25. Oktober

Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen.

Matthäus 7,6

Ja, lieber Herr, sie haben es bereits. Denn weil es eine öffentliche Predigt ist und in der Welt verbreitet worden ist, so können wir nicht verhindern, dass die Hunde und Säue nicht hineinfallen und es an sich reißen. Aber sie haben es darum noch nicht und wir wollen es ihnen gottlob wohl verwehren, das Heiligtum zu bekommen. Die Schalen und Hülsen haben sie wohl, das ist die fleischliche Freiheit. Aber kein Hund und kein Schwein soll einen Buchstaben vom Evangelium bekommen, auch wenn er bzw. es alle Bücher liest und alle Predigten hört und bei sich denkt, er könne das überaus gut. Wie geht es aber nun den Verfolgern und Tyrannen zuletzt? Was für einen Lohn bekommen sie? Was für eine gräuliche Krankheit hat Gott über Herodes kommen lassen? – Es konnte niemand wegen seines Gestanks bei ihm bleiben, denn sein Unterleib verfaulte und es wuchsen Maden darin, und er quoll so scheußlich auf, dass er weder Tag noch Nacht Ruhe fand. Er ließ sich in ein Bad führen, er ließ sich in Öl baden, aber es gab keine Hilfe für ihn, so dass er zuletzt ein Messer forderte, als wollte er einen Apfel schälen. Er stach es sich selbst in den Leib, um die Schmerzen damit zu beenden. Genauso soll es den Tyrannen und Verfolgern der Wahrheit gehen.