17. August

Du sollst nicht stehlen.

2. Mose 20,15

Dieses Gebot zeigt uns, was Gott von uns hält, nämlich, dass wir alle ausnahmslos vor Gott und vor der Welt Diebe sind. Denn wenn Gott nicht hilft oder der Henker uns nicht schreckt, so geht der Dieb dreist und hemmungslos an sein Werk. Du sollst aber nicht meinen, dass gestohlen nur heißt, wenn du deinem Nächsten etwas wegnimmst. Wenn du die Not deines Nächsten siehst, wie er Hunger und Durst leidet, keine Herberge, Schuhe und Kleider hat, und hilfst ihm nicht, so stiehlst du genauso, als wenn einer dem anderen das Geld aus dem Kasten wegnimmt; denn du bist es ihm schuldig, ihm in seiner Not zu helfen. Denn deine Güter gehören dir nicht; Du bist als ihr Verwalter eingesetzt, dass du sie an jene verteilst, die sie brauchen. Darum gehören diese auch in dasselbe große Register eingetragen, wo die Diebe gelistet sind, die Güter haben und nicht denen geben, die sie benötigen, sich ihres Nächsten Notdurft nicht annehmen, sondern einfach vorübergehen.