5. August

Gott steht in der Gemeinde Gottes und ist Richter unter den Göttern.

Psalm 82,1

Anmerkung: Unter Göttern ist die Obrigkeit in weltlicher Macht zu verstehen, die im Namen Gottes Recht und Gerechtigkeit auf Erden richten sollen. – Ein solcher Prediger, durch den Gott die Götter straft, soll in der Gemeinde stehen; das heißt, fest und getrost zu sein, aufrichtig und redlich wider sie handeln, öffentlich vor Gott und den Menschen. Jetzt aber sind viele Bischöfe und Prediger im Predigtamt, die aber nicht stehen und Gott nicht getreu dienen, sondern die liegen und sonst ihren Scherz damit treiben. Das sind die faulen, unnützen Prediger, die den Fürsten und Herren ihre Laster nicht vorhalten. Etliche deswegen, weil sie es gar nicht beachten; die liegen und schnarchen in ihrem Amt, tun nichts, was zu ihrem Amt gehört, außer dass sie wie die Schweine den Raum füllen, in dem eigentlich gute Prediger stehen sollten. Einige heucheln und schmeicheln und stärken die bösen Götter in ihrem Mutwillen. Andere fürchten um ihre Haut, sorgen sich, Leib und Gut dadurch verlieren zu müssen. Diese alle stehen nicht und halten nicht getreu zu Christus.