3. Februar

Gott hat den, der von keiner Sünder wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

2. Korinther 5,21

Was eure Seelen machen, möchte ich gern wissen, ob sie endlich einmal der eigenen Gerechtigkeit überdrüssig geworden sind und sich nach der Gerechtigkeit Jesu Christi sehnen wollten. Die Gerechtigkeit suchen heutzutage wohl viele und die am meisten, die aus eigenen Kräften gerecht und fromm sein wollen. Sie wissen aber nichts von der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt und uns in Christus so reichlich geschenkt ist, sondern suchen viel mehr bei sich so lange Gutes, bis sie meinen, mit Verdienst und Tugend vor Gott zu bestehen, was aber völlig unmöglich ist. Ihr seid bisher in dieser Meinung und Irrtum gewesen, wie ich auch. Ja, noch heute kämpfe ich gegen diesen Irrtum und bin noch nicht völlig Herr darüber. Darum lernt Christus, den Gekreuzigten, kennen, lernt an euch selbst verzagen und sagen: Herr Jesu, du bist meine Gerechtigkeit, ich aber bin deine Sünde. Hütet euch, so rein zu sein, dass ihr keine Sünder mehr sein wollt. Christus wohnt sonst nirgends als bei den Sündern. Darum ist er vom Himmel gekommen, wo er unter den Gerechten wohnt, er aber auch unter Sündern wohnen möchte. Wenn ihr diese Liebe betrachtet, so werdet ihr den besten Trost und Frieden für eure Seelen genießen.