29. November

Das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft.

Matthäus 9,24

Hier erkennt man den Unterschied zwischen heidnischen Augen und christlichen Augen. Die Christen haben solche Augen, die, wenn sie den Tod, Sünde und Hölle sehen, gewiss sagen können: Ich sehe keinen Tod, ich fühle keine Sünde, ich bin nicht verdammt, sondern ich sehe durch Christus lauter Heiligkeit, Leben und Seligkeit. Auch wenn ich arm bin, fühle ich keine Armut, fühle mich wunschlos glücklich. Denn ich habe Christus, der mir zu jeder Stunde geben kann, was ich brauche, obgleich ich nichts habe. Also, wenn du einen Christen sterben siehst, da sehen deine Augen einen toten Menschen; aber schließe solche Augen und öffne die geistlichen Augen, die auf das Wort sehen, so wirst du finden, dass ein solcher Mensch nicht tot ist, sondern vor Gott lebt. Der Gläubigen Tod wird so durchs Wort geheiligt und vor Gott teuer und wert gehalten, obwohl er doch in der ganzen Welt über alle Maßen als schrecklich empfunden wird.