Predigt zu Sylvester

Matthäus 3, 13-17.

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach:. Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommts zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm:. Laß jetzt also sein; also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ ers ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herab fahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen haben.

1. Hier geschieht eine hohe und tröstliche Offenbarung, da der Herr Jesus im Jordan mit 30 Jahren von Johannes getauft wird.

2. Wie aber solches zugegangen ist, erzählt der Evangelist fein ordentlich: das Christus, der bisher sich still gehalten, und in sein Amt noch nicht getreten war, aus Galiläa sich erhebt, an den Jordan zu Johannes gekommen sei, daß er sich taufen ließe, wie andere Sünder, so ihre Sünden bekannten und Vergebung derselben begehrten. Über solches entsetzt sich Johannes, hält sich für unwürdig, daß er ihn taufen sollte. Aber Jesus spricht:. Sei du zufrieden, es muß also sein, so anders alle Gerechtigkeit soll erfüllt werden; das ist, so daß soll ausgerichtet werden, daß die armen Sünder mögen zur Gerechtigkeit kommen und selig werden, so mußt du mich taufen. Denn ich bin um aller Sünder willen zum Sünder geworden, muß deswegen das tun, daß Gott den Sünder aufgelegt hat, daß sie durch mich gerecht werden.

3. Solches ist uns zum Trost und Beispiel geschehen, daß sich der Sohn Gottes läßt taufen, der doch keine Sünde hatte, daß er zu tun nicht schuldig war. Dagegen sind wir so arme, elende, verderbte Menschen, daß wir nicht tun, was wir zu tun schuldig sind, ja, wir sind noch böse Buben dazu. Ich geschweige das, daß wir so weit kommen sollten, und ein übriges tun, daß wir nicht schuldig wären. Darum ist dies hier besonders zu merken, daß Christus, der Sohn Gottes, der der heiligen Taufe Stifter selbst ist, dennoch sich taufen läßt, und befiehlt ferner, daß solche Taufe von nun an in der Kirche bleiben, und alle, die selig werden wollen, sich auch taufen lassen sollen.

4. Aus dem folgt, daß die verfluchte Leute sein müssen, die der Teufel geschändet und geblendet hat, die weder sehen noch hören wollen, was doch hier geschieht, sondern die Taufe entweder verachten, oder spöttisch davon reden. Warum wolltest du dich oder deine Kindern nicht taufen lassen, so doch der Sohn Gottes sich taufen läßt? Wie kannst du immer mehr so hoffärtig, ja, so blind und töricht sein, daß du dies heilige und heilsame Werk verachten darfst? Solltest du nicht der Taufe, wenn sie gleich sonst schon nichts nützte, alle Ehre allein deshalb tun, weil du hier hörst, daß der Sohn Gottes selbst sich hat taufen lassen, daß du dich ihm zu Ehren auch taufen ließest, wenn dir auch sonst die Taufe nichts nützte?

5. Zudem aber steht auch dies hier, was wir bei solcher Taufe erwarten und wie sie uns nützen soll. Denn da sieht man, daß Gott im Himmel sich selbst über solcher Taufe seines Sohnes mit aller Gnade ausschüttet, besonders, wie der Evangelist sagt, der Himmel sich auftut, der zuvor geschlossen war, und wird nun über der Taufe Christus ein Tor und Fenster, daß man hinein sehen kann, und von nun an kein Unterschied ist zwischen Gott und uns; denn Gott der Vater ist selbst zugegen, und spricht: " dies ist mein lieber Sohn ". Ist nun das nicht eine große Offenbarung und gewiß ein großes Zeichen, daß Gott der Taufe, welche sein lieber Sohn mit seinem Leib selbst geheiligt hat, nicht feind sei, sondern Lust und Liebe dazu habe, und könne nicht davon bleiben?

6. Deswegen, weil man ja ein Fest von der Offenbarung Christi begeht, warum läßt man es nicht diese Offenbarung sein, da Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist sich so gewaltig offenbaren? Denn Gott, der heilige Geist, kommt auch dazu in einer freundlichen Gestalt, wie eine unschuldige Taube, daß unter allen anderen Vögeln das freundlichste ist, und ganz und gar keinen Zorn noch Galle bei sich hat, zum Zeichen, daß er mit uns auch nicht zürnen, sondern uns durch Christum dazu helfen wolle, daß wir fromm und selig werden.

7. Das ist nun eine zweifache Offenbarung: eines Gottes, des ewigen, Allmächtigen Vaters, die andere des heiligen Geistes, die bei der Taufe unseres lieben Herrn Christi sind, der sich taufen läßt am Jordan, nicht allein und zum Beispiel, sondern auch zur Gnade, daß wir solcher Taufe genießen, und glauben sollen, wir haben dadurch einen gnädigen Gott, wenn wir solchem Beispiel folgen, und dem Befehl Christi nach uns auch taufen lassen.

8. Es offenbart sich aber der Vater nicht allein damit, daß er den Himmel öffnet und aus Himmel und Welt ein Ding macht; sondern er läßt sich auch mit einer neuen Stimme hören, welche vom Himmel zuvor niemand gehört hat, und sagt:. " Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe ". Dies ist eine andere Stimme, denn jene am Berge Sinai, da Gott auch vom Himmel redet, aber so, daß das Erdreich davor erzittert, und die Berge erschüttern, und die Menschen vor Furcht Sterbens sich besorgten.

9. Mit einer solchen schrecklichen Stimme läßt sich Gott hier nicht hören; ja, da hört man nichts, denn lauter Freundlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit. Als sollte Gott also sagen:. Ihr Menschen, wendet eure Augen hierher, und sehet doch, was für eine Sache hier geschieht. Ihr seht, daß Johannes da am Jordan einen Mann tauft, wie er sonst andere Leute tauft; so ihr aber wissen wollt, wer dieser Mann ist, so höret mir zu:. Er ist mein lieber Sohn, an dem ich alle Freude und herzlich Wohlgefallen habe. Ihr dürft euch vor ihm nicht fürchten; denn da steht er nackend, wie ein anderer Mensch ohne Schwert und weltliche Pracht. Vor mir dürft ihr euch nicht fürchten; denn ich komme jetzt nicht mit Donner und Blitz, mit Donner und Posaunen, wie am Berge Sinai, sondern mit einem freundlichen Bild und holdseliger Gestalt.

10. Es geht also auf das freundlichste zu. Der Sohn Gottes, der ohne Sünde und gar unschuldig ist, steht im Jordan, und läßt sich taufen; der heilige Geist kommt wie eine Taube über ihn, daß Johannes ihn mit seinen Augen sieht; und Gott der Vater redet auf das allerfreundlichste mit uns, und verkündigt uns, daß er uns nicht schickt einen Apostel, einen Propheten, einen Engel, sondern seinen eingeborenen Sohn, an dem er Wohlgefallen hat. Das heißt ja, meine ich, befohlen, auf den Sohn sehen, weil es sich nicht Gott verdrießen lassen hat, es allen zu verkündigen, daß er damals getauft worden ist, es sei sein lieber Sohn. Als wollte er sagen:. Wollt ihr nun einen gnädigen Vater haben, so könnt ihr es leicht tun; haltet euch nur an meinen Sohn, dem kann ich nicht feind sein, so werdet ihr, so ihr seiner Stimme gehorcht, mir um seinetwillen auch lieb sein; darum höret ihn und tut, was er euch sagt. Denn er bedarf seiner Person wegen der Taufe so wenig wie der Beschneidung. Ursache, er ist ohne alle Sünde.

11. Nun aber ist die Taufe Johannes um der Sünder Willen von mir verordnet, daß alle, so ihre Sünde bekennen, lassen sie sich leid sein, und wollten gern davon frei sein, sich zu dieser Taufe finden, und gewiß glauben sollen, ich will ihnen gnädig sein. Warum aber läßt sich mein Sohn taufen, der kein Sünder ist? Nicht seinetwegen, sondern euretwegen, die ihr Sünder seid, denn eure Sünder hat er auf sich genommen; von denselben will er los werden und sie ablegen, daß euch damit geholfen und eure Sünden nicht mehr gefunden werden sollen.

12. Dies meldet der Evangelist sehr fein, da er sagt: Christus, als Johannes ihm wehrte, sprach:. " laß es jetzt also sein, denn also gebühret uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen ". Das ist so viel gesagt:. An dieser Taufe liegt die Gerechtigkeit der ganze Welt. Denn weil ich alle Welt Sünde auf mir habe und sie trage: soll der Welt geholfen werden, so muß ich tun, was Gott den Sündern zu tun befohlen hat, nämlich, daß sie sich sollen von dir taufen lassen. Dies selige Werke hindere ja nicht; sondern wie ich mich um der armen Sünder willen gern taufen lassen will, also hilf du auch gern dazu und taufe mich, auf das Gottes Zorn gestillt werden und die Sünde abgelegt. Solches läßt der ewige Vater sich gefallen, redet mit uns vom Himmel herab, und zeigt uns seinen lieben Sohn; spricht: " er ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe ". Und zum Trost, daß wir uns solcher Taufe annehmen und gewiß glauben sollen, Gottes Zorn ist gestillt, unsere Sünde durch solche Taufe Christi abgelegt, daß Gott mit uns ferner will zufrieden sein, um seines Sohnes willen.

13. Dieser Stimme sollte man, möglichst, auf Nadelspitzen nachgehen, und diese herrliche Offenbarung nie aus den Augen und Herzen lassen, daß unser Herr Gott den Himmel zerreißt, schickt den Heiligen Geist herunter in der Gestalt einer Taube, und er selbst läßt sich so mit einer liebliche Stimme hören, spricht: hier habt ihr meinen Sohn, mein Herz und höchsten Schatz, und alles, was ich bin. Was tut aber der Sohn? Der stellt sich als ein armer, dürftiger Sünder, und läßt sich von Johannes am Jordan taufen; das also die ganze Gottheit sich hier auf das allergnädigste und freundlichste offenbart, nach Unterschied der Personen, in dreierlei Gestalt; auf das ja jedermann wisse, wer sich zu dem Herrn Christus hält, und sein Wort annimmt und sich tröstet seiner Werke, daß Gott solche Menschen nicht könne noch wolle feind sein. Denn hier stehts:. Was der Sohn heißt, sagt oder tut, daß sei alles des Vaters herzliches Wohlgefallen.

14. O, wie selig wären wir, wenn wir Christus Stimme hörten, und fest von ganzen Herzen daran hielten. Wiederum, heillose und verfluchte Leute sind diese, die solche Stimme hören, und gehen doch vorüber, als hörten sie es nicht. Das verfluchte Papstgesinde aber lästert und verfolgt diese Stimme, sagt: Christus sei es nicht allein, den der Vater lieb habe; er habe Mönche, Pfaffen, Messe, Wallfahrten und anderes auch lieb. Wer es nun recht bedenkt, daß man die Freundlichkeit Gottes und das väterlicher Herz nicht sollte höher Ehren, denn also, der sollte lieber zehnmal Tod sein, denn bei solchen lästerliches, heillosen Leuten leben.

15. Darum lernet, ihr lieben Kinder, weil ihr diese Stimme hört. Wir haben vor wenig Jahren nichts davon gewußt; da war der Himmel zu, und mußten in des Teufels Namen hören, was die Mönche predigten vom Fegefeuer, und anderen Lügen. Nun, Gott Lob! Geht jetzt die reine Lehre wieder auf der Bahn, und es fehlt nur an dem, daß man es höre und lerne. Weil uns die Welt nicht hilft, so laßt uns doch unseren Herrn Gott für diese Wohltat danken, daß er heute sein Herz und seinen Schatz uns offenbart hat, den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube, seinen Sohn am Jordan in der Taufe, und sich selber in einer herrlichen, lieblichen Stimme.

16. Wer wollte nun den nicht verdammen, der hier nicht danken, fröhlich sein, und den Sohn mit Herzen annehmen wollte, der hier im Jordan steht, und sich als ein Sünder taufen läßt, auf welchen der heilige Geist sich in Gestalt einer Taube setzt? Da die Stimme des Vaters so nahe ist, als zur Wand da sein kann? Da werden auch ohne Zweifel unzählig viel heilige Engel gewesen sein. Denn wo der Vater, Sohn und heilige Geist sich sehen lassen, da muß auch das ganze himmlische Heer sein.

17. Es ist wohl auch eine Offenbarung, daß Christus den Weisen sich durch einen Stern offenbart hat; aber dies hier ist viel höher. Dies sind die rechten Drei Könige, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist, die man alle drei bei einander findet, da sich Christus taufen läßt. Wo er hätte gewollt, wäre solche Offenbarung in der Wüste oder im Tempel zu Jerusalem geschehen. Aber bei der Taufe hat es geschehen sollen, uns zur Lehre, wie zuvor oft gemeldet, daß wir die Taufe hoch halten sollen, und weil wir getauft sind, nichts anderes sehen noch darüber urteilen, als neugeschaffene Heilige.

18. Die lästerlichen Widertäufer sagen heute, die Taufe sein nur ein schlichtes Wasser. Der Teufel hole solche Lästermäuler. Ein Hund oder eine Sau, kann so urteilen, weil sie nichts anderes haben denn als den Geschmack vom Wasser. Ein Christ aber soll nicht nach dem Geschmack, sondern nach dem Wort urteilen; denn da ist nicht allein Wasser, sondern auch Gottes Wort und Kraft. Wie man hier sieht bei der Taufe Christi, Sohn und Heiliger Geist. Darum ist es nicht schlicht Wasser, sondern ein solches Wasser, da Gottes Sohn drin badet, da der heilige Geist über schwebt, und Gott der Vater darüber predigt; das also die Taufe nicht ein schlichtes Wasser, sondern ein gnadenreiches Wasser und ein Bad der neuen Geburt ist, geheiligt durch Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist. Weil denn eben darum Christum die Weise zu taufen so stellt, daß man im Namen des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes taufen soll.

19. Darum wir auch heute noch, wenn ein Kind getauft wird, ist bei solcher Taufe der Sohn Gottes, welcher mit seinem Leib, der heilige Geist, der mit seiner Gegenwärtigkeit, und Gott der Vater, der mit seiner Stimme die Taufe heiligt. Darum kam man ja nicht sagen, daß es allein schlichtes Wasser ist, besonders weil die ganze Gottheit da vorhanden ist; wir sollen auch deswegen die Taufe nicht als ein Menschenwerk ansehen. Denn obwohl der Mensch tauft, so tauft er doch nicht in seinem Namen, sondern im Namen des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes; die sind auch bei solchem Werke; sonst würde die Taufe daß nicht ausrichten, daß sie ausrichten soll.

20. Wer will nun das verachten, daß Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist da ist? Wer will solches Wasser ein schlichtes Wasser heißen? Sehen wir denn nicht, was für ein Gewürz Gott in dieses Wasser wirft? Wenn man Zucker in das Wasser wirft, so ist es nicht mehr Wasser, warum wollen wir denn hier das Wort vom Wasser scheiden, und sagen, es sei schlichtes Wasser; gleich als wäre Gottes Wort, ja, Gott selbst ist dabei und in solchem Wasser? Also; denn da ist Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist die und bei solchem Wasser, wie dort am Jordan, da Christus im Wasserstand, der heilige Geist darüber schwebt, und Gott der Vater dabei predigt.

21. Darum ist die Taufe ein solches Wasser, daß die Sünde, den Tod und alles Unglück hinweg nimmt, hilft uns in den Himmel und zum ewigen Leben. So ein köstliches Zuckerwasser, und Apotheke ist daraus geworden, wo sich Gott selbst mit eingebracht hat. Gott aber ist ein Gott des Lebens; weil der nun in diesem Wasser ist, so muß dies das rechte Wasser sein, daß den Tod und die Hölle vertreibt und ewig lebendig macht.

22. Also sollen wir die Taufe recht lernen und erkennen. Denn man tauft nicht im Namen eines Menschen oder Engels, sondern im Namen Gott Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes; oder wie in den Geschichten der Apostel steht, im Namen Jesu, daß eben so viel ist. Denn wer Jesu Christum bekennt, muß auch Gott Vater und den Heiligen Geist bekennen; weil Christus klar sagt, er komme vom Vater und wolle den Heiligen Geist senden. Wer nun Christum mit Herzen bekennt, der wird sein Wort nicht Lügen strafen, sondern glauben, daß der Sohn nicht allein, sondern der Vater und der heilige Geist bei ihm sei, ob man gleich den Vater und den Heiligen Geist mit Namen nicht nennt.

23. Deswegen sollen wir solches wohl lernen, und das Wort der Heiligen Taufe von dem Wasser, damit man tauft, nicht trennen, sondern bekennen und sagen, daß es von Gott dazu geordnet ist, daß es uns um unseres Herrn Christi Willen durch den Heiligen Geist soll rein von Sünden machen und vom ewigen Tod helfen. Denn was wollte Gott Vater und Sohn und Heiliger Geist dabei machen? Darum bekennst du, daß das Kindlein, so jetzt geboren, in Sünden sei: so stecke es in die heilige Taufe und lasse Gott sein Werk mit ihm ausrichten, wie sein Wort lautet und verheißt, daß man durch Wasser und Geist müsse wiedergeboren werden, und das, wer da glaubt und getauft wird, soll selig sein. Also bekennst du, daß es im Tod sei, stecke es, in den Befehl Christi, in dies Bad oder Taufe, so wird der Tod verschlungen. Und du, der du schon getauft bist, gedenke du auch so, daß deine Taufe dir ein Siegel und ein Pfand sei, daß Gott dir deine Sünden vergeben und das ewige Leben durch Christum zugesagt hat. Denn die Taufe hat eine göttliche Kraft, daß sie den Tod tilgen und die Sünde abwaschen soll. Denn darum sind wir auch getauft; wie wir denn auf solche Hoffnung und in den Tod Christi getauft werden.

24. Ob wir aber in Sünde gefallen und Unrecht getan haben, so soll dennoch die Taufe und was uns darin zugesagt, fest und gewiß bleiben. Das heißt man bekehre sich und beharre nicht in seinen Sünden. Denn das leidet sich nicht, wenn du Vergebung der Sünden begehrst, daß du in Sünden beharren und davon nicht ablassen willst, sondern Buße sollst du tun, und in rechtem Glauben sagen:. Mein Herr Gott hat mir alle Gnade zugesagt, da er mich in seines Sohnes Taufe gesteckt hat; zu solcher Gnade kehre ich wieder, und verlasse mich darauf, daß meine Sünden von mir genommen sind: nicht um meinet-oder eines Menschen oder Kreatur willen; sondern um eines Herrn Christi willen, der es befohlen und eingesetzt hat, und sich selbst, als ein Sünder, hat taufen lassen.

25. Also übertrifft diese Offenbarung jene weit, da der Stern den Weisen erschienen ist; denn diese Offenbarung genießen alle Christen, da dort nur etliche Heilige jener Offenbarung genossen haben. Darum haben wir eine große Ursache, von der Taufe wieder die Rottengeister zu predigen, und wieder den Teufel, der uns alle anderen Dinge gern geschehen läßt, aber den rechten Schatz wollte er uns gern aus den Augen und Händen nehmen; wie er es auch im Papsttum getan hat, da man solcher Offenbarung am Jordan wenig oder nichts von gepredigt hat.

26. Darum sollt ihr lernen und fleißig merken, wie Gott sich hier offenbart mit einer schönen Predigt von seinem Sohn, daß was er mit uns redet und tut, und wir mit ihm, solches alles ihm soll wohl gefallen. Denn wer dem Sohn folgt und sich nach seinem Wort hält, der soll auch das liebe Kind sein, und den Heiligen Geist haben, welcher sich hier bei der Taufe sehen lassen hat in einer schönen, freundlichen und friedlichen Gestalt. Eben wie sich der Vater hier auch auf das freundlichste hören läßt, und spricht:. Hier habt ihr nicht einen Engel, Propheten, Apostel, sondern meinen Sohn und mich selbst. Wie könnte er sich doch höher und besser offenbaren? Und wie könnten wir ihm besser dienen, denn daß wir seinen Sohn, unseren Heiland, hören, uns danach halten, wie er uns predigt und vorsagt? Wer ihn aber nicht hören noch folgen will zu seiner Seligkeit, der mag des Teufels Apostel hören zu seinem ewigen Verderben. Darum wollen wir Gott um solche Gnade danken, und beten, daß er uns dabei erhalten und selig machen wolle, Amen.