sonst nicht weiter um sich gefressen hat.

56. Wenn aber der Priester sah, dass das Mal verschwunden ist nach seinem Waschen, so soll er es abreißen vom Kleid, vom Fell, von dem Gegenstand.

Verschwunden: Nämlich, am siebten Tage, nachdem es gewaschen und eingeschlossen wurde, dass es kleiner wurde und nicht mehr so gut gesehen werden kann.

57. Wird es aber noch gesehen am Kleid, am Werft, am Eintracht oder allerlei Fellwerk, so ist es ein Fleck, und du sollst es mit Feuer verbrennen, darin solches Mal ist.

Fleck: Nämlich, des Aussatzes.

58. Das Kleid aber, oder der Gegenstand, oder allerlei Fellwerk, das gewaschen ist und das Mal von ihm gelassen hat, soll man zum andermal waschen, so ist’s rein.

Gelassen hat: Dass das Mal nicht mehr daran gesehen wird.

Rein: Und mag, kann solch ein Kleid weiter benutzen.

59. Das ist das Gesetz über die Male des Aussatzes an Kleidern, sie seien Wollen oder leinern, am Werst und Gegenständen, sowie an allerlei Fellwerk, rein oder unrein zu sprechen.

Das Gesetz: Das ist: Dies sind die göttlichen Satzungen und Rechte, die man halten soll, mit den Kleidern und anderen Sachen, daraus die Kleider und Tücher gemacht werden, auf dass die Priester wissen können, welche Kleider sie rein oder unrein urteilen sollen. [Weil aber Gott so väterlich erinnert, dass man sich vor unsauberen Kleidern hüten soll, so will er uns zugleich damit lehren, dass er auch für unsere Leiber sorge, als die nicht allein um dieses kurzen und vergänglichen zeitlichen Lebens willen, sondern auch und vielmehr zur ewigen Seligkeit sind erschaffen und erlöst wurden.]


Das 14. Kapitel


I. Erstlich werden etliche Zeremonien erzählt, damit diejenigen ausgesöhnt wurden, welche vom Aussatz waren rein geworden, v. 1. II. Danach wird gelehrt, wie man den Aussatz an den Wänden der Häuser erkennen und reinigen soll, v. 33.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Redet: Das vorige Kapitel hat gelehrt, durch welche Kennzeichen man den Aussatz erkennen soll und urteilen lernen: Dies aber zeigt an, mit welchen Zeremonien der, so aussätzig war, und wiederum gesund wurde, in die Gemeinschaft des Volkes Gottes aufgenommen wurde. Denn es ist unleugbar, dass bei den Juden etliche Aussätzige durch Gottes Güte vom Aussatz wiederum loswurden.

2. Das ist das Gesetz über den Aussätzigen, wenn er soll gereinigt werden. Er soll zum Priester kommen {Mt 8v4 Lk 5v14 17v14},

Gesetz: Das ist: Diese Weise soll der halten, welcher aussätzig gewesen ist.

Gereinigt werden: Nämlich, vom Priester, der ihn mit seinem Zeugnis rein urteilen soll.

3. und der Priester soll aus dem Lager gehen und besehen, wie das Mal des Aussatzes am Aussätzigen heil worden ist;

Gehen: Zum Aussätzigen, denn er durfte noch nicht zum Priester ins Lager kommen.

4. und soll gebieten dem, der zu reinigen ist, dass er zwei lebendige Vögel nehme, die da rein sind, und Zedernholz und rosinfarbene Wolle und Ysop.

Vögel: Dass der Priester die selbigen zu seiner Reinigung gebrauche.

Und Isop: Aus diesen drei Stücken wurde ein Sprengwedel gemacht, also, dass der Isop mit einem rosinfarbenen Wollfaden an einen Stecken von Zedernholz gebunden wurde.

5. Und soll gebieten, den einen Vogel zu schlachten in einem irdenen Gefäß am fließenden Wasser.

Zu schlachten: Von einem anderen Priester.

Fließenden] Das ist: Der Vogel soll geschlachtet werden über ein irdenes Gefäß, darin sauber fließend oder Brunnenwasser ist, also, das des Vogels Blut ins Wasser triefe.

6. Und soll den lebendigen Vogel nehmen mit dem Zedernholz, rosinfarbener Wolle und Ysop und in des geschlachteten Vogels Blut tunken am fließenden Wasser

Wasser: Welches mit dem Blut des geschlachteten Vogels vermengt wurde.

7. und besprengen den, der vom Aussatz zu reinigen ist, siebenmal; und reinige ihn also und lasse den lebendigen Vogel ins freie Feld fliegen.

Siebenmal: Diese Zahl bedeutet sonst Vollkommenheit.

Reinige: Das ist: dass er ihm Zeugnis seiner Reinigung gebe.

Freie Feld: Denn gleichwie der Vogel durfte frei und ungehindert ins Feld fliegen zu den anderen Vögeln: Also wurde dem, der vom Aussatz los wurde, zugelassen, dass er wiederum durfte in die Gemeinschaft des Volkes Gottes kommen. [Es wird aber der Sünden Aussatz, damit wir vom Mutterleibe an behaftet sind, gereinigt, wenn wir durch das Amt des Evangeliums mit der heiligen Taufe, welche mit dem Blut Christi gefärbt ist, besprengt werden, dass wir weiter unter den Kindern Gottes Platz haben.]

8. Der Gereinigte aber soll seine Kleider waschen und alle seine Haare abscheren und sich mit Wasser baden, so ist er rein. Danach gehe er ins Lager; doch soll er außer seiner Hütte sieben Tage bleiben {4Mos 12v14}.

Abscheren: Über den ganzen Leib.

Seiner Hütte: Denn ob ihm wohl frei stand, dass er möchte ins Lager gehen, so durfte er doch noch nicht zu seiner Hütte sich nahen, bis er vollkommen und allerdings gereinigt wurde mit allen Zeremonien, so dazugehörig.

9. Und am siebten Tage soll er alle seine Haare abscheren auf dem Haupt, am Barte, an den Augenbrauen, dass alle Haare abgeschoren sind, und soll seine Kleider waschen und sein Fleisch im Wasser baden, so ist er rein.

Abscheren: Nämlich, zum andermal.

10. Und am achten Tage soll er zwei Lämmer nehmen ohne Wandel und ein jähriges Schaf ohne Wandel und drei Zehnten Semmelmehl zum Speiseopfer, mit Öl gemengt, und ein Log Öls.

Drei Zehnten: Das ist: Drei Gomor oder etwas mehr als ein Viertel vom Epha, welches zehn Gomor in sich hielt.

Log Öls: Nämlich, über dem vorigen Öl, damit das Speiseopfer gemengt wurde. Es hält aber ein Log zufällig so viel als ein Viertel von einer Württembergischen Maß oder ein Nössel.

Nach Luther: Log ist ein kleines Maß, auf Hebräisch so genannt, aber ungewiss, wie groß es sei.

11. Da soll der Priester denselben Gereinigten und diese Dinge stellen vor den Herrn vor der Tür der Hütte des Stifts.

Gereinigten: der aussätzig gewesen war.

12. Und soll das eine Lamm nehmen und zum Schuldopfer opfern mit dem Log Öl; und soll solches vor dem Herrn weben;

13. und danach das Lamm schlachten, da man das Sündopfer und Brandopfer schlachtet, nämlich an heiliger Stätte; denn wie das Sündopfer, also ist auch das Schuldopfer des Priesters; denn es ist das Allerheiligste.

Heiliger Stätte: Nämlich, zu den Seiten des Brandopfer Altars, gegen Mitternacht, wie oben im 1. Kapitel zu lesen ist.

Des Priesters: Das ist: Ein Teil des Schuldopfers gehört dem Priester und soll ihm gegeben werden, das Übrige wurde mit Feuer verbrannt.

Allerheiligste: Nämlich, eins von den allerheiligsten Opfern, davon niemand als allein den Priestern zu essen gebührte.

14. Und der Priester soll des Blutes nehmen vom Schuldopfer und dem Gereinigten auf den Knorpel des rechten Ohrs tun und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes.

Schuldopfer: Nämlich, dessen, der aussätzig gewesen ist.

15. Danach soll er des Öls aus dem Log nehmen und in seine (des Priesters) linke Hand gießen,

16. und mit seinem rechten Finger in das Öl tunken, das in seiner linken Hand ist, und sprengen mit seinem Finger das Öl siebenmal vor dem Herrn.

Vor dem Herrn: Das ist: Gegen den Allerheiligsten, darin die Bundeslade war, bei welcher sich Gott gegenwärtig erzeigte und finden ließ.

17. Das übrige Öl aber in seiner Hand soll er dem Gereinigten auf den Knorpel des rechten Ohrs tun und auf den rechten Daumen und auf die große Zehe seines rechten Fußes, oben auf das Blut des Schuldopfers.

Oben auf: Das ist: Über das Blut her, welches vom Schuldopfer genommen, und auf den Gereinigten geschmiert wurde, soll das Öl auch gegossen werden.

18. Das übrige Öl aber in seiner Hand soll er auf des Gereinigten Haupt tun und ihn versöhnen vor dem Herrn.

19. Und soll das Sündopfer machen und den Gereinigten versöhnen seiner Unreinigkeit wegen; und soll danach das Brandopfer schlachten

Sündopfer: Des gewesenen Aussätzigen. [Gleichwie aber derselbe, so einen Aussatz an seinem Leibe gehabt hatte, von wegen seiner abscheulichen Krankheit, einer Aussöhnung bedürftig war: Also haben wir von wegen der Krankheit der Erbsünde nötig gehabt des Opfers Christi, dadurch wir bei Gott wiederum sind ausgesöhnt worden.]

20. und soll es auf dem Altar opfern samt dem Speiseopfer und ihn versöhnen, so ist er rein.

Speiseopfer: Denn welche vom Aussatz erlöst waren, mussten mit demselben Opfer ihre Dankbarkeit erzeigen.

Versöhnen: Wir werden durch das Opfer des Todes Christi mit Gott versöhnt, auf dass wir nicht von wegen der Sünden Aussatz von der himmlischen Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Wir werden aber mit dem Blut Christi besprengt und gereinigt, wenn wir aus dem Evangelium durch den Glauben uns den Verdienst Christi uns zueignen, damit beide, unsere Person und Werke, geheiligt werden. Auch werden wir mit dem Öl des Heiligen Geistes begossen und zu geistlichen Priestern geweiht, auf dass wir unsere Dankopfer tun können, damit wir uns dankbar gegen Gott erzeigen. Welches geschieht, wenn wir das Wort Gottes mit den Ohren recht anhören und aufnehmen und unsere Hände und Füße, das ist, alle Glieder, im Gehorsam nach seinem Willen richten.)

21. Ist er aber arm und mit seiner Hand nicht so viel erwirbt, so nehme er ein Lamm zum Schuldopfer zu weben, ihn zu versöhnen, und einen Zehnten Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speiseopfer und ein Log Öl

Ist: Die vorigen Zeremonien sind den Reichen vorgeschrieben worden: Jetzt wird auch den Armen gezeigt, in welchergestalt sie vom Aussatz mögen rein gesprochen werden. [Denn Gott hat für die Armen nicht weniger Sorge als für die Reichen.]

Er] Nämlich, der vom Aussatz gesund worden ist.

Erwirbt: Dass er nicht so viel in seinem Vermögen hat, dass er alles vorgemeldete leisten könne.

Weben: Das ist: Der Priester soll das Lamm, welches er zuvor gegen die vier Orte der Welt hin und wider gewebt hat, dem Herrn opfern, auf dass er denselben versöhne, welcher aussätzig gewesen war.

Zehnten: Nämlich, das zehnte Teil vom Epha, welches sonst auch ein Gomor genannt wurde.

22. und zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die er mit seiner Hand erwerben kann, dass eine sei ein Sündopfer, die andere ein Brandopfer;

23. und bringe sie am achten Tage seiner Reinigung zum Priester vor der Tür der Hütte des Stifts, vor dem Herrn.

24. Da soll der Priester das Lamm zum Schuldopfer nehmen und das Log Öl und soll es alles weben vor dem Herrn;

Nehmen: Von der Hand dessen, der es bringt zu seiner Reinigung.

25. und das Lamm des Schuldopfers schlachten und des Blutes nehmen von demselben Schuldopfer und dem Gereinigten tun auf den Knorpel seines rechten Ohrs und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes;

26. und des Öls in seine (des Priesters: linke Hand gießen.

27. und mit seinem rechten Finger das Öl, das in seiner linken Hand ist, siebenmal sprengen vor dem Herrn.

28. Des Übrigen aber in seiner Hand soll er dem Gereinigten auf den Knorpel seines rechten Ohrs und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes tun, oben auf das Blut des Schuldopfers.

29. Das übrige Öl aber in seiner Hand soll er dem Gereinigten auf das Haupt tun, ihn zu versöhnen vor dem Herrn,

30. und danach aus der einen Turteltaube oder jungen Taube, wie seine Hand hat mögen erwerben,

31. ein Sündopfer, aus der anderen ein Brandopfer machen samt dem Speiseopfer. Und soll der Priester den Gereinigten also versöhnen vor dem Herrn.

32. Das sei das Gesetz für den Aussätzigen, der mit seiner Hand nicht erwerben kann, was zu seiner Reinigung gehört.

Aussätzigen: der da soll gereinigt werden und seine Stelle unter dem Volk Gottes wiederum erlangen.

Kann: Dass er zu arm ist und nicht so viel geben kann, als von den Reichen gefordert wird.

33. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

Und der: Jetzt wird eine andere Art des Aussatzes beschrieben, so an den Häusern zu finden ist, und wird zugleich erklärt, wie man sie reinigen soll.

34. Wenn ihr ins Land Kanaan kommt, das ich euch zur Besitzung gebe, und werde irgend in einem Hause eurer Besitzung ein Aussatzmal geben,

Geben: Das daher den Einwohnern eine Gefahr entsteht, dass sie nicht auch damit angesteckt werden. [Denn die Strafen der Sünden werden den Leuten von Gott zugeschickt.]

35. so soll der kommen, des das Haus ist, dem Priester ansagen und sprechen: Es sah mich an, als sei ein Aussatzmal an meinem Hause.

36. Da soll der Priester heißen, dass sie das Haus ausräumen, ehe denn der Priester hineingeht, das Mal zu besehen, auf dass nicht unrein werde alles, was im Hause ist; danach soll der Priester hineingehen, das Haus zu besehen.

ausräumen: dass sie allen Hausrat hinaustragen aus dem Hause.

Unrein werde: Das ist: auf dass nicht nach des Priesters ausgesprochenem Urteil, aller Hausrat zugleich mit für unrein geachtet werde und man dessen zukünftig nicht mehr benutzen könne.

37. Wenn er nun das Mal besieht und findet, dass an der Wand des Hauses gelbe oder rötliche Vertiefungen sind und ihr Ansehen tiefer, denn sonst die Wand ist,

38. so soll er zum Hause zur Tür herausgehen und das Haus sieben Tage verschließen.

39. Und wenn er am siebten Tage wiederkommt und sah, dass das Mal weiter gefressen hat an des Hauses Wand,

40. so soll er die Steine heißen ausbrechen, darin das Mal ist, und hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort werfen.

Unreinen: da man, nämlich, andere unreine Sachen hinzuwerfen pflegt.

41. Und das Haus soll man inwendig ringsherum schaben, und soll den abgeschabte Tünche hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort schütten

42. und andere Steine nehmen und an jener statt tun und anderen Leimen nehmen und das Haus bewerfen.

43. Wenn dann das Mal wiederkommt und ausbricht am Hause, nachdem man die Steine ausgerissen und das Haus anders beworfen hat,

44. so soll der Priester hineingehen. Und wenn er sah, dass das Mal weiter gefressen hat am Hause, so ist es gewiss ein fressender Aussatz am Hause und ist unrein.

Fressender: Welcher, wenn man ihn so bleiben ließe, weiter um sich greifen und sich ausbreiten würde, bis er das ganze Haus verunreinigte.

45. Darum soll man das Haus abbrechen, Stein und Holz, und allen Leimen am Hause, und soll es hinausführen vor die Stadt an einen unreinen Ort.

46. Und wer in das Haus geht, solange es verschlossen ist, der ist unrein bis an den Abend.

Geht: Nämlich, die sieben Tage über, da es von dem Priester verschlossen wurde.

47. Und wer darin liegt oder darin isst, der soll seine Kleider waschen.

Liegt: Innerhalb der vorgemeldeten sieben Tage, ehe dieselben verflossen sind.

Waschen: Und für unrein geachtet werden, auch nach Abwaschung der Kleider, bis an den Abend oder bis die Sonne untergeht.

48. Wo aber der Priester, wenn er hineingeht, sah, dass dies Mal nicht weiter am Hause gefressen hat, nachdem das Haus beworfen ist, so soll er es rein sprechen, denn das Mal ist heil worden.

49. Und soll zum Sündopfer für das Haus nehmen zwei Vögel, Zedernholz und rosinfarbene Wolle und Ysop

Und soll: Das ist: Zum Zeugnis der Reinigkeit des Hauses soll man nichtsdestoweniger etliche Zeremonien und Opfer benutzen. [Das aber Gott der Herr die Häuser lassen aussätzig werden lässt, also, dass die Israeliten haben müssen daraus ziehen und sie oft auch ganz niederreißen, hat er die menschlichen Geschlechter damit erinnern wollen, dass wir auf dieser Erde keine bleibende statt suchen sollen, sondern mit Ernst und Fleiß nach dem ewigen Vaterland und himmlischen Wohnungen trachten, welche rein und ohne alle Mängel sind. Danach werden wir auch hier durch ein verblümtes Gleichnis erinnert von der Menschen verdorbenem Wesen. Denn Gott hatte den Menschen geschaffen, dass er der ganzen Göttlichen Dreifaltigkeit reine und heilige Wohnung wäre, die selbige aber ist durch die Erbsünde, als einen Aussatz, verdorben, und wird je länger je mehr dadurch vergiftet, wenn man den fleischlichen Lüsten nachhängt und den Zaum lässt: Aber doch wird der Tempel unseres Leibes wiederum gereinigt und geheiligt durch das Blut Christi, damit wir im Worte Gottes besprengt werden und durch den Glauben an ihn fassen. Wenn aber der Mensch durch eine beharrliche Unbußfertigkeit sich in der Sünde Unsauberkeit so ganz ergibt, dass keine Hoffnung der Besserung mehr übrig ist, so pflegt Gott ein solches unreines Haus niederzureißen und allerdings hinwegzuwerfen. Das ist: Er übergibt ihn zum zeitlichen und ewigen Verderben {1Kor 3}.]

50. und den einen Vogel schlachten in einem irdenen Gefäß an einem fließenden Wasser.

51. Und soll nehmen das Zedernholz, die rosinfarbene Wolle, den Ysop und den lebendigen Vogel und in des geschlachteten Vogels Blut tunken an dem fließenden Wasser und das Haus siebenmal besprengen.

52. Und soll also das Haus entsündigen mit dem Blut des Vogels und mit fließendem Wasser, mit dem lebendigen Vogel, mit dem Zedernholz, mit Ysop und mit rosinfarbener Wolle.

53. Und soll den lebendigen Vogel lassen hinaus vor die Stadt ins freie Feld fliegen und das Haus versöhnen, so ist es rein.

54. Das ist das Gesetz über allerlei Mal des Aussatzes und Grindes:

Das ist: Jetzt setzt Mose einen kurzen Beschluss hinzu von der Erkenntnis und Reinigung des Aussatzes, davon die zwei nächsten Kapitel handeln. [Es soll aber das Volk Gottes sich immer der geistlichen Reinigkeit bemühen, ob wir wohl heute im Neuen Testament an die vorgemeldeten Zeremonien nicht gebunden sind.]

55. über den Aussatz der Kleider und der Häuser,

56. über die Beulen, Gnätze und Eiterweiß,

57. auf dass man wisse, wenn etwas unrein oder rein ist. Das ist das Gesetz vom Aussatz.


Das 15. Kapitel


I. Erstlich wird beschrieben, wie der soll ausgesöhnt werden, welcher an irgendeinem Glied des Leibes einen Fluss hatte, v. 1. II. Danach wird der für unrein geschätzt, dem bei Nacht im Schlafe der Samen entgeht, v. 16. III. Auch wird das Weib unrein erklärt, die an ihrer monatlichen Krankheit leidet, v. 19. IV. Und die, welche außerhalb, und über die gewöhnliche Zeit, den Blutfluss litten, so auch mussten ausgesöhnt werden, v. 24.

1. Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach:

Redet: Jetzt fährt Mose weiter fort, von anderen Unreinigkeiten zu schreiben.

2. Redet mit den Kindern Israel und sprecht zu ihnen: Wenn ein Mann an seinem Fleisch einen Fluss hat, derselbe ist unrein.

Unrein: Darum er nicht in das Heiligtum gehen soll, noch etwas Heiliges anrühren.

3. Dann aber ist er unrein an diesem Fluss, wenn sein Fleisch vom Fluss eitert oder verstopft ist {2Sam 3v29}.

Verstopft: also, dass die böse Feuchtigkeit zwar nicht herausfließt und doch eine Geschwulst, Schmerzen und hässlich Ansehen verursacht an dem Glied, darin sich der Fluss setzt, als da einer einen Ölschenkel (Wassersucht) hat.

4. Alles Lager, darauf er liegt, und alles, darauf er sitzt, wird unrein werden.

5. Und wer sein Lager anrührt; der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

6. Und wer sich setzt, da er gesessen hat, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

7. Wer sein Fleisch anrührt, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

Fleisch: Nämlich, dessen, der den Fluss hat, das ist, wer desselben Menschen bloßen Leib anrühren wird.

8. Wenn er seinen Speichel wirft, auf den der rein ist, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

9. Und der Sattel, darauf er reitet, wird unrein werden.

10. Und wer anrührt irgendetwas, dass er unter sich gehabt hat, der wird unrein sein bis auf den Abend. Und wer solches trägt, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

Solches trägt: Darauf der, so den Fluss hat, gesessen oder gelegen ist.

11. Und welchen er anrührt, ehe er die Hände wäscht, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

Er anrührt: Nämlich, der den Fluss hat.

12. Wenn er ein irden Gefäß anrührt, das soll man zerbrechen; aber das hölzerne Gefäß soll man mit Wasser spülen.

13. Und wenn er rein wird von seinem Fluss, so soll er sieben Tage zählen, nach dem er rein geworden ist, und seine Kleider waschen und sein Fleisch mit fließendem Wasser baden, so ist er rein.

Zählen: Das ist: Von der Zeit an, da er empfunden hat, dass der Fluss aufgehört hat, soll er sieben Tage warten, damit man unterdes sich gewiss erkundigen und schließen könne, ob er des Flusses wahrhaftig losgeworden sei.

So ist er rein: Dass er wiederum zum Heiligtum kommen darf.

14. Und am achten Tage soll er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen und vor den Herrn bringen vor der Tür der Hütte des Stifts und dem Priester geben.

15. Und der Priester soll aus einer ein Sündopfer, aus der anderen ein Brandopfer machen und ihn versöhnen vor dem Herrn seines Flusses wegen.

Versöhnen: Also, dass die Unreinigkeit seines Flusses, den er an sich gehabt, ihm nicht mehr hinderlich sei, darin man ihn nicht dürfte unter die Reinen zählen. [Es ist aber auch dieses ein Stück gewesen der Zucht und Lehre im Alten Testament, dadurch die Juden berichtet wurden, von ihrer innerlichen Unreinigkeit und verdorbenen Natur, welche verursacht, dass aus einem unreinen Herzen immerdar böse Gedanken aufsteigen, dadurch der Mensch vor Gott verunreinigt wird. Und ist ein solcher unreiner Mensch vor Gott so unsauber, dass alles, was er tut, handelt, und womit er umgeht, vor den Augen Gottes unrein ist, gleichwie den Reinen alles rein ist {Tit 1}. Also ist den Unreinen alles unrein. Darum erheischt die Notdurft, dass wir durch das Opfer des Todes Christi, wenn er mit Glauben ergriffen wird, gereinigt und geheiligt werden, wo wir anderes nicht wollen neben dem Reich Gottes hingehen.]

16. Wenn einem Mann im Schlaf der Same entgeht, der soll sein ganzes Fleisch mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

Wenn: Es folgt eine andere Art der Unreinigkeit.

17. Und das Kleid und alles Fell, das mit solchem Samen befleckt ist, soll er waschen mit Wasser und unrein sein bis auf den Abend.

18. Ein Weib, bei welchem ein solcher liegt, die soll sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

Liegt: Ehe denn er vorgesagter Maßen sich gereinigt hat.

Unrein sind: Nämlich, das Weib sowohl als der Mann, weil sie sich zu einem unreinen Manne gelegt hat. [Denn es missfällt Gott alle Verschüttung des Samens, welches geschieht außer der rechtmäßigen Beiwohnung des Weibes.]

19. Wenn ein Weib ihres Leibes Blutfluss hat, die soll sieben Tage beiseite getan werden; wer sie anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend {3Mos 18v19 20v18 Hes 18v6}.

Wenn: Es folgt aber eine andere Art der Unreinigkeit.

Beiseite: Das ist: Sie soll sich von der Leute Gemeinschaft absondern und davon entäußern, soviel dessen sein kann, damit nicht andere von ihr verunreinigt werden.

20. Und alles, worauf sie liegt, solange sie ihre Zeit hat, wird unrein sein; und worauf sie sitzt, wird unrein sein.

21. Und wer ihr Lager anrührt, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

22. Und wer anrührt irgendwas, darauf sie gesessen hat, soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

23. Und wer etwas anrührt, das auf ihrem Lager, oder wo sie gesessen, gelegen oder gestanden, soll unrein sein bis auf den Abend.

Ihr liegt: Das ist: Wenn ein Ehemann mit seinem Weibe beiliegt und zufällig sich zuträgt, dass gewisse Weisungen des monatlichen Flusses darauf vorhanden sind, so haben sie sich beide verunreinigt. Wenn aber jemand vorsätzlicherweise, da er wusste, dass das Weib ihre monatliche Krankheit gehabt, dennoch bei ihr gelegen und sie mit Wissen und Willen solches zugelassen, die sind beide am Leben gestraft worden. Wie später im 20. Kapitel zu sehen ist.

24. Und wenn ein Mann bei ihr liegt, und es kommt sie ihre Zeit an bei ihm; der wird sieben Tage unrein sein, und das Lager, darauf er gelegen ist, wird unrein sein.

Über die: Da sie sonst von ihrem Fluss pflegen befreit zu sein. Das ist: Wenn ein Weib zwar zur rechten Zeit anfängt zu fließen und aber der Fluss nicht zur gewöhnlichen Zeit sich wiederum stellt, sondern immerfort fließt.

25. Wenn aber ein Weib ihren Blutfluss eine lange Zeit hat, nicht allein zur gewöhnlichen Zeit, sondern auch über die gewöhnliche Zeit, so wird sie unrein sein, solange sie fließt; wie zur Zeit ihrer Absonderung, so soll sie auch hier unrein sein.

Absonderung: Nämlich, wenn sie ihre Krankheit zu rechter Zeit hat und darin sieben Tage von anderen Leuten sich absondern muss.

26. Alles Lager, darauf sie liegt, die ganze Zeit ihres Flusses, soll sein wie das Lager ihrer Absonderung. Und alles, worauf sie sitzt, wird unrein sein, gleich der Unreinigkeit ihrer Absonderung.

27. Wer der etwas anrührt, der wird unrein sein und soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.

der etwas] Nämlich, so von ihr ist angerührt und also verunreinigt wurde.

28. Wird sie aber rein von ihrem Fluss, so soll sie sieben Tage zählen; danach soll sie rein sein.

Zählen: Das ist: Wenn sie von dem Tage an, da sie empfindet, dass der Fluss aufgehört hat, die sieben folgenden Tage nichts mehr an ihr spürt, so soll sie wissen, dass sie wiederum rein sei. [Es ist aber die monatliche Unreinigkeit an ihr selbst keine Sünde, sondern eine Strafe der Sünden: Und werden die Weibspersonen durch diese äußerliche Unreinigkeit erinnert von dem innerlichen Unflat der Sünden, welche sie sollen lernen erkennen, und von Herzen einen Abscheu davor haben, danach aber zu dem Opfer des Todes Christi mit Glauben ihre Zuflucht nehmen, dadurch sie vor Gott die wahre Reinigkeit und das ewige Leben erlangen. Obwohl wir nun an dergleichen Zeremonien nicht gebunden sind, wie die Juden, so sollen sich dennoch die Weibspersonen, zur Zeit, wenn sie ihre Krankheit haben, innehalten, und so viel möglich, von anderen Leuten absondern, und besonders von der Beiwohnung der Männer sich enthalten, denn was für ein schändlich Ding es sei um die monatliche Unreinigkeit der Weiber, mag man aus der Arznei erfahrenen Schriften erlernen. Darum die Weiber ihrer selbst und anderer Leute schonen sollen und besonders ihrer Leibesfrucht, welche daher gewöhnlich armselig und boshaft geboren wird.]

29. Und am achten Tage soll sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen und zum Priester bringen vor die Tür der Hütte des Stifts.

30. Und der Priester soll aus einer machen ein Sündopfer, aus der anderen ein Brandopfer und sie versöhnen vor dem Herrn über dem Fluss ihrer Unreinigkeit.

Vor dem Herrn: Das ist: Dass sie der Herr wiederum zulasse in die Gemeinschaft seines Volkes, davon sie zuvor aussortiert und ausgeschlossen war.

31. So sollt ihr die Kinder Israel warnen vor ihrer Unreinigkeit, dass sie nicht sterben in ihrer Unreinigkeit, wenn sie meine Wohnung verunreinigen, die unter euch ist {4Mos 5v2 v3}.

Verunreinigen: In dem, dass sie darin gehen möchten, da sie noch nicht gereinigt wurde.

32. Das ist das Gesetz über den, der einen Fluss hat, und dem der Same im Schlaf entgeht, dass er unrein davon wird,

Das ist: Es folgt jetzt ein kurzer Beschluss der vorgemeldeten Satzungen. Als wollte er sagen: Diese Satzungen und Zeremonien sollt ihr halten, in vorerzählten Fällen, auf dass Gott nicht diejenigen, so solches tun, verachten oder versäumen, richtigerweise zur Strafe ziehe.

33. und über die, die ihren Blutfluss hat, und wer einen Fluss hat, es sei Mann oder Weib, und wenn ein Mann bei einer Unreinen liegt.

Liegt: Nämlich, aus Unwissenheit, da weder der Mann noch das Weib etwas davon gewusst haben.


Das 16. Kapitel


I. Erstlich wird geboten, dass der Hohepriester nur des Jahres einmal in das Allerheiligste gehen soll, wenn er seine und des ganzen Volkes Sünde versöhnen will, v. 1. II. Und werden die Zeremonien solcher Aussöhnung erzählt, v. 5. III. Wird auch den Israeliten geboten, dass sie an dem Fest der Versöhnung fasten sollen, v. 29.

1. Und der Herr redete mit Mose (nachdem die zwei Söhne Aarons gestorben waren, da sie vor dem Herrn opferten) {3Mos 10v12}.

Zwei Söhne: Nämlich, Nadab und Abihu, davon im vorigen, zehnten Kapitel zu lesen war. Welches geschieht zur folgenden Satzung etlichermaßen Ursache und Anleitung.

Opferten: Nämlich, mit fremden Feuer, dessen sie doch keinen Befehl von Gott hatten, sondern ihnen vielmehr verboten war.

2. und sprach: Sage deinem Bruder Aaron, dass er nicht allerlei Zeit in das inwendige Heiligtum gehe hinter dem Vorhang vor dem Gnadenstuhl, der auf der Lade ist, dass er nicht sterbe; denn ich will in einer Wolke erscheinen auf dem Gnadenstuhl {2Mos 30v10 Hebr 9v7}.

Inwendige: Das ist: in das Allerheiligste, nämlich, in das innerste Teil der Hütte, darin die Bundeslade und der Gnadenstuhl waren.

Nicht sterbe: Da er aus Unvorsichtigkeit und zu unrechter Zeit, dazu nicht ausreichend geheiligt oder gereinigt, hineinging und plötzlich umkäme, wie seinen beiden Söhnen begegnete, da sie mit fremdem Feuer räuchern wollten.

Erscheinen: Das ist: Ich will den allerheiligsten Teil der Hütte oft mit einer dicken Wolke erfüllen, welches ein Zeugnis meiner Gegenwart sein wird. Darum er nicht zur jeder Zeit in diesen allerheiligsten Ort hineinplatzen soll, sondern jährlich nur einmal hineingehen, nämlich, am Fest der Versöhnung, wenn er alle Sünden und Übertretungen des ganzen israelitischen Volkes versöhnen wird. [Denn Christus hat nur einmal, seit die Welt gestanden, mit seinem Tode, und zwar vollkommen genug getan für der ganzen Welt Sünde.]

3. Sondern damit soll er hineingehen: mit einem jungen Farren zum Sündopfer und mit einem Widder zum Brandopfer.

4. Und soll den heiligen leinenen Rock anlegen und leinene Beinkleider an seinem Fleisch haben und sich mit einem leinenen Gürtel gürten und den leinenen Hut aufhaben; denn das sind die heiligen Kleider; und soll sein Fleisch mit Wasser baden und sie anlegen.

Anlegen: Nämlich, am selben Tage, wenn er, der Hohepriester, in das Allerheiligste hineingehen will.

Fleisch haben: Dass er das Fleisch seiner Scham damit bedecke.

Kleider: Welche dazu geordnet und geweiht sind, dass man den Gottesdienst darin verrichten soll.

5. Und soll von der Gemeinde der Kinder Israel zwei Ziegenböcke nehmen zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer.

Zwei: Dass der eine zum Sündopfer geschlachtet werde, auf den anderen aber des Volkes Sünde gelegt und damit in die Wüste gelassen werde, wie aus dem Folgenden zu sehen ist.

6. Und Aaron soll den Farren, sein Sündopfer, herzubringen und sich und sein Haus versöhnen;

Und Aaron: Mose durchläuft an diesem Ort in kurzer Form, was er später weitläufiger erklären wird.

7. und danach die zwei Böcke nehmen und vor den Herrn stellen vor der Tür der Hütte des Stifts.

8. Und soll das Los werfen über die zwei Böcke, ein Los dem Herrn und das andere dem ledigen Bock.

Los werfen: Das ist: Er soll durch das Los erkundigen, welchen von den beiden Böcken man dem Herrn zum Sündopfer schlachten soll und welchen man ledig in die Wüste auslassen soll.

9. Und soll den Bock, auf welchen des Herrn Los fällt, opfern zum Sündopfer.

10. Aber den Bock, auf welchen das Los des ledigen fällt, soll er lebendig vor den Herrn stellen, dass er ihn versöhne, und lasse den ledigen Bock in die Wüste.

Versöhne: Das ist: Dass er den ledigen Bock heilige, damit er tauglich und geschickt dazu werde, dass er die Sünde, so vom Volk genommen, und auf ihn gelegt wurde, könne in die Wüste tragen.

11. Und also soll er denn den Farren seines Sündopfers herzubringen und sich und sein Haus versöhnen; und soll ihn schlachten.

Und also: Was Mose zuvor von der Aufopferung des Farren kürzlich angeregt, das streicht er jetzt weitläufiger und mit mehr Worten heraus.

sein Haus: Oder Personal.

12. Und soll einen Napf voll Glut vom Altar nehmen, der vor dem Herrn steht, und die Hand voll zerstoßenes Räucherwerk und hinein hinter den Vorhang bringen;

Hand voll: So viel er mit einer Hand fassen kann.

Räucherwerk: Dass er es anzünde und damit räuchere.

Hinter: Nämlich, im allerheiligsten Teil der Hütte.

13. und das Räucherwerk aufs Feuer tun vor dem Herrn, dass der Nebel vom Räucherwerk den Gnadenstuhl bedecke, der auf dem Zeugnis ist, dass er nicht sterbe.

Zeugnis: Das ist: Welcher Gnadenstuhl die Tafeln des Gesetzes bedeckt, so in der Bundeslade lagen, denn der Gnadenstuhl über der Lade stand.

Sterbe: [Denn wo nicht das Gebet Christi, welches durch das Räucherwerk bedeutet wird, bei dem himmlischen Vater etwas gelte, so würden alle diejenigen, welche sich zu Gott nahten, umkommen müssen.]

14. Und soll des Blutes vom Farren nehmen und mit seinem Finger gegen den Gnadenstuhl sprengen vorne an; siebenmal soll er also vor dem Gnadenstuhl mit seinem Finger vom Blut sprengen {Hebr 9v13 10v4}.

Des Blutes: [Es hat aber der Hohepriester für seine und seines Hausgesindes Sünde opfern müssen, auf dass die Kinder Israel daher lernten, wie der levitische Priester, in was Würde und Heiligkeit er auch sein Amt verrichte, dennoch nicht der rechte Hohepriester sei, der für alle Sünden genug tun könne; denn wer für seine selbst eigene Sünde opfern muss, der kann andere nicht vollkommen machen, das ist, von aller Sünde rein machen, wie die Epistel zu den Hebräern Kapitel 9 lehrt.]

15. Danach soll er den Bock, des Volkes Sündopfer, schlachten und seines Blutes hineinbringen hinter den Vorhang; und soll mit seinem Blut tun, wie er mit des Farren Blut getan hat, und damit auch sprengen vorne gegen den Gnadenstuhl;

Hinein bringen: Nämlich, in das allerheiligste Teil der Hütte. [Denn das Blut Christi ist mehr als genug für unsere Sünde vergossen worden vor dem Angesicht Gottes: Da Christus der rechte und wahre Hohepriester eingegangen ist vor dem Angesicht seines himmlischen Vaters und durch die Vergießung, nicht der Böcke oder Kälber, sondern seines eigenen Blutes eine ewige Erlösung dem menschlichen Geschlechte erworben hat {Hebr 9}.]

16. und soll also versöhnen das Heiligtum von der Unreinigkeit der Kinder Israel und von ihrer Übertretung in allen ihren Sünden. Also soll er tun der Hütte des Stifts; denn sie sind unrein, die umher liegen.

Unreinigkeit: Damit es durch die Kinder Israel verunreinigt wird. [Die Versöhnung des Heiligtums bezeugte, dass das levitische Heiligtum nicht das wahre Heiligtum wäre, darin der Welt Sünde hätte können versöhnt werden, weil es selbst einer Versöhnung bedurft, als dass es mit vielerlei Unreinigkeiten und Sünden des Volkes etlichermaßen verunreinigt wurde.]

Unrein: (Nach Luther) Das ist: Ganz Israel ist unrein und in Sünden und Gott wohnt doch mitten unter eitel Sünder und heiligt sie. Das ist, seiner Heiligkeit genießen sie und heißen heilig um seinetwillen, sonst ist es alles unrein und Sünde mit ihnen, das ist Christus in seinem Volk, rc.

17. Kein Mensch soll in der Hütte des Stifts sein, wenn er hineingeht, zu versöhnen im Heiligtum, bis er herausgehe; und soll also versöhnen sich und sein Haus und die ganze Gemeinde Israel {Lk 1v10 Hebr 9v7}.

Kein Mensch: [Denn Christus hat keinen Mitgesellen neben sich gehabt in dem Amt der Erlösung, auch keinen Engel, wie viel weniger einen Menschen, wie heilig er auch hätte sein mögen.]

18. Und wenn er herausgeht zum Altar, der vor dem Herrn steht, soll er ihn versöhnen und soll des Blutes vom Farren und des Blutes vom Bock nehmen und auf des Altars Hörner umher tun.

Heraus: Aus dem Allerheiligsten.

Altar: Nämlich, zum Rauchaltar, welcher im anderen Teil der Hütte, so das Heilige genannt wurde, stand, vor dem Vorhang, da auch der goldene Tisch und der Leuchter innen waren.

umher: [Denn die Kraft des Blutes Christi soll durch die Predigt des Evangeliums in die ganze Welt ausgebreitet werden.]

19. Und soll mit seinem Finger vom Blut darauf sprengen siebenmal und ihn reinigen und heiligen von der Unreinigkeit der Kinder Israel.

Reinigen: [Denn die Unreinigkeit des menschlichen Geschlechts ist so groß, dass auch solche Sachen dadurch verunreinigt werden, die sonst an ihnen selbst rein und heilig sind.]

20. Und wenn er vollbracht hat das Versöhnen des Heiligtums und der Hütte des Stifts und des Altars, so soll er den lebendigen Bock herzubringen.

Und wenn: Jetzt kommt Mose, nach dem die vorigen Opfer ausgerichtet sind, wiederum zu dem ledigen Bock.

und der Hütte: Nämlich, der beiden vornehmsten Teile der Hütte, als das Heilige und Allerheiligste.

Altars: Nämlich, des Räucheraltars.

21. Da soll denn Aaron seine beiden Hände auf sein Haupt legen und bekennen auf ihn alle Missetat der Kinder Israel und alle ihre Übertretung in allen ihren Sünden; und soll sie dem Bock auf das Haupt legen und ihn durch einen Mann, der vorhanden ist, in die Wüste laufen lassen,

Bekennen: Nämlich, in einer Summe. [Denn wir sollen Gott unsere Sünde bekennen: Weil, welche da leugnen, dass sie Sünde haben, die betrügen sich selbst {1Joh 1}.]

Legen: [Denn der Herr hat alle unsere Sünde auf Christus gelegt.]

Vorhanden: So zu solcher Sachen geschickt und gerüstet ist.

Wüste: [An welchem Ort der Bock auch ein Vorbild Christi gewesen ist, der unsere Sünden von uns genommen und aus dem Angesicht Gottes weit hinweg getan hat.]

22. dass also der Bock alle ihre Missetat auf ihm in eine Wildnis trage; und lasse ihn in die Wüste.

Lasse ihn: [Denn Christus war am Kreuz, von allen Menschen verlassen, und lebte gleichsam, als unter grausamen wilden Tieren {Ps 22} und ist darum einem Bock verglichen worden, weil er, da er gelitten, fast von allen für ein Scheusal geachtet wurde und als von Gott verstoßen.]

23. Und Aaron soll in die Hütte des Stifts gehen und ausziehen die leinenen Kleider, die er anzog, da er in das Heiligtum ging, und soll sie dort lassen.

24. Und soll sein Fleisch mit Wasser baden an heiliger Stätte und seine eigenen Kleider antun; und herausgehen und sein Brandopfer und des Volkes Brandopfer machen und beide sich und das Volk versöhnen,

Heiliger Stätte: Nämlich, im Hof der Hütte. Denn darin standen die Geschirre, zu solchem Brauch dienlich waren.

Eigene Kleider: Wenn er zu Ende bringen will, was noch übrig ist zur Verrichtung des Versöhnungsopfers. [Denn Christus, da er sein Leiden vollführen wollte, hat die herrliche Purpurkleidung abgelegt, damit ihn die Kriegsknechte zur Verachtung bekleidet hatten, und seine eigenen Kleider wieder angezogen, da man ihn zum Tode des Kreuzes führte).]

Heraus gehen: Nämlich, zu des Brandopfers Altar im Hof der Hütte.

Brandopfer: Nämlich, einen Widder für sich und die Seinen und den anderen für das Volk.

25. und das Fett vom Sündopfer auf dem Altar anzünden.

Anzünden: Das Übrige vom Sündopfer wurde mit Feuer verbrannt, außerhalb des Lagers, wie bald später folgen wird.

26. Der aber den ledigen Bock hat ausgeführt, soll seine Kleider waschen und sein Fleisch mit Wasser baden und danach ins Lager kommen.

Waschen: [So ein abscheuliches Ding ist die Sünde vor den Augen Gottes, dass, wer auf diese Weise von derselben Berührung vergiftet wird, kein Platz in der Gemeinde Gottes haben kann, er sei denn zuvor wiederum gereinigt.]

27. Den Farren des Sündopfers und den Bock des Sündopfers, welcher Blut in das Heiligtum zu versöhnen gebracht wird, soll man hinausführen vor das Lager und mit Feuer verbrennen, beide ihre Haut, Fleisch und Mist.

Versöhnen: Das ist: Damit die Unreinigkeit der Priester, des Volkes und der Hütte im Allerheiligsten versöhnt wird.

Vor das Lager: Denn von solchen Opfern wird in der Stiftshütte nichts, denn nur allein das Fett angezündet, und das Blut von den Opfern dort gesprengt. [Weil auch Christus außerhalb der Stadt Jerusalem gelitten hat, wie der Apostel zu den Hebräern Kapitel 13 dies Vorbild auslegt und erklärt].

28. Und der sie verbrannt, soll seine Kleider waschen und sein Fleisch mit Wasser baden und danach ins Lager kommen.

Danach: Wenn er also gereinigt ist.

29. Auch soll euch das ein ewiges Recht sein: Am zehnten Tage des siebten Monden sollt ihr euren Leib kasteien und kein Werk tun, er sei einheimisch oder fremd unter euch.

Recht sein: Dass ihr diese Zeremonien auf das Fest der Versöhnung, welches ihr des Jahres einmal begehen sollt, fleißig in Acht habt und haltet.

Siebten Monden: der in unseren September oder Herbstmonat fällt.

Kasteien: Dass ihr den ganzen Tag bis zum Abend fastet und eure begangene Sünde herzlich beweint.

Kein Werk: Sondern als ein Sabbat alle täglichen Geschäfte und Handarbeit unterlassen.

fremd: Das ist: Es soll kein Mensch unter euch, er sei gleich, wes Standes und Herkommens er wolle, dies Allerheiligste Fest verachten oder versäumen und mit seiner unzeitigen Arbeit entheiligen.

30. Denn an diesem Tage geschieht eure Versöhnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem Herrn {3Mos 23v27 4Mos 29v7}.

Gereinigt: So viel durch diese vorgebildeten Opfer geschehen kann und soll, denn die wahre Versöhnung hat Christus ausgerichtet.

31. Darum soll es euch der größte Sabbat sein, und ihr sollt euren Leib demütigen. Ein ewiges Recht sei das!

Größte Sabbat: Das ist: eines von den Allerheiligsten und höchsten Festen, auf welchem die ganze Gemeinde öffentlich mit Gott versöhnt wird.

Demütigen: Mit Fasten denselben ganzen Tag bis zum Abend. [Obwohl nun im Neuen Testament den Christen keine gewisse Zeit zum Fasten vorgeschrieben wird: So sollen wir doch zu jeder Zeit ein nüchtern und mäßiges Leben führen, unsere Sünde erkennen und herzlich bereuen. Denn welche in ihren Sünden sicher dahin leben und ihnen dieselben nicht lassen leid sein, die werden der Guttaten Christi nicht teilhaftig.]

Ewiges Recht: Solange das levitische Priestertum bestehen wird.

32. Es soll aber solche Versöhnung tun ein Priester, den man geweiht, und des Hand man gefüllt hat zum Priester an seines Vaters statt; und soll die leinenen Kleider antun, nämlich die heiligen Kleider.

Priester: Nämlich, nicht ein jeder aus der unteren Ordnung, sondern der Hohepriester. [Denn die Ehre der Versöhnung der Sünden gehört keinem Heiligen, noch Engel, noch einiger Kreatur zu, sondern allein Christo, dem einigen Hohepriester, welcher mit dem Freudenöl gesalbt ist, mehr denn alle seine Mitgenossen {Ps 45}.]

33. Und soll also versöhnen das heilige Heiligtum und die Hütte des Stifts und den Altar und die Priester und alles Volk der Gemeinde.

Heiligtum: Das ist: das Allerheiligste.

Hütte: Das ist: das Heilige oder anderer Teil der Hütte, welches sonst auch die Wohnung genannt wird.

34. Das soll euch ein ewiges Recht sein, dass ihr die Kinder Israel versöhnt von allen ihren Sünden im Jahr einmal. Und Mose tat, wie ihm der Herr geboten hatte.

Ewiges Recht: Solange das levitische Priestertum währte.

Einmal: [Denn Christus ist nur einmal gestorben. Aber die Kraft seines Leidens erstreckt sich bis zum Anfang, Mittel und Ende der Welt.]

tat: Nämlich, mit Aaron, dass derselbe in das Allerheiligste musste hineingehen, wenn die Zeit dieses Festes im Jahr gekommen war, sonst außerhalb derselben Zeit ist er nicht hineingegangen, denn solches hatte ihm der Herr verboten.


Das 17. Kapitel


I. Erstlich wird verboten, dass man nicht fremden Göttern, noch an einem anderen Ort, ohne bei der Hütte des Stifts opfern soll, v. 1. II. Und wird das Blut essen wiederum verboten, v. 10. III. Wird auch unrein gesprochen, wer von einem gestorbenen Tiere isst, v. 15.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Sage Aaron und seinen Söhnen und allen Kindern Israel und sprich zu ihnen: Das ist es, das der Herr geboten hat:

3. Welcher aus dem Hause Israel einen Ochsen oder Lamm oder eine Ziege schlachtet in dem Lager oder außen vor dem Lager

Außen vor dem Lager: der Meinung, dass er es danach dem Herrn zum Opfer bringen wolle. Denn zu seiner eigenen und besonderen Nutzung im Hause durfte ein jeder sein Vieh schlachten, wo es ihm beliebte.

4. und es nicht vor die Tür der Hütte des Stifts bringt, dass es dem Herrn zum Opfer gebracht werde vor der Wohnung des Herrn, der soll des Blutes schuldig sein, als der Blut vergossen hat, und solcher Mensch soll ausgerottet werden aus seinem Volk.

Tür: Dass es darin vom Priester geschlachtet und später geopfert werde.

Des Blutes schuldig: Das ist: Es soll ihm die Sünde für einen Totschlag zugerechnet und er als ein Totschläger am Leben gestraft werden.

Schuldig: (Nach Luther) Da siehst du, dass Gott nicht will eigene und selbst erwählte Gottesdienste haben, außer seinem geordneten Gottesdienst. Darum nennt er einen solchen Opferer einen Mörder, wie es Esra 66. v. 3. auch tut.

5. Darum sollen die Kinder Israel ihre Opfer, die sie auf dem freien Felde opfern wollen, vor den Herrn bringen, vor die Türe der Hütte des Stifts, zum Priester, und dort ihre Dankopfer dem Herrn opfern.

Darum: Nämlich, auf dass die Kinder Israel dergleichen schweren Strafen entgehen mögen.

Bringen: Das ist: Was sie bis daher hin und wieder an allerlei Orten geopfert haben, und zwar zuweilen nicht dem wahren Gott, sondern den Abgöttern und Teufeln, solches soll künftig geändert und verbessert werden, dass man zukünftig nach der Weise die Opfer verrichte, wie sie Gott vorgeschrieben hat.

Priester: H. Luther: Nicht sie selbst, aus eigener Wahl und Andacht.

6. Und der Priester soll das Blut auf den Altar des Herrn sprengen vor der Tür der Hütte des Stifts und das Fett anzünden zum süßen Geruch dem Herrn;

Des Herrn: Und nicht auf der Teufel Altar, sondern auf dem Altar, der dazu geweiht und geheiligt ist, welcher steht im Hof der Hütte.

7. und mitnichten ihre Opfer künftig den Feldteufeln opfern, mit denen sie huren. Das soll ihnen ein ewiges Recht sein bei ihren Nachkommen.

Huren: [Denn die Abgötterei wird in der Heiligen Schrift hin und wieder eine Hurerei und Ehebruch geheißen, weil sie vor Gott eine viel gräulichere und abscheulichere Sünde ist als irgendein Ehebruch oder eine Hurerei. Denn gleichwie ein ehrliebender Biedermann seines Weibes Ehebruch in keinem Wege dulden noch leiden kann: Also kann Gott nichts weniger leiden, denn wenn sein Volk mit Abgötterei sich besudelt.]

Nachkommen: Das ist: Ich will, dass beide, sie und ihre Nachkommen, diese meine Satzung fleißig in Achthaben und darauf halten.

8. Darum sollst du zu ihnen sagen: Welcher Mensch aus dem Hause Israel, oder auch ein Fremdling, der unter euch ist, der ein Opfer oder Brandopfer tut,

Tut: Nämlich, an einen anderen gemeinen Ort.

9. und bringt es nicht vor die Tür der Hütte des Stifts, dass er es dem Herrn tue, der soll ausgerottet werden von seinem Volk.

Herrn: Dem wahren Gott Israels.

Ausgerottet: Weil er eine gräuliche Tat verrichtet hat. Und wird dies Gesetz in Mose oft wiederholt, dass man, nämlich, nirgends als in der Stifts Hütte opfern soll. Denn es hat Gott nicht gewollt, dass ein jeder sein eigener Priester sei, auf dass nicht, wenn sie hin und wieder, ein jeder seines Gefallens opferten, falsche Gottesdienste angerichtet und getrieben würden. Dass aber die Propheten manchmal auch am anderen Ort als in der Hütte geopfert haben, ist solches eine besondere Freiheit gewesen, so sich nicht weiter, denn nur allein auf ihre Person erstreckt hat. Und taten solches entweder aus Anleitung und Eingebung des Heiligen Geistes oder auch nach empfangenem ausdrücklichen Befehl. Darin man doch die Gemeinderegel nicht umstoßen durfte. [Und soll man das Amt, die Sünde zu versöhnen, nicht einem jeden zumessen, sondern Christo allein zuschreiben, der durch die Priester des Alten Testaments ist angezeigt worden. Zudem hat Gott damit lehren wollen, wie ihn solche Gottesdienste nicht gefallen, die nicht nach seinem uns vorgeschriebenen Wort angerichtet werden.]

10. Und welcher Mensch, er sei vom Hause Israel, oder ein Fremdling unter euch, irgend Blut isst, wider den will ich mein Antlitz setzen und will ihn mitten aus seinem Volk rotten.

Und welcher: Es folgt eine andere Satzung, dass man kein Blut essen soll, wie solches auch an anderen mehr Orten hin und wieder in Mose ernstlich verboten wird.

Setzen: Das ist: Ich will ihm zu wider und sein Feind sein.

Rotten: Dass er keinen Platz unter dem Volk Gottes haben soll.

11. Denn des Leibes Leben ist im Blut, und ich hab es euch zum Altar gegeben, dass eure Seelen damit versöhnt werden, denn das Blut ist die Versöhnung für das Leben.

A Leben] Das ist: Das Leben eines Tieres hat seinen Aufenthalt im Blut, darum wer vom Blut essen würde, der gäbe gleichsam damit zu verstehen, dass er unmenschlicher Weise das Leben des Tieres zugleich mit dem Leibe begehre zu verschlingen. [Diese Ursache hatte bei den Juden Platz, die unter solcher Zucht haben müssen gehalten und eingetrieben werden, damit nicht dasselbe hartnäckige und widerspenstige Volk durch das Blut Essen der Tiere Anlass bekäme, auch wider das menschliche Blut desto ungescheuter zu wüten. Dass aber {Apg 15} auch den Christen das Blutessen verboten wurde, hat solche Satzung der Apostel nur eine Zeit lang gewährt, Ärgernisse damit zu verhüten. Auf dass nicht die bekehrten Heiden, der Juden Herzen, so auch zu Christo sich bekannten, von ihnen abwendeten.]

Und ich: Es ist noch eine andere Ursache, darum die Juden kein Blut essen dürfen.

Versöhnung: Das ist: Ich lasse euch jetziger Zeit nicht zu, dass ihr von den reinen Tieren das Blut essen wolltet, weil es zu einer viel bessern Sache geordnet ist, nämlich, dass es zu seiner Zeit und am bestimmten Ort auf den Altar gesprengt und gegossen werde zur Versöhnung für eure Sünde, denn dazu soll das Blut der Opfer gebraucht werden, dass es ein Vorbild des Blutes Christi sei. [Und wird uns zugleich die Köstlichkeit und Würde des Blutes Christi vorgemalt, so für uns vergossen ist, welches zwar nie soll entehrt werden. Aber doch im Neuen Testament von den Unbußfertigen nicht soll gegessen, sondern im heiligen Abendmahl getrunken werden, unsere Seelen damit zu stärken und zu vergewissern der Vergebung unserer Sünden.]

12. Darum hab ich gesagt den Kindern Israel: Keine Seele unter euch soll Blut essen, auch kein Fremdling, der unter euch wohnt.

Wohnt: Das ist: Wer bei euch wohnen und euer Mitglied in eurer Gemeinde sein will, ob er gleich nicht von des Abrahams Geschlecht und Stamme herkommt, der soll sich vom Blutessen allerdings enthalten.

13. Und welcher Mensch, er sei vom Hause Israel oder ein Fremdling unter euch, der ein Tier oder Vogel fängt auf der Jagd, das man isst, der soll desselben Blut vergießen und mit Erde zuscharren.

vergießen: Denn obwohl mit dem Blut der wilden Tiere die Sünde nicht pflegt ausgesöhnt zu werden, so soll man dennoch dasselbe nicht essen.

Zuscharren: Damit euer Land nicht das Ansehen gewinne, als werde es mit Blut befeuchtet und es seien blutdürstige Leute darin.

14. Denn des Leibes Leben ist in seinem Blut, solange es lebt; und ich habe den Kindern Israel gesagt: Ihr sollt keines Leibes Blut essen, denn des Leibes Leben ist in seinem Blut. Wer es isst, der soll ausgerottet werden.

Blut: Denn wenn alles Blut vom Tiere vergossen ist, so fährt das Leben auch zugleich mit dahin.

Ausgerottet: Das ist: Ich will ihn von der Erde vertilgen und, sofern er nicht Buße tut, auch ewig verdammen.

15. Und welche Seele ein Aas, oder was vom Wilde zerrissen ist, isst, er sei ein Einheimischer oder Fremdling, der soll sein Kleid waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend, so wird er rein.

Und welche: Es folgt eine andere Satzung, vom abgestorbenen und toten Aas.

Isst: Aus Armut und Hungersnot dazu getrieben.

Einheimischer: Einer von den Kindern Israel.

16. Wo er seine Kleider nicht waschen noch sich baden wird, so soll er seiner Missetat schuldig sein.

Noch sich: Dass er deren eins zu tun verachtet oder versäumt.

Schuldig: Das ist: Er wird ernstlich von Gott darum gestraft werden. [Denn die gläubigen Christen, so Gottes Volk sein wollen, sollen sich hüten, dass sie mit den toten, das ist, bösen Werken sich nicht besudeln, und da dergleichen etwas geschehe, dass sie auf das Förderlichste durch eine wahre Buße sich wiederum davon reinigen und losmachen.]


Das 18. Kapitel


I. Erstlich wird angezeigt, wie man sich nicht zu nahe in die Blutsfreundschaft und Schwägerschaft verheiraten soll, v. 1. II. Und wird daneben allerlei Unzucht, darunter auch die, so wider die Natur ist, begriffen wird, verboten, v. 21.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Redet: In diesem Kapitel beschreibt Mose, welche Personen sich untereinander rechtmäßigerweise verheiraten können, damit nicht wider die Natur und wider den allgemeinen Wohlstand gehandelt und gesündigt werde: wie auch zugleich alle anderen ungeheuerlichen Vermischungen verboten werden.

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Ich bin der Herr, euer Gott.

Ich bin: Diese Worte werden in diesem Kapitel oft wiederholt und das darum, damit die folgenden Satzungen ein desto größeres Ansehen bekommen und so viel desto höher gehalten werden. Denn also pflegen auch große Herren ihren Namen vor ihre Befehle zu setzen und am Ende mit eigener Hand unterschreiben, damit keiner sich unterstehe, solche Befehle zu verachten.

3. Ihr sollt nicht tun nach den Werken des Landes Ägypten, darin ihr gewohnt habt, auch nicht nach den Werken des Landes Kanaan, darin ich euch führen will; ihr sollt auch euch nach ihrer Weise nicht halten.

Ägypten: Das ist: Ihr dürft der Ägypter Gebräuche nicht nachfolgen, unter denen ihr eine Zeit lang gelebt, denn dieselben viel Böses, und was nicht recht gewesen, getan haben.

Ihrer Weise: Oder Satzungen. Als wollte er sagen: Ihr sollt euch der Kanaaniter Gesetz und Meinungen zu halten nicht vorhaben, noch ihrem Wandel nachfolgen, denn was sie bisher meistenteils für Sachen begangen und übten, die ihnen auch von ihren Gesetzen zugelassen werden, sind alle abscheulich und gottlos.

4. Sondern nach meinen Rechten sollt ihr tun und meine Satzungen sollt ihr halten, dass ihr darin wandelt; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Euer Gott: Dem ihr zum Gehorsam schuldig und verpflichtet seid.

5. Darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte, denn welcher Mensch dieselben tut, der wird dadurch leben; denn ich bin der Herr {Hes 20v11 Röm 10v5 Gal 3v12}.

Meine Satzungen: Das ist: Ich will, dass ihr in meinen Gesetzen, Ordnungen und Geboten wandelt und nach denselben euer Leben anstellt, denn die sind gerecht, heilig und gut.

Tut: Der sie alle miteinander vollkommen hält, mit Herzen, Mund und Werken.

Leben: Das ist: Er wird in diesem und anderem zukünftigen Leben ein seliger Mensch sein. [Denn das Gesetz Gottes ist so heilig, dass, wenn es jemand vollkommen hielte, der würde nicht allein auf dieser Erden ein geruhsames und glückseliges Leben führen: Sondern erlangte auch dadurch das ewige Leben. Weil aber niemand ist, der das Gesetz vollkommen erfüllen kann, so hat es Christus für uns erfüllt, auf dass denen, so an ihn glauben, seine Erfüllung, Vollkommenheit und Gehorsam zugerechnet werden. Daneben aber ist das auch gewiss und wahr, dass der äußerliche Gehorsam, ob er wohl unvollkommen ist, dennoch seine zeitlichen Belohnungen habe, und wenn er aus Glauben herkommt, auch geistliche Belohnungen empfangen.]

Herr: Euer Gott, darum fordere ich richtig von euch, dass ihr meine Gebote haltet.

6. Niemand soll sich zu seiner nächsten Blutsfreundin tun, ihre Scham zu blößen; denn ich bin der Herr.

Niemand: Es folgen jetzt die Satzungen von den verbotenen Graden der Blutsfreundschaft.

Tun: Das ist: Es soll keiner die zum Weibe nehmen, welche ihm mit Blutsfreundschaft ganz nahe verwandt ist.

Zu blößen: Dass er bei ihr liege und sie beschlafe.

der Herr: Der ich solche Hochzeiten verwerfe und einen Abscheu davor habe.

7. Du sollst deines Vaters und deiner Mutter Scham nicht blößen; es ist deine Mutter, darum sollst du ihre Scham nicht blößen {1Mos 9v22 19v33 Hes 22v10 1Kor 5v1}.

Du sollst: Jetzt wird insbesondere nacheinander erzählt, welche die nächsten Blutsfreunde sind, von denen man sich enthalten soll.

Mutter: Das ist: Es soll keine Tochter ihren Vater freien, noch ein Sohn seine Mutter zum Weibe nehmen, denn vor solcher Heirat hat auch die Natur selbst einen Abscheu.

8. Du sollst deines Vaters Weibes Scham nicht blößen; denn es ist deines Vaters Scham {5Mos 22v30 27v20 2Sam 13v14}.

Weibes Scham: Das ist: Du sollst die nicht nehmen, welche deines Vaters Weib gewesen ist, nämlich, deine Stiefmutter. Denn eine solche Heirat hat auch der Apostel Paulus an Korinthern verworfen {1Kor 5}.

Vaters Scham: Das ist: Weil dein Vater und sein Weib ein Fleisch sind, so würde dein Vater dadurch von dir geschmäht, wenn du sie zur Ehe nähmst, und steht dir eben so wenig zu, als wenn eine Tochter ihren Vater freien wollte.

9. Du sollst deiner Schwester Scham, die deines Vaters oder deiner Mutter Tochter ist, daheim oder draußen geboren, nicht blößen.

Tochter: Das ist: Du sollst die nicht ehelichen, welche dein Vater mit einem anderen Weibe, und nicht mit deiner Mutter, gezeugt hat: Denn dieselbe wird genannt, dass sie daheim geboren sei: Wie du gleichermaßen auch die nicht nehmen sollst, welche deine Mutter von einem anderen Mann geboren hat, ehe denn sie deinen Vater genommen, denn die selbige heißt draußen geboren.

10. Du sollst deines Sohnes oder deiner Tochter Scham nicht aufdecken; denn es ist deine Scham.

Tochter: Das ist: Du sollst die nicht nehmen, welche von deinem Sohn oder von deiner Tochter geboren ist. Denn weil sie anstatt deiner Tochter ist, wäre es eben so viel, als wenn du bei deiner Tochter liegst.

11. Du sollst der Tochter deines Vaters Weibes, die deinem Vater geboren ist und deine Schwester ist, Scham nicht blößen.

Schwester: Das ist: Du sollst deine leibliche Schwester, von Vater und Mutter her, nicht ehelichen.

12. Du sollst deines Vaters Schwester Scham nicht aufdecken; denn es ist deines Vaters nächste Blutsfreundin.

Nächste: Das ist: Du sollst deines Vaters Schwester nicht zur Ehe nehmen, denn weil sie deinem Vater am nächsten verwandt ist, so kannst du nicht ohne große Sünde mit ihr beiliegen.

13. Du sollst deiner Mutter Schwester Scham nicht aufdecken denn es ist deiner Mutter nächste Blutsfreundin.

Mutter Schwester: Das ist: Du sollst dich nicht verheiraten mit deiner Mutter Schwester.

14. Du sollst deines Vaters Bruders Scham nicht aufdecken, dass du sein Weib nehmest; denn sie ist deine Base.

Du sollst: Jetzt folgen die verbotenen Grade in der Schwägerschaft.

Weib nehmest: Das ist: Du sollst deines Vetters, der deines Vaters Bruder ist, Eheweib nicht nehmen, denn das wäre eben so viel, als wenn du deines Vetters eigene Scham entblößest, weil dein Vetter und sie, im Ehestand, ein Fleisch miteinander waren.

15. Du sollst deiner Schnur Scham nicht blößen; denn es ist deines Sohnes Weib, darum sollst du ihre Scham nicht blößen {1Mos 38v18}.

Schnur: Das ist: Du sollst die nicht nehmen, welche vorzeiten deines Sohnes Eheweib gewesen ist, denn es wäre eine gräuliche Tat.

16. Du sollst deines Bruders Weibes Scham nicht blößen; denn sie ist deines Bruders Scham {Mk 6v18}.

Bruders Weibes: Das ist: Es gebührt dir nicht, dieselbe zu ehelichen, welche dein Bruder zum Weibe gehabt hat, und entweder sich von ihr geschieden oder durch den Tod sie hinterlassen hat. Aber das andere Gesetz, welches gebietet, dass einer seines verstorbenen Bruders Weib nehme, redet von solchem Fall allein, wenn ein Bruder ohne Erben gestorben ist, dass er dann seines Bruders hinterlassene Witwe zur Ehe nehme und Kinder mit ihr zeuge, damit der Name und das Geschlecht des Verstorbenen nicht untergehe im Volk Israel. Außer solchem Fall ist keineswegs zugelassen worden, dass einer seines verstorbenen Bruders Witwe zur Ehe nehme.

17. Du sollst deines Weibes samt ihrer Tochter Scham nicht blößen, noch ihres Sohnes Tochter oder ihrer Tochternehmen, ihre Scham zu aufdecken; denn es ist ihre nächste Blutsfreundin, und ist ein Laster.

Ihrer Tochter: Das ist: Wenn du eine Witwe zur Ehe genommen hast, so kannst du ihre Tochter, so sie von ihrem vorigen Mann geboren, nicht zur Ehe nehmen.

Sohnes Tochter: Das ist: Du sollst dich auch von den Neffen oder Enkeln deines Weibes enthalten.

Nächste: Das ist: Sie ist ihr anstatt der Tochter.

18. Du sollst auch deines Weibes Schwester nicht nehmen neben ihr, ihre Scham zu aufdecken, ihr zuwider, weil sie noch lebt.

Ihr zu wider: Dass du dein Weib nicht betrübst, wenn du ihre Schwester nimmst. Denn solcher Handel bringt nur Hader und Uneinigkeit zwischen den Schwestern zuwege, wie aus des Patriarchen Jakobs Beispiel zu sehen ist. [Was aber die verbotenen Grade belangt, so man heutigen Tages in den Heiraten sich soll in Acht nehmen, verhält sich also: Erstlich soll man sich nicht allein von den Personen enthalten, die hier ausdrücklich gemeldet werden. Sondern auch von den anderen, die in gleichem Grad einander verwandt sind. Danach dürfen wir uns vom päpstlichen Recht nicht beirren lassen, welches die Blutsfreundschaft und Schwägerschaft gar zu weit erstreckt. Denn weil der Päpste oder Bischöfe Amt nie gewesen, dass sie neue weltliche Gesetze und Ordnungen machen durften, so haben auch hier die päpstlichen Gesetze nicht Platz. Und weil wir heutzutage unter dem Römischen Reich leben, welches mit guten und ehrlichen Satzungen gefasst ist, so sollen wir uns von allen denen Graden enthalten, in deren Verbot Mose und des Reiches Ordnungen übereinstimmen. Und da irgend des Reiches Ordnungen einen Grad zuließen, der von Mose verboten wäre, so könnten wir dem Verbot Mose sicherer folgen als des Reiches Zulassung. Denn wir sind in diesem Handel dem Mose der Gestalt zu folgen, nicht dass er von Zeremonien oder weltlichen Satzungen, so allein die Juden anging, lehrt. Sondern weil er an diesem Ort die natürlichen Gesetze vorlegt und erklärt, welche nicht können abgetan oder aufgehoben werden. Da aber dagegen Mose einen Grad zulässt, den des Reiches Satzungen verbieten, so folgen wir sicher des Reiches Verbot, weil wir der weltlichen Obrigkeit Gehorsam zu leisten schuldig sind, nicht allein aus Furcht der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen {Röm 13}. In Graden aber, welche weder in Moses Satzungen, noch in des Reiches Ordnungen verboten sind, aber doch nahe verwandt sind, sollen wir nicht allein in Achthaben und folgen, was die Gesetze zulassen. Sondern auch, was der Ehrbarkeit gemäß ist und des Landes Brauch mit sich bringt. Solche Mäßigungen aber lehren fast die Ordnungen, welche die evangelischen Obrigkeiten, eine jede in ihren Herrschaften, stellen lassen (und Mose, wie auch den Reichssatzungen nicht zuwider sind), denen man zum Gehorsam schuldig ist, und haben dieselben Obrigkeiten Macht etwas nachzulassen und zu erleichtern, in den Graden, die von Mose nicht verboten sind. Was aber der Patriarchen Beispiel belangt, als da Abraham seine nahe Blutsfreundin, die Sara heiratet, und Jakob zwei Schwestern zugleich zur Ehe nimmt, soll man dieselben nicht freventlicher weise verwerfen, weil Gott solche Ehen geduldet und nicht wiederum zerrissen oder getrennt hat, doch soll man sie auch nicht begehren nachzutun. Denn wir haben die allgemeinen Gesetze und vorgeschriebene klare Ordnung, danach wir uns in Ehe und Verlobungen richten sollen.]

19. Du sollst nicht zum Weibe gehen, weil sie ihre Krankheit hat, in ihrer Unreinigkeit ihre Scham zu aufdecken.

Du sollst: Jetzt fährt Mose weiter fort, andere ungeheuerliche Vermischungen zu verbieten.

Gehen: Das ist: Du sollst mit einem Weibe nicht beiliegen, wenn sie ihre monatliche Zeit hat, denn das ist eine gräuliche Tat, davon die Natur selbst ein Abscheu hat. Und werden aus solchem Beischlaf die armseligsten Kinder geboren. Wie man es davor hat, als Aussätzige, Blinde, Lahme und dergleichen. Und später wird solche Vermischung bei Leibesstrafe verboten.

20. Du sollst auch nicht bei deines Nächsten Weib liegen, sie zu besamen, damit du dich an ihr verunreinigst {2Sam 11v4}.

Weib liegen: Das ist: Du sollst nicht ehebrechen, denn der Ehebruch eine solche gräuliche Sünde ist, dass sie auch Gott mit dem Tode zu strafen befohlen hat.

21. Du sollst auch deines Samens nicht geben, dass es dem Molech verbrannt werde, dass du nicht entheiligst den Namen deines Gottes; denn ich bin der Herr {3Mos 20v2 2Sam 23v10 Jer 32v35}.

Molech: Es war aber Molech ein Abgott der Ammoniter, dem zu Ehren die Väter ihre Kinder ließen durch das Feuer gehen, dass sie also gereinigt und dem Gott oder Götzen der Ammoniter geheiligt wurden, solche Art der Abgötterei ist vor Gott ein größeres Gräuel gewesen als die allerschändlichste Vermischung, denn die Propheten vergleichen die Abgötterei mit Hurerei und Ehebruch, darum sie an diesem Ort richtig unter andere schändliche Unzucht verboten wird. Und will Gott, dass man sich vor dieser und aller anderer Abgötterei hüten soll als vor einer verfluchten Unreinigkeit.

Nach Luther: Molech war ein Abgott, dem sie ihre eigenen Kinder zu Dienst verbrannten, wie Manasse tat, der König Juda, und meinten Gott damit zu dienen, wie Abraham, da er Isaac, seinen Sohn, opfert. Aber weil ihm das Gott nicht befohlen hatte, wie dem Abraham, war es Unrecht. Darum spricht hier Gott, dass sein Name dadurch entheiligt werde, denn es geschah unter Gottes Namen und war doch teuflisch. Wie auch jetzt Klostergelübde und andere Menschenlehre viel Leute verderben, unter göttlichem Namen, als sei es Gottesdienst.

Entheiligst: Das ist: Auf dass du die göttliche Majestät nicht schmähst und verunehrst, wenn du andere Götter anbetest, oder Gott auf eine andere Weise ehrst, als er geboten hat. Denn er solche Übeltaten rächt und keineswegs ungestraft lässt.

22. Du sollst nicht bei Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Gräuel {3Mos 20v13}.

Bei Knaben: Das ist: Es soll keine Mannsperson mit der anderen schandlose Büberei treiben.

Gräuel: Und soll mit dem Tode gestraft werden.

23. Du sollst auch bei keinem Tier liegen, dass du mit ihm verunreinigt wirst. Und kein Weib soll mit einem Tier zu schaffen haben; denn es ist ein Gräuel {2Mos 22v19 3Mos 20v15 5Mos 27v21}.

Tier: Denn mit einem Vieh oder anderem Tiere zu halten ist ein gräuliches Laster und soll mit Feuer gestraft werden.

24. Ihr sollt euch in dieser keinem verunreinigen; denn in diesem allem haben sich verunreinigt die Heiden, die ich vor euch her will ausstoßen,

Ihr sollt: Es folgen jetzt ernstliche Bedrohungen, damit Gott die Kinder Israel abmahnt, dass sie sich von unziemlichen Heiraten und ungebührlichen Vermischungen enthalten sollen.

Ausstoßen: Aus dem Lande Kanaan.

25. und das Land dadurch verunreinigt ist. Und ich will ihre Missetat an ihnen heimsuchen, dass das Land seine Einwohner ausspeie.

Ausspeie: Das ist: Dass sie daraus vertrieben und ausgerottet werden.

26. Darum haltet meine Satzungen und Rechte und tut dieser Gräuel keine, weder der Einheimische noch der Fremdling unter euch;

27. denn alle solche Gräuel haben die Leute dieses Landes getan, die vor euch waren, und haben das Land verunreinigt;

Waren: Das ist: Die bisher im Lande Kanaan gewohnt und dasselbe besessen haben.

28. auf das euch nicht auch das Land ausspeie, wenn ihr es verunreinigt, gleichwie es die Heiden hat ausgespien, die vor euch waren.

29. Denn welche diese Gräuel tun, deren Seelen sollen ausgerottet werden von ihrem Volk.

Ihrem Volk: Nämlich, von den Kindern Israel, entweder durch die Obrigkeit oder von Gott selbst, und wo sie nicht Buße tun, werden sie auch aus dem Himmelreich verstoßen.

30. Darum haltet meine Satzung, dass ihr nicht tut nach den gräulichen Sitten, die vor euch waren, dass ihr nicht damit verunreinigt werdet; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Euer Gott: Der ich die Übertretungen meiner Gebote und was ich den vor erzählten Gräueln gedroht, auf das ernstlichste rächen werde. [Darum, sofern wir auch nicht wollen aus unserem Lande vertrieben werden, so sollen wir uns der Unzucht, wie sie in den vorhergehenden Worten verboten ist, enthalten: Und wo anderes die Oberkeits Personen nicht sehen wollen, dass ihre Länder und Herrschaften verwüstet werden, so sollen sie solche und andere Laster mit allem Ernst strafen.]


Das 19. Kapitel


I. Erstlich werden etliche von den Zehn Geboten wiederholt und deutlicher erklärt, v. 1. II. Danach werden Gesetze gegeben, von dem Opfer essen, v. 5. III. Auch werden etliche weltliche Satzungen gestellt, so allein die Juden damals angingen. Und sind diese dreierlei Gesetz in diesem Kapitel durcheinander vermischt, v. 9.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israel und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein; denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott.

Heilig sein: Das ist: Enthaltet euch von aller Unreinigkeit beide, des Leibes und der Seelen, besonders aber von den Lastern, welche den Menschen am allermeisten verunreinigen, denn an mir, der ich euer Gott bin, ist nichts Unsauberes. Darum will sich es gebühren, dass ein Volk seinem Gott gleichförmig sei.

3. Ein jeglicher fürchte seine Mutter und seinen Vater. Haltet meine Feiertage; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Fürchte: Das ist: Er soll ihnen nicht allein den äußerlichen Gehorsam leisten, sondern auch ehrlich von ihnen halten und mit höchstem Fleiß meiden, dass er sie nicht erzürne.

Feiertage: Dass ihr daran mit heiligen Werken umgeht.

der Herr: Der solches von euch fordert, dass ihr die Feiertage über von allen anderen täglichen Geschäften und Handarbeit euch enthaltet.

4. Ihr sollt euch nicht zu den Götzen wenden und sollt euch keine gegossenen Götter machen; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Wenden: Dass ihr sie verehrt. Denn die Bilder der Ursache wegen verboten sind, damit man ihnen keinen Gottesdienst zeige. Es werden aber diese Gebote hier wiederholt, deren oben genannte Meldung auch geschah, weil es nicht genug ist, dass man einmal ein Gesetz stelle, wo nicht auch der Gehorsam derselben gefordert werde. [Und dass dergleichen Gesetze in Mose so oft wiederholt werden, erinnert uns solches unserer verdorbenen Natur, welches uns nicht nützlich ist, dass, wo sie nicht immer wieder angetrieben wird, nicht tun, was das Gesetz fordert. Denn die Gesetze werden viel leichter aufgestellt als erfüllt.)

Euer Gott: Den ihr allein ehren und anbeten sollt.]

5. Und wenn ihr dem Herrn wollt Dankopfer tun, so sollt ihr opfern, dass ihm gefallen könnte.

Gefallen: Das ist: Ihr sollt mit dem Opfer also umgehen, dass es Gott von euch annehme und ihm gefällig sei: Und dass ihr ihn nicht vielmehr damit erzürnt und beleidigt und euer Opfer unangenehm macht.

Nach Luther: Das ist: Macht es, wie er es gebietet, nicht wie es euch erscheint oder gefällt, nach eigener Andacht. Denn er will keine selbst erwählte, noch eigen erdachte Weise haben. Darum seht zu, dass ihr also opfert, dass es ihm gefalle und er nicht weiter erzürnt werde, durch eure eigene Weise.

6. Aber ihr sollt es desselben Tages essen, da ihr es opfert, und des anderen Tages; was aber auf den dritten Tag überbleibt, soll man mit Feuer verbrennen.

Essen: Nämlich, was vom Opfer übergeblieben ist, denn es wurden dergleichen Opfer nicht allerdings verbrannt, wie oben in Kapitel 7. zu sehen ist.

Anderen Tages: Da mag man auch noch von dem Opfer des vorigen Tages essen.

7. Wird aber jemand am dritten Tage davon essen, so ist er ein Gräuel und wird nicht angenehm sein.

Jemand: der diese Gebote verachtet.

Gräuel: Also, dass es besser gewesen wäre, er hätte es nie geopfert.

8. Und derselbe Esser wird seine Missetat tragen, dass er das Heiligtum des Herrn entheiligte, und solche Seele wird ausgerottet werden von ihrem Volk.

Tragen: Das ist: Er soll darum gestraft werden.

Entheiligt: Dadurch, dass er zur Unzeit davon gegessen hat.

9. Wenn du dein Land einerntest, sollst du es nicht an den Enden umher abschneiden, auch nicht alles genau aufsammeln {3Mos 23v22 5Mos 24v19}.

Enden: Das ist: Du sollst nicht ganz zu geizig und zu genau alle Örter auf dem Acker durchsuchen, noch mit Fleiß in Achthaben, dass kein Halm stehen bleibe.

Aufsammeln: Was entweder nicht in Garben gebunden oder auch sonst auf dem Felde ist, soll liegen bleiben. [Obwohl nun uns dies Gesetz heutzutage nicht bindet, wie die Juden, so werden wir dennoch dadurch erinnert, dass wir die Armen nicht vergessen sollen, und will uns von dem Geiz abmahnen lassen.]

10. Also auch sollst du deinen Weinberg nicht genau lesen noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Armen: Als da sind arme verlassene Witwen und Waisen und sonst notdürftige Leute.

Herr: Ein Vater der Witwen und Waisen, darum sollt ihr um meinetwillen den armen Leuten etwas lassen, welche Freigebigkeit ich euch mit reichem Segen wieder vergelten will {5Mos 24}.

11. Ihr sollt nicht stehlen, noch lügen, noch fälschlich handeln, einer mit dem anderen {2Mos 20v15 1Thes 4v6}.

Fälschlich: Dass er seinem Nächsten gute Worte gibt, da er unterdes anderes im Sinn und Herzen verborgen hat.

12. Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und entheiligen den Namen deines Gottes; denn ich bin der Herr {5Mos 5v12 Mt 5v33}.

Herr: Der ich auf das Härteste strafen will, wer Unrecht schwört.

13. Du sollst deinem Nächsten nicht Unrecht tun noch berauben. Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis an den Morgen {2Mos 23v7 5Mos 24v14 Jak 5v4}.

Unrecht tun: Dass du ihm mit irgendeinem Schein das seine entwendest.

Bleiben: Das ist: Du sollst den Tagelöhner nicht aufhalten, dass du ihm seinen Lohn zu rechter Zeit nicht geben wolltest.

14. Du sollst dem Tauben nicht fluchen. Du sollst vor dem Blinden keinen Anstoß setzen; denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten; denn ich bin der Herr.

Nicht fluchen: Dass du böse giftige Worte und Reden wider ihn ausstößt, weil du weißt, dass er nicht hören kann, was du von ihm sagst, und es rächen werde.

Anstoß: Dass er sich daran stoße oder darüber falle.

Fürchten: Der solchen Mutwillen und Bosheit nicht wird ungerächt lassen.

der Herr: Der ich mich der Armen, Elenden und Verlassenen annehme. [Denn man soll eines betrübten und bekümmerten Menschen nicht spotten, und ihm dadurch sein Herzeleid mehren und größer machen. Also soll man auch einfältige Leute, und die eine Sache nicht wohl verstehen, nicht betrügen, weil sie die List nicht merken können, denn Gott rächt solchen Mutwillen.]

15. Ihr sollt nicht Unrecht handeln am Gericht, und sollt nicht vorziehen den Geringen, noch den Großen ehren, sondern du sollst deinen Nächsten recht richten {2Mos 32v6 5Mos 1v17 Spr 24v23 Jak 2v2}.

Gericht: Das ist: Ihr sollt recht richten und urteilen.

Geringen: Dass du aus einem unzeitigen Mitleiden dich bewegen ließest und seine böse Handlungen wolltest ungestraft hingehen lassen.

Ehren: Dass du seine unrechte Sache befördern hilfst. [Denn es ist in diesem Tun die Obrigkeit an Gottes statt.]

16. Du sollst kein Verleumder sein unter deinem Volk. Du sollst auch nicht stehen wider deines Nächsten Blut; denn ich bin der Herr.

Verleumder: Dass du nicht andere verlästerst oder ihre Worte und Werke unrecht deutest und also Zank und Hader anrichtest unter den Leuten.

Nicht stehen: Das ist: Du sollst mit deinem falschen Zeugnis einen unschuldigen Menschen nicht in Leibes und Lebens Gefahr bringen, wie die zu tun pflegen, welche sich mit Geld bestechen lassen.

Der Herr: der ich solche Übeltat nicht ungestraft hingehen lasse.

17. Du sollst deinen Brüder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten strafen, auf dass du nicht seinethalben Schuld tragen müssest {Mt 18v15 Lk 17v3}.

Nicht hassen: Das ist: Du sollst keinen heimlichen Hass und Neid wider deinen Bruder tragen. Es ist aber unser Bruder, der mit uns eines Glaubens ist.

Schuld tragen: Das ist: Dass du dich nicht seiner Sünden teilhaftig machst, wenn du ihn übersiehst. [Man soll ihn aber nicht feindlich strafen, sondern brüderlich ermahnen.]

18. Du sollst nicht rachgierig sein, noch Zorn halten gegen die Kinder deines Volkes. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn ich bin der Herr {Mt 22v39 Röm 13v9 Gal 5v14}.

Rachgierig: Eben dasselbe lehrt uns auch Christus {Mt 5v43}, da er gebietet, dass wir dem Übel nicht widerstehen sollen.

Dich selbst: Mit gleichen Worten zieht auch Christus dies Gesetz an. Wir sollen aber nicht allein unseren Freund, sondern auch unseren Feind für unseren Nächsten halten, wenn er unserer Hilfe bedarf. Wie dies Gleichnis Christi vom Samariter ausreichend zu verstehen gibt. [Und sind diese jetzt erzählten Satzungen nichts anderes als eine Erklärung des fünften Gebots, Du sollst nicht töten. Und ist gewiss, dass die Gebote Christi, wie man die Feinde lieben und sich selbst nicht rächen soll, keine Ratschläge oder neue Gesetze sind, wie die Katholiken wollen, sondern nur Erklärungen der Zehn Gebote, so aus dem Gesetz Mose genommen sind.]

Der Herr: Der ich vergelten will, was ihr dem Nächsten Gutes oder Böses tun werdet.

19. Meine Satzungen sollt ihr halten, dass du dein Vieh nicht lässt mit zweierlei Tier zu schaffen haben und dein Feld nicht besäst mit mancherlei Samen, und kein Kleid an dich komme, das mit Wolle und Leinen gemengt ist.

Meine: Es folgen jetzt wiederum etliche politische Satzungen, welche die Christen nichts angehen.

Zweierlei: Denn weil Gott in der ersten Erschaffung aus einem besonderen weisen Rat die Art der Tiere, eine jede von der anderen unterschieden, und nicht durcheinander gemengt, erschaffen hat, so ist es ein Mutwille und Zeichen eines verkehrten Gemüts, wenn man die Ordnungen Gottes ändern will.

Mancherlei Samen: Denn wenn vielerlei Samen durcheinander vermengt auf einen Acker ausgesät werden, so werden sie selten zu rechter Zeit miteinander reif.

Gemengt: Es hat aber Gott mit diesen und dergleichen Satzungen sein Volk von allen anderen benachbarten Völkern und Heiden umher absondern wollen, dass sie nicht der Heiden Gebräuche nachfolgten und bald darauf ihr gottloses Wesen ihnen auch anlernten. [Neben dem hat Gott auch damit anzeigen wollen, wie er sich gute Ordnungen gefallen lasse, hingegen allerlei unordentliches Wesen verwerfe. Und weil er im jüdischen Volk die Vermischung der Tiere, des Samens und der Kleider verboten, so kann er viel weniger leiden, dass man die Religionen und mancherlei Glauben durcheinander menge, da man die rechte und falsche Religion in einem Klumpen will zusammenschmelzen.]

20. Wenn ein Mann bei einem Weibe liegt und sie beschläft, die eine leibeigene Magd und von dem Manne verschmäht ist, doch nicht erlöst, noch Freiheit erlangt hat: Das soll gestraft werden; aber sie sollen nicht sterben, denn sie ist nicht frei gewesen.

Verschmäht: Das ist: Welche ihr Herr verschmäht hat, und sie anstatt wie eine Konkubine hält: Sie ist aber nicht die Frau im Hause, denn dergleichen Konkubinen oder Kebsweiber hatten die Juden neben ihren Eheweibern.

Erlöst: Dass sie von niemandem freigelassen worden ist, sondern noch leibeigen ist.

Erlangt: Dass sie ihr Herr aus freiem Willen losgelassen hätte.

Gestraft: Nämlich, dass sie mit Ruten gehauen werden.

Nicht sterben: Das ist: Die Obrigkeit soll sie nicht am Leben strafen, obwohl die Tat einem Ehebruch nicht ganz ungleich ist.

Nicht frei: Darum ist sie nicht die rechte Hausmutter oder vornehmste Frau im Hause, sondern nur eine Konkubine oder ein Kebsweib. Daher war der Ehebruch nicht so groß wie mit einer Frau im Hause. [Denn es soll eine verständige Obrigkeit, nach den Umständen einer Tat, die Strafen lindern oder verschärfen.]

21. Er soll aber für seine Schuld dem Herrn vor die Tür der Hütte des Stifts einen Widder zum Schuldopfer bringen.

Er soll: Nämlich, der solche Sünde getan hat.

Schuldopfer: Welches für seine Sünde soll geopfert werden.

22. Und der Priester soll ihn versöhnen mit dem Schuldopfer vor dem Herrn über der Sünde, die er getan hat, so wird ihm Gott gnädig sein über seine Sünde, die er getan hat.

23. Wenn ihr ins Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, davon man isst, sollt ihr derselben Vorhaut beschneiden und ihre Früchte. Drei Jahre sollt ihr sie unbeschnitten achten, dass ihr nicht esst.

Vorhaut beschneiden: Dies ist eben dasselbe, wie er später erklärt, dass sie drei Jahre die Frucht unbeschnitten achten sollen und deswegen dieselben abbrechen und hinwegwerfen, also die Vorhaut von ihnen nehmen. [Und hat Gott auch an den Bäumen seinem Volk vormalen wollen, dass die Erste Geburt, da wir von den Eltern in der Erbsünde geboren werden, vor Gott ein Gräuel sei: was er auch den kleinen Kindern vorwürfe, wo sie nicht von Neuem durch die Taufe wiedergeboren würden.]

Nach Luther: Ist hier so viel als drei Jahre harren, wie er selbst deutet und spricht: Drei Jahre sollt ihr sie achten für unbeschnitten.

24. Im vierten Jahr aber sollen alle ihre Früchte heilig, und gepriesen sein dem Herrn.

Gepriesen: Das ist: Was im ersten Jahr nach der Beschneidung, welches das vierte Jahr ist, an Früchten auf den Bäumen wächst, das soll man zu der Hütte des Stifts bringen, und den Priestern geben, Gott zu Lob und Ehren, der die Früchte und Bäume erschaffen hat. [Denn man soll die Gaben Gottes mit dankbarem Herzen annehmen und derselben recht gebrauchen.]

25. Im fünften Jahr aber sollt ihr die Früchte essen und sie einsammeln; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Euer Gott: Der ich euch solches reichlich gebe und die Dankbarkeit wiederum von euch erfordere.

26. Ihr sollt nichts mit Blut essen. Ihr sollt nicht auf Vogelgeschrei achten noch Tage wählen {3Mos 17v10}.

Mit Blut: Das ist: Ihr sollt unter keiner Speise Blut mengen und also essen. Denn das Blut essen euch allerdings verboten sein soll, wie zuvor etliche male auch gemeldet.

Tage wählen: Das ist: Enthaltet euch von allen abergläubischen Sachen, als da sind Wahrsagen, Zeichen deuten, Zauberei und dergleichen, als die keine natürlichen Ursachen haben, darum sie abergläubisch und gottlos sind. [Dies Gesetz geht auch die Christen an und werden dadurch verboten allerlei abergläubische gottlose Künste, wie sie zuvor gemeldet wurden, desgleichen allerlei Beschwörungen derjenigen, die es dennoch nicht gestehen wollen, dass sie mit dem Teufel Gemeinschaft haben. Wie auch die Segenssprecher sind, welche gewisse Worte über einen kranken Menschen oder Vieh sprechen und denselben Worten eine besondere Kraft zuschreiben.]

27. Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rund umher abschneiden, noch euren Bart ganz abscheren {3Mos 21v5}.

Abschneiden: Das ist: Ihr sollt euer Angesicht nicht verstellen mit besonderem Haar oder Bart abscheren. [Dies Gesetz bindet heutigen Tages die Christen nicht, denn nur allein, dass wir gelehrt werden, wie wir sollen in Gestaltung des Leibes keine Leichtfertigkeit gebrauchen und der Ehrbarkeit uns bemühen, wie eines jeden Landes Sitten solches lehren können, da einer lebt.]

28. Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen, noch Buchstaben an euch heften; denn ich bin der Herr {5Mos 14v1}.

Kein Mal: Denn man will, dass vorzeiten war, die ihre Freunde und Verwandten so beklagten, dass sie ihr eigen Fleisch mit Messern geritzt oder mit Nägeln zerkratzt haben, bis das Blut später gegangen ist. [Obwohl nun dieses Gesetz den Juden vorgeschrieben wurde, so werden die Christen auch so viel dadurch erinnert, dass sie über ihre Toten mäßig sich bekümmern sollen {1Thes 4}.]

Buchstaben: Denn es sollen etliche gewesen sein, die sich selbst gewisse Zeichen in die Haut brannten oder geschnitten haben, der Meinung, dass sie sich ihren Göttern also geloben und weihen wollen. [Dem sei nun wie ihm wolle, so ist das einmal gewiss, dass Gott alle heidnische Gebräuche und abergläubische Sachen verwerfe und dass er nicht leiden könne, wenn ein Mensch seinen eigenen Leib schändet oder verstellt.]

Der Herr] Der ich alles gottlose leichtfertige Leben hasse, weil ich eure Leiber zur ewigen Seligkeit erschaffen habe und zu erhalten begehre.

29. Du sollst deine Tochter nicht zur Hurerei halten, dass nicht das Land Hurerei treibe und werde voll Lasters.

Hurerei: [Denn die Länder werden durch Hurerei und Unzucht so verunreinigt, dass sie Gott mit gemeinen Landstrafen und Plagen, als Pestilenz, Krieg, teure Zeit, heimsuchen muss. Und sündigen nicht allein die, welche selbst Hurerei treiben, sondern auch, welche dazu helfen oder zu ihrer Kinder oder Untertanen unzüchtigem Leben stillschweigen: Als da sind die Hurenwirte und die Obrigkeiten, welche Gemeinde Hurenhäuser dulden, als Schulen, darin allerlei Laster gelernt werden. Und weil dies Gesetz nichts anderes ist, denn eine Erklärung des sechsten Gebots, so bindet es die Christen auch.].

30. Meine Feier haltet und fürchtet euch vor meinem Heiligtum; denn ich bin der Herr.

Haltet: Dass ihr mit heiligen Werken darin umgeht.

Fürchtet: Mit besonderer Ehrerbietung, auf dass ihr die Hütte meiner Wohnung nicht mit Lastern besudelt und verunreinigt.

der Herr: Der ich mitten unter euch wohne: Denn ich werde euch mit meiner Gnade und meinen Guttaten verlassen, wenn ihr schändlich lebt und mein Heiligtum verunreinigt.

31. Ihr sollt euch nicht wenden zu den Wahrsagern und forscht nicht von den Zeichendeutern, dass ihr nicht an ihnen verunreinigt werdet; denn ich bin der Herr, euer Gott {3Mos 20v6 1Sam 28v7}.

Wahrsagern: Welche durch des Teufels Hilfe und Zutun von künftigen Sachen etwas zu verkündigen sich unterstehen, als da gewesen sind, aus deren Leibe der Satan redet und Antwort von sich gibt, und welche, wie es das Ansehen hatte, die Toten auferweckt zu haben, dass man zukünftige Sachen von ihnen erlernte {1Sam 28}. [Solche und dergleichen ungöttliche und teuflische Künste sind allen Christen verboten, wie sie auch im ersten Gebot verworfen werden.]

32. Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren; denn du sollst dich fürchten vor deinem Gott; denn ich bin der Herr.

Ehren: Denn sie sind anstatt der Eltern.

Fürchten: Denn wer einen Alten verachtet oder schmäht, der sündigt wider Gott, der das Alter gibt.

Der Herr: Der ich solche Ehrerbietung und gottselige Höflichkeit von euch fordere. Und geht dies Gesetz die Christen auch an, denn es ist eine Erklärung des vierten Gebotes.

33. Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnen wird, den sollt ihr nicht schinden {2Mos 22v21 23v9}.

Schinden: Das ist: Ihr sollt nicht meinen, dass es euch freistehe, ihn mit unrichtigerweise Beschwerden zu überladen oder betrüglich mit ihm zu handeln.

34. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der Herr, euer Gott.

Einheimischer: Das ist: Er soll es ebenso gut haben als einer, der im Lande geboren und daheim ist.

Lieben: Also, dass ihr ihm alles Gutes erzeigt, nach eurem Vermögen und seiner Notdurft, wie es die brüderliche Liebe fordert.

Gewesen: Darum, weil euch nicht unbewusst ist, was für einen großen Jammer es auf sich hat, wenn man in der Fremde sein muss, so sollt ihr den Fremdlingen desto eher begehren Hilfe zu tun.

Euer Gott: Der ich euch solches gebiete: Der auch für die Fremdlinge sorgt wie für die Einheimischen.

35. Ihr sollt nicht ungleich handeln am Gericht mit der Elle, mit Gewicht, mit Maß {5Mos 25v13 14v15 Spr 11v1}.

Gericht: Dass ihr nicht wider Recht und Gerechtigkeit handelt, wenn ihr ein Urteil fällen sollt.

Ellen: Wenn man Tuch oder sonst anderer Ding ausmisst oder auch ein jegliches anderes Maß, als da man die Äcker abmisst.

Gewicht: Wenn man allerlei Ware zu verkaufen abwiegt.

Maß: Als da man Getreide oder auch andere fließende Materie, als Öl oder Wein, und dergleichen Sachen ausmisst, so hütet euch, dass ihr keinen Vorteil oder Betrug gebraucht.

36. Rechte Waage, rechte Pfunde, rechte Scheffel, rechte Kannen sollen bei euch sein; denn ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat,

Rechte Waage: Die nicht betrügt, noch zu irgendeinem Vorteil gerichtet ist.

Pfund: Die nicht zu leicht sind.

Scheffel: Die nicht zu eng noch zu klein sind.

Kannen: Das ist: In allem euren Handel und Wandel sollt ihr der Gerechtigkeit und Gerechtigkeit nachstreben und alle Falschheit und Betrug lassen ferne von euch sein.

Euer Gott: Dem auch eure vorgeschwindelten und listigsten Ränke und falsche Praktiken unverborgen sind, die ich hasse und strafen will.

Geführt: Aus der traurigen und schweren Dienstbarkeit, nicht dass ihr im Lande Kanaan euch der Gottlosigkeit, Unreinigkeit, Ungerechtigkeit, und Betrügereien befleißigen sollt, sondern dass ihr mich erkennen und mit rechtem gottseligen Wandel ehren lernt.

37. dass ihr alle meine Satzungen und alle meine Rechte haltet und tut; denn ich bin der Herr.

der Herr: der ich solches richtig von euch erfordere und den Gehorsam belohnen, die Widerspenstigen aber strafen will.


Das 20. Kapitel


I. Etliche von den Zehn Geboten werden ausführlicher erklärt, v. 1. II. Danach werden allerlei Unzucht, und die ganz zu nahe Blutsfreundschaft in Heiraten verboten, v. 10. III. Und werden auch etliche Gesetze wiederholt, wie man sich unreine Tiere zu essen enthalten soll, und werden hin und wieder zu den Verboten ernstliche Bedrohungen und Strafen hinzugesetzt, v. 24.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Und der: Mose wiederholt jetzt etliche Gesetze, die zuvor auch gegeben wurden, setzt aber an diesem Ort die Strafen hinzu, welche den Übertretern sollen angetan werden.

2. Sage den Kindern Israel: Welcher unter den Kindern Israel oder ein Fremdling, der in Israel wohnt, seines Samens dem Molech gibt, der soll des Todes sterben; das Volk im Lande soll ihn steinigen {3Mos 18v21 Ps 106v37}.

Samens: (Nach Luther) Das ist: seiner Kinder.

Molech: Das ist: Wer seinen Sohn durch das Feuer gehen lässt, und also dem Abgott der Ammoniter aufopfert, welcher Molech hieß.

3. Und ich will mein Antlitz setzen wider solchen Menschen und will ihn aus seinem Volk rotten, dass er dem Molech seines Samens gegeben und mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen entheiligt hat.

Setzen: Das ist: Er soll mich nicht mehr einen gnädigen Gott und Vater haben, sondern als einen strengen Richter, und Rächer seiner Übeltat finden.

Verunreinigt: Weil er ein solches Laster begangen hat. [Denn wo die Abgötterei ohne Scheu und frei getrieben wird, da wird auch der übrige Teil des Gottesdienstes, welcher sonst an ihm selber noch rein sein mag, dadurch verunreinigt und verdorben. Denn man kann nicht zugleich Gott und den Götzen recht dienen.]

4. Und wo das Volk im Lande durch die Finger sehen würde dem Menschen, der seines Samens dem Molech gegeben hat, dass es ihn nicht tötet,

Finger sehen: Dass sie solche Übeltat ungestraft hingehen ließen.

5. so will doch ich mein Antlitz wider denselben Menschen setzen und wider seine Geschlechter; und will ihn und alle, die ihm nachgehurt haben mit dem Molech, aus ihrem Volk rotten.

Setzen: Und ihn als meinen Feind umbringen.

Geschlechter: Welche mit gleichem Laster sich befleckt haben.

Nachgehurt: Die seinem Beispiel nachgefolgt sind.

6. Wenn eine Seele sich zu den Wahrsagern und Zeichendeutern wenden wird, dass sie ihnen nachhurt, so will ich mein Antlitz wider dieselbe Seele setzen und will sie aus ihrem Volk rotten {3Mos 19v31 5Mos 18v11}.

Nachhurt: Dass er sie um Rat fragt. [Denn die Wahrsager um Rat und Hilfe ersuchen ist vor dem Herrn eine geistliche Hurerei, und viel abscheulicher als irgendeine fleischliche Unreinigkeit.]

7. Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Seid heilig: Das ist: Enthaltet euch von aller Befleckung und Unreinigkeit der Sünden.

Euer Gott: Dem ihr in Heiligkeit, das ist, in rechtschaffener geistlicher Reinigkeit des Gemüts und Leibes dienen sollt.

8. Und haltet meine Satzungen und tut sie; denn ich bin der Herr, der euch heiligt.

Tut sie: Also wird es geschehen, dass ihr wahrhaftig ein heiliges und Gott wohlgefälliges Leben führt.

Heiligt: Das ist: Der ich euch nicht allein mit meinen Satzungen von anderen Völkern, so mit allerhand Lastern sich besudeln, absondere: Sondern gebe euch auch den Heiligen Geist, der eure Herzen heilige, dass ihr aus Glauben ein gottseliges und ehrliches Leben führen sollt.

9. Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Sein Blut sei auf ihm, dass er seinem Vater oder Mutter geflucht hat {2Mos 21v17 Spr 20v20 30v17 Mt 15v4 Mk 7v10}!

Flucht: Das ist: Wer mit Fluchen oder Lästern zu verstehen gibt, dass er seine Eltern verachte.

Sterben: Dass ihn die Obrigkeit zur Strafe ziehe.

Auf ihm: Das ist: Die Schuld, dass sein Blut vergossen wird, kann und soll der Obrigkeit nicht zugemessen werden, sondern bleibt auf dem liegen, der gesündigt hat.

Geflucht hat: Das ist: Weil er ein solche großes Laster der Undankbarkeit gegen seine Eltern begangen hat, welches mit dem Tode muss gestraft werden.

10. Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide Ehebrecher und Ehebrecherin, darum, dass er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat {3Mos 18v20 5Mos 22v22 Mt 5v27 Joh 8v5}.

11. Wenn jemand bei seines Vaters Weibe schläft, dass er seines Vaters Scham geblößt hat, die sollen beide des Todes sterben. Ihr Blut sei auf ihnen {1Mos 35v22 5Mos 27v22 2Sam 16v22}!

Sollen beide: Weil er gottlos ist wider seinen Vater, dessen Weib er geschändet hat, die ein Fleisch mit ihm ist, und sie, weil sie sich zu des Mannes nächsten Blutfreund gelegt hat.

12. Wenn jemand bei seiner Schnur schläft, so sollen sie beide des Todes sterben; denn sie haben eine Schande begangen. Ihr Blut sei auf ihnen {1Mos 38v18 5Mos 27v23}!

13. Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Gräuel getan und sollen beide des Todes sterben. Ihr Blut sei auf ihnen {Röm 1v27 1Kor 6v9}!

Gräuel: Davor auch die Natur selber einen Abscheu hat.

14. Wenn jemand ein Weib nimmt und ihre Mutter dazu, der hat ein Laster verwirkt; man soll ihn mit Feuer verbrennen, und sie beide auch, dass kein Laster sei unter euch.

Verbrennen: Denn ein solches Laster soll man keineswegs ungestraft hingehen lassen, sondern die Übeltäter bald von der Erde tun, damit dieselbe von solchen ungeheuren nicht verunreinigt werde.

15. Wenn jemand beim Vieh liegt, der soll des Todes sterben, und das Vieh soll man erwürgen {5Mos 27v21}.

Das Vieh: Welches mit einem solchen Laster verunreinigt und befleckt ist.

16. Wenn ein Weib sich irgend zu einem Vieh tut, dass sie mit ihm zu schaffen hat, die sollst du töten, und das Vieh auch; des Todes sollen sie sterben. Ihr Blut sei auf ihnen!

17. Wenn jemand seine Schwester nimmt, seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, und ihre Scham beschaut, und sie wieder seine Scham: Das ist eine Blutschande; die sollen ausgerottet werden vor den Leuten ihres Volkes, denn er hat seiner Schwester Scham entblößt. Er soll seine Missetat tragen {5Mos 27v22}.

Vaters Tochter: Ob sie gleich nicht von beiden Eltern her seine Schwester ist, sondern seine Stiefschwester, vom Vater oder von der Mutter.

Beschaut: Das ist: Das sie miteinander Unzucht treiben.

Vor den Leuten: Auf dass andere durch solche Beispiele abgeschreckt werden und desto fleißiger sich vor dergleichen Sünden hüten.

Entblößt: Das er mit ihr zu tun gehabt.

Missetat tragen: Das ist: Sie sollen ihre Strafe leiden, die auf solche Laster gehört.

18. Wenn ein Mann beim Weibe schläft zur Zeit ihrer Krankheit und entblößt ihre Scham und deckt ihren Brunnen auf, und sie entblößt den Brunnen ihres Blutes, die sollen beide aus ihrem Volk gerottet werden {3Mos 18v19}.

Entblößt: Und solches wissentlich tut.

Gerottet: Weil sie alle beide sich nicht gescheut, solche Schande zu treiben. Denn sie haben nicht allein aller Ehrbarkeit vergessen, sondern auch die Gefahr dabei ist, dass von solchem Beischlaf eine elende Frucht, die entweder aussätzig oder sonst böse geboren werde.

19. Deiner Mutter Schwester Scham und deines Vaters Schwester Scham sollst du nicht blößen; denn ein solcher hat seine nächste Blutsfreundin aufgedeckt, und sie sollen ihre Missetat tragen {3Mos 18v12 v13}.

Aufgedeckt: Von welchem Beischlaf ihn die natürliche Zucht und Scham hätte sollen abhalten.

Tragen: Das ist: Die Obrigkeit soll sie ernstlich strafen um solcher begangenen Übeltat.

20. Wenn jemand bei seines Vaters Bruders Weibe schläft, der hat seines Vetters Scham aufgedeckt; sie sollen ihre Sünde tragen: Ohne Kinder sollen sie sterben.

Vettern Scham: Das ist: Er tut Unrecht an seinem Vetter, dessen Weib oder hinterlassene Witwe er geunehrt hat.

Sünde tragen: Das ist: Die Obrigkeit soll ihnen eine Strafe auflegen.

Ohne Kinder: Das ist: Weil Gott solche Heirat sich nicht gefallen lässt, so wird sie Gott nicht segnen, dass sie in ihrem Ehestand lebhafte Kinder zeugten. [Denn Kinder sind ein Segen Gottes.]

21. Wenn jemand seines Bruders Weib nimmt, das ist eine schändliche Tat; sie sollen ohne Kinder sein, darum, dass er hat seines Bruders Scham aufgedeckt.

Bruders Weib: Nämlich, da derselbe nicht ohne Kinder stirbt, also dass des verstorbenen hinterlassener Bruder, auf Forderung des Gesetzes, seines verstorbenen Bruders Witwe nicht nehmen darf.

Bruders Scham: Weil Mann und Weib ein Fleisch sind.

22. So haltet nun alle meine Satzungen und meine Rechte und tut danach, auf dass euch nicht das Land ausspeie, darin ich euch führe, dass ihr darin wohnt.

Ausspeie: Das ist: Damit ihr nicht aus dem Lande Kanaan wiederum vertrieben werdet, daraus ich die Kanaaniter, um vor erzählten Misshandlungen und schändlicher Bosheit willen vertreiben will.

23. Und wandelt nicht in den Satzungen der Heiden, die ich vor euch her werde ausstoßen, denn solches alles haben sie getan, und ich habe einen Gräuel an ihnen gehabt.

Wandelt nicht: Das ist: Ihr sollt euer Leben nicht anstellen nach den abgöttischen Satzungen und bösen Gewohnheiten der Heiden.

Solches alles: Nämlich, alle solche Laster, wie sie kurz zuvor erzählt wurden.

24. Euch aber sage ich: Ihr sollt jener Land besitzen; denn ich will euch ein Land zum Erbe geben, darin Milch und Honig fließt. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den Völkern abgesondert hat,

Und Honig: Das ist: Da an allen Dingen ein Überfluss ist, was man zur notwendigen Unterhaltung des zeitlichen Lebens bedarf.

Aussortiert: Das ist: Ich habe euch zur wahren Erkenntnis Gottes und zur Erbschaft des Himmelreichs berufen. Es soll auch aus euch, und aus keinem anderen Volk, Christus geboren werden, darum hab ich euch auch mit besonderen Gesetzen und Zeremonien von anderen Völkern unterschieden.

25. dass ihr auch absondern sollt das reine Vieh vom unreinen und unreine Vögel von den reinen, und eure Seelen nicht verunreinigt am Vieh, an Vögeln und an allem, das auf Erden kriecht, das ich euch abgesondert habe, dass es unrein sei {3Mos 11v3}.

Reine Vieh: Das ist: Ihr sollt mit Fleiß einen Unterschied halten, unter reinen und unreinen Tieren und von den Unreinen zu essen euch enthalten.

Unrein sei: Nämlich, zu essen.

26. Darum sollt ihr mir heilig sein; denn ich, der Herr, bin heilig, der euch abgesondert hat von den Völkern, dass ihr mein seid {3Mos 11v45 19v2}.

Heilig sein: Dass ihr euch rein bewahrt von aller Unsauberkeit.

Mein dauerte: Das ist: Dass ihr mich recht erkennt und ehrt und einmal eins der ewigen Seligkeit bei mir geniest, darum erinnere ich euch mit diesen Gesetzen von der äußerlichen Reinigkeit, der innerlichen geistlichen und wahren Reinigkeit, deren ihr euch besonders bemühen sollt.

27. Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendeuter sein wird, die sollen des Todes sterben, man soll sie steinigen. Ihr Blut sei auf ihnen {5Mos 18v11 v20 1Sam 28v7}!

Wahrsager: Davon zuvor Kapitel 19 auch gemeldet wurde, und wie am selben Ort von denen gesagt wird, welche die Wahrsager um Rat fragen. Also fällt Gott hier über die Wahrsager selbst und ihresgleichen ein strenges Urteil.

Ihr Blut: Das ist: Es geschieht ihnen nicht Unrecht. [Obwohl nun die Wahrsager heutigen Tages vielleicht nicht allerdings in einer gleichen Weise wahrzusagen pflegen und wir zu den weltlichen Rechten und Satzungen der Juden nicht gebunden sind: Weil sie jedoch mit einem gottlosen Aberglauben umgehen, so soll eine ordentliche Obrigkeit sie mit allem Ernst strafen, die von solchem gottlosen Wesen nicht abstehen wollen.]


Das 21. Kapitel


I. Den Unterpriestern wird geboten, dass sie die Toten nicht beklagen sollen, ohne allein welche ihnen am Nächsten verwandt sind, v. 1. II. Und dass sie nicht leichtfertige Weiber zur Ehe nehmen sollen,

v. 7. III. Aber dem Hohepriester wird befohlen, dass er auch seine Eltern nicht beklagen soll, und keine andere Weibsperson, als eine Jungfrau, ehelichen, v. 10.

1. Und der Herr sprach zu Mose: Sage den Priestern, Aarons Söhnen, und sprich zu ihnen: Ein Priester soll sich an keinem Toten seines Volkes verunreinigen,

Verunreinigen: Das ist: Ein Priester, wenn er gleich nicht Hohepriester ist, soll keinen toten Menschen anrühren, auch zu keinem Toten kommen, noch mit zur Leiche gehen. Denn gleichwie die Nazarener {4Mos 6} für unrein geachtet wurden, da jemand unversehens Tod vor sie niedergefallen war: Also werden hier die Priester unrein geurteilt, wenn sie mit den Toten umgehen. [Darum sollen die Christen, welche vor Gott Priester sind, die Toten ihre Toten begraben lassen {Mt 8}. Das ist: Sie sollen nicht zugeben, dass sie durch die gottlosen Leute, welche Gott gestorben sind, Gemeinschaft an ihrem ordentlichen Beruf sich hindern oder davon abhalten lassen.]

2. ohne an seinem Blutsfreunde, der ihm am nächsten angehört, als an seiner Mutter, an seinem Vater, an seinem Sohne, an seiner Tochter, an seinem Bruder

Blutsfreunde: Wegen menschlicher Zuneigung wird dennoch den Priestern zugelassen, dass sie ihre nächsten Blutsverwandten beklagen mögen. [Es sind aber der Christen nächste Blutsfreunde, welche Gott wahrhaftige erkennen: Und denselben Dienst erzeigen heißt nicht die Toten, sondern die Lebendigen versorgen, denn auch dieselben Toten vor Gott leben.]

3. und an seiner Schwester, die noch eine Jungfrau und noch bei ihm ist und keines Mannes Weib gewesen ist; an der mag er sich verunreinigen.

Jungfrau: Denn welche sich verheiratet hat, die ist mit dem Mann ein Fleisch geworden, und also in ein anderes Geschlecht getreten, darum sie dem Bruder nicht mehr so nahe verwandt sein scheint, als sie zuvor gewesen war.

4. Sonst soll er sich nicht verunreinigen an irgendeinem, der ihm gehört unter seinem Volk, dass er sich entheilige.

5. Sie sollen auch keine Platte machen auf ihrem Haupte, noch ihren Bart abscheren, und an ihrem Leibe kein Mal heften {3Mos 19v27 Hes 44v20}.

Platte machen: Das ist: Er soll sich selbst die Haare nicht ausreißen, noch mit dem Schermesser glatt wegscheren und sich also kahl machen oder auch den Bart abscheren und also das Angesicht verstellen zum Zeichen seines großen Leides über einen Toten.

Leibe: Denn etliche verstümmelten ihr Fleisch mit Nägeln oder ritzten es mit Messern, damit sie wollten zu erkennen geben, wie ihnen ein tödlicher Abgang sehr zu Herzen ging. Welche heidnische Unweise, weil sie den Israeliten übel angestanden wäre, ist sie zuvor verboten worden und wird hier den Priestern insbesondere untersagt, als denen es am allerwenigsten gebührte. [Denn die Christen sollen ihre Toten mäßiglich beklagen {1Thes 4}.]

6. Sie sollen ihrem Gott heilig sein und nicht entheiligen den Namen ihres Gottes, denn sie opfern des Herrn Opfer, das Brot ihres Gottes; darum sollen sie heilig sein.

Heilig sein: Dass sie ihrem Priestertum recht und gebührlich vorstehen können.

Entheiligen: Denn wenn die Priester den Gottesdienst nicht recht verrichten, wie sich es gebührt, so kommt das Priestertum in Verachtung und wird der Religion übel nachgeredet und je länger je weniger auf sie gehalten, bis man endlich unseres Herrn Gottes ganz vergisst.

Heilig sein: Dass sie sich von aller Unreinigkeit enthalten, denn je höheren Beruf jemand in der Kirche Gottes hat, je mehr er sich eines heiligen und unsträflichen Lebens bemühen soll, auf dass er nicht Ärgernisse gebe.

7. Sie sollen keine Hure nehmen, noch keine Geschwächte, oder die von ihrem Manne verstoßen ist; denn er ist heilig seinem Gott.

Sie sollen: Jetzt wird etwas gesagt von der Priester Ehe.

Geschwächte: Die von einem anderen verlassen wurde, ob sie gleich sonst keine öffentliche Hure ist.

Verstoßen: Aber eine ehrliche Witwe, so ein Priester hinter sich lasse, dürfte er wohl nehmen {Hes 44}. [Denn ein Kirchendiener soll auch ein ehrliches Personal haben.]

Seinem Gott: Dass er den Gottesdienst hält.

8. Darum sollst du ihn heilig halten, denn er opfert das Brot deines Gottes; er soll dir heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, der euch heiligt.

Das Brot: Das ist: die Opfer.

Heiligt: Nicht allein dadurch, dass ich euch mit besonderen Zeremonien von allen Völkern unterscheide, sondern auch mit dem Heiligen Geist erneuere, auf dass ihr ein heiliges Leben führt, soviel zwar in dieser Schwachheit des Fleisches geschehen kann.

9. Wenn eines Priesters Tochter anfängt zu huren, die soll man mit Feuer verbrennen; denn sie hat ihren Vater geschändet.

Zu huren: Dass sie zu einer gemeinen Metze wird und ohne Unterschied jedermann zu sich lässt.

Feuer verbrennen: Damit also der Priester Töchter durch die Reue der Strafe von dergleichen Sünden abgeschreckt werden.

Geschändet: Das ist: Sie hat ihres Vaters Person und seinem Amt einen hässlichen Schandfleck angehängt und ein großes Ärgernis im Volk angerichtet.

10. Welcher Hohepriester ist unter seinen Brüdern, auf des Haupt das Salböl gegossen und seine Hand gefüllt ist, dass er angezogen würde mit den Kleidern, der soll sein Haupt nicht blößen und seine Kleider nicht zerschneiden;

Welcher: Was zuvor gesagt wurde, ist besonders von den Unterpriestern zu verstehen, jetzt folgt von dem Hohepriester des israelitischen Volkes.

Gegossen: Das ist: Der mit dem heiligen Öl zum Hohepriester geweiht wurde.

Gefüllt: Denn man gab den Priestern, welche man weihen wollen, Opfer in die Hände, die sie dem Herrn opfern mussten.

Blößen: Dass er über einen Toten Leid trage, denn es erscheint hieraus, dass die, welche Leid getragen, mit entblößtem Haupt einhergegangen sind.

Zu schneiden: Wie die zu tun pflegten, welche sehr bekümmert und voller Herzeleid waren.

11. und soll zu keinem Toten kommen und soll sich weder über Vater noch über Mutter verunreinigen {4Mos 6v7 9v6}.

Kommen: Dass er nicht mit zur Leiche gehe, noch sonst in ein Haus gehe, da ein Toter ist.

Verunreinigen: Dass er sie wollte helfen zur Erde bestatten und geleiten.

12. Aus dem Heiligtum soll er nicht gehen, dass er nicht entheilige das Heiligtum seines Gottes; denn die heilige Krone, das Salböl seines Gottes, ist auf ihm. Ich bin der Herr.

Nicht gehen: Nämlich, Tote zu beklagen, denn sonst dürfte er wohl aus dem Heiligtum herausgehen.

Entheilige: Wenn er in der Meinung herausgeht, dass er bei einem Toten sich will finden lassen.

Krone: d. i. das goldene Stirnblatt.

Nach Luther: Krone heißt auf Hebräisch Nezer, hiervon die Nazarei heißen, dass sie sich enthielten, und sonderten von etlicher Speise {4Mos 6v3}. Und Simson vom Mutterleibe ein Nazareus heißt. Und unser Herr Christus auch daher der rechte Nazareus heißt, von Nazareh {Mt 2v23}. Als der von aller Sünde rein und heilig und kein Unheiliges noch Unreines an ihm ist. Obwohl die Juden aus Neid und Bosheit ihn nicht Nazri, sondern Nozri, das ist, den Verdorbenen oder Verstörten, wie einen Schächer, nennen, so sie doch selbst die Nozrim sind in aller Welt Zerstreute und verstört. Und mich erscheint, dass sich Paulus Römer 1, 1 einen Nazaräer nennt, da er sich einen Ausgesonderten rühmt zum Evangelium vom Gesetz.

Gottes: Der ihn also geheiligt hat. Darum er das Ansehen und Hoheit seiner Person erhalten hat.

Herr: Dessen statt der Hohepriester auf Erden unter dem Israelitischen Volk vertritt. [Es hat aber der Hohepriester auf keinerlei Weise sich verunreinigen sollen, denn Christus, dessen Vorbild der israelitische Hohepriester war, ist von aller Befleckung und Unreinigkeit der Sünden frei gewesen.]

13. Eine Jungfrau soll er zum Weibe nehmen {Hes 44v22}.

14. Aber keine Witwe noch Verstoßene, noch Geschwächte, noch Hure, sondern eine Jungfrau seines Volkes soll er zum Weibe nehmen,

Seines: Die aus keinem anderen Volk als aus den Kindern Israel ihre Herkunft habe.

15. auf dass er nicht seinen Samen entheilige unter seinem Volk; denn ich bin der Herr, der ihn heiligt.

Entheilige: Das ist: Wenn er eine ausländische und nicht eine Israelitische Jungfrau nehme, oder auch eine andere Weibsperson ehelichen wollte, würden desselben Priesters Kinder nicht tauglich zum Priesteramt sein, dass sie desselben recht dienen könnten.

Heiligt: Das ist: Ich (spricht der Sohn Gottes) habe ihn geheiligt, dass er mein Vorbild sein soll, darum soll er sich von aller Unreinigkeit enthalten, wie in allen anderen Sachen, also auch im Verheiraten. [Denn obwohl die Kirche zuvor, und ehe denn sie durch die Taufe wiedergeboren wird, keine geistliche Jungfrau ist, sondern ein Weib mit vielen Sünden und Lastern befleckt: So wird sie doch durch das Amt des Evangeliums also gereinigt, dass sie endlich Christo, als eine reine Jungfrau, zugeführt wird. Denn die Reinigkeit Christi wird ihr durch den Glauben zugerechnet, und wird mit dem Heiligen Geist begabt, der sie erneuert, dass sie endlich durch den Tod von aller Unreinigkeit erlöst wird.]

16. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

17. Rede mit Aaron und sprich: Wenn an jemand deines Samens in euren Geschlechtern ein Fehler ist, der soll nicht herzutreten, dass er das Brot seines Gottes opfere.

Fehler: Das ist: Ob einer gleich von deinem Stamme her entsprungen, aber doch am Leibe Mangel hat oder böse ist.

Das Brot: Das ist: die Opfer.

18. Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten. Er sei blind, lahm, mit einer seltsamen Nase, mit ungewöhnlichem Gliede,

Herzu treten: Das er des Priesters Amt pflege.

Ungewöhnlichem: Oder umgestaltet, als da die Nase oder das Maul zu groß oder zu klein, krumm oder zu breit ist, dadurch einer ungestaltet wird. Nach Luther). Das sind allerlei ungestaltet, als so die Nasen zu groß, zu klein, zu krumm, zu breit, also, dass Maul krumm, schartig, rc. das gegen andere verstellt ist.

19. oder der an einem Fuß oder Hand gebrechlich ist,

20. oder höckerig ist, oder ein Fell auf dem Auge hat, oder scheel ist, oder grindicht, oder schäbig, oder der gebrochen ist.

21. Welcher nun von Aarons, des Priesters Samen einen Fehler an ihm hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Opfer des Herrn; denn er hat einen Fehler, darum soll er zu den Broten seines Gottes nicht nahen, dass er sie opfere.

Den Broten: Das ist: zu den Speiseopfern.

22. Doch soll er das Brot seines Gottes essen, beide von dem heiligen und vom allerheiligsten.

Essen: Das ist: Er muss darum nicht ungegessen sein, ob er gleich zum Priesteramt nicht tauglich ist, sondern was von den Opfern überbleibt, dieselben haben gleich Namen wie sie wollen, und den Priestern gehört, da sollen sie auch ihren Anteil daran haben, gleich den anderen.

23. Aber doch zum Vorhang soll er nicht kommen, noch zum Altar nahen, weil der Fehler an ihm ist, dass er nicht entheilige mein Heiligtum; denn ich bin der Herr, der sie heiligt.

Zum Vorhang: Dass er wollte in das Allerheiligste gehen und des Volkes Sünde versöhnen.

Zum Altar: Andere Gemeindeopfer zu verrichten.

Entheilige: Weil das Priesteramt daher leicht in Verachtung käme.

Heiligt.: Der ich begehre und haben will, dass meine Priester, die ich zum Amt berufe, ohne Fehler und Mängel sind. [Es hat aber Gott gewollt, dass dem levitischen Priestertum keine Personen vorstünden, welche mit mangelhaften Gliedern oder irgendeinem Fehler des Leibes behaftet wären, damit die Priester in desto mehr und größerem Ansehen wären, aber heutigen Tages ist die Kirche in Erwählung der Kirchendiener an dieses Gesetz nicht gebunden. Und ob man wohl, sofern es möglich geschehen kann, solche Leute zum Kirchenamt gebrauchen soll, die Leibes wegen von anderen nicht können verachtet werden: Da sie sonst vornehmen Gaben des Heiligen Geistes haben, deren man zum Kirchenamt bedarf, so ist es jedoch besser, ein Kirchendiener sei am Leibe mangelhaft, als dass die Kirche eines tauglichen Dieners beraubt werde. Aber im levitischen Priestertum waren die Priester Christi Vorbild. Denn derselbe, ob er wohl, um unserer Sünde willen, ein ungestaltet und hässlich Ansehen hat. Betrachtet man jedoch seine Gerechtigkeit, Unschuld und seine göttliche Majestät, so ist er der Allerschönste unter den Menschenkindern {Ps 45}. Er ist nicht blind, denn er sieht alles, er ist nicht lahm, dass er nicht sollte können zu rechter Zeit zu Hilfe kommen, ist auch an Händen nicht gebrechlich, denn er ist allmächtig, ist auch nicht schlecht, noch sonst ungestaltet, denn er ist rein von allen Sünden, und geziert mit der größten Majestät und Herrlichkeit. Dass aber Aarons Kinder, die mangelhaft sind, dennoch von der Priester Einkommen mit Speise und Nahrung versehen werden, ob sie wohl des priesterlichen Amtes nicht pflegen können, werden wir dabei erinnert, dass ob wir wohl für unser Sünde selbst nicht genug tun können, weil wir vor den Augen Gottes, um der Sünde willen, vielen Mängeln und Gebrechen unterworfen sind, wenn wir unsere verdorbene Natur und böslich zugebrachtes Leben ansehen wollen: Dennoch, sofern wir an den Hohepriester Christus glauben, und durch den Glauben Kinder Gottes sind, so können und mögen wir derselben himmlischen Guttaten auch teilhaftig werden, welche Christus unser Hohepriester, durch das Opfer seines Todes, für uns erlangt hat.]

24. Und Mose redete solches zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen Kindern Israel.


Das 22. Kapitel


I. Was unreine Leute sind, werden von der heiligen Speise abgehalten, wenn sie gleich vom priesterlichen Stamm ihre Herkunft haben, v. 1. II. Danach wird verboten, dass man keine schlechten Tiere, oder welche erst geboren sind, opfern soll, v. 8.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Sage Aaron und seinen Söhnen, dass sie sich enthalten von dem Heiligen der Kinder Israel, welches sie mir heiligen, und meinen heiligen Namen nicht entheiligen; denn ich bin der Herr.

Enthalten: Nämlich, zur selben Zeit, wenn sie unrein sind, wie aus dem, was später folgt, zu sehen ist.

Nach Luther: Das ist, wie die Nazarei sich heiliglich abhalten und meiden, nämlich, dass sie nicht essen sollen vom Opfer, sie sind denn ganz rein und heilig.

Heiligen: Das ist: Dass sie dann nicht essen von den Opfern, welche sonst den Priestern zu essen heimfielen, als da waren Schulter, Brust, Kuchen und dergleichen.

Entheiligen: Das ist: damit das Volk von meinem Opfern nicht verächtlich halte oder rede, weil nämlich unreine Leute davon essen.

Der Herr.: Der ich nicht leiden will, dass meine Opfer durch solchen Missbrauch in Verachtung kommen sollen. [Denn gleichwie das Opfer des Todes Christi vor den Augen Gottes in hohem Wert und das Allerköstlichste ist: Also musste man mit einer besonderen Satzung verhüten, dass die Opfer, welche Christi Opfer bedeuteten, nicht in Verachtung kämen.]

3. So sage nun ihnen auf ihre Nachkommen: Welcher eures Samens herzu tritt zu dem Heiligen, das die Kinder Israel dem Herrn heiligen, und verunreinigt sich also über demselben, des Seele soll ausgerottet werden von meinem Antlitz; denn ich bin der Herr.

Nachkommen: Dass sie diese Satzung halten, er und seine Nachkommen.

Herzu tritt: Dass er von den Opfern esse, der nach den levitischen Satzungen unrein geschätzt wurde.

Der Herr.: Dessen Opfer man nicht in Verachtung bringen soll.

4. Welcher des Samens Aarons aussätzig ist oder einen Fluss hat, der soll nicht essen von dem Heiligen, bis er rein werde. Wer etwa einen unreinen Leib anrührt, oder welchem der Same entgeht im Schlaf,

Welcher: Jetzt werden etliche Arten der Unreinigkeiten erzählt.

Fluss: Da irgend böse Feuchtigkeiten an einem Ort des Leibes sich zusammenziehen, und ein Glied flüssigmachen.

Dem Heiligen: Das ist: von den Opfern.

Rein werde.: Da ihm alsdann erlaubt ist, dass er wiederum von den Opfern essen mag.

Unreinen Leib: Als einen toten Körper.

5. und welcher irgendeinen Wurm anrührt, dass ihm unrein ist, oder einen Menschen, der ihm unrein ist, und alles, was ihn verunreinigt:

Ihm unrein ist: Das ist: Durch dessen Anrühren er verunreinigt wird.

6. welche Seele, der eines anrührt, die ist unrein bis auf den Abend und soll von dem Heiligen nicht essen, sondern soll zuvor seinen Leib mit Wasser baden.

7. Und wenn die Sonne untergegangen, und er rein worden ist, dann mag er davon essen; denn es ist seine Nahrung.

Seine Nahrung.: Das ist: Denn des Aarons Nachkommen sollen ihre Unterhaltung und Nahrung von den Opfern haben.

8. Ein Aas, und was von wilden Tieren zerrissen ist, soll er nicht essen, auf dass er nicht unrein daran werde, denn ich bin der Herr {2Mos 22v31 Hes 44v31}.

Soll er: Nämlich, der vom Stamm Aarons ist.

der Herr.: Der ich haben will, dass meine Priester für ihre Person der Reinigkeit sich bemühen und dem Volk mit gutem Beispiel vorgehen.

9. Darum sollen sie meine Sätze halten, dass sie nicht Sünde auf sich laden und daran sterben, wenn sie sich entheiligen; denn ich bin der Herr, der sie heiligt.

Entheiligen: Mit Übertretung des Gesetzes.

Heiligt.: Das ist: Der ich Aarons Nachkommen erwählt habe, dass sie heilig und rein sind und das Priestertum für mich verwalten.

10. Kein anderer soll von dem Heiligen essen, noch des Priesters Hausgenosse, noch Tagelöhner.

Kein anderer: der nicht vom Stamme Levi ist.

Hausgenosse] der sich bei ihm in seinem Hause aufhält, oder sonst nicht des priesterlichen Geschlechts oder Herkommens ist.

Tagelöhner.: Denn er auf etliche Tage gedingt hat, dass er arbeiten soll.

11. Wenn aber der Priester eine Seele um sein Geld kauft, der mag davon essen; und was ihm in seinem Hause geboren wird, das mag auch von seinem Brot essen.

Seele: Nämlich, einen leibeigenen Knecht.

Davon essen: Nämlich, von der Priester Teil, so von den Opfern übergeblieben war. Denn er etlichermaßen dem priesterlichen Geschlecht einverleibt scheint.

Geboren: Nämlich, von einem leibeigenen Knecht und aus einer leibeigenen Magd.

Seinem Brot: Das ist: von den Speiseopfern.

12. Wenn aber des Priesters Tochter eines Fremden Weib wird, die soll nicht von der heiligen Hebe essen.

Fremden: der nicht vom Stamm Levi ist.

Hebe: Das ist: von den Sachen, so zuvor vor dem Herrn in die Höhe gehoben und geheiligt wurden. Denn sie wird durch solche Heirat in ein anderes Geschlecht kommen.

13. Wird sie aber eine Witwe, oder ausgestoßen, und hat keinen Samen und kommt wieder zu ihres Vaters Hause, so soll sie essen von ihres Vaters Brot, als da sie noch eine Magd war. Aber kein Fremdling soll davon essen.

Keinen Samen: Das ist: dass sie keine Kinder von ihrem verstorbenen Ehemann hat, und wenn sie also von jedermann verlassen ist, wiederum bei ihrem Vater Zuflucht und Aufenthalt sucht.

Magd: Sie mag von dem Geheiligten essen, in ihres Vaters Hause, allerdings, als da sie noch ledigen Standes und eine Jungfrau gewesen, weil sie wiederum zu des Vaters Geschlecht gekommen ist.

Kein Fremder: Der nicht vom levitischen Stamm seine Herkunft hat. Doch waren etliche Opfer, davon die, so solche Opfer brachten, auch essen durften, wenn sie gleich aus einem anderen Stamme waren, wie in etlichen vorhergehenden Kapiteln hin und wieder Anregung geschah, aber davon wird an diesem Ort nicht geredet.

14. Wer es versieht und sonst von dem Heiligen isst, der soll das fünfte Teil dazu tun und dem Priester geben samt dem Heiligen,

Versieht: Und später innewird, dass er von dem Geheiligten gegessen habe, welches er nicht hätte tun sollen.

Dazu tun: Nämlich, so viel er gegessen hat, und danach den fünften Teil darüber. Das es anstatt derselben Speise, die er mit seinem Essen gleichsam verunreinigt hatte, Gott geheiligt werde, und den Priestern zugutekomme.

15. auf dass sie nicht entheiligen das Heilige der Kinder Israel, das sie dem Herrn heben,

Entheiligen: Nämlich, diejenigen, so von solcher Speise nicht essen dürfen.

16. auf dass sie sich nicht mit Missetat und Schuld beladen, wenn sie ihr Geheiligtes essen; denn ich bin der Herr, der sie heiligt.

Beladen: Das ist: Auf dass Gott solche Entheiligung der Opfer nicht räche, beides an denen, die davon gegessen, und auch an den Priestern, die solcher Verunreinigung nicht abgewehrt haben.

Heiligt: Das ist: der ich will, dass die Leviten rein und heilig sind, denen die zuvor genannten Opfer zur Speise gegeben wurden. [Und werden hier zweierlei Leute von dem Geheiligten, das ist, von dem übergebliebenen vom Opfer, ausgeschlossen, das ist, dass sie der Guttaten Christi nicht genießen oder teilhaftig werden, nämlich, die Unreinen und Fremden. Die Fremden sind zu verstehen als solche, welche eine andere als die wahre Religion haben. Die Unreinen sind, welche zwar mit dem Munde sich zur reinen Religion bekennen, aber dieselbe mit ihrem lasterhaften Leben besudeln und verleugnen.]

17. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

18. Sage Aaron und seinen Söhnen und allen Kindern Israel: Welcher Israeliten oder Fremdling in Israel sein Opfer tun will, es sei irgend ihr Gelübde oder von freiem Willen, dass sie dem Herrn ein Brandopfer tun wollen, das ihm von euch angenehm sei,

Gelübde: Denn was rechtmäßige Gelübde sind, die soll man halten.

Freien Willen: Dazu er weder durch ein besonderes Gebot im Gesetz noch mit einem Gelübde gebunden war.

19. das soll ein Männlein und ohne Wandel sein, von Rindern oder Lämmern oder Ziegen.

20. Alles, was einen Fehler hat, sollt ihr nicht opfern; denn es wird für euch nicht angenehm sein {5Mos 15v21 17v1 Mal 1v7}.

Fehler: (Nach Luther) Über dies Stück klagt {Mal 1v8} sehr hart, denn was nicht taugt und nicht gut ist, das gibt man Gott und seinen Dienern, und will geizen damit. Er aber doch solches hier als unangenehm verdammt, denn er hat lieb einen fröhlichen Geber.

21. Und wer ein Dankopfer dem Herrn tun will, ein besonders Gelübde oder von freiem Willen, von Rindern oder Schafen, das soll ohne Wandel sein, dass es angenehm sei; es soll keinen Fehler haben.

Ohne Wandel: Es soll keinen Mangel haben. [Denn es ist ein Stück vom Geiz, wenn man zur Erhaltung des Kirchenamts solche Sachen gibt, die nichts wert sind.]

22. Ist es blind, oder gebrechlich, oder geschlagen, oder dürre, oder räudig, oder schäbig, so sollt ihr solches dem Herrn nicht opfern und davon kein Opfer geben auf den Altar des Herrn.

Ist es blind: Jetzt werden etliche Mängel nacheinander erzählt, die ein Tier oder Vieh zum Opfer untüchtig machen.

23. Einen Ochsen oder Schaf, das ungewöhnliche Glieder oder wandelbare Glieder hat, magst du von freiem Willen opfern; aber angenehm mag es nicht sein zum Gelübde.

Einen Ochsen: Jetzt wird die vorige Satzung etwas gemildert.

Wandelbar: Als das nur ein Auge oder Ohr hat oder sonst ungestaltet und ungeschaffen ist.

Nach Luther: Als das nur ein Ohr oder keins, das ein Auge oder keins hat, das eines Fußes oder mehrerer Füße mangelt oder sonst ungestaltet und ungeschaffen ist. Es heißt, wer geben will, der gebe was Gutes oder lasse es bleiben.

Freiem Willen: Dass dich keine Not oder göttlicher Befehl nach dem Gesetz dazu zwingt.

Gelübde: Das ist: Wenn einer sein Gelübde bezahlen will, der muss ein Opfer tun, daran kein Fehler ist, sonst wird es Gott nicht gefallen.

24. Du sollst auch dem Herrn kein Zerstoßenes, oder Zerriebenes, oder Zerrissenes, oder das verwundet ist, opfern, und sollst in eurem Lande solches nicht tun.

Nicht tun: Dass ihr, nämlich, solche und dergleichen mangelhaften Tiere opfern wolltet.

25. Du sollst auch solcher keins von eines Fremdlings Hand neben dem Brot eures Gottes opfern; denn es taugt nicht und hat einen Fehler, darum wird es nicht angenehm sein für euch.

Solcher keines: Das ist, wenn irgendein Fremder, so nicht aus dem Volk Israel, herkommt, aber doch zu eurer Religion sich bekennt, würde ein mangelhaftes Tier herzubringen, der Meinung, dass es soll geopfert werden, so sollt ihr nicht meinen, die vorgeschriebenen Gesetze gehen ihn nicht an, denn es soll ein Fremdling eben so wenig etwas Böses opfern wie ein Einheimischer. [Dass aber Gott eine solche Vollkommenheit an den Tieren fordert, die man opfern soll, wird dadurch angezeigt, dass Christus, welcher ein Opfer für unsere Sünde sein soll, vollkommen, rein, und ohne alle Makel oder Mangel ist, und das unsere Werke keineswegs unsere Sünden versöhnen können, weil sie nicht vollkommen sind. Doch werden in den freiwilligen Opfern dergleichen Tiere zugelassen, die keinen Fehler haben, auf dass wir wissen, dass derselbe unser Gehorsam, den wir zur Dankbarkeit leisten, und nicht, als wollten wir unsere Sünde damit büßen und abtragen, ob er gleich unvollkommen ist, dennoch, um Christi willen, Gott gefalle.]

26. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

27. Wenn ein Ochse, oder Lamm, oder Ziege geboren ist, so soll es sieben Tage bei seiner Mutter sein, und am achten Tage und danach mag man es dem Herrn opfern, so ist es angenehm.

Sieben Tage: Das ist: Man soll sie nicht gleich, sobald sie geboren werden, schlachten und opfern. [Dadurch ist bedeutet worden, dass Christus auch in der Kindheit für unsere Sünde leiden würde.]

28. Es sei ein Ochse oder Lamm, so soll man es nicht mit seinem Jungen auf einen Tag schlachten.

Seinem Jungen: Das ist: Es soll die Mutter mit ihren Jungen nicht zugleich auf einen Tag geschlachtet und geopfert werden. Denn das wäre etlichermaßen eine Grausamkeit. [So ist Gott aller Grausamkeit feind und hat einen Gräuel darüber.]

29. Wenn ihr aber wollt dem Herrn ein Lobopfer tun, das für euch angenehm sei,

30. so sollt ihr es desselben Tages essen und sollt nichts übrig bis auf den Morgen behalten; denn ich bin der Herr.

Tages: Da es geopfert wurde.

Essen: Die übrigen Stücke, so nicht verbrannt wurden.

Herr: Der ich begehre, dass ihr mir opfert, nach meinem Wort, wie ich euch dasselbe vorschreiben lasse und nichts anderes.

31. Darum haltet meine Gebote und tut danach; denn ich bin der Herr.

der Herr.: Der ich gut Recht und Macht habe, solches von euch zu fordern und die Übertreter zu strafen.

32. Dass ihr meinen heiligen Namen nicht entheiligt, und ich geheiligt werde unter den Kindern Israel; denn ich bin der Herr, der euch heiligt,

Entheiligt: Mit Unrecht opfern.

Geheiligt: Das ist: damit meines Namens Ehre auch unter anderen ausgebreitet werde.

Euch heiligt: Das ist: Der ich bei euch die rechte Religion anrichte, dadurch es geschieht, dass ihr vor Gott heilig seid und angenehm und für die Leute unsträflich.

33. der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott wäre, ich der Herr.

Gott wäre: Das ist: Auf dass ihr mich für euren Guttäter erkennt und mir wiederum schuldigen Gehorsam leistet.

Herr: Den ihr willig ehren sollt.


Das 23. Kapitel


I. Die Feier des Sabbats wird wiederum befohlen, v. 1. II. Desgleichen das Passah oder Osterfest zu halten, dem auch das Opfer der ersten Ernte anhängig war, v. 4. III. weiter wird auch gemeldet vom Pfingstfest, da auch Brot vom neuen Korn zum Opfer gebracht wurde, v. 9. IV. Und dann wird auch weiter gesagt vom Fest der Posaunen, denn das Fest der Versöhnung, und das Fest der Laubhütten, zugerechnet wurde. Dass also die Kinder Israel des Jahres dreimal auf die hohen Feste zusammenkamen, v. 23.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Dies sind die Feste des Herrn, die ihr heilig und meine Feste heißen sollt, da ihr zusammenkommt.

Des Herrn: Das ist: die ihr dem Herrn euren Gott zu ehren halten sollt.

Heilig: Denn in denselben Tagen soll das Volk zusammen berufen werden, nicht weltliche Händel oder Hausgeschäfte zu verrichten, sondern dem Gottesdienste abzuwarten.

3. Sechs Tage sollst du arbeiten; der siebte Tag aber ist der große heilige Sabbat, da ihr zusammenkommt. Keine Arbeit sollt ihr darin tun; denn es ist der Sabbat des Herrn in allen euren Wohnungen {2Mos 20v9 23v12 5Mos 5v13}.

Arbeiten: Was du daheim im Hause, auf dem Felde und sonst zu tun hast.

Heilige Sabbat: Der dazu geordnet und eingesetzt ist, dass man von anderen Werken ruhen soll und mit heiligen Sachen umgehen.

Des Herrn: Den ihr Gott zu Ehren feiern sollt.

Wohnungen: An welchem Ort ihr auf Erden sein werdet. [Obwohl nun der jüdische Sabbat die Christen nicht angeht, so sind aber doch die Juden dadurch erinnert worden, von der Erschaffung der Welt, welche in sechs Tagen vollendet wurde, und dass Gott am siebten Tage von seinen Werken geruht hat. Danach ist er auch darum eingesetzt worden, damit am selben Tage Gottes Wort gepredigt und die Opfer verrichtet würden und auch, damit das Volk von seiner Arbeit ruhte und sich erholte. Und dieser letzten Ursache wegen ist er ein Vorbild gewesen, des ewigen Sabbats oder Ruhe, das ist der ewigen Seligkeit, davon aller Arbeit und Mühe ruhen sollen, die in diesem Leben von den Werken des Fleisches zu ruhen angefangen haben. Die Christen aber, damit es alles ordentlich zugehe, sollen auf gewisse Tage und Zeit zusammenkommen, dass sie von den vornehmsten Artikeln der christlichen Religion Bericht empfangen und dabei besonders die Sakramente zur Stärkung des Glaubens ausgeteilt werden.]

4. Dies sind aber die Feste des Herrn, die ihr heilige Feste heißen sollt, da ihr zusammenkommt:

Dies sind: Es folgen jetzt etliche jährliche Feste der Juden.

5. Am vierzehnten Tage des ersten Monden zwischen Abend, ist des Herrn Passah {2Mos 12v18 23v15 4Mos 28v16 5Mos 16v1}.

Ersten Monden: Welcher zum Teil in unseren März, zum Teil in den April fällt.

Passah: Das ist: Am selben Tage zu Abend sollt ihr mit dem Essen des Osterlamms euch erinnern und zu Gemüte führen, wie der Herr durch Ägypten gegangen und alle Erste Geburt der Ägypter erwürgt, euch aber aus der schweren Dienstbarkeit erlöst hat. [Welche Erlösung ein Vorbild war der geistlichen Erlösung, von Sünde, Teufel und ewigem Tode, so wir durch Christus erlangt haben.]

6. Und am fünfzehnten desselben Monden ist das Fest der ungesäuerten Brote des Herrn; da sollt ihr sieben Tage ungesäuertes Brot essen.

Ungesäuerten: Welches den Namen daher bekommen hat, dass man die ganze Zeit über des selbigen Festes, solange es währte, kein anderes Brot essen dürfte, als was ungesäuert war.

Sieben Tage: Vom Abend des vierzehnten Tages an zu rechnen, bis sieben Tage völlig verlaufen und vorüber sind.

Essen: Dass ihr euch von allem, was Gesäuertes ist, enthaltet.

7. Der erste Tag soll heilig unter euch heißen, da ihr zusammenkommt; da sollt ihr keine Dienstarbeit tun

Zusammenkommt: Den Gottesdienst zu verrichten.

Dienstarbeit: Das ist: Ihr sollt keine täglichen Geschäfte verrichten, die ihr sonst auf andere Tage zu tun pflegt.

8. und dem Herrn opfern sieben Tage. Der siebte Tag soll auch heilig heißen, da ihr zusammenkommt; da sollt ihr auch keine Dienstarbeit tun.

Opfern: Das ist: Obwohl die öffentliche Zusammenkunft des Volkes nur am ersten und letzten Tage geschah, so musste man doch am selben Fest, die ganzen sieben Tage über, etliche besondere und bestimmte Opfer tun, davon später {5Mos 28} Meldung geschieht. Die übrigen Zeremonien und Bedeutungen dieses Festes mag man oben lesen {2Mos 12}.

Dienstarbeit: (Nach Luther) Als da sind die Werke, so man an Werktagen tut, Nahrung zu suchen, da man Personal und Vieh braucht. Aber Hausgeschäfte und Gottesdienst sind nicht verboten wie Kochen, Kehren, Kleiden.

9. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Und der: Es folgt jetzt ein anderes Fest, welches wir Pfingsten nennen, dessen doch etliche Vorbereitungen vorher gehen, dass man, nämlich, die Erstlinge der Früchte dem Herrn opfern soll, welches geschah des anderen Tages nach dem Osterfest, wie bald später wird gesagt werden.

10. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land kommt, das ich euch geben werde, und werdet es ernten, so sollt ihr eine Garbe der Erstlinge eurer Ernte zu dem Priester bringen.

Bringen: Nämlich, in die Hütte des Stifts.

11. Da soll die Garbe gewebt werden vor dem Herrn, dass es von euch angenehm sei; solches soll aber der Priester tun des anderen Tages nach dem Sabbat.

Gewebt: Nämlich, gegen die vier Örter der Welt, nach gemeinem Brauch.

Angenehme sei: Nämlich, solche eure Gabe, die ihr gebt zur Erhaltung des Kirchenamtes: Und euch an den übrigen Früchten desto reichlicher segne.

Nach dem: Das ist: Der Priester soll die Garbe vor dem Herrn weben des anderen Tages, welcher der nächste ist nach dem ersten Tage des Osterfestes. Denn das Getreide in denselben Ländern viel eher reif wurde als bei uns. [Es war aber dieselbe Zeremonie eine Erinnerung, dass wir wissen sollen, wie wir unser Getreide nicht aus unserer Arbeit, sondern durch den reichen Segen des himmlischen Vaters haben, den sollen wir darum in unserem Gebet ersuchen, ihm dafür danken und von dem unseren ihm wiederum willig geben und opfern.]

12. Und sollt des Tages, da eure Garbe gewebt wird, ein Brandopfer dem Herrn tun von einem Lamm, das ohne Wandel und jährig sei,

Lamm: [Denn unsere Werke gefallen Gott nicht, sie sind denn durch den Tod Christi, des unbefleckten Lammes, geheiligt.]

13. samt dem Speiseopfer, zwei Zehnten Semmelmehl mit Öl gemengt, zum Opfer dem Herrn eines süßen Geruchs; dazu das Trankopfer, ein Viertel Hin Weins.

Speiseopfer: So zu einem solchen Lamm gehörig.

Zwei Zehnten: Nämlich, von einem Epha, das ist zwei Gomor.

Geruchs: Denn ein Teil vom Speiseopfer dem Herrn verbrannt wurde, an welchem Gottesdienst er ein Wohlgefallen hatte.

Viertel Hin: Ist bei uns ein halbes Maß oder eine Kante.

14. Und sollt kein neues Brot, noch geröstetes, noch Korn zuvor essen, bis auf den Tag, da ihr eurem Gott Opfer bringt. Das soll ein Recht sein euren Nachkommen in allen euren Wohnungen.

Opfer bringt: Nämlich, die erste Garbe. Und hat diese Satzung die Kinder Israel nicht allein erinnert, woher sie das Korn und Getreide hätten, sondern hat auch ihrer vielen unzeitiges Eilen aufgehalten, welche sonst das Korn abgeschnitten hätten, ehe es recht reif geworden wäre.

Wohnungen: Das ist: An allen Orten, wo ihr im Lande Kanaan wohnen werdet, sollt ihr dieser Zeremonien gedenken, solange das levitische Priestertum dauern wird.

15. Danach sollt ihr zählen vom anderen Tage des Sabbats, da ihr die Webegarbe brachtet, sieben ganze Sabbate;

Danach: Jetzt schreitet Mose weiter zu der Feier des Pfingstfestes, welches auch sonst das Fest der Wochen und das Fest der Erstlinge genannt wurde, etlicher anderer Erstlinge wegen, davon bald später folgen wird.

16. bis an den anderen Tag des siebten Sabbats, nämlich fünfzig Tage sollt ihr zählen, und neu Speiseopfer dem Herrn opfern.

Des siebten: Also, dass die siebte ganze Woche dazu gezählt werde.

Fünfzig: Denn so viel Tage sind zwischen Ostern und Pfingsten.

17. Und sollt es aus allen euren Wohnungen opfern, nämlich zwei Webebrote von zwei Zehnten Semmelmehl, Gesäuertes und Gebackenes, zu Erstlingen dem Herrn.

Wohnungen: So viel euer Korn zu schneiden habt.

Webe-Brot: Die vor dem Herrn gewebt werden.

Zehnten: Das ist: von zwei Gomor.

Zu Erstlingen: Dass ihr mit solchem Opfer bezeugt, wie ihr Gottes Guttaten erkennt, in dem, dass er das menschliche Geschlecht, besonders aber seine Kinder ernährt.

18. Und sollt herzubringen neben eurem Brot sieben jährige Lämmer ohne Wandel und einen jungen Farren und zwei Widder. Das soll des Herrn Brandopfer, Speiseopfer und Trankopfer sein; das ist ein Opfer eines süßen Geruchs dem Herrn.

Bringen: Nämlich, im Namen des ganzen Volkes.

Brandopfer: Das ist: Dies alles miteinander sollt ihr desselben Tages zum Brandopfer opfern.

Speiseopfer: Das ist: Zu einem jeden Brandopfer der Tiere soll man gebührliche Speiseopfer und Trankopfer hinzutun, wie dieselben zuvor beschrieben wurden.

Geruchs: Es hat aber Gott ein Gefallen an demselben Opfer gehabt, nicht um der levitischen Opfer willen, sondern wegen des Opfers seines eingeborenen Sohnes.

19. Dazu sollt ihr machen einen Ziegenbock zum Sündopfer und zweijährige Lämmer zum Dankopfer.

Machen: Das ist: zurüsten, dass er geopfert werde.

Sündopfer: Das ist: zur Versöhnung des Volkes Israel. [Denn wo uns die Sünden um Christi willen nicht vergeben sind, so sind alle unsere Gottesdienste ein Gräuel vor Gott und können wir auch der Nahrung nicht recht gebrauchen, wo wir nicht zuvor versöhnt sind.]

Dankopfer: [Denn es steht den Christen zu, dass sie der Dankbarkeit für die erzeigte Wohltat des Todes Christi nie in Vergessenheit komme.]

20. Und der Priester soll es weben samt dem Brot der Erstlinge vor dem Herrn und den zwei Lämmern; und soll dem Herrn heilig und des Priesters sein.

Des Priesters: Das ist: Es soll also geheiligt werden, dass niemand als die Priester und ihr Personal davon essen dürfen, was gehörter Maßen dem Herren geopfert wurde.

21. Und sollst diesen Tag ausrufen, denn er soll unter euch heilig heißen, da ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr tun. Ein ewiges Recht soll das sein bei euren Nachkommen in allen euren Wohnungen.

Ausrufen: Das ist, ihr sollt das Volk ermahnen und dahin anhalten, dass sie dies Fest mit Ernst feiern.

Ewiges Recht: Das ist: Ihr sollt dies Gesetz halten, solange die mosaische Polizei dauert. Es wurden aber die Juden durch dieses Fest erinnert, von der Auskündigung des Gesetzes, welche am fünfzigsten Tage nach dem Auszug der Kinder Israel aus Ägypten geschehen war: Und am selben Tage haben die Kinder Israel angefangen ein ordentlich Regiment. [Wurde aber dadurch angedeutet die Sendung des Heiligen Geistes und Ausbreitung des Evangeliums in die ganze Welt, welche am Pfingsttage geschehen ist {Apg 2}.]

22. Wenn ihr aber euer Land erntet, sollt ihr es nicht ganz auf dem Felde einschneiden, auch nicht alles genau auflesen, sondern sollt es den Armen und Fremdlingen lassen. Ich bin der Herr, euer Gott {3Mos 19v9 5Mos 24v19}.

Wenn ihr: Weil an diesem Ort der Ernte mit gedacht wurde, so wiederholt Mose mit Fleiß das Gesetz, welches zuvor auch, Kapitel 19, gegeben wurde.

Nicht ganz: Das ist: Du sollst nicht ganz zu fleißig achthaben auf alle Winkel deines Feldes, dass du nicht einen Halm wolltest stehen lassen.

Auflesen: Was aus den Garben gefallen war.

Armen: [Denn man soll die Armen und Fremdlinge immer versorgen und ist Gott dem Geiz und der Kargheit feind.]

Euer Gott: Der ich für die Armen sorge und die reichlich segne, welche ihnen Gutes tun.

23. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Und der: Es folgt eine Vorbereitung zu einem anderen Fest.

24. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Am ersten Tage des siebten Monden sollt ihr den heiligen Sabbat des Blasens zum Gedächtnis halten, da ihr zusammenkommt {4Mos 29v1}.

Des Blasens: Dies Fest ist ohne Zweifel darum eingesetzt worden, auf dass die Kinder Israel dadurch aufgemuntert würden und sich zu den künftigen hohen Festen, als da waren das Fest der Versöhnung, das Fest der Laubhütten, welche in demselben siebten Monat fielen, desto besser gefasst machten. [Und ist durch diesen etwas herrlicheren Sabbat, allem Ansehen nach, die Bußpredigt Johannes des Täufers angezeigt worden. Denn gleichwie derselbe vor dem Herrn Christo, welcher der Welt Sünde versöhnen sollte, hergegangen ist und seine Stimme erhoben hat wie eine Posaune. Und den Israeliten ihre Übertretungen verkündigt {Mt 3}. Und Christus, das Lamm Gottes, so für der ganzen Welt Sünde sollte geopfert werden, mit Fingern gezeigt hat {Joh 1}. Also hat der Posaunenklang im Alten Testament vor dem Fest der Versöhnung hergehen sollen.]

Nach Luther: Solch Blasen geschah mit einem Horn, dass man damit Gottes und seiner Wunder gedachte, wie er sie erlöst hatte, davon predigte und dankte. Wie bei uns durch das Evangelium Christi und seiner Erlösung gedacht und gepredigt wird.

25. Da sollt ihr keine Dienstarbeit tun und sollt dem Herrn opfern.

26. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Und der: Jetzt fängt Mose an, das Fest der Versöhnung zu beschreiben.

27. Des zehnten Tages in diesem siebten Monden ist der Versöhnungstag. Der soll bei euch heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; da sollt ihr euren Leib kasteien und dem Herrn opfern {3Mos 16v30 4Mos 29v7}.

Versöhnungstag: Das ist: Am selben Tage sollen jährlich die Sünden des ganzen Volkes mit besonderen Zeremonien versöhnt werden. [Es bedeutete aber solches Fest das Leiden des Sohnes Gottes am Kreuz, da er mit einem Opfer versöhnt hat, nicht allein unsere, sondern auch der ganzen Welt Sünde {1Joh 2}.]

Kasteien: Das ist: Ihr sollt denselben ganzen Tag fasten. [Solches Fasten bedeutete das Leid und die Reue über die begangene Sünde. Denn den Unbußfertigen nutzt die Versöhnung Christi nichts.]

28. Und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage; denn es ist der Versöhnungstag, dass ihr versöhnt werdet vor dem Herrn, eurem Gott.

Versöhnungstag: Und deswegen ein heiliges Fest, welches dazu eingesetzt ist, dass ihr von euren Sünden sollt gereinigt werden.

29. Denn wer seinen Leib nicht kasteit an diesem Tage, der soll aus seinem Volk gerottet werden.

Nicht kasteit: Das ist: wer nicht fasten wird.

30. Und wer dieses Tages irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk.

31. Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll ein ewiges Recht sein euren Nachkommen in allen euren Wohnungen.

32. Es ist euer großer Sabbat, dass ihr eure Leiber kasteit. Am neunten Tage des Monden, zu Abend, sollt ihr diesen Sabbat halten, von Abend an bis wieder zu Abend.

Großer Sabbat: Das ist: ein vornehmes Fest, darin ihr von aller Arbeit ruhen sollt.

Halten: Das ist: Ihr sollt ruhen und fasten vom Abend des neunten Tages an, bis wieder zum Abend des folgenden zehnten Tages. Was sonst dies Fest für Zeremonien und Deutungen gehabt, mag man zuvor in Kapitel 16 lesen.

33. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Und der: Es folgt aber ein anderes Fest, welches doch mit dem vorigen so nahend eintraf, dass es anfing, sobald jenes aufhörte, darum diese beide Feste oft für eins gerechnet werden, weil das Volk auf einer Reise beiden dienen konnte.

34. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Am fünfzehnten Tage dieses siebten Monden ist das Fest der Laubhütten sieben Tage dem Herrn.

Laubhütten: Da ihr, nämlich, in Hütte wohnen sollt, Gott zu Lob und Ehren.

35. Der erste Tag soll heilig heißen, dass ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr tun.

36. Sieben Tage sollt ihr dem Herrn opfern. Der achte Tag soll auch heilig heißen, dass ihr zusammenkommt, und sollt euer Opfer dem Herrn tun; denn es ist der Versammlungstag; keine Dienstarbeit sollt ihr tun.

Versammlungstag: Das ist: Am selben Tage soll das Volk in großer Anzahl zusammenkommen, das Wort Gottes zu hören und zu opfern.

37. Das sind die Feste des Herrn, die ihr sollt für heilig halten, dass ihr zusammenkommt und dem Herrn Opfer tut, Brandopfer, Speiseopfer, Trankopfer und andere Opfer, ein jegliches nach seinem Tage,

Die Feste: Nämlich, die vornehmsten, denn obwohl der erste Tag eines jeden Monats, welcher Neumond genannt wurde, mit besonderen Opfern gleichsam eingeweiht wurde {4Mos 28}, weil man daneben jedoch nicht feiern noch ruhen durfte, so wird er den vorgesetzten Festen nicht zugezählt. Und das Fest Purim oder des Loses, welches im Februar stattfand, da die Juden zur Zeit des Königs Ahasveri vor ihrem Verderben errettet wurden, war noch nicht eingesetzt, denn solche Erlösung geschah etliche hundert Jahre nach Mose Zeiten. Und das Fest der Kirchweihe ist lange später eingesetzt worden, da die Juden solches geordnet, zum Gedächtnis des gereinigten Tempels, von des Antiochi Gräueln, zu der Makkabäer Zeit, welches Festes auch in {Joh 10} gedacht wird. Aber diese Feste, deren hier Meldung geschieht, sind die vornehmsten, als von Gott selbst eingesetzt und geboten.

Seinem Tage: Wie einem jeden Feste seine besonderen Opfer zugeordnet wurden, davon ist später in 4. Mose 28 und 29 zu finden.

38. ohne was der Sabbat des Herrn und eure Gaben und Gelübde und freiwillige Gaben sind, die ihr dem Herrn gebt.

Ohne was: Das ist: Die Opfer soll man verrichten, wie sie auf allen Festen bestimmt sind, und sollen doch unterdes die anderen Opfer auch nicht unterlassen werden, so auf allen Sabbaten zu geschehen pflegen, und welche ihr sonst dem Herrn bringen wollt, entweder, dass ihr es mit einem Gelübde verheißen oder freiwillig etwas zu opfern euch anerboten. [Und sind zwar große Kosten für die Opfer erbracht worden, weil sie aber das Leiden Christi vorbildeten und ein Stück des Gottesdienstes waren, so hat man recht und wohl daran getan, keine Kosten zu bedauern. Gleichwie man heutigen Tages reichlich zuschießen soll, was zur Ausbreitung des Evangeliums förderlich sein kann.]

39. So sollt ihr nun am fünfzehnten Tage des siebten Monden, wenn ihr das Einkommen vom Lande eingebracht habt, das Fest des Herrn halten sieben Tage lange. Am ersten Tage ist es Sabbat, und am achten Tage ist es auch Sabbat.

So sollt: Jetzt nimmt Mose das Fest der Laubhütten wiederum vor und handelt etwas ausführlicher davon.

Des Herrn: Nämlich, das Laubhüttenfest.

Auch Sabbat: Das ist: Der erste und letzte Tag sollen vor anderen hoch und heilig gehalten werden.

40. Und sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmenzweigen und Maien von dichten Bäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem Herrn, eurem Gott.

Dichten Bäumen: Daraus man am besten Laubhütten machen kann.

Bachweiden: Die an Bächen und feuchten Orten zu wachsen pflegen.

41. Und sollt also dem Herrn des Jahres das Fest halten sieben Tage. Das soll ein ewiges Recht sein bei euren Nachkommen, dass sie im siebten Monden also feiern.

Das Fest: Nämlich, der Laubhütten.

42. Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen; wer einheimisch ist in Israel, der soll in Laubhütten wohnen,

Laubhütten: Das ist: Hütte, die von lustigem grünen Laub gemacht ist.

Wohnen: Nämlich, zur selben Zeit, solange das Fest der Laubhütten dauerte.

43. dass eure Nachkommen wissen, wie ich die Kinder Israel habe lassen in Hütte wohnen, da ich sie aus Ägyptenland führte. Ich bin der Herr, euer Gott.

Wissen: Und bei dieser Zeremonie lernen.

In Hütte: Nämlich, weil sie in der Wüste herumgezogen sind. Und dass ich sie damals unter viel und mancherlei widerwärtiger Anstöße erhalten und endlich in das allerlustigste und fruchtbarste Land Kanaan geführt habe: Auf dass die Kinder Israel, dann, wenn sie ihren glückseligen Zustand damals gegen ihrer Vorfahren Jammer und Elend halten werden, sich darüber, dass sie von solchem Jammer befreit sind, von Herzen freuen und mir danken.

Euer Gott: Dem ihr solche Dankbarkeit schuldig seid. [Wir aber werden im künftigen Leben nicht nur sieben Tage, sondern in alle Ewigkeit das Laubhüttenfest halten, wenn wir mit Gott dem Vater, Sohn und Heiligem Geist und mit allen heiligen Engeln und auserwählten Menschen im ewigen Leben uns freuen werden, dass wir dieses Lebens Jammer und Elend, mit der Hilfe und Beistand Gottes, glücklich überwunden haben.]

44. Und Mose sagte den Kindern Israel solche Feste des Herrn.

Solche Feste: Wie sie jetzt erzählt sind. [Ob nun wohl die Christen an die jüdischen Feste nicht gebunden sind: Damit jedoch alles ordentlich und gebührlich in der Kirche zugehe, so will vonnöten sein, dass man auf gewisse und besondere Feste das Volk von den vornehmsten Artikeln des Glaubens unterrichte: Und dass, wenn also dieselben gleichsam an einen höheren Ort gesetzt sind, sie von den Leuten desto besser zu Herzen genommen und erlernt werden.]


Das 24. Kapitel


Erstlich wird rein und lauter Öl zu den heiligen Lichtern gefordert, v. 1. II. Danach wird geboten, dass man die zwölf Brote zubereiten soll, und auf den heiligen goldenen Tisch legen, v. 5. III. Ein Mann, der Gott gelästert und geflucht hatte, wird auf göttlichem Befehl gesteinigt, v. 10. IV. Und wird ein Gesetz gegeben, wie man die Gotteslästerungen strafen soll, wie auch zugleich etliche andere weltliche Satzungen wiederholt werden, v. 15.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. gebietet den Kindern Israel, das sie zu dir bringen gestoßen lauter Baumöl zu Lichtern, das oben in die Lampen täglich getan werde,

3. außen vor dem Vorhang des Zeugnisses in der Hütte des Stifts. Und Aaron soll es zurichten des Abends und des Morgens vor dem Herrn täglich. Das sei ein ewiges Recht euren Nachkommen.

Ewiges Recht: Das ist: Diese Satzung sollt ihr halten, solange das levitische Priestertum dauerte.

4. Er soll aber die Lampen auf dem feinen Leuchter zurichten vor dem Herrn täglich.

Leuchter: Davon, samt den Lampen, und Zubereitung des Öls, mag man lesen in 2. Mose 25. und 27. [Es bedeuteten aber die Lampen, dass das wahre Licht Christus, noch nicht erschienen sei, welcher mit der Predigt seines Evangeliums die christliche Kirche erleuchten soll.]

5. Und soll Semmelmehl nehmen und davon zwölf Kuchen backen; zwei Zehnten soll ein Kuchen haben.

Kuchen: Welche sonst Schaubrote heißen, werden hier Kuchen genannt, weil sie breit waren wie Kuchen, und haben darum Schaubrote geheißen, weil sie vor dem Angesicht Gottes aufgelegt wurden, weil Gott in der Stiftshütte gleichsam seine Wohnung hatte.

Zehnte: Das waren zwei Gomor, soviel einer in zwei Tagen essen mochte.

6. Und soll sie legen je sechs auf eine Schicht auf den feinen Tisch vor dem Herrn.

7. Und soll auf dieselben legen reinen Weihrauch, dass es sind Denkbrote zum Feuer dem Herrn.

Denkbrote: Das ist: Mit diesen Broten sollen die Kinder Israel erinnert werden, dass Gott mit den Menschen wolle versöhnt sein um des Opfers und inbrünstigen Gebets willen des Herrn Christi, welcher das Himmelsbrot ist, und durch die Predigt des Evangeliums, von den Aposteln auszuteilen in die ganze Welt.

Nach Luther: Das sind die Schaubrote, welche die Kuchen heißen, darum, dass sie breit waren wie Kuchen. Und sind Denkbrote, darum, dass sie damit Gottes gedenken und von ihm predigen sollen. Gleichwie Christus uns befiehlt, dass wir sein gedenken {Lk 22v19}, das ist, seinen Tod verkündigen und predigen sollen.

Feuer: Nach Luther: Das ist: Opfer.

8. Alle Sabbate für und für soll er sie zurichten vor dem Herrn, von den Kindern Israel, zum ewigen Bunde.

Alle Sabbate: Das ist: Man soll die Brote auf allen Sabbaten ändern, dass man die alten hinweg tue und frische wiederum auflege. [Dadurch angezeigt wurde, dass man die Guttaten Christi immer mit frischem Glauben ergreifen und annehmen soll und uns dieselben lieb und angenehm sein lassen.]

Kindern Israel: Welche das Mehl dazu geben sollen.

Ewigen Bund: Das ist: Weil das levitische Priestertum dauerte, soll solche Speise nicht aufhören.

9. Und sollen Aarons und seiner Söhne sein, die sollen sie essen an heiliger Stätte; denn das ist Allerheiligstes von den Opfern des Herrn zum ewigen Recht.

Heiliger Stätte: Nämlich, im Hofe der Hütte.

Allerheiligstes: Darum man sie nicht an einen jeden gemeinen Ort essen soll. Auf dass sie nicht entheiligt werden. Was weiter von diesen Broten zu wissen vonnöten ist, findet man oben {2Mos 25}.

10. Es ging aber aus eines israelitischen Weibes Sohn, der eines ägyptischen Mannes Kind war, unter den Kindern Israel und zankte sich im Lager mit einem israelitischen Manne

Es ging: Jetzt wird ein Fall erzählt, welcher sich unter den Israeliten zugetragen hat, von der Entheiligung und Verlästerung des Namens Gottes.

Unter den: Das ist: Der unter den Kindern Israel gewohnt hatte.

11. und lästerte den Namen und fluchte. Da brachten sie ihn zu Mose (seine Mutter aber hieß Selomith, eine Tochter Dibris, vom Stamm Dan)

Lästerte: Nämlich, derselbe, der von einem ägyptischen Vater geboren war.

Namen: Nämlich, des Herrn, wider welchen er mit Schmachworten getobt hatte, wie die zornigen Leute zu tun pflegen, welche vor großem Zorn halb unsinnig sind.

Zu Mose: Als zu ihrer ordentlichen Obrigkeit. [Denn es sollen gemeine Leute die Übeltaten nicht selber strafen, ob sie gleich offenbar und am Tage sind, sondern die Obrigkeit.]

12. und legten ihn gefangen, bis ihnen klare Antwort würde durch den Mund des Herrn.

Klare Antwort: Denn auch Mose selbst kein Urteil über ihn fällen wollte, bis er sich zuvor bei Gott Bericht geholt hatte. [Und soll eine Obrigkeit besonders in peinlichen Halsgerichtssachen, da es Leib und Leben betrifft, nicht in der Eile und unbedacht handeln.]

13. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

Redet: Nämlich, da man ihn Rats gefragt hatte, was man mit dem Lästerer machen soll.

14. Führe den Flucher hinaus vor das Lager und lass alle, die es gehört haben, ihre Hände auf sein Haupt legen und lass ihn die ganze Gemeinde steinigen.

Haupt legen: Und also bezeugen, dass sie die Gotteslästerungen von ihm gehört haben und dass er an seinem Unfall selber schuldig sei, so ihm zu Händen gehe, welche Schuld der Gotteslästerung, die er gesagt, und sie gehört haben, sie auf seinen Kopf legen.

15. Und sage den Kindern Israel: Welcher seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen.

Und sage: Durch die Gelegenheit des zuvor begangenen Lasters wird Gott verursacht, dass er von den Gotteslästerern ein besonderes Gesetz stellt. [Denn von bösen Gebräuchen kommen gute Satzungen her.]

Gott flucht: Das ist: Wer die göttliche Majestät selbst mit Schmach- und Lästerworten angreifen darf.

Sünde tragen: Das ist: Er soll für solche Übeltat seine richtige Strafe empfangen.

16. Welcher des Herrn Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Wie der Fremdling, so soll auch der Einheimische sein: Wenn er den Namen lästert, so soll er sterben.

Herrn Namen: Ist eine Wiederholung der vorigen Meinung.

17. Wer irgendeinen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben {2Mos 21v12}.

Wer irgendeinen: Jetzt werden auch zugleich etliche andere Gesetze an diesem Ort hinzugesetzt und wiederholt.

18. Wer aber ein Vieh erschlägt, der soll es bezahlen, Leib um Leib.

Vieh: Das einem anderen gehört.

Leib um: Das ist: Er soll seinem Nächsten ein anderes, dergleichen lebendiges Tier wiedergeben für das, welches er erschlagen hat. Es sei denn Sache, dass wegen der Umstände einer Tat, das Urteil müsse geändert werden, wie denn im Gesetz Mose an anderen Orten dergleichen Fälle mancherlei beschrieben sind.

19. Und wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan hat {2Mos 21v24 5Mos 19v21 Mt 5v38}:

Verletzt: Das er seinen Nächsten an seinem Leibe beschädigt.

Man tun: Es soll aber solche Rache nicht der Verletzte, sondern die Obrigkeit an ihm üben und vollstrecken.

Getan: Nämlich, einem anderen, seinem Nächsten oder Nebenmenschen

20. Schaden um Schaden, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzt, so soll man ihm wieder tun.

Schaden: Also, dass, wer dem anderen ein Glied gebrochen oder verlähmt, dem soll die Obrigkeit wiederum ein Glied brechen oder verlähmen lassen.

Auge: Das ist: Wer dem anderen ein Auge ausgestochen, dem soll die Obrigkeit wider eines ausstechen lassen.

Zahn: Wer dem anderen einen Zahn ausgeschlagen, dem soll die Obrigkeit auch lassen einen Zahn ausschlagen. [Denn es wird an diesem Ort nicht jedermann im Allgemeinen freigestellt, dass er sich seines Gefallens selbst rächen möge. Sondern die Obrigkeit wird ihres Amtes erinnert, die Übeltäter zu strafen. Gleichwie auch Christus {Mt 5}, da er verbietet, dass man dem Übel nicht widerstehen soll, damit der Obrigkeit Amt nicht aufhebt, sondern verwirft die falsche Auslegung dieser hier erzählten Satzungen und zeigt an, dass einer sich nicht selber rächen soll und seine Sache später mit dieser Satzung begehre zu beschönigen.]

Wieder tun: Nämlich, dass ihm von der ordentlichen Obrigkeit mit gleicher Strafe wiederum vergolten werde, wo anderes nicht die Umstände einer Tat das Urteil lindern.

21. Also dass, wer ein Vieh erschlägt, der soll es bezahlen; wer aber einen Menschen erschlägt, der soll sterben.

Bezahlen: Nämlich, dass er ein anderes davor wieder erstatte, welches gleich so viel wert ist wie das, so er ertötet hat, wie kurz zuvor auch gemeldet wurde.

22. Es soll einerlei Recht unter euch sein, dem Fremdling wie dem Einheimischen; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Euer Gott: Der für die Fremdlinge auch sorgt, als für die Einheimischen, und der Einheimischen Sünden eben so wenig dulden kann, als der Fremdlinge, und einen wie den anderen um seiner Sünde und Unrecht willen zur Strafe zieht.

23. Mose aber sagte es den Kindern Israel; und führten den Flucher aus vor das Lager und steinigten ihn. Also taten die Kinder Israel, wie der Herr Mose geboten hatte.

Sagte es: Was er, nämlich, von Gott für ein Urteil über den Gotteslästerer empfangen hätte und wie man sich in den anderen oben erzählten Fällen gegen die Verbrecher verhalten soll.

Steinigten: Haben also nach dem Befehl des Herrn den Gotteslästerer zum Tode verurteilt und hingerichtet. [Obwohl nun derselbe nicht wert ist, dass er leben soll, welcher wider Gott öffentlich Schmähworte redete und ihn lästert: So sündigen jedoch diejenigen auch ganz grob und schwer, welche den Namen Gottes missbrauchen, da sie bei desselben falsch oder vergeblich schwören oder fluchen durch das Leiden Christi und die heiligen Sakramente, dadurch sie dem Nächsten alles Böses wünschen. Und ist der Obrigkeit Amt, dass sie solche gräuliche Verachtung und den Missbrauch des göttlichen Namens ernstlich strafe.]

Taten: Nämlich in diesem Fall, und zum selben Mal.


Das 25. Kapitel


I. Den Israeliten wird geboten, dass sie ihr Feld das siebte Jahr sollen feiern lassen, v. 1. II. Und wird das Jubeljahr angestellt, in welchem die Armen wieder zu ihren Gütern kamen, v. 8. III. Danach wird gelehrt, wie die Israeliten ihre Armen halten sollen, und wird der Wucher verboten, v. 25. IV. Wird auch gezeigt, welchergestalt die Israeliten einem anderen Israeliten, oder einem Fremden dienen sollen, v. 39. V. Endlich werden die abgöttischen Bilder verboten, v. 1.

1. Und der Herr redete mit Mose auf dem Berge Sinai und sprach:

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land kommt, das ich euch geben werde, so soll das Land seine Feier dem Herrn feiern,

Feiern: Das ist: Die Erde soll auch zu gewisser Zeit ihre Ruhe haben, darin sie nicht gebaut werde, und solches Gott zu Ehren und dem Nächsten zum Besten.

3. dass du sechs Jahre dein Feld besäßest und sechs Jahre deinen Weinberg beschneidest und sammelst die Früchte ein {2Mos 23v10}.

Früchte: Nämlich, vom Acker und Weinberge.

4. Aber im siebten Jahr soll das Land seine große Feier dem Herrn feiern, darin du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden sollst.

5. Was aber von ihm selber nach deiner Ernte wächst, sollst du nicht ernten, und die Trauben, so ohne deine Arbeit wachsen, sollst du nicht lesen, dieweil es ein Feierjahr ist des Landes.

Nicht lesen: Der Meinung, dass du es aufbewahrt und hinterlegen wolltest, wie sonst gebräuchlich, aber davon nehmen und essen, war niemand verboten.

Feierjahr: Denn Gott will, dass das Land im selben Jahr ruhe.

6. Sondern die Feier des Landes sollt ihr darum halten, dass du davon essest, dein Knecht, deine Magd, dein Tagelöhner, dein Hausgenosse, dein Fremdling bei dir,

7. dein Vieh und die Tiere in deinem Lande. Alle Früchte sollen Speise sein.

Speise sein: Das ist: Alles, was dasselbe Jahr über aus der Erde wächst, soll Allgemeines sein und einem jeden davon zu essen freistehen, beiden, Menschen und Tieren. Es durften auch im selben Jahr die Gläubiger ihre Schuld von ihren Mitbürgern unter den Kindern Israel nicht einfordern {5Mos 15}. [Es ist aber die Ruhe des Landes darum eingesetzt worden, damit es die anderen Jahre desto besser trüge. Denn was nicht seine Ruhe hat, kann in die Länge nicht dauern. Und dass es gleichsam ein Konterfei sei des ewigen Sabbats, nämlich, der ewigen Seligkeit, da der Fluch wird aufgehoben, welcher macht, dass wir hier im Schweiß unseres Angesichts mit viel Mühe und Arbeit unser Brot erwerben müssen: damals aber werden wir ruhen von unserer Arbeit und in gutem Frieden immerdar leben und wird die Schuld unserer Sünden von uns nicht mehr gefordert werden, sondern alle miteinander verziehen sein.]

8. Und du sollst zählen solcher Feierjahre sieben, dass sieben Jahre siebenmal gezählt werden und die Zeit der sieben Feierjahre mache neunundvierzig Jahre.

9. Da sollst du die Posaune lassen blasen durch all euer Land am zehnten Tage des siebten Monden, eben am Tage der Versöhnung.

Blasen: Dadurch die Israeliten erinnert werden, dass das fröhliche Jubeljahr vorhanden sei für alle betrübten und bekümmerten Herzen.

Der Versöhnung: [Denn sobald als Christus uns mit seinem Tode den himmlischen Vater versöhnt hat, ist die Posaune des Evangeliums, damit die Vergebung der Sünden verkündigt wird, hin und wieder in der ganzen Welt gehört worden. Dass aber der Papst die äußerliche Haltung des Jubeljahres in der Kirche wiederum eingeführt hat, ist nichts anderes als die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, zu verfinstern, und den Schatten der jüdischen Zeremonien unter den Christen einzuführen und denn auch der einfältigen Leute Beutel durch abscheuliche Betrügereien auszurauben.]

10. Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und soll es ein Erlassjahr heißen im Lande allen, die darin wohnen; denn es ist euer Halljahr, da soll ein jeglicher bei euch wieder zu seiner Habe und zu seinem Geschlecht kommen.

Heiligen: Dass du die Zeremonien haltest, welche ich dir gebiete.

Erlassjahr: In dem die Schulden nachgelassen werden, die Knechte ihre Freiheit wieder erlangen und ein jeder wiederum zu seinem väterlichen Erbgut kommen kann.

Im Lande: Nämlich, der Israeliten. [Denn solche zum Teil weltliche, zum Teil levitische Satzungen und Rechte gehen uns nichts an, sondern gehörten vorzeiten den Juden zu.]

Halljahr: Darin man der Posaunen Schall hören lässt und die Israeliten von ihren Beschwerden befreit werden.

Bei euch: Im Volk Israel.

Habe: Darum er durch Armut gekommen war.

Geschlechter: Das ist: Ob er wohl wegen notgedrungener Armut, sich einem anderen zum leibeigenen Knecht verkaufen müsse: So soll er doch in diesem Jahr wiederum zu seiner vorigen Freiheit kommen und soll in seinem Geschlecht ein freier Bürger sein wie zuvor. [Denn welche, die die Posaune des Evangeliums hören und dasselbe mit Glauben annehmen, ob sie gleich zuvor des Satans Knechte gewesen sind, so werden sie doch mit der Freiheit begabt, dass sie Kinder Gottes und Bürger des Himmelreichs werden.]

11. Denn das fünfzigste Jahr ist euer Halljahr; ihr sollt nicht säen, auch, was von ihm selber wächst, nicht ernten, auch was ohne Arbeit wächst im Weinberge, nicht lesen.

Nicht säen: Im selben fünfzigsten Jahr.

Nicht ernten: Dass ihr es zu eurem Nutzen wolltet einsammeln und hinterlegen, wie es die anderen Jahre gebräuchlich ist.

12. Denn das Halljahr soll unter euch heilig sein. Ihr sollt aber essen, was das Feld trägt.

Heilig sein: In dem die Erde von ihrer gewöhnlichen Arbeit ruhen soll.

Feld trägt: Das ist: Es soll alles der Allgemeinheit gehören und für jedermann davon zu essen freistehen, wie zuvor von dem siebten Jahr auch gemeldet wurde.

13. Das ist das Halljahr, da jedermann wieder zu dem Seinen kommen soll.

Dem Seinen: Was er vorhin verkauft hat, das soll er dann wiederum frei und ungehindert besitzen. Auf dass die israelitischen Stämme und ihr Erbteil nicht durcheinander gemengt werden. [Es hat aber Gott den Unterschied der Stämme mit besonderem Fleiß erhalten bis auf die Zukunft Christi, damit man gewiss und ungezweifelt wissen könnte, aus welchem Stamme Christus, der Sohn Gottes, herkommen würde. Und bedeutete diese Wiedererstattung und Einräumung der Güter, dass durch die Predigt des Evangeliums in der ganzen Welt den Gläubigen das Erbteil des Paradieses wiederum sollte zugestellt werden, welches wir durch die Sünde verloren hatten und davon ausgeschlossen waren.]

14. Wenn du nun etwas deinem Nächsten verkaufst oder ihm etwas abkaufst, soll keiner seinen Bruder übervorteilen,

Wenn du: Weil man im fünfzigsten Jahr den Leviten ihre Güter wiedergeben musste, so war nötig, dass man im Kaufen und Verkaufen ein gewisses Maß und Ordnung hielte, auf dass weder die Käufer noch der Verkäufer zu hoch getrieben oder beschwert würden.

Etwas: Als einen Acker oder Weinberg.

Übervorteilen: Im Handel, sondern auf Glauben mit ihm handeln, wie du wolltest, dass man mit dir handeln sollte, dass du nicht weniger zahlst, denn sich es gebührt.

15. sondern nach der Zahl vom Halljahr an sollst du es von ihm kaufen; und was die Jahre später tragen mögen, so hoch soll er dir es verkaufen.

Der Zahl: Nach dem viel oder wenig Jahre bis zum Halljahr übrig sind, da man das Erkaufte wieder von sich geben muss, nach demselben soll man es auch teurer oder wohlfeiler kaufen, weil der Käufer in denselben Jahren nur die Nutzung davon hat. Da nun einer viel Nutzungen bis zum Halljahr davon haben kann, so soll er es desto teurer zahlen, hat er wenig Nutzen davon, dass es nicht lange mehr bis zum Halljahr ist, so darf er desto weniger davor geben.

16. Nach der Menge der Jahre sollst du den Kauf steigern und nach dem Wenigen der Jahre sollst du den Kauf verringern; denn er soll dir es, nachdem es tragen mag, verkaufen.

Tragen mag: Also, dass der Käufer vielmehr nur die Nutzung eines Ackers oder Gutes für sich kauft als den Acker selbst. Denn denselben muss er im Halljahr wieder hergeben.

17. So übervorteile nun keiner seinen Nächsten, sondern fürchte dich vor deinem Gott; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Euer Gott: Der keinen Betrug oder falschen Handel ungestraft lasse.

18. Darum tut nach meinen Satzungen und haltet meine Rechte, dass ihr danach tut, auf dass ihr im Lande sicher wohnen mögt.

Sicher: Von allen Feinden ungehindert und unangefochten, in guter Ruhe.

19. Denn das Land soll euch seine Früchte geben, dass ihr zu essen genug habt und sicher darin wohnt.

Genug habt: Das ist: Wenn ihr meine Gebote haltet, so sollt ihr eine reiche Nahrung haben und den guten Frieden leben. [Denn wenn ein Regiment gut bestellt ist, so segnet Gott dasselbe, dass neben einem fruchtbaren Einkommen auch guter Friede in einem Lande sein wird.]

20. Und ob du würdest sagen: Was sollen wir essen im siebten Jahr? Denn wir säen nicht, so sammeln wir auch kein Getreide ein:

Sagen: Oder in deinem Herzen bedenken.

21. Da will ich meinem Segen über euch im sechsten Jahr gebieten, dass er soll dreier Jahre Getreide machen,

Gebieten: Das ist: Ich will euch reichlich segnen, dass ihr keinen Mangel haben werdet wegen der Feier des siebten Jahres.

22. dass ihr säet im achten Jahr und von dem alten Getreide esst bis in das neunte Jahr, dass ihr vom alten esst, bis wieder neu Getreide kommt.

Alten Getreide: So im sechsten Jahr gewachsen ist.

23. Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen ewig; denn das Land ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Gäste vor mir.

ewig: Das ist: Die Äcker sollen nicht von einem Stamm zum anderen kommen und soll der Käufer nicht das Eigentum, sondern nur die Nutzung bis auf das Halljahr davon haben.

Vor mir: Das ist: Obwohl der ganze Erdboden mein ist, so habe ich doch mein besonderes Auge auf dieses Land, welches ich euren Vätern verheißen habe und dazu ausersehen, dass es wie ein Tempel in der ganzen Welt sei, darinnen man mein Wort hören könne, und die rechte Religion im Schwange gehe: Und will die Gottlosen Kanaaniter dieses Landes hinausstoßen und euch einsetzen, dass ihr das selbige bebaut und bewohnt, aber wie von mir geliehen, darum gebührt es sich wohl, dass ihr nicht nach eurem Gefallen haushaltet, sondern nach meinen Satzungen lebt und darin wandelt.

24. Und sollt in all eurem Lande das Land zu lösen geben.

Lösen geben: Der Verkäufer soll die Lösung dazu haben, dass es ihm freistehe, sein Gut wieder an sich zu lösen, wenn er will, nach den nun folgenden Satzungen.

25. Wenn dein Bruder verarmt und verkauft dir seine Habe, und sein nächster Freund kommt zu ihm, dass er es löse, so soll er es lösen, was sein Bruder verkauft hat.

Bruder: Der aus dem Stamm Israel ist.

Freund: Der ihm am Nächsten verwandt ist oder doch aus einem Stamm, aus dem der Verkäufer seine Herkunft hat.

Lösen: Damit also das Gut beim Stamme bleibt und nicht von einem anderen kommt.

26. Wenn aber jemand keinen Löser hat und kann mit seiner Hand so viel zuwege bringen, dass er es ein Teil löse,

Zuwege bringen: Nämlich, dass er mit der Zeit etwas wiederum erwirbt, sofern es mit einer ehrlichen Arbeit geschieht.

27. so soll man rechnen von dem Jahr, da er es hat verkauft, und dem Verkäufer die übrigen Jahre wieder einräumen, dass er wieder zu seiner Habe komme.

28. Kann aber seine Hand nicht so viel finden, dass eines Teils ihm wieder werde, so soll, dass er verkauft hat, in der Hand des Käufers sein bis zum Halljahr; in demselben soll es ausgehen, und er wieder zu seiner Habe kommen.

Finden: Dass er vor dem Halljahr nicht so viel erwerben oder bekommen kann.

29. Wer ein Wohnhaus verkauft innerhalb der Stadtmauer, der hat ein ganz Jahr Frist, dasselbe wieder zu lösen; das soll die Zeit sein, darin er es lösen mag.

Wer ein: Jetzt wird ein Beispiel angeführt, wo die vorige Satzung nicht stattfindet.

30. Wo er es aber nicht löst, ehe denn das ganze Jahr um ist, so soll es der Käufer ewig behalten und seine Nachkommen, und soll nicht los ausgehen im Halljahr.

31. Ist es aber ein Haus auf dem Dorfe, da keine Mauer um ist, das soll man dem Felde des Landes gleich rechnen und soll los werden und im Halljahr ledig ausgehen.

Los werden: Das ist: Der Verkäufer hat die Macht, es wieder zu lösen, zu welcher Zeit er so viel bekommen kann, dass er es wieder zu sich löse.

Halljahr: Wenn es nicht früher geschehen kann, weil der Verkäufer nicht das Vermögen hatte.

32. Die Städte der Leviten und die Häuser in den Städten, da ihre Habe innen ist, mögen immerdar erzielt werden.

Der Leviten: Das ist: Welche Städte oder Häuser den Leviten in der Aufteilung des Landes durch das Los zugefallen sind, die Gott dem levitischen Stamm zueignen wird, zu ihrer Besetzung. Solche Städte oder Häuser in den Städten und Vorstädten können die Leviten immer und zu jeder Zeit wieder lösen, wenn es auch Jahre dauerte nach dem geschehenen Kauf.

33. Wer etwas von den Leviten löst, der soll es verlassen im Halljahr, es sei Haus oder Stadt, das er besessen hat; denn die Häuser in Städten der Leviten sind ihre Habe unter den Kindern Israel.

34. Aber das Feld vor ihren Städten soll man nicht verkaufen; denn das ist ihr Eigentum ewig.

ewig: Das ist: Gott will, dass sie diese Güter wieder erhalten, damit sie nicht letztendlich sterben oder betteln gehen müssen. [Ob nun wohl diese Satzungen vom Handeln und Wandeln unter den Juden die Christen nicht binden. So zeigen sie dennoch so viel an, dass Gott auch für das weltliche Regiment Sorge trägt und besonders will, dass die Kirchendiener haben, womit sie sich erhalten können.]

35. Wenn dein Bruder verarmt und neben dir abnimmt, so sollst du ihn aufnehmen als einen Fremdling oder Gast, dass er lebe neben dir.

Abnimmt: Dass er von seinem Einkommen sich allein nicht helfen kann.

Aufnehmen: Und nicht aus der Stadt oder Dorf von dir ausgetrieben wird, sondern neben dir dulden als einen Fremdling. Dass du ihn Herberge und Unterschlupf gibst, damit er nicht in Armut aus dem Lande weichen muss, ja, du sollst ihm auch sonst Hilfe leisten, dass er nicht des Hungers sterbe.

36. Und sollst nicht Wucher von ihm nehmen noch Übersatz, sondern sollst dich vor deinem Gott fürchten, auf dass dein Bruder neben dir leben könne {2Mos 22v25}.

Übersatz: Das ist: Es sei gleich Geld oder Korn, das du ihm geliehen hast, so sollst du nicht mehr von ihm wieder begehren, als du ihm zuvor gegeben hast. [Denn vor Gott ist zwischen dem Wucher, Diebstahl und Träumerei kein Unterschied. Es wird aber hier nicht von einem ordentlichen Handel oder von Verträgen gehandelt, da einer um eine gewisse Summe Geldes einen Zins nimmt, oder von anderen, der gleiche Handel, so von der weltlichen Obrigkeit, für richtig erkannt werden. Denn solch einen Handel lassen die allgemeinen Rechte zu, weil sie gegen keine Gesetze verstoßen.]

Fürchten: Welcher allen Wucher scheut und die Wucherer verflucht.

37. Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Wucher tun, noch deine Speise auf Übersatz austun.

Übersatz: (Nach Luther) Wucher heißt er, welches mit Geld geschieht, Übersatz, wenn der arme Mann die nötigen Sachen zum Lebensunterhalt kaufen muss, so teuer der Geizhals will, weil es die Not erfordert.

38. Denn ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euch das Land Kanaan gäbe und euer Gott wäre.

Geführt: Aus der schweren Dienstbarkeit, wo ich mich ganz gnädig gegen euch erzeigt habe, da ihr im Elend und von jedermann verlassen wart; darum will ich, dass ihr euch untereinander Gutes und in aller Freundschaft erzeigt.

39. Wenn dein Bruder verarmt neben dir und verkauft sich dir, so sollst du ihn nicht lassen dienen als einen Leibeigenen {2Mos 21v2 4Mos 15v12},

Verkauft: Zum leibeigenen Knecht. Es hatten aber vorzeiten die Herren über solche sich erkauften Knechte alle Gewalt, dass sie nach ihrem Willen mit ihnen umgehen konnten und sie töten oder leben lassen. Was nun ein solcher Knecht erworben hatte, das war nicht sein, sondern seines Herrn.

40. sondern wie ein Tagelöhner und Gast soll er bei dir sein und bis an das Halljahr bei dir dienen.

Tagelöhner: Das ist: Du sollst ihn nicht zu hart halten, noch so mit ihm umgehen, wie man sonst mit einem erkauften eigenen Knecht zu tun pflegte. Sondern sollst ihn halten als wie einen, der dir zum Lohn dient. Und er soll dir zwar sechs Jahre dienen, aber im siebten Jahr soll er frei sein {2Mos 21}. Würde aber das Halljahr vor das siebte Jahr fallen, so soll er in diesem frei sein, wenn die sechs Jahre seiner Dienstbarkeit noch nicht um sind.

41. Dann soll er von dir los ausgehen und seine Kinder mit ihm; und soll wiederkommen zu seinem Geschlecht und zu seiner Väter Habe.

Väter Habe: Das ist: Es soll eine Freiheit wiederum erlangt werden und sollen ihm seine Güter wieder zugestellt werden, weswegen er in Armut gekommen war.

42. Denn sie sind meine Knechte, die ich aus Ägyptenland geführt habe; darum soll man sie nicht auf leibeigene Weise verkaufen.

Geführt: Dass ich sie aus der Dienstbarkeit freimache.

Leibeigene Weise: Das ist: Ich will nicht, dass man so mit ihnen handeln soll wie mit anderen erkauften Knechten.

43. Und sollst nicht mit der Strenge über sie herrschen, sondern dich fürchten vor deinem Gott.

Deinem Gott: Der dir solche strengen Sachen gegen deine Mitbrüder zu üben verboten hat.

44. Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Heiden, die um euch her sind,

Haben: Dass du sie nach der Hautfarbe gebrauchst und, wie du willst, mit ihnen umgehen möchtest.

Heiden: Die nicht eures Glaubens sind und in der Nähe wohnen.

45. von den Gästen, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Lande zeugen: Dieselben sollt ihr zu eigen haben

Fremdlinge: Das ist: Wenn irgendein Fremdling, so nicht aus dem Stamme Israel ist, aber doch unter euch wohnt, ihre Kinder oder Neffen euch zu leibeigenen Knechten oder Mägden verkaufen wollt, so möchtet ihr diese gebrauchen und mit ihnen umgehen wie mit anderen, welche ihr von den benachbarten Heiden erkauft habt.

46. und sollt sie besitzen, und eure Kinder nach euch, zum Eigentum für und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen. Aber über eure Brüder, die Kinder Israel, soll keiner des anderen herrschen mit der Strenge.

Für und für: Also, dass ihr sie auch nicht im siebten oder fünfzigsten Jahr freilassen werdet, es geschehe denn mit eurem guten Willen.

47. Wenn irgendein Fremdling oder Gast bei dir zunimmt, und dein Bruder neben ihm verarmt und sich dem Fremdling oder Gast bei dir oder jemand von seinem Stamm verkauft,

Zunimmt: Das ist: Wenn einer, der nächste Samens und Geschlechtes Israel ist, unter euch wohnt und so viel Güter bekommen, dass er Knechte und Mägde kaufen kann.

48. so soll er nach seinem Verkaufen recht haben, wieder loszuwerden, und es mag ihn jemand unter seinen Brüdern lösen,

Los werden: Ganz gleich zu welcher Zeit, wenn der Kauf gilt, wieder bezahlt.

49. oder sind Vetter oder Vetters Sohn, oder sonst sind nächster Blutsfreund seines Geschlechts; oder so seine selbst Hand so viel erwirbt, so soll er sich lösen.

Erwirbt: Dass er dem Käufer sein Geld wiedergeben kann.

Sich lösen: Und also seine Freiheit wieder bekommen kann.

50. Und soll mit seinem Käufer rechnen vom Jahr an, da er sich verkauft hatte, bis aufs Halljahr; und das Geld soll nach der Zahl der Jahre seines Verkaufens gerechnet werden; und soll sein Tagelohn der ganzen Zeit mit einrechnen.

Tagelohn: Das ist: Ein Fremdling soll einen Israeliten nicht kaufen als einen leibeigenen Knecht, sondern als einen Tagelöhner behandeln. Darum, wenn ein solcher sich wieder lösen will vor dem Halljahr, so soll seine Arbeit von dem Jahre an, da er sich verkauft hat, auch in Rechnung gebracht werden, und den Lohn dafür vom Kaufgeld abziehen, dass er zu seiner Lösung wieder vorlegen muss, das Übrige aber soll dem Käufer wieder werden, dafür er ihm sonst bis zum Halljahr hätte dienen müssen.

51. Sind noch viel Jahre bis an das Halljahr, so soll er nach denselben desto mehr zu lösen geben, danach er gekauft ist.

Viel Jahre: Nämlich, von der Zeit anzurechnen, da er sich auslösen will.

52. Sind aber wenig Jahre übrig bis an das Halljahr, so soll er auch danach wieder geben zu seiner Lösung und soll seinen Tagelohn von Jahr zu Jahr mit einrechnen.

53. Und sollt nicht lassen mit der Strenge über ihn herrschen vor deinen Augen.

Einrechnen: Das ist: Seine Dienstbarkeit, die ganze Zeit über, so er gedient hat, soll nicht als eines anderen Knechtes, sondern als eines Tagelöhners Arbeit gerechnet werden: Darum man von der Kaufsumme so viel abziehen soll als irgendein Tagelöhner die Zeit über, weil er gedient hat, verdienen konnte.

54. Wird er aber auf diese Weise sich nicht lösen, so soll er im Halljahr los ausgehen und seine Kinder mit ihm.

Nicht lösen: Dass er sich nicht selber losmachen kann und kein anderes sich findet, der ihn zu lösen begehrt.

55. Denn die Kinder Israel sind meine Knechte, die ich aus Ägyptenland geführt habe. Ich bin der Herr, euer Gott.

Aus Ägyptenland: Aus der elenden Dienstbarkeit. Darum will ich nicht, dass sie mit zu harter und ewiger Dienstbarkeit unterdrückt werden.


Das 26. Kapitel


Denen, die das Gesetz Gottes halten, werden große Verheißungen getan (3). Dagegen werden allen Verächtern und Übertretern des Gesetzes schreckliche Strafen angedroht (Vers 14). Diesen wird jedoch wiederum ein Trost angehängt, für die bußfertigen Sünder (Vers 40).

1. Ihr sollt euch keinen Götzen machen noch Bild, und sollt euch keine Säule aufrichten, noch keinen Mahlstein setzen in eurem Lande, dass ihr davor anbetet; denn ich bin der Herr, euer Gott {2Mos 20v4 4Mos 5v8}.

Bild: Es sei gegraben, gegossen, geschmolzen oder gemalt.

Anbetet: Denn sonst stand es ihnen frei, Säulen oder Bilder oder Steine aufzurichten, wie der Prophet Samuel Estate {1Sam 7}.

Euer Gott: Der ich alle Abgötterei und Gottesdienste verwerfe, die ohne meinen Befehl angerichtet werden.

2. Haltet meine Sabbate und fürchtet euch vor meinem Heiligtum! Ich bin der Herr.

Fürchtet euch: Das ist: Erinnert euch dessen, dass ich im Heiligtum unter euch wohne, darum sollt ihr meinen Gottesdienst mit großer Ehrerbietung und Sorgfältigkeit verrichten, dazu auch im Leben heilig und unsträflich sein.

Der Herr: Vor dessen Angesicht ihr lebt, und bin ein Gott, der kein gottloses Wesen ungestraft lässt.

3. Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun,

Werdet ihr: Jetzt folgt in diesem Kapitel eine Ermahnung, dass man das Gesetz halten soll. Welche zum Teil Verheißungen von vielen großen herrlichen gutartigen Gottes, zum Teil auch schreckliche Drohungen der Strafen. Obwohl nun in diesem Leben niemand dem Gesetz Gottes vollkommen und genug tun kann: Wenn wir jedoch Christus, der das Gesetz für uns vollkommen erfüllt hat, glauben, so werden wir von Gott um seinetwillen für gerecht geachtet, als ob wir selbst das Gesetz vollkommen gehalten hätten, und lässt sich Gott unseren angefangenen Gehorsam, der aus Glauben geschieht, gefallen: Welcher, obwohl er sehr unvollkommen ist, so hat er doch in diesem Leben auch seine großen Belohnungen, die dennoch mit dem Kreuz vermengt sind, damit wir dem Ebenbild des Sohnes Gottes ähnlich werden. Ja, wenn die Regimenter und die Polizei recht und ehrlich verwaltet werden, oder auch, wenn die Heuchler ein ehrbares Leben führen, obwohl solcher Gehorsam vor dem Richterstuhl Gottes nicht bestehen kann, so wird er doch in diesem Leben mit mancherlei Guttaten vergolten.

4. so will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen.

Regen geben: Das ist: Ich will euch fruchtbar machen und gutes Wetter zur rechten Zeit geben.

5. Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.

Zur Weinernte: Das ist: Es wird ein solcher Überfluss an Früchten sein, dass ihr vor der Weinernte nicht alles Korn dreschen und ausschlagen könnt, sondern bevor ihr mit dem Dreschen fertig werdet und auf einen Ort kommen könnt, wird die Weinlese vorhanden sein. Denn im Lande Kanaan verzog man nicht mit dem Dreschen des Kornes bis in den Winter und opferte man bereits zu Pfingsten, Brot von neuen Früchten, wie aus den zuvor genannten 23 Kapiteln dieses Buches zu sehen ist, dass also zwischen der Ernte und der Weinlese eine gute lange Zeit war.

Saat: Das ist: Die Weinernte wird so lange dauern, bis die Zeit da ist, da man den Acker wiederum besäen muss, welches Säen denn, allem Ansehen nach, bei den Juden etwas später als bei uns geschehen ist wegen der warmen Luft in diesem Lande: Denn es ist auf die Weinernte nicht sofort der Winter gefolgt, wie es bei uns zu geschehen pflegt, darum auch nicht eine kurze Zeit von der Weinernte an bis zur Saat geschah.

Brot: Das ist: Was zu eurer Nahrung gehört, das soll euch alles reichlich und überflüssig widerfahren.

6. Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft, und euch niemand schrecke. Ich will die bösen Tiere aus eurem Lande tun, und soll kein Schwert durch euer Land gehen.

Schrecke: Dass ihr euch keines Überfalls der Feinde zu besorgen habt, welches ja nicht eine geringe Gabe Gottes ist.

Bösen Tiere: Da vor sich sonst die Menschen und Vieh zu besorgen haben, besonders in den warmen Ländern, da viele Löwen, Bären und andere reißende wilde Tiere gefunden werden.

Gehen: Das ist: Euer Land soll nicht durch Krieg verwüstet werden.

7. Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her ins Schwert fallen.

Jagen: Das ist: Wenn gleich sich Feinde wieder euch hervortun und sehen lassen, dass sie euch möchten anfallen, so sollt ihr sie jedoch überwinden und in die Flucht schlagen.

Schwert fallen: Dass ihr sie zu Boden schlagen und erwürgen werdet.

8. Euer fünf sollen hundert jagen, und euer hundert sollen zehntausend jagen; denn eure Feinde sollen vor euch herfallen ins Schwert.

Her fallen: Dass sie entweder durch euch umgebracht werden oder sich selbst untereinander hinrichten und aufreiben. Weil Gott selbst für euch streitet und eure Feinde zaghaft macht.

9. Und ich will mich zu euch wenden und will euch wachsen und mehren lassen und will meinen Bund euch halten.

Wachsen: Das ist: Ich will euch zu einem großen Volk machen, dass ihr sehr viel seid. (Denn die Vielen und Mengen eines Volkes im Lande ist ein Segen Gottes.)

10. Und sollst von dem Firnen essen, und wenn das Neue kommt, das Firne wegtun.

Firnen essen: Das ist: Es sollen euch noch viele alte Früchte aus den vorigen Jahren überbleiben, die ihr nicht alle verzehren könnt.

Weg tun: Das ist: Von den neuen Früchten wird so ein großer Überfluss sein, dass ihr nicht genügend Scheunen noch Kornhäuser haben werdet. Darum müsst ihr die alten Früchte beiseite tun, auf dass ihr Platz habt die neuen Früchte zu legen.

11. Ich will meine Wohnung unter euch haben, und meine Seele soll euch nicht verwerfen.

Wohnung: Das ist: Meine Hütte des Stiftes soll bei euch sein, darin ich unter euch wohnen will, und euch mit allerlei zeitlichen und geistlichen Gütern reichlich begaben.

12. Und will unter euch wandeln und will euer Gott sein; so sollt ihr mein Volk sein {2Kor 6v16}.

Wandeln: Das ist: Ich will mit vielen Zeichen meine väterliche Güte erklären und euch zu erkennen geben und vielleicht auch für meine Hausgenossen halten und als ein Hausvater unter euch sein.

Gott sein: Darum ihr euch alles Gutes von mir erhoffen sollt und sollt auch euer ganzes Vertrauen auf mich, euren Vater, setzen.

13. Denn ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ihr nicht ihre Knechte dauerte, und habe euer Joch zerbrochen und habe euch aufgerichtet wandeln lassen.

Zerbrochen: Auf das wir euch von dem Joch der erbärmlichen Dienstbarkeit in Ägypten, wo ihr über die Maßen schwer bedrückt wurde, euch niemals erholen konntet, nicht über Freiheit freuen konntet, darum sollt ihr solche Wohltat bedenken und mir gehorsam dienen und mich willig ehren.

14. Werdet ihr aber mir nicht gehorchen und nicht tun diese Gebote alle {4Mos 18v15 Mal 2v2},

Werdet: Jetzt folgen die Drohungen der Strafen über die Übertreter des Gesetzes. (Es wird aber das Gesetz nicht gehalten, wenn entweder eine gottlose und lasterhafte Obrigkeit, die im Regiment nicht gut vorsteht und die Gebote Gottes nicht achtet: Oder aber die Untertanen und allgemeinen Leute allerlei schreckliche Schande und Laster begehen und dabei ungestraft bleiben. Denn die werden hier als gemeine Laster gerechnet und einer ganzen Gemeinde zugemessen, welche man richtigerweise strafen sollte, aber kein gebührender Ernst dazu gebraucht oder vorgenommen wird. Wenn aber böse Buben von der Obrigkeit ernstlich gestraft werden, so wird das Land etlichermaßen dadurch gereinigt und ausgesehen, dass es von Gott nicht mit einer allgemeinen Plage oder Landstrafe heimgesucht werde. Dass aber rechtschaffene fromme und gottselige Leute von Herzen zwar begehren dem Gesetz Gottes zu folgen, können es aber nicht dahin bringen, wie sie gerne wollten. Solche Übertretung der Gebote Gottes pflegt nicht mit allgemeinen Landstrafen heimgesucht zu werden. Und obwohl auch die allerheiligsten Menschen auf dieser Welt manchmal in große Trübseligkeit und Angst geraten, so sind doch solche widerwärtigen Zustände keine Strafen etlicher begangener Sünden. Sondern der Sohn Gottes will, dass die Auserwählten mit ihrem Kreuz und Leiden ihm einigermaßen ähnlich werden {Röm 8}.

15. und werdet meine Satzungen verachten, und eure Seele meine Rechte verwerfen, dass ihr nicht tut alle meine Gebote, und werdet meinen Bund lassen anstehen,

Bund: Dass ihr meinen Bund nicht haltet, den ihr mit mir gemacht habt, nämlich, dass ihr mir gehorchen wolltet. Es gebraucht aber Gott zu viel Worte, da er den Gehorsam seiner Gebote dem Volk vorhält, auf das sie daraus erkennen lernen, dass es ihm mit der Sache ein Ernst und kein Scherz sei.

16. so will ich euch auch solches tun: Ich will euch heimsuchen mit Schrecken, Schwulst und Fieber, dass euch das Angesicht verfallen und der Leib verschmachte; ihr sollt umsonst euren Samen säen, und eure Feinde sollen ihn fressen.

Verschmachte: Das ist: Dass euch alle schöne Gestalt genommen wird und der Leib nach und nach sich verzehrt und abnehmen, also, dass die Haut kaum die Beine bedeckt.

Ihr sollt: Jetzt folgt eine andere Strafe der Sünden, als wollte er sprechen: Ihr könnt zwar eure Äcker besäen, aber eure Feinde werden sie abschneiden und die Früchte einsammeln.

17. Und ich will mein Antlitz wider euch stellen, und ihr sollt geschlagen werden vor euren Feinden; und die euch hassen, sollen über euch herrschen; und sollt fliehen, da euch niemand jagt {3Mos 17v10}.

Stellen: Das ist: Ich will gegen euch sein, dass euch nichts gelingen soll von allem, dass sie anfangen, sondern alles soll gegensätzlich geschehen.

Herrschen: Dass ihr in eine harte Dienstbarkeit gesteckt werdet.

Fliehen: Dass kein Herz einen Mut, noch Kraft hat, den Feinden zu widerstehen.

18. So ihr aber über das noch nicht mir gehorcht, so will ich es noch siebenmal mehr machen, euch zu strafen um eure Sünde,

Über das: Wenn ihr jetzt einigermaßen bezichtigt seid.

Siebenmal: Das ist: Aufs ernstliche, und mit noch viel größeren Plagen, will ich euch strafen und heimsuchen.

19. dass ich euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche; und will euren Himmel wie eisern und eure Erde wie Erz machen.

Eisern: Dass es nicht regnen soll.

Erz: Dass sie keine Frucht bringe.

20. Und eure Mühe und Arbeit soll verloren sein, dass euer Land sein Gewächs nicht gebe und die Bäume im Lande ihre Früchte nicht bringen.

Arbeit: So ihr auf den Ackerbau wendet.

Gewächse: Davon ihr eure Nahrung habt.

21. Und wo ihr mir entgegen wandelt und mich nicht hören wollt, so will ich es noch siebenmal mehr machen, euch zu schlagen um eurer Sünde willen.

Entgegen: Das ist: Wenn ihr noch weiter in euren Sünden fortfahrt und nicht Buße tun wollt.

Mehr machen: Das ist: Wie ihr halsstarrig eure Sünde häuft, also will ich auch die Strafen immer größer machen.

22. Und will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreißen und euer weniger machen; und eure Straßen sollen wüste werden.

Wüste: Weil wenig Leute überbleiben, so wird es geschehen, dass man selten jemand auf den Gassen sehen wird.

23. Werdet ihr euch aber damit noch nicht von mir züchtigen lassen und mir entgegen wandeln,

Züchtigen lassen: Dass ihr euch nicht begehrt zu bessern, noch von euren Sünden abzustehen.

24. will ich euch auch entgegen wandeln und will euch noch siebenmal mehr schlagen um eurer Sünde willen.

Auch entgegen: d. i. Ich will mich auch wider euch setzen.

25. Und will ein Racheschwert über euch bringen, das meinen Bund rächen soll. Und ob ihr euch in euren Städten versammelt, will ich doch die Pestilenz unter euch senden und will euch in eurer Feinde Hände geben.

Städte: Welche fest und wohl verwahrt und verschlossen sind.

Senden: Welche, wenn sie euer viel hinweggenommen haben und die Festungen ihrer Beschützer beraubt und entblößt, so wird der Stadt Untergang dadurch befördert werden, oder aber euch dahin dringen, dass ihr die Stadt aufgeben müsst und also in der Feinde Hand kommt.

26. Dann will ich euch den Vorrat des Brotes verderben, dass zehn Weiber sollen euer Brot in einem Ofen backen, und euer Brot soll man mit Gewicht auswiegen, und wenn ihr esst, sollt ihr nicht satt werden.

Vorrat: Das ist: Dies soll auch dazu helfen, dass ihr dem Feinde desto eher zuteilwerdet, weil ich meinen Segen euch entziehen will, und verschaffen, dass das Brot euch nicht mehr sättigen oder Nahrung geben soll, und dass ein großer Haufen Getreide, welches ihr meint, auf viele Jahre genug zu sein, in kurzer Zeit verzehrt werde, und ihr also wider euer Erhoffen unversehens in äußerste Armut geratet.

Zehn Weiber: Nämlich, für zehn Personal.

27. Werdet ihr aber dadurch mir noch nicht gehorchen und mir entgegen wandeln,

Nicht gehorchen: Dass ihr halsstarrigerweise fortfahrt, meinem Willen zu widerstreben.

28. so will ich auch euch im Grimm entgegen wandeln und will euch siebenmal mehr strafen um eure Sünde,

Im Grimm: Das ist: Ich will meinen gerechten Zorn über euch ausgießen.

29. dass ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch fressen.

Fressen: Vor großem unleidlichen Hunger: Von welcher Tat sonst die menschliche Natur nicht hören will, lieber schweigen und sich auch scheut.

30. Und will eure Höhen vertilgen und eure Bilder ausrotten; und will eure Leichname auf eure Götzen werfen; und meine Seele wird an euch Ekel haben.

Höhen: Das ist: eure Gebäude und Altar, die ihr wider meinen Befehl an hohen Örtern aufgerichtet habt, dass ihr darin Abgötterei treiben wollt.

Bilder: Die ihr zur Abgötterei missbraucht habt.

Ausrotten: Das ist: Zerbrechen und Herunterstürzen.

Werfen: Wenn ihr bei euren Götzen seid, erschlagen, und die Götzen auch zerbrochen wurden, da wird dann ein Götze auf dem anderen liegen.

31. Und will eure Städte wüste machen und eures Heiligtums Kirche einreißen; und will euren süßen Geruch nicht riechen.

Städte: Die zuvor zahlreich und wohl bewohnt wart.

Wüste machen: Dass sie zerstört werden und niemand mehr darin wohne.

Heiligtum: Das ist: Ich will sowohl mein eigenes Heiligtum, welches ich aufzurichten befohlen habe, als eure Kirche, die ihr wider meinen ausdrücklichen Befehl daneben erbaut habt, lassen niederreißen.

Nicht riechen: Das ist: Eure Opfer werden mir nicht mehr angenehm sein, ihr verrichtet sie, wo ihr wollt.

32. Also will ich das Land wüste machen, dass eure Feinde, so darin wohnen, sich davor entsetzen werden.

Entsetzen: Das ist: Sie werden den großen und schrecklichen Zorn Gottes mit Verwunderung bei sich selbst erwägen und der göttlichen Rache nicht ausreichend nachsinnen können, wenn sie das Land einnehmen und sehen werden, wie es aus einem so glücklichen Wohlstand in solchen Jammer geraten ist.

33. Euch aber will ich unter die Heiden streuen und das Schwert ausziehen hinter euch her, dass euer Land soll wüste sein und eure Städte zerstört.

Streuen: Als Verjagte, Gefangene und Knechte.

Ausziehen: Dass ihr um einer liederlichen Ursache willen ums Leben gebracht werdet.

Land: Darin ihr hättet wohnen sollen.

Wüste sind: Weil es von euch verlassen ist, da ihr im Elend herumzieht.

34. Alsdann wird das Land ihm seine Feier gefallen lassen, solange es wüste liegt, und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land feiern und ihm seine Feier gefallen lassen,

Gefallen lassen: Das ist: Das Erdreich wird damals gleichsam seinen Sabbat halten und der Ruhe empfinden, (die ihm ohne das von Rechts wegen gebührte) weil niemand mehr vorhanden ist, der es baut, und ihr um eures Geizes willen vor der Zeit nicht habt ruhen lassen.

35. solange es wüste liegt, darum, dass es nicht feiern konnte, da ihr es solltet feiern lassen, da ihr darin wohntet.

Feiern lassen: Wie ich euch befohlen hatte, ihr aber demselben nicht nachkommen wollt, sondern immer mit Pflügen und Bauen ermattet habt, bis es keine Kraft mehr hatte.

36. Und denen; die von euch übergeblieben, will ich ein feig Herz machen in ihrer Feinde Land, dass sie soll ein rauschend Blatt jagen; und sollen fliehen davor, als jagte sie ein Schwert, und fallen, da sie niemand jagt.

Übergeblieben: So nicht durch das Schwert gefallen und im Kriege umgekommen sind.

Rauschend Blatt: Welches vom Winde bewegt wird.

Schwert: Dass sie vor sich sehen und bereits an der Gurgel hätten.

37. Und soll einer über den anderen hinfallen, gleich als vor dem Schwert, und doch sie niemand jagt; und ihr sollt euch nicht auflehnen dürfen wider eure Feinde.

Über den anderen: Wie in der Flucht zu geschehen pflegt, für Furcht und Schrecken.

Auflehnen: Wenn es an einen Ernst geht und ihr euren Feinden zum Streit entgegenziehen sollt.

Nach Luther: Wie es geschieht in der Flucht, Furcht und im Schrecken.

38. Und ihr sollt umkommen unter den Heiden, und eurer Feinde Land soll euch fressen.

Fressen: Das ist: Ihr werdet im traurigen Elend sterben müssen und vor eurem Ende nie wieder in euer Vaterland kommen.

39. Welche aber von euch übergeblieben, die sollen in ihrer Missetat verschmachten in der Feinde Land; auch in ihrer Väter Missetat sollen sie verschmachten.

Übergeblieben: Dass sie in ihrem Elend etwas länger leben als die anderen.

Verschmachten: Wenn sie ihres Elendes und Jammers kein Ende sehen, damit sie um ihrer Missetat willen gestraft werden, so werden sie aus großem Kummer und Herzeleid immer ausdorren und abfallen, bis sie endlich ganz darüber vergehen.

Väter Missetat: Denn weil sie ihren Vätern mit Sündigen gefolgt sind und übel ärger gemacht haben, so wird ihnen eins mit dem anderen zugerechnet, und müssen darum gestraft werden.

40. Da werden sie denn bekennen ihre Missetat und ihrer Väter Missetat, damit sie sich an mir versündigt und mir entgegen gewandelt haben.

Gewandelt: Da sie sich meinem Willen widersetzig gemacht und mir nicht folgen wollen, mit welchen ihren Sünden sie mich erzürnt haben.

41. Darum will ich auch ihnen entgegen wandeln und will sie in ihrer Feinde Land wegtreiben. Da wird sich ja ihr unbeschnittenes Herz demütigen, und dann werden sie sich die Strafe ihrer Missetat gefallen lassen.

Wandeln: Das ist: Ich will mein Angesicht wider sie setzen und ihnen zu wider sein, solange sie nicht Buße tun.

Feinde Land: Wie ich ihnen zuvor gedroht habe. Dass sie dort lernen Buße tun und frömmer werden, weil sie es ja nicht anders haben wollten.

Herz: Welches zuvor immer widerspenstig und nicht zu erweichen war.

Gefallen: Das ist: Gleichwie sie zuvor eine besondere Lust und Wohlgefallen an ihren Sünden gehabt und meine Gebote verworfen, also werden wiederum die Strafe ihrer Sünden ihnen bereuen, und dieselbe mit demütigem, reuigen Herzen annehmen und recht heißen, dass sie auch frei heraus bekennen werden, es sei ihnen recht geschehen, dass sie Gott um ihrer Sünde willen so gezüchtigt habe. [Denn bei den frommen und auserwählten Kindern Gottes wirkt die göttliche Strafe eine demütige Erkenntnis der Sünden und Verfluchung derselben.]

Nach Luther: Das ist: Gleichwie sie Lust an ihren Sünden und Ekel an meinen Rechten hatten, also werden sie wiederum Lust und Gefallen haben an der Strafe und sagen: Ach wie recht ist uns geschehen, verfluchte Sünde. Das haben wir nun davon, oh recht, lieber Gott, oh recht. Und das sind Gedanken und Worte einer ernsten Reue und Buße, die sich selbst aus Herzensgrund hassen und anspeien lehrt, pfui dir, was hab’ ich getan? Das gefällt denn Gott, dass er wieder gnädig wird. Darum haben wir das Wort (Missetat) verdeutscht die Strafe der Missetat, solchen Verstand zu geben, sonst lautet es, als sollten sie Gefallen an der Missetat haben. Ebenso ist es auch zu verstehen: Dem Lande gefällt seine Feier, das ist, es spricht: Gott habe recht in der Strafe, dass es wüste liegen muss um des Volkes Willen, nach dem es sich sehnt. Solcher Weise redet auch {Jes 40v2}.

42. Und ich werde denken an meinen Bund mit Jakob und an meinen Bund mit Isaak und an meinen Bund mit Abraham und werde an das Land denken,

Und ich: Es folgt jetzt ein herrlicher Trost für die bußfertigen Sünder.

Denken: Dass ich sie in ihrem Elende mit Gnaden ansehe und mich ihrer wieder erbarme, wenn ich mich meinen vorigen Verheißungen erinnere, die ich ihren Vätern getan habe, da ich dies Volk für meine lieben Kinder vor allen anderen Völkern erwählt und angenommen habe. Und will ihnen um meines Sohnes Christi willen ihre Sünde verzeihen.

Das Land: Damit es nicht immer wüste liege und unbebaut bleibe.

43. das von ihnen verlassen ist und ihm seine Feier gefallen lässt, dieweil es wüste von ihnen liegt, und sie sich die Strafe ihrer Missetat gefallen lassen, darum, dass sie meine Rechte verachtet, und ihre Seele an meinen Satzungen Ekel gehabt hatten.

Seine Feier: Weil es eine Zeit lang geruht, da niemand gewesen, der es bebaut hat.

Von ihnen: Nämlich, von den Kindern Israel, weil sie nicht darin wohnen. Diese Weissagung ist besonders erfüllt worden, da die Juden, nach dem babylonischen Gefängnis, darin sie ganze siebzig Jahre waren, wieder in ihr Vaterland, nämlich, ins Land Kanaan, umgekehrt sind. [Im Allgemeinen aber haben wir alle daraus zu lernen, dass Gott die bußfertigen Sünder zu Gnaden wolle aufnehmen und ihnen ihre Strafen lindern, wenn sie sich von ganzem Herzen zu ihm bekehren.]

Die Strafe: Das ist: wenn sie solche Strafen erkennen, dass sie dieselben mit ihren großen Sünden wohl verschuldet haben und freiwillig bekennen, dass sie es richtig leiden.

44. Auch wenn sie schon in der Feinde Land sind, habe ich sie gleichwohl nicht verworfen, und ekelt mich ihrer nicht also, dass es mit ihnen aus sein sollte, und mein Bund mit ihnen sollte nicht mehr gelten; denn ich bin der Herr, ihr Gott.

Feinde Land: Und es das Ansehen mit ihnen hat, als seien sie allerdings von mir verlassen.

Aus seien: Dass ich allerdings keine Gedanken mehr darauf haben sollte, sie wiederum zur Buße zu berufen, und wenn sie sich bekehren, nicht wollte wieder zu Gnaden aufnehmen, denn solche Unbarmherzigkeit wäre meinen Verheißungen und meinem Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe, zuwider.

Ihr Gott: Der ich sie mir zum Volk auserwählt und angenommen habe.

45. Und will über sie an meinen ersten Bund denken, da ich sie aus Ägyptenland führte vor den Augen der Heiden, dass ich ihr Gott wäre, ich der Herr.

Bund: Das ist: an meine Verheißungen, die ich ihnen und ihren Vätern getan habe.

Führte: Mit großer Herrlichkeit, durch viel und schreckliche Wunderzeichen.

Augen: Also, dass es den Heiden unverborgen ist, wie ich mir dies Volk insbesondere auserwählt und zum Eigentum angenommen habe.

Ihr Gott: Dass ich ihnen vor anderen Gutes erzeigte.

der Herr: der ich ein wahrhaftiger und unwandelbarer Gott bin und meine Verheißungen stets und festhalte. [Es gehen aber diese Verheißungen die jetzigen verstockten Juden nicht an, obwohl sie sich noch heutigen Tages mit diesem Text kitzeln und eine vergebliche Freude machen, denn sie sind Gottes Volk nicht mehr, solange und weil sie sich nicht zu Christo, dem Sohn Gottes bekehren und ihn mit Glauben annehmen. Denn gleichwie niemand zum Vater kommt denn nur allein durch den Sohn, also wer den Sohn nicht hat, der hat auch den Vater nicht. Weil nun demnach die Juden Christus verwerfen und nicht haben wollen, so haben sie auch ganz keinen Gott, der sich ihrer einmal erbarmen möchte.]

46. Dies sind die Satzungen und Rechte und Gesetze, die der Herr zwischen ihm und den Kindern Israel gestellt hat auf dem Berge Sinai durch die Hand Moses.

Gestellt: Darin er seinen Willen den Kindern Israel erklärt und kundgetan hat.

Die Hand: Das ist: durch Mose, seines getreuen Knechtes Amt und Dienst.


Das 27. Kapitel


I. Erstlich wird angezeigt, wie hoch die Menschen, Tiere, Häuser, Äcker, und dergleichen, können mit Geld erzielt werden, welche jemand zum Gottesdienst gegeben hat, v. 1. II. Aber doch hat man die lasterhaften Leute, so zum Tode geschätzt und verurteilt wurden, nicht lösen dürfen, v. 28. III. Danach fordert Gott die Zehnten von den Früchten der Erde, und von den Tieren, zur Erhaltung des Heiligen Amtes und Gottesdienstes, v. 30.

1. Und der Herr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: wenn jemand dem Herrn ein besonderes Gelübde tut, dass er seinen Leib schätzt,

Schätzt: Das ist: Wenn jemand für seine oder für eine andere Person, die er unter seiner Gewalt hat, Gott gelobte, dass er sich oder jemand anderes wolle zum Gottesdienst übergeben, dass er die Zeit seines ganzen Lebens über bei der Hütte des Stifts dem Herrn diene. Da soll zwar ein solcher Mensch nicht als ein anderes, unvernünftiges Tier zum Opfer geschlachtet werden: Sondern, sofern man ihn wieder haben und nicht bei dem Gottesdienst bleiben lassen will, so soll man ihn mit einer gewissen Summe Geldes wieder lösen, so hoch ihn der Priester schätzen wird, dass also danach derselbe Mensch wieder frei wird und für sich selbst ist. Was aber für Gelübde binden und gelten oder nicht gelten soll, davon wird später folgen in 4. Mose 30.

3. so soll das die Schätzung sein: Ein Mannsbild, zwanzig Jahre alt, bis ins sechzigste Jahr, sollst du schätzen auf fünfzig silberne Sekel nach dem Sekel des Heiligtums;

Ein: Jetzt wird insbesondere gemeldet, und ausführlich erklärt, wie hoch eine jede Person, nach dem sie alt und entweder männlichen oder weiblichen Geschlechts ist, soll geschätzt werden.

Mannsbilder: So sich gegen Gott mit einem Gelübde gebunden hat.

Schätzen: Dass er es den Priestern gebe sich zu lösen.

Heiligtum: Es galt aber ein Sekel des Heiligtums zweimal so viel wie sonst ein allgemeiner Sekel, und machen die fünfzig Sekel, nach unserer deutschen Münze, ungefähr an die fünfundzwanzig Taler.

4. ein Weibsbild auf dreißig Sekel.

Ein Weibsbild: Nämlich, die vorgemeldeten Alters ist, von zwanzig Jahren bis ins sechzigste Jahr und dem Herrn mit einem Gelübde gebunden ist.

Dreißig Sekel: Welche sie den Priestern, sich damit zu lösen, und wiederum freizumachen, geben soll, nach des Heiligtums Sekel zu rechnen, welches an die fünfzehn Taler machen würde.

5. Von fünf Jahren bis auf zwanzig Jahre sollst du ihn schätzen auf zwanzig Sekel, wenn es ein Mannsbild ist; ein Weibsbild aber auf zehn Sekel.

Zwanzig Sekel: Oder auf zehn Taler.

Mannsbilder: So sich selbst Gott verlobt hat oder von einem anderen durch ein Gelübde Gott versprochen wurde, und aber sich wieder lösen will.

Zehn Sekel: Welche fünf Taler machen.

6. Von einem Monden an bis auf fünf Jahre sollst du ihn schätzen auf fünf silberne Sekel, wenn es ein Mannsbild ist; ein Weibsbild aber auf drei silberne Sekel.

7. Ist er aber sechzig Jahre alt und darüber, so sollst du ihn schätzen auf fünfzehn Sekel, wenn es ein Mannsbild ist; ein Weibsbild aber auf zehn Sekel.

8. Ist er aber zu arm zu solcher Schätzung, so soll er sich vor den Priester stellen, und der Priester soll ihn schätzen; er soll ihn aber schätzen, nachdem seine Hand, des, der gelobt hat, erwerben kann.

Arm: der sich dem Herrn verlobt hat, und vorgeschriebener maßen dem Priester nicht geben kann, was er von Rechtswegen schuldig wäre.

Erwerben: Das ist: wie der Priester für gut ansehen wird, dass er zu seiner Erlösung geben kann und im Vermögen habe.

9. Ist es aber ein Vieh, das man dem Herrn opfern kann: Alles, was man des dem Herrn gibt, ist heilig.

Ist es aber: Bisher ist von Menschen gesagt worden, so Gott verlobt werden: Es folgt jetzt auch von anderen unvernünftigen Tieren.

Opfern kann: Nach Ausweisung des Gesetzes, welches lehrt, was für Tiere zu opfern tauglich oder nicht tauglich ist.

Ist heilig: Das ist: Zum Gottesdienst und Opfer verordnet.

10. Man soll es nicht wechseln noch wandeln, ein gutes um ein böses, oder ein böses um ein gutes. Wird es aber jemand wechseln; ein Vieh um das andere, so sollen sie beide dem Herrn heilig sein.

Nicht wechseln: Nämlich, nach geschehenem Gelübde.

11. Ist aber das Tier unrein, dass man es dem Herrn nicht opfern darf, so soll man es vor den Priester stellen.

Unrein: Dass es vom Gesetz unrein geschätzt wird und darin zum Opfer nicht tauglich ist.

12. Und der Priester soll es schätzen, ob es gut oder böse sei; und es soll bei des Priesters Schätzen bleiben.

Ob es gut: Das ist: Er soll anzeigen, was es wert sei, ob es viel oder wenig gelten möge.

13. Will es aber jemand lösen, der soll den Fünften über die Schätzung geben.

Fünften: Will so viel sagen, wenn sich es zutrüge, dass den, der das Gelübde dem Herrn getan hat, solches anfinge zu bereuen, und begehrte das Gelde wiederum an sich zu lösen, der mag solches tun: doch anderer Gestalt nicht, denn dass er so viel davor gebe, so hoch, als es der Priester schätzen wird, und noch dazu den fünften Teil desselben Geldes als zu einer Strafe, weil der nicht allerdings ohne Schuld ist, welcher wieder zu haben begehrt, was er dem Herrn einmal gelobt hat, wenn er es gleich nicht umsonst wieder fordert.

14. Wenn jemand sein Haus heiligt, dass es dem Herrn heilig sei, das soll der Priester schätzen, ob es gut oder böse sei; und danach es der Priester schätzt, so soll es bleiben.

Haus heilig: Das ist: zum Gottesdienst schenkt, dass es den Priestern und Leviten zu Gutem und zur Wohnung gedeihe.

Ob es gut: Das ist: ob es viel oder wenig gelten möge, damit er es nach seinem angemessenen Wert anschlage, und wenn man es verkauft, dasselbe Geld später den Priestern zum Besten gereiche.

15. So es aber der, so es geheiligt hat, will lösen, so soll er den fünften Teil des Geldes, über das es geschätzt ist, darauf geben, so soll es sein werden.

Darauf geben: Welches Geld miteinander den Priestern gehören soll.

Sein werden: Nämlich, dem es zuvor zustand.

16. Wenn jemand ein Stück Ackers von seinem Erbgut dem Herrn heiligt, so soll er geschätzt werden, nachdem er trägt. Trägt er ein Homor Gerste, so soll er fünfzig Sekel Silbers gelten.

Erbgut: Dass er von seinen Voreltern ererbt und nicht gekauft hat, sondern zu seinem Stamm und Geschlecht gehört.

Heiligt: Das ist: zum Gottesdienst schenkt, dass es den Priestern zuteilwerde.

Homor: Das ist ein besonderes Maß und ein anderes dann Gomor, wird sonst auch ein Cor genannt, und möchte im Deutschen einem Malter etlichermaßen verglichen werden.

Fünfzig Sekel: Und also fort an, so viel Homor oder Cor Gersten der Acker trägt, so viel Mal fünfzig Sekel sollen den Priestern davor gelegt werden, dass der Acker erzielt, denn je mehr er trägt, je fruchtbarer der Boden sein wird, darum er auch desto mehr gelten soll.

17. Heiligt er aber seinen Acker vom Halljahr an, so soll er nach seiner Würde gelten.

Seiner Würde: Das ist: Wie ihn der Priester nach vorgesetzter Form schätzen wird, nämlich, dass für ein jegliches Homor oder Cor Frucht, die der Acker trägt, fünfzig Sekel gerechnet und gegeben werden, und soll solches Geld der Priester von dem fordern, der den Acker von ihnen kaufen will.

18. Hat er ihn aber nach dem Halljahr geheiligt, so soll ihn der Priester rechnen nach den übrigen Jahren zum Halljahr und danach geringer schätzen;

Nach dem Halljahr: Das ist: da bereits etliche Jahre von dem nächsten Halljahr verflossen und vorüber sind.

Geheiligt: Das ist: zum Gottesdienst und zur Unterhaltung der Priester zu geben gelobte.

Geringer: Das ist: Wie viel Jahre von dem nächsten Halljahr vorüber sind, so viel Sekel sollen von jedem Fünfzigsten eines Cors abgebrochen werden, und je weniger Jahre noch bis zum Halljahr übrig sind, je wohlfeiler der Acker sein soll.

19. will aber der, so ihn geheiligt hat, den Acker lösen, so soll er den fünften Teil des Geldes, über das er geschätzt ist, darauf geben, so soll er sein werden.

Geheiligt hat: Dessen der Acker eigen gewesen und ihn von freiem Willen den Priestern geschenkt hat.

sein werden: Dass er ihn wieder unter seiner Gewalt habe und nützen möge.

20. Will er ihn aber nicht lösen, sondern verkauft ihn einem anderen, so soll er ihn nicht mehr lösen,

Will er: Nämlich, der ihn einmal von sich zu geben gelobt hat.

Verkauft: Nämlich, der Priester.

Anderen: Er sei gleichwie er wolle.

Nicht mehr: Das ist: Derselbe, so zuvor den Acker in Besitzung gehabt, kann ihn niemals wiederbekommen, auch im künftigen Halljahr nicht.

21. sondern derselbe Acker, wenn er im Halljahr los ausgeht, soll dem Herrn heilig sein, wie ein verbannter Acker; und soll des Priesters Erbgut sein.

Los ausgeht: Dass er wieder frei wird und keinem mehr gehört.

Verbannt: Das ist: Gleichwie die verbannten Sachen alle miteinander Gott geheiligt werden und niemals von dem levitischen Priestertum zukünftig können wiederum entwendet werden: Also sollen dergleichen Verlobte, und danach einem Fremden verkaufte Äcker, auch im Halljahr, wenn sie von dem, der sie gekauft, nach dem Gesetz des Halljahres frei und los werden, nicht wiederum ihrem vorigen und ersten Herrn, der sie anfangs verlobt, zufallen, weil sie dieselben zu rechter Zeit nicht wieder lösen wollen: Sondern sie sollen der Priester sein und bleiben, dass sie den Nutzen und ihre Nahrung davon haben.

22. Wenn aber jemand einen Acker dem Herrn heiligt, den er gekauft hat, und nicht sein Erbgut ist,

Wenn aber: Es folgt ein anderer Fall.

Gekauft: Das ist: Wenn jemand dem Herrn einen Acker zum Gottesdienst zu geben gelobt hat, den er doch nicht von seinem Geschlecht und Voreltern her ererbt, sondern um sein Geld von einem anderen, der nicht seines Geschlechtes oder aus seinem Stämmen ist, erkauft hat.

Sein Erbgut: Deswegen er ihn ohne das seinen Kindern und Nachkommen nicht hinterlassen kann, sondern fällt im Halljahr dem Verkäufer wieder anheim.

23. so soll ihn der Priester rechnen, was er gilt, bis an das Halljahr; und er soll desselben Tages solche Schätzung geben, dass er dem Herrn heilig sei.

Rechnen: Das ist: Der Priester soll einen Überschlag machen und anzeigen, wie hoch der Acker müsse geschätzt werden, nachdem er Frucht trägt, und nach dem noch viel oder wenig Jahr bis zum Halljahr übrig sind.

Desselben Tages: Auf welchen Tag der Acker ist geschätzt und um eine gewisse Summe Geldes angeschlagen wurde.

Solche Schätzung: Nämlich, das Geld, wie hoch er geachtet sei.

Heilig sei: Das ist: Es soll dasselbe Geld verordnet und angewendet werden zur Erhaltung des levitischen Gottesdienstes und Priestertums. Aber den Acker mag der, welcher ihn gelobte, und mit Gelde wiederum an sich erzielt hat, benutzen und nutzen bis zum Halljahr.

24. Aber im Halljahr soll er wieder gelangen an denselben, von dem er ihn gekauft hat, dass er sein Erbgut im Lande sei.

Erbgut: Weil er denselben Acker von seinen Voreltern ererbt, damit er bei dem Geschlecht bleibe.

25. Alle Bezahlung soll geschehen nach dem Sekel des Heiligtums. Ein Sekel aber macht zwanzig Gera {2Mos 30v13 4Mos 3v47 Hes 45v12}.

Des Heiligtum: Welcher noch so viel gilt als ein allgemeiner Sekel, wie oft gezeigt wurde.

Zwanzig Gera: Welche (wie vom Sekel zuvor auch etliche Mal gemeldet ist) ungefähr einen Taler machen.

26. Die Erstgeburt unter dem Vieh, die dem Herrn sonst gebührt, soll niemand dem Herrn heiligen, es sei ein Ochse oder Schaf; denn es ist des Herrn {2Mos 13v2 4Mos 3v13 Lk 2v23}.

Des Herrn: Das ist: Weil alle erste Geburt vorhin zum Gottesdienst ausgesondert und geheiligt ist, so darf sich keiner darauf zum Heiligen bewerben, denn sie gehören den Priestern von Rechts wegen.

27. Ist aber an dem Vieh etwas Unreines, so soll man es lösen nach seinem Wert und darüber geben den Fünften. Will er es nicht lösen, so verkaufe man es nach seinem Wert.

Unreines: Dass ein solches erstgeborenes Tier oder Vieh, von denen ist, so man nicht opfern darf.

Seiner Würde: Wie es der Priester schätzen wird.

Verkaufe: Nämlich, einem anderen, wer es begehrt oder Lust dazu hat, und soll das Geld, so man daraus löst, den Priestern gegeben werden. [Die päpstlichen Gelübde aber, auf welche man so ernstlich dringt, dass man sie halten soll, können mit diesen Levitischen Satzungen und Ordnungen nicht verglichen werden. Denn dieselben sind zum Teil zu halten unmöglich, zum Teil närrisch, zum Teil gottlos, zum Teil mit abgöttischen Satzungen befleckt, und alle miteinander der christlichen Freiheit zuwider, darum soll man sie nicht halten.]

28. Man soll kein Verbanntes verkaufen, noch lösen, dass jemand dem Herrn verbannt von allem, dass sein ist, es sind Menschen Vieh oder Erbacker; denn alles Verbannte ist das Allerheiligste dem Herrn.

Kein Verbanntes: Mit diesen Gelübden hatte es die Meinung, dass eine Sache nicht schlechtes dem Herrn gelobt wurde, sondern auch ein Fluch und Verwünschung daran gehängt wider den, der solche Sache anderswo hin verwendete, als dazu es bestimmt und verordnet war. Darum, was dergleichen Gott gelobt war, das konnte man nicht verkaufen, noch lösen, noch einerlei anderer Gestalt vom Brauch des levitischen Kirchenamts entfremden.

Allerheiligste: Dass es zu keinem anderen gemeinen Tun mehr gebraucht werde.

29. Man soll auch keinen verbannten Menschen lösen, sondern er soll des Todes sterben.

Verbannten Menschen: Der um einer Übeltat und gottlosen Werks willen zum Tode ist verdammt und verbannt, gleichwie die Bürger zu Jericho, nach dem Willen Gottes, zum Verderben und Untergang verbannt waren. Ein solcher Mensch soll nicht freigelassen werden. Darum hat Saul sehr schwer gesündigt, dass er den König der Amalekiter begehrte zu erhalten, den doch Gott selbst zum Tode verdammt hatte. [Denn gleichwie Gott aller Grausamkeit feind ist, also begehrt er dagegen, dass die Boshaftigkeit und Übeltäter zur gerechten Strafe gezogen werden, und lässt sich solches gefallen. Wie er dagegen ein großes Missfallen daran hat, wenn man die Bosheit ungestraft hingehen lässt oder doch nicht mit gebührendem Ernst straft.]

30. Alle Zehnten im Lande, beide von Samen des Landes und von Früchten der Bäume, sind des Herrn und sollen dem Herrn heilig sein.

Samen: Was an Korn und Getreide auf dem Felde wächst.

Heilig sind: Dass sie gereichen zur Unterhaltung des levitischen Kirchenamtes und Gottesdienstes.

31. Will aber jemand seinen Zehnten lösen, der soll den Fünften darüber geben.

Darüber geben: Nämlich, über dem Wert, wie der Zehnte geschätzt oder angeschlagen wurde.

32. Und alle Zehnten von Rindern und Schafen, und was unter der Rute geht, das ist ein heiliger Zehnter dem Herrn.

Rute geht: Das ist: Welche Tiere so stark erwachsen und lebhaft sind, dass sie dem Hirten untergeben werden, von denen soll man dann den Zehnten geben zur Unterhaltung des Gottesdienstes.

33. Man soll nicht fragen, ob es gut oder böse sei; man soll es auch nicht wechseln. Wird es aber jemand wechseln, so soll beides heilig sein und nicht erzielt werden.

Fragen: Das ist: Es soll ohne Betrug und Aberglauben zugehen und nichts Besonderes ausgelesen werden, sondern wie es das zehnte Stück treffen und sich finden wird, so soll es den Priestern gegeben werden.

Wechseln: Also, dass man es nicht umwechsle mit einem anderen, es geschehe gleich solche Umwechselung mit einem ärgeren oder besseren, so wäre es falsch.

Beides heilig: Das ist: Zum Gottesdienst genommen werden.

Nicht erzielt: Gleichwie man sonst andere Zehnten lösen kann. [Es erinnert uns aber die Opferung der Zehnten, dass wir den Gottesdienst sollen helfen erhalten: Und erkennen, dass wir alle zeitliche Wohltaten von Gott haben und empfangen, darum sollen wir ihm davor danken und seiner Gaben in wahrer Gottseligkeit mäßiglich gebrauchen.]

34. Dies sind die Gebote, die der Herr gebot an die Kinder Israel auf dem Berge Sinai.

Mose Gebote: Von Aufrichtung des Gottesdienstes und wie man denselben treiben soll. [Es ist aber Christus in diesem dritten Buch durch die vielfältigen Opfer ausführlich beschrieben und uns vorgemalt worden: denn dieselben alle miteinander dahin gerichtet sind, dass sie das Opfer Christi bedeuten sollen, welches er seinem himmlischen Vater am Kreuz getan. Und sollen wir bei den Dankopfern, deren so oft Meldung geschieht, richtig aufgemuntert werden, dass wir gegen Gott, den Vater unseres Herrn Jesu Christi, mit Danksagungen, Ausbreitung und Fortpflanzung des Evangeliums, Gottseligem Leben, Geduld, und Wohltat gegen den Nächsten für seine unaussprechliche Güte uns dankbar erzeigen.]